SC Union Oldesloe

Die Spielzeit 1983/84 - 1. Halbjahr

 

Montag, 4. Juli 1983

SC Union Oldesloe

  • Zugänge: Martin Berg (VfL Rethwisch), Peter Petzold (VfL Oldesloe), Wolfram Matysik (SV Rümpel), Volker Eisenhuth (SV Tralau), Detlef Rädisch, Thorsten Schwarz (beide eigener Nachwuchs).
  • Abgänge: Holger Kotz (VfL Oldesloe), Heinz Borrek (wird Betreuer der Liga). Peter Metzing (fraglich, ob er nach seiner Operation noch eingesetzt werden kann).
  • Trainer: Klaus-Dieter Vernimb bleibt.
  • Das Aufgebot, Tor: Peter Spieler.
  • Abwehr: Michael Petzold, Udo Rausch, Jörg Gossow, Peter Petzold, Thorsten Schwarz.
  • Mittelfeld: Uwe Pophal, Thomas Thom, Detlef Rädisch, Bodo Völzke.
  • Angriff: Thomas Reek, Holger Jack, Jürgen Keuchel, Martin Berg, Wolfram Matysik, Volker Eisenhuth, Harald Ringel.

Trainingsbeginn: 19. Juli.

Vorbereitungsspiele: Neben dem Kreispokal, der Ende Juli ausgespielt werden soll, steht bei Union Oldesloe ein Turnier in Eichede am 27./28. Juli gegen VfL Oldesloe, TSV Ahrensburg und den SV Eichede auf dem Programm. Auch beim Turnier in Grabau vom 2. bis 6. August will man sich beteiligen.

Zielsetzung: Unter den ersten fünf Teams möchte der SC Union Oldesloe am Ende der Saison 1983/84 in der Bezirksliga Lübeck stehen, Neben einer stabilen Abwehr um Peter Petzold glaubt man in Oldesloe nun auch einen schlagkräftigen Sturm zu haben, an dem es dem Landesliga-Absteiger im letzten Jahr ja gefehlt hatte. Erfreut ist man bei Union darüber, daß Thomas Reek seinem Verein treu geblieben ist, obwohl ihm mehrere interessante Angebote von anderen Klubs vorgelegen hatten. Neben Thomas Reek sollen vor allem die Neuen Martin Berg, Wolfram Matysik und Volker Eisenhuth im Angriff für neuen Schwung sorgen. Abzuwarten bleibt, ob sich diese drei gegen Holger Jack, Jürgen Keuchel und Harald Ringel durchsetzen können.

SPORT-AKTUELL vom 4.7.1983

 

Sonnabend, 16. Juli 1983

Reizvolles Turnier beim SV Eichede

(mk) TSV Ahrensburg gegen Union Oldesloe und VfL Oldesloe gegen SV Eichede – so lauten die Paarungen für das Rahn-Pokalturnier am Mittwoch, dem 27. Juli, in Eichede. Die Paarungen des ersten Spieltages wurden gestern in den Redaktionsräumen des „Stormarner Tageblattes“ gezogen, und zwar auf Wunsch des Organisators Manfred Klitzke. Das Spiel TSV Ahrensburg gegen Union Oldesloe findet um 18.45 Uhr statt. Danach, um 20.10 Uhr, spielt der VfL Oldesloe gegen den SV Eichede. Beide Begegnungen werden im Eicheder Stadion ausgetragen.

Die Verlierer treten einen Tag später um 18.45 Uhr gegeneinander an, um den dritten Platz auszuspielen. Das Endspiel schließt sich an. Für die Fußballfans ist dieses Turnier sicher sehr reizvoll, sind doch bis auf TuS Hoisdorf die klassenhöchsten Fußballteams aus Stormarn vertreten. Hoisdorf nimmt aus terminlichen Gründen nicht daran teil.

Die Preise für dieses Turnier, das zum erstenmal stattfindet und zu einer ständigen Einrichtung werden soll, stiftete die Ahrensburger Firma Bungalow-Bau-Rahn. Der Sieger erhält 350 Mark, einen Wanderpokal und einen Ehrenteller. Geld winkt auch dem Zweit-, Dritt-und Viertplacierten (200, 100, 50 Mark). Wer den wertvollen Pokal dreimal gewonnen hat, darf ihn behalten.

Die Spielzeit beträgt zweimal 30 Minuten. Gibt es danach keinen Sieger, entscheidet ein Elfmeterschießen. Lediglich für das Endspiel ist eine Verlängerung von zweimal zehn Minuten vorgesehen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.7.1983

 

Mittwoch, 27. Juli 1983

Ahrensburger TSV – Union Oldesloe 2:1

(In Eichede: Rahn-Pokal)

Oldesloer Teams verloren im Rahn-Pokal

Eichede im Endspiel gegen TSV Ahrensburg

(cv) Erster Spieltag beim Rahn-Turnier in Eichede und gleich eine faustdicke Überraschung. Im zweiten Spiel des Abends trennten sich die Platzherren vom SV Eichede und der VfL Oldesloe nach der regulären Spielzeit mit 1:1 Toren. Die Entscheidung fiel im anschließenden Elfmeterschießen zugunsten der Eicheder. …

Überlegen dagegen die Spieler des Ahrensburger TSV gegen Union Oldesloe. Zwar hatten die Ahrensburger nur vier oder fünf klare Chancen, auch verteilte die Abwehr nach Meinung des Ahrensburger Coaches Klaus Rohleder die Bälle zu ungenau, der 2:1-Erfolg geht jedoch völlig in Ordnung. In Spielanlage und Ballbeherrschung waren die Ahrensburger den Kreisstädtern überlegen.

Nach dem 1:0, einem von Wolfgang Müller verwandelten Elfmeter, der bei vielen Fans zumindest umstritten war, glichen die SCer durch die Verwandlung eines ebenso umstrittenen Strafstoßes aus, den Peter Petzold verwandelte. Die Entscheidung fiel durch Thomas Jahn, der eine Linksflanke per Kopf ins Netz lenkte. Zuvor hatte Keeper Peter Spieler den Ball nur abschlagen können; direkt auf den Gegner. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.7.1983

 

Donnerstag, 28. Juli 1983

VfL Oldesloe – Union Oldesloe 2:0

(In Eichede: Rahn-Pokal)

ATSV mit 1:0 über Eichede Gewinner des Rahn-Pokals

VfL entschied Lokalderby für sich

(cv) Vier Stormarner Spitzenteams stritten in Eichede um Sieg und Platz im Rahn-Turnier. Veranstaltet vom SVE mit Unterstützung einer Ahrensburger Baufirma, hatten sich die Fußballer des VfL Oldesloe, des SC Union Oldesloe sowie des Ahrensburger TSV und die Kicker des gastgebenden SV Eichede in zwei Vorrundenspielen über die Ausgangspositionen für den Kampf um die Plätze geeinigt.

Aus der Paarung VfL und SVE gingen Letztere als Sieger hervor, das Spiel Union gegen ATSV gewannen die Ahrensburger. Somit standen sich die beiden Oldesloer Vereine im Kampf um die Plätze drei und vier gegenüber.

Mit 2:0 Toren siegten die Spieler des VfL und sicherten sich einen gravierten Becher sowie 100 Mark. Platz vier sowie der Geldpreis von 50 Mark gingen an den zweiten Oldesloer Club, den SC Union. Verdient gewonnen beurteilten die Zuschauer die Leistungen, meinten aber auch, daß den Siemering-Schützlingen das Glück zur Seite gestanden hätte.

So bekam Frank Lienau einen Flankenball so glücklich auf den Fuß, daß es für Peter Spieler im Union-Tor nichts zu halten gab.

Nach dem Seitenwechsel nahmen die Bezirksligisten aus dem Kurparkstadion langsam das Geschehen in die Hand. Kampfbetont suchten sie ihre Chance. Ein Tor von Andreas Niemann aber bremste ihren Elan. Der zwei-Tore-Vorsprung des VfL der konnte von ihnen nicht eingeholt werden. Fazit: Ein Lokalderby, dessen Ergebnis vielleicht um ein Tor zu hoch ausfiel.

Ein 2:1-Erfolg des VfL hätte die Spielanteile besser wiedergegeben. Ein dickes Lob heimste der Oldesloer Schlußmann ein. Er zeigte wieder seine alte, zuletzt vermißte Form.

Freute sich Eichedes Vorsitzender Manfred Klitzke; „Vier Stormarner Spitzenteams zusammen in einem Turnier, wann gibt es das sonst? Im nächsten Jahr machen wir wieder solch eine Veranstaltung.“

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.7.1983

 

Sonnabend, 30. Juli 1983

SV Hammoor – Union Oldesloe 2:5 (2:3)

(Kreispokal)

Beinahe Überraschung im Kreispokal

SC Union setzte sich erst im Endspurt mit 5:2 Toren durch

(un) Der zwei Klassen tiefere Gastgeber SV Hammoor hatte im Kreispokalspiel gegen den SC Union Oldesloe lange mithalten können. Zeitweise war sogar eine Überraschung zu erwarten, aber am Ende siegten doch die Kreisstädter verdient mit 5:2, Halbzeit 3:2.

Freistöße sollten wohl dieses Spiel entscheiden, und zwar vom Oldesloer Libero Peter Petzold. So in der achten Minute. Nach einem Foul an Mittelstürmer Reek legte sich der Oldesloer den Ball ruhig hin und schoß von der 16-Meter-Linie direkt ins Tor. Hier sah allerdings der Torwart der Gastgeber nicht gerade gut aus, denn er stand hinter seiner Mauer. Alles schien normal zu laufen, aber der SV Hammoor wollte keineswegs „untergehen“ und stürmte weiter. Stets waren die Konter des SVH gefährlich, und so führte dann auch einer in der 14. Minute zum Ausgleich. Einen Steilpaß von Schwinkendorf nahm Zucht auf und knapp im Strafraum zog er ab. Der Ball war so scharf geschossen, daß der Oldesloer Torwart Timm den Ball nicht festhalten konnte und ins Tor sprang.

Nun schnupperte man auf Hammoorer Seite Morgenluft und wollte gleich ein weiteres Tor erzielen. Auf der linken Seite spielte sich der Hammoorer Dwenger durch, lief in den Strafraum, umspielte den Keeper und schoß zum vielumjubelten Führungstreffer der Gastgeber ein. Dies alles passierte in der 18. Minute. Nun mußten die Unioner kommen, aber ihr Spiel war noch etwas unkonzentriert vorgetragen. Die Gastgeber wollten wohl mit einer Führung in die Halbzeit gehen, da brachte ein Doppelschlag der Gäste doch noch die Wende.

In der 38. Minute gab es erneut einen Freistoß für Oldesloe in Höhe der Strafraumlinie. Wieder legte sich Petzold den Ball zurecht, diesmal ging der Ball an der Mauer vorbei ins gegnerische Tor. Das wohl schönste Tor des Tages fiel zwei Minuten später. Nach einer Ecke von Pophal nahm Mittelstürmer Reek den Ball direkt aus der Drehung und es hieß 3:2 für den SC Union.

Nun wollte sich Union natürlich nicht mehr das Heft aus der Hand nehmen lassen und gleich nach Wiederbeginn setzte Pophal einen Schuß gegen die Latte, wiederum nach Freistoß Petzold. Allerdings dauerte es bis zur 67. Minute, ehe Union Oldesloe das 4:2 gelang. Eine Flanke von Berg ließ Reek durch die Beine gleiten und vom Ham-moorer Verteidiger Gerken sprang der Ball Ins eigene Tor.

Den knapp 50 zahlenden Zuschauern wurde aber auch von den Gastgebern weiterhin guter Fußball geboten, so traf Tietjen in der 75. Minute nur die Latte, und Dwenger setzte sich erst gegen zwei Oldesloer Spieler durch und scheiterte dann am Torwart.

Den Endstand zum 5:2 setzte in der 85. Minute Elsenhuth aus halblinker Position, nach Freistoß von Petzold. Die letzte, große Chance hatte dann eine Minute vor Spielende Gerken zur Ergebnisverbesserung, aber er scheiterte ein weiteres Mal am Oldesloer Torwart. Überhaupt waren beide Torleute (bis auf jeweils einen kleinen Fehler) diejenigen, die sich auszeichnen konnten.

SV Hammoor: Bargner, Habermann, Gerken, Funk, Tietjen, Schwinkendorf (60. Fantke), E. Schwarz, Zaack, Potenberg, Zucht, Dwenger.

SC Union Oldesloe: Timm, Bohnhof (60. Thorsten Schwarz), Eisenhuth, Gossow, Petzold, VöIzke, Matysik (75. La Porte), Jack, Reek, Pophal, Berg.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.8.1983

 

Montag, 1. August 1983

KIingberg- Turnier

(cv) Sein erstes Klingberg-Turnier veranstaltet der TSV Grabau ab morgen bis einschließIich Sonnabend, dem 6. August. Sechs Mannschaften beteiligen sich; sie wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. In der Gruppe A treffen der SV Sülfeld, der SC Union Oldesloe und der SC Leezen aufeinander, in der Gruppe B spielen der Tralauer SV, TuS Hartenholm sowie Gastgeber TSV Grabau. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.8.1983

 

Dienstag, 2. August 1983

(mth) In die zweite Runde geht am Mittwoch dieser Woche der Pokalwettbewerb des Kreisfußballverbandes Stormarn. … Hochinteressant swchli8elich wird es auch in Wilstedt, wo der Bezirksliga-Absteiger den Landesliga-Absteiger SC Union Oldesloe erwartet. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.8.1983

 

Dienstag, 2. August 1983

SV Sülfeld – Union Oldesloe 2:3

(In Grabau: Klingberg-Turnier)

Der SC Union hatte mit Kreisligist Sülfeld Mühe

(cv) Der erste Spieltag um den Klingberg-Pokal in Grabau brachte die erwarteten Ergebnisse. Im ersten Spiel des Turniers besiegten die Spieler des SC Union Oldesloe ihre Gegner vom SV Sülfeld mit 3:2 Toren.

Erst in der Schlußphase der Begegnung hatten die Oldesloer den zweifachen Klassenunterschied gegenüber den Sülfeldern deutlich machen können. Durch einen von Borgert verwandelten Elfmeter ging der Segeberger Kreisligist sogar in Führung. Zwei Tore von Petzold wendeten das Blatt. Als in der 80. Minute Pflugradt erneut den Gleichstand herstellte, war wieder alles offen. Erst zwei Minuten vor Schluß erzielte Thom das Siegtor für die Oldesloer. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 3.8.1983

 

Mittwoch, 3. August 1983

Wilstedter SV – Union Oldesloe 2:4 (1:1)

(Kreispokal)

Einige Favoriten taten sich schwer, aber niemand strauchelte

(st) Auch die zweite Runde des diesjährigen Fußballpokalwettbewerbs auf Kreisebene verlief ohne große Sensation. …

Beide Mannschaften boten in dieser Partie nur eine sehr schwache Leistung. Am Ende setzte sich dann die größere Routine der Kreisstädter gegenüber der stark verjüngten Wilstedter Mannschaft verdient durch. In der 10. Minute brachte Suchsdorf die Platzherren mit 1:0 in Führung und es dauerte immerhin bis zur 43. Minute, ehe Gossow den verdienten Gleichstand zur Pause erzwingen konnte. Schüler mit einem Weitschuß In der 50. Minute und Eisenhuth mit einem verwandelten Freistoß in der 70. Minute schafften dann schnell die Vorentscheidung für die Gäste. Berg schraubte in der 81. Minute den Vorsprung sogar auf 4:1, ehe Pajewski zwei Minuten vor dem Abpfiff wenigstens noch eine Resultatsverbesserung brachte. Drei der vier Oldesloer Tore wurden von Fehlern des Wilstedter Ersatztorhüters begünstigt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.8.1983

 

Donnerstag, 4. August 1983

Union Oldesloe – Leezener SC 3:1

(In Grabau: Klingberg-Turnier)

(cv) Beim erstmals in diesem Jahr durchgeführten Kling-bergturnier des TSV Grabau gab es die folgenden Ergebnisse: Der SC Union Oldesloe schlug den SC Leezen durch Tore von Gossow, Thom und Matysik mit 3:1 und Gastgeber TSV Grabau unterlag TuS Hartenholm mit 0:1.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.8.1983

 

Freitag, 5. August 1983

Viertelfinale im Kreispokal

Stolpern nun endlich die ersten Favoriten?

(mth) Im Fußball-Kreispokal rücken, kaum daß der Wettbewerb am letzten Sonntag begonnen hatte, die Entscheidungen schon immer näher. Am Wochenende steigen schon die vier Viertelfinalbegegnungen und bereits am Dienstag werden in den beiden Halbfinals nicht nur die beiden Endspielteilnehmer ermittelt, sondern auch die beiden Clubs, die im nächsten Jahr für den Bezirkspokalwettbewerb gemeldet werden. …

In den vier Begegnungen des Viertelfinales kommt es durchweg zu der Konstellation, daß die Heimmannschaften klassenhöhere Teams empfangen. Am krassesten ist der Klassenunterschied in der Partie des A-Klassenvertreters SC Elmenhorst gegen den Bezirksligisten SC Union Oldesloe. Natürlich sind die Oldesloer für dieses Spiel klar favorisiert, aber auch der SCE hat sich einiges vorgenommen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.8.1983

 

Sonnabend, 6. August 1983

Endspiele: NN

(In Grabau: Klingberg-Pokal)

 

Sonntag, 7. August 1983

SC Elmenhorst – Union Oldesloe 8:7 (4:4, 1:2) n.E.

(Kreispokal)

SC Union aus dem Rennen geworfen

A-Klassist SC Elmenhorst sorgt für Pokalfurore

(st) Für die Überraschung schlechthin sorgte in den Viertelfinalspielen des Kreispokals der letzte A-Klassenvertreter in diesem Wettbewerb, der SC Elmenhorst. Die Elmenhorster hielten gegen Landesliga-Absteiger SC Union Oldesloe nicht nur ein 4:4-Unentschieden über die reguläre Spielzeit und Verlängerung, sie hatten dann auch im Elfmeterschießen das bessere Ende für sich und sorgten bei der Truppe von Trainer Hans-Dieter Vernimb für lange Gesichter. …

Erst nach einem Elfmeterschießen wurde die Pokalbegegnung in Elmenhorst entschieden. 4:4 war der Spielstand nach der regulären Spielzeit. Unions Peter Petzold hatte das erste Tor geschossen. Büll glich aus, Eisenhuth brachte Union dann wieder nach vorn. Nach dem Seitenwechsel wurden die Platzherren immer stärker. Besonders Büll lief zur Höchstform auf. Die Tore machten aber vorerst die Gäste. Lütjes Ausgleich folgten Matysiks und Gossows Treffer. Büll verkürzte auf 3:4 für den SCE. In der Schluß-minute glich Lüthje zum 4:4 aus. Die Verlängerung gestalteten die Elmenhorster überlegen. Der SC Union zeigte Konditionsmängel, ein Spiel am Vortag in Grabau kostete viel Kraft. Erst ein Elfmeterschießen brachte schließlich die Entscheidung. Steffens, Torwart Behrens, Kielhorn und Lütje stellten den Endstand her.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.8.1983

 

Sonnabend, 13. August 1983

SC Union: Gegen Oldenburg ist eine Steigerung fällig

(mth) Vier Jahre lang hat der SC Union Oldesloe in der Fußball-Landesliga Süd gespielt – drei davon mit Bravour und beachtlichem Erfolg, ehe es im letzten Jahr bergab ging – doch dann hat sie der Abstieg ereilt.

Nun heißt es im Kurparkstadion wieder kleinere Brötchen zu backen. Aber auch in der Bezirksliga wird es für die Stormarner Kreisstädter sicherlich kein „Honigschlecken“ werden. Trainer Hans-Dieter Vernimb strahlt zwar große Zuversicht aus und gibt als Parole den sofortigen Wiederaufstieg aus, aber da heißt es erst einmal abwarten.

Die Mannschaft, das wurde schon im letzten Jahr deutlich, ist im Umbruch und so wie es den Anschein hat, wird es noch geraume Zeit dauern, ehe eine neue spielerische Einheit zusammengewachsen ist.

Das erste Heimspiel der neuen Saison am Sonntag um 15 Uhr gegen den SV Oldenburg wird sicherlich schon erste Aufschlüsse darüber geben, wohin der Weg der Mannen um Kapitän Thom geht. Gegenüber den Leistungen der Oldesloer in den Vorbereitungsspielen, insbesondere in den Spielen um den Kreispokal, wo es mit der sensationellen Niederlage beim A-Klassenvertreter SC Elmenhorst am letzten Sonntag doch eine ziemliche Blamage gab, ist unbedingt eine gehörige Steigerung fällig, wenn es im Spiel gegen die Oldenburger, die in der letzten Serie eine gute Rolle in der Bezirksliga spielten und sich für dieses Jahr viel vorgenommen haben, keine unangenehme Überraschung geben soll.

Sicherlich, wie wir die Männer vom Kurparkstadion kennen, lassen sie sich vom Abstieg nicht unterkriegen, wichtig für eine erfolgversprechende Zukunft wird sein, wie sie ihrem Angriff, seit Jahren das große Sorgenkind, endlich mehr Durchschlagskraft verleihen können. Allein auf Freistoßtore von Peter Petzold (vom VfL wieder zurück zu Union) wird man sich da nicht verlassen können.

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.8.1983

 

Sonntag, 14. August 1983

Union Oldesloe – Oldenburger SV 1:3 (1:0)

(1. Punktspiel)

Union noch lange nicht in Bestform

1:3-Heimniederlage gegen SV Oldenburg,

Union produzierte klassischen Fehlstart

(mth) Einen ausgesprochenen Fehlstart in der Bezirksliga Lübeck produzierte Landesliga-Absteiger SC Union Oldesloe. Im heimischen Kurparkstadion kassierten die Schützlinge von Trainer Hans-Dieter Vernimb eine schmerzhafte 1:3-Niederlage gegen den SV Oldenburg, nachdem sie mehr als Dreiviertel der Spielzeit mit 1:0 geführt hatten. Der Sieg der Gästeging dabei durchaus in Ordnung. Sie enttäuschten zwar in der ersten Halbzeit, beherrschten aber nach dem Seitenwechsel die Szene und hatten reichlich Torchancen, weil die Abwehr der Unioner, einschließlich Torhüter Peter Spieler, nicht den sichersten Eindruck hinterließ.

Wie schon im Pokalspiel in Elmenhorst eine Woche vor dem Punktspielstart war die Gesamtleistung der Oldesloer wieder unbefriedigend. Vor der Pause zeigte die Mannschaft zwar ein paar gute Ansätze, aber nach dem Seitenwechsel geriet das Team um Mannschaftsführer Thomas Thom völlig aus den Fugen und erinnerte über weite Strecken an die desolate Verfassung, die in der letzten Saison zum Landesliga-Abstieg führte.

Wenn es Trainer und Mannschaft nicht sehr schnell gelingt, eine Wende zum Guten herbeizuführen, wird aus dem erstrebten Saisonziel, möglichst in der Spitzengruppe mitzuspielen und einen Wiederaufstieg in die Landesliga im Auge zu behalten, nichts werden. Im anderen Fall braucht man kein Prophet zu sein, um den Männern vom Kurparkstadion eine schwere erste Bezirksliga-Saison vorauszusagen.

SC Union Oldesloe: Spieler, Michael Petzold, Eisenhuth, Peter Petzold, Gossow, Völzke (82. Schwarz), Thom, Pophal, Keuchel, Schüler, Berg (70. Jack).

SV Oldenburg J. Steckel, Völkner, Schön, Junkuhn, Fröschle, Reese, Wölk, Loffhagen (70. Hay), K. Steckel, De-Kathen, Ruge.

Tore: 1:0 Keuchel (12.) mit herrlichem Heber von der Strafraumgrenze nach Vorarbeit von Thom; 1:1 Ruge (73.) mit nicht ganz unhaltbar erscheinenden Flachschuß; 1:2 Hay (81.) mit Kopfball, als Spieler bei einer hohen Flanke durch den Fünfmeterraum auf der Torlinie kleben blieb; 1:3 Hay (89.), der einen Konterangriff gegen eine nun völlig entblößte Union-Abwehr konsequent abschloß.

Schiedsrichter: Menzel (Müssen) mit guter Leistung.

Zuschauer: Kaum 100.

Die Oldesloer, bei denen mit Peter Petzold, Eisenhuth und Berg drei Neuzugänge zum Zuge kamen, von denen nur der frühere Tralauer Eisenhuth zu überzeugen wußte, während bei Petzold Licht und Schatten wechselten und Berg noch reichlich Anpassungsschwierigkeiten offenbarte, fanden relativ früh zu ihrem Spiel.

Angetrieben von Pophal, Thom und Gossow zog die Mannschaft ein durchdachtes Kombinationsspiel auf, das noch sicherer wurde, als Keuchel das frühe Führungstor gelang. So recht Druck auf das Tor der bis dahin sehr schwachen Gäste allerdings wurde dabei nicht entwickelt, weil immer dann, wenn die Bälle in die Spitze gingen, sie den Angriffsspielern von den Füßen sprangen. Mit zunehmender Spieldauer blieben dann auch Kombinationsansätze aus und man wurde zusehends konzeptloser, woran auch der routinierte Uwe Pophal trotz allen Einsatzes nichts ändern konnte.

Nach der Pause drehten die Oldenburger dann auf, und die Stormarner konnten bei einer Reihe von klaren Chancen von Glück sagen, daß nicht schon frühzeitig der Ausgleich fiel. Unter Druck unterliefen der vorher recht sicher und kompakt wirkenden Union-Abwehr zahlreiche Fehler.

Nicht frei davon war auch Torhüter Peter Spieler, der dann auch beim Ausgleich in der 73. Minute und beim Führungstor der Gäste nicht sonderlich glücklich wirkte. Ihm aber die Schuld an der Niederlage zuzuschieben, wäre sicherlich verfehlt. Bei der Fülle der klaren Chancen der Gäste, denen die Oldesloer kaum noch Gleichwertiges entgegensetzen konnten, waren Tore schier unvermeidlich.

In den Schlußminuten versuchte der SC Union dann zwar mit ungestümen Schlußspurt noch zu retten, was nicht mehr zu retten war, aber mehr als Stückwerk kam dabei nicht heraus.

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.8.1983

 

Sonnabend, 20. August 1983

SC Union ist auch in Schlutup nicht favorisiert

(mth) Der Oldesloer Absteiger aus der Landesliga, SC Union, hatte sich seinen Start in die Bezirksliga eigentlich ganz anders vorgestellt. Die Truppe von Trainer Hans-Dieter Vernimb war eigentlich ganz darauf eingestellt, von vornherein in der Spitzengruppe der Klasse mitzumischen, um stets eine Chance auf den sofortigen Wiederaufstieg zu behalten.

Nun ist natürlich mit der 1:3-Niederlage gegen den SV Oldenburg noch lange nicht Hopfen und Malz in dieser Richtung verloren, man soll schließlich ein einziges Spiel nicht überbewerten, die Art und Weise allerdings, wie diese Niederlage zustande kam, muß doch zu denken geben.

Der SC Union zeigte nur gut eine halbe Stunde lang erfolgversprechende Ansätze, verfiel dann aber wieder in altbekannte Schwächen und offenbarte dazu noch gravierende Konditionsrückstände, Dort vor allem hat der Coach in dieser Woche die Hebel angesetzt und knüppelhart gearbeitet mit seinen Schützlingen.

Ob dieses allerdings schon Früchte trägt, muß abgewartet werden, denn gute Kondition gibt's nicht im Handumdrehen.

Die Oldesloer jedenfalls können in Schlutup eigentlich unbeschwert aufspielen. Favorit sind sie im Gegensatz zur Partie am letzten Sonntag in keinem Fall und eigentlich hat die Mannschaft mit der Außenseiterrolle ja die besten Erfahrungen gemacht.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.8.1983

 

Sonntag, 21. August 1983

TSV Schlutup – Union Oldesloe 2:1 (0:1)

(2. Punktspiel)

Union noch ohne Punkt

Wieder reichte den Unionern ein 1:0-Vorsprung nicht zum Erfolg

(mth) Wie der Lokalrivale VfL in der Landesliga muß auch in der Bezirksliga Lübeck der SC Union Oldesloe weiter auf den ersten Punktgewinn warten. Für Mannschaften, die gerade eine Klasse abgestiegen sind und die natürlich den Ehrgeiz haben, wenn schon nicht den sofortigen Wiederaufstieg zu schaffen, so doch wenigstens in der Spitzengruppe der neuen Klasse mitzumischen, natürlich auch nach bisher nur zwei Spieltagen ein herber Rückschlag.

Die Unioner kassierten beim TSV Schlutup, wie schon am Vorsonntag zu Hause gegen den SV Oldenburg, eine 1:2-Niederlage, und wie schon im ersten Spiel vermochten die Unioner eine 1:0-Führung nicht über die Zeit zu bringen. Allerdings war in Schlutup fehlende Kondition nicht so sehr die Ursache. In dieser Hinsicht zeigten sich die Oldesloer erheblich verbessert, aber ihr Angriffsspiel – Sorgenkind des Vereins seit Jahren – war wieder einmal nicht druckvoll genug. Hinzu kam noch eine Portion Pech. denn die Unioner, die wirklich aufrichtig kämpften, und ein Unentschieden verdient gehabt hätten, verzeichneten drei Minuten vor Spielschluß einen kapitalen Pfostenschuß von Schüler, der leicht auch den Weg ins Tor hätte finden können.

TSV Schlutup: Weidt, Schümann, Willwarter, Kunze, Gruhn, Schröder, Timmermann, Evers, Dorst, Hevek (71. Meterhausen), Maier.

SC Union Oldesloe: Spieler, Michel Petzold, Eisenhuth, Gossow, Peter Petzold, Völzke, Keuchel (63. Schwarz), Thom, Jack (62. Berg), Pophal, Schüler.

Tore: 0:1 Gossow (31.) mit Kopfball nach Vorlage von Peter Petzold; 1:1 Dorst (55.) mit einem Freistoß aus spitzem Winkel, der noch unglücklich abgefälscht wurde; 2:1 Schröder (60.), der mit einem Alleingang die gesamte Oldesloer Abwehr überlief.

Schiedsrichter: Lehmann (TSV Salm) mit einer zufriedenstellenden Leistung.

Die Schlutuper fanden in dieser Begegnung schneller zu ihrem Spiel und hatten durch ihren gefährlichen Mittelstürmer Dorst auch die ersten Chancen. Nach rund 20 Minuten aber legte der SC Union mehr und mehr seinen Respekt ab und bekam nun auch – vornehmlich durch Pophal, Thom und Gossow – mehrere Chancen. Eine davon nutzte Gossow in der 31. Minute, und die Führung zum Seitenwechsel war sicherlich nicht unverdient für die Unioner.

Auch nach der Pause hatten zunächst wieder die Schlutuper den besseren Start. Sie drängten den SC Union nun mächtig zurück, und sie erzielten innerhalb von fünf Minuten zwischen der 55. und 60. Minute auch zwei Tore. Die Oldesloer aber gaben sich noch lange nicht geschlagen. Trainer Hans-Dieter Vernimb wechselte mit Berg und Schwarz zwei neue Leute für seinen wieder einmal enttäuschenden Angriff ein.

Es gelang dann auch, die Schlutuper in der eigenen Hälfte einzuschnüren, was dafür spricht, das das zwischenzeitlich absolvierte Konditionstraining Früchte getragen hat, allein ein Torerfolg blieb den Stormarner versagt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.8.1983

 

Sonnabend, 27. August 1983

Erster Punktgewinn für SC Union ist langsam fällig

(mth) Als der SC Union Oldesloe in der letzten Saison in der Landesliga Süd einen Mißerfolg nach dem anderen erlebte, war die Ursache für die Misere, die letztendlich dann zum Abstieg in die Bezirksliga führte, hauptsächlich darin zu sehen, daß es die Stürmer der Mannschaft aus dem Kurparkstadion einfach nicht verstanden, aus Chancen auch Treffer zu machen.

Ungezählte Spiele der Unioner blieben torlos, zumindestens, was die eigene Ausbeute anging, und der Wunsch endlich einmal in einem Spiel in Führung zu gehen, wurde geradezu zum Stoßgebet. In den beiden bisherigen Spielen der neuen Saison ist dieser Wunsch in beiden Spielen in Erfüllung gegangen, zu zählbaren Erfolgen indes hat er deswegen noch nicht geführt.

Im Gegenteil: Der Landesliga-Absteiger ist nach zwei Spielen immer noch ohne jeden Punktgewinn und ziert einträchtig mit dem Kreisrivalen SV Eichede das Tabellenende. Dort so schnell wie irgend möglich wieder zu verschwinden ist oberstes Ziel aller Anstrengungen von Trainer Hans-Dieter Vernimb.

Beim Spiel in Schlutup waren dabei Fortschritte – vor allem in konditioneller Hinsicht – gegenüber der schwachen Leistung gegen den Oldenburger SV schon unübersehbar. Im zweiten Saisonheimspiel am Sonntag um 15 Uhr im Kurparkstadion gegen TS Bad Bramstedt soll nun endlich der erste Coup gelingen.

Der erste Punktgewinn, am besten sogar der erste Sieg, ist nun langsam fällig, nicht zuletzt auch, um die schon klein gewordene Zahl der treuen Anhänger zu versöhnen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.8.1983

 

Sonntag, 28. August 1983

Union Oldesloe – Bramstedter TS 2:3 (1:0)

(3. Punktspiel)

Wieder ein Beinahe-Sieg des SC Union Oldesloe

Es bleibt das Problem, weniger Tore zu bekommen als zu schießen

(cv) Wie war das noch in den vorausgegangenen Spielen bei SC Union Oldesloe? Zuerst legten die Spieler ein tolles Tempo vor, erzielten prompt den Führungstreffer, um dann doch noch eine Niederlage zu kassieren. Gegen Bramstedt schien sich alles ganz anders zu entwickeln.

Zwar gingen die Oldesloer auch diesmal wieder in Führung, nachdem eine Halbzeit lang wenig erbaulicher. Fußball gezeigt worden war, auch fiel gleich nach der Pause das Gegentor der Gäste aus Bramstedt, aber die Kreisstädter gaben das Heft wider Erwarten nicht aus der Hand. Sie glichen wieder aus. Letztlich kam aber doch alles so, wie es die Zuschauer gewohnt waren.

Kurz vor Spielende „erhielten“ die Gäste ihre Chance, um zu einem Sieg zu kommen. Für Peter Spieler im Tor der Oldesloer gab es wenig zu halten, als Kallinick aus sieben, acht Meter Entfernung auf das Tor abzog. 3:2 für die Gäste stand es damit. Wenig erfreulich für die Platzherren, denn das war auch der Endstand.

Für den soeben aus der Landesliga abgestiegenen Oldesloer Verein wird es langsam eng. Die Verantwortlichen sollten sich ernsthaft Gedanken machen, wie das bisherige Abrutschen gebremst werden kann, bevor es zum Absturz wird.

SC Union Oldesloe: Spieler, Michael Petzold, Völzke (67. Schwarz), Peter Petzold, Pophal, Gossow, Jack, Thom, Stobbe, Schüler, Eisenhuth.

TS Bad Bramstedt: Feger, Kallinick, Reedmann, Bollmann, Dassau, Käselau, Mallast (66. Hoffeman), Blume, Jahnke, Granitzing, Johannison.

Tore: 1:0 Volker Eisenhuth (42.); 1:1 Käselau (47., Elfmeter); 2:1 Volker Eisenhuth (69.), durch bildschöne Einzelleistung fast von der Grundlinie bis in den Strafraum, 2:2 Dassau (76.), nach Abwehrfehler, trotz Unterzahl der Gäste, 2:3 Kallinick (88.).

Schiedsrichter : Reditzki (VfB Lübeck), der nicht unbedingt seinen besten Tag erwischt hatte.

Zuschauer: Rund 80.

Mit Volker Eisenhuth scheint endlich ein neuer Stern am SC-Fußballhimmel aufzugehen. Der Neuzugang vom Tralauer SV schießt Tore. Gleich zweimal schlug er zu. Drei Minuten vor der Pause überlistete er die Abwehr des Gegners. Während dieser Abseits reklamierte – zu Unrecht – jagte der Oldesloer den Ball ins Netz von Torhüter Reinhard Feger. Mit einem herrlichen Alleingang erzielte er rund 20 Minuten später den zweiten Treffer für sein Team.

Vorher aber hatte Bodo Völzke einen Elfmeter verschuldet. Käselau verwandelte sicher. Der Oldesloer Schlußmann Spieler ärgerte sich mehr über die Entscheidung des „Schiris“ als über das Tor. „Das war keine Situation für einen Eifer“, entrüstete er sich.

In einer Phase zahlenmäßiger Überlegenheit – Kallinick saß gerade für zehn Minuten am Spielfeldrand (wegen Meckerns) – krachte es erneut im Oldesloer Kasten. Flach schoß Dassau ein. Danach begannen die Oldesloer eine regelrechte Aufholjagd. In dieser Phase brachte ihr Coach mit Thorsten Schwarz einen weiteren Mittelfeldspieler, der, so muß man vermuten, den Angriffen des Teams mehr Druck geben sollte.

Mit Bodo Völzke ging ein Spieler vom Platz, der zwar den Strafstoß verschuldet hatte, der zum Ausgleich führte, der aber wie eine „Dampframme“ zwischen die angreifenden Stürmer des Gegners gehen kann und sich so gehörig Respekt verschafft. Bestimmt wäre der eine oder andere Spieler aus dem Lager des Gastgebers entbehrlicher gewesen.

Zwei Treffer der Bad Bramstedter besiegelten schließlich das Schicksal der streckenweise recht druckvoll agierenden Oldesloer.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.8.1983

 

Sonnabend, 3. September 1983

SC Union hofft auf ein kleines Fußballwunder

(cv) Außer einer Portion Hoffnung blieb den Spielern des SC Union Oldesloe nicht viel, nach den drei Niederlagen, mit denen sie die neue Saison begannen. Morgen um 15 Uhr müssen die Oldesloer beim SV Henstedt/ Rhen zum viertenmal in der neuen Saison gegen einen Gegner antreten.

Kleiner wurden in den bisherigen Spieltagen nicht nur die Hoffnungen, doch noch zu einem einigermaßen sicheren Tabellenplatz zu kommen, auch das Häuflein der Unentwegten, die dem Verein die Treue halten, reduzierte sich immer mehr. Als sich dann an vergangenen Wochenende durch zwei Tore von Volker Eisenhuth doch noch eine Wende anbahnte, schienen die recht zu behalten, die trotz schwacher Leistungen der Aktiven fest an den Klassenerhalt des SC glaubten.

Ohne ein Wunder ist dieses Ziel jetzt aber in weite Ferne gerückt. Auch wenn Wunder einer alten Spruchweisheit zufolge etwas länger dauern, ohne ein wenig Weisheit bei allen Beteiligten wird es kaum gehen. Am besten wäre es, wenn die Oldesloer sich ihr eigenes „Wunder“ erspielen würden.

So hätte es bestimmt genügt, aus dem Spiel gegen Bad Bramstedt mit einem Unentschieden herauszugehen, anstatt unbedingt um einen Sieg zu kämpfen. Fußball mit der Brechstange, aber ohne Augenmaß, bringt für die Zuschauer möglicherweise packende Zweikämpfe, jedoch nur selten wichtige Punkte für den Verein. Gegen Henstedt/Rhen gilt dies besonders. Ein ausgebufftes Team wie die Segeberger wird sich kaum die Chancen entgehen lassen. die die Oldesloer ihnen eröffnen, wenn sie mit Mann und Maus stürmen. Etwas Augenmaß und ein wenig Ruhe in der Hintermannschaft würden den SCern gut tun.

STORMARNER TAGEBLATT vom 3.9.1983

 

Sonntag, 4. September 1983

SV Henstedt/Rhen – Union Oldesloe 2:0 (0:0)

(4. Punktspiel)

Auch in Henstedt/Rhen fanden die Union-Bemühungen keinen Lohn

(mth) Landesliga-Absteiger SC Union Oldesloe muß in der Bezirksliga Lübeck auch nach dem vierten Spieltag noch weiter auf den ersten Punktgewinn warten. Beim SV Henstedt/Rhen kassierten die Schützlinge von Trainer Vernimb mit 0:2 die vierte Niederlage in Folge.

Mit nunmehr 0:8-Punkten sieht die Lage für die Unioner nun schon reichlich finster aus. Wenn nicht schleunigst eine entscheidende Wende eintritt, kann einem um die Truppe vom Kurparkstadion angst und bange werden. Gehen auch die nächsten Spiele verloren, wird man den Gedanken nicht mehr ganz von der Hand weisen können, daß das Bezirksliga-Gastspiel nur ein Jahr dauern könnte.

Und dieses in ganz anderem Sinn, als es zumindest Optimisten im Union-Lager vorhergesagt und gewünscht hatten. Denn eigentlich hatte der Landesliga-Absteiger ja auf sein Banner geschrieben, er wolle in der Spitzengruppe mitmischen, wobei ein möglicher unverzüglicher Wiederaufstieg nicht aus geschlossen und billigend in Kauf genommen worden wäre.

SV Henstedt/Rhen: Tiedemann. Buss, Loitz, Krökler, Quandt, Stinleger (55. Biehl), Frilling, Stölten, Müller, Kröger, Burger.

SC Union Oldesloe: Spieler, Michael Petzold, Schwarz, Völzke, Peter Petzold, Gossow (80. Bohnhoff), Eisenhuth, Thom, Stobbe, Schüler (46. Reek), Jack.

Tore: 1:0 Stölten (50.), der seinem Bewacher Michael Petzold auf und davon lief und unhaltbar für Peter Spieler einschoß; 2:0 Krökler (88.), der einen weiträumig vorgetragenen Konterangriff gegen die aufgerückte Union-Abwehr erfolgreich abschloß.

Schiedsrichter: Urbanski (Phönix Lübeck) mit einer ausgezeichneten Gesamtleistung.

Obwohl die Oldesloer in der ersten Halbzeit gegen den oft stürmischen Wind zu spielen hatten, waren sie in den ersten 25 Minuten die tonangebende Mannschaft. Sie besaßen auch einige gute Torchancen (insbesondere Holger Jack), scheiterten aber immer wieder am guten Henstedter Torhüter oder den eigenen Nerven. Im zweiten Teil der ersten Halbzeit drehten die Platzherren dann auf und verzeichneten durch Buss und Krökler auch zwei Holztreffer, aber zu einem Führungstor reichte es auch für sie nicht.

Die Warnung von Trainer Vernimb in der Halbzeitpause, bei dem zu erwartenden ersten Ansturm des Gegners besondere Aufmerksamkeit walten zu lassen, um nicht, wie so oft in den letzten Spielen, gleich nach dem Seitenwechsel überrannt zu werden, fiel ganz offensichtlich nicht auf fruchtbaren Boden.

Der überflüssige Führungstreffer der Henstedter brachte den SC Union wieder in die mißliche Lage, einem Rückstand hinterher zu rennen, was ihm bekanntlich überhaupt nicht liegt. Die Mannschaft versuchte in den verbleibenden 40 Minuten zwar alles und stürmte mit Mann und Maus, aber es sollte wieder einmal nicht reichen.

Bis zum Strafraum war das Spiel der Stormarner zwar recht gefällig, aber dann schlug wieder einmal die Harmlosigkeit der Unionstürmer beim Ausnutzen von Torchancen entscheidend zu Buche. Hinzu kam noch, daß die Abwehr der Gastgeber, allen voran Torhüter Tiedemann und Libero Quandt, in hervorragender Verfassung war und alle Oldesloer Versuche abblockte.

Anfällig waren die Oldesloer bei ihrem Sturmlauf natürlich für Konter der Platzherren, und nachdem mehrere vorherige Versuche glimpflich abliefen, gab schließlich zwei Minuten vor Spielschluß ein solcher Konterangriff den Oldesloern den Rest. Beim SC Union, bei dem der verletzte Routinier Uwe Pophal sehr vermißt wurde, hinterließen Peter Petzold, Oldtimer Kurt Stobbe und Youngster Schwarz den besten Eindruck.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.9.1983

 

Sonnabend, 10. September 1983

Union: Platzt gegen den TSV Gudow nun endlich der Knoten?

(mth) So hatte sich der SC Union Oldesloe nach dem Abstieg aus der Landesliga Süd seine Zukunft in der Bezirksliga Lübeck ganz gewiß nicht vorgestellt. Nur ganz wenige Superoptimisten zwar hatten einen sofortigen Wiederaufstieg ins Auge gefaßt, aber eigentlich alle hatten damit gerechnet, daß die Mannschaft In der neuen Spielklasse „oben“ mitspielen könne, wie eng oder weit man diesen Begriff auch immer auslegen mag.

Davon ist nun nach nur vier Spieltagen keine Rede mehr. Im Gegenteil: Dem SC Union steht das Wasser nach 0:8 Punkten und 4:10 Toren schon jetzt wieder bis zum Hals. Tritt nicht ganz bald eine entscheidende Wende ein, wird im Oldesloer Kurparkstadion auch in dieser Saison bestenfalls um den Klassenerhalt gespielt werden.

Unter diesen Voraussetzungen kommt das dritte Heimspiel der Oldesloer am Sonntag um 15 Uhr gegen Aufsteiger TSV Gudow schon einem Schicksalsspiel gleich. Unter keinen Umständen darf es für die Schützlinge von Trainer Vernimb die dritte Heimniederlage geben.

Aber das ist leichter gesagt als getan, denn der Aufsteiger aus dem lauenburgischen Grenzdorf hat sich bislang in der Bezirksliga außerordentlich gut geschlagen. 6:2 Punkte haben die Gudower bisher auf ihr Konto gebracht. Sie können auch in Oldesloe unbeschwert aufspielen, denn sie haben hier nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen.

Der SC Union wird sich also auf einen selbstbewußten Gegner einzustellen haben, dem er nicht ins offene Messer laufen darf. Aber irgendwann, so glauben wir, muß ja auch bei den Unionern endlich der Knoten platzen. Gelingt der Mannschaft ein frühes Tor, sind wir zuversichtlich. daß sie endlich die Wende zum Besseren einleiten kann.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.9.1983

 

Sonntag, 11. September 1983

Union Oldesloe – TSV Gudow 1:0 (0:0)

(5. Punktspiel)

Torhüter Spieler bös verletzt

Der SC Union mußte den ersten Saisonsieg teuer bezahlen

(mth) Endlich hat in der Fußball-Bezirksliga Lübeck auch Landesliga-Absteiger SC Union Oldesloe den ersten Sieg unter Dach und Fach gebracht. Allerdings wird abzuwarten sein, ob sich der 1:0-Erfolg über den TSV Gudow nicht nachträglich als Phyrrussieg herausstellen wird, denn nach gut 70 Minuten verletzte sich Union-Torhüter Peter Spieler ohne Einwirkung eines Gegenspielers so erheblich an der Hand, so daß er mit Verdacht auf einen Handbruch den Weg ins Krankenhaus antreten mußte. Sollte er nun, was zu befürchten ist, für längere Zeit ausfallen, wird es sicherlich sehr schwer, das aus dem ersten Erfolg gewonnen Selbstvertrauen in den nächsten Spielen weiter in Punktgewinne umzumünzen.

SC Union Oldesloe: Spieler (75. Timm), Michael Petzold, Schwarz, Peter Petzold, Völzke, Gossow, Thom, Eisenhuth, Reek, Stobbe, Jack.

TSV Gudow: U. Schütt, O. Scharnweber, Ludwig (46. U. Dehring), W. Schütt, Hornig, Eichhorst (67. Hillmann), R. Dehring, Bormester, D. Scharnweber, Böglin, Schönwarkens.

Tor des Tages: 1:0 Thom (53.) nach herrlichem Steilpaß von Gossow.

Schiedsrichter Späth (Post-SV Lübeck) mit einer ausgezeichneten Leistung. Der noch relativ junge Unparteiische hatte das Geschehen jederzeit sicher im Griff und unterband aufkommende Härten stets energisch.

Zuschauer: Rund 100.

Die Oldesloer begannen das Spiel mit reichlich Elan und hätten schon nach zehn Minuten mit 2:0 führen müssen, aber erst verpaßte Stobbe in der achten Minute freistehend eine hundertprozentige Chance und nur wenig später traf Jörg Gossow bei einer ähnlich guten Chance nicht einmal den Ball.

So deutlich wie in diesem Spielabschnitt beherrschte der SC Union danach das Spiel nie wieder.

Die besseren Torchancen aber hatten die Unioner bis zum Seitenwechsel auch weiterhin. Als ihnen dann aber – obwohl sie den Wind, der bisweilen ganz kräftig wehte, im Rücken hatten – bis zum Seitenwechsel kein Treffer gelungen war, machten sich auf den spärlich besetzten Rängen schon Befürchtungen breit, es würde wohl die fünfte Niederlage in Folge geben.

Aber die Befürchtungen bewahrheiteten sich – gottlob für die Unioner – nicht. Die zweite Spielhälfte war gerade acht Minuten alt, da befreite Mannschaftsführer Thom seine Kameraden von dem Erfolgsdruck. Gewonnen aber war das Spiel für die Oldesloer damit aber natürlich noch lange nicht.

Die Gudower, die nicht ganz so stark im Kurparkstadion auftrumpften, wie man es nach den 6:2 Punkten, die sie vorher geholt hatten, erwartet hatte, brauchten zwar eine ganze Zeit, ehe sie so richtig in Schwung kamen, etwa ab der 65. Minute aber bestimmten sie klar das Spielgeschehen und setzten das Tor von Peter Spieler mächtig unter Druck.

Dieser setzte sich mit prächtigen Paraden zur Wehr und verhinderte mehrfach den möglichen Ausgleich, als er dann aber in der 71. Minute wieder einen schier unhaltbaren Schuß parierte, fiel er anschließend so unglücklich auf die Hand, daß es zur oben erwähnten Verletzung kam.

Da Ersatztorhüter Timm schon nicht mehr in Sportkleidung war – er hatte an eine Auswechselung nicht im entferntesten gedacht (was Wunder, schließlich hat Peter Spieler seit Jahren seiner Mannschaft auch nicht für eine Minute gefehlt) – dauerte es noch knapp fünf Minuten, ehe die Auswechselung über die Bühne ging. Eine unverantwortlich lange Zeit, wie wir meinen, denn der schwer angeschlagene Spieler warf sich noch ein paarmal ins Kampfgetümmel. Da es sich mit dem Ersatztorhüter etwas hinzog, hätte Trainer Vernimb besser für eine Übergangszeit einen seiner Feldspieler ins Tor beordert.

Aber es ging zum Glück ja auch so noch alles gut für die Oldesloer. Der neue Torhüter Timm bekam kaum noch ernsthaft etwas zu tun und bei einem Pfostenschuß stand ihm in der 86. Minute Fortuna zur Seite. Verdient hatte sich die Stormarner Mannschaft am Ende den knappen Sieg auch redlich.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.9.1983

 

Sonnabend, 17. September 1983

Das Bezirksliga-Kreisderby in Eichede erscheint völlig offen

(mk) Am Sonntag um 15 Uhr steigt im Eicheder Stadion das Kreisderby zwischen dem gastgebenden SV Eichede und dem SC Union Oldesloe. Beide Mannschaften sind denkbar schlecht in die Punktrunde gestartet und stehen mit 2:6 Punkten (SVE) und 2:8 Punkten (Union) in der unteren Tabellenhälfte und müssen höllisch aufpassen. daß sie nicht im Keller stecken bleiben und somit in einen harten Abstiegskampf verwickelt werden.

Beide Teams haben einige Probleme und konnten deshalb die (zu hohen?) Erwartungen bisher nicht erfüllen. Union wollte in der Spitzengruppe mitspielen und hätte auch gegen eine Rückkehr in die Landesliga Süd nichts einzuwenden. Nicht ganz so hoch gesteckt waren die Ziele beim Aufsteiger aus Eichede, doch ein guter Mittelplatz sollte doch am Ende ebenfalls herausspringen.

Nun zeigt die Leistungskurve bedenklich in Richtung Abstiegskampf. Probleme im Angriff haben beide Teams, dafür scheint das SVE-Team spielerisch doch klare Vorteile vorweisen zu können, die das Team aus der Kreisstadt durch stärkere kämpferische Tugenden ausgleichen möchte. Einen Nachteil für die Truppe von Trainer Vernimb ist ohne Frage der Ausfall des großartigen Torhüters Peter Spieler. Wird der SC Union diesen Mann ersetzen können?

Immerhin konnten die Mannen aus dem Kurparkstadion am letzten Sonntag mit 1:0 über Aufsteiger TSV Gudow endlich die ersten Pluspunkte einfahren. Eine Tatsache, die der Elf um Kapitän Thom Auftrieb geben sollte. Also ein Aufwärtstrend beim Landesliga-Absteiger, während es bei der Elf von Trainer Paul Löper am letzten Sonntag beim Gastspiel in Lübeck einen bösen Rückschlag gab. Nach enttäuschenden Leistungen verlor das Team gegen Hubertus mit 2:4 Toren.

Dabei hatte man im Eicheder Lager nach dem glatten 5:0-Erfolg in Ratekau schon an die „Wende“ geglaubt, doch die Punktspielpause schien den Rot-Weißen schlecht bekommen zu sein. Enttäuschend vor allem die mangelhafte Einstellung von vielen Akteuren am letzten Sonnabend.

Doch SVE-Kapitän Jörg Brockmöller gelobt Besserung. „Wir wissen selbst, daß wir bei Hubertus Lübeck schlecht gespielt haben und bringen auch Verständnis für die berechtigte Kritik und Enttäuschung unserer vielen Fans auf. Wir haben gegen Union einiges gut zu machen und werden vor allem kämpferisch nicht noch einmal so viele Wünsche offen lassen. Doch gegen den alten Rivalen wartet eine harte Arbeit auf uns. Unser Hauptaugenmerk werden wir wohl in die Richtung Einsatz und Kampf legen müssen, denn gegen die sicherlich defensiv eingestellten Gäste ist es fraglich, wieweit bei diesem Derby überhaupt spielerische Mittel zum Tragen kommen.“

Es bleibt in der Tat abzuwarten, inwieweit beide Mannschaften eine fußballerisch ansprechende Leistung werden zeigen können. Schließlich ist die Nervenbelastung für alle Akteure groß, denn eine weitere Niederlage würde sicher negative Auswirkungen für die nächsten Wochen für diese Mannschaft mit sich bringen. Trotz aller sportlichen Ziele sollte allerdings die Fairneß nicht auf der Strecke bleiben.

SVE-Trainer Paul Löper benannte folgendes Aufgebot: Kohfeldt, Matzke, Heyck, Wölk, Michael Kramp, Nossol, Hans-Jürgen Klitzke, Brockmöller, Joachim Klitzke, Bruhn, Gerken. Krochmann und Kock.

Union-Trainer Klaus-Dieter Vernimb gab folgendes Aufgebot bekannt: Timm, Michael Petzold, Peter Petzold, Gossow, Völzke, Schwarz, Eisenhuth, Thom, Schüler, Stobbe, Bohnhoff, Reek.

STORMARNER TAGEBLATT vom 17.9.1983

 

Sonntag, 18. September 1983

SV Eichede – Union Oldesloe 2:2 (0:1)

(6. Punktspiel)

Ausgleich fiel neun Minuten vor Schluß

Stormarnderby in der Bezirksliga sah in Eichede keinen Sieger

(mk) Das Stormarner Kreisderby in der Bezirksliga Lübeck endete mit einem für die Gäste vielleicht etwas glücklichen 2:2-Unentschieden. Die durchaus gerechte Halbzeitführung für die Kreisstädter erzielte Peter Petzold mit einem direkten Freistoß. Nach der Pause brachten dann Hans-Jürgen Klitzke und Rainer Gerken den SVE auf die Siegerstraße, ehe dann Kurt Stobbe einen bösen Schnitzer von Dieter Heyck und Thomas Nossol eiskalt zum Unentschieden nutzte.

SV Eichede: Kohfeldt – Joachim Klitzke, NossoI, Heyck, Michael Kramp – Hans-Jürgen Klitzke, Brockmöller, Matzke (46. Bruhn), Krochmann – Tobias Kramp, Gerken.

SC Union Oldesloe: Timm – Michael Petzold, Schwarz, Peter Petzold, Völzke – Gossow, Thom (86. Marschalkowski), Reek (68. Schüler) – Eisenhuth, Stobbe, Jack.

Tore: 0:1 Peter Petzold (18.) mit einem direkten Freistoß, wobei SVE-Keeper Kohfeldt schlecht aussah. 1:1 Hans-Jürgen Klitzke (51.) mit Kopfball nach Bruhn-Flanke; 2:1 Rainer Gerken (67.) mit einer direkt verwandelten Ecke; schwer zu halten; 2:2 Kurt Stobbe (81.), als Heyck und Nossol einen langen Flankenball glatt unterliefen.

Schiedsrichter: Menzel (SV Müssen).

Zuschauer: ca. 250.

Die Partie verlief in den ersten 45 Minuten ohne große Höhepunkte. Die Gäste aus der Kreisstadt spielen recht gefällig und überlegt und hatten auch leichte Vorteile. Das vermeidbare 0:1 bestärkte die Truppe von Trainer Vernimb noch in ihren Aktionen. Doch auch der SVE konnte einige gute Spielzüge präsentieren und vor allem Gerken hatte bei zwei guten Aktionen einfach kein Glück. Doch insgesamt konnte die erste Halbzeit nicht zufriedenstellen, denn es entwickelten sich einfach zu wenig gute Torraumszenen.

Nach der Pause kam der SVE endlich besser ins Spiel und operierte vor allem auch aggressiver. Der eingewechselte Bruhn leitete dann in der 51. Minute den Ausgleich ein, als er Hans-Jürgen Klitzke mustergültig bediente. Auch in der Folgezeit hatte der SVE das Heft in der Hand. Heyck und Tobias Kramp mit Distanzschüssen und Bruhn aus kurzer Entfernung hatten Chancen. Das klare zweite SVE-Tor hätte Krochmann aus drei Meter Entfernung erzielen müssen, doch konnte Petzold seinen Schuß noch für seinen bereits geschlagenen Keeper zur Ecke abwehren!

Die gefährlichen SVE-Eckbälle brachten schließlich durch Gerken das gerechte 2:1. Dann erzielte Hans-Jürgen Klitzke das 3:1, doch der Schiedsrichter erkannte den Treffer wegen Abseitsstellung von Gerken (lag auf dem Boden!) nicht an. Ein elfmeterverdächtiges Foul an Bruhn blieb ungeahndet. Auf der Gegenseite war es nur Thomas Thom, der nach guten Einzelleistungen das SVE-Tor in Gefahr brachte, doch Kohfeldt konnte seine beiden Schüsse abwehren. Auch bei einem Schuß von Eisenhuth, nach kleinen Anlaufschwierigkeiten von Michael Kramp gut beschattet, parierte der SVE-Keeper. Doch in der 81. Minute nutzte Stobbe dann diesen groben Fehler der ansonsten guten Eicheder Innenverteidigung eiskalt aus.

Danach war es der junge Bruhn, leider fehlt immer noch die Übersicht. der durchaus Leben brachte und alleine vor dem guten Timm im Union-Tor scheiterte. Aufgrund der größeren Torchancen wäre durchaus ein knapper Sieg für die Löper-Truppe verdient gewesen. Der SVE schien konditionell stärker und hätte das Spiel im zweiten Abschnitt eigentlich zu seinen Gunsten entscheiden müssen.

Lobenswert bei beiden Teams die Einsatzfreude, doch überdurchschnittliche Leistungen konnten beide Teams nicht präsentieren. In dieser Verfassung sollten die Stormarner Clubs in der Bezirksliga sicher keine große Rolle mehr spielen und letztlich froh sein, wenn sie sich aus der Abstiegszone freispielen und kämpfen können. Höhere Erwartungen wären zur Zeit sicher unrealistisch!

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.9.1983

 

Sonnabend, 1. Oktober 1983

SC Union: Gegen Travemünde wird es sehr schwer werden

(mth) Auf den Oldesloer Fußball-Bezirksligisten SC Union Oldesloe wartet am Sonntag um 15 Uhr im vierten Saisonheimspiel im Kurparkstadion wieder ein dicker Brocken. Der TSV Travemünde, der eigentlich in all den letzten Jahren zu den Meisterschaftsfavoriten in dieser Klasse gezählt wurde, ohne daß er letztendlich diese Erwartungen erfüllen konnte, ist in dieser Saison endlich einmal gut aus den Startlöchern herausgekommen und hat als Tabellenvierter mit 8:4 Punkten nach sechs Spielen Kontakt zur Spitzengruppe.

Diesen wollen die Travemünder natürlich unter keinen Umständen abreißen lassen und sie werden sicherlich auch im Kurparkstadion voll auf Sieg setzen. Der SC Union wird sich also auf einen ehrgeizigen und kampffreudigen Gegner einzustellen haben.

Nach dem miserablen Saisonstart mit 0:8 Punkten war zuletzt bei den Schützlingen von Trainer Vernimb ein deutlicher Aufschwung zu er kennen. Trotz der 3:1 Punkte aus den beiden letzten Spielen – 1:0-Sieg gegen TSV Gudow, 2:2 beim SV Eichede – aber ist der Anschluß an das Tabellenmittelfeld noch nicht hergestellt. Eine weitere Heimniederlage (zwei stehen schon auf dem Konto) darf sich die Truppe also nicht leisten, will sie nicht weiter in den Abstiegsstrudel geraten.

Viel wird sicher auch davon abhängen, ob Ersatztorhüter Timm den noch geraume Zeit verletzten Stammtorhüter Spieler auch weiter so gut wie in Eichede vertreten kann. Aber die Verantwortung ruht natürlich nicht alleine auf seinen Schultern, auch seine Vorderleute werden sich gehörig ins Zeug legen müssen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.10.1983

 

Sonntag, 2. Oktober 1983

Union Oldesloe – TSV Travemünde 1:7 (0:1)

(7. Punktspiel)

So schlecht war Union noch nie

1:7 gegen Travemünde

Im Kurparkstadion gehen die Lichter aus

(mth) Mit dem SC Union Oldesloe geht es in der Fußball-Bezirksliga Lübeck steil bergab. Die 3:1 Punkte, die die Mannschaft in den beiden letzten Spielen nach dem verheerenden 0:8-Fehlstart geholt hatte, waren offensichtlich nur ein Strohfeuer gewesen. Es war jedenfalls im Kurparkstadion gänzlich verglommen und gegen den TSV Travemünde gab es mit 1:7 (0:1)-Toren eine vernichtende Niederlage.

Eine Halbzeit lang spielten die Oldesloer zwar nicht gerade berauschend, aber sie konnten mit den Travemündern wenigstens noch in etwa mithalten. Ein Doppelschlag in der letzten Minute der ersten und der ersten Minute der zweiten Halbzeit aber stellte dann die Weichen ganz eindeutig in Richtung Gäste-Sieg, und was danach von den Unionern noch geboten wurde, war mit Abstand das Schlechteste, was im Kurparkstadion seit langem gezeigt wurde.

Eine Beschreibung, die selbstverständlich nur für die Leistung der Platzherren zutrifft. Die Gäste brauchen sich solche Schmach natürlich nicht nachsagen zu lassen. Im Gegenteil: Sie spielten nach dem Seitenwechsel Katz und Maus mit den Oldesloern und nahmen die Union-Truppe regelrecht auseinander.

Nach dieser bösen Schlappe ist die Lage für die Oldesloer am Tabellenende der Bezirksliga langsam kritisch, zumal es für Trainer und Betreuer sicherlich nicht leicht sein wird, wieder Moral in die Truppe zu bringen. Die haushohe Niederlage vor eigenem Publikum läßt sich sicherlich nicht so leicht wegstecken, wie eine „normale“ Niederlage. Der Ton, mit dem man sich in der Mannschaft, als man vom Spielfeld kam, „unterhielt“, jedenfalls läßt darauf schließen.

SC Union Oldesloe: Timm, Michael Petzold, Schwarz, Völzke, Peter Petzold, Gossow, Eisenhuth, Thom, Stobbe, Schüler, Jack (46. Reek).

TSV Travemünde: H. Rahn, Benthien, Cordts, Schönhoff, Jätschmann, Engels (46. Behrendt), Fischer, Röske, Roseler, O. Fischer, J. Rahn.

Tore: 0:1 Roseler (45.), der einen Lattenabpraller unbehindert aus kurzer Entfernung einschießen konnte, weil die Union-Abwehr sich um ihn einfach nicht kümmerte; 0:2 Roseler (46.) im Nachschuß, nachdem Timm einen Schuß nicht festhalten konnte; 0:3 Roseler (51.) wiederum völlig freistehend vor Timm; 0:4 J. Rahn (68.), dessen Schuß unglücklich abgefälscht wurde und in der Mitte des Tores landete; 0:5 Roseler (70.), als Timm und Schwarz eine hohe Flanke nicht wegbekamen und sich gegenseitig behinderten; 1:5 Eisenhuth (74.) mit Kopfball nach Flanke von Gossow; 1:6 Jätschmann (76.) mit unhaltbarem Freistoß, den Völzke mit platzverweisreifem Faul an Roseler verursacht hatte; 1:7 Behrendt (85.) mit herrlichem Linksschuß.

Zuschauer: Kaum mehr als 50.

Für den SC Union Oldesloe scheinen nun wirklich bittere Zeiten anzubrechen. In den ersten 45 Minuten konnte die Mannschaft mit dem Gegner zwar noch – wie schon erwähnt – in etwa mithalten, berauschend aber war auch die Leistung im ersten Spielabschnitt schon nicht. Wäre sie es gewesen, so hätte sich aus den vielen Unsicherheiten in der Travemünder Abwehr sicherlich Kapital schlagen lassen, aber außer Volker Eisenhuth, der wenigstens ein paarmal beherzt schoß, war niemand zu finden, der Drang in Richtung Gäste-Tor entwickelt hatte.

Die Union-Abwehr hatte auch in der ersten Halbzeit schon bedenkliche Lücken. Mehrfach mußte Ersatztorhüter Timm Kopf und Kragen riskieren, um einen Rückstand zu verhindern. Ihm, der den verletzten Stammtorhüter Spieler noch geraume Zeit vertreten muß, ist die Niederlage nun wirklich ganz zuletzt zuzuschreiben, auch wenn ihm im zweiten Spielabschnitt ein paar Fehler unterliefen.

Mit einer so löcherigen Abwehr muß über kurz oder lang jeder Keeper resignieren und es war schon erstaunlich, wie lange sich der nun wirklich nicht groß geratene Union-Torwart den überlegenen Gästen mit Erfolg entgegenstellte.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.10.1983

 

Sonnabend, 8. Oktober 1983

SC Union: Mit neuen „Besen" endlich zu neuen Taten?

(mth) Beim Bezirksligisten SC Union stehen die Zeichen spätestens seit der blamablen 1:7-Niederlage am letzten Sonntag auf eigenem Platz gegen den TSV Travemünde auf Sturm. Mit dieser dritten Heimniederlage im vierten Spiel im Kurparkstadion – mit 1:5 Punkten sieht auch die Auswärtsbilanz mager aus – ist auch dem letzten deutlich geworden, wohin der Zug fährt, wenn nicht bald eine radikale Wende erfolgt: In Richtung eines zweiten Abstiegs hintereinander nämlich!

Die Konsequenzen aus dem Debakel haben nicht lange auf sich warten lassen. Trainer Hans-Dieter Vernimb, schon im letzten Jahr nicht gerade vom Glück verfolgter Coach der SC Union, fühlte sich vom Fußballobmann, der das Debakel mit Tips von der Seitenlinie zu stoppen versuchte, in seinen Kompetenzen beschnitten, und bot seinen Rücktritt an, und Kurt Papstein, Kapitän auf der Union-Fußballbrücke seit Jahrzehnten zögerte nicht, dieses Angebot anzunehmen.

Die Erregung darüber – vermischt mit dem Ärger über die blamable Niederlage – schlug in der Mannschaft zunächst hohe Wogen, hat sich inzwischen aber wieder gelegt. Mit Heinz Borrek und Uwe Pophal haben nun zunächst zwei langjährige Ligaspieler Training und Betreuung der Mannschaft übernommen.

„Ärmel aufkrempeln“ heißt ihre Devise für die nahe Zukunft und als erster soll der TSV Heiligenhafen neu entfachte Kräfte der Oldesloer zu spüren bekommen. Die Stormarner sind für die Begegnung am Sonntag sicherlich nur krasser Außenseiter, aber sie haben die Hoffnung, daß der alte Spruch, nach dem neue Besen gut kehren, sich auch bei ihnen bewahrheitet.

Um in Heiligenhafen nicht ganz ohne Unterstützung zu sein, tritt man die Fahrt zu dem Spiel (Beginn ist Sonntag um 15 Uhr) mit einem Bus an, in dem auch Schlachtenbummler mitfahren können. Interessenten sollten sich rechtzeitig vor dem Abfahrtstermin (12.45 Uhr) am Kurparkstadion einfinden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.10.1983

 

Sonntag, 9. Oktober 1983

TSV Heiligenhafen – Union Oldesloe 1:1 (0:1)

(8. Punktspiel)

Ein Punkt in Heiligenhafen: Mit Union geht es wieder bergauf

(mth) Die Erfahrung, daß neue Besen gut kehren, scheint sich auch beim Oldesloer Fußball-Bezirksligisten SC Union zu bewahrheiten. Vor einer Woche war die Mannschaft mit der 1:7-Heimniederlage gegen den TSV Travemünde nun wirklich am Tiefpunkt ihrer Entwicklung angelangt. Schlechter konnte es bei den Mannen vom Kurparkstadion nun wirklich nicht mehr werden und viel tiefer konnte man auch nicht mehr fallen.

Die Trennung von Verein und Trainer Vernimb war sicher am Ende eine logische Konsequenz, wiewohl wir weiß Gott nicht dazu neigen, für Fehlentwicklungen bei Fußballmannschaften nun ausschließlich die Trainer verantwortlich zu machen. Aber um neue Kräfte freizumachen, war bei den Unionern irgendeine Änderung dringend vonnöten und da man natürlich nicht eine neue Mannschaft aus dem Ärmel zaubern konnte, versucht man, über die Trainerseite nun zu neuen Impulsen zu kommen, zumal Hans-Dieter Vernimb ohnehin nicht gerade mit „Fortune“ gesegnet war.

Mit Heinz Borrek und Uwe Pophal haben nun, zunächst für eine Übergangszeit, zwei langjährige Ligaspieler das Zepter übernommen und mit einem wirklich achtbaren 1:1-Unentschieden beim TSV Heiligenhafen, der als eine der heimstärksten Mannschaften der Bezirksliga gilt, hatten sie einen hervorragenden Start, auf den sich für die Zukunft sicherlich bauen läßt.

Allerdings sollte niemand im Lager des SC Union nun in Euphorie machen und abheben. Der überraschende Punktgewinn in Heiligenhafen, wo Punkte ganz besonders hoch hängen, ist sicherlich eine gute Basis, aber um eine tatsächliche „Heilung“ der akuten Schwächen der Mannschaft zu erreichen, wird eine langandauernd und kontinuierliche Arbeit erforderlich sein.

TSV Heiligenhafen: Hutzfeldt, Janz, Gabriel, Mettel, Wachau, Ruschau, Wiek, Spiekermann, Franzmann, Regel, Maurer (46. Jipp).

SC Union Oldesloe: Timm, Michael Petzold, Schwarz, Völzke, Peter Petzold, Gossow, Eisenhuth, Thom, Stobbe, Maresch, Schüler.

Tore: 0:1 Stobbe (35.) mit Kopfball nach Ecke von Thom; 1:1 Spiekermann (72.) mit unhaltbarem Schuß.

Schiedsrichter: Wagenziehn (SV Sierns) mit guter Leistung.

Zuschauer: Rund 150, darunter einige aus Oldesloe. Der Union-Bus jedenfalls war bis auf den letzten Platz mit Schlachtenbummlern besetzt, die ihren Verein gerade in schwerer Zeit unterstützen wollen.

Obwohl die Oldesloer in der ersten Halbzeit gegen den Wind spielen mußten, beherrschten sie die Szene in diesem Spielabschnitt mehr oder weniger eindeutig. Die Mannschaft, die bis unter die Haarspitzen motiviert war, fand sich auch mit dem ungewohnten Kunststoffrasen gut zurecht und hatte die besseren Chancen eindeutig auf ihrer Seite. Die Führung zur Pause durch das Kopfballtor von Stobbe aus der 35. Minute war dann auch hochverdient.

Nach dem Seitenwechsel machte Heiligenhafen dann mehr Druck. Positiv machte sich bei den Platzherren die Einwechselung von Jipp bemerkbar, der für viel Druck sorgte. Die Union-Abwehr war nun vollbeschäftigt, erledigte ihre Arbeit aber mit einer Zuverlässigkeit, wie man sie bei ihr schon lange nicht mehr gesehen hat.

18 Minuten vor Spielschluß mußte dann zwar der Ausgleich hingenommen werden, aber auch dadurch ließ man sich nicht aus der Ruhe bringen. Das Remis jedenfalls, das am Ende auch dem Spielverlauf entsprach, wurde gut über die Runden gerettet.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.10.1983

 

Sonnabend, 15. Oktober 1983

SC Union: Neuer Schwung soll gegen Lensahn genutzt weiden

(mth) Beim Oldesloer Fußball-Bezirksligisten SC Union ist inzwischen wieder mehr Zuversicht eingekehrt. Der unverhoffte Punktgewinn am letzten Wochenende beim TSV Heiligenhafen, der immerhin zu den heimstärksten Mannschaften der Klasse zählt, hat der Mannschaft wieder Mut gemacht, nachdem sie eine Woche zuvor nach der 1:7-Niederlage auf eigenem Platz gegen den TSV Travemünde völlig am Boden zerstört schien.

Die Aufregungen nach dieser Katastrophe jedenfalls, die in der Trennung von Verein und Trainer Vernimb ihren Höhepunkt fanden, haben, so hatte man in Heiligenhafen den Eindruck, wie ein reinigendes Gewitter gewirkt und neue Kräfte in der Mannschaft freigemacht.

Aber eine Taube macht bekanntlich noch keinen Sommer und es wird sich erst noch zeigen müssen, ob der Umschwung, der sich am letzten Wochenende unter der Leitung des neuen Trainergespannes Borrek/Pophal andeutete, von Dauer ist. Im Heimspiel morgen ab 15 Uhr im Kurparkstadion gegen den TSV Lensahn wird die Mannschaft beweisen müssen, daß der Punktgewinn in Heiligenhafen mehr als ein Strohfeuer war.

Vor eigenem Publikum haben die Oldesloer noch einiges gutzumachen, und eine neuerliche Heimniederlage (es wäre schon die vierte) dürfen sie sich keineswegs erlauben. Mit einem Sieg allerdings wäre der Anschluß an das Tabellenmittelfeld schon fast hergestellt. Ein Sieg aber, der ihr sicher nicht in den Schoß fallen wird, denn die Lensahner sind zu allem fähig, wie ihr 5:0-Erfolg am letzten Sonntag gegen Eintracht Hubertus zeigte. Von solch einer Trefferquote wagt man im Kurparkstadion ja schon seit Jahren bestenfalls zu träumen.

STORMARNNER TAGEBLATT vom 15.10.1983

 

Sonntag, 16. Oktober 1983

Union Oldesloe – TSV Lensahn 0:5 (0:1)

(9. Punktspiel)

SC Union wieder am Tiefpunkt

Der Aufschwung war nur ein „Strohfeuer“

0:5 gegen Lensahn

(mth) Der Aufschwung, den der Oldesloer Fußball-Bezirksligist SC Union durch den Trainerwechsel vor 14 Tagen – das Gespann Pophal/Borrek löste Vernimb ab – genommen hat, war ganz offensichtlich nur von kurzer Dauer. Eine Woche nach dem überraschenden 1:1-Unentschieden beim TSV Heiligenhafen gab es im Kurparkstadion gegen den TSV Lensahn mit 0:5 wieder eine eindeutige Schlappe.

Der SC Union steht genau wieder an dem Punkt, an dem er vor zwei Wochen nach der 1:7-Niederlage gegen den TSV Travemünde angelangt war. Die Karten, die die Mannschaft nun noch für die Zukunft in der Hand hält, sind wahrlich nicht die besten. Fünf Heimspiele hat die Mannschaft in dieser Saison nun ausgetragen und mit 2:8 Punkten ist die Ausbeute daraus mehr als mager.

Vorbei scheinen endgültig die Zeiten, da sich gegnerische Mannschaften vor den Auftritten im Oldesloer Kurparkstadion fürchteten, weil sie dort nicht nur den wenig einladenden Granduntergrund vorfanden, sondern auch selten nur zu Punktgewinnen kamen. Im Gegenteil: Zum Platz an der Beste kommen inzwischen alle Teams recht gerne, gibt es dort doch nicht nur in der Regel zwei Punkte zu gewinnen, man kann dort jetzt auch noch sein Torverhältnis „auf Erholung“ schicken.

Die Ursache dafür ist eine völlig desolate Abwehrreihe bei den Unionern. Aus dem einst festen Block, an dem sich viele auch spieltechnisch bessere Gegner die Zähne ausbissen, ist jetzt ein Sieb mit weiten Maschen geworden. Und das kann nicht allein daran liegen, daß Stammtorhüter Peter Spieler noch immer nicht wieder mit von der Partie ist, auch wenn sein Stellvertreter Michael Timm keinen sicheren Eindruck hinterließ.

SC Union Oldesloe: Timm, Michael Petzold, Schwarz, Völzke (58. Berg), Peter Petzold, Gossow, Eisenhuth, Thom, Stobbe, Maresch (62. La Porte), Schüler.

TSV Lensahn: Frank, Kuhlmann, Irmler (73. Dohm), Weber-Klüver, Schöning, Steffen, Ippig, Baumann, Bruhse, Behrens, Müller.

Tore: 0:1 Ippig (33.) mit herrlichem Drehschuß, nachdem die Union-Abwehr bei einem Freistoß zu langsam reagierte; 0:2 Behrens (48.) nach schwerem Fehler von Timm; 0:3 Müller (59.), der sich leicht gegen die Union-Abwehr durchsetzte; 0:4 Bruhse (64.), der auch frei vor Timm zum Schuß kam; 0:5 Müller (84.) mit unhaltbarem Schuß.

Schiedsrichter: Klatt (Kisdorf) mit tadelsfreier Leistung. Der neue Union-Mannschaftsführer Gossow bekam in den letzten zehn Minuten eine Zeitstrafe aufgebrummt, nachdem er sich beim Unparteiischen – zu Unrecht – heftig über ein paar Abseitsentscheidungen beschwerte.

Zuschauer: Immerhin rund 150, also einige mehr als bei den letzten Union-Heimspielen. Viele von ihnen werden nach der erneut deutlichen Heimniederlage nun so schnell nicht wiederkommen, wie auch der Union-Vorsitzende Kritsch nach Spielschluß bedauernd bemerkte.

In der ersten Spielhälfte hatten die Oldesloer gegen den heftigen Wind zu spielen und sie zogen sich noch nicht einmal schlecht dabei aus der Affäre. Sie kamen zwar nur selten zu gefährlichen eigenen Angriffen, weil sie das Patentrezept gegen starken Wind – genaues Flachpaßspiel – kaum anwendeten, aber sie hielten immerhin die technisch klar besseren Lensahner in Schach.

In der ersten halben Stunde hatten die Gäste nur eine gute Chance, als ein Kopfball von Steffen gegen den Innenpfosten prallte und dann die Linie entlangrollte, ehe er zur Ecke abgewehrt wurde. Erst nach dem überflüssigen Gegentor tauten die Gäste auf und es wurde noch mehrfach brenzlig.

Da der Rückstand aber bis zur Halbzeit mit 0:1 sehr knapp gehalten werden konnte, schien für die Unioner noch nichts verloren. In der zweiten Spielhälfte hatten immerhin sie den Wind als Bundesgenossen und da schien eine Wende durchaus noch möglich, ja sogar wahrscheinlich.

Aber diese Rechnung durchkreuzten die Lensahner im Handumdrehen. Sie spielten gegen den Wind nun voll ihre spieltechnische Überlegenheit aus und spätestens nach dem 2:0 war die Partie endgültig gelaufen. Außer einem fulminanten Pfostenschuß von Eisenhuth – allerdings zu einem Zeitpunkt als das Spiel beim Stand von 4:0 schon lange entschieden war – hatten die Platzherren dem nichts entgegenzusetzen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 17.10.1983

 

Sonnabend, 29. Oktober 1983

SC Union: Punktgewinn in Ratekau wurde gut tun

(mth). Der Oldesloer Fußball-Bezirksligist SC Union steht auch nach dem Trainerwechsel vor einigen Wochen noch immer mit dem Rücken zur Wand. Das Gespann der früheren langjährigen Ligaspieler Heinz Borrek und Uwe Pophal, das inzwischen das Training der Mannschaft übernommen hat, hatte mit dem 1:1-Unentschieden vor drei Wochen zwar einen hervorragenden Einstand, aber eine Woche später folgte mit dem 0:5 auf eigenem Platz gegen Aufsteiger TSV Lensahn dann ein überaus herber Rückschlag.

Es bleibt wirklich abzuwarten, ob es der neuen Mannschaftsführung noch einmal gelingt, die Mannschaft moralisch und psychologisch aufzubauen und natürlich ihr auch spielerisch und taktisch neue Momente zu vermitteln. Und das auf Dauer und mit Beständigkeit.

Denn darüber sollte man sich im Kurparkstadion im Klaren sein: mit ein paar Augenblickserfolgen allein wird nach dem desolaten Saisonstart der Klassenerhalt in der Bezirksliga nicht mehr zu schaffen sein. Die Mannschaft wird unbedingt, wenn der Sprung Iris Mittelfeld noch geschafft werden soll, möglichst bald eine Erfolgsserie starten müssen.

Am besten natürlich schon heute, wenn sie um 14.30 Uhr beim TSV Ratekau antritt. Die Lübecker Vorstädter, die im letzten Jahr als Aufsteiger eine gute Rolle in der Bezirksliga spielten, sind in diesem Jahr auch nicht besonders gut aus den Startlöchern herausgekommen. Sie haben nur zwei Punkte mehr als die Unioner auf ihrem Konto und rangieren auch nur zwei Plätze höher.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.10.1983

 

Sonnabend, 29. Oktober 1983

TSV Ratekau – Union Oldesloe 4:2 (2:2)

(10. Punktspiel)

Im Schlußspurt abgefangen

Die Union-Abwehr verschenkte in Ratekau leichtfertig einen Punkt

(mth) Nicht gerade vom Glück verfolgt ist zur Zeit der Oldesloer Vertreter in der Fußball-Bezirksliga Lübeck, der SC Union. Weit mehr als eine Stunde lang zeigten die Oldesloer beim TSV Ratekau eine ansprechende Leistung und waren beim Spielstand von 2:2 einem Siegtreffer mehrfach sehr nahe. In der Schlußphase aber versagte die Union-Abwehr, kassierte innerhalb von fünf Minuten noch zwei Gegentreffer und verspielte so den durchaus möglichen Punktgewinn.

So läßt sich als Fazit festhalten, daß die Niederlage der Oldesloer zwar nicht unverdient, wohl aber unnötig war. Die Lage hat sich für die Männer vom Oldesloer Kurparkstadion damit natürlich weiter verschlechtert. Mit 4:16 Punkten ist nun langsam die höchste Alarmstufe erreicht und man wird sich wohl oder übel im Kurparkstadion darauf einrichten müssen, bis zum Saisonschluß um den Klassenerhalt zu zittern. Ja, es steht bei einer Fortsetzung der augenblicklichen Misere die Möglichkeit eines zweiten Abstiegs dicht vor Augen.

TSV Ratekau: Kahl, Bronikowski, Mews, W. Maxwitat, Preuß, Kistenmacher, L. Maxwitat, Drezewiecki (61. Geske), Jäger, Kuschinske, Stender.

SC Union Oldesloe: Timm, Michael Petzold (32. Schwarz), Jack, Peter Petzold, Völzke, Gossow, Thom (79. Schüler), Maresch, Eisenhuth, Stobbe, La Porte.

Tore: 0:1 Thom (9.), der einen mißglückten Abstoß von Preuß abfing und aus 20 Metern einschoß; 1:1 L. Maxwitat (20.) nach einem Abwehrfehler von Jack und Michael Petzold. Auch Timm sah bei diesem Tor nicht gut aus; 2:1 L. Maxwitat (25.) nach Vorlage von Stender; 2:2 Stobbe (44.) mit überlegtem Schuß nach herrlichem Paß von Eisenhuth; 3:2 Jäger (73.), der eine Ecke von Kistenmacher einköpfte; 4:2 Stender (78.), der gegen die aufgerückte Union-Abwehr einen Paß von Kuschinske erlief und überlegt ein-schoß.

Schiedsrichter: Scheffler (SSV Güster) mit wenig überzeugender Leistung. Er blieb mit seinen Entscheidungen unklar, benachteiligte aber keine Mannschaft und traf keine spielentscheidenden Fehlentscheidungen.

Die Oldesloer begannen die Partie sehr konzentriert und bekamen durch das frühe Führungstor natürlich Rückenstärkung. Sechs Minuten später bot sich Eisenhuth nach langem Paß von Peter Petzold eine gute Möglichkeit zum 2:0, aber aus spitzem Winkel schoß er überhastet den Torhüter der Ratekauer an.

Eine 2:0-Führung schon zu diesem Zeitpunkt hätte die Partie möglicherweise schon vorentschieden. So aber kamen die Platzherren langsam besser ins Spiel, wobei die Oldesloer mit den schnellen und gewandten Außenstürmern L. Maxwitat und Stender viel Mühe hatten. Diese waren an den Treffern zum 2:1 dann auch entscheidend beteiligt, aber die Oldesloer, die dann wieder aufdrehten, kamen noch vor der Pause zum verdienten 2:2-Ausgleich.

Im zweiten Spielabschnitt bestimmten die Stormarner dann lange das Spielgeschehen und hatten durch Thom, Stobbe und Eisenhuth mehrfach Chancen zum Führungstreffer, die aber vom hervorragenden Ratekauer Torhüter Kahl mit mutigem Einsatz zunichte gemacht wurden.

Der 3:2-Führungstreffer für die Platzherren in der 73. Minute traf die Oldesloer dann wie eine kalte Dusch-. Insbesondere wollte man sich nicht damit abfinden, daß die „langen Kerls“ in der Union-Abwehr so sang- und klanglos einen hoch hereingegebenen Eckball verpaßten. Resignationserscheinungen waren danach in der Oldesloer Mannschaft unübersehbar und das 4:2 nur fünf Minuten später machte dann alle Hoffnungen zunichte.

STORMARNER TAGEBLATT vom 31.10.1983

 

Sonnabend, 5. November 1983

SC Union: Auch gegen den SV Breitenfelde wird's schwer

(mth) Platzt bei den Fußballern des SC Union Oldesloe nun endlich der Knoten? Zeit wird es für die Mannschaft aus dem Oldesloer Kurparkstadion nun so langsam, denn langsam aber sicher beginnen bei einer bislang mageren Bilanz von nur vier Pluspunkten aus zehn Spielen dem Landesliga-Absteiger auch in der nächst niedrigeren Klasse die Felle davonzuschwimmen.

Auch der Trainerwechsel vor einigen Wochen hat bislang noch nicht die erhofften Früchte getragen. Der Auftakt für das Gespann Heinz Borrek/Uwe Pophal, wobei letzterer allerdings wegen einer Knieoperation geraume Zeit nicht zur Verfügung stand, war mit einem überraschenden Remis in Heiligenhafen zwar recht vielversprechend, aber seither wird vergeblich auf weitere Punktgewinne gewartet.

Und die nächste Aufgabe ist für die Unioner von derartigem Kaliber, daß Superoptimismus nicht gerade angebracht ist. Am Sonntag ah 14.30 Uhr gibt nämlich der SV Breitenfelde im Kurparkstadion seine Visitenkarte ah und der ist, nachdem er auch nicht sonderlich gut aus den Startlöchern gekommen war, inzwischen schon Tabellenzweiter. Die Oldesloer werden sich also erheblich steigern müssen, wenn die fünfte Heimniederlage im sechsten Spiel dieser Saison vor eigener Kulisse vermieden werden soll.

Am letzten Sonntag waren zwar Ansätze zu einer Wende zum Guten zu sehen, aber sie dauerten nur 70 Minuten an. Danach wurde dann noch alles verspielt, was man vorher eingesammelt hatte. Nur wenn es den Oldesloern gelingt, endlich einmal 90 Minuten voll konzentriert durchzuspielen. trauen wir ihnen gegen die Breitenfelder einen Punktgewinn oder, wenn auch noch ein wenig Glück dazukommt, gar einen Sieg zu.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.11.1983

 

Sonntag, 6. November 1983

Union Oldesloe – Breitenfelder SV 3:0 (1:0)

(11. Punktspiel)

3:0 gegen SV Breitenfelde

Union darf wieder für die Zukunft hoffen

(mth) Noch ist beim Oldesloer Fußball-Bezirksligisten SC Union nicht Hopfen und Malz verloren. Nach langer Durststrecke gab es für die Männer vom Kurparkstadion endlich wieder ein Erfolgserlebnis. Der SV Breitenfelde, immerhin als Tabellenzweiter in die Stormarner Kreisstadt gekommen, wurde von der Truppe von Trainer Heinz Borrek gleich mit 3:0 (1:0) geschlagen. Dieser Sieg, der zweite erst in dieser Saison, wird den Oldesloern für die nächsten Spiele sicher wieder Mut machen.

Allerdings sollte man ihn nicht überbewerten. Wollen die Unioner endlich ins Tabellenmittelfeld vorrücken, müssen sie noch eine Menge solcher Erfolge aneinanderreihen und bei aller berechtigten Freude über den Sieg darf nicht übersehen werden, daß sich die Breitenfelder im Kurparkstadion nun wahrhaftig nicht wie eine Spitzenmannschaft präsentiert haben. So harmlos ist schon lange kein Gegner der Oldesloer mehrgewesen, und in dieser Verfassung werden die Breitenfelder sicher bald auf Nimmerwiedersehen aus der Spitzengruppe verschwunden sein.

Diese kritischen Anmerkungen zum Gegner sollen keineswegs den Erfolg der Unioner madig machen – er war hochverdient und die Mannschaft war auch weit stärker als bei ihren letzten Vorstellungen vor eigenem Publikum –‚ sie erschienen uns aber notwendig, damit nicht falsche Maßstäbe für die nächsten Spiele der Oldesloer angelegt werden.

SC Union Oldesloe: Deiter, Schwarz, Völzke, Michael Petzold, Peter Petzold, Gossow, Eisenhuth, Thom, Stobbe (82. Jack), Maresch, La Porte (67. Schüler).

SV Breitenfelde: Hillmann. Böhnke, Fröhlich (57. Kasper), Mai, Siemers, Jessen, Krause, Jenß, Sielaff, Diesel, Clausen.

Tore: 0:1 Eisenhuth (19.) mit einem Schuß aus gut 30 Metern Entfernung. Den Aufsetzer hatte der Gäste-Torhüter offensichtlich unterschätzt; 2:0 Eisenhuth (82.) mit hartem und unhaltbarem Schuß vom Strafraumeck aus; 3:0 Jack (88.), der allein vor Torhüter Hillmann auftauchte und diesem keine Chance ließ, nachdem die Breitenfelder vergeblich auf eine Abseitsposition reklamiert hatten.

Schiedsrichter: Grundt (FSV Lübeck) mit solider Leistung.

Zuschauer: Rund 100.

Mit einem neuen Torhüter ging der SC Union in diese Partie. Für Michael Timm, der bisher den verletzten Stammkeeper Peter Spieler ersetzt hatte, und mit dem man nicht so recht zufrieden war, kam Bernd Deiter aus der dritten Mannschaft des SC Union zum Einsatz. Er hinterließ einen souveränen Eindruck und strahlte Ruhe aus, wurde allerdings nicht ein einziges Mal ernsthaft geprüft, so daß über seine wahren Befähigungen kein rechtes Urteil abzugeben ist.

Allerdings wird ein Einsatz von Peter Spieler nicht mehr lange auf sich warten lassen. Er saß schon wieder in voller Montur auf der Auswechselbank und fiebert seinem Wiedereinsatz entgegen.

Die Aussage, daß Torhüter Deiter so gut wie beschäftigungslos blieb, sagt auch schon fast alles über den Spielverlauf aus. Die Gäste waren zwar von der Spielanlage her die bessere Mannschaft, aber schon bald hinter der Mittellinie waren sie mit ihrem Latein am Ende. Die Unioner konnten spielerisch zwar nicht überzeugen, aber sie gefielen kämpferisch vom ersten bis zum letzten Mann, Das Führungstor durch Eisenhuth war zwar sicherlich ein wenig glücklich, aber im zweiten Durchgang waren dann eindeutig die besseren Torgelegenheiten auf seiten der Gastgeber.

Pech hatte Libero Peter Petzold in der 47. Minute mit einem kapitalen Freistoß, der an der Querlatte landete. Mit etwas Glück hätte die Partie schon zu diesem Zeitpunkt entschieden sein können, zumal die Gäste zwischen der 47. und 57. Minute in Unterzahl waren, nachdem Fröhlich für ein gar nicht fröhliches Foul an La Porte eine Zehn-Minuten-Zeitstrafe bekam.

In den letzten 30 Minuten bestimmten die Gäste dann zwar überwiegend das Spielgeschehen, aber so richtig unter Druck vermochten sie die großartig kämpfende Union-Abwehr nie zu setzen. Die Oldesloer jedenfalls hatten bei Kontern die klareren Chancen und die Tore in der Schlußphase durch Eisenhuth und Jack waren nicht unverdient.

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.11.1983

 

Sonnabend, 12. November 1983

SC Union: Ein Punkt bei Hubertus wäre Gold wert

(mth) Beim Oldesloer Fußball-Bezirksligisten SC Union ist nach dem überraschend glatten 3:0-Erfolg über den SV Breitenfelde, der immerhin als Tabellenzweiter ins Kurparkstadion gekommen war, im letzten Sonntag wieder etwas mehr Selbstbewußtsein und Zuversicht aufgekommen.

Dabei gab nicht nur das Resultat als solches den Mannen um Mannschaftsführer Jörg Gossow Auftrieb, auch und gerade die Art und Weise, wie dieser Erfolg errungen wurde, gab zu neuen Hoffnungen Anlaß. In Bezug auf Kampfgeist und Geschlossenheit der Mannschaft würden endlich wieder alte Tugenden der Unioner sichtbar und über drei Treffer in einem Spiel hatte man zuvor im Lager der Schwarz-Roten schon lange nicht mehr jubeln können.

An diese Leistung wollen die Oldesloer morgen nun im Auswärtsspiel bei Eintracht Hubertus (Spielbeginn ist um 14.30 Uhr) unbedingt anknüpfen. Nach wie vor gilt, daß den Unionern sporadische. einzelne Erfolgserlebnisse nicht aus der prekären Lage am Tabellenende heraushelfen werden. Nur mit einer gewissen Beständigkeit über einen längeren Zeitraum wird der noch weite Weg ins sichere Tabellenmittelfeld zurückzulegen sein.

Und Spiele gegen Mannschaften aus der unmittelbaren Tabellennachbarschaft – Eintracht Hubertus (zur Zeit punktgleich mit den Oldesloern) gehört dazu – zählen in dieser Hinsicht doppelt. Die Oldesloer haben also allen Grund, sich morgen mächtig ins Zeug zu legen und konzentriert an die Sache heranzugehen. Ein neuerlicher Rückschlag wäre von der Mannschaft sicher nur schwer zu verdauen.

Mit einem Punktgewinn aber oder gar einem Sieg, den wir der Mannschaft bei einer Wiederholung der Leistung des letzten Sonntag durchaus zutrauen, würde die Hoffnung im Kurparkstadion neue Nahrung kriegen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.11.1983

 

Sonntag, 13. November 1983

Eintracht Hubertus – Union Oldesloe 5:0 (2:0)

(12. Punktspiel)

0:5 bei Eintracht Hubertus

So steigen die Unioner ganz sicher ab

(mth) Die Freude der Bezirksliga-Mannschaft des SC Union Oldesloe über den unerwarteten 3:0-Erfolg gegen den SV Breitenfelde, der den Optimisten eine Wende zum Guten signalisierte, währte nur eine Woche. Bei Eintracht Hubertus erlitten die Oldesloer einen herben Rückschlag. Mit 0:5 bezogen sie eine überaus deutliche Niederlage und niemand konnte sich am Ende im Union-Lager über die Höhe der Schlappe beklagen.

Die Mannschaftsleistung der Oldesloer war dermaßen desolat, daß die Niederlage auch in dieser Höhe vollauf verdient war und sogar noch höher hätte ausfallen können. In dieser Verfassung, da sind wir uns ganz sicher, wird man im Oldesloer Kurparkstadion den zweiten Abstieg hintereinander nicht mehr vermeiden können.

Und eigentlich ist nicht abzusehen, wie jetzt noch, von sporadischen Erfolgen abgesehen, eine grundsätzliche Wende bewerkstelligt werden soll. Interimstrainer Heinz Borrek jedenfalls ist um seine Aufgabe nicht zu beneiden, zumal es sicher immer schwerer wird, die Mannschaft nach derben Rückschlägen neue zu motivieren.

Eintracht Hubertus: Hoffmann, Grell, Muus, Kautsch (46. Groß), Masal, Peschoff, Kelling, Keisler, Sahmkow, Scheibel, Hinz.

SC Union Oldesloe: Deiter, Schwarz, Völzke, Michael Petzold, Peter Petzold, Gossow, Eisenhuth, Thom, Schüler (76. Jack), Maresch (35. Keuchel), La Porte.

Tore: 1:0 Sahmkow (7.), der nach einer Ecke frei zum Kopfball kam; 2:0 Muus (25.), der in einem Gewühl vor Torhüter Deiter die beste Übersicht hatte; 3:0 Grell (53.) mit einem Handelfmeter, den Völzke verursacht hatte; 4:0 Keisler (76.), der einen Konterangriff im Nachschuß erfolgreich abschloß, nachdem Deiter seinen ersten Schuß noch abwehren konnte; 5:0 Scheibel (88.), der mit einem Steilpaß der Union-Abwehr auf und davon lief.

Schiedsrichter Preußner (SC Kisdorf) mit einer guten Leistung.

Die Oldesloer enttäuschten bei Eintracht Hubertus auf der ganzen Linie. Die Mannschaft blieb während der gesamten 90 Minuten nicht nur spielerisch ganz und gar hinter den Erwartungen zurück, auch vom kämpferischen Einsatz her blieben viele Wünsche offen. Angefangen bei Torhüter Deiter, der diesmal keinen sicheren Eindruck machte, bis hin zu Linksaußen La Porte blieben eigentlich alle Spieler hinter ihrer Normalform zurück. Lediglich Thomas Thom wußte zu gefallen, aber er allein konnte das Unheil auch nicht aufhalten.

Echte Torchancen hatten die Oldesloer eigentlich nur zwischen dem ersten und zweiten Treffer für die Platzherren. So wurde ein harter Schuß von Thom in der zehnten Minute von Torwart Hofmann gut pariert und in der 14. Minute strich ein Kopfball von Gossow denkbar knapp am Tor vorbei Damit aber hatten die Oldesloer ihr Pulver dann auch schon verschossen. Die Gastgeber bestimmten spätestens nach dem 2:0 in der 25. Minute ganz eindeutig die Szene und ihr Sieg ging vollauf in Ordnung.

STORMARNER TAGEBLATT vom 14.11.1983

 

Sonnabend, 19. November 1983

Schafft der SC Union bei FSV Lübeck eine Überraschung?

(mth) Der Hoffnungsschimmer, der beim Oldesloer Fußball-Bezirksligisten SC Union vor zwei Wochen nach dem als sensationell empfundenen 3:0-Erfolg über den SV Breitenfelde aufgetaucht war, verflüchtigte sich am letzten Wochenende beim Gastspiel der Oldesloer bei Eintracht Hubertus ins Nichts.

Nicht, daß man im Lager der Unioner nicht auch einen Punktverlust oder eine Niederlage nicht mit einkalkuliert hätte – das kann man bei nüchterner Einschätzung des Leistungsvermögens von vornherein bei keinem Gegner ausschließen –, aber die klägliche Art und Weise, wie man sich von einem keineswegs starken Gegner mit 0:5 regelrecht „abschlachten“ ließ, gab doch zu denken.

Selbst eingefleischte Union-Fans sprachen erschüttert von einem katastrophalen Spiel, ja sogar von der schlechtesten Leistung, die eine Union-Mannschaft je geboten hat.

Man ist im Oldesloer Kurparkstadion zwar noch lange nicht gewillt, vorzeitig das Handtuch zu werfen, was besagen würde, daß man sich mit einem zweiten Abstieg in Folge abfinden müßte, aber so ganz von der Hand kann man diesen Gedanken auch nicht mehr weisen.

Auch für das morgige Gastspiel der Unioner beim FSV Lübeck ist großer Optimismus sicher nicht angebracht. Die Mannschaft, die sicherlich nach dem neuerlichen derben Rückschlag nicht leicht neu zu motivieren ist, geht auch in die Partie in der Hansestadt, die um 14 Uhr beginnt, nur als krasser Außenseiter.

Schon ein Remis für die Stormarner wäre eine große Überraschung, ein Sieg wäre sicherlich eine neuerliche Sensation. Kampflos, wie gesagt, wollen sich die Oldesloer beim FSV nicht geschlagen geben, aber Wunder dauern für gewöhnlich auch im Fußball etwas länger, und so können wir vor übertriebenen Hoffnungen nur warnen.

STORMARNNER TAGEBLATT vom 19.11.1983

 

Sonntag, 20. November 1983

FSV Lübeck – Union Oldesloe 0:2 (0:1)

(13. Punktspiel)

Blitzstart half dem SC Union

2:0 bei FSV Lübeck

Petzold-Tore machten Überraschungssieg möglich

(mth) Der Oldesloer Bezirksligist SC Union stürzt seine Anhänger und Fans von einem Wechselbad ins nächste. Vor einer Woche gab es für den Unioner nur eine Woche nach dem tollen 3:0-Erfolgen über den SV Breitenfelde bei Eintracht Hubertus eine böse Ernüchterung. Dabei war natürlich die Höhe der Niederlage (0:5) sehr deprimierend, mehr noch aber mußte ernüchtern die Art und Weise, mit der sich die Oldesloer ohne nennenswerten Widerstand überfahren ließen. Mit viel Hoffnung konnte man nach dieser Katastrophe die Reise zum Punktspiel am Sonntag bei FSV Lübeck eigentlich nicht antreten.

Aber es kam wieder einmal ganz anders als gedacht. Die Oldesloer erwischten einen Blitzstart, als ihr Libero Peter Petzold schon in der zweiten Minute das 1:0 erzielte und dieses frühe Erfolgserlebnis beflügelte die Mannschaft so sehr, daß sie das Spiel jederzeit überlegen gestaltete und am Ende zu einem hochverdienten 2:0-Erfolg kam. Auch für den zweiten Treffer sorgte dabei Peter Petzold, der sechs Minuten vor dem Abpfiff einen Foulelfmeter verwandelte. Hätten die Oldesloer ihre Chancen besser genutzt, wäre eine Sicherstellung des Sieges schon wesentlich früher möglich gewesen.

In der Mannschaft und in ihrem Umkreis sollte aber nun niemand auf die Idee kommen. den Sieg zu hoch zu bewerten und ihn als endgültige Wende zum Guten zu betrachten. Bis eine solch positive Diagnose möglich ist, gilt es erst einmal abzuwarten, ob die Truppe den Sieg auch in den beiden nächsten Spielen bestätigt. Das sind – zunächst daheim gegen RW Moisling, dann bei Schlußlicht SV Fehmarn – ausgesprochene Schlüsselspiele für die Oldesloer und erst nach ihrem Ausgang wird man halbwegs sichere Prognosen über den weiteren Weg der Union-Truppe abgeben können.

FSV Lübeck: Vahlendieck, Graaf, Fritsche, Drenkhahn, Elwardt (46. Fischer), Funk, Konschal, Wulf (46. Timm), Jäckel, Kowalczik, Lankau.

SC Union Oldesloe: Spieler, Schwarz, Völzke, Michael Petzold, Peter Petzold, Gossow, Eisenhuth, Thom, Stobbe, Maresch, La Porte.

Tore: 0:1 Peter Petzold (2.) mit einem Freistoß aus mehr als 20 Metern Entfernung. Torhüter Vahlendieck hatte den als Aufsetzer geschossenen Ball offensichtlich unterschätzt und ließ ihn durch die Hände gleiten; 0:2 (84. Peter Petzold, Foulelfmeter nach einem Foul von Drenkhahn an Stobbe.

Schiedsrichter: Volkert (SV Ratzeburg) mit einer guten Leistung.

Beruhigend für die Union-Mannschaft war natürlich die Mitwirkung von Stammtorhüter Peter Spieler, der in seiner Verletzungspause doch sehr vermißt wurde, auch wenn sich seine Vertreter, Timm und Deiter, wirklich redlich bemüht hatten.

Zusammen mit dem frühen Führungstor stärkte dieses das Selbstvertrauen der Unioner natürlich ungeheuer und die Truppe, die von Interimstrainer Heinz Borrek nach der Schlappe in Hubertus im Training gehörig unter Feuer genommen worden war, beherrschte das Spielgeschehen in der ersten Halbzeit eindeutig. Während die enttäuschenden Gastgeber im ersten Durchgang nicht eine einzige torreife Möglichkeit herausspielten, hatten die Stormarner noch viele gute Chancen, aber Stobbe, Eisenhuth und Thom versäumten gute Chancen, die Führung noch auszubauen.

Die erste Chance für die Platzherren ergab sich erst in der 55. Minute, als Spieler einen Graaf-Schuß mühsam zur Ecke abwehrte, aber dann war wieder der SC Union an der Reihe, der wieder mehrere Chancen hatte und oft knapp scheiterte. Dennoch hätte das Spiel bei unglücklichem Verlauf noch kippen können, als zunächst alle Chancen vertan wurden und Kowalczik in der 78. Minute einen Freistoß mit Vehemenz aufs Tor schoß.

Aber Peter Spieler war auch diese Situation gewachsen und als Peter Petzold dann sechs Minuten später den an Kurt Stobbe verwirkten Elfmeter sicher verwandelte, war der erste Auswärtssieg des SC Union in dieser Serie endlich perfekt. An dessen Verdienst konnte es keinen Zweifel gebe, ja, die Lübecker hätten sich nicht beschweren können, wenn ihre Niederlage noch erheblich klarer ausgefallen wäre.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.11.1983

 

Sonnabend, 26. November 1983

SC Union: Gegen RW Moisling steigt ein Schicksalsspiel

(mth) Für die Bezirksliga-Mannschaft des SC Union Oldesloe steht am Sonntag ab 14 Uhr im Kurparkstadion ein ausgesprochenes Schicksalsspiel auf dem Programm. Die Truppe um Mannschaftsführer Jörg Gossow trifft auf die Mannschaft von Rot-Weiß Moisling, die noch um einen Platz und einen Punkt schlechter als die Oldesloer gestellt ist.

Verlieren die Oldesloer diese Partie, würde sich ihr überraschender Erfolg am letzten Wochenende bei FSV Lübeck im Nachhinein als eher wertlos erweisen. Die Mannschaft von Interimstrainer Heinz Borrek wird nur dann aus dem Tabellenkeller herauskommen, wenn sie einmal eine positive Serie zustande bringt, und nicht nur ganz gelegentlich Glanzlichter setzt und zwischendurch die Zügel schleifen läßt.

Insbesondere gegen unmittelbare Konkurrenten im Abstiegskampf dürfen die Oldesloer keine Federn lassen, was auf die morgige Partie ebenso zutrifft wie auf das Spiel eine Woche später beim SV Fehmarn (Schlußlicht), mit dem die Hinrunde dann abgeschlossen wird. Mindestens drei Punkte benötigen die Oldesloer aus diesen beiden Partien hintereinander, wenn man die Rückrunde dann mit einigermaßen begründeten Hoffnungen auf den Klassenerhalt angehen will.

Kann die Mannschaft, die durch den Wiedereinsatz von Stammtorhüter Peter Spieler ganz sicher an Abwehrstärke gewonnen hat, ihre Leistung von Lübeck vom letzten Sonntag wiederholen, geht sie sicherlich als Favorit in das Spiel gegen RW Moisling.

Aber bei Prognosen für die Unioner, das haben die Spiele in jüngster Vergangenheit gezeigt, ist äußerste Vorsicht angebracht. Die Mannschaft hat ganz eindeutig zwei sehr unterschiedliche Gesichter, und man kann nur hoffen, daß sie sich morgen wieder von ihrer „Schokoladenseite“ zeigt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.11.1983

 

Sonntag, 27. November 1983

Union Oldesloe – Rot-Weiß Moisling ausgefallen

(Punktspiel)

 

Sonnabend, 3. Dezember 1983

SC Union: Bei Schlußlicht Fehmarn darf nichts anbrennen

(mth) Daß die Spruchweisheit: „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!“ hin und wieder im Alltag seine Gültigkeit hat, läßt sich am Beispiel der Bezirksliga-Mannschaft des SC Union Oldesloe leicht erkennen. Vor einer Woche kennzeichneten wir ihre Partie gegen Rot-Weiß Moisling in der Vorschau als Schicksalsspiel, handelten dabei mit Zitronen, weil die Partie ins Wasser fiel und niemand schon jetzt voraussehen kann, welche Bedeutung ihr am Nachholtermin zukommen wird.

Aber das nächste Schicksalsspiel für die Unioner läßt deshalb nicht auf sich warten. Es steht vielmehr schon morgen an, wenn die Truppe von Interimstrainer Heinz Borrek bei Schlußlicht SV Fehmarn antritt. Die Insulaner, Absteiger aus der Landesliga wie auch die Oldesloer und übrigens auch die Moislinger – eine nichtalltägliche Konstellation also, die sich da am Tabellenende der Bezirksliga zusammengebraut hat –‚ sind bislang in der neuen Spielklasse überhaupt noch nicht auf die Füße gekommen. Ganze vier Punkte hat die Truppe bisher zusammengekratzt und ihr Torverhältnis von 14:54 spricht Bände über ihren Zustand.

Daran hat sich auch nichts geändert, seit vor kurzer Zeit der prominente Trainer Gerd Koll das Ruder bei den Insulanern überkommen hat. Gleich mit 0:8 gingen die Fehmarner am letzten Wochenende bei Eintracht Hubertus ein, so daß Koll angesichts der taktischen Disziplinlosigkeit schon andeutete, sein Gastspiel in Burg auf Fehmarn werde wohl nur von kurzer Dauer bleiben.

Für den SC Union darf dieses aber kein Grund seine den morgigen Gegner zu unterschätzen. Die Oldesloer haben gerade in jüngster Vergangenheit solche Schlappen selbst miterleben müssen und können sich angesichts ihrer prekären Lage Überheblichkeit am allerwenigsten erlauben. Mit einer ähnlich konzentrierten Leistung wie vor 14 Tagen bei FSV Lübeck aber müßte für die Oldesloer auf Fehmarn einiges drin sein.

STORMARNER TAGEBLATT vom 3.12.1983

 

Sonntag, 4. Dezember 1983

SV Fehmarn – Union Oldesloe 2:2 (1:1)

(14. Punktspiel)

Elfmeter verdroß den SC Union

2:2 bei SV Fehmarn

Die Oldesloer fühlten sich um einen Punkt betrogen

(mth) Der Oldesloer Fußball-Bezirksligist SC Union Oldesloe kehrte vom „Kellerduell“ bei Schlußlicht SV Fehmarn mit einem 2:2-Unentschieden zurück. Ein Ergebnis, das sicherlich nicht alle Hoffnungen erfüllte, aber natürlich auch nicht alle Befürchtungen, die man angesichts der Launenhaftigkeit der Mannschaft immer haben muß, eintreten ließ.

Die Stimmung im Lager der Unioner war nach diesem indifferenten Ergebnis aber nicht, wie man es hätte erwarten können, gemischt. Vielmehr waren einzig und allein Zorn und Wut angesagt, was sich ausschließlich auf Schiedsrichter Redetzki (Lübeck) bezog. Die Meinung im Union-Lager war einhellig: Mit der Elfmeterentscheidung, die in letzter Konsequenz zum 2:2 führte, so lautete der Tenor, hat der Unparteiische den Stormarnern einen Punkt „gestohlen“.

Und die Empörung der Oldesloer richtete sich nicht nur gegen die Entscheidung selbst – der Schiedsrichter glaubte ein Faul von Michael Petzold an Wittstock gesehen zu haben, die Unioner machten Michael Petzold als ballführenden Spieler aus, der eher von Wittstock unfair angegangen wurde –, sie wurden durch ein „Nachspiel“ bei der Ausführung dann vollends auf die Palme gebracht. Wieske nämlich trat an und schoß den Elfmeter hoch über die Querlatte. Aber Herr Redetzki ließ den Strafstoß wiederholen, da er vorgab, den Ball noch nicht freigegeben zu haben. Im zweiten Versuch machte es Wilder dann besser und überwand Spieler zum 2:2-Endstand.

In der Folgezeit waren die Oldesloer dann kaum noch zu beruhigen, weder von außen noch auf dem Spielfeld selbst, und als dann Völzke in der 75. Minute – das Drama hatte drei Minuten vorher begonnen – noch eine Zehn-Minuten-Zeitstrafe diktiert bekam, war die Chance der Stormarner gegen diesen wirklich nicht starken Gegner, noch einen Sieg im Endspurt zu holen, entschwunden.

SV Fehmarn: Schacht, Anders, Westphal, Kreil, Grimm, Wellendorf, Wittstock, Schmütz, Wieske, Thomsen, Wilder.

SC Union Oldesloe: Spieler, Schwarz, Völzke, Michael Petzold, Peter Petzold, Gossow, Eisenhuth, Thom, Stobbe, Maresch, La Porte.

Tore: 1:0 Wieske (8.), der völlig frei zum Schuß kam, nachdem zwei Oldesloer Abwehrspieler, die sich mit den widrigen Bodenverhältnissen offensichtlich noch nicht angefreundet hatten, über den Ball geschlagen hatten: 1:1 Peter Petzold (11.) mit einem fulminanten 18-Meter-Freistoß; 1:2 Stobbe (56.), der eine Kombination mit Gossow und Eisenhuth erfolgreich abschloß; 2:2 Wilder (72.) mit Foulelfmeter unter den schon geschilderten Umständen.

Schiedsrichter: Redetzki (Lübeck) mit dem man in beiden Lagern bis zu dem Eklat ganz zufrieden war. Hinterher waren es dann nur noch die Insulaner.

Zuschauer: Gut 150.

Über das Spiel selbst ist nur wenig Aufregendes zu berichten. Die Platzherren beherrschten nur in den ersten 15 Minuten die Szenerie. Als die Oldesloer sich mit dem glatten Boden abgefunden hatten wurden sie zur klar spielbestimmenden Mannschaft. Den Chancen nach hätten sie schon zur Pause sicher führen müssen. Auch nach dem Führungstreffer von Stobbe bestimmten die Stormarner weiter das Spiel und Chancen, die Führung auszubauen, waren durchaus vorhanden.

Insofern muß die Truppe von Interimstrainer Heinz Borrek ein wenig Schuld für den Punktverlust sicher auch bei sich selbst suchen denn hätte sie ihre Chancen in de Zeit ihrer deutlichen spielerischer Überlegenheit in Tore ummünzen können, hätte das, was hinterher ah Skandal empfunden wurde, als Lappalie abgetan werden können.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.12.1983

 

Sonnabend, 10. Dezember 1983

SC Union hofft in Oldenburg auf eine Außenseiterchance

(mth) Im Lager des SC Union Oldesloe ist die Erregung über den „gestohlenen“ Punkt am letzten Wochenende in Burg auf Fehmarn noch immer nicht abgeklungen. Noch immer hadert man im Oldesloer Kurparkstadion mit dem Unparteiischen Redetzki (Lübeck), der mit einem unberechtigten Elfmeterpfiff den Oldesloern den zweiten Auswärtserfolg hintereinander verbaute.

Aber man sollte den Ärger darüber bei den Unionern nun langsam abschütteln und sich den wichtigen Zukunftsaufgaben widmen. Am Sonntag um 14 Uhr kommt es für die Oldesloer zum Rückrundenauftakt ganz dick. Der SV Oldenburg, bei dem die Truppe von Interimstrainer Heinz Borrek antritt, gehört nach wie vor zu den stärksten Mannschaften der Klasse, auch wenn er inzwischen nicht mehr, wie im ersten Saisondrittel, ganz an der Spitze steht.

Die Oldesloer jedenfalls, die gegen den SV Oldenburg das Hinspiel auf eigenem Platz verloren und damit ihren Niedergang auch in der Bezirksliga einleiteten, sind morgen ganz sicher nur Außenseiter. Unter normalen Umständen wird es für sie dort nichts zu erben geben. Aber genau in dieser Ausgangslage liegt für die Unioner natürlich auch eine Chance. Die Mannschaft, die sich zuletzt immer besser einspielte, weil es Heinz Borrek endlich gelungen zu. sein scheint, eine Stammformation zu finden, kann locker und ungezwungen aufspielen. Zu verlieren hat sie in Oldenburg nichts, aber alles zu gewinnen.

Wichtiger, aber sicher auch nervenkitzeliger wird's für die Unioner erst eine Woche später, wenn auf eigenem Platz das Nachholspiel gegen RW Moisling ansteht. Punkte nämlich werden die Oldesloer vor allem gegen Mannschaften aus ihrer unmittelbaren Nachbarschaft in der Tabelle machen müssen, und in der Beziehung wird die Partie gegen Moisling ein Schlüsselspiel.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.12.1983

 

Sonntag, 11. Dezember 1983

Oldenburger SV – Union Oldesloe ausgefallen

(Punktspiel)

 

Sonnabend, 17. Dezember 1983

SC Union muß noch einmal ran

Sieg gegen RW Moisling wäre versöhnlicher Jahresabschluß

(mth) Von den höherklassigen Mannschaften des Kreisfußballverbandes Stormarn muß am vierten Adventssonntag nur die Bezirksliga-Mannschaft des SC Union Oldesloe „nachsitzen". Die Truppe vom Kurparkstadion erwartet zum Ausklang eines für sie gänzlich verkorksten Jahres – Abstieg nach vierjähriger Zugehörigkeit aus der Landesliga und Absturz auf einen Abstiegsplatz auch in der Bezirksliga – am Sonntag um 14 Uhr Rot-Weiß Moisling auf eigenem Platz und will mit einem doppelten Punktgewinn für einen versöhnlichen Ausklang sorgen.

Ein Blick auf die Tabelle macht deutlich, daß es sich bei dem morgigen Spiel, das vor drei Wochen schon einmal angesetzt war, wegen „Land unter“ dann aber ausfallen mußte, keineswegs um eine eher überflüssige Zugabe zur Hinrunde handelt, sondern vielmehr ein Schlüsselspiel für beide Mannschaften ist.

Die Moislinger, Absteiger aus der Landesliga wie die Unioner, haben sich in der neuen Spielklasse ebenfalls noch nicht wie erwünscht zurechtgefunden. liegen seit 14 Tagen, als sie das Abstiegsduell gegen FSV Lübeck gewannen, während die Oldesloer im zweiten „Kellerduell“ beim SV Fehmarn (auch ein Landesliga-Absteiger!!) mit einem Remis zufrieden sein müßten, aber einen Rang vor den Stormarnern.

In der Endabrechnung könnte der augenblickliche Abstand beider Teams für die Unioner fatal werden, denn bei drei Regelabsteigern verläuft die Grenzlinie zwischen gut und böse genau zwischen dem 13. und 14. Rang. Soweit wollen es die Oldesloer aber in gar keinem Fall kommen lassen. Die Mannschaft hat bei ihren letzten Auftritten – abgesehen von der Schlappe bei Eintracht Hubertus – eine Aufwärtsentwicklung erkennen lassen. Die ist sicherlich nicht zuletzt darauf zurückzuführen, daß Interimstrainer Heinz Borrek zwischenzeitlich eine Stammformation gefunden hat, die durch den Einbau des wiedergenesenen Torhüters Peter Spieler noch an Geschlossenheit gewonnen hat.

STORMARNER TAGEBLATT vom 17.12.1983

 

Sonntag, 18. Dezember 1983

Union Oldesloe – Rot-Weiß Moisling ausgefallen

(Punktspiel)

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