SC Union Oldesloe

Die Spielzeit 1982/83 - Rückserie

 

Sonnabend, 29. Januar 1983

SC Union: Gegen Eutin 08 II soll eine große Aufholjagd eingeleitet werden

(mth) Nach langer, langer Pause – das letzte Spiel datiert aus der ersten Dezemberhälfte – greift am Sonntag um 15 Uhr auch der Landesligist SC Union Oldesloe wieder in das Punktspielgeschehen ein. Gegner der Truppe von Trainer Hans-Dieter Vernimb ist die zweite Mannschaft von Eutin 08.

Für die Oldesloer ist die Hinrunde im Herbst ganz und gar nicht nach Wunsch verlaufen. Ganze sieben Punkte hat die Mannschaft aus den ersten 15 Spielen erobert. Ein Blick auf das Torverhältnis zeigt überdeutlich, worin die Ursache für die Misere der Männer aus dem Kurparkstadion liegt.

Nur zwölf erzielte Treffer sind in 15 Spielen wirklich eine zu magere Ausbeute und da darf es niemanden verwundern, daß man zur Zeit auf einem Abstiegsplatz rangiert und der Abstand zum rettenden Ufer schon ziemlich groß ist.

Aber der SC Union ist schon immer für seine kämpferischen Qualitäten bekannt gewesen und unterkriegen läßt man sich von der jetzigen mißlichen Lage nicht. Mannschaft und Mannschaftsführung haben sich vorgenommen, in der Rückrunde eine energische Aufholjagd zu starten und man ist im Union-Lager zuversichtlich, auch in diesem Jahr den Abstieg noch vermeiden zu können.

Als erstes soll dieses morgen die zweite Mannschaft von Eutin 08 zu spüren bekommen. Die Ostholsteiner liegen zur Zeit im Mittelfeld der Tabelle und sie ließen am letzten Wochenende mit einem 1:1-Unentschieden gegen den Tabellenzweiten Sereetz aufhorchen, aber diese Empfehlung soll für die Unioner kein Hindernis sein. Gerade auf eigenem Platz dürfen die Oldesloer nun keinen Punkt mehr abgeben, wenn die beschriebene Aufholjagd von Erfolg gekrönt sein soll.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.1.1983

 

Sonntag, 30. Januar 1983

Union Oldesloe – Eutin 08 II 1:1 (1:1)

(16. Punktspiel)

1:1 gegen Eutin 08 II ist nicht genug

Der Elan des SC Union verpuffte schon nach einer halben Stunde

(mth) Bad Oldesloes Landesligist SC Union begann die Rückserie der Saison 82/83 mit einem 1:1-Unentschieden auf eigenem Platz gegen die zweite Mannschaft von Eutin 08. Angesicht der vielen Niederlagen, die die Mannschaft von Trainer Hans-Dieter Vernimb zum Ende der Herbstserie einstecken mußte, kann man dieses Resultat natürlich positiv würdigen. Immerhin nicht verloren und immerhin einen Punkt gerettet, kann man mit optimistischer Grundeinstellung konstatieren.

Aber bei nüchterner und realistischer Einschätzung wird man wohl nicht umhin können, das Remis gegen die Ostholsteiner als einen Punktverlust für die Oldesloer einzustufen. Ein Verlust vor allem deshalb, wenn man den Spielverlauf betrachtet. Gut eine halbe Stunde lang beherrschten die Unioner den Gegner nämlich ganz klar und sie hätten weit deutlicher als mit 1:0 führen müssen, aber ein höchst unnötiger und überflüssiger Gegentreffer in der 26. Minute brachte sie dann gehörig aus den Rhythmus. Von da an war bei den Oldesloern dann wieder Sand im Getriebe und trotz redlicher Bemühungen im zweiten Durchgang blieb eigentlich alles wieder Stückwerk.

Als Punktverlust muß man das Resultat aber ganz sicher auch im Hinblick auf die Gesamtsituation der Oldesloer einschätzen. Unentschieden auf eigenem Platz gerade gegen Mannschaften, die nicht zur Spitzengruppe zählen, sind für die Oldesloer einfach nicht genug, um Anschluß an die Mannschaften des unteren Tabellenmittelfeldes zu finden. Dieses gilt um so mehr, als nun hintereinander drei schwere Spiele gegen VIB Lübeck II, VfL Bad Schwartau und FC Burg anstehen, alles Teams, die unmittelbar zur Spitzengruppe zu zählen sind. Wohl oder übel wird der SC Union nun aus diesen Spielen den einen oder anderen Punktgewinn holen müssen, wenn die Lage nicht schon nach zwei Dritteln der Saison hoffnungslos werden soll.

SC Union Oldesloe: Spieler, Michael Petzold, Völzke, Gossow, Metzing, Pophal, Kotz, Rausch, Reek, Thom, Müller (75. Bohnhoff).

Eutin 08 II: Bröker, Zaak, Werdin, Horst, Albrecht (73. Zöllner), Leske, Kleinwort, Schulz, Burchard, Przystawik, O. Brunner.

Tore: 1:0 Thom (17.), der nach prächtiger Vorlage von Pophal allein vor Bröker auftauchte, diesen gekonnt ausspielte und mit dem Ball ins leere Tor lief; 1:1 Przystawik (26.), der nach krassem Abwehrfehler mehrerer Union-Spieler frei im Strafraum zum Schuß kam und unhaltbar einschoß.

Schiedsrichter Siebert (Lübeck) mit nicht immer klarer Linie. So schlecht allerdings, wie ihn viele Zuschauer und Spieler sahen, war er keineswegs. In Ordnung gingen beispielsweise auch die beiden Zehn-Minuten-Zeitstrafen gegen Gossow und Völzke, die sich rüde Fouls erlaubt hatten.

Zuschauer: Etwa 150. Einer von ihnen konnte, wie angekündigt, mit einem Schinken den Heimweg antreten.

Die Oldesloer legten von Beginn an mächtig los und hätten schon nach zehn Minuten gut und gern mit 2:0 führen können. So verpaßte Müller schon in der dritten Minute eine Flanke von Thom nur denkbar knapp und in der zehnten Minute hatte der agile Reek Pech mit einem Kopfball nach herrlicher Müller-Flanke.

Nach einem Warnschuß der Eutiner, als Spieler nach schlimmem Völzke-Fehlpaß sein ganzes Können gegen einen Schuß von Kleinwort aufbieten mußte, fiel dann in der 17. Minute durch Mannschaftsführer Thomas Thom doch der längst fällige Führungstreffer. Die Unioner bestimmten auch weiterhin ganz klar das Spielgeschehen und waren drauf und dran, ihre Führung noch auszubauen.

Aber es sollte wieder einmal ganz anders kommen. Nach groben Abwehrfehlern der Oldesloer (Spieler, Völzke) kamen die Gäste bei ihrem zweiten ernsthaften Angriffsversuch prompt zum Ausgleich und damit war es um den Spielfluß der Stormarner dann auch schon geschehen. In den letzten zehn Minuten vor der Halbzeit mußten die Oldesloer dann sogar um den Gleichstand bangen, denn wegen einer Zeitstrafe von Gossow (33. Minute) waren sie in Unterzahl.

Im zweiten Spielabschnitt schien ein kerniger Schuß von Gossow, der nur knapp sein Ziel verfehlte ein Signal für einen Sturmlauf der Unioner zu werden, aber der Schein trog. Die Oldesloer waren zumeist zwar die spielbestimmende Mannschaft. aber die Mannschaft agierte zu kopf- und konzeptlos, um die Eutiner wirklich in Gefahr zu bringen.

Auch ein energischer Schlußspurt in der letzten Viertelstunde brachte nicht mehr den erhofften Siegtreffer, weil der Oldesloer Angriff seine aus der Hinrunde sattsam bekannten Schwächen einfach nicht ablegen konnte.

Ob es in diesem Zusammenhang eine glückliche Maßnahme des Trainers war, Müller gegen den blassen Bohnhoff auszutauschen, muß bezweifelt werden, denn immerhin ist Müller, auch wenn er zumeist nicht gerade produktiv spielt, einer der wenigen Union-Spieler, von denen im Angriff wenigstens noch gelegentlich druckvolle Aktionen kommen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 31.1.1983

 

Sonnabend, 5. Februar 1983

SC Union: In Bad Schwartau nur Außenseiter, aber nicht chancenlos

(mth) Für den Oldesloer Landesligisten SC Union begann die Rückrunde, in der die Mannschaft ja eine Aufholjagd anzetteln will, um den Klassenerhalt doch noch zu schaffen, mit nur einem teilweise befriedigenden Erfolg. Das 1:1-Unentschieden auf eigenem Platz gegen die zweite Mannschaft von Eutin 08 war unter dem Strich für die Truppe von Trainer Hans-Dieter Vernimb sicherlich eher ein Punktverlust denn ein Punktgewinn.

Aber bei den Unionern läßt man deswegen die Köpfe nicht hängen und hat sich noch lange nicht aufgegeben. Zum ersten Auswärtsspiel der Rückrunde treten die Oldesloer am Sonntag um 15 Uhr beim VfL Bad Schwartau an.

Nach der Papierform sind die Männer vom Kurparkstadion in dieser Partie ganz sicher nur krasser Außenseiter, denn die Marmeladenstädter zählen immerhin zur Spitzengruppe der Landesliga und so ganz haben sie die Hoffnungen auf den Gewinn der Meisterschaft nicht aufgegeben.

So unwiderstehlich wie zu Saisonbeginn, als sie die ersten sechs Spiele hintereinander (unter anderem auch das Hinspiel in Oldesloe) gewannen, sind sie schon lange nicht mehr. Aus den zehn Spielen danach sind sie sogar mit negativem Punktverhältnis (8:12) herausgegangen und auch ihr Rückrundenstart am letzten Wochenende mit einem 0:0 beim TSV Lägerdorf verlief nicht ganz wunschgemäß.

Dabei irritierte sie weniger das Resultat, was unter dem Strich sicherlich eher als ein Erfolg zu buchen ist, sondern vielmehr die Tatsache, daß ihr Mannschaftsführer, Libero Korreck, des Feldes verwiesen wurde. Darin liegt sicherlich auch für die Oldesloer eine Außenseiterchance, denn Korreck ist eine ausgesprochene Zentralfigur im Schwartauer Spiel.

Aber diese Chance wird der SC Union nur dann wahrnehmen können, wenn seine eigenen Angreifer endlich einmal ihr Herz in beide Hände nehmen und auch vor saftigen Torschüssen nicht zurückschrecken. Nur wenn nämlich endlich mehr Tore als in der Vergangenheit geschossen werden, hat man noch eine reelle Chance auf den Klassenerhalt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.2.1983

 

Sonntag, 6. Februar 1983

VfL Bad Schwartau – Union Oldesloe ausgefallen

(Punktspiel)

 

Sonnabend, 12. Februar 1983

SV Eichede – Union Oldesloe 7:0 (4:0)

(Freundschaftsspiel)

SC Union wurde deklassiert

Der SVE überfuhr den Landesligisten gleich mit 7:0

(mk) Auch wenn man Freundschaftsspiele nicht überbewerten sollte: die Vorstellung der Landesliga-Mannschaft von Union Oldesloe beim zwei Klassen tiefer spielenden SV Eichede war eine Blamage! Selbst dieser klare 7:0-Erfolg war mehr als verdient für die Hausherren, denn die Gäste aus der Kreisstadt waren eigentlich nie ein echter Gegner! Vor allem in den ersten 45 Minuten boten die Eicheder herrliche Fußballkost auf dem Schneeboden und waren der Vernimb-Truppe vor allem technisch überlegen.

Es entwickelte sich fast nur ein Spiel auf das Tor von Union-Keeper Peter Spieler, der am 1:0 von Jörg Brockmöller aus der siebenten Minute eine unglückliche Figur abgab. In der 16. Minute der einzige gefährliche und gut vorgetragene Angriff des Landesligisten, den Thomas Thom, ansonsten bei Michael Kramp in besten Händen, mit einem Pfostenschuß abschloß. Doch das war dann auch schon alles, was die Kreisstädter im ersten Abschnitt zu bieten hatten.

Dafür hatten die Eicheder das Spiel fest im Griff und konnten streckenweise nach Belieben aufspielen. Die weiteren Tore mußten zwangsläufig fallen. So konnte zwar Spieler einen harten Brockmöller-Schuß noch mit den Fäusten parieren, doch gegen den Nachschuß von Joachim Klitzke war der Schlußmann dann machtlos. Als der eingewechselte Hans-Jürgen Klitzke in der 31. Minute im Strafraum regelrecht umgehauen wurde, war es sein Bruder Joachim, der den fälligen Elfmeter beide Male (der erste mußte wiederholt werden) sicher zum 3:0 verwertete.

Den Halbzeitstand besorgte SVE-Spielmacher Jörg Brockmöller, der nicht zu bremsen war und zu den stärksten Akteuren auf dem Feld gehörte, mit einem 18-Meter-Flachschuß. Gegen die Spielfreude der Hausherren hatten die Gäste nichts gleichwertiges entgegen zu setzen und waren mit dem 4:0-Pausenstand sogar noch gut bedient.

Nach dem Wechsel kamen die Oldesloer dann endlich doch besser ins Spiel und hatten am Ende auch die größeren Feldvorteile auf ihrer Seite. Doch echte Gefahr drohte dem SVE eigentlich nie, denn eine sichere SVE-Deckung um den fehlerlos spielenden Libero Dieter Heyck ließ kaum einmal den SC Union zu Tormöglichkeiten kommen. Da waren die Angriffe des SVE jederzeit torgefährlich und bereits in der 49. Minute erzielte der wiederum starke Andreas Krochmann mit einer herrlichen Einzelaktion das 5:0. Eine große Chance hatte dann auch noch der stark aufspielende Thomas Nossol, der aber statt selbst den Weg zum Tor zu suchen, das Leder einem Union-Spieler in den Fuß spielte. Die wenigen Union-Möglichkeiten machte SVE-Keeper Kohfeldt, der Sommerfeld in der zweiten Halbzeit ablöste, zunichte.

Als dann Hans-Jürgen Klitzke von Uwe Pophal im Strafraum zu Fall gebracht wurde (der Eicheder hat eine leichte Gehirnerschütterung und muß ebenso wie Norbert Matzke, der wegen einer Knöchelverletzung ausschied, nun eine kurze Pause einlegen), verwerte Joachim Klitzke auch diesen Elfmeter sicher zum 6:0. Andreas Krochmann hatte dann noch eine klare Chance, doch hob er das Leder über den herausstürzenden Peter Spieler aber auch am Union-Tor vorbei ins Aus. Schließlich war es der eingewechselte Günter Schaudinn,der mit einem harten aber doch haltbaren 18-Meter-Schuß in der 86. Minute das 7:0 herstellte. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 14.2.1983

 

Sonnabend, 19. Februar 1983

(mth) In der Landesliga Süd, in der als einziger Klasse mit Stormarner Mannschaften am letzten Wochenende die Spiele nicht generell abgesagt wurden – mit dem Erfolg, daß von sieben angesetzten Begegnungen immerhin drei stattfinden konnten, soll auch an diesem Wochenende wieder versucht werden, möglichst viele Spiele auszutragen Und es besteht die Chance, daß in der Tat eine ganze Reihe von Spielen werden stattfinden können. …

Weit weniger gut sind die Aussichten des SC Union Oldesloe einzuschätzen, der mit dem FC Burg einen Mitkonkurrenten der Hoisdorfer aufsuchen muß. Die Oldesloer werden sich in Burg schon erheblich steigern müssen, wenn sie dort auch nur die Spur einer Chance auf einen Punkt haben wollen, auch wenn der FC Burg am letzten Wochenende bei der 1:3-Niederlage in Lägerdorf nicht gerade in Bestform war. Aber auch die Oldesloer haben sich bei ihrer 0:7-Niederlage im Freundschaftsspiel beim Bezirksklassenvertreter SV Eichede ja nicht gerade mit Ruhm bekleckert. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.2.1983

 

Sonntag, 20. Februar 1983

FC Burg – Union Oldesloe ausgefallen

(Punktspiel)

 

Sonnabend, 26. Februar 1983

Einer Eiswüste gleicht zur Zeit das Kurparkstadion. Die Schneereste auf dem geräumten GrandpIatz sind durch die Abfolge von starker Sonneneinstrahlung und anschließendem starken Frost völlig verkrustet und an den schneefreien Stellen bieten sich schiere Eisschichten dar. An eine Austragung des Landesliga-Punktspiels zwischen dem SC Union Oldesloe und Eintracht Segeberg am Sonntag um 15 Uhr ist unter diesen Voraussetzungen natürlich nicht zu denken.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.2.1983

 

Sonntag, 27. Februar 1983

Union Oldesloe – Eintracht Segeberg ausgefallen

(Punktspiel)

 

Sonnabend, 5. März 1983

Beim FC Burg hat der SC Union nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen

(mth) Obwohl der Oldesloer Landesligist SC Union im Jahr 1983 erst ein einziges Punktspiel hat austragen können (1:1 gegen Eutin 08 II), hat sich die Lage für die Mannschaft in der Abstiegszone der Klasse fast dramatisch verändert.

Die Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt haben mit Ausnahme des SV Fehmarn, dessen Schicksal inzwischen besiegelt sein sollte, eifrig Punkte gesammelt, so daß der Abstand zum rettenden Ufer für die Oldesloer nun schon sechs Punkte beträgt. Klar, daß die Mannen von Trainer Hans-Dieter Vernimb nun unbedingt ein paar Siege benötigen, um wieder Anschluß zu finden.

Heute allerdings werden die Trauben beim FC Burg (Spielbeginn ist um 15.30 Uhr) sehr, sehr hoch hängen, denn die Dithmarscher gehören zur Spitzengruppe der Klasse und rechnen sich noch Chancen auf den Gewinn der Meisterschaft aus. Einen Punktverlust oder gar eine Niederlage gegen die Unioner wollen sie natürlich unter allen Umständen vermeiden.

Aber so ganz chancenlos sind die Oldesloer auch in Burg nicht. Sie haben dort nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen, und vielleicht beflügelt sie die klare Außenseiterrolle, die ihnen zweifellos zukommt, ja zu einer angenehmen Überraschung.

Hinter den Kulissen hat sich bei den Unionern im übrigen in der langen Zwangspause einiges getan. Ärger hat es mit dem eigenwilligen Klaus-Dieter Müller gegeben und inzwischen sind daraus Konsequenzen gezogen worden. Müller hat den Verein verlassen und wird zukünftig für die zweite Mannschaft des VfB Lübeck spielen. Spielberechtigt für seine neue Mannschaft wird er Mitte Mai sein.

Die ohnehin angriffsschwachen Oldesloer haben damit einen ihrer wenigen Stürmer eingebüßt, da zugleich aber mit ihm ein ständiger Unruheherd aus der Truppe ausschied, muß dieses nicht von vornherein eine Schwächung der Mannschaft bedeuten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.3.1983

 

Sonnabend, 5. März 1983

FC Burg – Union Oldesloe 1:1 (1:0)

(17. Punktspiel)

Dem SC Union Oldesloe gelang in Burg ein wichtiger Punktgewinn

(mth) Oldesloes Landesligist SC Union hat den Kampf um den Klassenerhalt in der zweithöchsten schleswig-holsteinischen Spielklasse noch lange nicht aufgegeben. Die Truppe von Trainer Hans-Dieter Vernimb schaffte beim FC Burg, immerhin ein Anwärter auf den Gewinn des Meistertitels in dieser Spielklasse, ein beachtliches 1:1 (0:1)-Unentschieden. Die Oldesloer hatten sich diesen Punktgewinn, den Vorstopper Gossow zwei Minuten vor dem Schlußpfiff sicherstellte, wirklich redlich verdient. Die Mannschaft kämpfte aufopferungsvoll und war den Dithmarschern auch spielerisch durchweg gleichwertig.

Der unverhoffte Punktgewinn in Burg wird die Oldesloer für die kommenden schweren Aufgaben sicherlich beflügeln. Der Abstand zum Drittletzten der Tabelle, Rot-Weiß Moisling, der schon drei Spiele mehr hat austragen können, beträgt zwar noch immer fünf Pluspunkte, aber die sind sicherlich bei ähnlichen Leistungen wie in Burg noch aufzuholen. Allerdings darf die Mannschaft in ihrem Bemühen nicht nachlassen. Sie darf vor allem in Heimspielen nun nichts mehr „anbrennen“ lassen und wird auch in Zukunft auswärts den einen oder anderen Punkt unter Dach und Fach bringen müssen.

FC Burg: Conson, Frenssen (75. Henningsen), Oeser, Witt, Schneider, Rademacher, Vieth, Schramm, Jung, Naujokat, Voss (60. Ripper).

SC Union Oldesloe: Spieler, Michael Petzold, Kotz, Gossow, Völzke (50. Bonhoff), Rausch, Borrek, Thom, Reek, Pophal, Ringel (81. Keuchel).

Tore: 1:0 Schramm (41.) mit unhaltbarem Schuß nach Vorlage von Rademacher; 1:1 Gossow (88.) nach einer Kombination mit Keuchel und Thom mit unhaltbarem Schuß aus gut zehn Metern Entfernung.

Schiedsrichter: Köster (Tinnum) mit einer ausgezeichneten Leistung.

Zuschauer: Bei höchst unfreundlichem Wetter nur knapp 100.

In der ersten Halbzeit spielte der SC Union, der auf den Einsatz von Peter Metzing, der beruflich verhindert war, verzichten mußte, mit dem starken und böigen Wind im Rücken, wußte mit diesem „Bundesgenossen“ aber nicht viel anzufangen. Vor allem versäumten es die Oldesloer, gelegentlich auch einmal mit Windunterstützung aus der zweiten Reihe zu schießen, so daß Burgs Torwart Conson fast arbeitslos blieb.

Da auf der anderen Seite auch die Burger kaum zu wirkungsvollen Angriffen kamen, verliefen die ersten 45 Minuten fast ohne Höhepunkte. Pech für die Unioner, daß gleich die erste Chance der Gastgeber in der 41. Minute zu einem Treffer führte. Torhüter Spieler, sonst kaum einmal ernsthaft geprüft, war bei diesem Treffer machtlos.

Mit ein wenig Glück hätten die Oldesloer dennoch mit einem Unentschieden in die Halbzeitpause gehen können, aber in der 44. Minute wehrte Conson einen kapitalen 30-Meter-Schuß von Gossow mit letzter Kraft ab.

Im zweiten Spielabschnitt setzten die Stormarner dann alles auf eine Karte. Obwohl nun gegen den starken Wind spielend, erkämpften sie sich mehr und mehr Feldvorteile und kämpften unverdrossen weiter, auch wenn die Bodenverhältnisse durch den Dauerregen Immer schlechter wurden.

Trotz einiger Torchancen – die Burger hatten denen nur zwei durch Vieth und Jung entgegenzusetzen – dauerte es aber bis zwei Minuten vor dem Abpfiff, ehe Gossow, den es schon lange nicht mehr in der eigenen Abwehr gehalten hatte, den lange fälligen und hochverdienten Ausgleich erzielte. Der Jubel im Lager des SC Union war danach natürlich riesengroß, und man sieht nun wieder ein wenig hoffnungsfroher in die Zukunft.

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.3.1983

 

Sonnabend, 12. März 1983

SC Union: Gelingt auch beim SV Hansühn eine positive Überraschung?

(mth) Oldesloes Landesligist SC Union hat nach dem überraschenden Punktgewinn am letzten Wochenende beim FC Burg im Kampf um den Klassenerhalt wieder ein wenig Hoffnung geschöpft. Daran wollen die Schützlinge von Trainer Hans-Dieter Vernimb nun auch am Sonntag um 15 Uhr beim Gastspiel beim SV Hansühn anknüpfen.

Mit ähnlich guter Leistung und Einstellung wie in Burg rechnen sie sich auch in Hansühn Chancen auf den Gewinn eines Punktes aus. Der Coach der Oldesloer wird dabei voraussichtlich auf die gleiche Mannschaft zurückgreifen können, wie am letzten Wochenende in Dithmarschen. Nur auf den verletzten Bodo Völzke, der sich eine Zerrung zuzog, wird er wohl verzichten müssen, dafür aber steht Peter Metzing, in Burg aus beruflichen Gründen verhindert, wieder zur Verfügung.

Bei aller Hoffnung, die bei den Unionern inzwischen wieder aufkeimt, Illusionen über die eigene Lage gibt man sich nicht hin. Soll das angestrebte Ziel, der Klassenerhalt, wirklich noch erreicht worden, darf der Punktgewinn in Burg keine Eintagsfliege bleiben.

Die Mannschaft wird auch weiterhin mit höchstem Einsatz kämpfen müssen und muß zu konstanter Leistung finden. Fünf Punkte nämlich sind bis zum rettenden Ufer alleine noch gegenüber dem Drittletzten der Tabelle, Rot-Weiß-Moisling, aufzuholen und es ist dabei kein Trost für die Oldesloer, daß die Lübecker Vorstädter, die erheblich mehr Spiele als der SC Union ausgetragen haben, auf der Minuspunkteseite nicht besser, sondern sogar um einen Zähler schlechter gestellt sind.

Aber es besteht natürlich noch kein Grund, das Handtuch zu werfen, und an diese Hoffnung klammert man sich im Oldesloer Kurparkstadion.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.3.1983

 

Sonntag, 13. März 1983

SV Hansühn – Union Oldesloe 3:1 (0:0)

(18. Punktspiel)

In den letzten vier Minuten „verschlief“ die Union-Abwehr einen möglichen Punktgewinn

(mth) Einen Rückschlag erlitt die Landesliga-Mannschaft des SC Union Oldesloe. Beim SV Hansühn unterlag die Truppe von Trainer Hans-Dieter Vernimb mit 1:3. Die Unioner verschliefen dabei förmlich in den letzten vier Minuten einen Punktgewinn, der ihnen im Kampf gegen den Abstieg so gut getan hätte.

Bis zur 86. Minute nämlich hielten die Oldesloer ein 1:1-Unentschieden, dann aber ließ sich die Abwehr bei einem Eckball übertölpeln. Als sie dann in den verbleibenden vier Minuten noch versuchten, zu retten, was nicht mehr zu retten war, fingen sie sich zwei Minuten vor Schluß noch einen klassischen Konter ein. Der Punktverlust in Hansühn, so unnötig wie ein Kropf, kann den Oldesloern in der Endabrechnung noch einmal bitter fehlen.

Mit der spielerischen Gesamtleistung der Oldesloer konnte man ansonsten eigentlich sehr zufrieden sein, so daß für die Zukunft bei ähnlichen Leistungen noch immer Hoffnung auf den Klassenerhalt besteht. Allerdings wird es langsam Zeit, daß gute spielerische Leistungen auch in Tore und Siege umgemünzt werden.

SV Hansühn: Speth, Bahr, Rehbein, Kahl, Kromm, Hollesen, Kardell, N. Menz, Pitzschel, A. Menz, Reiß.

SC Union Oldesloe: Spieler, Michael Petzold, Kotz (61. Metzing), Gossow, Borrek, Rausch, Ringel (68. Keuchel), Thom, Reek, Pophal, Völzke.

Tore: 1:0 Hollesen (64.), der nach einem Abwehrschnitzer frei zum Schuß kam und keine Mühe hatte, Spieler zu überwinden; 1:1 Gossow (81., Foulelfmeter, den Rehbein an Keuchel verursacht hatte; 2:1 Reis (86.), nachdem die Union-Abwehr eine Ecke von Kahl förmlich verschlief; 3:1 A. Menz (88.) nach klassischem Konterangriff, als Union seine Abwehr total entblößt hatte.

Schiedsrichter: Reese (Kiel) mit ausgezeichneter Leistung.

Zuschauer: 150.

Der SC Union hatte in der ersten Halbzeit den Wind im Rücken und bestimmte eindeutig das Spielgeschehen. Nicht weniger als drei große Chancen boten sich dabei für Gossow, der in der 18., 37, und 42. Minute aber jeweils knapp scheiterte. Die Ostholsteiner dagegen kamen im ersten Spielabschnitt nur einmal gefährlich vor das Tor von Peter Spieler, aber Pitzschel konnte in der 35. Minute den gewohnt sicheren Union-Torhüter nicht überwinden.

Obwohl nun gegen den Wind spielend, hatten die Oldesloer gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit eine Riesenchance, in Führung zu gehen, aber Ringel brachte das Kunststück fertig, freistehend den Ball aus kürzester Entfernung hoch über das Hansühner Tor zu schießen. Danach übernahmen die Gastgeber mehr und mehr das Kommando und ihr Führungstreffer war durchaus folgerichtig, wenn auch vermeidbar.

Die Stormarner gaben aber noch lange nicht auf, forcierten ihrerseits das Tempo, und der Ausgleich in der 81. Minute war ein verdienter Lohn für die unablässigen Bemühungen. Aber der Jubel darüber dauerte im Lager der Oldesloer nur gut fünf Minuten. Auf die oben schon beschriebene Art und Weise brachte sich die Truppe dann doch noch um den verdienten Lohn ihrer Anstrengungen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 14.3.1983

 

Sonnabend, 19. März 1983

Stormarnduell im Kurparkstadion: TuS Hoisdorf ist klarer Favorit

(mth) Für die beiden Stormarner Landesligisten, SC Union Oldesloe und TuS Hoisdorf, steht eine Menge auf dem Spiel, wenn sie am Sonntag um 15 Uhr im Kurparkstadion zum zweiten Kreisderby der Saison aufeinander treffen.

Gastgeber Union Oldesloe steht im Kampf um den Klassenerhalt inzwischen mit dem Rücken zur Wand. Die Truppe von Trainer Hans-Dieter Vernimb liegt als Tabellenvorletzter nach der 1:3-Niederlage beim SV Hansühn am letzten Wochenende noch immer fünf Pluspunkte hinter dem Drittletzten, Rot-Weiß Moisling, zurück, und die Mannschaft kann sich nun Punktverluste auf eigenem Platz einfach nicht mehr erlauben, wenn das rettende Ufer doch noch erreicht werden soll.

Die Tatsache, daß die Moislinger, die schon drei Spiele mehr als die Oldesloer ausgetragen haben, außer fünf Pluspunkten auch einen Minuspunkt mehr auf dem Konto haben, sollte niemanden im Lager der Unioner dazu verleiten, anzunehmen, die Lage sei noch gar nicht so prekär. Moisling hat die Punkte schon „im Sack“, und es scheint nicht sehr wahrscheinlich, daß die Oldesloer in ihren Nachholspielen ähnlich viele Punkte einkassieren kann, zumal die Nachholspiele einer gnadenlosen Hetze gleichen werden, die die Mannschaft eine Menge Kraft kosten wird.

Aber so sehr die Oldesloer aus dem Kreisderby dringend zwei Punkte nötig hätten, so kann man ihr bei nüchterner Betrachtung doch nur eine krasse Außenseiterchance gegen den Kreisrivalen aus Hoisdorf zubilligen. Dafür spricht nicht nur ein Blick auf den derzeitigen Tabellenstand – die Hoisdorfer haben als Tabellendritter 16 Pluspunkte mehr auf ihrem Konto als die Kreisstädter –‚ auch das Hinspiel im Herbst, daß die Schützlinge von Trainer Peter Püschel glatt mit 3:0 für sich entschieden, spricht eine deutliche Sprache hei einem Leistungsvergleich beider Mannschaften.

Hinzu kommt noch, daß die Südstormarner nichts zu verschenken haben. Die 1:3-Niederlage am letzten Wochenende gegen den TSV Lägerdorf, mit der eine lange Erfolgsserie beendet wurde, bedeuteten für die Hoisdorfer einen deutlichen Rückschlag. Will die Truppe weiterhin im Kampf um den Meistertitel mitmischen, und daran lassen Spieler, Trainer und Betreuer keinen Zweifel, kann sie sich weitere Ausrutscher gerade gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte nicht mehr erlauben.

Eine Niederlage in Oldesloe oder auch nur ein Unentschieden würde ihre Hoffnungen, die beiden vor ihnen liegenden Mannschaften, VfB Lübeck II und SV Sereetz, noch abfangen zu können, erheblich dämpfen. Entsprechend ehrgeizig werden sie die morgige Partie angehen, und der SC Union wird sich auf einen stürmisch angreifenden Gegner gefaßt machen müssen.

Aber so eindeutig die Verteilung der Favoritenrolle für dieses Spiel auch sein mag: Kreisderbys haben auch in der Vergangenheit oft genug gezeigt, daß sie ihre eigenen Gesetze haben. Der SC Union jedenfalls hat die Flinte noch lange nicht ins Korn geworfen und ist fest entschlossen, den Hoisdorfern das Siegen so schwer wie nur irgend möglich zu machen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.3.1983

 

Sonntag, 20. März 1983

Union Oldesloe – TuS Hoisdorf 0:0

(19. Punktspiel)

SC Union war dem Sieg sehr nahe

Torloses Landesliga-Kreisderby: Ein Ergebnis, das keinem so richtig dient

(mth) Das Stormarner Kreisderby in der Landesliga Süd zwischen dem SC Union Oldesloe und dem TuS Hoisdorf endete vor nur rund 150 Zuschauern im Kurparkstadion mit einem torlosen Unentschieden. Dabei schmeichelt das Endergebnis, das unter dem Strich so keiner Mannschaft recht nützt, eigentlich noch eher dem als klaren Favoriten ins Spiel gegangenen Meisterschaftsaspiranten aus Hoisdorf, denn bei der Anzahl der klaren Torchancen sah man ein eindeutiges Übergewicht zugunsten der Oldesloer.

Letztendlich aber entsprach das Remis schon den gezeigten Leistungen. Die bessere Spielanlage der Gäste wurde durch den größeren Kampfeinsatz der Oldesloer wettgemacht. Das Ergebnis nützt, wie schon angedeutet, im Endeffekt beiden Mannschaften nicht übermäßig viel. Für den SC Union Oldesloe müssen eigentlich in Heimspielen Siege herausspringen – zumal wenn man sich so viele gute Torchancen erarbeitet –, wenn der Abstand zu den vor ihnen liegenden Mannschaften noch überbrückt werden soll.

Die Devise, das Spiel um keinen Preis zu verlieren, mit der Trainer Hans-Dieter Vernimb seine Truppe auf's Feld geschickt hatte, ist zwar aufgegangen, aber diese Rechnung, bei der man im Union-Lager vornehmlich auf Minuspunkte der Mitkonkurrenten – Moisling, Wesselburen und Segeberg – schaut, kann leicht schief gehen. Vornehmlich wird man darauf schauen müssen, nach Pluspunkten endlich aufzuholen, und da besteht noch ein erhebliches Manko. Allerdings hat gerade das Kreisderby gezeigt, daß die Moral der Union-Truppe intakt ist und deswegen besteht natürlich immer noch begründete Hoffnung.

Recht zufriedenstellen kann das Unentschieden natürlich auch die Hoisdorfer nicht, wiewohl sie dieses nach dem Spielverlauf schon als Erfolg für sich ansehen können. Aber mit nur einem Punkt aus Spielen gegen Abstiegskandidaten werden die noch immer gehegten Hoffnungen auf Meisterschaft und Aufstieg natürlich nicht in Erfüllung gehen. Unverkennbar ist auch, daß die Hoisdorfer von ihrer Bestform, wie schon das Heimspiel gegen Lägerdorf deutlich machte, zur Zeit ein gutes Stück entfernt sind.

SC Union Oldesloe: Spieler, Michael Petzold, Borrek, Rausch, Kotz (22. Metzing), Gossow, Pophal, Keuchel (74. Ringel), Thom, Reek, Völzke.

TuS Hoisdorf: Mohr, Rolf Steffenhagen, Jürgen Steffenhagen, Bahn, Janné, Danylow, Masch (46. Niemeyer), Schmidt, Schäfer, Rau, Kuhn (78. Ott).

Tore: Fehlanzeige!

Schiedsrichter: Schumacher (Neustadt) war weit besser, als es die meisten Zuschauer wahrhaben wollten. Beurteilt hat er nach unserer Ansicht eigentlich fast alle Situationen richtig, nur ließ er bei der Verteilung von gelben Karten nicht immer Konsequenz anklingen. Auch einige Hoisdorfer (Schmidt, Danylow) hätten gut und gerne in der ersten Halbzeit gelb sehen müssen.

Zuschauer: Kaum 150.

Das Spielfeld im Kurparkstadion war für diese Partie wieder einmal in erbarmungswürdigem Zustand. Der Regen der letzten Tage hatte die Granddecke mächtig aufgeweicht und der Platz glich wieder einmal einer Schlammwüste. Unter normalen Umständen konnte man eigentlich bei diesen Zuständen kein Spiel anpfeifen, aber angesichts der vielen Spielausfälle in der Vergangenheit hatte man noch einmal ein Auge zugedrückt, um die Terminnot gerade der Oldesloer nicht noch mehr anwachsen zu lassen.

Unter den widrigen Platzverhältnissen litten die Gäste aus Hoisdorf ganz offensichtlich mehr als die Kreisstädter. Ihr Spiel ist mehr auf breitanglegte Kombinationen ausgerichtet und diese ließen sich in dem Schlamm kaum verwirklichen.

Anders die eher unkomplizierte Spielweise der Unioner. Sie mischten dann auch von vornherein mit dem als Favoriten in die Kreisstadt gekommenen Gegner munter mit und sie hatten auch die erste große Chance. Mohr konnte einen Kopf ball von Borrek nach Freistoß von Pophal nur mit glänzendem Reflex parieren und den Abpraller verpaßte Reek nur äußerst knapp.

Zwei Minuten später verletzte sich dann Kotz so sehr, daß er ausscheiden mußte, aber Metzing fügte sich nahtlos in die Mannschaft ein. Die erste Chance für die Gäste ergab sich erst in der 28. Minute, als Janné nach einem Eckball nur die Torlatte traf, aber damit war ihr Pulver dann auch schon verschossen.

Auch die Hoisdorfer hatten noch in der ersten Halbzeit den ersten verletzungsbedingten Ausfall zu verzeichnen. Masch zog sich kurz vor der Pause eine Oberschenkelzerrung oder schlimmeres zu und wurde nach dem Wechsel durch Niemeyer ersetzt.

Aber auch mit ihm verbesserte sich im zweiten Durchgang das Spiel der Gäste nicht. Sie hatten nun zwar mehr Spielanteile, aber spätestens am Strafraum waren sie mit ihrem Latein am Ende. Bessere Chancen hatte jedenfalls auch im zweiten Spielabschnitt der SC Union.

Allein Gossow, der schon vor der Pause mehrfach aussichtsreiche Chancen versiebt hatte, hatte mehrfach Gelegenheit. das Spiel zu entscheiden, aber ihm versagten dabei die Nerven. So durften sich die aufopferungsvoll kämpfenden Oldesloer am Ende nicht wundern, daß es wieder einmal nicht zu einem Tor gereicht hatte.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.3.1983

 

Sonnabend, 26. März 1983

SC Union: Bei Schlußlicht SV Fehmarn darf es keine Niederlage geben

(mth) Ein ausgesprochenes Schicksalsspiel steht am Wochenende für den Oldesloer Landesligisten SC Union auf dem Programm. Am Sonntag um 15 Uhr treten die Schützlinge von Trainer Hans-Dieter Vernimb bei Schlußlicht SV Fehmarn an, und dieses Spiel muß von den Unionern unter allen Umständen gewonnen werden.

Die Oldesloer haben in ihren drei letzten Spielen eigentlich stets recht gut ausgesehen, aber die Ausbeute von zwei Punkten aus diesen drei Partien (in Burg, in Hansühn und gegen TuS Hoisdorf) war einfach zu gering, um entscheidende Schritte in Richtung Klassenerhalt machen zu können.

Sicherlich, unter Berücksichtigung der Tatsache, daß mit den Hoisdorfern und Burgern sich unter den drei letzten Gegnern zwei Anwärter auf den Gewinn des Meistertitels befanden, nimmt sich diese Bilanz eigentlich gar nicht so schlecht aus, aber auf der anderen Seite kann die Truppe um Mannschaftsführer Thom es sich eigentlich nicht mehr leisten, überlegen geführte Spiele, wie zuletzt das Kreisderby, nicht zu gewinnen.

Schon gar nicht darf sie sich Unkonzentriertheiten erlauben, die in Hansühn in den Schlußminuten nach schon sicher geglaubtem Remis noch zu einer deutlichen Niederlage führten. Gerade deshalb werden die Unioner auch gut daran tun, den SV Fehmarn nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

Die Insulaner, in den letzten Jahren stets eine der spielstärksten Mannschaften in dieser Klasse, liegen zwar abgeschlagen am Tabellenende und haben kaum noch reelle Chancen auf den Klassenerhalt, aber gerade deshalb, weil sie nun eher unbeschwert aufspielen können, droht von ihnen Gefahr.

Die Oldesloer haben dazu noch schlechte Erinnerungen an das Hinspiel im Kurparkstadion, als man nach anfänglicher Führung eine deutliche Niederlage kassierte. Mit der Mannschaft, die am letzten Wochenende TuS Hoisdorf ein Rems abtrotzte, soll diese Scharte nun ausgewetzt werden. Treffen die Union-Stürmer endlich besser, sehen wir diesem Vorhaben auch mit Zuversicht entgegen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.3.1983

 

Sonntag, 27. März 1983

SV Fehmarn – Union Oldesloe 2:2 (0:0)

(20. Punktspiel)

2:2 bei Schlußlicht Fehmarn

Ein Doppelschlag kostete Union einen Punkt

(mth) Auch in Burg auf Fehmarn reichte es für den Oldesloer Landesligisten SC Union nicht zu einem doppelten Punktgewinn. Bei Schlußlicht SV Fehmarn mußten sich die Schützlinge von Trainer Hans-Dieter Vernimb mit einem 2:2 (0:0)-Unentschieden begnügen.

Die Oldesloer waren über 90 Minuten lang die eindeutig spielbestimmende Mannschaft, aber sie scheiterten wieder einmal an ihrer schon bekannten Schwäche im Ausnutzen klarer Torchancen. Durch eine Unaufmerksamkeit in der Union-Abwehr, als den Gastgebern innerhalb von 60 Sekunden gleich zwei Treffer gelangen, gerieten die Oldesloer nach einer 1:0-Führung sogar mit 1:2 in Rückstand und am Ende konnten sie froh sein, daß es wenigstens noch zu einem Remis gereicht hatte.

Mit dem einen Punkt konnten die Oldesloer natürlich keinen entscheidenden Boden im Kampf um den Klassenerhalt gutmachen. Aber die Mannschaft hat doch einmal mehr bewiesen, daß sie sich noch keineswegs aufgegeben hat. Noch ist für die Oldesloer alles möglich, nur muß die Mannschaft es einfach noch lernen, aus ihren vielen vorhandenen Chancen auch Kapital zu schlagen.

SV Fehmarn: Schacht, Westphal, Orth, Herrmann. Grimm, Kreil (46 Markmann), Overdiek. R. Wellendorf, F.Wellendorf (46. Lübke), Witt, Thomsen.

SC Union Oldesloe: Spieler, Petzold, Metzing (74. Kotz), Gossow, Borrek, Rausch, Keuchel (65. Ringel), Thom Reek, Pophal, Völzke.

Tore: 0:1 Reek (48.) mit einem Kopfball in den Winkel nach einer Flanke von Völzke; 1:1 Overdiek (62.) nach einem schulmäßigen Konterangriff; 2:1 Overdiek (63.), als die Union-Abwehr, offensichtlich vom Ausgleichstreffer noch geschockt, völlig von der Rolle war und den Torschützen unbehindert durchziehen ließ; 2:2 Völzke (78.) mit unhaltbarem Linksschuß.

Schiedsrichter: Troschmann (Kaltenkirchen) mit einer ausgezeichneten Leistung.

Zuschauer: 150.

Die Oldesloer wußten um den Ernst ihrer Lage und begannen die erste Halbzeit mit stürmischer Überlegenheit. Die Insulaner wurden förmlich in ihrer eigenen Spielhälfte eingekesselt und eigentlich schien es nur eine Frage der Zeit zu sein, wann die Stormarner in Führung gingen. Aber die altbekannte Schwäche der Unioner kam wieder einmal voll zur Geltung.

Auch mit den besten Chancen wußten die Angreifer der Stormarner einfach nichts anzufangen. Die größten Chancen der Oldesloer vergaben dabei Gossow, Reek, Keuchel und Völzke. Der SV Fehmarn seinerseits kam im ersten Spielabschnitt nur ein einziges Mal gefährlich vor das Union-Tor, ohne aber Torhüter Spieler überwinden zu können.

Auch Im zweiten Spielabschnitt ging der Sturmlauf der Gäste unvermindert weiter und schon drei Minuten nach dem Seitenwechsel wurden die Bemühungen endlich belohnt, als Reek eine Flanke von Völzke zum Führungstreffer einköpfte.

Der Angriffsdruck der Unioner ließ auch nach dem Führungstreffer nicht nach, aber statt eines zweiten Treffers für die Oldesloer, der ihr Spiel vielleicht sicherer gemacht hätte, fiel in der 62. Minute plötzlich wie aus heiterem Himmel der Ausgleich und noch ehe man sich beim SC Union versehen hatte, lagen die Platzherren nur 60 Sekunden nach dem Ausgleich in Führung.

Dieses Ergebnis stellte den Spielverlauf nun wirklich auf den Kopf, und die Oldesloer beantworteten diesen unvermuteten Rückstand mit weiteren wütenden Angriffen. Völzke, der auf Linksaußen eine ansprechende Leistung bot, schaffte dann in der 78. Minute wenigstens noch den Ausgleich. Zum Siegtreffer aber reichte es für die Stormarner nicht mehr. Die letzte Chance verpaßte dabei Mannschaftsführer Thom noch in letzter Minute, als ein scharfer Schuß von ihm haarscharf am Tor vorbeistrich.

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.3.1983

 

Sonnabend, 2. April 1983

SC Union: Mit VfB Lübeck II und VfL Bad Schwartau warten zwei dicke Brocken

(mth) Wie der Lokalrivale VfL in der Verbandsliga hat auch der Oldesloer Landesligist SC Union über die Osterfeiertage gleich zwei schwere Spiele auszutragen. Die Aufgaben für die Schützlinge von Trainer Hans-Dieter Vernimb bekommen dabei zwei Gegner von wahrhaft großem Kaliber vorgesetzt.

Heute um 15.30 Uhr tritt im Kurparkstadion Spitzenreiter VfB Lübeck II an und am Montag müssen die Unioner den VfL Bad Schwartau aufsuchen. Spielbeginn ist dann um 15 Uhr.

In beide Spiele gehen die Stormarner Kreisstädter ganz gewiß nur als Außenseiter. Diese Einschätzung gilt ganz besonders für die heutige Begegnung auf eigenem Platz gegen VfB Lübeck II. Die Hansestädter haben sich in den letzten Wochen ein wenig von der Konkurrenz in der Spitzengruppe absetzen können, und sie wollen sich natürlich um keinen Preis von Mannschaften aus der untersten Tabellenregion die Butter vom Brot nehmen lassen.

Aber so ganz aussichtslos ist die Ausgangslage für den SC Union dennoch nicht. Die Mannschaft hat in den letzten Spielen eine gute Moral unter Beweis gestellt und deutlich gemacht, daß sie sich im Kampf gegen den Abstieg noch keineswegs aufgegeben hat. Sie will auch mit frischem Mut gegen den Tabellenführer antreten.

Sollte ihr gegen die Lübecker ein überraschender Punktgewinn gelingen, bekommt die Truppe für das Spiel am Montag in Bad Schwartau, wo es sicherlich ähnlich schwer werden wird, denn auch die Marmeladenstädter haben die Hoffnungen auf den Aufstieg in die Verbandsliga noch nicht ganz zu den Akten gelegt, vielleicht so viel Auftrieb, daß auch dort eine positive Überraschung möglich ist.

Gut würden Punktgewinne der Mannschaft sicherlich tun, denn um tatsächlich noch den Sprung ins untere Mittelfeld zu schaffen, brauchen die Unioner auch ein paar Punktgewinne, mit denen man nach der Papierform eigentlich nicht rechnen kann.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.4.1983

 

Sonnabend, 2. April 1983

Union Oldesloe – VfB Lübeck II 0:3 (0:1)

(21. Punktspiel)

0:3-Niederlage gegen VfB II

(mth) … Gegen Spitzenreiter VfB Lübeck II glich das Kurparkstadion wieder einmal einer einzigen Schlammwüste. Eigentlich war es eine Zumutung den Spielern gegenüber, daß der Schiedsrichter (Lembke/Struvenhütten) diese Partie überhaupt anpfiff. Der Grandplatz war mit Pfützen übersät und verschlammt, so daß an Kombinationsspiel oder ähnliches gar nicht zu denken war. Da es dazu noch pausenlos regnete, besserten sich die Verhältnisse im Verlauf der 90 Minuten natürlich nicht. Im Gegenteil: Der Boden wurde immer rutschiger und schmieriger und verlangte den Akteuren wirklich alles an Kraft und Kondition ab.

Eine zweite Fehlentscheidung des Unparteiischen ließ nach dem Anpfiff nicht lange auf sich warten. In der elften Minute kam es zu einem harmlosen Zweikampf zwischen Michael Petzold und Ronigkeit, und der Schiedsrichter war wohl der einzige gewesen, der dabei ein Foulspiel des Oldesloers gesehen haben wollte. Auf jeden Fall entschied er auf Elfmeter für den Spitzenreiter und Stahl vollendete zum 1:0. Union-Torhüter Peter Spieler ahnte dabei zwar die richtige Ecke, aber der Ball war zu hart geschossen, als daß er ihn hätte um den Pfosten lenken können.

Durch diesen Rückstand zwar geschockt ließ sich der SC Union aber dennoch nicht von der Rolle bringen. Die Mannschaft mischte munter mit den Hansestädtern mit. und es war eigentlich für einen unbefangenen Beobachter nicht zu erkennen, wer denn nun der Meisterschaftsanwärter und wer der Abstiegskandidat war.

Dieser Unterschied wurde dann aber in der letzten halben Stunde deutlich. Und zwar nicht in spielerischer Hinsicht. Die Oldesloer verstolperten und verschossen auch die besten Torgelegenheiten, von denen sie sogar ein paar mehr als die Lübecker hatten, während die Hansestädter eiskalt ihre wenigen Chancen nutzten. So in der 61. Minute, als Kaletta die gesamte Union-Abwehr einschließlich Torhüter Spieler aussteigen ließ und gekonnt zum 2:0 vollendete, und so in der 88. Minute, als Gruhnow zum 3:0 einschoß.

So gesehen war der Sieg der Lübecker natürlich letztendlich nicht unverdient, auch wenn er zweifellos zu hoch ausfiel und durch das umstrittene Führungstor ein wenig glücklich war. …

Für den SC Union kamen folgende Akteure zum Einsatz: Spieler, Michael Petzold, Kotz (Ringel), Gossow, Borrek, Rausch, Keuchel, Thom, Reek, Pophal und Völzke.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.4.1983

 

Montag, 4. April 1983

VfL Bad Schwartau – Union Oldesloe 3:0 (1:0)

(22. Punktspiel)

0:3-Niederlage gegen Bad Schwartau

Den SC Union Oldesloe kann nun nur noch ein Wunder vor dem Abstieg retten

(mth) … Wie viel Kraft die Begegnung am Sonnabend auf dem „Schlammacker“ die Unioner tatsächlich gekostet hatte, wurde dann in Bad Schwartau deutlich. Die Unioner, die nervös begonnen hatten und schon in der siebten Minute durch einen Treffer von Laudi in Rückstand gerieten, hatten nach dem Seitenwechsel Blei in den Beinen und den Schwartauern, die ohnehin die überlegene Elf stellten, nichts mehr entgegenzusetzen.

Dennoch dauerte es bis zur 81. Minute, ehe Bebensee auf 2:0 erhöhen konnte und der gleiche Spieler stellte in der 88. Minute mit einem Kopfballtor auch den 3:0-Endstand her. Auch in diesem Spiel haderten die Unioner mit der Leistung des Schiedsrichters. Der Unparteiische Stromer (Henstedt) verweigerte den Oldesloern in der ersten Halbzeit (37. Minute) einen klaren Elfmeter. als Reek gefoult wurde, und war gegenüber den Oldesloern außerordentlich kleinlich (sieben gelbe Karten, zwei Zeitstrafen – Thom und Gossow –), während er den Schwartauern gegenüber viel großzügiger agierte, obwohl diese wenigstens ebenso hart einstiegen. Am vollauf verdienten Sieg der Schwartauer allerdings kann diese Schiedsrichterschelte nichts rütteln.

Für den SC Union kamen folgende Akteure zum Einsatz: Spieler, Michael Petzold, Kotz, Gossow, Borrek, Metzing (Jack), Keuchel, Thom, Reek (Ringel), Pophal und Völzke.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.4.1983

 

Dienstag, 5. April 1983

(mth) … Für den Oldesloer Landesligisten SC Union brachte das Osterfest nicht viel Freude. Mit jeweils 0:3 mußte die Truppe von Trainer Hans-Dieter Vernimb gegen VfB Lübeck II (am Sonnabend) und beim VfL Bad Schwartau (am Montag) zwei deutliche Niederlagen einstecken.

Nun waren die Oldesloer in beide Spiele zwar nur als krasser Außenseiter hereingegangen, so daß beide Niederlagen nicht so ganz unerwartet kamen, aber so insgeheim hatte man bei den Unionern natürlich doch auf Überraschungen gehofft, die aber nicht in Erfüllung gingen. Die Lage im Kampf um den Klassenerhalt ist für die Männer vom Kurparkstadion nach wie vor alles anerde als rosig, zumal Mitkonkurrenten (u.a. BW Wesselburen) über die Osterfeiertage zu Punktgewinnen kamen.

Noch aber hat man sich bei den Oldesloern nicht aufgegeben. Steigerungen der Mannschaft, vor allem was die Torausbeute angeht, aber müssen unter allen Umständen noch erfolgen, wenn der Klassenerhalt, der nun langsam einem kleinen Wunder gleichen würde, doch noch geschafft werden soll.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.4.1983

 

Sonnabend, 9. April 1983

Für den SC Union geht es gegen den SV Sereetz schon um die letzte Chance

(mth) Durch die beiden 0:3-Niederlagen an den Osterfeiertagen hat sich die Lage für den SC Union Oldesloe in der Landesliga Süd erheblich verschlechtert.

Da es gegen Spitzenmannschaften wie VfB Lübeck II und VfL Bad Schwartau ging, mußten solche Niederlagen zwar einkalkuliert werden, aber die Situation der Oldesloer im Kampf um den Klassenerhalt ist so prekär, daß auch aus Spielen, in denen nach dem Tabellenstand eigentlich nichts drin ist, ein paar Punkte geholt werden müssen, wenn man dem Abstieg doch noch entgehen will.

Am Sonntag um 15 Uhr im Kurparkstadion bietet sich den Unionern nun wieder solch eine Gelegenheit, vielleicht ist es schon die letzte. Gegner der Oldesloer ist der SV Sereetz, der als Aufsteiger zur Zeit den zweiten Platz belegt und noch Ambitionen auf den Aufstieg in die Verbandsliga hat.

Unter normalen Umständen also ein Gegner, gegen den es für den SC Union nichts zu erben geben sollte, aber mit normalen Maßstäben ist nichts mehr zu messen, wenn das Abstiegsgespenst noch vertrieben werden soll. Normalisieren dagegen muß sich bei den Oldesloern unter allen Umständen die Torausbeute der Mannschaft. Ganze 17 Treffer in 22 Spielen sind nun wirklich eine zu magere Ausbeute, und wenn in dieser Beziehung nicht unverzüglich eine radikale Wende eintritt, wird das angestrebte kleine „Fußballwunder“ wohl Illusion bleiben.

Chancen für Treffer erspielen sich die Oldesloer eigentlich in allen Spielen, und wir sind uns fast sicher, daß dieses auch gegen den SV Sereetz, der mit der 0:2-Niederlage über Ostern deutlich machte, daß auch er weiß Gott nicht unverwundbar ist, der Fall sein wird.

Es wird aber einer größeren Risikobereitschaft der Mannschaft und jedes einzelnen Spielers nötig sein, damit daraus auch Kapital geschlagen werden kann. Dann und nur dann hat der SC Union eine Chance, gegen die Ostholsteiner endlich wieder einmal einen Sieg zu landen, und nur dann darf auch weiter im Kurparkstadion auf den Klassenerhalt gehofft werden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.4.1983

 

Sonntag, 10. April 1983

Union Oldesloe – SV Sereetz 1:0 (1:0)

(23. Punktspiel)

Endlich wieder ein Union-Sieg

Nach dem 1:0-Erfolg über den SV Sereetz wird im Kurparkstadion wieder gehofft

(mth) Oldesloes Landesligist SC Union kann doch noch siegen! Nach einer großen kämpferischen Leistung besiegten die Schützlinge von Trainer Hans-Dieter Vernimb im Kurparkstadion verdient den Tabellenzweiten SV Sereetz mit 1:0 (1:0) und schöpften dadurch wieder neue Hoffnungen im Kampf um den Klassenerhalt.

Da Rot-Weiß Moisling bereits am Sonnabend zwei Punkte abgab, haben sich die Oldesloer bis auf zwei Punkte an die Lübecker Vorstädter herangekämpft, so daß nun für den Saisonschlußspurt plötzlich wieder alles drin ist. Mit der gleichen kämpferischen Einstellung wie sie die Mannschaft jetzt an den Tag legte, hat sie auch keinen Grund, die Flinte ins Korn zu werfen.

Der Sieg über den Tabellenzweiten gewinnt noch dadurch an Wert, weil er ohne den verletzten Rausch und ohne Reek, der zur Zeit aus beruflichen Gründen nicht trainieren kann und auf eigenen Wunsch deshalb nur in der zweiten Union-Mannschaft spielt, auskommen mußte. Auch Metzing hat seine Verletzung noch immer nicht auskuriert und saß deshalb nur auf der Reservebank, ohne daß er eingewechselt werden mußte.

Den verdienten Sieg der Oldesloer kann auch nicht schmälern, daß der SV Sereetz für einen Tabellenzweiten im Kurparkstadion doch herzlich wenig bot. Im zweiten Spielabschnitt waren sie zumeist zwar die feldüberlegene Mannschaft, aber vor dem Oldesloer Tor versagten sie so, wie es sonst die Oldesloer zu tun pflegen. Die Unioner selbst hatten nicht so viele Chancen wie in den meisten der Spiele in jüngster Vergangenheit, aber sie nutzten wenigstens eine davon in der 33. Minute durch Ringel zum siegbringenden Tor.

SC Union Oldesloe: Spieler, Michael Petzold, Borrek, Kotz, Völzke, Gossow, Ringel, Thom, Pophal, Keuchel, Jack.

SV Sereetz: Luther, Damke, K. Breginski, Ahrens, Clasen, Boye, Malchow, Jäckel, Evers, Lichtenstein, J. Breginski.

Tor des Tages: 1:0 Ringel (33.) aus kurzer Entfernung nach einer Vorlage von Völzke, der wiederum herrlich von Pophal bedient worden war.

Schiedsrichter: Kruse (MTV Marne) mit einer befriedigenden Leistung.

Zuschauer: Rund 150.

In der erster halben Stunde eines zerfahrenen Spiels brachten beide Mannschaften kaum Bemerkenswertes zustande. Auffällig war eigentlich nur die Phase zwischen der 17. und 27. Minute, als J. Breginski eine Zehn-Minuten-Zeitstrafe absitzen mußte, in dieser Zeit der zahlenmäßigen Überlegenheit aber nicht etwa der SC Union ein Powerplay abzog, sondern von zehn Sereetzer Spielern in der eigenen Hälfte eingeschnürt wurde. Allerdings gelang es den Gästen aus Ostholstein nicht, irgendwelche klaren Chancen dabei herauszuspielen.

Kaum hatte der SC Union wieder gegen einen vollzähligen Gegner zu spielen, lief es plötzlich besser und bei der ersten richtigen Torchance des gesamten Spiels schlug es bei den Gästen dann auch schon ein. Oldtimer Uwe Pophal, noch immer der Mann mit der meisten Übersicht im Union-Team, hatte sich am rechten Flügel herrlich durchgesetzt, seine hohe Flanke passierte Freund und Feind, fand an der linken Strafraumgrenze Bodo Völzke und dessen sofortige Vorlage in den Fünfmeterraum setzte Harald Ringel unhaltbar in die Maschen.

Die erste echte Chance für die Sereetzer ergab sich in der 35. Minute, also nur zwei Minuten nach dem Führungstreffer. Der wendige Lichtenstein schlug einen Freistoß mit voller Schärfe vor das Union-Tor. Dort „rasierte“ er den Kopf des langen Mittelstürmers Evers und Union-Torhüter Peter Spieler, zuverlässig wie eh und je, konnte von Glück sagen, daß der Ball von oben auf das Tordreieck statt dort hinein prallte.

Damit war es der gefährlichen Situationen in der ersten Halbzeit aber auch schon genug. Im zweiten Durchgang hatten wiederum die Oldesloer die erste Chance, als ein Thom-Schuß nur knapp über das Sereetzer Gehäuse strich, aber dann übernahmen die Gäste doch mehr und mehr das Kommando. Insbesondere um die 60. Minute häuften sich nun ihre Chancen, aber auch mit den besten Möglichkeiten wußten sie nichts anzufangen.

Als es nach 70 Minuten noch immer nicht zum Ausgleich gereicht hatte, kamen bei den Gästen dann erste Resignationserscheinungen durch und für die Union-Abwehr wurde es nun immer leichter, die Angriffe abzufangen. Auf der anderen Seite boten sich den Union-Stürmern nun sogar ein paar gute Kontermöglichkeiten, aber Keuchel und Jack offenbarten bei allem lobenswerten Einsatz doch zu große technische Mängel, als daß es noch zu einem weiteren Tor gereicht hätte. Aber auch so reichte es ja zum doppelten Punktgewinn, der die Zukunft der Mannschaft nun doch wieder in günstigerem Licht erscheinen läßt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.4.1983

 

Sonnabend, 16. April 1983

SC Union: Das Gastspiel in Moisling hat schicksalhafte Bedeutung

(mth) Ein ausgesprochenes Schlüsselspiel wartet am Sonntag um 15 Uhr auf den Oldesloer Landesligisten SC Union. Die Truppe von Trainer Hans-Dieter Vernimb muß bei Rot-Weiß Moisling antreten, jener Mannschaft also, die man seit Wochen zum Maßstab genommen hat, wenn im Kurparkstadion Rechnungen aufgestellt wurden, wie denn trotz des großen Rückstandes zum Mittelfeld doch noch der Klassenerhalt geschafft werden könnte.

Inzwischen sind die Unioner auf diesem Weg ein gutes Stück vorangekommen. Mit den Moislingern hat man nach Minuspunkten inzwischen gleichgezogen und es ist theoretisch nun nur noch das eine weniger ausgetragene Spiel, das die Oldesloer noch nicht mit den Lübecker Vorstädtern hat gleichziehen lassen. Auch der Dithmarscher Vertreter Blau-Weiß Wesselburen ist inzwischen in greifbare Nähe für die Oldesloer gerückt.

Allerdings sollte man im Lager des SC Union nun nicht in den Fehler verfallen, diese günstige Entwicklung alleine auf die eigenen Leistungen und Resultate zurückzuführen. Ein wenig Glück hat auch mit dazu beigetragen. Weniger im übrigen bei den Resultaten der eigenen Spiele – dort war das Wort Glück vielmehr wochenlang ein ausgesprochenes Fremdwort – als vielmehr in der Tatsache, daß Moisling und Wesselburen gerade dann, wenn es für die Unioner neue Rückschläge gab – beispielsweise über die Osterfeiertage – immer munter mitverloren.

Gerade der morgige Gegner aus Moisling beklagt in letzter Zeit dazu viel Pech. Am letzten Wochenende beispielsweise boten die Lübecker gegen Lägerdorf eine ausgezeichnete spielerische und kämpferische Leistung und verloren äußerst unglücklich mit 1:2. Die Oldesloer dagegen feierten mit 1:0 gegen den bisherigen Tabellenzweiten SV Sereetz nach langer Zeit endlich wieder einen doppelten Punktgewinn, der sich auf dem Spielfeld im übrigen weit weniger sensationell ausmachte, als auf dem Papier.

Die Moral der Truppe, die allerdings auch nach Mißerfolgen immer intakt war, sollte dadurch noch weiter gestärkt sein und entsprechend zuversichtlich geht man in die Partie. Einen Punkt will man sich wenigstens ergattern.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.4.1983

 

Sonntag, 17. April 1983

Rot-Weiß Moisling – Union Oldesloe 7:2 (3:0)

(24. Punktspiel)

Jetzt scheint der Abstieg besiegelt

Union bot in Moisling „Katastrophenfußball“ und ging gleich mit 2:7 ein

(mth) Das war wohl das Ende aller Hoffnungen auf den Klassenerhalt in der Landesliga Süd für den SC Union Oldesloe. Eine Woche nach dem überraschenden 1:0-Erfolg über den SV Sereetz, der im Kurparkstadion wieder neuen Mut hatte aufkommen lassen, kassierte die Truppe von Trainer Hans-Dieter Vernimb ausgerechnet beim Konkurrenten im Abstiegskampf, Rot-Weiß Moisling, mit 2:7 (0:3) die wohl bitterste Niederlage in der nun vier Jahre andauernden Zugehörigkeit zur zweithöchsten schleswig-holsteinischen Fußballklasse.

Rein theoretisch haben die Oldesloer zwar auch jetzt noch eine minimale Chance auf den Klassenerhalt, aber alle, die die Mannschaft bei ihrer Niederlage gesehen haben, können dafür keinen realistischen Hintergrund mehr entdecken. Die Mannschaft spielte „Katastrophenfußball“ in Reinkultur und bot insgesamt eine beschämende Leistung.

Nicht ein einziger Spieler erreichte Normalform und selbst eine sonst so zuverlässige Mannschaftsstütze wie Torhüter Peter Spieler, der ja nicht ein einziges Landesliga-Spiel seines Vereins seit dem Aufstieg in diese Klasse versäumt hat, ließ sich von der Unsicherheit seiner Mannschaft anstecken und mußte wohl oder übel zwei der sieben Gegentreffer auf seine Kappe nehmen.

Das Erschreckendste am Spiel der Oldesloer in dieser für den Abstiegskampf so wichtigen Partie aber war noch nicht einmal die denkbar schwache spielerische Leistung. Viele Spieler der Mannschaft hatten einfach nicht begriffen, worum es in diesem Spiel ging und ließen es an der nötigen Einstellung fehlen.

Gerade die Tugenden, die die Mannschaft sonst so auszeichnen – Kampf und bedingungsloser Einsatz – und die auch zum Sieg über den SV Sereetz geführt hatten, wurden bei vielen Spielern vermißt. Jeder einzelne Spieler der Moislinger Mannschaft war seinem Oldesloer Gegenspieler in punkto Einsatzbereitschaft und Spielfreude deutlich überlegen.

Die Lübecker Vorstädter wußten, was die Stunde geschlagen hat. Von ihnen hätten sich die Stormarner getrost eine Scheibe abschneiden können, aber der plötzliche Frühlingseinbruch, von allen so sehnlichst erwartet, hatte ihnen offensichtlich Blei in die Glieder gepumpt.

Rot-Weiß Moisling: Soltau, Behling, Levermann, Krabsch, Dahmke, Tausendfreund, Jauch, Kohlmann, Westphal, Pinnenberg, Olschewski.

SC Union Oldesloe: Spieler, Michael Petzold, Gossow, Völzke, Borrek, Kotz, Ringel, Thom, Keuchel (32. Schnack), Jack, Pophal.

Tore: 1:0 Olschewski (18.); 2:0 Westphal (25.); 3:0 Pinnenberg (35.); 4:0 Pinnenberg (50.) mit Foulelfmeter, den Völzke an Westphal verursachte; 5:0 Olschewski (52.); 6:0 Westphal (64.); 6:1 Gossow (67.); 6:2 Jack (69.); 7:2 Olschewski (85.).

Schiedsrichter: Riemann (SSV Großensee) mit einer guten Leistung. An ihm jedenfalls lag es nicht, daß die Oldesloer so hoffnungslos eingingen.

Zuschauer: Mehr als 200.

Das Spiel bei herrlichstem Frühlingswetter gestaltete sich von Anbeginn an zu einer einseitigen Angelegenheit. Die Platzherren waren hochmotiviert, was man von der Oldesloer Truppe nun wahrlich nicht feststellen konnte. Tore ließen dann auch nicht lange auf sich warten und spätestens nach dem 2:0 in der 25. Minute war die Partie natürlich entschieden, denn wann je in dieser Saison hat der SC Union schon einmal zwei Treffer in einem Spiel geschossen.

Zwar wurde ausgerechnet diese Einschätzung letztendlich dann doch noch Lügen gestraft, weil die Unioner trotz ihrer miserablen Leistung endlich einmal zwei Tore zuwege brachten – sogar innerhalb von drei Minuten –‚ aber bis es soweit war, war die Angelegenheit bei einem Spielstand von 6:0 schon lange mehr als entschieden.

Und das letzte Wort hatten mit dem siebenten Treffer fünf Minuten vor dem Abpfiff dann ja auch wieder die Moislinger. Nach der gezeigten Leistung gibt es auch beim besten Willen nichts Tröstliches für die Oldesloer zu entdecken. So konfus und zusammenhanglos hat man die Oldesloer noch nie gesehen und nun kann wirklich nur ein „Fußballwunder“ den Klassenerhalt noch bringen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 18.4.1983

 

Sonnabend, 23. April 1983

Der SC Union hat gegen Eintracht Segeberg etwas gut zu machen

(mth) Die Hoffnungen des Oldesloer Landesligisten SC Union, in dieser Saison doch noch den Klassenerhalt schaffen zu können, sind seit dem letzten Sonntag fast auf den Nullpunkt gesunken.

Die deftige 2:7-Niederlage ausgerechnet bei Rot-Weiß Moisling, jener Mannschaft also, die man vornehmlich im Visier hatte, wenn man in den letzten Wochen und Monaten „Hochrechnungen“ hinsichtlich des Klassenerhaltes anstellte, war ein ganz böser Rückschlag, der noch dadurch verschlimmert wurde, daß auch Blau-Weiß Wesselburen, der zweite theoretisch noch einholbare Konkurrent, zu einem doppelten Punktgewinn kam.

Mehr noch als die Niederlage, so schwer verdaulich sie auch war, aber muß die Art und Weise zu denken gehen, in der sich die Unioner auseinandernehmen ließen. Rein theoretisch haben die Männer vom Kurparkstadion zwar immer noch Chancen, dem Abstieg in die Bezirksliga zu entgehen, aber mit ähnlich katastrophalen Leistungen wie in Moisling ist schon jetzt Hopfen und Malz verloren.

Die Mannschaft ließ jegliche Einstellung und jeglichen Kampfgeist, sonst die hervorstechenden Tugenden des Teams von Trainer Hans-Dieter Vernimb, vermissen und bäumte sich gegen das Schicksal nicht auf. Entsprechend gering sind auch die Erwartungen, die man nun an das nächste Spiel, morgen gegen Eintracht Segeberg im Kurparkstadion um 16 Uhr – die Anstoßzeit wurde wegen des Trave-Marathonlaufes um eine Stunde nach hinten verlegt – knüpft.

Tritt in der Einstellung der Mannschaft nicht eine hundertprozentige Wende ein, wird es auch gegen die Segeberger nichts für die Unioner zu erben geben. Die Truppe um Mannschaftskapitän Thom aber will sich noch einmal gehörig am Riemen reißen.

Mit Vorstellungen wie in Moisling will man sich nach vierjähriger Zugehörigkeit zur Landesliga nun doch nicht aus dieser Klasse verabschieden. Auch wenn es am Ende nun vermutlich nicht mehr zum Klassenerhalt reichen wird, will man sich doch mit vernünftigen Leistungen präsentieren. Das ist man schon seinem treuen Stammpublikum schuldig.

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.3.1983

 

Sonntag, 24. April 1983

Union Oldesloe – Eintracht Segeberg 0:2 (0:1)

(25. Punktspiel)

0:2 auch gegen Eintracht Segeberg

Der SC Union kämpfte zwar wieder, aber es reichte nicht zu einem Punktgewinn

(mth) Für den Oldesloer Landesligisten SC Union schwinden die Chancen auf den Klassenerhalt immer mehr. Mit 0:2 (0:1) kassierten die Unioner im Kurparkstadion eine vollauf verdiente Niederlage gegen Eintracht Segeberg und damit sind die Chancen, sofern man sich nach der derben 2:7-Niederlage am Vorsonntag gegen Rot-Weiß Moisling überhaupt noch welche ausgerechnet hat, weiter gegen Null gesunken.

Anders als bei der Niederlage in Moisling aber kann man der Oldesloer Truppe wenigstens bescheinigen, daß sie sich nach Kräften bemüht hat. Die Mannschaft gab trotz des 0:2-Rückstandes schon kurz nach dem Seitenwechsel – angesichts der bekannten Schwächen der Unioner im Ausnutznutzen eigener Torchancen eigentlich schon ein aussichtsloser Rückstand – nie auf und kämpfte bis zur letzten Minute um eine Resultatsverbesserung.

Mit diesem Kompliment aber hat es an positiven Eindrücken vom Spiel des SC Union aber auch schon sein Bewenden. Spielerisch konnten die Schützlinge von Trainer Hans-Dieter Vernimb wieder einmal nicht den Nachweis von Landesliga-Klasse antreten. Hauptmanko war einmal mehr die fehlende Durchschlagskraft des Angriffs, sofern dieser Begriff überhaupt angebracht ist.

Dabei ist es sicherlich verfehlt, die Ursache dafür ausschließlich bei den nominellen Stürmern zu suchen. Sicherlich, Holger Jack ist in seinen spielerischen Mitteln einfach zu bescheiden, als daß er sich gegen kompakte Abwehrreihen in dieser Klasse durchsetzen könnte, und auch bei Keuchel sind Szenen selten, die Hand und Fuß haben und Gefährlichkeit ausstrahlen, aber sie werden von ihren Mitspielern auch zu selten wirkungsvoll in Szene gesetzt, weil das Aufbauspiel bisweilen unklug und unproduktiv ist – alles drängt frühzeitig in die Mitte, wo die Räume dann zu eng werden. Unverständlich dazu blieb, daß die Linksaußenposition gänzlich unbesetzt blieb. Dadurch gab es auf dieser Seite eine große Lücke, da über weite Strecken „Nachrücker“ diese Räume nicht nutzten.

SC Union Oldesloe: Spieler, Michael Petzold, Rausch, Borrek, Vöizke, Ringel (53. Kotz), Thom (75. Schüler), Gossow, Pophal, Keuchel, Jack.

Eintracht Segeberg: Krause, T. Bibo (6. Möller), Röhr, Henze, A. Bibo, Rüder, Mumme, Bedci, Ratje, Fett, Kanzler.

Tore: 0:1 Rüder (14.) mit einem Schuß fast von der Torauslinie. Union-Torhüter Peter Spieler stand zwar im bedrohten kurzen Eck, aber seine Abwehrreaktion war so unglücklich, daß der Ball von seinem Arm ins Tor prallte; 0:2 Kanzler (55.), der bei einem klassischen Konterangriff von Fett mit herrlichem Paß auf die Reise geschickt wurde, der Union-Abwehr auf und davon lief, auch noch Spieler aussteigen ließ und unhaltbar einschoß.

Schiedsrichter: Lühmann (Henstedt-Rhen) mit einer untadeligen Leistung.

Zuschauer: Kaum noch 100.

Den Oldesloern war von vornherein anzumerken, daß sie sich für die Begegnung einiges vorgenommen hatten, um sich für die schwache Leistung in Moisling zu rehabilitieren. Aber über merkbaren guten Willen kamen die Oldesloer nicht hinaus.

Erste Aufregung ins Spiel kam in der sechsten Minute, als fernab vom Spielgeschehen sich plötzlich Gäste-Außenverteidiger T. Bibo am Boden wälzte. Ob er, wie Segeberger Spieler und Betreuer behaupteten, mit einem Oldesloer aneinander geraten war, konnten wir nicht ausmachen. Schieds- und Linienrichter jedenfalls hatten auch nichts bemerkt.

Immerhin ging es dem Segeberger offensichtlich nicht gut, so daß er mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus transportiert wurde. Gottlob war seine Verletzung aber nicht so schwerwiegend wie befürchtet, denn noch vor Spielende tauchte er wieder im Kurparkstadion auf.

Hatten die Segeberger in den Anfangsminuten den Verlust eines Stammspielers zu verdauen, so traf den SC Union nur ein paar Minuten später ein sportlicher Rückschlag. Das Führungstor der Gäste kam dabei für Union-Torhüter Spieler denkbar unglücklich. Ihm aber aber die Schuld dafür anzukreiden, wäre sicherlich verfehlt. Auch seine Vorderleute, die nachlässig gedeckt hatten, trugen ein gerüttelt Maß an Schuld.

Der Rest lief dann nach dem Rollenbuch ab, das man von Spielen im Kurparkstadion aus dieser Saison schon zur Genüge kennt. So sehr sich die Unioner auch mühten – sie erkämpften sich streckenweise sogar klare Feldvorteile – und so gut und klar ihre Torchancen auch waren, sie trafen einfach nicht ins Segeberger Tor.

So gesehen konnten sie am Ende mit dem Endergebnis von 0:2 sogar noch ganz zufrieden sein, denn gerade in der Schlußphase hatten die Segeberger noch eine ganze Reihe guter Chancen. Auf der anderen Seite allerdings hätten die unermüdlichen Bemühungen der Oldesloer eigentlich auch eine Belohnung verdient gehabt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.4.1983

 

Sonnabend, 30. April 1983

SC Union: Sieg gegen Wesselburen ist der letzte Strohhalm, an den man sich klammert

(mth) Sein zweites Heimspiel hintereinander bestreitet am Sonntag ab 15 Uhr im Kurparkstadion der Oldesloer Landesligist SC Union. Gegner der Truppe von Trainer Hans-Dieter Vernimb ist Blau-Weiß Wesselburen, eine jener Mannschaften, die man bis vor zwei Wochen noch überholen zu können glaubte.

Inzwischen aber sind nach den Niederlagen in Moisling und gegen Eintracht Segeberg die Hoffnungen der Unioner, doch noch dem Abstieg in die Bezirksliga zu entgehen, fast auf den Nullpunkt gesunken. Rein theoretisch gibt es zwar immer noch eine kleine Chance auf den Klassenerhalt, aber gerade nach den letzten Leistungen ist diese nicht als realistisch zu betrachten.

Im Gegensatz zur Niederlage in Moisling, als man sich sang- und klanglos von einem Mitkonkurrenten mit 2:7 auseinandernehmen ließ, zeigte die Mannschaft gegen Eintracht Segeberg zwar eine gute kämpferische Moral, aber die spielerische Leistung genügte einfach nicht Landesliga-Ansprüchen, ganz zu schweigen von den Fähigkeiten im Angriff.

Fehlendes Durchschlagsvermögen gerade in diesem Mannschaftsteil beklagt die Truppe vom Kurparkstadion ja schon von Beginn dieser Saison an und darin ist auch die Hauptursache für die derzeitige prekäre, um nicht zu sagen hoffnungslose Lage zu suchen.

Blau-Weiß Wesselburen hat in dieser Saison zwar auch beileibe keine Bäume ausgerissen – die Mannschaft hat, nachdem sie vor drei Jahren als Aufsteiger mächtig für Furore gesorgt hatte, sich seither kontinuierlich zurückentwickelt –‚ dennoch wird sie von den Unionern nur dann zu bezwingen sein, wenn diese es endlich lernen, wenigstens einen geringen Prozentsatz ihrer Torchancen in Treffer um zu münzen.

Aber wer das in den Reihen der Männer um Kapitän Thom bewerkstelligen soll, ist auch beim besten Willen nicht abzusehen, denn ein Torjäger oder auch nur ein schwacher Abklatsch davon ist weit und breit nicht in Sicht.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.4.1983

 

Sonntag, 1. Mai 1983

Union Oldesloe – Blau-Weiß Wesselburen 2:3 (1:2)

(26. Punktspiel)

Auch die letzte Chance ist dahin

Der SC Union holte 0:2-Rückstand auf, verlor gegen Wesselburen aber mit 2:3

(mth) Mit dem Oldesloer Landesligisten SC Union geht es weiter bergab. Auch gegen Blau-Weiß Wesselburen reichte es für die Unioner im Kurparkstadion nicht zu einem Punktgewinn. Einen 0:2-Rückstand nach weniger als einer halben Stunde Spielzeit konnten die Oldesloer durch zwei Tore von Jack zwar noch ausgleichen, aber ein Elfmetertor in der 82. Minute brach ihnen dann das Genick.

Die Niederlage der Oldesloer war dabei wieder einmal höchst überflüssig. In der ersten Halbzeit versäumte es die Mannschaft, aus unglaublich vielen Torchancen Kapital zu schlagen, und im zweiten Spielabschnitt ließ sie sich, nachdem bereits unmittelbar nach Wiederanpfiff der Ausgleich gelungen war, zu leicht das Heft aus der Hand nehmen.

Statt sich nach dem Ausgleich zurückzuziehen, hätte man lieber weiterhin mit vollem Risiko stürmen sollen, um die Gäste-Abwehr unter Druck zu setzen. In Bedrängnis nämlich, das hatte die erste Halbzeit gezeigt, zeigte die Abwehr der Gäste riesige Schwächen, die den Oldesloern sicher noch viele Torchancen ermöglicht hätten.

Daß dabei das Risiko groß gewesen wäre, Gegentore durch Konterangriffe einzufangen, ist unbestritten, aber letztendlich schlug es ja auch so noch im Kasten von Peter Spieler einmal ein. Nicht unbedingt unverdient im übrigen, denn in der zweiten Hälfte der zweiten Halbzeit, abgesehen von den Schlußminuten nach dem 3:2, als der SC Union, dem inzwischen natürlich die Zeit davongelaufen war, noch einmal versuchte das Blatt zu wenden, waren die Wesselburener die spielbestimmende Mannschaft.

Mit dieser neuerlichen Niederlage werden nun wohl auch die größten Optimisten Im Lager des SC Union nicht mehr an den Klassenerhalt glauben. Und bei Licht betrachtet muß man wohl auch zu dem Schluß kommen, daß der Abstieg in die Bezirksliga für die Oldesloer nicht ungerecht kommt. Die spielerische Substanz der Mannschaft reicht für die Landesliga einfach nicht mehr aus und allein mit Kampfkraft und Moral hat man dieses Manko nicht wettmachen können.

SC Union Oldesloe: Spieler, Michael Petzold, Völzke, Gossow, Borrek, Rausch (74. Keuchel), Ringel, Thom, Jack, Kotz, Schüler.

Blau-Weiß Wesselburen: Michalsky, Sasse, Popp, Nehmer, Witt, Mohr, Jäger, Rathje, Reimers (50. Diekmann), Osnabrügge, Willersen.

Tore: 0:1 Willersen (8.), der allein auf den herausstürzenden Spieler zulief und diesen mit einem Flachschuß überlistete; 0:2 Willersen (29.), der wieder völlig frei zum Schuß kam; 1:2 Jack (30.) mit einem Drehschuß aus dem Gewühl heraus nach einem Eckball von Gossow; 2:2 Jack (46.) mit Kopfball beim ersten Angriff der Oldesloer nach dem Wiederanpfiff; 2:3 Witt (82.) mit einem sicher verwandelten Foulelfmeter, den Petzold an Mohr verursacht hatte. So berechtigt der Elfmeter auch war, so überflüssig war er auch. Mohr, dem Petzold in die Beine trat, hätte nämlich keine Chance gehabt, noch an den Ball zu kommen und eine torgefährliche Szene heraufzubeschwören.

Schiedsrichter: Borchardt (Kellinghusen) mit einer befriedigenden Leistung.

Zuschauer: Bei wenig einladendem Mai-Wetter kaum mehr als 50.

Den Oldesloern bot sich schon in der ersten Minute die erste hundertprozentige Torchance, als Völzke das Kunststück fertigbrachte, den Ball aus kaum drei Metern weit neben das Tor zu setzen. Diese Szene war bezeichnend für die Unioner in der ganzen ersten Halbzeit. Möglichkeiten dieser Art boten sich den Oldesloern gleich im Dutzend, aber wie schon so oft in dieser Spielzeit wurden alle Chancen kläglich und leichtfertig vergeben.

Anders die Gäste, die durch ihren Linksaußen Willersen gleich ihre beiden ersten Chancen in der achten und 29. Minute zu Treffern ausnutzten. Den Spielverlauf stellte dieser 2:0-Vorsprung der Gäste sicherlich auf den Kopf und es hätte für die Oldesloer leicht mit einer Katastrophe enden können, wenn nicht Jack unmittelbar nach dem 2:0 der längst fällig Anschlußtreffer gelungen wäre.

Bis zur Pause war dann der Ausgleich für die Platzherren noch mehrfach überfällig, denn die Gästeabwehr hatte nun jegliche Übersicht verloren, aber die Unionstürmer erwiesen sich wieder einmal als ausgesprochen gönnerhaft. Der Ausgleich fiel dann aber unmittelbar nach dem Wiederanpfiff erneut durch Holger Jack, dessen unermüdlicher Einsatz, den man bei ihm trotz aller spielerischen Mängel immer bewundern kann, damit belohnt wurde.

Damit ließ der SC Union es dann aber auch bewenden. Die Mannschaft schaltete nun einen Gang zurück, eine Taktik, die noch bestraft werden sollte. Etwa 20 Minuten lang war das Spiel nun noch ausgeglichen, ohne das es zu besonderen Höhepunkten kam, dann aber hatten sich die Wesselburener wieder gefangen und bestimmten nun ihrerseits das Spielgeschehen.

Ein Warnschuß erfolgte in der 78. Minute, als Nehmer den Ball ins Netz bugsierte, aber da er dazu eindeutig die Hand benutzte, konnte der Schiedsrichter diesen Treffer natürlich nicht anerkennen. Vier Minuten später aber war es dann doch so weit. Petzold ließ Mohr im Strafraum eindeutig „über die Klinge“ springen und dem Unparteiischen blieb nichts anderes übrig, als auf Elfmeter zu entscheiden. Und Witt ließ sich die Chance nicht entgehen und versetzte dem SC Union mit einem placierten Schuß den endgültigen k.o.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.5.1983

 

Sonnabend, 7. Mai 1983

SC Union Oldesloe: Auch bei der zweiten Mannschaft des Heider SV nur Außenseiter

(mth) Für den Oldesloer Landesligisten SC Union ist spätestens seit dem letzten Wochenende der Zug in Richtung Klassenerhalt endgültig abgefahren. Rein theoretisch hat die Mannschaft von Trainer Hans-Dieter Vernimb zwar immer noch eine kleine Chance, aber im Ernst glaubt daran auch von den eingefleischten Fans im Kurparkstadion nach den Niederlagen in Moisling und gegen Blau-Weiß Wesselburen nun niemand mehr.

Die Spieler um Mannschaftsführer Thom müßten dafür alle noch ausstehenden Spiele gewinnen und die Konkurrenz – eben die Mannschaften aus Moisling und Wesselburen dürften keine Punkte mehr holen. Und eine solche Entwicklung ist kaum denkbar.

Die Unioner sollten und werden sich wohl auch darauf konzentrieren, auch die vierte und vorerst letzte Saison in der zweithöchsten Spielklasse des Landes würdig und in Ehren abzuschließen.

Gegner des nächsten Spieles ist heute um 15.30 Uhr die zweite Mannschaft des Heider SV, die mit 24:28 Punkten im unteren Mittelfeld der Tabelle liegt, ohne große Chancen, noch wesentlich weiter in dieser Saison nach vorne zu kommen, ohne Sorgen aber auch hinsichtlich des Klassenerhalts. Die Stormarner sind in der Verfassung der letzten Spiele auch für dieses Spiel sicherlich nur Außenseiter.

Das Bemerkenswerteste an den beiden letzten Spielen der Unioner war eigentlich, daß die Mannschaft jeweils zwei Tore erzielte – ein Quotient, auf den man in all den Spielen davor vergeblich gewartet hatte –‚ aber dennoch Niederlagen einstecken mußte.

Auch wenn es nun vermeintlich um nichts mehr geht, wollen die Unioner auch in der Dithmarscher Kreisstadt gerne noch einmal zeigen, daß sie das Fußballspielen nicht gänzlich verlernt haben. Und wenn dann dabei Tore oder gar ein Punktgewinn oder ein Sieg herausspringen, wird niemand im Lager der Oldesloer darüber böse sein.

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.5.1983

 

Sonnabend, 7. Mai 1983

Heider SV II – Union Oldesloe 3:2 (1:1)

(27. Punktspiel)

Wieder reichten den Oldesloern zwei Tore von Holger Jack nicht zum Sieg

(mth) Bei der zweiten Mannschaft des Heider SV gelangen dem Oldesloer Landesligisten SC Union zum drittenmal hintereinander zwei Tore – auf eine solche Ausbeute hatte die Truppe von Trainer Hans-Dieter Vernimb mehr als 20 Spiele vergeblich gewartet – in einem Spiel, zu einem Punktgewinn aber reichte es für die Oldesloer wieder nicht.

Allein die 2:3-Niederlage schmerzt die Stormarner nicht mehr so sonderlich. Der Abstieg der Mannschaft in die Bezirksliga Lübeck war nach den vorangegangenen Niederlagen – insbesondere denen in Moisling und gegen BW Wesselburen – ohnehin schon beschlossene Sache und man spult nun nur noch seine Pflichtübungen ab.

Das Vorhaben, sich nach vierjähriger Zugehörigkeit in der zweithöchsten Spielklasse des Landes mit ehrenvollen Leistungen zu verabschieden, ging dabei in der Dithmarscher Kreisstadt trotz der Niederlage in Erfüllung. Die Mannschaft führte durch ein Tor von Holger Jack – wiederum zweifacher Torschütze – gut eine halbe Stunde lang mit 1:0, mußte dann noch vor dem Wechsel den Ausgleich hinnehmen und geriet kurz nach der Pause erstmalig in Rückstand.

Dennoch resignierten die Oldesloer nicht, kämpften munter weiter und auch als sechs Minuten vor Spielschluß die endgültige Entscheidung durch das 3:1 fiel, hielten sie noch dagegen und schafften postwendend eine Ergebnisverbesserung. Damit hatte es dann aber auch sein Bewenden, so daß der Abstieg nun auch theoretisch so gut wie wasserdicht ist.

Heider SV II: Ehlers, Adria, Fabian, Becker, Sonnenberg, Nieswandt (83. Naujokat), Stusnaht, Heerdt, Eckert (46. Genschke), Ladendorf, Sticken.

SC Union Oldesloe: Spieler, Michael Petzold, Völzke, Gossow, Borrek, Schüler, Keuchel (46. Kotz). Thom, Jack, Pophal, Ringel.

Tore: 0:1 Jack (6.), der eine Kombination des gesamten Union-Angriffs erfolgreich abschloß; 1:1 Heerdt (35.) mit einem tollen 25-Meter-Weitschuß, der unhaltbar für Spieler im Torwinkel einschlug; 2:1 Stusnaht (48.), der eine Unachtsamkeit der Union-Abwehr erfolgreich ausnutzte; 3:1 Sticken (84.) nach einem Alleingang; 3:2 Jack (85.) nach einer Flanke von Gossow.

Schiedsrichter: Kohrt (Eckernförder SV) mit keiner überzeugenden Leistung. Er traf eine Reihe merkwürdiger Entscheidungen, mit denen er zum Glück aber beide Seiten gleichermaßen benachteiligte. Zu seiner Ehrenrettung muß gesagt werden, daß er durch seine beiden Dithmarscher Linienrichter denkbar schlecht unterstützt wurde.

Zuschauer: Kaum 100.

In der ausgeglichen verlaufenden ersten Viertelstunde hatte der SC Union das Glück, schon den ersten erfolgversprechenden Angriff mit einem Tor abzuschließen. Diese Führung aus der sechsten Minute gab der Mannschaft natürlich Selbstvertrauen und dieses half sicher auch mit, die Führung bis zur 35. Minute zu behaupten, denn etwa ab der 15. Minute starteten die Heider einen mächtigen Sturmlauf und drängten energisch auf den Ausgleich.

Nachdem dieser durch den „Sonntagsschuß am Sonnabend“ von Heerdt erreicht war, benötigte der SC Union noch einiges Glück, um ohne Rückstand den Weg in die Kabine antreten zu können. Drei Minuten nach dem Seitenwechsel aber war die Heider Führung dann doch da.

Danach gestaltete der Spielverlauf sich wieder mehr oder weniger ausgeglichen, wobei beide Mannschaften sich häufig unsauberer Gangart bedienten, womit sie dem ohnehin nicht gerade überzeugenden Schiedsrichter das Leben noch schwerer machten. Die beiden Tore in der Schlußphase stockten dann das Ergebnis noch auf, ohne dem Geschehen aber noch eine Wende geben zu können.

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.5.1983

 

Sonnabend, 21. Mai 1983

Auch über Pfingsten keine Pause

Stormarns Fußballer müssen auch über die Feiertage wieder ran

(mth) Eigentlich hatten es die Planer ja vorgesehen, die Spiele in allen Fußballklassen bis Mitte Mai – also bis zum letzten Wochenende – abzuschließen, die vielen Spielausfälle im Februar, März und April, ja selbst noch im Mai haben diesen Plan aber durchkreuzt (Ausnahmen: Verbandsliga und Bezirksliga Lübeck) und so müssen auch über die Pfingstfeiertage in allen anderen Klassen die Aktiven ran. Mit zunehmenden Ansetzungen im übrigen je weiter es in den Klassen nach unten geht.

Landesliga: In den beiden für Sonnabend angesetzten Spielen (Beginn 16 Uhr) ist von den Stormarner Mannschaften der SC Union mit von der Partie. Die Oldesloer, die als Absteiger in die Bezirksliga schon feststehen, erwarten im Kurparkstadion den SV Rantzau, der sich als Aufsteiger in seinem ersten Jahr in der zweithöchsten Spielklasse des Landes recht achtbar geschlagen hat. In der Verfassung der letzten Spiele wird es für die Oldesloer auch gegen diesen Gegner nicht viel zu erben geben, aber die Truppe von Trainer Hans-Dieter Vernimb hat sich vorgenommen, sich einen guten Abgang aus der Klasse zu verschaffen und vielleicht gelingt ja mal wieder eine angenehme Überraschung. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.5.1983

 

Sonnabend, 21. Mai 1983

Union Oldesloe – SV Rantzau Itzehoe 3:3 (1:3)

(28. Punktspiel)

Fünf Minuten fehlten zum Sieg

Nach Endspurt erreichte SC Union noch 3:3-Unentschieden gegen SV Rantzau Itzehoe

(cv) Hätte der SC Union Oldesloe gegen den SV Rantzau von Beginn bis zum Schluß voll durchgespielt, hätte er den Sieg in der Tasche gehabt. Nach einem gelungen Start machte ein Elfmeter das Angriffsspiel von Union zwar nicht kaputt, dämpfte aber etwas den Schwung. Als in der 41. Minute Gossow beim Stand von 1:3 einen Elfmeter vergab und das Anschlußtor verschenkte, erreichte die Stimmung den Tiefpunkt. Erst ein grandioser Endspurt setzte den Gast so unter Druck, daß der Oldesloer Sieg nur noch zu einer Frage der Zeit wurde.

Aber obwohl alle elf Spieler in den letzten zehn Minuten kämpften wie die Löwen, mehr als der Ausgleich wollte nicht glücken. Es fehlten vielleicht fünf Minuten, dann wäre der Sieg perfekt gewesen. Wäre die gesamten neunzig Minuten so dynamisch gefightet worden, Rantzau Itzehoe hätte keinen Stich bekommen. Von vereinzelten Kontern abgesehen, die Abwehr vom SC Union ließ sich ein- zweimal überlisten, zeigten sich die „Roten“ nicht sehr ökonomisch. Besonders Torhüter Tüxen schien zum erstenmal einen Ball zu berühren. Festhalten jedenfalls konnte er das Leder nur selten.

Die Devise des Oldesloer Trainers Vernimb lautete deshalb auch: „Schießt aus allen Lagen, der Tor wart kann doch nichts.“ Die bekannte Abschlußschwäche der Unioner bremste aber die Torausbeute. Einen sehr guten Eindruck hinterließ Thomas Reek. Von Trainer Vernimb in der zweiten Spielhälfte eingesetzt, leuchtete bei ihm immer wieder großes technisches Können auf. Stoppen des Balles auf kürzester Distanz sowie ein gutes Auge für Ball und Gegner zeichneten ihn aus.

SC Union Oldesloe: Spieler, Michael Petzold (46. Keuchel), Kotz, Gossow, Borrek, Völzke, Ringel, Thom, Jack (46. Reek), Pophal, Schüler.

SV Rantzau Itzehoe: Tüxen, Harders, Oest, Möller, Holzmann, Zielke, von Kollrepp, Möller, Zimmer, Winkel, Alexandre.

Tore: 0:1 Zielke (9., Elfmeter); 1:1 Pophal (21.) mit herrlicher „18-Meter-Banane“ über die gesamte Abwehr und den eigenen Angriff; 1:2 Alexandre (30.), blitzschneller Alleingang, bei dem die Oldesloer Abwehr nicht fehlerlos war; 1:3 Alexandre (35.), der eine Flanke volley nehmen und halbhoch einschießen konnte; 2:3 Gossow (46.) nach eklatantem Deckungsfehler der Itzehoer; 3:3 Gossow (85.) aus der zweiten Reihe unhaltbar ins Eck.

Schiedsrichter: Jörg Schumacher (Post-SV Lübeck).

Zuschauer: Keine 100.

Abgesehen von einigen schönen Spielzügen und Einzelaktionen sahen die Zuschauer über weite Strecken „Sommerfußball“. Für beide Teams ging es um nichts. Dies war auch deutlich zu merken. Erst gegen Ende der Spielzeit packte die Platzherren wieder der Ehrgeiz. Wichtige Impulse kamen vom eingewechselten Reek, auch Keuchel mischte gut mit.

Die Entscheidung von Trainer Hans-Dieter Vernimb, nach der Pause mit diesen beiden Akteuren aufzulaufen, erwies sich als richtig. Bei Holger Jack bestand die Gefahr, daß der Unparteiische ihn vom Platz stellen würde. Einige Mätzchen vor dem Itzehoer Torhüter bei Abschlägen ließen ihn schon Gelb sehen. Petzold hatte schon vor dem Spiel geäußert, er fühle sich nicht besonders. Nach der Pause gönnte ihm der Coach die verdiente Ruhe.

Kampf bis zum Umfallen lautete kurz vor Schluß die Einstellung der Aktiven. Um jeden Ball wurde gekämpft, aber trotzdem verloren die Spieler nicht die Übersicht. Mit der in dieser Spielphase gezeigten Leistung hätte es nicht so weit bergab gehen müssen, wie die laufende Saison den Oldesloer Landesliga-Vertreter gebracht hat. Der Sieg wäre nach den abschließenden Leistungen zu wünschen gewesen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.5.1983

 

Sonnabend, 28. Mai 1983

Noch stehen ein paar Entscheidungen an

Fußballsaison 1982/83 neigt sich nun langsam ihrem Ende entgegen

(mth) Die Fußballsaison 1982/83 neigt sich langsam aber sicher ihrem Ende entgegen. Lange genug hat sie durch die vielen Spielausfälle in diesem Jahr – nicht nur in den Wintermonaten Januar und Februar, auch im März, April und sogar im Mai – ja gedauert. …

Landesliga: Von den beiden Stormarner Mannschaften in dieser Spielklasse ist, wie schon am letzten Wochenende, nur der SC Union Oldesloe im Einsatz. Der TuS Hoisdorf darf noch einmal pausieren, ehe es am kommenden Wochenende dann zum Schlußpunkt unter die erfolgreiche Saison kommt. Die Oldesloer Truppe, deren Abstieg in die Bezirksliga ja schon seit geraumer Zeit besiegelt ist, muß beim TSV Neustadt antreten, jener Mannschaft also, die vom Abstieg des VfB Lübeck aus der Amateuroberliga profitiert, hat sie sich dadurch, weil damit der zweiten Mannschaft der Lübecker, die als Meister schon feststeht, der Weg in die Verbandsliga verbaut ist, doch als zweiter den Aufstieg verdient. Die Truppe von Trainer Hans-Dieter Vernimb ist in Neustadt ganz sicher nur krasser Außenseiter, hat sich aber vorgenommen, mit einem achtbaren Ergebnis an die Trave zurückzukehren. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.5.1983

 

Sonntag, 29. Mai 1983

TSV Neustadt – Union Oldesloe 3:2 (2:0)

(29. Punktspiel)

Nur 2:3 in Neustadt verloren

Absteiger SC Union zog sich beiAufsteiger Neustadt gut aus der Affaire

(mth) – Der Stormarner Landesligist SC Union Oldesloe, der als Absteiger aus der zweithöchsten schleswig-holsteinischen Fußball-Amateurklasse ja schon seit geraumer Zeit feststeht, zog sich in seinem vorletzten Saisonspiel beim TSV Neustadt ganz achtbar aus der Affäre.

Die Neustädter, die als Tabellenzweiter ja den Aufstieg in die Verbandsliga geschafft haben, weil Meister VfB Lübeck II seine Chance nicht wahrnehmen kann, konnten nach einem 2:0-Halbzeitvorsprung am Ende hoch zufrieden sein, mit 3:2 beide Punkte unter Dach und Fach gebracht zu haben.

Obwohl die Oldesloer in der Schlußviertelstunde mit nur zehn Spielern auskommen mußten – Jack mußte verletzt ausscheiden und das Auswechselkontingent der Unioner war schön erschöpft –‚ drängten sie die favorisierten Gastgeber in den letzten Minuten mächtig zurück, schafften eine Resultatsverbesserung und verpaßten vor allem in den letzten Minuten großartige Chancen, die zumindestens den Ausgleich hätten bringen können, nur denkbar knapp.

Wie auch immer: Auch wenn das Resultat am Ende für beide Teams ohne große Bedeutung war, so kann man den Oldesloern doch eine gute Gesamtleistung bescheinigen. Mit solchem Auftreten verschafft sie sich einen ehrenvollen Abgang aus der Landesliga.

TSV Neustadt: Beeg, Flöter, Holz, Knobel, Meins, Grell, Spiekermann (46. Wagener), Möller (46. Schmidt), Jöllenbeck, Swenesen, Greymeier.

SC Union Oldesloe: Spieler, Petzold, Schüler, Gossow, Völzke(46. Jack), Borrek, Pophal, Keuchel (46. Kotz), Reek, Thom, Ringel.

Tore: 1:0 (7.) Spiekermann nach einer Vorlage von Jöllenbeck, der den Ball geschickt ablegte; 2:0 (12.) Jöllenbeck, der im Strafraum zweimal hintereinander frei zum Schuß kam. Seinen ersten Schuß konnte Spieler zwar noch abwehren, aber im zweiten Versuch ließ Neustadts Mittelstürmer dem Union-Keeper dann keine Chance mehr; 2:1 (62.) Thom mit unhaltbarem Kopfball nach Flanke von Gossow; 3:1 (67.) Jöllenbeck mit unhaltbarem Schuß nach einem Freistoß von Grell; 3:2 (83.) Reek mit einem Schuß aus kurzer Entfernung, nachdem Pophal eine Petzold-Ecke geschickt mit dem Kopf weitergeleitet hatte.

Schiedsrichter: Riemann (SSV Großensee) mit einer guten Leistung. Allerdings machten es ihm beide Mannschaften mit ihrem fairen Spiel auch nicht sehr schwer.

Zuschauer: Rund 200.

Die Oldesloer gingen mit reichlich laxer Einstellung in die Begegnung und verschliefen förmlich die ersten 20 Minuten. Ehe sie sich versahen, lagen sie dann auch mit 0:2 im Hintertreffen und eine haushohe Niederlage schien unvermeidlich.

Aber nach gut 20 Minuten ging dann ein Ruck durch die Mannschaft von Trainer Hans-Dieter Vernimb, und bis zum Seitenwechsel war nun der Gast aus Stormarn die spielbestimmende Truppe in Neustadt. Die Unioner hatten auch einige gute Chancen zum Anschlußtreffer, die aber alle ungenutzt blieben.

Die Neustädter beschränkten sich ihrerseits nur auf ein paar Konterangriffe, die aber nicht ungefährlich waren, doch Peter Spieler im Union-Tor war auch in seinem 119. Landesliga-Punktspiel in Folge in hervorragender Form.

Auch im zweiten Spielabschnitt hatte der SC Union zunächst eine Anlaufphase, in der nicht viel lief. Allerdings konnte sie jetzt weitere Gegentreffer vermeiden, und etwa ab der 60. Minute übernahm sie eindeutig das Kommando. Der Anschlußtreffer von Mannschaftsführer Thom in der 62. Minute beflügelte natürlich die Truppe noch zusätzlich und auch von dem Gegenschlag nur fünf Minuten später, mit dem Jöllenbeck den alten Abstand wieder herstellte, ließen sich die Oldesloer nicht beeindrucken.

Ein unglücklicher Zwischenfall in der 75. Minute aber warf den SC Union dann doch zurück. Holger Jack stolperte unglücklich am Spielfeldrand und schlug so unglücklich auf eine nahe Betonkante, daß er mit erheblicher Knieverletzung ins Neustädter Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Da Union-Trainer Vernimb aber schon zwei Spieler ausgewechselt hatte, konnte er für Jack keinen Ersatz mehr bringen, so daß seine Truppe die letzten 15 Minuten mit nur zehn Spielern auskommen mußte.

Nachdem sich der Schock bei den Stormarnern aber gelegt hatte, blies man auch in Unterzahl noch einmal voll zum Angriff. Reeks Anschlußtreffer war das Signal für einen tollen Schlußspurt und nun lag mehrfach der Ausgleich in der Luft. In der 87. Minute schien er gar unvermeidbar, aber Torhüter Beeg fischte einen schier unhaltbaren Freistoß von Gossow mit großer Parade noch aus dem Winkel, und eine weitere Minute später zischte ein Schuß des gleichen Spielers denkbar knapp am Gehäuse der Gastgeber vorbei. So blieb es dann beim Erfolg der Gastgeber, der zwar nicht gerade unverdient aber doch ein wenig glücklich war.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.5.1983

 

Sonnabend, 4. Juni 1983

Fußballsaison geht endgültig zu Ende

Nur einige wenige Entscheidungen stehen nun immer noch aus

(mth) Die Fußballsaison 1982/83 ist lang und hart gewesen und hat wegen der vielen Spielausfälle sehr an den Nerven von Spielern, Betreuern, Spielplangestaltern und auch den Leuten, die darüber zu berichten haben, gezerrt. Am Wochenende aber ist nun auch in den restlichen Klassen mit Beteiligung Stormarner Mannschaften – Verbandsliga, Bezirksliga Lübeck und Bezirksklasse Mitte sind ja schon abgeschlossen – endgültig Schluß. …

Landesliga: … Der Abstieg der Oldesloer aus der Landesliga ist zwar schon seit ein paar Wochen besiegelt, aber nach vierjähriger Zugehörigkeit will man sich würdig aus dieser Klasse (Anm.: gegen den TSV Lägerdorf) verabschieden. Ganz besonders gilt dieses für Torhüter Peter Spieler, der sämtliche Spiele seiner Mannschaft in der Landesliga mitgemacht hat und in seinem 120. Spiel in Reihenfolge in dieser Klasse, eine Leistung, die ihm sicherlich so leicht niemand nachmacht, natürlich ohne Gegentore bliebe. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.6.1983

 

Sonntag, 5. Juni 1983

Union Oldesloe – TSV Lägerdorf 2:0 (2:0)

(30. Punktspiel)

2:0-Erfolg über den TSV Lägerdorf

Der SC Union Oldesloe verschaffte sich einen würdigen Landesliga-Abgang

(mth) Der SC Union Oldesloe hat sich nach vierjähriger Zugehörigkeit einen guten Abgang aus der Landesliga Süd verschafft. Die Unioner, die als Absteiger in die Bezirkskasse Lübeck schon geraume Zeit feststehen, besiegten zum Saisonabschluß den TSV Lägerdorf in der Abschlußtabelle immerhin zum obersten Drittel zählend – verdient mit 2:0.

Der Erfolg der Oldesloer stand schon nach einer halben Stunde fest. Thomas Reek hatte bereits in der dritten Minute die 1:0-Führung erzielt, und Mannschaftsführer Thomas Thom machte mit seinem Kopfballtreffer in der 31. Minute alles klar. Auch wenn die Lägerdorfer über weite Strecken sicherlich mächtig enttäuschten und nur „Sommerfußball“ boten, war es zum Serienabschluß noch einmal ein schöner Erfolg für die Stormarner.

Sie spielten weit stärker als in den meisten anderen Spielen dieser Saison, und endlich einmal blieben auch die Bemühungen des Union-Angriffs nicht erfolglos. Am Ende hätte der Erfolg für die Oldesloer sogar noch deutlicher ausfallen sonnen, aber auch so war man im Kurparkstadion natürlich zufrieden.

Besondere Zufriedenheit ließ dabei Torhüter Peter Spieler erkennen, der alle 120 Landesliga-Spiele seines Vereins von Anfang bis Ende mitgemacht hatte und sich natürlich freute, daß er seinen „Kasten“ noch einmal sauber hatte halten können. In früheren Jahren war dieses ja oft an der Tagesordnung gewesen. aber in dieser Saison hatte der Union-Keeper ohne eigenes Verschulden solche Erfolgserlebnisse zu lange missen müssen.

SC Union Oldesloe: Spieler, Petzold, Schüler, Gossow, Borrek, Völzke (46. Kotz), Keuchel, Thom, Reek, Pophal, Ringel.

TSV Lägerdorf: Baufeldt, Zabel, Soy, Körner, Kuhr, Dröse, Tesch, Braasch, Giebecke, Nickels (76. Thomsen), Fink.

Tore: 1:0 Reek (3.) mit unhaltbarem Schuß aus spitzem Winkel; 2:0 Thom (31.) mit Kopfball, der vom Innenpfosten ins Tor sprang.

Schiedsrichter: Pohlmann (TSV Rendsburg) mit guter Leistung. Allerdings machten es ihm die Spieler in der fairen Begegnung auch nicht sonderlich schwer. Nur in der Schlußphase fingen die Lägerdorfer plötzlich zu meckern an, mit der Folge, daß ausgerechnet ihr Mannschaftsführer Zabel in der 75. Minute eine Zehn-Minuten-Zeitstrafe aufgebrummt bekam.

Zuschauer: Kaum 50.

Die frühzeitige Führung beflügelte natürlich das Spiel der Oldesloer und die Mannschaft spielte so offensiv, wie nur selten in dieser Saison. Die Lägerdorfer, die mit der Saison offensichtlich innerlich schon abgeschlossen hatten, setzten den Unionern nur wenig Widerstand entgegen.

Sie enttäuschten im Kurparkstadion auf der ganzen Linie und man fragte sich unwillkürlich, wie diese Truppe so weit nach oben in der Tabelle hatte kommen können. Die Platzherren beherrschten jedenfalls die Szene eindeutig und das 2:0 in der 31. Minute durch Mannschaftsführer Thomas Thom war nicht mehr als folgerichtig.

Danach allerdings ließen es auch die Oldesloer gemächlich angehen und so wurde es etwa bis zur 80. Minute „Sommerfußball“ in Reinkultur. Erst in den Schlußminuten wurden dann die Oldesloer noch einmal mobil und sie hatten nun mehrfach die Chance, ihren Vorsprung noch auszubauen. Einmal traf Ringel dann sogar in der 85. Minute auch noch ins Netz, da er aber den Lägerdorfer Torhüter behindert hatte, erkannte Schiedsrichter Pohlmann diesen Treffer zu Recht nicht an. Die Oldesloer hatten aber auch ohne diesen Treffer keine Mühe, den 2:0-Vorsprung über die Zeit zu bringen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.6.1983

 

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