SC Union Oldesloe

Die Spielzeit 1983/84 - 1. Halbjahr

Sonnabend, 7. Januar 1984

Rückrunde der Bezirksliga beginnt

Aufgaben für Union und Eichede sind lösbar

(un) Eine gute Gelegenheit, sich vom Tabellenende etwas abzusetzen, haben morgen die Spieler des SC Union Oldesloe. Sie empfangen um 14 Uhr den Tabellensiebten der Bezirksliga, den TSV Schlutup. Die Union-Spieler dürften sich nach der recht langen Pause gut erholt haben, was (leider) auch für den TSV Schlutup gilt.

Das Hinspiel verloren die Oldesloer nur knapp mit 1:2. Ein Sieg dürfte im Bereich des Möglichen sein, zumal die Schlutuper nicht unbedingt über eine besonders starke Abwehr verfügen. Der Gäste-Sturm ist zwar bisher erfolgreicher gewesen als der der Oldesloer, doch Bäume reißen die Schlutuper nicht gerade aus. Dennoch ist die Aufgabe, die Interimstrainer Heinz Borek zu lösen hat, nicht leicht. Union wird von Anfang an auf Sieg spielen müssen. Man kann es sich nicht leisten, auf eigenem Platz weiterhin Punkte zu verschenken.

Dem zweiten Stormarner-Vertreter in der Bezirksliga steht eine lösbare Aufgabe bevor. Der SV Eichede gastiert beim TSV Lensahn. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.1.1984

 

Sonntag, 8. Januar 1984

Union Oldesloe – TSV Schlutup ausgefallen

(Punktspiel)

 

Sonnabend, 21. Januar 1984

SV Henstedt/Rhen ist für den SC Union ein dicker Brocken

(mth) Für den Oldesloer Fußball-Bezirksligisten SC Union Oldesloe beginnt am Sonntag um 14 Uhr im Kurparkstadion eine Rückrunde, die für die Mannschaft, ja für den ganzen Verein, von großer Bedeutung sein wird. Jahrelang haben die Unioner zunächst in der Bezirksliga Lübeck, dann sogar für vier Jahre in der Landesliga Süd eine hervorragende Rolle spielen können.

Nach dem Abstieg in der letzten Saison aus der Landesliga und einer rechtschaffen verkorksten Vorrunde in der Bezirksliga – ein Spiel gegen RW Moisling dazu steht noch aus – droht der Truppe um Mannschaftsführer Gossow nun der zweite Abstieg in Folge und damit würden die Unioner zunächst einmal in der Versenkung verschwinden.

Dieses unter allen Umständen abzuwenden hat sich die Mannschaft und ihr Trainer Heinz Borrek, der nach gut einem Drittel der Saison den glück- und erfolglosen Coach Vernimb ablöste, vorgenommen. Mit schönen Worten und kernigen Durchhaltesprüchen wird man es dabei aber nicht bewenden lassen können. Die Mannschaft wird Siege zustande bringen müssen und das Kurparkstadion wird für auswärtige Mannschaften wieder zu einer uneinnehmbaren Festung werden müssen, so wie dieses in früheren Jahren der Fall war.

Heimniederlagen nämlich hat die Mannschaft im Herbst schon weit über Gebühr erlitten und neue Schlappen darf man sich vor eigener Kulisse einfach nicht mehr erlauben. Auch nicht gegen den SV Henstedt/Rhen am Sonntag. Die Henstedter sind in der Tabelle weit höher als die Oldesloer eingestuft und haben noch die Absicht, in der Spitzengruppe mitzumischen.

So gesehen sind sie sicher auch für die morgige Partie favorisiert, aber daran darf sich der SC Union, wie schon gesagt, nicht stören. Will sie das rettende Ufer noch erreichen, müssen auch gegen Mannschaften, die dem Papier nach klar besser sind, „geputzt“ werden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.1.1984

 

Sonntag, 22. Januar 1984

Union Oldesloe – SV Henstedt/Rhen 0:1 (0:1)

(15. Punktspiel)

Beim SC Union Oldesloe haben die Fehler die Winterpause überdauert

(mth) Mit dem SC Union Oldesloe scheint in der Fußball-Bezirksliga Lübeck auch im Jahr 1984 nicht viel Staat zu machen sein. Diesen Rückschluß jedenfalls läßt das erste Auftreten der Mannschaft vom Sonntag im Kurparkstadion zu. Die Mannschaft unterlag mit 0:1 dem SV Henstedt/ Rhen und die Abstiegsgefahr bei den Unionern wird nur immer größer. Auch wenn man wegen der widrigen Bodenverhältnisse – der Grandplatz war steinhart gefroren und der Ball war auf dem unebenen Gelände nur schlecht unter Kontrolle zu bringen – sicherlich ein paar Abstriche machen muß, so läßt sich doch sagen, daß kaum Ansätze zu einer Wende zum Guten bei den Oldesloern zu erkennen waren.

So bitter es in den Ohren der Union-Fans auch klingen mag: In dieser Verfassung wird sich ein zweiter Abstieg in Folge kaum vermeiden lassen und der Abstieg ins Mittelmaß scheint unvermeidlich. Trainer Heinz Borrek, inzwischen nicht mehr Interimscoach sondern auf diesem Posten, wie Fußballobmann Kurt Papstein mitteilte, zumindestens bis zum Saisonende fest eingeplant, ist um seine Aufgabe wahrlich nicht zu beneiden. Andere, geschweige denn bessere Spieler als die, die er aufgeboten hatte, stehen einfach nicht zur Verfügung und die technischen Mängel. die sich im derzeitigen Kader offenbaren, werden sich in kurzer Zeit sicherlich nicht mehr beheben lassen.

SC Union Oldesloe: Spieler, Schwarz, Michael Petzold, Peter Petzold, Völzke, Gossow, Thom, Pophal, Eisenhuth, Marschalkowski (46. Stobbe), La Porte.

SV Henstedt/Rhen: Tiedemann, Boss, Loitz, Krögler, Quandt, Steinleger (71. Tomm), D. Kröger, Stölben, Möller, J.U. Kröger, Riehl.

Tor des Tages: 0:1 Quandt (39.) mit einem verwandelten Handelfmeter. An dieser spielentscheidenden Szene entzündeten sich heftige Diskussionen. Dabei war die Elfmeterentscheidung absolut unumstritten. Gossows Handspiel, mit dem er einen Ball vor dem Überschreiten der Torlinie aufhielt, nachdem Spieler schon geschlagen war, war offensichtlich und mußte entsprechend bestraft werden.

Aber bei der Ausführung schieden sich dann die Geister. Quandt traf bei seinem ersten Versuch nämlich nicht das Tor, aber Schiedsrichter Grundt ließ den Strafstoß wiederholen, weil nach seiner Ansicht Union-Spieler schon vor der Elfmeterausführung den Strafraum betreten haben sollen.

Die Oldesloer hatten das ganz anders gesehen. Sie hatten nur einen Henstedter Spieler zu früh in den Strafraum eilen sehen, der dazu noch einen Oldesloer (Gossow) unfair dorthin „geschubst“ hätte.

Wir vermögen den Streit im Nachhinein nicht zu entscheiden. Der Schiedsrichter immerhin war nahe am Geschehen, so daß man seine Entscheidung wohl akzeptieren kann. Quandt behielt in der Aufregung die Nerven am besten im Zaum. Er trat auch zum zweiten Versuch an und verwandelte nun eiskalt.

Schiedsrichter: Grundt (FSV Lübeck) an dem sich die Gemüter wegen der Elfmeterwiederholung erhitzten. Ansonsten war er gut eine Stunde lang souverän, verlor aber in der Schlußphase etwas den Faden. Dennoch sollte bei den Unionern die Schuld für diese neuerliche Heimniederlage niemand beim Unparteiischen suchen. Die Ursachen dafür waren einzig und allein in der Unzulänglichkeit der eigenen Mannschaft zu suchen und zu finden.

Zuschauer: Kaum mehr als 50.

Die Oldesloer wußten eigentlich nur in den ersten Minuten gut zu gefallen. Nur in diesem Spielabschnitt wurde das Henstedter Tor einigermaßen planmäßig bestürmt. Dann traten, kaum hatten sich die Gäste ein paarmal gefährlich vor Spielers Gehäuse gemeldet, bei den Unionern alte Schwächen wieder auf. Aus der Abwehr heraus wurden die Bälle zumeist nun planlos herausgeschlagen. Im Mittelfeld benötigte man zu viele Stationen und produzierte zu viele Fehlpässe und im Angriff wurden, sofern dort überhaupt Bälle hinkamen, die Außenpositionen sträflich vernachlässigt.

Chancen zu Toren blieben so nur dem Zufall überlassen und auch mit solchen Gelegenheiten wußte man nichts anzufangen. Die Oldesloer hätten vermutlich noch tagelang spielen können, ohne zu einem Torerfolg zu gelangen. Die größte Chance des ganzen Spiels versiebte Gossow in der 60. Minute. Mutterseelenallein steuerte er mit dem Ball nach einem schlimmen Abspielfehler der Henstedter auf das Gästetor zu, aber völlig unbedrängt brachte er nur ein harmloses Schüßchen zustande, das an Torhüter Tiedemann abprallte.

Die Henstedter ihrerseits rissen im Kurparkstadion nun wahrlich auch keine Bäume aus. Dennoch wirkten sie zielstrebiger, technisch beschlagener und auch torgefährli-cher. Vor allem, wenn J.U. Kröger, der bei weitem bester Spieler auf dem Platz war, das Spiel an sich riß. Deshalb ging der Gäste-Sieg am Ende auch in Ordnung.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.1.1984

 

Sonnabend, 28. Januar 1984

SC Union Oldesloe ist in Gudow nur krasser Außenseiter

(mth) Für die Bezirksliga-Mannschaft des SC Union Oldesloe hat das Jahr 1984 ‚alles andere als nach Wunsch begonnen. Statt der erhofften Wende zum Besseren, mit der man eine erhebliche Verbesserung des derzeitigen Tabellenplatzes erhofft hatte, hat am letzten Wochenende im ersten Spiel des neuen Jahres gleich wieder eine Heimniederlage gegeben.

Dabei war die Niederlage, so wenig, wie man sich doppelte Punktverluste auf eigenem Platz eigentlich in der mißlichen Lage noch leisten kann, noch nicht einmal das Schmerzlichste. Gegen eine Mannschaft wie SV Henstedt/Rhen haben auch schon andere Abstiegskandidaten verloren. Weh tat aber die Art und Weise, in der die Unioner in ihre Niederlage schlidderten.

Einmal abgesehen von Torhüter Peter Spieler, der am einzigen Gegentor schuldlos war und sonst kaum Gelegenheit hatte, sich auszuzeichnen, war eigentlich in allen Mannschaftsteilen der Wurm drin. So in der Abwehrkette, in der die Gebrüder Petzold und Völzke zur Zeit kaum eine „gerade Furche“ ackern. Der junge Schwarz ist da noch der einzige Lichtblick, aber seine Fähigkeiten sind mehr aufs Zerstören gegnerischer Angriffe beschränkt.

Konstruktives Aufbauspiel geht von ihm nicht aus, womit man beim nächsten Problem wäre. Mit Thom und Gossow sind im Mittelfeld zwei Zentralfiguren außer Form, und auch ein Uwe Pophal allein kann keine Ordnung in die Mannschaft bringen, zumal Alter und Verletzungen ihn tempomäßig so einschränken, daß er auf positive Zuarbeit angewiesen ist, will er dem Union-Spiel Impulse geben.

Der Angriff schließlich ist und bleibt ein Torso. Dort scheint ausschließlich auf Gewaltschüsse von Eisenhuth gehofft zu werden, worauf sich Gegner natürlich einstellen können, zumal der Ex-Tralauer inzwischen das Einzelspiel übertreibt und zu sehr in die Mitte drängt.

Da Trainer Heinz Borrek zu den genannten Spielern aber kaum Alternativen hat, ist es schwer, positive Zukunftsaspekte bei den Unionern auszumachen. Auch nicht für die morgige Begegnung beim TSV Gudow. In der Begegnung beim erstaunlich starken Aufsteiger, die um 14 Uhr beginnt, jedenfalls sind die Oldesloer nur krasse Außenseiter.

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.1.1984

 

Sonntag, 29. Januar 1984

TSV Gudow – Union Oldesloe 2:1 (0:1)

(16. Punktspiel)

Nachwuchsspieler geben Hoffnung

SC Union verlor in Gudow mit sehr viel Pech beide Punkte

(mth) Der Bezirksliga-Mannschaft des SC Union Oldesloe ist in dieser Saison nun wirklich nicht vom Glück verfolgt. Beim TSV Gudow bot die Mannschaft ihre beste Leistung seit langer Zeit. Durch einen Treffer des aus der A-Jugend freigeholten Ostermann führten die Oldesloer bis zur 72. Minute völlig verdient mit 1:0, aber im Schlußspurt schafften die Gudower dann doch noch einen überaus schmeichelhaften 2:1-Erfolg, der den Leistungen der Begegnung in keiner Weise gerecht wurde.

Die Unioner fanden sich mit den widrigen Bodenverhältnissen in Gudow nämlich wesentlich besser ab als die Gastgeber und hatten 80 Minuten lang das Heft fest in der Hand. Mit Leistungen wie am Sonntag muß ein Abstieg aus der Bezirksliga nur ein Jahr nach dem Landesliga-Abstieg noch lange keine beschlossene Sache sein.

Um nach dem verkorksten Verlauf der bisherigen Saison das Unheil noch abzuwenden, haben Trainer Heinz Borrek und die Spartenleitung nun einen letzten Rettungsanker geworfen. Aus der von Rainer Papin trainierten A-Jugendmannschaft, die in der Leistungsklasse der A-Jugend Segeberg/Stormarn eine gute Rolle spielt, sind vom Verband vier Spieler vorzeitig für die Ligamannschaft freigeholt worden.

Diese sollen zwar nicht geballt in der Bezirksliga-Mannschaft eingesetzt werden, schon um nicht die A-Jugend über Gebühr zu schwächen, aber neue Impulse erhofft man sich von ihrem Einsatz doch. Jetzt waren dabei in Gudow schon gute Ansätze zu sehen. So kam Ostermanns Tor nicht ganz von ungefähr und auch Hallier, der 65 Minuten lang mitmischte, ehe ihn La Porte ersetzte, machte keine schlechte Figur.

TSV Gudow: Schütt, O. Hillmann, Hoffmann, R. Scharnweber, Hornig, Eichhorst, Dehring, Burrneister, A. Hillmann, Börglin, Ludwig (46. D. Scharnweber).

SC Union Oldesloe: Spieler, Schwarz, Völzke, Michael Petzold, Peter Petzold, Gossow, Eisenhuth, Thom, Stobbe, Ostermann, Hallier (65. La Porte).

Tore: 0:1 Ostermann (38.), der eine Kombination zwischen Thom, Stobbe und Gossow mit einem unhaltbaren 18-Meter-Schuß abschloß; 1:1 A. Hillmann (72.) mit Kopfball, als die Union-Abwehr zu weit aufgerückt war; 2:1 D. Scharnweber (85.), der entschlossen zupackte, als im Union-Mittelfeld ein Ball vertändelt wurde.

Schiedsrichter: Urbanski (Phönix Lübeck) mit tadelsfreier Leistung, obwohl sein Amt bei den widrigen Bodenverhältnissen sicherlich nicht leicht war.

Zuschauer: Knapp 100.

Die Oldesloer, die am letzten Sonntag bei ihrem ersten Auftritt in diesem Jahr noch so sehr enttäuscht hatten, waren in Gudow einfach nicht wiederzuerkennen. Die Mannschaft spielte auf dem aalglatten und rutschigen Boden gradlinig und hatte das Heft fest in der Hand. Von den beiden Youngstern im Angriff gingen dabei positive Impulse aus.

Die Gudower jedenfalls hatten es ihrem ausgezeichneten Torhüter zu verdanken, daß sie nicht viel früher und viel deutlicher als durch den Treffer von Ostermann in der 38. Minute in Rückstand gerieten. Gossow, Hallier und Ostermann jedenfalls hatten ein paar saftige Chancen, die gut zu weiteren Treffern hätten führen können, wäre Schütt nicht so sehr auf Draht gewesen.

In der zweiten Halbzeit erkämpften sich die Gastgeber zwar ein paar mehr Spielanteile und durch Dehring und Burmeister auch ein paar Chancen, die Mehrzahl der Möglichkeiten aber blieb hei den Unionern. Das Ausgleichstor war deshalb für die Gudower schon ziemlich glücklich, aber einen Knacks bekam das Union-Spiel erst acht Minuten später, als sich Thom eine Zeitstrafe einhandelte.

Nun geriet der Gast aus Stormarn echt unter Druck und das 2:1 ließ dann ja auch nicht lange auf sich warten. Aufgeben taten die Unioner aber dennoch nicht. Noch in der Schlußrninute hatte Ostermann eine gute Chance. Aber es sollte nicht sein, Schütt parierte auch diesen Schuß bravourös und besiegelte damit die überaus unglückliche Niederlage der Oldesloer.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.1.1984

 

Sonnabend, 4. Februar 1984

SV Eichede ist im Kreisderby beim SC Union klarer Favorit

(mth) Im Oldesloer Kurparkstadion steigt morgen um 15 Uhr das zweite Kreisderby dieser Saison in der Bezirksliga Lübeck zwischen dem SC Union Oldesloe und dem SV Eichede. Die Voraussetzungen, mit denen beide Mannschaften in dieses von Stormarns Fußballfreunden mit Spannung erwartete Spiel gehen, sind höchst unterschiedlich.

Die Gäste aus Steinburg haben sich nach einem Fehlstart ganz zu Saisonbeginn inzwischen zu einer ausgesprochenen Spitzenmannschaft herausgemacht. Mit nur zwölf Minuspunkten haben die Eicheder zusammen mit dem TSV Travemünde und TS Bad Bramstedt die wenigsten Verlustpunkte auf ihrem Konto, und natürlich denkt man in Richtung Meisterschaft und Aufstieg in die Landesliga.

Nicht, daß man es von der Truppe von Trainer Paul Löper nun unbedingt verlangen wollte – das wäre für einen Aufsteiger wohl zu vermessen –, aber in Kauf würde man eine solche Konstellation schon nehmen. Um weiter auf Kurs zu bleiben, ist ein Sieg beim derzeitigen Schlußlicht Union Oldesloe unbedingt eingeplant.

Zumal Trainer Paul Löper voraussichtlich aus dem Vollen schöpfen kann, sieht man einmal davon ab, daß hinter einem eventuellen Einsatz von Thomas Nossol aus Verletzungsgründen noch ein Fragezeichen steht. Daran beißt keine Maus einen Faden ab: Der SVE ist für das morgige Spiel eindeutiger Favorit.

Dem SC Union kann dieses nur recht sein. Die Mannschaft steht inzwischen das Wasser bis zum Hals und es spricht einiges dafür, daß eine zweiter Abstieg in Folge nur schwer noch zu vermeiden ist. Aber bei den Oldesloern hat man die Flinte noch lange nicht ins Korn geworfen. Der Leistungsanstieg der Mannschaft am letzten Wochenende in Gudow gegenüber dem Heimspiel gegen Henstedt/Rhen war trotz der unglücklichen Niederlage unverkennbar, und der Einbau neuer Nachwuchskräfte, die vorzeitig aus der A-Jugend freigeholt wurden, gibt neue Hoffnung.

Dazu haben Kreisderbys, aus welchen Gründen auch immer, ihre eigenen Gesetze. Das hat das Hinspiel deutlich gemacht, als die Unioner dem SVE ein Remis abtrotzten. Und daß auch die Eicheder nur mit Wasser kochen, war zuletzt gegen Eintracht Hubertus zu sehen, als die Truppe zur Halbzeit am Rande einer Niederlage stand. So gesehen darf man auch für morgen auf eine spannende Partie hoffen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.2.1984

 

Sonntag, 5. Februar 1984

Union Oldesloe – SV Eichede ausgefallen

(Punktspiel)

 

Sonnabend, 11. Februar 1984

Beim TSV Travemünde ist der SC Union krasser Außenseiter

(mth) Ein ganz dicker Brocken kommt am Wochenende auf den Oldesloer Fußball-Bezirksligisten SC Union zu. Die Truppe von Trainer Heinz Borrek tritt am Sonntag um 14.30 Uhr beim derzeitigen Tabellenführer TSV Travemünde an.

Klar daß die Stormarner, die zur Zeit das Tabellenende zieren, an der Ostseeküste nur ganz krasser Außenseiter sind. Aber vielleicht hat ja gerade diese Ausgangsposition für die Stormarner Kreisstädter ihr Gutes. Die Mannschaft kann trotz ihrer prekären Lage im Abstiegskampf ganz locker und unbeschwert auftreten, denn in Travemünde hat sie nun wirklich nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen.

Was beileibe nicht heißen soll, daß wir die Travemünder für unverwundbar halten. Im Gegenteil: Die Truppe um Spielertrainer Werner Jätschmann, der im nächsten Spieljahr den Verbandsligisten VfB Lübeck als Coach übernehmen wird, hat in den letzten Wochen Federn lassen müssen, was auch mit dem Bekanntwerden des bevorstehenden Wechsels ihres Trainer zusammenhängen mag. Aber die Mannschaft war im Hinspiel den Unionern so haushoch und deutlich überlegen, daß an ihrer Favoritenrolle deswegen nichts zu rütteln ist.

Die Oldesloer selbst haben bei ihren beiden Rückrundenauftritten – die Mannschaft hat zusammen mit dem TSV Schlutup bisher die wenigsten Spiele – zwei verschiedene Gesichter gezeigt. Bei der 0:1-Heimniederlage gegen Henstedt/Rhen enttäuschte die Truppe einmal mehr ihre Anhänger, beim TSV Gudow dagegen bot sie eine ihrer besten Saisonleistungen und kassierte eine äußerst unglückliche 1:2-Niederlage.

Kann die Mannschaft um Kapitän Jörg Gossow morgen in Travemünde an diese Leistung anknüpfen und hält sie mit allen Spielern auch 90 Minuten lang durch, kann sie sich sicher anständig aus der Affaire ziehen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.2.1984

 

Sonntag, 12. Februar 1984

TSV Travemünde – Union Oldesloe 6:0 (3:0)

(17. Punktspiel)

0:6-Schlappe beim TSV Travemünde

Einige Union-Spieler haben den Ernst der Lage offenbar noch nicht begriffen

(mth) Das erhoffte kleine Fußballwunder für den SC Union Oldesloe beim Bezirksliga-Spitzenreiter TSV Travemünde ist ausgeblieben. Die Oldesloer, die sich vorgenommen hatten, aus verstärkter Abwehr heraus ein Remis anzupeilen, erlitten mit 0:6 (0:3) eine neue derbe Niederlage und es bleibt wirklich abzuwarten, ob die Truppe aus dem Oldesloer Kurparkstadion diesen neuerlichen Nackenschlag noch einmal ungerührt wegstecken kann.

Das Konzept der Oldesloer ging schon nach gut einer Viertelstunde in die Brüche, als den Travemündern zwei Treffer innerhalb weniger Sekunden gelangen. Die Partie war damit praktisch schon entschieden und den Oldesloern kam es in der Folgezeit eigentlich nur noch darauf an, den Rückstand in Grenzen zu halten.

Bis zur 74. Minute gelang dieses dann auch einigermaßen, denn die Platzherren kamen bis zu diesem Zeitpunkt nur noch zu einem Treffer, aber in der Schlußphase brach das Unheil dann noch einmal geballt über den Stormarnern zusammen.

Die Schar derer, die bei den Oldesloern jetzt noch an den Klassenerhalt glauben, wird langsam immer geringer. Nachteilig für die Mannschaft macht sich unter anderem bemerkbar, daß eine ganze Reihe von Spielern – dazu gehören auch solche, die als Leistungsträger der Mannschaft angesehen werden – den Ernst der Lage noch immer nicht begriffen haben. Mit ihrer vierjährigen Landesliga-Erfahrung im Rücken sind sie der Meinung, in der Bezirksliga „mit links“ mitmischen zu können, ohne zu merken, daß das Schiff, auf dem sie sich aufhalten, schon fast gesunken ist.

TSV Travemünde: H. Rahn, Cords, Benthien, Schönhoff, Jätschmann (32. Roeske), Engels, Schmiedeburg, U. Fischer, Röseler, O. Fischer, J. Rahn (80. Studt).

SC Union Oldesloe: Spieler, Michael Petzold, Schwarz, Völzke, Peter Petzold, Gossow (32. Maresch), Thom, Eisenhuth, Schönfeldt (68. Marschalkowski), Reek, La Porte.

Tore: 1:0 U. Fischer (15.) nach einer gelungenen Angriffskombination; 2:0 J. Kahn (16.), als die Union Abwehr den Schock vorn ersten Gegentor noch nicht überwunden hatte; 3:0 Röseler (39.), der in einem Gewühl vor dem Union-Tor die Übersicht behielt; 4:0 J. Kahn (74.), der eine Unstimmigkeit zwischen Schwarz und Spieler ausnutzte; 5:0 Röseler (84.) mit strammem Schuß; 6:0 Röseler (89.) nach gelungener Kombination.

Schiedsrichter: Rosenfeld (Ahrensbök) mit einer guten Leistung.

Zuschauer: 150.

Die Travemünder zeigten in dieser Partie von Anfang an, wer Herr im Hause ist und ließen den Oldesloern nicht die Spur einer Chance. Der Doppelschlag in der 15./16. Minute entschied das Spiel dann schon endgültig. Nie hatte man in der Folgezeit das Gefühl, die Oldesloer könnten einen ernsthaften Versuch unternehmen, das Blatt noch einmal zu wenden.

Ihre beste Phase hatten die Unioner noch in der ersten halben Stunde nach der Pause, als sie mit den Travemündern ebenbürtig waren, ohne daß sie sich allerdings nennenswerte Torchancen erspielten. Als dann Torhüter Spieler – zusammen mit den Brüdern Petzold sonst noch eine der Stützen der Mannschaft – und Schwarz das Mißgeschick unterlief, das zum vierten Travemünder Treffer führte, resignierte die Oldesloer Mannschaft endgültig und ließ zu, daß aus einer Niederlage in erträglichen Grenzen, mit der man als Realist wohl hatte rechnen müssen, noch eine mittlere Katastrophe wurde.

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.2.1984

 

Sonnabend, 18. Februar 1984

Schafft SC Union in Bad Bramstedt eine Sensation?

(mth) Für die Bezirksliga-Mannschaft des SC Union Oldesloe ist es nun langsam wirklich „fünf Minuten vor zwölf“. Spätestens seit der erneut so deutlichen 0:6-Niederlage der Mannschaft am letzten Wochenende beim TSV Travemünde muß auch der letzte Optimist im Lager der Mannen vom Oldesloer Kurparkstadion einsehen, daß der Klassenerhalt in der Bezirksklasse am seidenen Faden hängt.

Die Mannschaft wird sich unglaublich steigern müssen, wenn der zweite Abstieg in Folge noch vermieden werden soll. Die Truppe von Trainer Heinz Borrek wird zu ganzen Siegesserien ansetzen müssen – noch stehen für sie ja 13 Begegnungen aus –‚ wenn das rettende Ufer noch erreicht werden soll. Und es werden dabei ein paar Siege sein müssen, in denen die Oldesloer nur ganz krasse Außenseiter sind und für die niemand eine Mark für sie verwetten würde.

Eine solcher Begegnungen ist am morgigen Sonntag wieder einmal fällig. Die Oldesloer müssen bei TS Bad Bramstedt antreten und sind dort nur ganz krasser Außenseiter. Auch wenn die Kurstädter inzwischen seit dem glänzenden Saisonstart – die Mannschaft führte viele Wochen die Tabelle an und schien der Konkurrenz auf und davon zu laufen – erheblich nachgelassen haben und bis auf die morgige Partie ganz klar favorisiert werden.

Noch hat man in Bad Bramstedt die Hoffnung auf Meisterschaft und Aufstieg nicht ganz abgeschrieben und ein deutlicher Sieg über den SC Union Oldesloe wäre sicherlich ein gutes Sprungbrett für einen Ausweg aus der Formkrise.

Aber ein solches Sprungbrett wollen die Unioner natürlich nicht abgeben. Aber sie werden diese Rolle nur dann dankend ablehnen können, wenn die Mannschaft vom ersten bis zum letzten Mann den Ernst der Lage erkannt hat und entsprechenden Einsatz über volle 90 Minuten zeigt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 18.2.1984

 

Sonntag, 19. Februar 1984

Bramstedter TS – Union Oldesloe 2:3 (0:2)

(18. Punktspiel)

Toller 3:2-Erfolg in Bad Bramstedt

Noch hat der SC Union Oldesloe die Flinte nicht ins Korn geworfen

(mth) Der Oldesloer Fußball-Bezirksligist SC Union Oldesloe hat die Flinte noch lange nicht ins Korn geworfen. Am letzten Sonntag nach der deprimierenden 0:6-Niederlage beim TSV Travemünde haben sich Mannschaft, Trainer und Spartenleitung noch einmal zusammengesetzt und die angespannte Lage analysiert. Und diese Unterredung hat ganz offensichtlich Früchte getragen.

Zunächst einmal in Sachen Moral und Spielauffassung. Mannschaft und Mannschaftsführung haben sich in die Hand versprochen, die Ärmel noch einmal gemeinsam auf' zu krempeln und alles menschenmögliche zu tun, um dem Abstieg – es wäre für die Rot-Schwarzen der zweite in Folge und für Mannschaft wie Verein sicherlich nicht leicht zu verdauen – doch noch zu entgehen.

Nun bekam diesen neuen „Geist“ der Union-Mannschaft als erstes die Turnerschaft aus Bad Bramstedt zu spüren. Realisten hatten für die Oldesloer keine Chance in der Kurstadt gesehen. Aber die Mannschaft strafte alle pessimistischen Vorhersagen Lügen, und holte einen sensationellen 3:2 (2:0)-Erfolg.

So überraschend wie das Endergebnis war dabei der Spielverlauf. Die Oldesloer führten zur Pause durch Treffer von Thom und Völzke mit 2:0. Zwischen der 68. und 83. Minute schafften die Bramstedter dann den Ausgleich zum 2:2. Danach erwarteten die Zuschauer und auch die Spieler der Gastgeber, die Unioner würden nun in ihrem Widerstand zusammenbrechen und „klein beigeben“, aber die Moral der Stormarner war von diesen beiden Rückschlägen nicht zu brechen. Sie fighteten entschlossen zurück, und kamen durch einen Treffer von Gossow drei Minuten vor Schluß noch zum verdienten 3:2-Erfolg.

TS Bad Bramstedt: Poggensee, Kallenich (46. Dassau), Beetmann, Blume, Liesener, Käselau, Malast, Granitzni, Bollmann, Feger, Johannesson.

SC Union Oldesloe: Spieler, Schwarz, Eisenhuth, Michael Petzold, Peter Petzold, Maresch, Hallier (83. La Porte), Thom, Gossow, Völzke, Reek.

Tore: 0:1 Thom (9.), der eine Flanke von Eisenhuth unhaltbar verwandelte; 0:2 Völzke (25.) nach Vorarbeit von Thom; 1:2 Käselau (68.), der einen Freistoß mit dem Kopf ins Tor verlängerte; 2:2 Käselau (83.) mit einem geschickten Heber von der Strafraumgrenze; 2:3 Gossow (87.), der mit einem Paß in halblinker Position auf und davon ging, mehrere Bramstedter Spieler aussteigen ließ und aus rund elf Metern Entfernung unhaltbar einschoß.

Schiedsrichter: Redetzki (Lübeck) mit einer guten Leistung.

Zuschauer: Rund 100.

Die Unterredung im Union-Lager hatte nicht nur, was die Moral der Mannschaft angeht, Folgen nach sich gezogen, auch für die Mannschaftsaufstellung und Gruppierung der Truppe hatte man aus der offenen Aussprache neue Rückschlüsse gezogen.

So wurde Eisenhuth wieder – wie zu Saisonbeginn – aus der vordersten Linie in die Abwehrkette zurückbeordert, dafür agiert nun Gossow als eine von zwei Sturmspitzen (neben Reek) im Angriff. Im breiten Mittelfeld wurde Thom von allen defensiven Aufgaben befreit und zeichnet nun nur noch für den „Vorwärtsgang“ verantwortlich.

Dieses neue Konzept hatte in der ersten Halbzeit in Bad Bramstedt durchschlagenden Erfolg. Der Gastgeber unterschätzte die Unioner ganz offensichtlich. Mit Unterstützung des Windes im Rücken stürmten die Bramstedter zwar fast pausenlos, aber sie konnten die diesmal sattelfeste Union-Abwehr nicht aus den Angeln heben.

Ganz anders die Oldesloer! Nicht viel mehr als vier ernsthafte Konterangriffe inszenierte die Mannschaft in der ersten Halbzeit, aber exakt die Hälfte davon führte zum Erfolg. Angesichts der sonstigen geradezu sprichwörtlichen Schwächen der Unioner im Ausnutzen von Torchancen wirklich eine sensationelle Ausbeute.

In der zweiten Halbzeit hatten die Oldesloer, obwohl nun mit dem recht starken Wind als Bundesgenossen, alles auf eine Sicherung ihres Vorsprungs eingerichtet, denn sie wollten den Bramstedtern nicht ins offene Messer laufen. Dieses Konzept ging aber nur bis zur 68. Minute auf. Maresch hatte kurz zuvor eine Zeitstrafe aufgebrummt bekommen und prompt gelang den Gastgebern, die durch Dassau ihren Angriff erheblich verstärkt hatten, der Anschlußtreffer.

Als dann sieben Minuten vor dem Abpfiff sogar noch der Ausgleich fiel, schienen alle Anstrengungen der Unioner „für die Katz“ gewesen zu sein, aber glücklicherweise hatten dann die Fußballgötter doch noch ein Einsehen, und bescherten den Oldesloern den verdienten Sieg.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.2.1984

 

Sonnabend, 25. Februar 1984

Schafft der SC Union auch in Lensahn eine Überraschung?

(mth) Ihr drittes Auswärtsspiel in Folge hat morgen um 14.30 Uhr die Bezirksliga-Mannschaft des SC Union Oldesloe zu bestreiten. Die Mannschaft von Trainer Heinz Borrek muß beim TSV Lensahn antreten und hofft natürlich, an den großartigen Sieg vom letzten Wochenende in Bad Bramstedt anknüpfen zu können. Der völlig unerwartete 3:2-Erfolg, der mit bewundernswerter Moral erkämpft wurde, hat im Lager der Mannschaft vom Kurparkstadion natürlich wieder neue Hoffnungen in Richtung Klassenerhalt geweckt.

Der neue Schwung und Elan, den man sich in einer Krisensitzung nach der 0:6-Niederlage vor zwei Wochen in Travemünde in die Hand versprochen hatte, hat durch den Erfolg in Bad Bramstedt natürlich Auftrieb erhalten, aber Illusionen sollte sich deshalb im Lager der Rot-Schwarzen niemand hingeben. Der Weg bis zum Klassenerhalt ist noch weit und steinig und nur wenn die Mannschaft noch eine ganze Reihe solcher Siege herausholt, wird sie noch eine reelle Chance haben.

Schon morgen in Lensahn ist die Aufgabe wahrlich nicht von schlechten Eltern. Als Aufsteiger haben sich die Lensahner als eindeutige Bereicherung für die Bezirksliga erwiesen. Mit 20:22 Punkten nehmen sie zur Zeit einen gesicherten Mittelplatz ein und 49 schon erzielte Treffer weisen ihren Angriff als einen der gefährlichsten der Klasse aus. Nur Spitzenreiter TSV Travemünde und TS Bad Bramstedt haben mehr Treffer als die Ostholsteiner erzielt.

Die Oldesloer dagegen sind trotz ihrer drei Tore am letzten Wochenende mit nur 22 Treffern noch immer am Ende dieser Rangliste angesiedelt. Schon das mag die Schwere der Aufgabe der Unioner verdeutlichen, und wenn man dann noch dazu bedenkt, daß zuletzt selbst der SV Eichede, der ja immerhin zu den Meisterschaftskandidaten zählt, in Lensahn mit 1:2 verlor, kann man bei realistischer Betrachtungsweise die Chancen der Unioner nicht als besonders hoch ansehen.

Aber ähnlich war die Ausgangslage ja am letzten Sonntag. Vielleicht gelingt ja eine neue positive Überraschung. Es muß ja nicht unbedingt ein Sieg sein – gegen den natürlich nichts einzuwenden wäre –‚ auch ein Remis wäre schon ein schöner Mutmacher.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.2.1984

 

Sonntag, 26. Februar 1984

TSV Lensahn – Union Oldesloe 6:1 (2:1)

(19. Punktspiel)

1:6 bei TSV Lensahn

SC Union hielt nur eine Halbzeit mit

(mth) Der Aufschwung des SC Union Oldesloe in der Fußball-Bezirksliga Lübeck hat nicht lange vorgehalten. Eine Woche nach dem großartigen 3:2-Erfolg bei der Turnerschaft aus Bad Bramstedt gab es für die Truppe von Trainer Heinz Borrek beim TSV Lensahn wieder einen bösen Rückschlag.

Nur eine Halbzeit lang konnten die Oldesloer mit den Ostholsteinern wenigstens in etwa mithalten. Sie lagen zwar auch schon zur Pause mit 1:2 im Rückstand, aber das Verhängnis brach erst in der zweiten Spielhälfte noch richtig über ihnen zusammen. Die Lensahner steigerten sich nämlich in einen wahren Spielrausch und „schossen“ die Unioner noch regelrecht „ab“. Am Ende hatten sie die Partie schließlich mit 6:1 gewonnen und niemand im Lager der Stormarner hatte Grund, sich über die Höhe der Niederlage zu beschweren. Im Gegenteil: Die Stormarner konnten am Ende von Glück sagen, die Partie nicht noch deutlicher verloren zu haben.

Nun mußte man im Lager der Unioner sicherlich auch vor diesem Spiel mit einer Niederlage kalkulieren, so daß Rettungskonzepte deswegen nicht unbedingt ganz über den Haufen geworfen sein müssen. Aber natürlich muß die Deutlichkeit der Niederlage zu denken geben. Sicherlich, die Truppe vom Oldesloer Kurparkstadion hat auch die 0:6-Schlappe vor zwei Wochen in Travemünde weggesteckt und verdaut, wie schon so manchen anderen Rückschlag in dieser Saison.

Aber von Niederlage zu Niederlage wird es natürlich schwerer, Moral und Selbstbewußtsein der Mannschaft neu aufzubauen und die Spieler neu zu motivieren. Wir legen den Unionern gewiß nicht nahe, nun etwa das Handtuch zu werfen. So lange noch eine Chance zum Klassenerhalt besteht, so lange werden wir der Mannschaft auch zur Seite stehen und ihren Überlebenswillen anerkennen.

Nur warnen wir, die Hoffnungen im Union-Lager allzu hoch zu schrauben. Den Fehler, einen Klassenabstieg nur als einen „Betriebsunfall“ anzusehen, den man „mit links“ wieder ausbügeln kann, hat man schon vor einem Jahr gemacht. Um die anhaltende Misere wirklich zu beheben, wird man eine genaue und kritische Analyse erstellen müssen, damit eine Wende zum Besseren dann auch wirklich grundlegend erfolgen kann.

TSV Lensahn: Frank, Kuhlmann, Wittern (46. Klüver), Irmler, Schöning, Sielaff, Mougin (46. Schröder), Steffen, Behrens, Ippig, Radtke.

SC Union Oldesloe: Spieler, Schwarz, Eisenhuth, Michael Petzold, Peter Petzold, Gossow, Thom (60. Stobbe), Völzke, Maresch (58. Rausch), Hallier, Reek.

Tore: 1:0 Ippig (10.) nach einem Freistoß von Radtke; 2:0 Maresch (35.) mit einem unglücklichen Eigentor; 2:1 Thom (41.), der einen Fehler von Irmler ausnutze und dessen Schuß zusätzlich noch abgefälscht wurde; 3:1 Radtke (59.), der seinem Gegenspieler Schwarz einfach davon lief; 4:1 Behrens (60.) mit unhaltbarem Schuß; 5:1 Radtke (84.) im Nachschuß; 6:1 Behrens (90.) wieder mit unhaltbarem Schuß.

Schiedsrichter: Grundt (FSV Lübeck) mit sehr guter Leistung.

Zuschauer: Rund 100.

Die Oldesloer standen in dieser Partie völlig auf verlorenem Posten. Normalform erreichten mit Torhüter Peter Spieler und den Gebrüdern Petzold in der Innenverteidigung eigentlich nur drei Spieler. Ihnen war es vor allem in der zweiten Halbzeit zu verdanken, daß die Niederlage nicht noch höher ausfiel. Deprimierend genug war sie ja auch so schon. Alle anderen Union-Spieler waren entweder wie Schwarz gegen den gefährlichen Radtke überfordert oder einfach völlig außer Form.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.2.1984

 

Sonnabend, 3. März 1984

SC Union: Sieg gegen Ratekau würde neue Hoffnung bringen

(mth) Gänzlich abgehärtet müssen im Lauf der letzten eineinhalb Jahre auch die eingefleischtesten Fans des Oldesloer Fußball-Bezirksligisten SC Union Oldesloe geworden sein. Die Wechselbäder der Gefühle, die ihnen die Mannschaft mit ihren Auftritten zumutet, sind kaum noch zu zählen, und wer einmal ehrlich Bilanz macht, muß dabei zugeben, daß die Anzahl der „kalten Duschen“ ein erträgliches Maß für empfindsame Gemüter überschritten hat.

Die letzten drei Spiele der Unioner – durchweg auswärts – waren dafür symptomatisch. Vor drei Wochen gab es bei Spitzenreiter so derb „Prügel“, daß sich Trainer, Spieler und Spartenleitung zu einer Krisensitzung an einen Tisch setzten. Mit gutem Erfolg wie es schien, denn die Mannschaft ließ einen sensationellen Erfolg in Bad Bramstedt folgen, bei dem die Truppe zudem noch glänzende Moral bewies, weil sie sich in der Schlußphase ein Spiel noch einmal umdrehte, das nach dem Verlust eines 2:0-Vorsprungs schon verloren schien.

Aber der neue „Union-Look“ hielt nur eine Woche lang. Am letzten Wochenende war es nur noch ein Häuflein von drei. Aufrechten – Peter Spieler, Michael Petzold und Peter Petzold –, das sich in Lensahn gegen eine neuerliche Schlappe stemmte. Ohne Erfolg im übrigen, denn das Spiel brachte mit 1:6 wieder eine Niederlage, die deprimieren muß.

Denkbar unangenehm stellen wir uns die Aufgabe von Trainer Heinz Borrek vor. Wie ist eine Mannschaft nach so vielen bitteren Rückschlägen noch zu motivieren? Aber Borrek ist in seiner langen aktiven Zeit immer ein aufrechter Kämpfer gewesen, der die Flinte nie vorzeitig ins Korn warf. Noch hat er auch jetzt die Hoffnung auf den Klassenerhalt nicht aufgegeben und setzt auch für die Begegnung morgen um 15 Uhr im Kurparkstadion gegen den TSV Ratekau auf Sieg, um wieder eine Basis für neue Hoffnung zu bauen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 3.3.1984

 

Sonntag, 4. März 1984

Union Oldesloe – TSV Ratekau ausgefallen

(Punktspiel)

 

Sonnabend, 10. März 1984

SV Breitenfelde wird für den SC Union zu stark sein

(mth) Fußball-Bezirksligist SC Union wird in seiner Heimatstadt Bad Oldesloe langsam zu einem „Unbekannten“. Spielausfälle in den letzten beiden Monaten – bei denen der miserable Grandacker im Kurparkstadion immer als erster „Ik bün dorbi“ schreit – und ein Terminplan, der ohnehin für diese Wochen eine Ballung von Auswärtsspielen für die Truppe von Trainer Heinz Borrek vorgesehen hat, haben dafür gesorgt, daß sich die Schwarz-Roten in Oldesloe in Punktspielen rar machen mußten.

Mit der Anhäufung von Auswärtsspielen – morgen um 15 Uhr steigt in Breitenfelde das vierte in Folge – haben sich die Chancen der Unioner auf den Klassenerhalt nicht gerade erhöht. Den Stormarnern steht mit nur elf Pluspunkten das Wasser im Abstiegskampf bis zum Hals und bis zum 13. Tabellenplatz, den zur Zeit Rot-Weiß Moisling einnimmt und der auch nur unter Umständen das rettende Ufer bedeutet, ist es inzwischen schon eine Kluft von drei Pluspunkten.

Eine nicht unüberwindliche Kluft sicherlich, wohl aber eine respektable Distanz, zumal man bei realistischer Betrachtung davon ausgehen muß, daß sie am Wochenende eher größer als kleiner werden wird. Auf den SV Breitenfelde nämlich treffen die Oldesloer zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.

Gerade erst am letzten Wochenende hat die Mannschaft aus dem Nachbarkreis Lauenburg die Tabellenspitze erklommen, und nicht wenige Kenner meinen, daß sich damit die aktuell stärkste Bezirksliga-Mannschaft an die Spitze gesetzt hat.

Ausgerechnet vom Abstiegskandidaten SC Union wollen sich die Breitenfelder nun natürlich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Noch dazu nicht auf eigenem Platz. Dementsprechend sind die Stormarner morgen nur ganz krasse Außenseiter, die nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen haben.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.3.1984

 

Sonntag, 11. März 1984

Breitenfelder SV – Union Oldesloe 3:1 (1:1)

(20. Punktspiel)

1:3, aber die Oldesloer hielten in Breitenfelde lange sehr gut mit

(mth) Die Bezirksliga-Mannschaft des SC Union Oldesloe zog sich bei Spitzenreiter SV Breitenfelde recht achtbar aus der Affäre, konnte aber am Ende mit 1:3 (1:1) die erwartete Niederlage doch nicht abwenden. Bis zur 70. Minute hielt die Truppe von Trainer Heinz Borrek bei den Breitenfeldern ein 1:1-Unentschieden, ehe sie durch einen – allerdings berechtigten – Foulelfmeter ins Hintertreffen geriet.

Die Bemühungen, danach den Spieß noch einmal umzudrehen, erhielten schon nach fünf Minuten den entscheidenden Dämpfer, als die Breitenfelder auch noch das 3:1 erzielten. Die Aussichten waren ohnehin nicht sonderlich gut gewesen, denn Schwarz, der den Elfmeter verursacht hatte, hatte sich danach mit dem Schiedsrichter angelegt und war mit einer Zehn-Minuten-Zeitstrafe belegt worden.

Trotz der Niederlage haben die Oldesloer in Breitenfelde gewiß nicht enttäuscht. Die Aussichten der Mannschaft, noch einmal Anschluß an die vor ihnen liegenden Mannschaften zu finden und dem zweiten Abstieg in Folge zu entgehen, sind durch diese Niederlage natürlich nicht gewachsen, aber aufgegeben hat man sich im Oldesloer Kurparkstadion deshalb auch noch nicht. Von den zehn noch ausstehenden Spielen haben die Unioner nun noch acht vor eigenem Publikum und dort erhofft man sich noch die Wende zum Guten.

SV Breitenfelde: Bebensee, Kasper, Fröhlich, Mai, Bruhn, Pusch (80. Böhnke), Clausen (65. Krause), Jenß, Gehring, Diesel, Maeder.

SC Union Oldesloe: Spieler, Schwarz, Völzke, Michael Petzold, Peter Petzold, Gossow, Hallier, Pophal, Reek, Thom, Eisenhuth (75. Maresch).

Tore: 1:0 Pusch (30.), als die Union-Abwehr in einer an sich harmlosen Situation nachlässig agierte und Torhüter Spieler zu spät eingriff; 1:1 Peter Petzold (34.) mit einem direkt verwandelten Freistoß aus gut 20 Metern Entfernung; 2:1 Jenß (70.) mit Foulelfmeter, den Schwarz an Krause verursachte; 3:1 Krause (75.), der einen Konterangriff gegen die entblößte Union-Abwehr erfolgreich abschloß.

Schiedsrichter: Buch (TSV Nahe) mit einer befriedigenden Leistung.

Zuschauer: 200.

Die Oldesloer begannen die Partie sehr verhalten und beschränkten sich bis zum Führungstor der Gastgeber fast ausschließlich auf die Abwehr. Nach dem 0:1 machten sie aber Dampf, zumal zu erkennen war, daß auch die hochgelobten Breitenfelder nur mit Wasser kochten. Der Ausgleich ließ auch nicht lange auf sich warten, und mit ein wenig mehr Glück hätte Thom vor dem Wechsel seine Elf sogar noch in Führung gebracht.

Nach der Pause drehten die Platzherren dann mehr auf, aber auch Union legte an Einsatz noch zu und die Partie wurde zusehends härter. Jens und Pophal gerieten sich dabei in der 55. Minute in die Haare und wurden zur Abkühlung für je zehn Minuten vom Platz gestellt. In der Phase „zehn gegen zehn“ hatten die Unioner mehr vom Spiel und Nachwuchsmann Hallier verpaßte nur denkbar knapp die Führung, als er aus kaum sechs Metern Entfernung das Tor nicht traf.

Aber wieder komplett, schafften die Breitenfelder dann fünf Minuten später durch den von Schwarz verursachten Foulelfmeter doch die Führung. Hopfen und Malz war für die Oldesloer dann verloren, als Hallier eine Minute nach dem Rückstand nur den Pfosten traf. Der Treffer zum 3:1 für die Platzherren war dann nicht viel mehr als ein Schönheitsfehler, denn die Hoffnung auf eine neuerliche Wende hatten die Stormarner schon aufgegeben.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.3.1984

 

Sonnabend, 17. März 1984

Gegen RW Moisling zählt für den SC Union nur ein Sieg

(mth) Die Bezirksliga-Mannschaft des SC Union Oldesloe hat trotz der vielen Rückschläge, die sie in den letzten Wochen und Monaten hinnehmen mußte, ihre Hoffnung auf den Klassenerhalt noch nicht ganz aufgegeben. Hochrechnungen, die natürlich von einer gehörigen Portion Optimismus durchsetzt sind, basieren vor allem darauf, daß die Mannschaft von ihren zehn noch ausstehenden Spielen noch acht im heimischen Kurparkstadion austragen kann.

Den Anfang macht am Sonntag um 15 Uhr die Begegnung gegen Rot-Weiß Moisling. Gerade diese Partie ist für die Unioner ein ausgesprochenes Schlüsselspiel, denn die Lübecker Vorstädter liegen nur einen Platz vor den Stormarnern in der Tabelle. Allerdings haben sie (bei zwei mehr ausgetragenen Spielen) schon fünf Pluspunkte mehr als die Oldesloer auf dem Konto, was deutlich macht, daß der Truppe von Trainer Heinz Borrek nur ein Sieg noch Chancen läßt.

Schon ein Unentschieden, das den Fünf-Punkte-Abstand ja zementieren würde, käme für die Unioner einer Niederlage gleich. Leicht aber wird den Oldesloern ein Sieg mit Sicherheit nicht fallen, auch wenn der Mannschaft am letzten Wochenende bei der 1:3-Niederlage bei Spitzenreiter Breitenfelde durch die Bank eine gute Leistung bescheinigt wurde.

Die Moislinger haben in der Rückrunde nämlich mächtig in ihrer Form angezogen und schon reichlich Pluspunkte gemacht. Am letzten Wochenende stellten sie dazu mit einem 4:1-Erfolg beim TSV Ratekau ihre Auswärtsstärke deutlich unter Beweis.

Die Oldesloer dagegen sind ja auch in Heimspielen im Verlauf dieser Saison noch vieles schuldig geblieben. Die Mannschaft wird vor allem ihre Chancenauswertung erheblich verbessern müssen, wenn aus dem erhofften Sieg auch Wirklichkeit werden soll.

STORMARNER TAGEBLATT vom 17.3.1984

 

Sonntag, 18. März 1984

Union Oldesloe – Rot-Weiß Moisling 2:1 (1:1)

(21. Punktspiel)

2:1-Sieg über RW Moisling

Im Oldesloer Kurparkstadion sind die Hoffnungen wieder größer geworden

(mth) Die Hoffnungen der Bezirksliga-Mannschaft des SC Union, den Klassenerhalt doch noch zu schaffen, erhielten im Kurparkstadion neue Nahrung. Die Serie von Heimspielen – von den letzten zehn Saisonbegegnungen dürfen die Schwarz-Roten acht vor eigenem Publikum austragen – begannen die Oldesloer mit einem 2:1 (1:1)-Erfolg über Rot-Weiß Moisling, Der Erfolg zählt für die Stormarner doppelt, denn die Lübecker gehören zu den wenigen Mannschaften, die von den Unionern noch ein- beziehungsweise überholt werden können.

Übermäßig berauschend war die spielerische Leistung der Unioner zwar über weite Strecken nicht, aber die Mannschaft kämpfte hervorragend und hatte sich am Ende den doppelten Punktgewinn redlich verdient. Über den Berg sind die Oldesloer nach diesem Sieg natürlich noch lange nicht. Die Mannschaft wird Leistungen wie gestern noch häufiger bringen müssen, ja sie nach Möglichkeit noch ein gutes Stück steigern müssen, wenn sie auch die nächsten Heimaufgaben erfolgreich erledigen will. Die Gegner, die noch am Beste-Ufer ihre Visitenkarte abgeben, sind zum Teil nämlich von anderem Kaliber als die Moislinger und nicht alle Gastmannschaften werden mit grollen Torchancen so leichtfertig umgehen wie die Lübecker Vorstädter.

SC Union Oldesloe: Spieler, Schwarz, Michael Petzold, Völzke, Peter Petzold, Gossow, Thom, Pophal, Hallier, Rausch, Eisenhuth.

Rot-Weiß Moisling: Soltau, Behling, Tausendfreund, Denker, Senger, Damke, Mennikus, Pinnenberg, Olschewski (62. Levermann), Harders, Westphal.

Tore: 0:1 Pinnenberg (21.) mit einem herrlichen Freistoß aus gut 20 Metern Entfernung, der über die Union-Mauer segelte und unerreichbar für Spieler im oberen Tordreieck einschlug. Den Freistoß hatte Pophal mit einem unnötigen Foul verursacht; 1:1 Peter Petzold (33.) mit einem nicht weniger schönen Freistoß aus sogar gut 25 Metern Entfernung, der auch unhaltbar war; 2:1 Thom (67.) mit überlegtem Schuß, als Moislings Torhüter einen Schuß von Eisenhuth, der sich stark durchgespielt hatte, nur abklatschen lassen kannte.

Schiedsrichter: Rose (Schnakenburg) mit einer befriedigenden Leistung. Nur Union-Oldtimer Uwe Pophal konnte sich mit ihm nicht anfreunden. Er kassierte eine gelbe Karte und bekam nach zehn Minuten in der zweiten Halbzeit auch noch eine Zeitstrafe.

Zuschauer: Rund 100.

Das Spiel hatte einen außerordentlich elanvollen Beginn. In den beiden ersten Minuten hätte es leicht hüben und drüben schon je einmal „klingeln“ können, aber Westphal und Hallier scheiterten jeweils denkbar knapp. Anschließend bestimmten dann die Gäste für gut 20 Minuten das Geschehen, in Abwehr und Mittelfeld gingen bei den Oldesloern zu viele Bälle zu schnell verloren und die Gäste hatten eine ganze Reihe klarer Chancen.

Schier unvermeidlich schien ein Führungstreffer für die Moislinger in der 20. Minute, als Mennikus die Oldesloer Abwehrspieler wie Slalomstangen umkurvte, auch noch Peter Spieler aussteigen ließ, den Ball dann aber an den Pfosten setzte. Eine Minute später schlug es im Tor von Spieler dann aber doch ein und eigentlich konnte man zu diesem Zeitpunkt nicht mehr viel auf einen Union-Erfolg setzen.

Die Mannschaft wirkte weiterhin zerfahren und hatte außer Kampfgeist nicht viel zu bieten. Der Ausgleich durch den herrlichen Freistoß von Peter Petzold brachte der Mannschaft auch noch nicht volle Sicherheit, aber eine spürbare Verbesserung trat doch ein. Die Mannschaft mit den besseren Torchancen blieb noch geraume Zeit die Gastvertretung. Auch in den ersten 20 Minuten der zweiten Halbzeit noch, zumal die Zeitstrafe von Uwe Pophal die Union-Truppe in Bedrängnis brachte.

Insbesondere Moislings Linksaußen Westphal war nur schwer zu bremsen. Er war es aber, der die größten Chancen kläglich versiebte, wobei er in der 60. Minute Spieler zwar überwunden hatte, aber Michael Petzold, über das ganze Spiel gesehen bester Union-Spieler, köpfte den Ball von der Torlinie. Kaum waren die Oldesloer nach der Zeitstrafe wieder komplett, da gelang ihnen ein herrlicher Konterangriff über Volker Eisenhuth, den schließlich Thomas Thom erfolgreich abschloß.

Von da an änderte sich das Bild dann ziemlich schlagartig. Die Moislinger antworteten, nachdem sie den Schock verdaut hatten, zwar mit wütenden Angriffen, die Mannschaft mit den besseren Chancen aber war nun eindeutig der SC Union. Für Konterangriffe blieb nun genug Raum und am Ende hätten sich die Moislinger nicht beschweren können, wenn ihre Niederlage gar noch deutlicher ausgefallen wäre.

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.3.1984

 

Sonnabend, 24. März 1984

SC Union will nun auch gegen Eintracht Hubertus beide Punkte

(mth) Die Bezirksliga-Mannschaft des SC Union Oldesloe hat nach dem 2:1-Erfolg am letzten Sonntag über Rot-Weiß Moisling wieder Hoffnung geschöpft, dem zweiten Abstieg in Serie doch noch entgehen zu können. Die Hoffnungen beruhen dabei in erster Linie auf der Tatsache, daß die Oldesloer von den letzten neun Spielen noch sieben im eigenen Stadion austragen können, nachdem ja auch schon das Spiel gegen Moisling im Kurparkstadion stattfand.

Nächster Gegner der Truppe von Trainer Heinz Borrek ist Eintracht Hubertus am Sonntag ab 15 Uhr. Die Mannschaft aus dem Lübecker Vorort nimmt zur Zeit den zehnten Tabellenplatz ein und sollte bei schon 22 Pluspunkten mit dem Abstiegskampf nichts mehr zu tun haben. Auch nach vorne haben die Einträchtler keinerlei Ambitionen mehr – auch nicht in Richtung Platzverbesserung, denn viel mehr als der zehnte Rang ist beim besten Willen nicht erreichbar, so daß man im Union-Lager ein wenig darauf hofft, auf einen Gegner zu treffen, der die Angelegenheit nicht mehr allzu verbissen sieht.

Auf die leichte Schulter dürfen die Oldesloer die Aufgabe deshalb aber natürlich auf gar keinen Fall nehmen. Dazu besteht angesichts der bedrohlichen Lage .ohnehin in keiner Begegnung Veranlassung und darüber hinaus war die Leistung am letzten Sonntag trotz des Sieges noch keineswegs dazu angetan, nun alles in rosaroten Farben zu sehen.

Will die Mannschaft noch weitere Erfolge erringen, wird sie sich spielerisch noch erheblich steigern müssen. Ansätze waren in der Schlußphase des Spiels, als man ein paar schöne Konterangriffe zeigte, immerhin vorhanden. Kann die Mannschaft daran auch morgen anknüpfen, ist der angestrebte doppelte Punktgewinn keine Utopie.

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.3.1984

 

Sonntag, 25. März 1984

Union Oldesloe – Eintracht Hubertus 0:0

(22. Punktspiel)

Die Union-Stürmer waren einfach zu schwach

Torloses Remis gegen Hubertus dämpft die Hoffnungen der Oldesloer

(cv) Nur zu einem Punkt reichte es auf dem roten Grand des Kurparkstadions für die Mannschaft des SC Union Oldesloe. Nach einer ausgezeichneten ersten Halbzeit trennten sich Gastgeber und Gäste vom Lübecker Verein Eintracht Hubertus torlos 0:0. Trotz großen Einsatzes und einer Vielzahl zwingender Torchancen wollte dem Oldesloer Gastgeber einfach kein Treffer gelingen. Es schien, als sei das Tor der Lübecker von einer unsichtbaren Wand geschützt.

Allein bis zur 34. Minute hatten die Oldesloer drei Riesenchancen, die „eigentlich gar nicht vergeben werden konnten“. Durch überhastete „Wolkenschüsse“ schafften sie dieses Kunststück aber mühelos. Ihre spielerische Überlegenheit bis zum Pausenpfiff war derart groß, daß man den Gästen auch bei allem Wohlwollen keine richtige Torchance anrechnen konnte. Sie bleiben bereits jenseits des 16-Meter-Raumes in der geschickt operierenden Deckung hängen.

Auch im Mittelfeld reichte es nur u einem „Mitspielen“, nicht jedoch für entscheidende Impulse. Trotzdem boten die Oldesloer zu wenig. Fast einstimmig waren die Zuschauer dieser Meinung. Der Ruf nach effektiv spielenden Stürmern kann beim SC Union nicht mehr lange überhört werden.

SC Union Oldesloe: Spieler, Schwarz, Völzke (71. Rausch), Michael Petzold, Peter Petzold, Gossow, Hallier, Pophal, Reek, Thom, Eisenhuth.

Eintracht Hubertus: Hofmann, Griehl, Quarg, Gusy, Struve, Peschlow, Kelling, Kurze, Sahmkow, Zimmermann, Kautsch.

Schiedsrichter: Menzel (Müssen), der oft sehr kleinlich, aber auch korrekt pfiff.

Zuschauer: Knapp 100.

Schon nach 20 Minuten hatte die Abwehr der Lübecker das Nachsehen. Unbedrängt kam Eisenhuth zum Schuß. Völlig überhastet vergab er aber leider diesen gelungenen Einstieg der Oldesloer. Ähnlich erging es knapp acht Minuten später auch Gossow. Allerdings pfiff sein Ball nicht um Meter am Tor vorbei. Es fehlte höchstens ein halber Meter. Nach einer Vorlage von Uwe Pophal hatte auch Thomas Thom kein Glück. Sein Schuß flog weit über das Tor.

Trotz ihres Mißerfolges rollte der Angriff der Oldesloer pausenlos. Immer wieder fingen sie das Leder bei Angriffsversuchen der Gegner ab und stürmten ihrerseits. Sehr schön, die strikte Beachtung der vorgegebenen Positionen. Das, besonders während der sehr hektischen Schlußminuten, so beliebte „Alle hinter dem Ball hinterher“ praktizierten sie an diesem Tag nicht. Über die Flügel rollten die Aktionen, um dann plötzlich in druckvolle Angriffe durch die Mitte des Feldes zu münden. Immer zogen die Spieler dabei die Abwehr der Lübecker auseinander, öffneten sich Schußchancen.

Thomas Thom erinnerte sich auch an seine Qualitäten als Schütze aus der zweiten Reihe. Vier Minuten vor der Pause brachte er mit einer derartigen „Bombe“ den Hubertus-Keeper Hofmann in arge Verlegenheit. Nur mühsam konnte dieser den halbhohen Ball aufnehmen. Für die Zuschauer boten gerade diese letzten Minuten der ersten Hälfte technisch reifen, schnellen Fußball. Eine Pausenführung wäre den Gastgebern zweifellos zu gönnen gewesen. Nach dem Seitenwechsel ließen sie sich dann für knappe 15 Minuten von den Gegnern „einschnüren“.

Drei oder vier schöne Schüsse auf das Oldesloer Tor brachten aber keinen Erfolg, weil Peter Spieler lange genug zwischen den Pfosten auf Arbeit gewartet hatte und nun brillante Paraden lieferte. Die Drangperiode der Hubertaner endete aber ähnlich abrupt wie sie begonnen hatte, weil sich die Spieler des SC Union erneut energisch einzusetzen begannen.

Schon früh eröffneten sie eine furiose Schlußoffensive, bei der das Leder kaum die Mittellinie in Richtung Oldesloer Tor überquerte. Überraschend zweikampfstark drängten sie ihre Widersacher in eine pausenlose Abwehrschlacht.

Das Pech blieb den Oldesloern aber auch während der letzten Minuten hold. Ein Flachschuß vom eingewechselten Rausch wurde mit letzter Anstrengung von Eintracht-Keeper Hofmann gehalten, ein Kopfstoß von Thomas Thom verfehlte um Zentimeter das Tor. Nur ein wichtiger Punkt blieb den Oldesloern deshalb nach dem Abpfiff.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.3.1984

 

Sonnabend, 31. März 1984

SC Union: Gegen FSV Lübeck muß unbedingt gesiegt werden

(mth) Im dritten Heimspiel hintereinander erwartet die Bezirksliga-Mannschaft des SC Union Oldesloe am Sonntag um 15 Uhr im Kurparkstadion den FSV Lübeck. Für die Truppe von Trainer Heinz Borrek sind alle noch ausstehenden Begegnungen im Hinblick auf den noch möglichen Klassenerhalt natürlich von großer Wichtigkeit, die Begeg-nungam Sonntag hat, ähnlich wie die Partie vor zwei Wochen gegen Rot-Weiß Moisling, mit Sicherheit den Rang eines Schicksalsspiels.

Gegen den Tabellenletzten aus der Hansestadt dürfen die Stormarner Kreisstädter unter gar keinen Umständen auch nur einen Punkt abgeben, wenn man weiter die Hoffnung behalten will, eine der zur Zeit vor ihnen liegenden Mannschaften – in Frage kommen ohnehin nur noch Rot-Weiß Moisling und der TSV Ratekau – noch zu überholen.

Die Leistung der Unioner am letzten Sonntag gegen Eintracht Hubertus war nicht gerade dazu angetan, nun für die morgige Partie übermäßig viel Optimismus zu verbreiten. Die altbekannte Schwäche der Truppe vom Kurparkstadion im Ausnutzen von Torchancen trat wieder einmal überdeutlich in Erscheinung.

Und ohne Tore wird man auch gegen FSV Lübeck, diese lapidare Feststellung ist unsinnig wie wahr, nicht zu einem Erfolg kommen können. Immerhin haben die letzten Spiele gezeigt, daß die Abwehr um und vor Torhüter Peter Spieler wieder an Festigkeit gewonnen hat.

Das war, wie einige Katastrophen im Verlauf der Saison gezeigt haben, ja nicht immer so. Gerade wegen der Harmlosigkeit im Angriff ist wichtig, daß diese relative Sicherheit erhalten bleibt, denn bei der Seltenheit von Union-Treffern wird doppelt bitter, wenn sie durch unnötige und überflüssige Gegentore zur Makulatur würden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 31.3.1984

 

Sonnabend, 1. April 1984

Union Oldesloe – FSV Lübeck 4:0 (0:0)

(23. Punktspiel)

Höchster Sieg seit langer Zeit

Nach dem 1:0 wachte der SC Union auf und deklassierte FSV Lübeck noch mit 4:0

(mth) Der SC Union Oldesloe wahrte im Kurparkstadion seine Chancen auf den Klassenerhalt in der Fußball-Bezirksliga Lübeck. Im dritten Heimspiel in Folge blieben die Schützlinge von Trainer Heinz Borrek ohne Niederlage und mit 4:0 (0:0) über Schlußlicht FSV Lübeck gelang, wie erhofft, der zweite Sieg innerhalb dieser kleinen Serie.

Zufriedenheit löste dieser Erfolg im Lager der Unioner natürlich aus, denn wann haben die Oldesloer schon einmal vier Tore in einem Spiel erzielt. ‚Lang, lang ist's her. Aber zu mehr als Zufriedenheit besteht im Union-Lager noch lange kein Anlaß. Selbstgefälligkeit oder gar Euphorie ist noch in keinem Fall angebracht. Dazu war die Leistung der Oldesloer mehr als eine Stunde lang viel zu schwach.

Wir wollen den Sieg der Oldesloer – immerhin den bei weitem höchsten seit langer, langer Zeit – nun wahrlich nicht miesmachen, aber was die beiden Mannschaften mehr als eine Stunde lang boten, war an Niveaulosigkeit kaum mehr zu überbieten. Nach dem Führungstor der Unioner durch Peter Petzold aber war dann wenigstens bei den Oldesloern der Bann gebrochen.

Gegen einen Gegner, bei dem sich zu Harmlosigkeit nun auch noch Resignation gesellte, trumpfte der SC Union-Angriff nun plötzlich mit ungeahntem Elan auf und innerhalb von nur 14 Minuten war aus dem 1:0-Vorsprung eine 4:0-Führung geworden. Mit ein wenig Glück hätten die Oldesloer am Ende sogar noch das halbe Dutzend vollmachen können, aber angesichts der sonstigen Tormisere bestand natürlich Anlaß, auch so mit der Ausbeute hochzufrieden zu sein.

SC Union Oldesloe: Spieler, Schwarz, Vö!zke, Michael Petzold, Peter Petzold, Gossow, Hallier, Pophal, Reek, Thom, La Porte (72. Eisenhuth).

FSV Lübeck: Vahlendieck, Drenkhahn, Graaf, Jäkel, Stradius, Konczal, Funk, Lehmann, Burmeister (30. Kowalczuk), Langkau (32. Fritsche), Timm.

Tore: 1:0 Peter Petzold (64.) mit einem Kopfball aus kurzer Entfernung nach einem Freistoß von Hallier; 2:0 Hallier (65.) mit einem tollen Schuß von der Strafraumgrenze in den oberen Torwinkel; 3:0 Gossow (75.) nach herrlichem Doppelpaßspiel mit Thom; 4:0 Reek (78.), der eine Pophal-Vorlage aus kurzer Entfernung über die Linie drückte, wobei es sich bei der Vorlage mehr um einen verunglückten Torschuß handelte.

Schiedsrichter: Volkert (SV Ratzeburg) mit einer befriedigenden Leistung. Allerdings machten es ihm die Akteure auch nicht besonders schwer.

Zuschauer: Wenig mehr als 100 bei zwar strahlendem, aber eiskaltem Wetter.

Was die beiden Mannschaften in der ersten Stunde boten, hatte mit gutklassigem Bezirksliga-Fußball rein gar nichts zu tun, und den Zuschauern, die vor sich hinfroren, wurde klar, daß hier zwei Abstiegskandidaten spielten. Wobei diese Bezeichnung für die Gäste aus Lübeck noch geschmeichelt ist, denn sie stehen als Absteiger schon so gut wie endgültig fest und in der gezeigten Verfassung haben sie in der Bezirksliga auch nichts zu suchen.

Die Oldesloer, deren Chancen auf den Klassenerhalt ja noch erheblich größer und realistischer sind, paßten sich diesem Niveau aber in den ersten 60 Minuten nahtlos an, und selbst eingefleischteste Union-Fans begannen angesichts des brotlosen Gekicke Hopfen und Malz verloren zu geben. Die Unioner waren zwar zumeist die feldüberlegene Mannschaft, aber ihre Angriffsversuche waren zumeist plan- und ideenlos, und als dann auch noch die klarsten Chancen kläglich vergeben wurden (Gossow, Pophal, La Porte), schien eigentlich schon beschlossene Sache, daß dieses Spiel mit einem 0:0 enden würde.

Das 1:0 in der 64. Minute durch einen Kopfball von Peter Petzold nach einem Freistoß von Hallier aber veränderte die Situation dann schlagartig. Mit einem Mal kam nun Elan und Schwung in die Union-Angriffe und da die Lübecker nun auch noch ihre Deckung lockerten, bot sich den Oldesloern nun auch vermehrt Spielraum, den man mit nun auch zu nutzen wußte. Drei weitere Tore waren die Folge, so daß die Hoffnungen auf den Klassenerhalt erheblich gestiegen sind.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.4.1984

 

Sonnabend, 7. April 1984

SC Union: In Moisling steht sehr viel auf dem Spiel

(mth) Für die Bezirksliga-Mannschaft des SC Union Oldesloe steht am Wochenende wieder einmal ein ausgesprochenes Schlüsselspiel auf dem Programm. Aber das ist für die Truppe von Trainer Heinz Borrek ja nichts Neues mehr. Seit Wochen nun schon steht der Mannschaft, will sie ihr Ziel, den Klassenerhalt noch erreichen, unter Erfolgszwang.

Und in den letzten Spielen ist die Mannschaft um Kapitän Jörg Gossow damit zusehends besser fertig geworden. 5:1 Punkte hat sie aus den letzten drei Heimspielen geholt und damit einen Grundstock für eine erfolgreiche Aufholjagd gelegt.

Aber am Ziel sind die Oldesloer deswegen noch lange nicht. Deutlich über 20 Punkte werden nötig sein, will man in der Bezirksliga Lübeck ganz sicher dem Abstieg entgehen. Die Unioner haben zur Zeit 16 auf ihrem Konto und es muß also noch ein ganzer Berg eingefahren werden.

Am besten sprängen dabei schon am Sonntag im vorletzten Auswärtsspiel bei Rot-Weiß Moisling (Spielbeginn ist am Sonntag um 15 Uhr) die nächsten Zähler raus, denn die Lübecker Vorstädter sind genau die Mannschaft, die man sich im Kurparkstadion ausgeguckt hat, mit der man den Abstiegsplatz tauschen möchte.

Zwei Pluspunkte liegen die Stormarner nur noch hinter den Moislingern zurück, die allerdings auch schon zwei Spiele mehr ausgetragen haben, und deshalb auch zwei Minuspunkte mehr auf dem Konto haben. Vor drei Wochen erst fand im Oldesloer Kurparkstadion das Hinspiel dieser beiden Teams statt, das im Winter mehrfach wegen Unbespielbarkeit der Plätze ausfallen mußte.

Die Moislinger machten in diesem Spiel zwar den spieltechnisch reiferen Eindruck, mit 2:1 aber behielt schließlich der SC Union die Oberhand. Eine Wiederholung dieses Resultates wäre den Oldesloern, die gegenüber dem Vorsonntag ihre Mannschaft kaum verändern werden, natürlich recht, aber auch mit einem Unentschieden wäre man sicherlich zufrieden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.4.1984

 

Sonntag, 8. April 1984

Rot-Weiß Moisling – Union Oldesloe 2:3 (1:1)

(24. Punktspiel)

Gossow's Siegtor fiel in der 83. Minute

SC Union kämpfte in Moisling prächtig und holte zwei wichtige Punkte

(mth) Für die Bezirksliga-Mannschaft des SC Union Oldesloe ist jetzt langsam wieder Land in Sicht. Beim Mitkonkurrenten im Kampf um den Abstieg, Rot-Weiß Moisling, holten die Schützlinge von Trainer Heinz Borrek einen überaus wertvollen 3:2 (1:1)-Erfolg. Innerhalb von drei Wochen war es für die Unioner der zweite Sieg über diesen Gegner, den man in der Tabelle damit nun überholen konnte.

Erstmals seit Monaten liegen die Oldesloer damit nicht mehr auf einem Abstiegsplatz und die Mannschaft hat es nun in der Hand, aus eigener Kraft auf eigenem Platz in den nächsten Wochen den Klassenerhalt perfekt zu machen. Ihre fünf (!) nächsten Spiele nämlich können die Oldesloer auf eigenem Geläuf austragen und nur zum Saisonabschluß müssen sie noch einmal reisen.

Übermut ist bei den Oldesloern aber dennoch nicht angebracht. Noch hat man sein Schäfchen nicht endgültig im Trockenen. Allerdings kann man nun wieder optimistisch in die Zukunft blicken. In der Verfassung dieses Spiels müßte die Mannschaft um Kapitän Jürgen Gossow, der in Moisling das Siegestor für seine Elf erzielte, ihr Ziel erreichen können.

Anders als vor drei Wochen beim 2:1-Heimsieg nämlich stellte nicht RW Moisling die spieltechnisch bessere Mannschaft, die damals etwas unglücklich verlor, vielmehr waren es die Stormarner, die den Ton angaben und das Spiel kontrollierten. Entgegen kamen ihnen dabei in beiden Halbzeiten frühe Torerfolge was bei ihnen ja ansonsten nun wirklich eine Seltenheit ist;

Rot-Weiß Moisling: Kurras, Tausendfreund, Levermann, Denker (24. P. Peetz), Senger, Tamm, Mennikus, Pinnenberg, Jäger Harders, Westphal.

SC Union Oldesloe: Spieler, Schwarz, Michael Petzold, Peter Petzold, Völzke (46. La Porte), Gossow, Eisenhuth, Pophal, Reek, Thom, Hallier.

Tore: 0:1 Reek (9.) mit einem Schuß aus zwölf Metern Entfernung nach einer Vorlage von Thom: 1:1 Westphal (20.), nachdem Michael Petzold zu kurz abgewehrt hatte; 1:2 Thom (48.), der eine Flanke von Eisenhuth, der sich auf der rechten Seite durchgetankt hatte, verwandelte; 2:2 Jäger (79.) im Nachschuß, nachdem Spieler seinen ersten Schuß noch parieren aber nicht festhalten konnte; 2:3 Gossow (83.), der Mißverständnisse in der Moislinger Abwehr entschlossen ausnutzte.

Schiedsrichter: Lehmann (TSV Sahms), der eine befriedigende Leistung bot, auch wenn die Moislinger am Ende mit ihm nicht zufrieden waren. Er bedachte Mennikus in der 60. Minute mit einer Zeitstrafe. Als dieser dann kaum wieder fünf Minuten im Spiel war, leistete er sich erneut ein Foul gegen Pophal und wurde dafür dann mit der roten Karte bedacht. Diese schlug er dem Unparteiischen dann auch noch aus der Hand, so daß man mit Sicherheit davon ausgehen kann, daß die Saison für ihn schon beendet ist.

Zuschauer: Gut 200, davon eine ganze Menge aus Bad Oldesloe.

Die Oldesloer waren mit dem Vorsatz nach Moisling gefahren, nach Möglichkeit einen Punkt zu holen. Eine vorsichtige Defensivtaktik hatte Trainer Heinz Borrek seinen Mannen dafür mit auf den Weg gegeben. Das frühe Führungstor durch Reek kam dieser Taktik natürlich sehr entgegen.

In den ersten 20 Minuten hätte der SC Union sogar noch höher führen können, aber durch Thom und Eisenhuth wurden noch gute Chancen vergeben. Nach dem Ausgleich veränderte sich das Bild dann grundlegend. Nun wurde Moisling optisch überlegen, ohne daraus aber Kapital schlagen zu können.

Einen bedauerlichen Zwischenfall gab es in der 24. Minute, als Peter Petzold und Denker unglücklich zusammenprallten und der Lübecker mit Verdacht auf einen Schienbeinbruch ins Krankenhaus transportiert werden mußte.

Die zweite Halbzeit glich der ersten dann fast aufs Haar. Wieder besorgte sich der SC Union über ein schnelles Führungstor die Kontrolle über das Spiel, die nach dem Ausgleich verloren ging – in der 80. Minute hatten die Moislinger noch eine Riesenchance, als Spieler einen schier unhaltbaren Jäger-Schuß aus dem Winkel fischte – aber Mannschaftsführer Gossow machte in der 83. Minute dann alles klar für die Oldesloer.

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.4.1984

 

Sonnabend, 14. April 1984

SC Union: Erfolg über Fehmarn wäre „halbe Miete“

(mth) Bei der Bezirksliga-Mannschaft des SC Union Oldesloe herrscht zur Zeit eine glänzende Stimmung. 7:1 Punkte holte die Mannschaft aus den letzten vier Spielen. Sie hat damit erstmals seit Monaten einen Abstiegsplatz verlassen, und da sie von ihren restlichen sechs Saisonspielen noch fünf im eigenen Kurparkstadion austragen kann, sind die Aussichten, den Klassenerhalt, mit dem nach zwei Dritteln der Saison eigentlich kaum noch rechnen konnte, doch noch zu schaffen, groß und realistisch.

Die Mannschaft von Trainer Heinz Borrek scheint sich noch gerade rechtzeitig auf ihre Tugenden besonnen zu haben, und sieben Tore in den letzten beiden Spielen machen deutlich, daß man auch die altbekannte Schwäche im Ausnutzen von Torchancen, erfolgreich hat bekämpfen können.

Nun wäre aber für die Unioner nichts falscher, als zu glauben, der Klassenerhalt sei schon „im Sack“ und die kommenden Aufgaben könnten auf die leichte Schulter genommen werden. Im Gegenteil: Die Truppe um Mannschaftsführer Jörg Gossow hat alle Veranlassung, auch in die kommenden Spiele mit voller Konzentration und mit großer Kampfbereitschaft hereinzugehen.

Ansonsten könnte es ein böses Erwachen geben. So darf auch morgen die Partie gegen den SV Fehmarn, die um 15 Uhr im Kurparkstadion beginnt, beileibe nicht als „Selbstgänger“ von den Oldesloern angesehen werden. Die Insulaner dürften bei erst 13 Pluspunkten aus bisher 25 Spielen zwar als zweiter Absteiger neben FSV Lübeck zwar schon so gut wie feststehen, aber „mit links“ werden die Unioner sicherlich auch sie nicht besiegen können.

Die Mannschaft, die Trainer Heinz Borrek vermutlich unverändert lassen wird, hat nach den letzten Leistungen natürlich Grund, zuversichtlich und mit Optimismus in das Spiel zu gehen, aber nur bei gleichbleibender Leistungsbereitschaft wird sich auch der erhoffte Erfolg einstellen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 14.4.1984

 

Sonntag, 15. April 1984

Union Oldesloe – SV Fehmarn 1:3 (1:1)

(25. Punktspiel)

SV Fehmarn siegte völlig verdient

SC Union erlitt herben Rückschlag und muß nun wieder sehr bangen

(mth) Die Bezirksliga-Mannschaft des SC Union Oldesloe erlitt im heimischen Kurparkstadion einen herben Rückschlag. Nach einer wirklich höchst mäßigen Leistung unterlag die Truppe von Trainer Heinz Borrek dem SV Fehmarn völlig verdient mit 1:3 (1:1).

Die Niederlage hat gleich verschiedene negative Folgen für die Oldesloer. Zunächst einmal fiel man wieder hinter Rot-Weiß Moisling und damit auf einen Abstiegsplatz zurück und mit den Fehmarnern, die man eigentlich schon abgeschrieben hatte, hat man nun wieder noch einen zusätzlichen Rivalen im Abstiegskampf hinzugewonnen.

Die Oldesloer waren gegenüber ihren letzten erfolgreichen Spielen kaum wiederzuerkennen. Nach einer schnellen Führung spielte die Mannschaft etwa eine Viertelstunde noch ganz ansprechend, dann aber brachte sie nach dem Ausgleich der Insulaner nur noch Stückwerk zustande.

In der ersten Halbzeit konnte dabei Torhüter Spieler mit ein paar guten Paraden Fehler seiner Vorderleute noch ausbügeln, aber in der zweiten Hälfte waren die Bemühungen der Fehmarner, die fast durchweg den besseren und effektiveren Fußball spielten, dann zweimal von Erfolg gekrönt. Die Entscheidung fiel dabei allerdings erst der Schlußminute, als den Gästen ein Foulelfmeter zugesprochen wurde, den Wilder ganz sicher verwandelte.

SC Union Oldesloe: Spieler, Michael Petzold, Völzke, Peter Petzold, Eisenhuth, Gossow, Thom (46. Bohnhof), Pophal, Hallier, Reek, La Porte.

SV Fehmarn: Schacht, Kreil, Lübke, Herrmann, Wilder, R. Wellendorf, Witt, F. Wellendorf, Wieske, Thomsen-Detlefs, Anders.

Tore: 1:0 Reek (6.), der sich im Fehmarner Strafraum geschickt durchsetzte und überlegt einschoß; 1:1 F. Wellendorf (16.), der gleich vier Oldesloer Abwehrspieler ausspielte und Spieler dann keine Chance ließ; 1:2 R. Wellendorf (62.) mit einem placierten Kopfball, als er bei einer Flanke sträflich freistand; 1:3 Wilder (90.) mit einem Elfmeter nach einem Foul von La Porte an R. Wellendorf. Die Elfmeterentscheidung ging vollkommen in Ordnung. Die Unioner konnten von Glück sagen, in der zweiten Halbzeit nur diesen einen Elfmeter gegen sich zudiktiert bekommen zu haben. In zwei weiteren Situationen hätte der Unparteiische bequem auch noch auf den Punkt zeigen können.

Schiedsrichter: Wagenzink (TSV Siems) mit unauffälliger und bestimmt nicht schlechter Leistung. Ihm jedenfalls können die Oldesloer die Schuld für die unerwartete Niederlage in keinem Fall in die Schuhe schieben.

Zuschauer: Knapp 100, die vom Spiel der Oldesloer Mannschaft natürlich nicht gerade begeistert waren.

Bis auf den grippekranken Schwarz hatte Union-Trainer Heinz Borrek die Erfolgsmannschaft der letzten Wochen aufgeboten. Eisenhuth war dafür in die Verteidigung zurückbeordert worden – wenigstens für die ersten 45 Minuten – und im Angriff bekam La Porte eine neue Chance. Die Unioner spielten in den ersten Minuten locker und unbekümmert auf und als Reek schon nach sechs Minuten locker ein frühes Führungstor gelang, sprach alles dafür, daß die Erfolgsserie eine Fortsetzung finden könnte.

Aber anders als in der Vorwoche in Moisling war das frühe Führungstor für die Oldesloer diesmal Gift. Insbesondere in der Abwehr wurde Unbekümmertheit mit Sorglosigkeit verwechselt und sehr bald hatten durch allzu sorglose Deckungsarbeit bei den Stormarnern die Insulaner erste Torchancen.

Bis auf den Ausgleich, bei dem er machtlos war, ließ der wie immer zuverlässige Union-Keeper Peter Spieler aber nichts anbrennen. Im zweiten Spielabschnitt lief bei den Unionern, obwohl sie nun den recht heftigen Wind im Rücken hatten, überhaupt nichts mehr zusammen.

Die Fehmarner stellten nun die eindeutig bessere Mannschaft und ihr Sieg ging am Ende auch in der Höhe in Ordnung. Nach dem Führungstreffer der Gäste in der 62. Minute versuchten die Oldesloer zwar Druck zu machen, aber ihre Angriffsversuche waren einfach harmlos und konzeptionslos.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.4.1984

 

Sonnabend, 21. April 1984

Gegen Schlutup will es SC Union wieder wissen

(gg) Vor der heutigen Bezirksliga-Begegnung zwischen dem Drittletzten der Tabelle, SC Union Oldesloe und dem Tabellenachten, TSV Schlutup, befinden sich die Oldesloer einmal mehr in arger Bedrängnis. Durch die empfindliche Niederlage der Oldesloer vom vergangenen Wochenende gegen den Tabellenvorletzten SV Fehmarn konnte Rot-Weiß Moisling den SC Union verdrängen und belegt somit nunmehr wieder den so begehrten 13. Platz in der Bezirksliga Lübeck.

Auch wenn die Unioner nur einen Pluspunkt hinter Moisling liegen und auch noch zwei Spiele mehr auszutragen haben, darf man die akute Gefahr des drohenden Abstiegs keineswegs unterschätzen. Ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg, diese Gefahr zu beseitigen, wäre ein doppelter Punktgewinn im Kurparkstadion gegen den TSV Schlutup.

Der TSV ist eine Mannschaft, die sich eigentlich schon die ganze Saison lang ohne große Ambitionen nach oben oder nach unten im Mittelfeld zu bewegen scheint. Aber besonders diese Konstanz und Kontinuität machen einen großen Teil des sportlichen Erfolges aus, es sei denn man spielt konstant schlecht. Vielleicht ist es gerade die kontinuierliche Leistung, an der es bei den Unionern mangelt.

Dennoch besteht natürlich eine reelle Chance für den SC Union einen oder auch zwei Punkte aus dem Spiel zu gewinnen, zumal der SC im Kurparkstadion den Heimvorteil genießt.

Die Truppe von Trainer Heinz Borrek muß zu diesem Spiel nochmal alle Kräfte mobilisieren und sich auf ihre potentiell zweifellos vorhandenen Fähigkeiten besinnen. Denn nur so können aus den letzten fünf Partien, von denen immerhin noch vier daheim gespielt werden, die nötigen Punkte geholt werden, die den Klassenerhalt sichern könnten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.4.1984

 

Sonnabend, 21. April 1984

Union Oldesloe – TSV Schlutup 1:3 (1:1)

(26. Punktspiel)

Frühe Führung reichte wieder nicht

War das 1:3 gegen TSV Schlutup für den SC Union schon der „Todesstoß“?

(gg) Mit einer 1:3-Niederlage verließen die Spieler des SC Union Oldesloe den Platz des Kurparkstadions. Sicherlich um ein Tor zu hoch gewannen die Schlutuper das Match, das den Oldesloern schon das Genick im Kampf um den Klassenerhalt gebrochen haben könnte. Die noch bestehende Chance kann aber nur dann wahrgenommen werden, wenn der SC Union auch einmal gegen Mannschaften aus dem oberen Tabellenfeld, wie dem TSV Schlutup gewinnt.

SC Union Oldesloe: Spieler, Gossow, Völzke, Michael Petzold, Ostermann, Eisenhuth (72. Schwarz), Pophal, Reek, Thom, Hallier.

TSV Schlutup: Weidt, Dorst, Behnke, Evers, Schröder, Metterhausen, Kunze, Schümann (74. Mecker), Meier, Hacker, OeIfke (65. Heuer).

Tore: 1:0 Ostermann (16.) aus kurzer Distanz; 1:1 Meier (36.) nach Flanke von Metterhausen; 1:2 NN (52., Foulelfmeter); 1:3 Schröder (81.) mit Volleyschuß.

Schiedsrichter: Rosenfeldt (Ahrensbök). Er pfiff konsequent und ließ keine Härte aufkommen. Er zeigte den Oldesloern Thom, Peter Petzold und Pophal die gelbe Karte. Kunze (TSV Schlutup) und Peter Petzold bekamen eine Zehn-Minuten-Strafe.

Zuschauer: Nur ca. 100 Zuschauer wollten den Sonnenschein im Kurparkstadion genießen.

Beide Teams begannen das Spiel äußerst nervös, was zumindest beim SC Union angesichts der Tabellensituation verständlich ist. Das Spiel beschränkte sich in der ersten Viertelstunde auf ein recht unorthodoxes „Mittelfeldgeplänkel“, was kaum torreife Szenen zuließ. Das sollte sich jedoch schlagartig ändern, als sich in der 16. Minute der Oldesloer Ulf Ostermann – wie Hallier ein freigeholter A-Jugendspieler – in einem Strafraumgewühl energisch durchsetzte und ohne zu zögern aus fünf Metern zum 1:0 einschoß.

Dieser schnelle Führungstreffer gab den Unionern offensichtlich mehr Selbstvertrauen, denn nun hielt man den Ball sicherer in den eigenen Reihen, und die Angriffe, meist eingeleitet durch Pophal, wurden nun schnell nach vorne getragen. Die Schlutuper Abwehr wurde indes zusehends unsicherer und zuweilen hektisch. Dies wurde besonders deutlich, als der Schlutuper Verteidiger Behnke in drei relativ harmlosen Situationen sich veranlaßt sah, den Ball, schließlich ist er zum Treten da, über die seitlichen Fangzäune hinweg in die naheliegende Beste zu katapultieren.

Kapital schlagen konnten die Unioner allerdings nicht aus ihrer Überlegenheit, trotz der vorhandenen Chancen, wie in der 26. Minute als wieder Ostermann im Strafraum angespielt wurde, im letzten Moment aber gestoppt wurde.

Vielmehr waren die Oldesloer mit einer weit aufgerückten Abwehr offen für gefährliche Konten, und es kam, was kommen mußte: Mit einem klassischen Konter über nur drei Stationen wurde die Oldesloer Abwehr überrumpelt, und nach einer Flanke von Metterhausen verwandelte Stefan Meier in der 36. Minute souverän zum 1:1.

Gleich nach dem Wechsel in der 47. Minute, ging ein Raunen durch das Stadion, als nämlich Hallier den Ball von rechts in den Schlutuper Strafraum mehr hoch, als weit flankte und Torhüter Weidt den Ball regelrecht gegen die eigene Latte boxte. Den anschließenden Nach-schuß von Reek hielt er dafür umso sicherer. Eine weitere Chance bot sich den Oldesloern, als Hallier nach einem Doppelpaß mit Reek abzog. Doch Evers rettete in letzter Sekunde für seinen Torwart auf der Linie. Nur drei Minuten später sah sich dann Union-Keeper Spieler ganz alleine dem Schlutuper Schümann gegenüber, und brachte ihn so unglücklich zu Fall, daß der Schiedsrichter auf Elfmeter entschied. Den fälligen Strafstoß verwandelte wiederum Meier zum 1:2.

Wer allerdings glaubte, der SC Union hätte nichts mehr hinzuzusetzen, der sah sich getäuscht. Die Oldesloer bäumten sich nun umso mehr auf, den Ausgleich zu erzielen und drückten, einem Powerplay gleich, auf das Schlutuper Tor. Dies geschah jedoch so ungestüm und durchsichtig, meist wurden die Bälle hoch hineingeschlagen, so daß kein Tor mehr gegen die vielbeinige Schlutuper Abwehr gelang.

Aber ähnlich wie in der ersten Halbzeit, wußten die Gäste stets gut und gefährlich zu kontern. In der 81. Minute dann, ging der eingewechselte Mecker auf dem linken Flügel durch, und dessen Flanke schoß Schröder mit einem sehenswerten Volleyschuß zum 3:1-Endstand ein.

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.4.1984

 

Sonnabend, 28. April 1984

Union darf gegen Heiligenhafen nicht zu offensiv operieren

(gg) Wenn morgen um 15 Uhr der Tabellenneunte der Bezirksliga Lübeck, TSV Heiligenhafen, zu Gast beim Tabellendrittletzten, SC Union Oldesloe, ist, geht es für die Oldesloer hauptsächlich darum, den Rot-Weiß Moisling im Kampf um den Klassenerhalt zu überflügeln. Mit nur einem Punkt Rückstand und noch einem mehr auszutragenden Spiel liegt das durchaus im Bereich des Möglichen.

Es wird nun jedoch allerhöchste Zeit, sich aus der Misere zu befreien, denn sonst schnappt sich nämlich Rot-Weiß-Moisling den sprichwörtlich letzten Faden, bevor die Oldesloer ihn überhaupt gesehen haben.

Spielten die Unioner nicht ständig über ihre Verhältnisse und für ihren Tabellenstand zu offensiv mit einer viel zu weit aufgerückten Abwehrreihe, wie am letzten Wochenende gegen den TSV Schlutup, sondern besinnen sie sich auf ihre Kampfkraft und Einsatzfreude in der Defensive, so würden wahrscheinlich weitaus weniger Konter der Gegner die Oldesloer Abwehr übertölpeln. Bei allem Respekt vor so viel Courage, offensiv zu spielen, aber besonders effizient scheint die Taktik, zumindest bei Union, nicht zu sein.

Ganz anders als der SC Union Oldesloe kann der TSV Heiligenhafen die Saison 1983/84 ausklingen lassen. Auf dem derzeit neunten Tabellenplatz hat Heiligenhafen weder etwas zu gewinnen, noch etwas zu verlieren und wird dem Spiel am Sonntag im Kurparkstadion mit entsprechender Ruhe und Gelassenheit entgegensehen.

Nur zwei Tage nach dem Spiel gegen den TSV Heiligenhafen bietet sich den Oldesloern dann erneut die Möglichkeit sich gegenüber den Mitkonkurrenten durchzusetzen, wenn nämlich der Tabellenvierte SV Eichede am Dienstag, dem 1. Mai 1984, im Kurparkstadion antritt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.4.1984

 

Sonntag, 29. April 1984

Union Oldesloe – TSV Heiligenhafen 2:1 (2:0)

(27. Punktspiel)

SC Union wahrte seine Chancen

Nach dem 2:1 über Heiligenhafen geht es nun gegen den SV Eichede

(mth) Als um 16 Uhr – wegen des Marathonlaufes war das Spiel um eine Stunde nach hinten verlegt worden – die Bezirksliga-Begegnung zwischen dem SC Union Oldesloe und dem TSV Heiligenhafen angepfiffen wurde, wußten die Oldesloer schon längst, was für sie die Stunde geschlagen hat. Die Kunde vom Sieg der Moislinger am Sonnabend gegen den TSV Travemünde war natürlich auch nach Oldesloe gedrungen und man wußte im Lager der Unioner, daß nun nur ein Sieg noch Chancen auf den Klassenerhalt belassen würde.

Entsprechend motiviert ging die Mannschaft von Trainer Heinz Borrek dann auch in die Begegnung und am Ende reichte es dann auch zu einem hochverdienten 2:1 (2:0)-Erfolg für die Stormarner. Die Unioner machten sich dabei das Leben in der zweiten Halbzeit allerdings noch unnötig schwer. In den ersten 45 Minuten waren sie derart überlegen und hatten derart viele Torchancen, so daß sie leicht und locker mit vier oder gar fünf Toren Vorsprung hätten führen können, ja führen müssen.

Aber es sprangen nur zwei Treffer aus der Überlegenheit heraus und so mußte am Ende, als der Mannschaft – nicht zum erstenmal in dieser Saison – die Luft ausging, nach dem Anschlußtreffer der Heiligenhafener in der Schlußphase noch gezittert werden. Aber letztendlich reichte es dann ja doch zum Erfolg und so baut man im Kurparkstadion weiter darauf, den Klassenerhalt noch zu schaffen.

Zwei Heimspiele hat man in dieser Woche noch – am 1. Mai um 15 Uhr im mit Spannung erwarteten Stormarnderby gegen den SV Eichede, für den es ja auch noch um etwas geht, am kommenden Sonntag gegen den TSV Ratekau –‚ ehe es dann zum Schlußspiel beim SV Oldenburg geht. Drei oder vier Punkte werden die Oldesloer aus diesen drei Spielen mit Sicherheit noch holen müssen, wenn sie das rettende Ufer erklimmen wollen. Eine schwere, aber nicht unlösbare Aufgabe!

SC Union Oldesloe: Spieler, Schwarz, Michael Petzold, Peter Petzold, Eisenhuth, Gossow, Ostermann (86. Völzke), Hallier, Pophal, Reek, Thom.

TSV Heiligenhafen: Hutzfeldt, Schütt, Jens, Gabriel, Maurer, Ruschau, Wieck, Sachau, Spiekermann, Regehl, Ehler.

Tore: 1:0 Eisenhuth (22.) mit einem fulminanten Schräg-schuß, nachdem gerade noch Hallier eine Riesenchance vertan hatte. Hutzfeldt kam an den Eisenhuth-Schuß zwar noch mit der Faust heran, der aber war von solcher Gewalt, daß es ihm förmlich die Hände wegriß; 2:0 Peter Petzold (43.), der einen Elfmeter im Nachschuß verwandelte, nachdem Hutzfeldt seinen ersten Schuß glänzend abgewehrt hatte; 2:1 Spiekermann (73.) mit einem genauen Schuß, der vom Innenpfosten ins Netz prallte, nachdem die Union-Abwehr zu sorglos agierte.

Schiedsrichter: Scheffler (SSV Güster) mit einer wenig überzeugenden Leistung. Er stand mit der Vorteilsregel auf dem Kriegsfuß und war auch sonst mit seinen Entscheidungen in diesem nicht unfairen Spiel nicht klar.

Zuschauer: Gut 100.

Die Oldesloer legten in dieser Partie von Anfang an mächtig los. Eine vorsichtige Hinhalte-Taktik war auch nicht angebracht, denn die Ausgangslage hatte deutlich gemacht, daß nur ein Sieg den Unionern noch helfen könnte. So vehement hat man Pophal und Co. dann auch schon lange nicht mehr angreifen sehen.

Aber so groß die Chancen. die man sich gleich serienweise herausspielte, auch waren, die alte Schwäche der Union-Spieler im Ausnutzen von Torchancen trat wieder einmal überdeutlich in Erscheinung. Was vor allem Thom und Hallier an glasklaren Gelegenheiten versiebten, ging kaum noch auf die berühmte Kuhhaut.

Erlöst wurden die Unioner erst in der 22. Minute, als Eisenhuth mit einem wahren Gewaltschuß der Führungstreffer gelang. Das überfällige 2:0 ließ dann sogar noch bis zur 43. Minute auf sich warten. Thom war von Schütt im Strafraum regelwidrig zu Fall gebracht worden, und Peter Petzold verwandelte den fälligen Elfmeter dann wenigstens im Nachschuß, nachdem er bei der Ausführung selbst Nerven gezeigt hatte.

In der zweiten Halbzeit war die Dominanz der Oldesloer dann bei weitem nicht mehr so stark wie vorher. Die Gäste hielten nun besser mit und als nach rund 70 Minuten bei den Oldesloern die Kondition nachließ, wurde es vor-rübergehend noch einmal brenzlig für den SC Union.

Vor allem nach dem Anschlußtreffer von Spiekermann, aber letztendlich gelang es ja, den Vorsprung über die Zeit zu bringen. Bleibt nur abzuwarten, ob das Spiel nicht zu viel Kraft gekostet hat, die im Kreisderby gegen den SV Eichede, der ja schon am Sonnabend gespielt hat und so einen Tag mehr Zeit zur Wiederauffrischung der Kräfte nutzen konnte.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.4.1984

 

Dienstag, 1. Mai 1984

Union Oldesloe – SV Eichede 0:1 (0:0))

(28. Punktspiel)

Unglückliche Schiedsrichterentscheidung entschied das Kreisderby

Erst gegen einen dezimierten SC Union schaffte der SV Eichede ein Tor und damit den Sieg

(mth) Einen eher unbefriedigenden Ausgang nahm im Oldesloer Kurparkstadion das Stormarner Kreisderby in der Fußball-Bezirksliga Lübeck zwischen dem SC Union Oldesloe und dem SV Eichede. Die Begegnung wurde letztendlich nicht durch die Spieler, sondern durch Schiedsrichter Speth (Post-SV Lübeck) entschieden.

Mehr als 70 Minuten lang hatte er die Partie eigentlich fest im Griff, und seinen konsequenten Entscheidungen war es sicherlich in der Anfangsphase zu verdanken, daß die Partie in sportlich fairem Rahmen blieb. In der 73. Minute aber fällte er dann eine Entscheidung, die unverständlich blieb und die Partie entschied.

Nach einem Foul von Thomas Thom an Stefan WöIk zeigte er dem Unioner die rote Karte. Die Entscheidung verriet mit Sicherheit wenig Fingerspitzengefühl, denn alle übertriebene Härte war zu diesem Zeitpunkt schon längst aus dem Spiel. Für sich gesehen mag der Platzverweis dennoch angehen, denn schließlich hatte Thom schon zuvor die gelbe Karte für ein Foulspiel gesehen, und die Regeln lassen die Auslegung, bei einer Wiederholung auf Platzverweis zu entscheiden, durchaus zu.

Unmöglich aber wurde die Entscheidung Speths in Zusammenhang mit einem ähnlich gelagerten Fall nur drei Minuten vorher. Auch Andreas Krochmann vom SV Eichede war für ein Foulspiel schon in der ersten Halbzeit mit einer gelben Karte bedacht worden. Als er sich in der 70. Minute ein erneutes Foul (gegen Gossow) leistete und dazu noch heftig mit dem Unparteiischen meckerte, aber wurde er nicht etwa mit der roten Karte bestraft, sondern kam mit einer Zehn-Minuten-Zeitstrafe davon.

Diese Ungleichbehandlung war es, die die Unioner verständlicherweise aufbrachte. Besonders übrigens Bodo Völzke, der seiner Erregung nicht mehr Herr wurde, und sich in der 75. Minute zu einem harten Foul gegen Tobias Kramp hinreißen ließ, wofür er – zu Recht – eine Zeitstrafe bekam.

Den Ausfall von gleich zwei Spielern konnte die Union-Mannschaft nicht verkraften. Bis dahin hatte sie aufopferungsvoll gekämpft und verdientermaßen ein 0:0 gehalten, in der 76. Minute aber hatte sie bei einem Eckball von Schaudinn die Orientierung noch nicht wiedergefunden, und Joachim Klitzke konnte ungedeckt zum spielentscheidenden 1:0 einköpfen. In Überzahl brachten die Eicheder, die vorher doch ziemlich enttäuscht hatten, diesen Vorsprung dann sicher über die Zeit, ja, Brockmöller und Heyck hätten das Ergebnis in der Schlußphase sogar noch höher schrauben müssen.

Für die Oldesloer war die Niederlage natürlich außerordentlich bitter. Durch diesen doppelten Punktverlust, mit dem man vorher als Realist natürlich hatte rechnen müssen, der aber so unglücklich zustande kam, sind die Chancen, dem Abstieg noch zu entgehen, natürlich wieder ein Stück gesunken. Allein aus eigener Kraft ist der Klassenerhalt nicht mehr zu schaffen.

Aber man sollte die Flinte noch nicht ins Korn werfen. Noch sind zwei Spiele auszutragen – am kommenden Sonntag zu Hause gehen den TSV Ratekau, eine Woche später beim SV Oldenburg –, und mit Punktgewinnen in diesen Spielen ist Rot-Weiß Moisling vielleicht ja doch noch einzuholen. Und noch eines ist sicher: Hätte die Mannschaft von Trainer Heinz Borrek im Verlauf der Saison öfter so konzentriert und energisch gespielt wie gegen Eichede, wäre sie niemals so tief in den Tabellenkeller gekommen.

Der SV Eichede hat mit diesem Sieg seine Chancen, in der Tabelle noch ganz nach vorne zu kommen, weiterhin gewahrt. Die Mannschaft hat nun wahrlich nicht zu ihrer Bestform gefunden und enttäuschte für einen Meisterschaftskandidaten doch ziemlich.

Fast hatte es den Anschein, als wäre ihr Trainer Paul Löper in den letzten Wochen zu oft als „Spion“ im Kurparkstadion gewesen. Jeder einzelne Eicheder Spieler war zwar gut auf seinen Oldesloer Gegenspieler eingestellt – auf der anderen Seite galt dieses im übrigen auch –‚ aber keiner ergriff selbst nennenswerte Initiativen. Reaktion statt Aktion war angesagt, und das ist für einen Meisterschaftskandidaten natürlich etwas zu wenig.

Aber letztendlich ist es für die Eicheder ja auch so gutgegangen und das Glück, das sie dazu benötigten, ist sicherlich bald vergessen, wenn die Serie noch ein volles „Happy-end“ nimmt. Der Druck allerdings, das Spiel unter allen Umständen gewinnen zu müssen, war der Mannschaft überdeutlich anzumerken, mehr übrigens als den Unionern.

In den beiden noch ausstehenden Spielen – am Sonnabend beim TSV Schlutup, am Schlußspieltag gegen TSV Heiligenhafen – wünschen wir der Mannschaft, daß sie lockerer und gelöster aufspielt, sonst könnten übergroße Vorsicht und Nervosität sie noch um ihre Chancen bringen.

SC Union Oldesloe: Spieler, Schwarz, Michael Petzold, Peter Petzold, Völzke (85. Maresch), Gossow, Thom, Pophal, Eisenhuth, Hallier (77. La Porte), Reek.

SV Eichede: Kohfeldt, Michael Kramp, Tobias Kramp, Wölk, Heyck, Klitzke, Schaudinn, Nossol, Krochmann, (80. Matzke), Brockmöller, Gerken.

Tore des Tages: 0:1 Klitzke (76.) mit einem unhaltbaren Kopfball nach einer Ecke von Schaudinn.

Schiedsrichter: Speth (Post-SV Lübeck).

Zuschauer: Rund 300, die mit dem Wetter viel Glück hatten. Der Regen, der aus dem vorher beinharten Platz einen recht gut bespielbaren Grandplatz machte, hörte rund eine Stunde vor dem Spiel auf und erst eine ganze Zeit nach dem Schlußpfiff gab es noch einen kleinen Schauer.

Die Begegnung, in der es für beide Mannschaften um so viel ging, verlief über weite Strecken höchst undramatisch. Beide Mannschaften ließen viel Vorsicht walten und entblößten so gut wie nie ihre Abwehrreihen. Torchancen und Torraumszenen blieben so ausgesprochene Mangelware.

Die Abwehrreihen waren eigentlich stets Herr der Lage, was vor allem daran lag, daß die „Mannstopper“ die Angriffsspitzen voll abschirmten. So bot auf der einen Seite Thorsten Schwarz gegen Eichedes Torjäger Rainer Gerken eine hervorragende Partie und meldete Michael Petzold Andreas Krochmann weitgehend ab, und auf der anderen Seite ließen die Brüder Michael und Tobias Kramp gegen Fred Hallier und Thomas Reek nichts anbrennen.

Im Mittelfeld gab es verbissene Zweikämpfe ohne eigentliche Sieger und Verlierer, wobei Thomas Thom bis zu seinem Feldverweis bei den Unionern und Günther Schau-dinn bei den Eichedern den stärksten Eindruck hinterließen.

Spieltechnisch waren die Gäste aus Steinburg sicherlich die bessere Mannschaft, aber durch enormen Kampfgeist machten die Oldesloer dieses Manko voll wett. Ja, in den ersten 60 Minuten hatten sie sogar zumeist leichte Feldvorteile; und erst danach kam der SVE besser auf, ohne allerdings einem Torerfolg zwingend nahe zu sein.

Torchancen waren überhaupt äußerst dünn gesät. Vor der Schlußphase einmal abgesehen, die, wie geschildert, unter anderen Gesetzen stand, gab es kaum mehr als zwei brenzlige Situationen. So prüfte Krochmann Peter Spieler in der 23. Minute mit einem mächtigen Freistoß, und auf der anderen Seite streifte ein Gewaltschuß von Volker Eisenhuth die Querlatte des Eicheder Tores, wobei unklar war, ob Karl-Heinz Kohfeldt dabei noch seine Hände im Spiel hatte. Alle anderen Vorstöße blieben – hüben wie drüben – mehr oder weniger ungefährlich, was auch für Freistöße aus vermeintlich aussichtsreichen Situationen galt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.5.1984

 

Sonnabend, 5. Mai 1984

Sieg über TSV Ratekau ist für SC Union letzte Chance

(mth) Für den Oldesloer Bezirksligisten SC Union geht morgen um 15 Uhr im Kurparkstadion eine lange Serie zu Ende. Im fünften und letzten Heimspiel hintereinander muß sich die Truppe von Trainer Heinz Borrek mit dem TSV Ratekau auseinandersetzen, und dieses Spiel müssen die Stormarner unter allen Umständen gewinnen, wenn sie auch zum Saisonschlußspiel eine Woche später beim SV Oldenburg noch mit der Hoffnung auf den Klassenerhalt reisen wollen.

Im Lager der Unioner ist die Stimmung nach der unglücklichen Niederlage am Maifeiertag gegen den SV Eichede natürlich ein wenig angeschlagen. Die Mannschaft hat schwer daran zu beißen, daß ihr trotz einer der besten Saisonleistungen ein verdienter Punktgewinn, der zudem ein Erfolgsdruck für die beiden letzten Saisonspiele ein wenig gemindert hätte, versagt blieb.

Dazu bedrückt natürlich noch zusätzlich der Platzverweis von Thomas Thom, der ursächlich für die Niederlage verantwortlich war und den nicht nur die Unioner, sondern auch neutrale Beobachter als eine harte, ja zu harte Entscheidung empfanden. Natürlich wird Thom der Mannschaft fehlen, war er doch gerade in den letzten Spielen eine der entscheidenden Triebfedern.

Aber nicht nur die spielerische Lücke, die er hinterläßt, ist von Belang, auch die Moral mag durch die ungerechte Behandlung, der sich die Mannschaft ausgesetzt sieht, gelitten haben. Aber vielleicht ruft diese Ausgangsposition ja auch eine Trotzreaktion hervor und die Mannschaft spielt noch einmal mit vollem Elan und mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch, die man hoffentlich aber in die richtigen Bahnen zu lenken versteht, auf.

Kann die Truppe um Mannschaftsführer Jörg Gossow an die Leistung vorn Kreisderby anknüpfen und reichen auch die Kräfte beim dritten Spiel innerhalb einer Woche, dann könnte die Lage doch noch einmal offen werden. Zu verlieren jedenfalls haben die Unioner nun nichts mehr.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.5.1984

 

Sonntag, 6. Mai 1985

Union Oldesloe – TSV Ratekau 3:1 (0:1)

(29. Punktspiel)

Nach einem 0:1-Pausenrückstand

Nach einem 3:1-Sieg über Ratekau darf der SC Union weiter hoffen

(mth) Die Bezirksliga-Mannschaft des SC Union Oldesloe wahrte mit einem 3:1(0:1)-Erfolg über den TSV Ratekau seine kleine Chance auf den Klassenerhalt. Ob dieser Erfolg nun tatsächlich noch zum Sprung an das rettende Ufer reichen wird, oder ob es vorerst die letzte Bezirksliga-vorstellung im Oldesloer Kurparkstadion war, ist noch immer nicht abzusehen.

Die Entscheidung darüber, wer den FSV Lübeck und den SV Fehmarn in die Bezirksklassen als dritte Mannschaft begleiten muß, wird ganz sicher erst am letzten Spieltag fallen. Die Oldesloer, die nun noch beim Oldenburger SV antreten müssen, haben von den drei Kandidaten – außer ihnen sind dieses noch RW Moisling (4:1-Sieger über den TSV Gudow) und der TSV Ratekau – die schlechteste Ausgangsposition, weil sie dem Klassenerhalt nicht mehr aus eigener Kraft schaffen können.

Aber ein Grund, deshalb nun schon vorzeitig aufzustecken, ist das sicher nicht. Moisling (beim SV Fehmarn) und Ratekau (beim SV Henstedt/Rhen) haben ihre Schlußspiele noch lange nicht gewonnen, und nur wer sich aufgibt, hat schon verloren!

Müßig ist es nun auch, den fehlenden Punkten nachzutrauern und einzelne – umstrittene oder unglückliche – Spielausgänge „nachzukarten“. Sollte die Mannschaft doch noch zum zweitenmal in Folge in den sauren Abstiegsapfel beißen müssen, so ist die Ursache dafür gewiß nicht einzig und allein in Ergebnissen und Spielen aus jüngster Vergangenheit zu suchen.

Sicherlich ist richtig, daß der energische Endspurt der Truppe von Trainer Heinz Borrek sehr spät – vielleicht zu spät – einsetzte. In der gesamten Hinrunde und in den Wintermonaten hat die Mannschaft einfach zu viel Terrain kampf- und widerstandslos abgegeben, und zu den Zeiten wurde, wenn es denn sein muß, der Grundstein zum Abstieg gelegt.

SC Union Oldesloe: Spieler, Schwarz, Völzke, Maresch, Peter Petzold, Eisenhuth, Pophal, Gossow, Hallier, Reek, La Porte.

TSV Ratekau: Madnussen, Mews, W. Maxwitat, Koslowski, Bonikowski, Ackermann (63. K. Dreziwiecki), H. Dreziwiecki, Wulf, L. Maxwitat, Kistenmacher (25. Gerke), Kuschinki.

Tore: 0:1 Wulf (8.) mit einem herrlichen 16-Meter-Schuß, der unhaltbar für Peter Spieler im Kasten einschlug; 1:1 Maresch (49.) mit unhaltbarem Kopfball nach Flanke von Hallier; 2:1 Reek (53.) mit erfolgreichem Nachschuß, als ein Schuß von La Porte gerade noch abgewehrt werden konnte; 3:1 La Porte (76.), der von Hallier hervorragend angespielt wurde, noch einen Gegenspieler aussteigen ließ und dann überlegt einschoß.

Schiedsrichter: Klatt (SC Kisdorf) mit einer befriedigenden Leistung. Eine Zeitstrafe mußte er nur Thomas Reek in der 38. Minute zudiktieren, als dieser sich lauthals und unbegründet gegen eine Entscheidung auflehnte.

Zuschauer: Weniger als 100.

Die Unioner gingen in dieses Spiel stark gehandicapt. Nicht nur auf Thomas Thom mußten sie wegen seines Platzverweises im Kreisderby gegen den SV Eichede verzichten, auch Michael Petzold stand nicht zur Verfügung, weil er sich im selbigen Spiel eine Armverletzung zugezogen hatte.

Entsprechend zerfahren und desolat war dann auch in den ersten 45 Minuten die Leistung der Mannschaft. Kaum etwas lief bei der Truppe um Kapitän Jörg Gossow zusammen und der 0:1-Rückstand zur Pause gegen eine nun wirklich ebenfalls nicht starke Ratekauer Mannschaft war sicher nicht unverdient.

Als die Oldesloer die letzten Minuten vor dem Seitenwechsel wegen der überflüssigen Zeitstrafe von Reek in Unterzahl spielen mußten, hätte der Rückstand für sie leicht sogar noch höher ausfallen können.

Nach der Pause aber riß sich die Truppe von Trainer Heinz Borrek noch einmal zusammen. Spielerisch riß sie zwar auch nun noch keine Bäume aus, aber immerhin wurde sie nun eindeutig spielbestimmend. Zugute kamen ihr dabei natürlich die beiden relativ schnellen Tore durch Maresch und Reek. Nach etwa 20 Minuten Überlegenheit wurde es zwischenzeitlich für die Unioner noch einmal eng, aber der Treffer von Manfred La Porte in der 76. Minute machte dann alles klar.

Der Sieg ging für die Oldesloer in Ordnung. Ein niveauvolles Spiel boten beide Mannschaften zwar nicht, aber damit konnte man wegen der enormen Bedeutung der Partie für den Abstiegskampf wohl auch nicht rechnen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.5.1984

 

Montag, 7. Mai 1984

Union-Mitfahrer können sich anmelden

(st) Mitfahren können Fans des SC Union Oldesloe am kommenden Wochenende zum entscheidenden Spiel in der Fußball-Bezirksliga zum SV Oldenburg. Die Abfahrt des Busses ist am Sonntag um 12 Uhr am SCU-Clubheim. Der Preis für die Fahrt beträgt 10 Mark. Anmeldungen müssen bis Donnerstag 19 Uhr unter Telefon 04531/84694) eingegangen sein.

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.5.1984

 

Sonnabend, 12. Mai 1984

In Oldenburg muß der SC Union unter allen Umständen gewinnen

(mth) Für den Stormarner Bezirksligisten SC Union Oldesloe geht es morgen um 15 Uhr beim SV Oldenburg im letzten Saisonspiel noch einmal ums Ganze. Die Mannschaft von Trainer Heinz Borrek muß die Partie unter allen Umständen gewinnen, um noch eine Chance zu haben, dem zweiten Abstieg in Folge zu entgehen.

Fest steht allerdings, daß die Oldesloer den Klassenerhalt nicht mehr allein aus eigener Kraft schaffen können. Selbst bei einem Sieg in Oldenburg könnten die Unioner noch in den sauren Apfel beißen müssen, wenn nämlich gleichzeitig der TSV Ratekau (bei SV Henstedt/Rhen) und Rot-Weiß Moisling (beim SV Fehmarn) mindestens je einen Punkt holen würden.

Bei eventueller Punktgleichheit würde bekanntlich ja die Tordifferenz die Entscheidung über die Placierung geben, und da haben die Oldesloer aussichtslos schlechte Karten. Sie müssen, das ist klar, nicht nur den einen Punkt, den sie hinter den beiden Konkurrenten zurückliegen, aufholen, sondern sie müssen wenigstens einer der beiden Mannschaften gegenüber schon noch zwei Punkte gutmachen.

Voraussetzung dafür ist, wie schon gesagt, unter allen Umständen ein Sieg, und ihn in Oldenburg zu erringen, wird mehr als schwer sein. Die Oldenburger gehören nämlich zu den Spitzenmannschaften der Klasse, ja, sie haben sogar noch eine winzige Chance auf den Meistertitel.

Diese Ausgangsposition läßt die Oldesloer natürlich nicht gerade als Favorit in die morgige Schicksalsbegegnung gehen. Aber vielleicht wächst die Mannschaft, in der Thomas Thom wegen seines Platzverweises im Kreisderby gegen den SV Eichede nach wie vor fehlen wird – sein Verlust ist nicht so leicht zu verschmerzen –‚ ja noch einmal über sich hinaus und erreicht doch noch im letzten Moment das rettende Ufer.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.5.1984

 

Sonntag, 13. Mai 1984

Oldenburger SV – Union Oldesloe 5:3 (2:2)

(30. Punktspiel)

Zweiter Abstieg in Folge

Der SC Union verkaufte sich teuer, aber es reichte in Oldenburg nicht

(mth) Die Hoffnungen der Bezirksliga-Mannschaft des SC Union Oldesloe, in letzter Minute doch noch den Klassenerhalt zu schaffen. erfüllten sich in Oldenburg nicht. Die Schützlinge von Trainer Heinz Borrek wehrten sich beim Tabellendritten zwar tapfer ihrer Haut und gingen in der ersten Halbzeit sogar auch zweimal in Führung. aber am Ende hatten sie mit 3:5 dann doch den Kürzeren gezogen.

Die Niederlage war für die Oldesloer zweifellos ein wenig unglücklich. Ein Remis hatte sich die Mannschaft wirklich verdient, aber sie mag sich damit trösten, das selbst ein Sieg ihr den Klassenerhalt nicht mehr gesichert hatte.

Es ist auch müßig und mit Sicherheit in die falsche Richtung gezielt. die Ursachen für den neuerlichen Abstieg der Stormarner Kreisstädter im Saisonschlußspiel oder auch nur in der Schlußphase der Saison zu suchen. Gerade im letzten Drittel der Serie hat die Mannschaft fast durchweg bravourös gespielt und gekämpft. Aber die Fehler und Rückstände der gesamten Hinrunde, einschließlich der ersten Rückrundenspiele, ließen sich damit nicht mehr aufholen.

Der Höhenflug der Mannschaft aus dem Kurparkstadion, der in vier Landesliga-Serien seinen Höhepunkt hatte, ist damit endgültig beendet. Die „Landung“ fiel dabei mit zwei Abstiegen in Folge derbe und hart aus. Aber im Kurparkstadion läßt man deswegen den Kopf nun nicht hängen. Gestützt auf den Stamm der Mannschaft dieses Jahres soll der neue Trainer Rainer Fischer nun eine neue Truppe aufbauen.

Bleibt zu hoffen, daß man ihm für einen grundlegenden Neuaufbau genug Zeit läßt. Unter unnötigem Erfolgsdruck, der einen sofortigen Wiederaufstieg in die Bezirksliga zur Pflicht macht. sollte man ihn dabei nicht setzen.

SV Oldenburg: F. Steckel, Soltau, Weidt, Fröschle, Jungkuhn, Humm, Klinghammer (82. K. Steckel), Loffhagen, Hay, Ruge, Wölk.

SC Union Oldesloe: Spieler, Schwarz. Michael Petzold, Peter Petzo!d, Völzke, Gossow, Eisenhuth, Reek, Maresch, Pophal, La Porte (68. Hallier).

Tore: 0:1 Eisenhuth (8.) mit einem 30-Meter-Gewaltschuß, der noch unerreichbar für Torhüter Steckel abgefälscht wurde; 1:1 Hay (20.) mit einem Kopfball nach einer Ecke; 1:2 Gossow (23.) mit einem tollen Volleyschuß in den Winkel nach Vorlage von Pophal; 2:2 Humm (35.) mit Kopfball; 3:2 Klinghammer (55.), der eine Unaufmerksamkeit der Union-Abwehr ausnutzte; 4:2 Eigentor Maresch (69.), der beim Versuch eine Flanke abzufangen ausrutschte und so den Ball unglücklich an Torhüter Spieler vorbeibugsierte; 4:3 Eisenhuth (75.) wiederum mit einem Gewaltschuß, den Torwart Steckel durch die Beine gleiten ließ; 5:3 K. Steckel (87., Handelfmeter), nachdem Schwarz ein Lattenabpraller unglücklich an den Arm gefallen war.

Schiedsrichter: Eppel (Seth) mit einer befriedigenden Leistung.

Zuschauer: Knapp 200.

Die Oldesloer waren in Oldenburg in der ersten Halbzeit der Spitzenmannschaft mindestens ebenbürtig. Die Mannschaft wußte, daß sie nur noch dann eine Chance auf den Klassenerhalt haben würde, wenn sie das Spiel gewinnen würde, und entsprechend ging sie engagiert zur Sache.

Die sehenswerten Tore von Eisenhuth und Gossow ließen ihr dann auch noch Hoffnung, auch wenn jeweils der Ausgleich der Oldenburger nie länger als zwölf Minuten auf sich warten ließ. Eine schwache Viertelstunde nach dem Seitenwechsel wurde den Oldesloern dann aber in diesem Spiel zum Verhängnis.

Der Drei-Tore-Vorsprung, den die Oldenburger in diesem Abschnitt herausholten, war dann auch im mächtigen Endspurt der Unioner nicht mehr aufzuholen. Nach dem Anschlußtreffer von Eisenhuth hatten Hallier und Maresch zwar noch mehrere Möglichkeiten zum Ausgleichstreffer, aber es reichte schließlich nicht zu einem weiteren Tor, und der für die Oldesloer unglückliche Handelfmeter brach ihnen endgültig das Genick.

STORMARNER TAGEBLATT vom 14.5.1984

 

 

 

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