SC Union Oldesloe

Die Spielzeit 1982/83 - Hinserie

 

Sonnabend, 17. Juli 1982

Hans-Dieter Vernimb trainiert jetzt SC Union

„Frühzeitige Sicherung des Klassenerhalts oberstes Ziel“

(js) Neue Besen kehren gut, sagt eine alte Volksweisheit. Wie groß der Wahrheitsgehalt dieser Redewendung ist, wird sich für den SC Union Oldesloe im Laufe der bevorstehenden Punktspielserie der schleswig-holsteinischen Landesliga Süd herausstellen.

Der „neue Besen“ bei Union ist Liga-Trainer Hans-Dieter Vernimb, der am vergangenen Donnerstagabend mit dem ersten Training seine neue Aufgabe begonnen hat. Vernimb tritt damit die Nachfolge von Christian Last an, der die SC-Liga-Truppe zweieinhalb Jahre lang trainiert hat.

Auf den 31jährigen Vernimb kommt mit der Trainertätigkeit bei dem Oldesloer Landesligisten sicher keine leichte Aufgabe zu. Abgänge zweier Spieler, die zu den Stützen der Mannschaft zählten, sind zu verkraften, weitere Rückzüge vom aktiven Landesliga-Spieler-Dasein sind bei einigen Spielern aus Altersgründen zu erwarten.

So ist Hans-Dieter Vernimb sich auch völlig über das Saisonziel im klaren: „Wir müssen versuchen, den Klassenerhalt zu sichern. Und das so früh wie möglich. Es darf nicht passieren, daß wir zum Ende der Punktrunde in den Abstiegsstrudel geraten.“

Kein Hehl macht Vernimb aus seiner Enttäusch.ng über den Wechsel von Arnold Spiwek und Peter Petzold. „Diese beiden werden nur schwer zu ersetzen sein, gehörten sie doch zu den Leistungsträgern“, meinte der neue Union-Coach. So sei er auch ziemlich froh über Klaus-Dieter Müllers Bleiben.

Als er erfahren habe, daß auch Müller einen Wechsel plane, habe er noch einmal mit ihm geredet. Dieses Gespräch habe schließlich zur Folge gehabt, daß der Union-Linksaußen sich die Sache noch einmal überdachte und nun bleiben wird. „Es geht doch nicht an, daß uns alle Stürmer weglaufen. Irgendwer muß doch die Tore schießen“, erklärte Vernimb.

Vom Spielerkontingent her sei er zufrieden. Gerade aber die Sturmreihe mache ihm große Sorgen, hier seien wohl noch Verbesserungen möglich. Fehlen wird dem neuen Trainer in der neuen Serie auch Rainer Fischer, der zum SV Rümpel wechselte.

Trainer Vernimb kann unbelastet an seine neue Aufgabe herangehen. „Persönlich kenne ich bis auf einige ganz wenige Ausnahmen keinen Spieler. Genauso betrete ich als Trainer in der Landesliga Neuland, doch nicht ganz unbekanntes Terrain“, meinte der ehemalige Landesliga-Spieler Vernimb, der zuletzt in Mölln als Trainer tätig war.

Für sein Aufgebot, das im großen und ganzen steht, sei das Bezirkspokalspiel gegen VfB Lübeck auf alle Fälle als Test noch viel zu früh. Dennoch erhofft sich Vernimb natürlich Aufschlüsse für seine Mannschaftsaufstellung aus dieser Begegnung. Alter spielt für ihn dabei keine Rolle: „Ob einer 20 ist oder 35, entscheidend ist die Leistung.“

Gegen VfB rechnet sich Vernimb natürlich keinen selbstverständlichen Erfolg aus. Seine Mannschaft habe, zumal sie auf drei Stammspieler verzichten muß, die zum Zeitpunkt der Begegnung noch im Urlaub sind, allenthalben eine Außenseiterchance. Die will Union aber in jedem Fall wahren.

Zum Liga-Kader des SC Union zählen: Spieler, Timm, Metzing, Pophal, Petzold, Völzke, Thom, Reek, Müller, Brandt, Ringel, Gossow, Stobbe, La Porte und Rausch, der seine langwierige Verletzung inzwischen überstanden hat.

STORMARNER TAGEBLATT vom 17.7.1982

 

Freitag, 23. Juli 1982

Erste Runde im DFB-Bezirkspokal-Wettbewerb

(js) Am Wochenende ist es wieder soweit: Mit den ersten Pokalspielen beginnt der Fußball erneut das Sportgeschehen zu beherrschen. …

Schlagerspiel im Kurparkstadion: SC Union Oldesloe gegen VfB Lübeck.

Dem Oldesloer Landesligisten steht mit dem Spiel gegen den Amateuroberliga-Vertreter VfB Lübeck ganz ohne Frage die schwerste aller sechs Bezirkspokalbegegnungen mit Stormarner Beteiligung bevor. Ist doch ein Landesligist eigentlich klarer Kandidat für die zweite Pokalrunde, hat das „Lospech“ Union diesmal hart getroffen: Der k.o. für die erste Runde ist vorprogrammiert, alles andere wäre eine echte Sensation.

Dessen sind sich auch die Spieler und Verantwortlichen aus dem Kurparkstadion bewußt. Waren schon die letzten Spiele, die die Truppe noch unter Trainer Christian Last am Ende der abgelaufenen. Serie absolvierte, von denkbar schlechter Leistung gekennzeichnet, wurde die Mannschaft durch den Wechsel von Arnold Spiwek und Peter Petzold zusätzlich geschwächt. Zugänge besonderer Spielerpersönlichkeiten sind auf der anderen Seite zudem nicht zu verzeichnen.

So glaubt auch Union neuer Trainer Hans-Dieter Vernimb nicht an Wunder, sondern schätzt die Chance seiner Elf nur sehr gering, zumal auch die bisherige Vorbereitungsphase mit knapp eineinhalb Wochen zu kurz ist, um Großartiges zu erwarten. „Die Chance des Außenseiters haben wir. Der VfB wird bei uns nicht im Schongang gewinnen können.“

Unzweifelhaft bester Rückhalt der Union-Mannschaft ist Peter Spieler. Neben ihm hat Trainer Vernimb für das Aufgebot gegen den Amateuroberligisten Metzing, Brandt, Borrek, Gossow, Pophal, Reek, Jack, Ringel, Stobbe, Müller, Keuchel, Kotz und Völzke nominiert. „Gemeinsam“ mit dem für die VfBer unangenehmen Grandplatz im Kurparkstadion werden diese Spieler gegen ihren namhaften Gegner antreten. Dabei steht Timm als Ersatzkeeper zur Verfügung.

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.7.1982

 

Sonntag, 25. Juli 1982

Union Oldesloe – VfB Lübeck 1:2 (1:1) n.V.

(1. Runde Bezirkspokal)

Fußball-Krimi im Kurparkstadion

118 Minuten lang hielt Union den Spielausgang völlig offen

VfB sicherte unverdienten Sieg erst in der Verlängerung

(js) Fast wäre es dem Landesligisten SC Union Oldesloe im Spiel gegen den Oberliga-Vertreter VfB Lübeck gelungen, für die erste Sensation des diesjährigen DFB-Bezirkspokal-Wettbewerbes zu sorgen. Daß es schließlich doch nicht so weit kam, war einzig der Verdienst des Lübeckers Michael Zellier, der in der 118. Minute mehr als glücklich das 2:1 für seine Mannschaft erzielte und damit den zweifellos unverdienten Sieg des Oberligisten sicherte.

Vor dem Spiel hatte eigentlich niemand ernsthaft am späteren Sieger der Partie gezweifelt. Zu klar war die Favoritenrolle der Gäste im Kurparkstadion. Um so überraschender der Auftritt des Gastgebers, der förmlich über sich hinaus wuchs. Union zeigte sich in hervorragender Spiellaune und neu erwachter Kampfkraft, mit der die Mannschaft mit ihren klassenhöheren Gegner nicht mehr mithalten konnte, ihn sogar zeitweise in die eigene Hälfte zurückdrängte und beherrschte.

Trotz des Powerplays des VfB’s gelang es dem Oberligisten über die 120 Minuten gesehen zu keiner Zeit, ihren Gastgeber eindeutig in den Griff zu bekommen. Immer wieder profitierte die Union-Elf aus den zum Teil harmlosen Angriffen der Gäste und brachte mit schnellen Kontern das VfB-Tor in Gefahr. In solchen Fällen wußten sich die Verteidiger des VfB, allen voran Thomas Blöcker, meist nicht anders als mit einem Foulspiel zu helfen, wofür Blöcker dann auch in der 115. Minute – eigentlich viel zu spät – vom nicht immer überzeugenden Schiedsrichter Michael Ahrens (VfL Oldesloe) vom Platz geschickt wurde.

SC Union Oldesloe: Spieler, Metzing, Brandt, Gossow, Borrek, Reek, Ringel, Stobbe, Jack (46. Völzke), Pophal, Müller.

VfB Lübeck: Steffen, Blöcker, Brunow, Riecken, Schildt, Zellier, Nimz, Radbruch, Nemitz, Nagel, Reimer.

Tore: 0:1 Stefan Schildt (37.) von der Strafraumgrenze mit einem effektvollen Schuß flach ins untere rechte Toreck; 1:1 Thomas Reek (45.) aus gut acht Metern am Torentfernung nach Unsicherheit in der VfB-Abwehr; 1:2 Michael Zellier (118.) nutzt einen Abpraller zum Schuß aus kürzester Entfernung.

Schiedsrichter: Michael Ahrens (VfL Oldesloe) mit nicht immer ganz glücklicher Hand, versagte den Platzherren in der zehnten Spielminute nach einem Foul an Harald Ringel im VfB-Strafraum einen Strafstoß, der ohne weiteres zu rechtfertigen gewesen wäre. Arens sorgte aber andererseits mit seinen konsequenten Entscheidungen und seinem energischen Eingreifen dafür, daß das Spiel nicht ausuferte, was mehrmals drohte. Mit Gelben Karten war er nicht zimperlich, vergab sie aber begründet Reek (wegen Meckerns), Blöcker und Müller (jeweils nach Foulspiel). Gleich mehrmals viel Ahrens auf einen seiner Linienrichter herein, dessen Abseitsentscheidungen zweifelhaft und jeweils zu Ungunsten des SC Union ausfielen.

Zuschauer: Rund 350 Zuschauer, ein großer Teil davon Lübecker Fans, werde ihren Besuch im Kurparkstadion nicht bereut haben. 120 Minuten wurde ihnen trotz weniger Tore Fußball von der besten Güte geboten.

Vom Anstoß war der VfB Lübeck sichtlich bemüht, frühzeitig für „klare Verhältnisse“ zu sorgen. Anders ist der von den Gästen in der Anfangsphase des Spiels vorgetragene Angriffswirbel wohl kaum zu erklären. Hektik und Härte beherrschten in diesen Minuten das Spielgeschehen. Schiedsrichter Ahrens hatte alle Hände voll zu tun, mit energischen Ermahnungen an die Akteure auf beiden Seiten klarzumachen, „wo es lang gehen sollte“.

Doch gerade aufgrund der Hektik und der Verkrampfung, die bei den VfB-Spielern deutlich zu sehen war, gelang es den „großen“ Gästen nicht, für ernsthafte Gefahr vor dem Tor des wieder überragenden Union-Keepers Peter Spieler zu sorgen. Eher das Gegenteil war der Fall: Bereits in der siebten Spielminute konnte Union einen der überhastet vorgetragenen VfB-Angriffe zu einem gefährlichen Konter nutzen.

Nur drei Minuten später hatte dann Harald Ringel das Führungstor für den SC auf dem Kopf: Nach Zuspiel von Kurt Stobbe scheiterte Ringel allerdings am VfB-Keeper Steffen, der das Leder zunächst aus der Gefahrenzone faustete. Ringels zweifellos günstige Nachschußgelegenheit wurde dann durch einen VfB-Abwehrspieler vereitelt, der Ringel im VfB-Strafraum mit beiden verschränkten Ellenbogen ins Gesicht und zu Boden stieß. Trotz heftiger Proteste der Union-Spieler wie Schiedsrichter Ahrens weiterspielen, der angebrachte Strafstoß wurde nicht gegeben.

Nur gute 15 Minuten dauerte es, bis der SC Union das Angriffsfeuer des Oberligisten unter Kontrolle gebracht hatte. Von diesem Zeitpunkt an spielte die Truppe von Trainer Hans-Dieter Vernimb als zumindest gleichwertiger Gegner mit. Immer wieder brachten die Angriffe der Platzherren die Abwehrreihe des VfB in arge Bedrängnis.

Lücken traten immer dann auf, wenn Union über die Flügel spielte. So auch nachdem sich der zu den besten Spielern auf dem Platz zählende Klaus-Dieter Müller in der eigenen Spielhälfte den Ball erkämpfte, gut 70 Meter quer über das Spielfeld spurtete und einen maßgerechten Paß auf Kurt Stobbe spielte, der das Leder nur um Zentimeter verpaßte.

Im Gegenzug rettete dann Peter Metzing seine Mannschaft aus höchster Not: Nachdem der technisch hervorragende Fred Reimer Union-Torwart Spieler bereits mit einem Heber ausgeschaltet hatte, köpfte Metzing das Leder zur Ecke für den VfB, die nichts einbrachte.

Waren es nicht die Abwehrspieler, die glänzend disponiert auf dem Posten waren, und Peter Spieler einen großen Teil Arbeit abnahmen, war es Spieler selbst, der „todsichere“ VfB-Torchancen durch zahlreiche Glanzparaden immer wieder zunichte machte. Bis zur 37. Minute: Als die Union-Abwehr zum erstenmal eine Unsicherheit zeigte, nutzte Stefan Schildt das eiskalt aus. Mit einer geschickten Körpertäuschung narrte er nicht nur die gesamte Union-Abwehrreihe, sondern auch Torwart Spieler, der in die linke Torecke unterwegs war, als der Ball rechts einschlug.

Wer allerdings gedacht hatte, der VfB könnte seinen Sieg jetzt im „Spaziergang“ nach Hause tragen, hatte sich getäuscht: Die Union-Elf steckte die Gegentreffer überraschend leicht weg und bedrängte, durch das 0:1 eher noch stärker motiviert, auf das Tor der Gäste. Zeitweilig standen 21 Spieler in der Hälfte des VfB und VfB-Keeper Steffen unter „Dauerbeschuß“.

Den sichersten Eindruck machte dabei die Abwehr des Oberligisten keineswegs. Ein um das andere Mal standen Tür und Tor offen, hätten die Spieler des SC bei ein wenig mehr Mut zum Schuß den Ausgleich erzielen können. Denn mit allem hatte der VfB scheinbar gerechnet, nur nicht mit einer, nach einem Gegentreffer „wild entschlossenen“ angreifenden Union-Mannschaft. So war es dann in der 45. Spielminute Thomas Reek, der das Leder an Torhüter Steffen vorbei zum hoch verdienten 1:1-Ausgleich ins VfB-Netz lenkte.

Die Anfangsphase der zweiten Halbzeit wurde dann klar von den Gastgebern beherrscht, die allerdings in diesen Minuten versäumten, die Begegnung zu ihren Gunsten zu entscheiden. In der 46. Minute scheiterte Müller aus halbrechter Position gut 20 Meter vom Tor entfernt nur an dem richtig postierten VfB-Keeper Steffen, der den scharf geschossenen halbhohen Ball zur Ecke abklatschen ließ.

Nach etwa 15 Minuten Spielzeit in der zweiten Hälfte hatten sich die Gäste, offenbar durch die Stärke der Union-Elf doch verunsichert, wieder gefangen und bedrängten nun mit „Mann und Maus“ das Oldesloer Tor. Doch auch mit der „Brechstange“ war für die Gäste nichts zu machen. Scheiterten sie nicht an der Abwehrreihe oder dem herausragenden SC-Torsteher Spieler, war es die eigene Unfähigkeit im Verwandeln der Möglichkeiten, die die VfB-Spieler förmlich zur Verzweiflung trieben.

Gleichzeitig aber verloren die Konterangriffe der Gastgeber an Durchschlagskraft, zumal sich die Oldesloe Spitzen Kurt Stobbe und Klaus-Dieter Müller hautnaher Bewachung durch die beiden knochenharten VfB-Abwehrspieler Andreas Brunow und Thorsten Blöcker „erfreuten“. Dadurch entstand an anderer Stelle mehr Raum: Angriffe wurden jetzt über Uwe Pophal und Peter Metzing vorgetragen, wodurch der Spiel allerdings zu sehr durch die Mitte lief und einfach zu eng wurde.

In der 90. Minute gelang es dann Kurt Stobbe, seinen Bewacher Blöcker zu umspielen und stehenzulassen. Stobbe hätte in diesem Moment freie Bahn gehabt, wurde aber von Blöcker, der den Ball mit der Hand festhielt, dieser Chance beraubt.

Schiedsrichter Ahrens zögerte keinen Moment und zeigte Blöcke für dessen unsportliche Handlungsweise „Gelb“. Der Freistoß brachte Union dann allerdings nichts mehr ein, nach Ende der regulären Spielzeit hieß es 1:1 und Verlängerung.

Bis zur 28. Minute der Verlängerung, in der beide Teams bis an den Rand der Erschöpfung kämpften, blieb es beim verdienten Ausgleich. Dann gelang Michael Zellier der 2:1-Führungstreffer für seine Mannschaft, um die allerdings noch vier Minuten lang gezittert werden durfte. Denn Union hatte sich keineswegs schon aufgegeben und nutzte die gesamte Spielzeit – wegen Verletzungspausen ließ Ahrens zwei Minuten länger spielen – zu einem Sturmlauf auf das VfB-Tor. Mehrfach lag der erneute Ausgleich in der Luft, schließlich siegte aber doch die glücklichere Mannschaft, die sich als Oberligist beim SC Union sicher nicht mit Ruhm bekleckert hat.

Trotz der Niederlage konnte der Einstand des neuen Trainers Hans-Dieter Vernimb beim SC Union kaum besser ausfallen. Seine Mannschaft hat die „Feuertaufe“ besser bestanden, als vorher zu erwarten war. In dieser Form wird Union in der bevorstehenden Saison kaum um den Abstieg zu kämpfen haben, eher dürfte ein Platz im Mittelfeld der Landesliga Süd sicher sein.

Einen einzelnen Spieler aus der Gesamtkritik herauszuheben, wäre sicher falsch. Alle zwölf eingesetzten Union-Akteure zeigten hervorragende Leistungen. Besonders erfreulich war zu beobachten, daß beim SC Union wieder gekämpft und gelaufen wird, die Zeit des motivationslosen „Herumkickens“ scheint vorbei.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.7.1982

 

Dienstag, 10. August 1982

Zum Union-Jubiläum

Morgen im Kurparkstadion: Reizvolles Lokalderby

(mth) Im Rahmen der Festlichkeiten zum 75jährigen Bestehen des SC Union Oldesloe kommt es morgen im Vorfeld der Saison 1982/83 um 18.30 Uhr im Kurparkstadion zu einem überaus reizvollen Freundschaftsspiel. Landesligist SC Union erwartet den Verbandsligisten und Lokalrivalen VfL. Das Oldesloer Lokalderby wird seine Anziehungskraft auf die Stormarner Fußballanhänger sicherlich nicht verfehlen, auch wenn kaum zu erwarten ist, daß sich beide Teams drei beziehungsweise vier Tage vor dem Beginn der Punktspielsaison übermäßig ins Zeug legen werden.

Insbesondere gilt diese Einschätzung für den VfL. Trainer Helmut Schick hat vor dem Auftaktspiel am kommenden Sonntag beim Heider SV nämlich einige Personalprobleme – Elmar Wittorf ist verletzt, Gerd Albrecht weilt noch in Urlaub, Jan Ehlers steht als frischgebackener Bundeswehrangehöriger nur bedingt zur Verfügung und die beiden Neuzugänge Dirk Hasenjäger und Jens Techen sind für Punktspieleinsätze ja noch bis zum 1. November gesperrt –, und er wird seinen Schützlingen gewiß ein wenig Zurückhaltung auferlegen, um weitere Verletzungen, zumal auf dem gefürchteten Grandplatz gespielt wird, zu vermeiden.

Ohne jeden Ehrgeiz allerdings wird auch der VfL sicherlich nicht in diese Partie gehen. Schließlich gilt es auch, die Sympathien der Oldesloer Zuschauer auf seine Seite zu ziehen, denn einen etwas besseren Zuschauerzuspruch als in der letzten Saison erwartet man sich bei den Blau-Weißen für die zweite Verbandsliga-Saison schon.

Noch näher bevor steht der richtige Saison beginn für die Landesliga-Mannschaft des SC Union. Bereits am Sonnabend kreuzt für sie die zweite Mannschaft des Heider SV zum Punktspielauftakt Im Kurparkstadion auf. Klar, daß auch der neue Union-Trainer Vernimb keine Verletzungen riskieren will, um eine möglichst schlagkräftige Truppe für den Punktspielauftakt parat zu haben.

Dennoch kann man davon ausgehen, daß sich die Unioner gegen den Lokalrivalen mächtig ins Zeug legen werden, denn gerade gegen klassenhöhere Mannschaften pflegen die Oldesloer um Mannschaftskapitän Peter Spieler, wie das Pokalspiel gegen den Amateuroberligisten VfB Lübeck deutlich zeigte, besonderen Ehrgeiz an den Tag zu legen. Zu gern erinnert man sich beim SC Union noch daran, daß man in der Saison 1980/81, in der der VfL den Aufstieg In die Verbandsliga schaffte, In den beiden Punktspiel-Lokalderbys ungeschlagen blieb und dabei im Travestadion sogar mit 2:0 siegte. Die Wiederholung eines solchen Erfolges wäre natürlich gerade zum Vereinsjubiläum eine besondere Genugtuung. Reizvoll ist das Lokalderby zusätzlich noch durch die Tatsache, daß mit Arnold Spiwek und Peter Petzold zwei Spieler in den Reihen des VfL stehen, die im letzten Jahr noch zu den Leistungsträgern des SC Union zählten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.8.1982

 

Mittwoch, 11. August 1982

Union Oldesloe – VfL Oldesloe 0:2 (0:2)

(Freundschaftsspiel)

Schwache Zuschauerresonanz beim Lokalderby

2:0-Erfolg bei Jubilar SC Union. Der VfL scheint gut gerüstet zu sein

(mth) Zum Auftakt der Festveranstaltungen zum 75jährigen Bestehen des SC Union Oldesloe gelang Stormarns Fußball-Verbandsligisten VfL Oldesloe in einem Freundschaftsspiel ein 2:0 (2:0)-Erfolg über den Lokalrivalen SC Union.

Ein wenig enttäuschend war bei diesem Lokalderby die Zuschauerresonanz. Knapp 200 Zuschauer nur hatten den Weg ins Kurparkstadion gefunden. Nun war sicherlich nicht mit einer ähnlichen Kulisse zu rechnen gewesen, wie bei den Lokalderbys vor zwei und drei Jahren, als beide Mannschaften in der Landesliga Süd spielten und jeweils bis zu 1000 Fußballanhänger den Weg ins Stadion gefunden hatten, aber ein wenig mehr Anziehungskraft hatten wir der Auseinandersetzung doch zugetraut, auch wenn schon von vornherein zu erwarten war, daß sich beide Mannschaften wenige Tage vor Beginn der Punktspielsaison nicht mehr allzu viel tun würden.

Und dieser Erwartung wurden beide Mannschaften auch gerecht. Es entwickelte sich zwar streckenweise ein ganz munteres Spiel, aber mit letztem Einsatz wurde natürlich nicht gespielt. Der Sieg des Verbandsligisten ging am Ende in Ordnung. Der VfL stellte die technisch eindeutig überlegene Mannschaft, die auch in der Spielanlage klare Vorteile hatte.

SC Union Oldesloe: Spieler, Michael Petzold, Gossow (45. Kotz), Borrek, Brandt, Thom, Reek (46. Völzke), Ringel (59. Metzing), Jack, Stobbe, Müller.

VfL Oldesloe: Klaus Petzold (46. Hasenjaeger), Gerd Albrecht, Klaus Albrecht, Reuter, Peter Petzold, Spiwek, Stock, Becker, Hopp, Boje, Bruszies (28. Wullenweber).

Tore: 0:1 Bruszies (27.), der im Strafraum mehrere Union-Abwehrspieler „alt“ aussehen ließ und wenig Mühe hatte, Peter Spieler zu überwinden; 0:2 Hopp (35.), dessen Schuß von der Strafraumgrenze von Thom noch unerreichbar abgefälscht wurde.

Schiedsrichter: Wagener (SV Eichede) mit einer guten Leistung.

Zuschauer: Knapp 200.

In der ersten Viertelstunde taten sich beide Mannschaften nur sehr wenig. Erwähnenswert aus diesem Spielabschnitt ist eigentlich nur eine Fußverletzung von Mattias Bruszies, die er sich bei einem unglücklichen Zusammenprall holte. Diese Verletzung kann für den VfL eventuell noch einen bitteren Nachgeschmack bekommen, denn Trainer Helmut Schick ist sich noch keineswegs sicher, ob er den torgefährlichen Angreifer nun zum Punktspielbeginn einsetzen kann.

Die erste Torchance in der Begegnung ging auf das Konto der Unioner. Einen Freistoß von Müller verfehlte Stobbe frei vor dem Gehäuse von Klaus Petzold nur knapp. Diese Chance für den Landesligisten war für den VfL ganz offensichtlich der Anstoß, nun ein wenig mehr zu tun. Schon im Gegenzug hatte VfL-Libero Peter Reuter viel Pech mit einem kapitalen Schuß, der ans Lattenkreuz prallte, und von da an war der Verbandsligist eindeutig die spielbestimmende Mannschaft.

Union-Torhüter Peter Spieler mußte mehrfach Kopf und Kragen riskieren, um Gegentreffer zu vermeiden, als in der 28. Minute Bruszies gleich mehrere Union-Abwehrspieler aussteigen ließ, war aber auch er machtlos. Wegen einer Verletzung, die sich offensichtlich verschlimmerte, wurde Bruszies unmittelbar nach seinem Torerfolg gegen Wullenweber ausgewechselt. Die Überlegenheit des VfL aber dauerte dennoch an und so kam dann auch das 2:0 durch Hopp in der 35. Minute – sein Schuß von der Strafraumgrenze wurde von Thom noch abgefälscht – nicht von ungefähr.

Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff wäre um ein Haar dann sogar noch das 3:0 gefallen, als Spiwek, der gegen seine ehemaligen Mannschaftskameraden eine gute Partie ablieferte, nur den Pfosten traf.

Im zweiten Spielabschnitt steckte der VfL für 15, 20 Minuten ein wenig zurück, so daß sich der SC Union streckenweise eine leichte Feldüberlegenheit erspielen kannte. Da aber das Mittelfeld viel zu langsam und umständlich überbrückt wurde und die Angriffsspitzen stumpf blieben, geriet der VfL nicht in Gefahr, von seinem Vorsprung etwas einzubüßen.

In der letzten halben Stunde dominierte dann wieder eindeutig der Verbandsligist. Zu weiteren Torerfolgen reichte es zwar auch für ihn nicht, aber es gab doch eine ganze Reihe von gefälligen Spielzügen und Kombinationen zu sehen,die für die Zukunft hoffen lassen.

Der SC Union hatte dem eigentlich nur Stückwerk entgegenzusetzen. Er wird sich in der kommenden Saison ganz auf seine Haupttugend, den Kampfgeist, besinnen müssen, wenn er in der Landesliga ungeschoren davonkommen will.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.8.1982

 

Sonnabend, 14. August 1982

Union: Zum Jubiläum ein Erfolg?

(mth) Es gibt in Bad Oldesloe nicht wenige Fußballfreunde, auch im Verein und in der Mannschaft selbst, die der Landesliga-Mannschaft des SC Union Oldesloe eine schwere Saison voraussagen. Die Lücken, die Peter Petzold und Arnold Spiwek, die zum Lokalrivalen VfL wechselten, hinterließen, konnten bislang noch nicht gestopft werden und auch der Angriff der Unioner, seit jeher das Sorgenkind der Truppe vom Kurparkstadion, hat keine wesentlichen Verstärkungen erfahren.

Keine leichte Aufgabe für den neuen Trainer Vernimb also, aber der SC Union, der ja in diesen Tagen sein 75jähriges Bestehen feiert, wirft deshalb die Flinte noch lange nicht ins Korn. Die Mannschaft, in die mit Heinz Borrek und Kurt Stobbe zwei alte Routiniers zurückgekehrt sind, hat sich vorgenommen, die Ärmel aufzukrempeln und es mit großem Kampfgeist allen Zweiflern zu zeigen.

Erste Gelegenheit dazu besteht am Sonnabend, wenn im Rahmen der Festlichkeiten zum Jubiläum um 16 Uhr die zweite Mannschaft des Heider SV zum ersten Saisonspiel im Kurparkstadion aufkreuzt. Der SC Union wird für dieses Spiel voraussichtlich die gleiche Mannschaft aufbieten, die am Mittwoch das Lokalderby gegen den VfL bestritt.

Gegen die Heider, die mit zu den Saisonfavoriten gezählt werden, wird die Truppe von Trainer Vernimb ihre Form aber erheblich steigern müssen, wenn sie erfolgreich über die Runden kommen will.

Gerade zum Jubiläum aber hat sie sich eine Menge vorgenommen und wenn auch nur annähernd an die Form angeknüpft werden kann, mit der man zum Saisonbeginn im Pokal gegen den VfB Lübeck spielte, ist durchaus Optimismus angebracht und ein guter Start würde die Aussichten für die gesamte Saison sicher beflügeln.

STORMARNER TAGEBLATT vom 14.8.1982

 

Sonnabend, 14. August 1982

Union Oldesloe – Heider SV II 1:1 (1:0)

(1. Punktspiel)

Bis zur 70. Minute geführt

Teilerfolg für den SC Union zum Jubiläum

(mth) Einen Teilerfolg verbuchte der SC Union Oldesloe zum Auftakt der Saison 1982/83. Gegen die zweite Mannschaft des Heider SV schafften die Schützlinge von Trainer Vernimb ein 1:1-Unentschieden. Am Ende der Begegnung, die eingebettet war in die Festlichkeiten zum 75jährigen Bestehen des Vereins, wußten die Oldesloer nicht so recht, ob sie über dieses Resultat nun glücklich oder unglücklich sein sollten.

Die Mannschaft, der vielfach eine schwere Saison vorausgesagt wird, war mit der Devise in das Spiel gegangen, unter keinen Umständen zu verlieren und dieses Ziel war dann ja auch erreicht worden. Andererseits trauerte man doch ein wenig dem verlorenen Punkt hinterher. Bis zur 70. Minute nämlich hatte die Elf durch einen Treffer von Mannschaftsführer Thom mit 1:0 geführt und eine Reihe guter Möglichkeiten gehabt, diesen Vorsprung noch auszubauen.

So gesehen schmerzte der Ausgleich für die Dithmarscher dann doch ein wenig. Da aber die Heider in der letzten halben Stunde die deutlich bessere Mannschaft stellten, ging die Punktteilung am Ende dann doch in Ordnung.

SC Union Oldesloe: Spieler, Michael Petzold, Brandt (80. Kotz), Gossow, Borrek, Ringel, Jack (57. Reek), Völzke, Stobbe, Thom, Müller.

Heider SV II: Reimers, Adria, Frahm, Becker, Sonnenberg, Ehlers, Stusnat (46. Lacina), Ladendorf, Hirth, Wiekhorst, Sticken.

Tore: 1:0 Thom (33.) mit einem Schuß aus fast 20 Metern Entfernung, der allerdings nicht ganz unhaltbar erschien; 1:1 Ladendorf (70.) aus kurzer Entfernung nach einem Eckball. Gossow, der auf der Torlinie stand, hätte diesen Treffer unbedingt verhindern müssen.

Schiedsrichter: Woroniak (Bornhöved) mit einer insgesamt befriedigenden Leistung.

Zuschauer: Trotz der begleitenden Festlichkeiten zum Union-Jubiläum und idealem Fußballwetter kaum mehr als 200.

Beide Mannschaften begannen die Partie recht nervös. Obwohl gegen den Wind spielend, fingen sich die Oldesloer, vor allem angetrieben von Mannschaftsführer Thomas Thom, aber auch von dem immer wieder nach vorne drängenden Jörg Gossow, nach gut einer Viertelstunde als erste Mannschaft und übernahmen die Initiative.

Die erste große Chance ergab sich in der 18. Minute, als nacheinander Jack und Thom eine gute Flanke von Petzold verpaßten. Zehn Minuten später hatte dann Mittelstürmer Kurt Stobbe den Führungstreffer auf dem Fuß, aber auch er scheiterte.

Zwischen der 32. und 33. Minute hatte dann Thomas Thom seinen großen Auftritt. Zunächst konnte Reimers im Heider Tor einen Schuß des Union-Mannschaftsführers noch mit glänzender Parade abwehren, eine Minute später aber war er dann gar nicht im Bilde und ließ einen Fernschuß von Thom zum 1:0 passieren.

Bis zur Halbzeit hatten die Oldesloer dann noch ein paar Möglichkeiten, die Führung noch auszubauen, sie scheiterten aber immer wieder an ihrer aus der Vergangenheit schon so sattsam bekannten Angriffsschwäche.

Im zweiten Spielabschnitt war das Spiel zunächst verteilt und bot keine besonderen Höhepunkte. Etwa ab der 60. Minute übernahmen dann die Gäste verstärkt die lnitiative und die vorher kaum geprüfte Union-Abwehr geriet zusehend unter Druck. Der Ausgleich in der 70. Minute war dann zwar nicht zwangsläufig, aber auch nicht unverdient.

In den restlichen zwanzig Minuten hatte der SC Union durch Völzke, der freistehend nur den Pfosten traf, und Stobbe zwar die besseren Chancen, die spielbestimmende Mannschaft aber war nun der Gast aus Heide, sodaß die Punkteteilung letztendlich in Ordnung ging.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.8.1982

 

Sonnabend, 21. August 1982

SC Union darf SV Rantzau nicht unterschätzen

(mth) Bei der Beurteilung der Chancen von Stormarns Landesligisten SC Union Oldesloe für die Saison 1982/83 gab es und gibt es zwei Lager. Pessimisten, und es hat den Anschein, als seien diese auch im Verein selbst in der Mehrheit, sagen den Unionern eine schwere, wenn nicht die schwerste Landesliga-Saison seit ihrer Zugehörigkeit zu dieser Klasse voraus.

Die Kampfkraft und die intakte Moral der Truppe, so halten die Optimisten dagegen, wird den Männern vom Kurparkstadion schon wieder einen Platz im Mittelfeld bescheren.

Der Widerstreit der beiden konträren Ansichten ist durch das 1:1-Unentschieden zum Saisonauftakt am letzten Wochenende gegen die zweite Mannschaft des Heider SV sicherlich nicht beigelegt worden. Für beide Standpunkte nämlich gab es in diesem Spiel Argumente, oder, wenn man so will, Beweise.

Wasser auf die Mühlen der Optimisten war, sicherlich das nackte Resultat – immerhin werden die Heider zu den besten Mannschaften der Liga gezählt –‚ und auch die Tatsache, daß man den Gegner 60 Minuten im Griff hatte und in dieser Zeit das Spiel hätte für sich entscheiden müssen, stimmte eher hoffnungsfroh.

Genau an diesem Punkt aber haken natürlich auch die Pessimisten ein, wurde doch wieder einmal deutlich, wie viele Chancen die Unioner für ein einziges Tor benötigen, und auch das Nachlassen in der Schlußphase, als durchaus noch eine Niederlage möglich war, gab zu denken.

Der neue Trainer Klaus-Dieter Vernimb wird in dieser Richtung noch viel zu feilen haben. Wohin sich die Waage nach der zweiten Begegnung neigen wird – am Sonntag um 15 Uhr beim SV Rantzau – ist schwer voraussehbar. Der Neuling aus der Itzehoer Vorstadt leistete sich zum Auftakt zwar eine Niederlage, aber wie sehr man dabei dem TSV Lägerdorf zu schaffen machte, der als Vorjahresdritter ja zu den Meisterschaftsfavoriten zählt, läßt doch auf eine schlagkräftige Truppe schließen. Auf die leichte Schulter jedenfalls darf der SC Union den Aufsteiger nicht nehmen, sonst könnte es für ihn ein böses Erwachen geben.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.8.1982

 

Sonntag, 22. August 1982

SV Rantzau Itzehoe – Union Oldesloe 4:0 (1:0)

(2. Punktspiel)

Union lief ins offene Messer

Derbe 0:4-Abfuhr bei Aufsteiger Rantzau

(mth) Eine derbe 0:4 (0:1)-Niederlage mußte der Landesligist SC Union Oldesloe bei Aufsteiger SV Rantzau einstecken. Das klare Ergebnis täuscht allerdings über den wahren Spielverlauf hinweg. Die Truppe von Trainer Vernimb war niemals vier Tore schlechter als die Vorstädter aus Itzehoe.

Eine Halbzeit lang war die Begegnung ausgeglichen. Als die Gastgeber dann kurz vor dem Seitenwechsel in Führung gingen, setzten die Unioner in der zweiten Halbzeit alles auf eine Karte und drängten eine halbe Stunde lang mit Mann und Maus auf den Ausgleich. Ein erfolgreicher Konter, der zum 2:0 führte, brach den Oldesloern dann aber das Genick und in der Schlußphase hatten die Rantzauer gegen eine nun resignierende Oldesloer Mannschaft leichtes Spiel, das Ergebnis noch auf ungeahnte Höhen zu schrauben. Der Sieg für den Aufsteiger ging letztendlich sicherlich schon in Ordnung, nur fiel er, wie gesagt, erheblich zu hoch aus.

SV Rantzau: Belgard, Harders, W. Möller, B. Möller (46. Zabel), Oest, Winkel, Alexandre, Schulz, Zimmer, H. W. Möller, Schwien (59. Kollrepp).

SC Union Oldesloe: Spieler, Michael Petzold, Kotz, Gossow, Borrek, Ringel, Müller, Völzke (75. Metzing), Stobbe, Thom, Jack (64. Brandt).

Tore: 1:0 Zimmer (43.) mit einem Freistoß, bei dem die Union-Mauer schlecht postiert war; 2:0 Alexandre (78.) nach einem klassischen Konterangriff; 3:0 Harders (85.) mit einem direkt verwandelten Eckball; 4:0 Kollrepp (87.) mit einem herrlichen 16-Meter-Schuß.

Zuschauer: Knapp 150.

In der ersten Halbzeit lieferten sich beide Mannschaften einen ausgeglichenen Kampf. Auf beiden Seiten dominierten eindeutig die starken Abwehrreihen. Die Angriffsreihen hatten hüben und drüben ihren Namen nicht verdient und so hatte man sich zur Pause eigentlich schon mit einem torlosen Unentschieden abgefunden, ein Ergebnis, mit dem die Unioner sicherlich zufrieden gewesen wären.

Aber es sollte dann doch anders kommen. In der 43. Minute postierte sich die Oldesloer Mauer bei einem Freistoß denkbar schlecht und Zimmer konnte Spieler zur Führung für den Aufsteiger überwinden. Knapp 60 Sekunden später bot sich Müller dann die Chance, dem SC Union doch noch ein Remis zum Pausentee zu sichern, aber er konnte in aussichtsreicher Position eine Vorlage von Gossow nicht verwerten.

Durch den Rückstand gezwungen, die vorher eher vorsichtige Marschroute aufzulockern, machten die Stormarner in den ersten 30 Minuten nach dem Seitenwechsel mächtig Dampf. Sie bestimmten nun eindeutig das Spielgeschehen und waren dem verdienten Ausgleich mehrfach sehr nahe. Die größte Chance verpaßte dabei Mannschaftsführer Thomas Thom in der 53. Minute.

Die Rantzauer ihrerseits kamen nur noch gelegentlich zu Konterangriffen aus ihrer Hälfte heraus. Bei einem dieser Konterangriffe aber wurde dann in der 78. Minute der Spielverlauf der zweiten Halbzeit förmlich auf den Kopf gestellt: Alexandre narrte die aufgerückte Union-Abwehr und mit seinem Treffer zum 2:0 war die Partie endgültig entschieden. Die Oldesloer hatten nun keinen Mumm mehr, das Blatt noch einmal zu wenden und die letzten zehn Minuten gehörten gegen einen resignierenden SC Union eindeutig dem Aufsteiger. Harders und Kollrepp schraubten dann auch noch das Ergebnis mit zwei sehenswerten Toren auf 4:0.

Aus der Union-Mannschaft, die nur kämpferisch über weite Strekken zu überzeugen wußte, ragte der junge Abwehrspieler Holger Kotz mit einer imponierenden Leistung heraus.

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.8.1982

 

Sonnabend, 28. August 1982

Union: Gegen Neustadt muß ein Sieg her

(mth) Nicht zufrieden ist man heim Oldesloer Landesligisten SC Union mit dem Start In die neue Saison. Mochte das 1:1-Unentschieden im Auftaktspiel gegen die zweite Mannschaft des Heider SV noch angehen, auch wenn man sich zum Vereinsjubiläum natürlich eigentlich einen Sieg gewünscht hatte, so gab die derbe 0:4-Niederlage am letzten Wochenende bei Aufsteiger SV Rantzau den Verantwortlichen doch zu denken.

Dabei hat die Mannschaft um Kapitän Thomas Thom spielerisch dort noch nicht einmal unbedingt schlecht ausgesehen, aber es traten doch wieder die altbekannten Schwächen zu Tage. Der Angriff der Oldesloer, sofern man diesen Ausdruck bei dem lauen „Stürmchen“ überhaupt verwenden darf, braucht einfach zu viele Chancen, um auf zählbare Erfolge zu kommen.

Kurt Stobbe und Co. müssen diese Schwäche unbedingt ganz schnell ablegen, wenn die Lage für die Männer vom Kurparkstadion nicht sehr schnell sehr kritisch werden soll. Trainer Vernimb ist dabei um seine Aufgabe wahrlich nicht zu beneiden, denn gute Stürmer sind nicht nur beim SC Union Mangelware und der Union-Coach hat zu den bisher aufgebotenen Angriffsspitzen kaum Alternativen.

Er muß notgedrungen darauf bauen, daß bei den bisher eingesetzten Spielern der Knoten platzt. Am besten schon am Sonntag, wenn der TSV Neustadt als zweiter Heimgegner um 15 Uhr im Kurparkstadion aufkreuzt. Die Oldesloer, soviel ist sicher, werden vornehmlich wohl auf eigenem Platz Punkte sammeln müssen, wenn sie nicht in den Abstiegskampf verwickelt werden wollen.

Aber die mit 3:1 Punkten hervorragend in die neue Saison gestarteten Neustädter werden von Peter Spieler und seinen Vorderleuten nur dann zu bezwingen sein, wenn die Mannschaft sich erheblich steigert.

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.8.1982

 

Sonntag, 29. August 1982

Union Oldesloe – TSV Neustadt 1:0 (0:0)

(3. Punktspiel)

Erster Sieg für den SC Union

Ein Ringel-Tor brachte die Entscheidung

(mth) Der SC Union Oldesloe schaffte in der Landesliga Süd endlich seinen ersten doppelten Punktgewinn in der neuen Saison. Durch einen Treffer von Mittelfeldspieler Harald Ringel sechs Minuten vor dem Abpfiff schlugen die Schützlinge von Trainer Hans-Dieter Vernimb den höher eingeschätzten TSV Neustadt mit 1:0.

Mit nun wieder ausgeglichenem Punktekonto sieht die Lage für die Männer vom Kurparkstadion nun schon wieder erheblich günstiger aus. Allerdings besteht für die Mannschaft keinerlei Veranlassung, sich nun etwa auf erworbenen Lorbeeren auszuruhen. Dafür war die spielerische Leistung gegen die enttäuschenden Neustädter sicherlich nicht gut genug.

Bei den Oldesloern hinterließ die Abwehr zwar eine geschlossene Leistung, im Mittelfeld aber gab es viel Leerlauf und mit dem Angriff war schon überhaupt kein Staat zu machen. Der Sturm, der ja ohnehin nicht zu den stärksten Mannschaftsteilen der Unioner gehört, litt zusätzlich noch unter dem Umstand, daß Mittelstürmer Kurt Stobbe schon nach zehn Minuten verletzt ausscheiden mußte. Holger Jack konnte ihn nicht ersetzen. Er fiel eigentlich dadurch auf, daß er wenigstens ein Dutzend Mal ins Abseits lief.

Im Angriffsspiel, das ist auch nach dem ersten Sieg nicht verändert, wird sich der Coach des SC Union noch einiges einfallen lassen müssen, damit endlich mehr Durchschlagskraft erreicht wird.

SC Union Oldesloe: Spieler, Michael Petzold, Brandt, Borrek, Kotz, Völzke, Gossow, Thom, Ringel, Stobbe (10. Jack), Müller.

TSV Neustadt: Beeg, Flohr, Mews, Engelking, Spieckermann, Grell, Schmidt (66. Bertelson), Schwennesen, Möller, Jöllenbeck, Meins.

Tor des Tages: 1:0 Ringel (84.), der den Ball aus kurzer Entfernung über die Linie bugsierte, nachdem die Neustädter Abwehr eine Müller-Flanke zu kurz abgewehrt hatte.

Schiedsrichter: Schumann (Post-SV Lübeck) mit einer überzeugenden Leistung.

Zuschauer: Bei herrlichstem Wetter rund 250.

Beide Mannschaften begannen die Partie reichlich nervös, so daß echte Höhepunkte in der ersten Halbzeit fast gänzlich ausblieben. Die erste Torchance hatte Kurt Stobbe nach zehn Minuten, der sich kurz zuvor schon verletzt hatte und seinen Spurt nicht mehr voll durchziehen konnte. Trainer Vernimb hatte daraufhin ein Einsehen mit seinem Mittelstürmer und schickte für ihn Jack aufs Feld.

Chancen gab es in der Folgezeit dann hüben wie drüben, aber die Sturmreihen beider Mannschaften überboten sich an Harmlosigkeit, so daß es bis zum Seitenwechsel beim torlosen Remis blieb. Aufregend für den SC Union wurde es nur in der 41. Minute, als Schmidt gegen Spieler hart einstieg und diesen an der Hand verletzte. Aber Peter Spieler ist so leicht nicht klein zu kriegen. Er biß die Zähne zusammen und stand die Partie trotz starker Schmerzen bis zum Ende fehlerfrei durch.

Auch nach dem Seitenwechsel besserte sich das Sturmspiel auf beiden Seiten nicht. Die Gäste aus Ostholstein zeigten dabei zwar spielerisch die bessere Linie, im Union-Strafraum waren aber auch sie mit ihrem Latein am Ende. Der SC Union versuchte sein Heil fast ausschließlich mit langen, oft planlos nach vorne geschlagenen Bällen, die schon allein deshalb nichts einbrachten, weil Jack ständig im Abseits stand und Müller, kam er einmal an den Ball, das Einzelspiel übertrieb.

In der 53. Minute hatte der Gastgeber ausgesprochenes Glück, als ein Kopfball von Meins, an den Spieler wohl kaum herangekommen wäre, an den Pfosten prallte. Ansonsten aber waren der ausgezeichnete Libero Heinz Borrek und seine Nebenleute stets Herr der Lage.

Ein wenig Glück hatte der SC Union dann auch bei seinem Siegtor. Aber Glück hat auf die Dauer ja bekanntlich nur der Tüchtige und mit dem nimmermüden Einsatz, den man allen Oldesloer Spielern bescheinigen kann, hatte man sich dann letztendlich auch den Sieg verdient. Bezeichnend dafür war beispielgebend Torschütze Ringel, dem zwar spielerisch sehr vieles mißriet, der dafür aber ständig auf Achse war und im richtigen Moment richtig stand.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.8.1982

 

Sonnabend, 4. September 1982

Union: Reicht der Auftrieb für Lägerdorf?

(mth) Beim Oldesloer Landesligisten SC Union hat es nach dem ersten Saisonsieg am letzten Wochenende über den TSV Neustadt ein spürbares Aufatmen gegeben. Sicherlich, der Sieg gegen die Neustädter war ein wenig glücklich, wenn auch beileibe nicht unverdient, und die spielerische Leistung der Mannschaft war dabei alles andere als lupenrein.

Auftrieb aber hat der SC Union durch diesen doppelten Punktgewinn allemal bekommen. Mit nun wieder ausgeglichenem Punktekonto steht die Truppe von Trainer Hans-Dieter Vernimb nun nicht mehr mit dem Rücken zur Wand, sondern sie kann der näheren Zukunft erst einmal gelassener entgegensehen.

Das gewachsene Selbstvertrauen der Mannschaft soll nun am Sonntag um 15 Uhr der TSV Lägerdorf, bei dem die Stormarner antreten müssen, zu spüren bekommen. Gewiß, die Oldesloer sind bei den Steinburgern, die schon im letzten Jahr als Aufsteiger eine gute Rolle in der Landesliga spielten und in diesem Jahr nun zu den Anwärtern auf einen der Spitzenplätze zu zählen sind, alles andere als favorisiert, aber so ganz chancenlos gehen die Männer um Kapitän Thomas Thom auch in diese Begegnung nicht.

Die Abwehr, das zeigte sich am letzten Sonntag deutlich, hat sich vom Schock der 0:4-Niederlage in Rantzau schnell erholt und das Mittelfeld hat sich durch die Einbeziehung des sonstigen Vorstoppers Jörg Gossow positiv entwickelt, Gerade hier hatte es zuvor ja gemangelt, denn der Abgang von Arnold Spiwek zum Nachbarn VfL und der verletzungsbedingte Ausfall von Uwe Pophal hat doch spürbare Lücken hinterlassen.

Prohlemkind aber bleibt weiterhin der Union-Angriff. Auch hier wird sich noch etwas tun müssen, wenn tatsächlich in Lägerdorf eine Überraschung gelingen soll.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.9.1982

 

Sonntag, 5. September 1982

TSV Lägerdorf – Union Oldesloe 4:1 (2:0)

(4. Punktspiel)

1 4-Niederlage in Lägerdorf

Union war stark ersatzgeschwächt und verlor nun auch noch Kapitän Thom

(mth) Mit dem Oldesloer Landesligisten SC Union scheint in dieser Saison auf fremden Plätzen nicht viel Staat zu machen sein. Mit 1:4 (0:2) ging für die Schützlinge von Trainer Hans-Dieter Vernimb auch die zweite Auswärtspartie beim TSV Lägerdorf überaus klar verloren.

Die Oldesloer mußten diese Begegnung allerdings stark ersatzgeschwächt angehen. Mit Stobbe, Brandt, Kotz und Pophal fehlten gleich vier wichtige Stammspieler. Dieses Manko konnten die Stormarner in Lägerdorf zu keiner Zeit egalisieren und der Sieg der Lägerdorfer ging auch in dieser Höhe in Ordnung.

Bitterer noch als der Verlust beider Punkte aber war für die Oldesloer der Platzverweis von Mannschaftskapitän Thomas Thom in der 80. Minute. Er wird seiner Mannschaft in den kommenden Spielen ganz gewiß sehr fehlen, zumal das Mittelfeld durch den verletzungsbedingten Ausfall von Uwe Pophal und den Abgang von Arnold Spiwek ohnehin schon arg geschwächt ist.

TSV Lägerdorf: Baufeld, Soy, Kosmala, Körner, R. Kuhr, Hasch (65. Giebecke), Reuter, Gutzler. Fink, S. Kuhr, Böge.

SC Union Oldesloe: Spieler, Michael Petzold, Metzing, Gossow, Borrek. Ringel (56. Rausch), Jack (56. Keuchel), Völzke, La Porte, Thom, Müller.

Tore: 1:0 Fink (10.) mit einem unhaltbaren 16-Meter-Schuß; 2:0 Fink (39.), als die Union-Abwehr nicht ganz bei der Sache war und sich von Reuter und Fink leicht ausspielen ließ; 3:0 Fink (51.) aus stark abseitsverdächtiger Position; 3:1 Keuchel (74.) nach herrlicher Vorarbeit von La Porte; 4:1 Giebecke (89.), der keine Mühe hatte, den Ball aus kurzer Entfernung einzuschießen, da die Union-Mannschaft gedanklich schon mit dem Spiel abgeschlossen hatte.

Schiedsrichter: Köhler (Polizei-SV Neumünster) mit einer wenig überzeugenden Leistung. Seine schwache Vorstellung soll und kann aber nicht die Union-Niederlage entschuldigen, auch wenn sich die Oldesloer bei vielen Entscheidungen benachteiligt fühlten.

Zuschauer: 200, darunter gut 50 Schlachtenbummler aus Oldesloe.

Die Oldesloer fanden in Lägerdorf nie zu ihrem gewohnten Spiel. Die Gastgeber waren die eindeutig überlegene Mannschaft und hätten bis zur Halbzeit schon leicht höher als mit 2:0 führen können. Die Unioner selbst hatten bis zum Seitenwechsel nicht eine einzige torreife Situation.

Auch nach dem Seitenwechsel dominierten weiter die Platzherren, die unmittelbar nach dem umstrittenen 3:0 durch Fink, der in abseitsverdächtiger Position stand, schon die Möglichkeit zum 4:0 nur denkbar knapp verpaßte, als Reuter mit einem fulminanten Schuß nur die Querlatte traf.

Danach kamen die Oldesloer dann ein wenig besser ins Spiel und der Anschlußtreffer von Keuche! gab auch neue Hoffnung auf ein ehrenvolles Resultat. Nach den Vorgängen in der 80. Minute, auf die im folgenden noch eingegangen wird, aber war es dann mit dem besseren Spiel der Oldesloer wieder vorbei.

Zurück zur 80. Minute: Gutzler war nach einem Eckball frei vor Spieler an den Ball gekommen, scheiterte aber an diesem und setzte dann, obwohl er inzwischen wegen einer Abseitsstellung abgepfiffen worden war, noch nach und traf dabei dem Union-Torhüter auf die Hand. Im Gedränge, daß sich anschließend an diese Szene ergab, geriet dann auch Union-Mannschaftsführer Thomas Thom an den Übeltäter und als der Unparteiische die Situation dann endlich beenden konnte, stellte er Gutzler und Thom vom Platz.

Danach ließen die Oldesloer dann endgültig die Köpfe hängen und kassierten unmittelbar vor dem Schlußpfiff noch den vierten Gegentreffer.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.9.1982

 

Sonnabend, 11. September 1982

SC Union in Eutin nur krasser Außenseiter

(mth) Dunkle Wolken hängen zur Zeit über Stormarns Landesligist SC Union Oldesloe. Trainer Hans-Dieter Vernimb ist um seine Aufgabe wahrlich nicht zu beneiden. Seine Spielerdecke ist ohnehin nicht gerade üppig breit ausgefallen und um so härter trifft ihn die Verletzungsmisere.

Am letzten Wochenende mußte er bei der 1:4-Niederlage in Lägerdorf mit Brandt, Kotz, Stobbe und Pophal auf nicht weniger als vier Stammspieler verzichten und angesichts dieser vielen Ausfälle traf ihn der Platzverweis seines Mannschaftsführers Thomas Thom natürlich ganz besonders hart.

Der Union-Coach ist damit seines Mittelfeldregisseurs beraubt und er hofft inständig, daß ihm Uwe Pophal für die morgige Begegnung bei der zweiten Mannschaft von Eutin 08 (Spielbeginn ist um 15 Uhr) wieder zur Verfügung steht. Nach längerer Verletzungspause machte der inzwischen schon 38jährige Pophal am letzten Wochenende in der dritten Mannschaft des SC Union (B-Klasse) seine ersten Gehversuche.

Wunderdinge darf man von ihm, sollte er morgen in der Tat einsatzfähig sein, natürlich nicht erwarten, aber mit seiner Routine und Übersicht könnte er der Mannschaft dennoch sehr helfen.

Ob sonst noch einer der zuletzt verletzten Spieler zur Verfügung steht, stand bei Redaktionsschluß noch nicht fest. Egal aber, mit welchem Aufgebot der SC Union letztendlich morgen in der Rosenstadt antritt, mehr als eine Außenseiterrolle kann man ihm wohl kaum zubilligen.

Die Leistungen in den beiden bisherigen Auswärtsspielen waren nicht dazu angetan, Optimismus zu verbreiten und auch die Tatsache, daß die Eutiner mit 1:5 Punkten aus bisher drei Spielen noch schlechter als die Oldesloer gestartet sind, sollte nicht zu voreiligen Rückschlüssen führen.

Aber vielleicht schlagen die Unioner, wie so oft in der Vergangenheit, ja gerade dann wieder einmal zu, wenn man es am wenigsten von ihnen erwartet.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.9.1982

 

Sonntag, 12. September 1982

Eutin 08 II – Union Oldesloe 4:1 (2:0)

(5. Punktspiel)

Union in Eutin auf verlorenem Posten

Dritte Niederlage mit vier Gegentoren

(mth) Auch im dritten Auswärtsspiel der noch jungen Saison bezog der Oldesloer Landesligist SC Union eine Niederlage. Mit 1:4 (0:2) unterlagen die Schützlinge von Trainer Hans-Dieter Vernimb bei der zweiten Mannschaft von Eutin 08 und zum dritten Mal mußten sie damit bei Niederlagen auf fremdem Platz gleich vier Gegentore einstecken.

Gerade dieser Aspekt läßt einen für die Zukunft der Oldesloer nicht viel Gutes erahnen. Die Schwächen der Oldesloer im Angriffsspiel sind ja nun schon seit vielen Jahren bekannt, aber auf die Union-Deckung war doch in der Vergangenheit eigentlich immer Verlaß gewesen, und gerade sie hat immer für viele Punkte gesorgt. Sollte nun auch dieses Bollwerk nicht mehr halten, kann einem um die Truppe um Peter Spieler wirklich angst und bange werden.

Dabei sind die Lücken in der Oldesloer Deckung keineswegs allein auf die Spieler der letzten Reihe zurückzuführen. Borrek, Michael Petzold, Kotz, Gossow und Torhüter Spieler geben schon noch ihr Bestes, nur sind gerade auch sie oft überfordert, da aus dem Mittelfeld, im letzten Jahr noch Prunkstück der Union-Mannschaft, einfach keine Entlastung mehr kommt.

Da Uwe Pophal noch immer wegen Verletzung fehlt und nun auch noch Thom wegen seiner Sperre ausfällt, ist aus der letzt jährigen Stammformation der Mittelfeldachse niemand mehr übrig geblieben – Spiwek wechselte bekanntlich ja zum Lokalrivalen VfL – und dieses Manko weiß man bei den Männern vom Kurparkstadion einfach nicht zu überbrücken. Auch die schon lange anhaltende Sturmmisere ist ohne Unterstützung des Mittelfeldes natürlich nicht zu beheben, zumal es den Unionern ohnehin an Vollblutstürmern gebricht.

Eutin 08 II: Bröcker, Zaak, Pries, Albrecht, Jessussek, Leske, Kleinwort, Zöllner, Horst, Schulz, Baumann (75. Wardin).

SC Union Oldesloe: Spieler, Michael Petzold, Kotz, Gossow, Borrek (65. Metzing), Völzke, Keuchel (53. La Porte), Ringel, Stobbe, Möller, Jack.

Tore: 1:0 Horst (3.), der aus kurzer Entfernung einschoß. nachdem Spieler einen Gewaltschuß von ihm nicht hatte festhalten können; 2:0 Kleinwort (37.) nach einem schönen Solo; 3:0 Horst (50.) mit einem Flachschuß, nach groben Schnitzern in der Union-Abwehr; 4:0 Zaak (57.) mit verwandeltem Foulelfmeter, den Michael Petzold an Kleinwort verursachte; 4:1 Müller (85.) mit überlegtem Schuß nach schönem Alleingang.

Schiedsrichter: Ketzke (Lübeck) mit guter Leistung. Die Spieler machten ihm in der fairen Partie aber auch nicht viel Arbeit.

Zuschauer: Knapp 100.

Die Eutiner ergriffen sofort nach dem Anpfiff die Initiative und schnürten die Oldesloer in der eigenen Hälfte ein. Erst nach einer Viertelstunde konnten die Unioner das Spiel wenigstens halbwegs ausgeglichen gestalten, ohne deshalb allerdings zu zwingenden Möglichkeiten zu kommen.

Lobenswert bei den Schützlingen von Trainer Hans-Dieter Vernimb war eigentlich nur, daß die Mannschaft nie aufsteckte und stets um eine Resultatsverbesserung bemüht war. An einen Punktgewinn für sie aber war eigentlich schon zur Halbzeit bei einem 2:0-Vorsprung der Eutiner kaum noch zu denken, denn bis zu diesem Zeitpunkt hatte der SC Union nicht eine einzige Torchance gehabt.

Die beiden schnellen Tore nach der Pause ließen dann auch die letzten Hoffnungen der Optimisten wie Seifenblasen zerplatzen. Erst in den letzten zehn Minuten boten sich den Oldesloern Chancen, was allerdings weniger auf eine eigene spielerische Steigerung zurückzuführen war, sondern seine Ursache eher in einem Zurückstecken der Eutiner hatte.

Müller scheiterte in der 80. Minute zunächst mit einem fulminanten Schuß an der Querlatte, hatte dann aber fünf Minuten später mit einem gekonnten Solo mehr Glück und schaffte wenigstens eine Resultatsverbesserung.

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.9.1982

 

Sonnabend, 18. September 1982

Spitzenreiter im Kurparkstadion

Der SC Union hat nichts zu verlieren

(mth) Den Oldesloer Landesligisten SC Union trifft es zur Zeit wirklich knüppeldick. Die Personaldecke von Trainer Hans-Dieter Vernimb, die, bedingt durch die Abgänge von Peter Petzold und Arnold Spiwek zum Lokalrivalen VfL Oldesloe ohnehin nicht sonderlich üppig ist, ist durch verletzungsbedingte Ausfälle und die Sperre von Mannschaftskapitän Thomas Thom nach seinem Platzverweis im Spiel in Lägerdorf noch weiter zusammengeschrumpft.

Negative Folgen sind dadurch nicht ausgeblieben. In den beiden letzten Auswärtsspielen gab es eindeutige Niederlagen In Lägerdorf und bei Eutin 08 und mit 3:7 Punkten und einem verheerend schlechten Torverhältnis (4:13) sind die Unioner ganz gefährlich dem Tabellenende nahe gekommen. Ein einziger Punkt trennt die Oldesloer noch von Schlußlicht SV Heide II, und angesichts der schwachen spielerischen Leistungen in den letzten Spielen ist ein Ende der Negativserie noch nicht abzusehen.

Und der nächste Gegner der Oldesloer am Sonntag um 15 Uhr im Kurparkstadion ist niemand anderes als Spitzenreiter VfL Bad Schwartau. Die Schwartauer haben mit ihren bisherigen fünf Gegnern wenig Federlesens gemacht und führen mit 10:0 Punkten und 12:1 Toren die Tabelle souverän an. Klar, daß sich die Schwartauer, die sich in bestechender Form präsentieren und die schon jetzt als ganz klare Meisterschaftsanwärter und Kandidat für einen Verbandsliga-Aufstieg gelten, von den Oldesloern nicht die Butter vom Brot nehmen lassen wollen.

Sie müssen für die Partie in der Stormarner Kreisstadt als ganz klarer Favorit angesehen werden und schon ein Unentschieden würde als riesige Überraschung angesehen werden. So ungünstig aber auch die Voraussetzungen der Oldesloer für das Spiel gegen den Tabellenführer sein mögen, vielleicht ist es in ihrer Lage gar nicht einmal schlecht, daß das Spiel gegen den Meisterschaftsfavoriten gerade jetzt stattfindet.

Die Oldesloer um Torhüter Peter Spieler, der mit Riesenschritten auf sein 100. Landesliga-Spiel in Folge zusteuert – die morgige Partie ist die 96. für den zuverlässigen Union-Torhüter –, haben in dieser Partie wirklich nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen. Sie können gänzlich unbelastet aufspielen, denn gerade gegen diesen Gegner erwartet niemand von ihnen einen Punktgewinn oder gar einen Sieg.

Und eine Niederlage, sollte sie dann tatsächlich eintreten, wäre gegen eine solche Spitzenmannschaft, wie sie die Schwartauer darstellen, gewiß kein Beinbruch. Viel schlimmer wäre es für den SC Union, wenn er gerade zum jetzigen Zeitpunkt gegen einen Mitkonkurrenten im Abstiegskampf auf eigenem Platz Punkt einbüßen würde.

Kampflos allerdings wollen sich die Unioner auch gegen den Spitzenreiter nicht ihrem Schicksal ergeben. Vielleicht gelingt es ja, den Favoriten mit massiver Abwehr nervös zu machen und damit die Voraussetzung für eine Sensation zu schaffen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 18.9.1982

 

Sonntag, 19. September 1982

Union Oldesloe – VfL Bad Schwartau 0:1 (0:1)

(6. Punktspiel)

Die Spitzenreiter mußte bangen

Der SC Union verlor mit sehr viel Pech

(mth). Oldesloes Landesligist SC Union leidet weiter unter seiner Schwäche, aus herausgespielten Torchancen keine zählbaren Erfolge herausholen zu können. Gegen Spitzenreiter VfL Bad Schwartau waren die Schützlinge von Trainer Hans-Dieter Vernimb im Kurparkstadion weitgehend gleichwertig, ja, im zweiten Spielabschnitt hatten sie sogar die besseren Chancen auf ihrer Seite. aber am Ende mußten sie sich doch mit 0:1 (0:1) geschlagen geben.

Der Sieg für den Tabellenführer war zweifellos ein wenig glücklich. Ungefähr eine Stunde lang stellten sie zwar die spieltechnisch bessere Elf, aber in der letzten halben Stunde hatten sie dann doch mächtig zu kämpfen, um den ersten Punktverlust in dieser Saison zu vermeiden. Und das Glück war ihnen auch noch hold. Bei zwei Schüssen von Klaus-Dieter Müller wäre Torhüter Eckert ganz sicherlich machtlos gewesen, doch die Bälle sprangen jeweils von der Querlatte ins Feld zurück.

Trotz der neuerlichen Niederlage aber hat man beim SC Union keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen. Die Mannschaft, in der Uwe Pophal nach längerer Pause endlich wieder mitwirken konnte, hat eindeutig spielerische Fortschritte erkennen lassen und auch kämpferisch gab es in ihr nichts auszusetzen. Nur Tore wird sie über kurz oder lang natürlich schießen müssen, wenn sie den Weg aus der Abstiegszone wieder finden will.

SC Union Oldesloe: Spieler, Petzold, Kotz (61. Keuchel), Gossow, Borrek, Völzke, Ringel, Pophal, Reek, Stobbe, Müller.

VfL Bad Schwartau: Eckert, Westfahl, Krüger, Laudi (86. Stapelfeldt), Korreck, Wille, Fanger (62. Bebensee), Richter, Heuer, Schmidt, Heerdt.

Tor des Tages: 0:1 Heuer (16.) mit überlegtem Schuß aus kurzer Entfernung, nachdem sich die Union-Abwehr hatte ausspielen lassen.

Schiedsrichter: Kröska (Segeberg) mit zufriedenstellender Leistung.

Zuschauer: Rund 200.

Die Schwartauer schienen zunächst im Kurparkstadion ihrer klaren Favoritenrolle gerecht zu werden. Die Mannschaft, die noch ohne Punktverlust in dieser Saison ist, trumpfte selbstbewußt auf, ließ Ball und Gegner laufen und hatte das Geschehen in der Anfangsphase jederzeit sicher im Griff. Das frühe Führungstor in der 16. Minute lag natürlich ganz auf ihrer Linie und es dauerte geraume Zeit, bis sich der SC Union von diesem Schock erholte.

Zu richtigen Entlastungsangriffen für die Oldesloer kam es dabei nur selten, denn zumeist wurden abgefangene Angriffe der Schwartauer ziemlich planlos nach vorne geschlagen und erreichten nur selten die richtige Adresse. Mit zunehmender Spieldauer allerdings wurden auch die Angriffe der Gäste druckloser und noch vor der Halbzeit wurde der SC Union dann auch spielerisch gleichwertig und hatte erste Torchancen, die aber nichts einbrachten.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit übernahm dann weitgehend der Gastgeber das Kommando. Signalwirkung hatte ein mächtiger Schuß von Müller, der den noch gesperrten Thom als Mannschaftsführer vertrat, der aber, aus sehr spitzem Winkel abgezogen, knapp das Schwartauer Tor verpaßte. Von da an wurde das Spiel der Oldesloer konstruktiver, was sicher nicht zuletzt auf den Einsatz von Uwe Pophal zurückzuführen war, der umsichtig Regie führte.

Die Chancen für die Oldesloer häuften sich nun, aber auch mit den besten Möglichkeiten wußte man einfach nichts anzufangen. Pech kam dann noch dazu als Müller in der 54. und 63. Minute mit kapitalen Fernschüssen nur die Querlatte traf. Pech war sicherlich auch, daß der sonst gute Schiedsrichter Kröska vier Minuten vor dem Abpfiff bei einer Chance für Libero Borrek, den es in der Schlußphase nicht mehr in der eigenen Abwehr hielt, ein Foulspiel der Schwartauer übersah. Mit ein wenig Wohlwollen hätte man in dieser Situation durchaus auf einen Elfmeter für die Oldesloer entscheiden können.

Nun war es in der zweiten Halbzeit natürlich nicht so, daß die Schwartauer ganz in ihre eigene Hälfte zurückgedrängt wurden. Auch sie hatten natürlich noch ein paar Chancen, das Ergebnis noch höher zu schrauben, zumal die Unioner mehr und mehr ihre Abwehr öffneten, aber sie liefen sich bei der Union-Abwehr immer wieder fest oder trafen auf einen gut disponierten Torhüter Peter Spieler. Aber so sehr sich die Oldesloer auch mühten. ihr aufopferungsvoller Einsatz bis zum Schlußpfiff blieb vergeblich.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.9.1982

 

Sonnabend, 2. Oktober 1982

Union hat bei VfB Lübeck II nichts zu verlieren

(mth) Wenn der Oldesloer Landesligist SC Union am Sonntag um 15 Uhr auf der Lübecker Lohmühle bei der zweiten Mannschaft des VfB Lübeck antritt, ist die Ausgangslage kaum anders als vor 14 Tagen beim letzten Spiel der Stormarner.

So wie gegen den VfL Bad Schwartau sind die Schützlinge von Trainer Hans-Dieter Vernimb wieder nur ganz krasser Außenseiter. Schon der Gewinn auch nur eines Punktes wäre eine riesige Überraschung und an einen Sieg wagt im Lager der Unioner schon gar keiner zu denken.

Sollte es, wie allseits erwartet wird, eine Niederlage geben, will man es sich nicht verdrießen lassen. Auch wenn die Begegnung gegen den VfL Bad Schwartau verloren ging, so wurden in dieser Partie doch deutliche Fortschritte sichtbar. Diese Linie beizubehalten, ja, wenn irgend möglich, sogar noch zu verbessern, ist das erklärte Ziel des Union-Coaches und das Ergebnis in Lübeck spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle.

Womit natürlich nicht gesagt sein soll, daß den Oldesloern das Ergebnis im morgigen Spiel etwa egal wäre. Natürlich will man alles daransetzen, achtbar abzuschneiden und, wenn dabei die Möglichkeit zu einem Punktgewinn oder gar zu einem Sieg in den Bereich des Möglichen rücken sollte, will man die Chance natürlich mit beiden Händen beim Schopfe packen.

Wichtiger aber ist es den Verantwortlichen im Union-Lager noch, daß die Mannschaft endlich zu einer spielerischen Einheit zusammenwächst. Daß dieser Prozeß so lange Zeit in Anspruch nimmt, hängt sicher mit den vielen Ausfällen, von denen die Oldesloer geplagt wurden, aber auch mit den Abgängen nach der letzten Saison, die man nur schwer hat verwinden können, zusammen.

Im letzten Spiel gegen den VfL Bad Schwartau waren dabei ersten Schritte zur Überwindung dieses Mankos erkennbar, was ursächlich sicher auch mit der Mitwirkung von Routinier Uwe Pophal zusammenhing. Da in Lübeck auch Mannschaftskapitän Thomas Thom nach abgelaufener Sperre wieder mit von der Partie ist, erhofft man sich eine weitere Steigerung. Und wenn diese schon in einen Punktgewinn umschlägt, kann man der Zukunft im Oldesloer Kurparkstation wieder gelassener entgegensehen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.10.1982

 

Sonntag, 3. Oktober 1982

VfB Lübeck II – Union Oldesloe 6:1 (3:0)

(7. Punktspiel)

Union-Abwehr war ein Chaos

Für VfB Lübeck II waren die Oldesloer nicht mehr als ein Sparringspartner

(mth) Stormarns Landesligist SC Union Oldesloe war eigentlich von vornherein ohne große Illusionen zum Gastspiel auf die Lübecker Lohmühle bei der zweiten Mannschaft des VfB Lübeck gereist. Daß dort nicht viel auszurichten sein würde, war allen Beteiligten eigentlich schon vorher klar, aber so ganz hatte man die Hoffnung auf eine positive Überraschung natürlich doch nicht aufgegeben.

Aber diese Hoffnungen trogen. Die Hansestädter ließen von Anbeginn an keinen Zweifel über den späteren Sieger aufkommen, führten nach elf Minuten schon mit 2:0 und hatten am Ende mit 6:1 (3:0) die Nase vorn. Der Sieg der Lübecker ging auch in dieser Höhe vollauf in Ordnung. Ja, die Oldesloer konnten sich noch bei ihrem Torhüter Peter Spieler bedanken, daß die Schlappe nicht noch deutlicher ausfiel.

Langsam aber sicher wird die Lage für die Truppe von Trainer Hans-Dieter Vernimb natürlich kritisch. Zu denken gibt vor allem die Tatsache, daß nun auch die Union-Abwehr, vor allem in den Auswärtsspielen, arg löcherig wird. Gerade auf sie ist in den letzten Jahren doch immer Verlaß gewesen und sie war immer Garant für den einen oder anderen Punkt.

Vordringlich für die Mannschaftsführung muß nun sein, die entstandenen Löcher so schnell wie möglich zu stoppen. Bei der nach wie vor andauernden Krise im Union-Angriff, deren Ende ja mangels personeller Alternativen nicht abzusehen ist, ist sonst bei einem Andauern der Torflut gegen den SC Union gerade auf fremden Plätzen – in dieser Saison schon 18 Gegentore in vier Spielen – an ein Hochkommen aus der Abstiegszone nicht zu denken.

VfB Lübeck II: Mundt, Kruse, Gewiß, Knüppel, Borchert, Huch, Stolze (70. Gruhnow). Stahl, Ronigkeit, Kaletta, Hinz (46. Gieseler).

SC Union Oldesloe: Spieler, Michael Petzold, Kotz (46. Metzing), Gossow, Borrek, Völzke, Reek, Ringel (70. Rausch), Stobbe, Pophal, Müller.

Tore: 1:0 Ronigkeit (7.). mit einem 16-Meter-Flachschuß, nachdem er von der Union-Abwehr nicht energisch genug angegriffen wurde; 2:0 Gewiß (11.) ebenfalls mit einem Flachschuß aus der Distanz. Auch er wurde nicht energisch genug angegriffen und konnte sich die Ecke praktisch aussuchen; 3:0 Stahl (37.) nach einem fürchterlichen Durcheinander in der Union-Abwehr; 4:0 Stahl (70.), dessen Fernschuß noch unhaltbar für Spieler abgelenkt wurde; 4:1 Stobbe (72.) mit einem typischen Abstaubertor, als Mundt einen Müller-Schuß abprallen ließ; 5:1 Stahl (81.) nach Vorlage von Ronigkeit; 6:1 Huch (82.) nach einem unhaltbaren Schuß aus der zweiter Reihe.

Die Oldesloer waren in der ersten Halbzeit völlig von der Rolle und gaben für die Hansestädter nur einen Sparringspartner ab. Wäre nicht Torhüter Peter Spieler in so hervorragender Form gewesen – er hielt reihenweise schwerste Schüsse –‚ hätte schon der Halbzeitvorsprung weit klarer als 3:0 für die Lübecker sein können.

Nach einer „Gardinenpredigt“ von Trainer Vernimb in der Halbzeitpause rissen sich die Stormarner für gut 20 Minuten nach dem Seitenwechsel zusammen und erzwangen ein ausgeglichenes Spiel. Jetzt endlich hatte der SC Union sogar ein paar Torchancen, die aber samt und sonders nichts einbrachten.

Etwa ab der 65. Minute aber war es mit dem Elan der Oldesloer, die doch noch immer auf ihren gesperrten Mannschaftskapitän Thomas Thom verzichten mußten – er ist erst im nächsten Spiel wieder mit dabei –, vorbei. Die Gastgeber bestimmten nun wieder eindeutig das Spielgeschehen und konnten das Ergebnis noch auf 6:1 schrauben. ohne dabei auf nennenswerten Widerstand zu stoßen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.10.1982

 

Sonnabend, 9. Oktober 1982

Union will endlich wieder einen Punktgewinn

(mth) Für den Oldesloer Landesligisten SC Union sieht es im Moment ausgesprochen trostlos aus. Mit 3:11 Punkten und 5:20 Toren ist die Bilanz nach sieben Spielen wirklich verheerend und es ist eigentlich keine Besserung in Sicht.

Die Hoffnungen, die das letzte Heimspiel weckte, als man mit Spitzenreiter VfL Bad Schwartau trotz einer 0:1-Niederlage gut mithielt, sind am letzten Wochenende bei der 1:6-Niederlage bei VfB Lübeck II wieder zerstoben. Die Truppe von Trainer Hans-Dieter Vernimb wirkte ausgesprochen saft- und kraftlos und hätte leicht noch deutlicher verlieren können.

Besonders bedenklich war dabei, daß die Abwehrreihe der Oldesloer, auf die in der Vergangenheit ja sonst immer Verlaß war und der Garant für viele Punktgewinne war, einen eher konfusen Eindruck hinterließ. Soll es bald eine Wende zum Guten geben, müssen hier als erstes die Hebel angesetzt werden.

Am besten schon am Sonntag um 15 Uhr im nächsten Heimspiel gegen den FC Burg. Die Oldesloer sind mit Sicherheit auch für dieses Spiel nicht mit irgendeiner Favoritenrolle belastet. Die Gäste aus Dithmarschen gehören mit 10:4 Punkten zum Verfolgerfeld von Spitzenreiter VfL Bad Schwartau und sie wollen sich von den Oldesloern unter keinen Umständen das Konzept verderben lassen.

Immerhin aber kann Union-Coach Hans-Dieter Vernimb für die morgige Begegnung auf sein bestes Aufgebot zurückgreifen. Nach Ablauf seiner Sperre steht endlich auch wieder Mannschaftsführer Thomas Thom zur Verfügung. Auf sein Mitwirken gründen sich nicht zuletzt die Oldesloer Hoffnungen auf eine positive Überraschung.

Findet durch ihn das Mittelfeldspiel endlich wieder zu konstruktivem Aufbau, kann vielleicht ja auch die Abwehr entlastet werden und eventuell gehen dann ja auch Impulse für den Oldesloer Angriff aus.

Zu wünschen wäre dieses den Oldesloern, denn trotz der ernsten Situation hat man bei den Männern vom Kurparkstadion die Flinte noch lange nicht ins Korn geworfen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.10.1982

 

Sonntag, 10. Oktober 1982

Union Oldesloe – FC Burg 2:1 (0:1)

(8. Punktspiel)

Mit kämpferischem Einsatz zum Sieg

Endlich zweiter Saisonerfolg des SC Union

(mth) Ein wenig aufatmen kann der Oldesloer Landesligist SC Union. Im vierten Heimspiel der Saison gelang den Oldesloern im Kurparkstadion endlich der zweite Saisonsieg und mit nun 5:11 Punkten ist wenigstens wieder ein wenig Land in Sicht. Und daß der Erfolg gegen den FC Burg gegen eine Spitzenmannschaft der Klasse gelang, wird der Truppe um Mannschaftsführer Thomas Thom, der nach seiner Sperre erstmalig wieder mitwirken durfte, für die kommenden Aufgaben sicher wieder neues Selbstvertrauen geben.

Allerdings sollte niemand aus dem Lager des SC Union den Sieg zu hoch einschätzen. Er ist, und daran kann kein Zweifel bestehen, sicherlich ein wenig glücklich zustande gekommen. Die Dithmarscher nämlich waren die spieltechnisch eindeutig bessere Mannschaft und wenn man es genau nimmt, haben die Oldesloer eigentlich nur durch zwei ausgesprochene „Sonntagsschüsse“ die Partie für sich entschieden. Echte, herausgespielte Chancen nämlich hatten sie überhaupt nicht und auch von den Spielanteilen hatte der SC Union klar das Nachsehen.

Aber über diese Begleitumstände spricht in wenigen Tagen natürlich niemand mehr. Und wir wollen auch nicht in den Verdacht geraten, wir würden den Unionern den Sieg etwa mißgönnen. Letztendlich war der Erfolg natürlich nicht unverdient. Die Oldesloer Truppe hat zumindestens in der zweiten Halbzeit kämpferisch überzeugen können und dafür, daß die Gäste ihre großen Chancen gleich reihenweise ausließen, können schließlich die Oldesloer nichts. Immerhin aber bleibt abzuwarten, ob der SC Union aus diesem Auftrieb, den der Erfolg sicherlich mit sich gebracht hat, auch in der Zukunft Kapital wird schlagen können. Trainer Hans-Dieter Vernimb hat nun wenigstens wieder eine Basis, auf die er bauen kann, wiewohl deutlich wurde, daß ihm noch jede Menge Arbeit zu tun bleibt.

SC Union Oldesloe: Spieler, Michael Petzold, Kotz, Gossow, Völzke, Reek, Thom, Ringel (46. Stobbe), Pophal, Borrek, Müller.

FC Burg: Conson, Henningsen, Oeser (81. Frenssen), Franzenburg, Schneider, Rademacher, Vieth, Schramm, Jungk, Böttger, Voß (76. Rippert).

Tore: 0:1 Jungk (14.) mit einem herrlichen Schuß, nachdem die Oldesloer Abwehr nicht energisch genug eingegriffen hatte; 1:1 Gossow (57.) mit einem 20-Meter-Schuß, der ansatzlos getreten wurde und für den Burger Torhüter offenbar völlig überraschend kam; 2:1 Thom (69.) mit einem Freistoß aus spitzem Winkel, der unhaltbar im Gehäuse von Torhüter Conson einschlug.

Schiedsrichter: Junge (Rethwisch/Plön) war ein sicherer Leiter in dieser zwar bisweilen hektischen, aber nicht unfairen Partie.

Zuschauer: Rund 150.

Der SC Union war zwar mit großem Ehrgeiz, die Schmach von der 1:6-Niederlage bei VfB Lübeck II wettzumachen, in diese Partie gegangen, wirkte aber in den ersten 45 Minuten dennoch außerordentlich saft- und kraftlos. Trainer Hans-Dieter Vernimb, der seine Mannschaft erheblich umgruppiert hatte – Völzke agierte auf dem Liberoposten, Borrek wirkte dafür in der Sturmmitte und Kurt Stobbe mußte zunächst auf der Reservebank Platz nehmen – führte dieses vor allem auf eine Verkrampfung der Mannschaft zurück, die natürlich um ihre prekäre Lage wußte und jeden Punktverlust natürlich vermeiden wollte.

Hätten die Burger, die in der ersten Halbzeit eindeutig das Spiel bestimmten, ihre Chancen aber nur einigermaßen konsequent ausgenutzt, wäre der SC Union sicherlich schon zur Halbzeit aussichtslos im Rückstand gewesen. So konnte man aber von Glück sagen, nur einen Treffer durch den gefährlichen Mittelstürmer Jungk eingefangen zu haben.

Im zweiten Durchgang begann der SC Union dann ein wenig energischer und konnte das Spielgeschehen ausgeglichen gestalten. Dennoch hätte innerhalb von 60 Sekunden zwischen der 52. und 53. Minute unbedingt eine Entscheidung für die Gäste fallen müssen. Zunächst mußte Spieler gegen Jungk Kopf und Kragen riskieren, um einen weiteren Burger Treffer zu verhindern und kaum eine Minute später wäre auch er sicherlich machtlos gewesen, als ein Schuß des gleichen Spielers nur am Pfosten landete. Der Ausgleichstreffer von Gossow stellte in der 57. Minute den Spielverlauf dann eigentlich auf den Kopf. Aber so sehr sich die Burger auch bemühten, die Verhältnisse wieder richtig zu stellen, sie scheiterten mit ihren Bemühungen immer wieder an der vielbeinigen Oldesloer Abwehr.

Nach dem Führungstor von Thomas Thom gab es in den letzten 20 Minuten dann einen offenen Schlagabtausch, bei dem den Unionern zugute kam, daß Schramm (76. Minute) und Vieth (83. Minute) jeweils mit Zeitstrafen bedacht wurden. In Überzahl sahen die Oldesloer dann zwar immer noch nicht besonders gut aus, aber mit ein wenig Glück wurde der Vorsprung schließlich über die Runden gebracht,

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.10.1982

 

Sonnabend, 16. Oktober 1982

Union: Reicht das Selbstvertrauen für Segeberg?

(mth) Durch den unerwarteten 2:1-Erfolg am letzten Sonntag über den FC Burg hat der Oldesloer Landesligist SC Union neuen Auftrieb bekommen. Die Lage der Schützlinge von Trainer Hans-Dieter Vernimb ist zwar noch nicht ausgesprochen rosig, und die spielerische Leistung der Mannschaft ließ trotz des Sieges noch viele Wünsche offen, immerhin ist aber nun wieder „Land in Sicht“ und die Moral der Truppe, die vorher doch schon ein wenig im Argen lag, ist wieder intakt.

Dieses soll nun am Sonntag auch Eintracht Segeberg zu spüren bekommen, bei der die Oldesloer um 15 Uhr anzutreten haben. Die Segeberger liegen mit ausgeglichenem Punktekonto im Mittelfeld der Tabelle und bewiesen zuletzt mit einem 1:1-Unentschieden beim gewiß ja nicht heimschwachen TSV Lägerdorf ihre Spielstärke.

Die Oldesloer, die ihre Mannschaftsaufstellung gegenüber dem letzten Wochenende mutmaßlich nicht entscheidend ändern werden, sind in der Nachbarkreisstadt ganz gewiß nicht in der Favoritenrolle. Ihr bisheriges Abschneiden auf fremden Plätzen war ja auch nicht gerade berauschend.

Vier Niederlagen in vier Spielen und dabei 18 Gegentore sprechen eine deutliche Sprache. Gerade deswegen wird es den Oldesloern in Segeberg zunächst einmal darauf ankommen, die eigene Abwehr stark zu machen. Es ist deshalb mit einer defensiv eingestellten Oldesloer Mannschaft zu rechnen. Erst wenn es gelungen ist, in die hinteren Reihen Ordnung zu bringen, darf man auch auswärts wieder auf Punktgewinne hoffen.

Dabei sollten sich die Unioner hüten, auch bei einem eventuellen Rückstand die eigene Abwehr zu sehr zu entblößen. Katastrophale Niederlagen, wie zuletzt hei der zweiten Mannschaft des VfB Lübeck, könnten sonst die Folge sein. Gelingt es aber, einen Gleichstand möglichst lange zu halten, oder gar selbst einmal in Führung zu gehen, ist auch in Segeberg ein Punkt drin.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.10.1982

 

Sonntag, 17. Oktober 1982

Eintracht Segeberg – Union Oldesloe 2:0 (1:0)

(9. Punktspiel)

Unglückliche 0:2-Niederlage in Segeberg

Union bot sein bestes Auswärtsspiel, aber die Stürmer trafen wieder nicht

(mth) Der Oldesloer Landesligist SC Union bleibt in der Saison 1982/83 auswärts weiterhin ohne jeden Punktgewinn. Bei Eintracht Segeberg boten die Oldesloer zwar ihr bei weitem bestes Spiel auf fremdem Platz, aber am Ende zogen sie mit 0:2 (0:1) dennoch den Kürzeren.

Die Schützlinge von Trainer Hans-Dieter Vernimb waren dabei dem Gegner aus der Nachbarstadt wenigstens gleichwertig, ja, sie bestimmten sogar über weite Strecken ganz eindeutig das Spielgeschehen, sie scheiterten aber einmal mehr an ihrer altbekannten Schwäche in der Ausnutzung der Torchancen.

Es ging kaum noch auf die berühmte Kuhhaut, was die Union-Stürmer an Chancen versiebten. Hinzu kam noch eine gehörige Portion Pech, denn viele gutgemeinte Schüsse von Pophal und Co. verfehlten nur denkbar knapp ihr Ziel und zu allem Überfluß traf Kurt Stobbe kurz vor Spielschluß mit einem fulminanten Schuß nur den Pfosten.

Im Lager der Unioner war man am Ende über diese neuerliche Auswärtsniederlage natürlich unglücklich, da man meinte, wenigstens ein Remis verdient gehabt zu haben. Dennoch registrierte man natürlich mit einer gewissen Genugtuung die spielerischen Fortschritte, die in dieser Begegnung zutage traten. Bei einer Fortsetzung dieses Trends hofft man, möglichst bald aus der Abstiegszone herauszukommen.

Nötig dafür aber wird sein, daß im Angriff der Oldesloer nun endlich der Knoten platzt, nachdem sich die Abwehr endlich wieder gefestigt zu haben scheint. Ohne Tore kann man beim besten Willen auf keinen grünen Zweig kommen und die ganzen sieben Treffer, die man in neun Spielen bisher zuwege gebracht hat. sind wahrhaftig ein Armutszeugnis.

Eintracht Segeberg: Krause, Wegner, Röhr, Henze (60. Schnorke), A. Bibo, Reher, Ratje, Möller, T. Bibo, Fetti, Brunshagen.

SC Union Oldesloe: Spieler, Michael Petzold, Kotz (46. La Porte), Gossow, Völzke, Thom, Ringel (75. Borrek), Reek, Stobbe, Pophal, Müller.

Tore: 1:0 Ratje (31.) mit einem unhaltbaren Kopfball nach einer Ecke von Brunshagen; 2:0 Fetti (85.) nach einem schulmäßigen Konterangriff, der mit einem unhaltbaren Schuß abgeschlossen wurde.

Schiedsrichter: Redder (Oldenburg) mit einer ausgezeichneten Leistung. Die Spieler beider Mannschaften machten ihm die Aufgabe allerdings auch nicht schwer.

Zuschauer: Rund 250.

Die erste Halbzeit begann mit ausgeglichenem Spiel auf beiden Seiten. Die ersten großen Chancen hatten dabei die Oldesloer, aber Müller zielte in der 15. Minute völlig freistehend genau auf Segebergs Torhüter Krause und in der 29. Minute verstolperte Stobbe in gleicher Situation den Ball.

Nach dem glücklichen Führungstreffer der Platzherren zwei Minuten später, zogen sich die Segeberger fast vollständig in die eigene Hälfte zurück und von nun an bestimmten ausschließlich die Gäste das Spielgeschehen. Nur ganz selten noch kamen die Segeberger zu Konterangriffen. So in zwei Situationen kurz vor dem Seitenwechsel, als sich Union-Torhüter Peter Spieler auszeichnen konnte.

Im zweiten Spielabschnitt nahm die Feldüberlegenheit der Stormarner fast schon groteske Züge an, aber grotesk war auch schon, was sie mit ihren vielen Torchancen anzufangen wußten. So sehr sich Pophal, Thom, Müller und Co. auch mühten, das Tor der Segeberger war für sie einfach wie vernagelt.

Bei einem der ganz seltenen Segeberger Konterangriffe in der 85. Minute nahm das Schicksal dann seinen Lauf. Fetti ging auf und davon und erzielte die 2:0-Führung und stellte den Spielverlauf damit auf den Kopf.

Geschlagen wollten sich die Unioner auch jetzt noch nicht geben, aber als im Gegenzug Kurt Stobbe nur den Pfosten traf, war ihr Schicksal dann endgültig besiegelt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 18.10.1982

 

Sonnabend, 30. Oktober 1982

Union: Peter Spieler wünscht sich zum Jubiläumsspiel sehnlichst einen Sieg

(mth) In der vierten Saison steht der SC Union Oldesloe nun in der zweithöchsten Spielklasse des Landes, der Landesliga, und am Sonntag bestreitet er um 15 Uhr im Kurparkstadion sein 100. Spiel in dieser Klasse. Ein Spieler der Oldesloer hat dabei in keiner Begegnung gefehlt und für ihn ist daher die morgige Begegnung gegen den SV Hansühn ein kleines Jubiläum.

Die Rede ist, Kenner der Szene werden es schon lange gemerkt haben, vom immer zuverlässigen Torhüter Peter Spieler. Er ist aus dieser Truppe beim besten Willen nicht wegzudenken, ja, es scheint kaum übertrieben, zu behaupten, ohne ihn stünde der SC Union heute nicht so hoch in der Stormarner Fußballrangliste, wo er sich zur Zeit mit TuS Hoisdorf den zweiten Platz teilen muß.

Seit mehr als 13 Jahren hütet Spieler nun schon den Kasten bei den Unionern und in dieser Zeit, so haben Statistiker ermittelt, hat er lediglich in zwei Punktspielen gefehlt. Drahtigkeit. Mut, Sprungkraft und großer kämpferischer Einsatz sind dabei seine hervorragenden Eigenschaften, die ihn zu einem Eckpfeiler im Leistungsgefüge der Oldesloer machen.

Für das morgige Jubiläumsspiel wünscht sich Spieler natürlich nichts sehnlicher als einen Sieg seiner Mannschaft, der als Tabellenvorletzter im Moment das Wasser bis zum Hals steht. Die letzten Leistungen des SC Union allerdings gaben nach langer Durststrecke wieder zu Hoffnungen Anlaß, Mit einer ähnlichen Einstellung wie gegen den FC Burg (2:1-Sieg) und bei Eintracht Segeberg, wo man trotz einer 0:2-Niederlage überzeugte, müßte auch der SV Hansühn zu knacken sein.

Spieler selbst wird sich dabei in seinem Jubiläumsspiel über Arbeit sicherlich nicht beklagen können. denn mit schon 23 Toren stellen die Ostholsteiner einen der besten Angriffe der Liga. Aber viel Beschäftigung ist für Peter Spieler ja eigentlich schon immer Anreiz für besonders gute Leistungen gewesen und insofern ist uns für morgen auch nicht bange.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.10.1982

 

Sonntag, 31. Oktober 1982

Union Oldesloe – SV Hansühn 3:1 (1:1)

(10. Punktspiel)

SC Union bescherte Peter Spieler zum Jubiläum einen 3:1-Sieg über SV Hansühn

Klare Aufwärtstendenz zu erkennen

(mth). Bei Stormarns Landesligisten SC Union Oldesloe geht es bergauf. Nach streckenweise wirklich glänzender Leistung siegten die Schützlinge von Trainer Hans-Dieter Vernimb im Kurparkstadion gegen den SV Hansühn völlig verdient mit 3:1 (1:1). Wie schon vor zwei Wochen in Segeberg, als die Truppe denkbar unglücklich mit 0:2 unterlag, zeigte die Mannschaft eine hervorragende spielerische Leistung und endlich einmal wußten auch die Stürmern aus den vielen Chancen Kapital zu schlagen.

So erfreulich wie das Endergebnis war für die Oldesloer auch schon der Beginn. Union-Torhüter Peter Spieler bestritt sein 100. Landesligaspiel in Serie und man hatte sich beim SC Union für dieses wirklich nicht alltägliche Jubiläum etwas einfallen lassen. Der Vereinsvorsitzende Claus Kritsch überreichte dem immer zuverlässigen Spieler als Dank und Anerkennung für seine stete Einsatzbereitschaft – er hat in den 13 Jahren, in denen er das Union-Tor hütet, ganze zwei Punktspiele versäumt – eine wertvolle Gravur und auch die Mannschaft hatte eine Anerkennung für ihren Keeper besorgt.

Und da man einmal gerade bei Ehrungen war, ließ man es bei der Auszeichnung für Peter Spieler nicht bewenden. Uwe Pophal, seit rund zwei Jahrzehnten stets für den SC Union im Einsatz, wurde für seine großen Verdienste um den Verein mit dem Ehrenteller ausgezeichnet.

Klar, daß sich am Ende niemand mehr über den Erfolg des SC Union freute, als Spieler und Pophal, zumal sie auch beide wieder zu den Leistungsträgern der Mannschaft gehörten und erheblichen Anteil am Erfolg hatten.

SC Union Oldesloe: Spieler, Michael Petzold, Völzke, Metzing, Gossow, Thom, Ringel (65. Kotz), Pophal, Reek, Stobbe, Müller.

SV Hansühn: Speth, Bahr, Rehbein, A. Menz, Kahl, Buchholz, Kardell, Doormann, Hollesen, H. Menz, Reis.

Tore: 0:1 H. Menz (38.), der bei einem der wenigen Hansühner Gegenangriffe in der ersten Halbzeit am Strafraum frei zum Schuß kam und unhaltbar für Spieler einschoß; 1:1 Reek (44.), der im Strafraum noch zwei Hansühner aussteigen ließ und mit einem Drehschuß den Ball im Netz unterbrachte; 2:1 Müller (65.) mit hartem Schuß aus spitzem Winkel nach toller Vorarbeit von Pophal; 3:1 Stobbe (60.) mit unhaltbarem Schuß nach Vorlage von Reek.

Schiedsrichter: Sternberg (Neumünster) mit wenig überzeugender Leistung. Vor allem in den letzten 20 Minuten Minuten drohte ihm das Geschehen zu entgleiten, nachdem er schon vorher reichlich unsicher in seinen Entscheidungen wirkte.

Zuschauer: Nur knapp 200 bei trübem Herbstwetter.

Die Oldesloer begannen die Partie ausgesprochen selbstbewußt und übernahmen von Anbeginn an das Kommando. Angetrieben von einem hervorragenden Mittelfeldspiel, in dem Thom und Pophal für Druck sorgten, Ringel viel Laufarbeit leistete und in das sich auch Gossow immer wieder einschaltete, drückten die Platzherren mächtig auf's Tempo und erspielten eine klare Überlegenheit.

Aber auch der Union-Angriff wirkte verbessert, was insbesondere ein Verdienst des eifrigen Reek war. Und die Oldesloer schossen auch plötzlich aus allen Rohren. Als nach gut einer halben Stunde die Führung noch immer nicht aus dieser Überlegenheit herausgesprungen war – viele Schüsse verfehlten knapp ihr Ziel, bei anderen Chancen setzten sich die Stürmer nicht energisch genug in Szene –‚ glaubten Pessimisten schon wieder an ein typisches Union-Spiel.

Und in der 38. Minute schienen diese Pessimisten recht zu behalten, als die Gäste bei einem ihrer wenigen Konterangriffe die 1:0-Führung erzielten, die den Spielverlauf geradezu auf den Kopf stellte. Zum Glück aber schaffte Reek noch vor der Pause den mehr als verdienten Ausgleich für die Stormarner. Wer weiß, wie ohne diesen Treffer die zweite Halbzeit ausgegangen wäre?

Nach dem Seitenwechsel benötigte der SC Union dann gut zehn Minuten Anlaufzeit, dann aber beherrschte er wieder klar das Spiel und die Tore von Müller und Stobbe waren der verdiente Lohn für ihre Anstrengungen.

In den Schlußminuten wurde die Partie dann unverständlicherweise außerordentlich hektisch. Davon ließen sich überflüssigerweise auch die Oldesloer anstecken. Auch zwei Zeitstrafen für H. Menz und Kotz (80. Minute) konnten die Aufregung nicht eindämmen, am Ergebnis und am verdienten Sieg der Oldesloer aber änderte sich nichts mehr.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.11.1982

 

Sonnabend, 6. November 1982

Im Landesliga-Kreisderby ist Aufsteiger TuS Hoisdorf gegen SC Union favorisiert

(mth) Seit Beginn dieser Saison ist durch den Aufstieg des TuS Hoisdorf der Kreis Stormarn in der Landesliga Süd wieder mit zwei Mannschaften vertreten, nachdem zuvor ein Jahr lang der SC Union Oldesloe alleine in dieser Klasse die Fahne des Kreises hochgehalten hatte. Am Sonntag um 14.30 Uhr kommt es in Hoisdorf nun zum ersten Kreisderby, auf das die Stormarner Fußballfreunde schon lange mit Spannung warten. Schade eigentlich, daß dieses Kreisderby parallel zu einem Verbandsliga-Heimspiel des VfL Oldesloe angesetzt ist, nimmt man sich so doch mit einiger Sicherheit Zuschauer weg und damit sind ja alle Stormarner Vereine nicht gerade im Überfluß gesegnet.

Die Ausgangslage für dieses Kreisderby ist für beide Mannschaften sehr unterschiedlich. Aufsteiger TuS Hoisdorf kann mit seinem bisherigen Abschneiden wirklich zufrieden sein. Mit 11:9 Punkten hat die Truppe von Trainer Peter Püschel ein positives Punktekonto und der bisher erreichte siebente Tabellenplatz ist für einen Neuling wirklich alle Ehren wert.

Nach zuletzt zwei Siegen hintereinander ist dazu jetzt das Selbstvertrauen der Mannschaft äußerst gefestigt. Auch wenn die Hoisdorfer voraussichtlich nicht in stärkster Formation antreten kann, da neben dem gesperrten Schmidt auch Steffenhagen und Schwochert unter Umständen nicht zur Verfügung stehen, müssen sie für das Spiel, ob sie es nun wollen oder nicht, als Favoriten angesehen werden.

Beim SC Union Oldesloe nämlich ist die Saison nicht zur vollen Zufriedenheit verlaufen. Die Mannschaft hat die Abgänge von Spiwek und Peter Petzold zum Lokalrivalen VfL anfangs nur schwer verkraftet und da zusätzlich eine lange Verletztenliste und eine mehrwöchige Sperre von Mannschaftskapitän Thom die Truppe des neuen Trainers Hans-Dieter-Vernimb belastete, kamen die Unioner nur schwer auf die Beine.

Als Tabellenvorletzter, daran kann nach zehn Spieltagen kein Zweifel bestehen, stehen die Männer vom Kurparkstadion mitten im Abstiegskampf. Allerdings ist seit ein paar Wochen ein Aufschwung bei den Oldesloern unverkennbar. 4:2 Punkte aus den letzten drei Spielen mit zwei Siegen über die zur Spitzengruppe zählenden FC Burg und SV Hansühn, dazu eine denkbar unglückliche Niederlage bei Eintracht Segeberg, machen deutlich, daß sich der SC Union nun endlich gefangen hat.

Vor allem nach der auch spielerisch hervorragenden Leistung am letzten Sonntag gegen Hansühn rechnen sich die Oldesloer in Hoisdorf die Chance aus, endlich den ersten Auswärtspunkt unter Dach und Fach zu bringen. Daß sie dabei aus der Außenseiterrolle dieses Ziel angehen müssen, ist ihnen eher recht, als daß es ihnen ungelegen käme.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.11.1982

 

Sonntag, 7. November 1982

TuS Hoisdorf – Union Oldesloe 3:0 (1:0)

(11. Punktspiel)

Sieg hätte noch höher ausfallen können

Aufsteiger TuS Hoisdorf entschied das Landesliga-Kreisderby ganz klar für sich

(vo) Nichts „anbrennen“ ließen die Spieler des TuS Hoisdorf im Kreisderby gegen die Mannschaft von Union Oldesloe. Mit 3:0 Toren siegten sie überraschend deutlich über den zweiten Stormarner Landesligisten, der somit auch diesmal zu keinem Auswärtspunkt kam. Die Schützlinge des Hoisdorfer Trainers Peter Püschel belegen nach diesem Erfolg über die Vernimb-Elf aus Bad Oldesloe einen hervorragenden fünften Tabellenplatz. Union dagegen wird weiter gegen den Abstieg kämpfen müssen.

Daß in diesem Spiel, in dem die kämpferischen Elemente überwogen, die Hoisdorfer zeitweilig etwas zerfahren wirkten, obwohl sie über einen sicheren Zwei-Tore-Vorsprung verfügten, kann nicht darüber hinwegsehen lassen, daß sie mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung über einen Gegner siegten, der einfach über zu wenig „Biß“ verfügte.

Trainer Vernimbs Wunschelf würde sicher auf einigen Positionen andere Spieler zeigen; aber die extrem dünne Spielerdecke läßt ihm überhaupt keinen Spielraum. Anders Coach Püschel. Konnte er auch nicht die stärkste Formation auf den Rasen schicken, er verfügt über einen ausreichenden Spielerkader und kann fast sämtliche Positionen gleichwertig besetzen, wenn einer der Stammspieler ausfällt.

TuS Hoisdorf: Flöter, Rolf Steffenhagen, Biege, Janne, Rau, Masch, Schäfer, (80. Jürgen Steffenhagen), Danylow (70. Koch), Niemeyer, Bahn, Kuhn.

SC Union Oldesloe: Spieler, Michael Petzold, Metzing (70. Kotz), Gossow, Völzke, Thom, Ringel, Reek, Stobbe, Pophal, Müller.

Tore: 1:0 Rau (21.), 2:0 Rau (58.), 3:0 Rau (80.).

Schiedsrichter: Spiecker (Rantzau Itzehoe), der trotz zweier fairer Mannschaften nur eine mäßige Leistung bot.

Zuschauer: 250, sehr viele aus der Kreisstadt Bad Oldesloe.

Die Nervosität eines Kreisderbys lag über dem Spielfeld. Beide Mannschaften begannen erstaunlich gleichwertig, Für mehr als zehn Minuten boten sie den Fans ein verteiltes Spiel, mit Torchancen auf beiden Seiten. Konnten die Hoisdorfer auch einige Pluspunkte für ihre technische Überlegenheit verbuchen, die Oldesloer glichen dies durch Einsatz und ideenreiches Spiet wieder aus.

Immer wieder blieben die Hoisdorfer Angriffe in der dichten Abwehr der Gäste stecken, die dann ihrerseits mit schnellen Flügelangriffen in die gefährliche Nähe des gegnerischen Tores kamen. So auch in der zwanzigsten Minute. als Müller die Führung für Union auf dem Fuß hatte, das Hoisdorfer Tor jedoch um Millimeter verfehlte.

Der anschließende Torabschlag wurde von den Hoisdorfern ohne Schnörkel nach vorne getragen und Marten Rau zog aus rechter Position auf das Tor ab. Unions Torhüter Spieler konnte diesen Ball erst sehr spät erkennen, da ihm die nach hinten geeilten Abwehrakteure und die Hoisdorfer Angreifer die Sicht versperrten. Unhaltbar für ihn landete der Ball flach in der rechten Ecke. Die folgenden Minuten standen vollständig Im Zeichen der Platzherren.

Zunehmend verstärkte sich der Druck auf das Gästetor. Weiträumig, mit viel Bewegung und schnellen Seitenwechseln, verschafften sich die Hoisdorfer eindeutige Feldüberlegenheit. Union konnte nur langsam diesen frühen Treffer überwinden und kam erst mit zunehmender Spielzeit wieder zu besseren Aktionen. Einige Male verstanden es Müller, Stobbe und Pophal, sich von ihren Bewachern zu lösen und in torgefährliche Nähe zukommen. Auch Thom halte seine Chancen. Ein Ausgleichstreffer für die Union, zu diesem Zeitpunkt dem Spielverlauf durchaus entsprechend, wollte indes nicht gelingen.

Auf der Gegenseite verhinderte Torhüter Spieler durch glänzende Aktionen, daß die gefährlichen Hoisdorfer Konter nicht zu weiteren Treffern führten.

Nach der Pause gingen die in der ersten Hälfte durchaus noch vorhandenen spielerischen Elemente völlig unter. Überdeutlich wurde, wie wichtig ein Sieg von den Spielern auf beiden Seiten angesehen wurde. Immer wieder entspannen sich verbissene Zweikämpfe, in denen meistens die Platzherren die Oberhand behielten.

Kuhn, wie immer einer der fleißigsten Hoisdorfer, verschaffte sich durch schnelle Angriffe immer wieder aussichtsreiche Positionen für einen erfolgreichen Abschluß, oder konnte seine Mitspieler gut bedienen. Als er in der 58. Minute im Strafraum der Oldesloer „gelegt“ wurde, lag der zweite Hoisdorfer Treffer in der Luft. Wiederum war es Rau, der sich die Chance nicht entgehen ließ, und den folgerichtig gegebenen Foulelfmeter sicher verwandelte.

Nur zwei Minuten später ließ „Mimi“ Niemeyer den Ball erneut im Oldesloer Netz zappeln, als er einen Freistoßball mit dem Kopf unhaltbar verlängerte. Ein Treffer, der allerdings nicht gegeben wurde, da der Linienrichter auf Abseits erkannte. Der Hoisdorfer Druck blieb bestehen. Scheiterten auch Masch und Schäfer, in der 89. Minute war es wieder Rau, der mit einem placierten Schuß Keeper Spieler keine Chance ließ und zum 3:0-Endstand einschoß. Ein in der Schlußminute von Union Oldesloe vorgetragener Gegenangriff ließ die Hoisdorfer Anhänger zwar noch einmal zittern, Torhüter Flöter konnte seinen „Kasten“ jedoch wiederum sauber halten.

Trotz des Fehlens von Schwochert und dem Einsatz einiger Nicht-Stammspieler, sowie dem nur zehnminütigen Einsatz von Jürgen Steffenhagen – er hatte wegen einer Verletzung nicht am Training teilnehmen können, – präsentierte sich die Elf des TuS erstaunlich homogen und technisch gereift, in einer momentanen Verfassung, in der sie jeden Gegner zu schlagen vermag.

Anders die Kreisstädter. Ihnen fehlt es an Spielerpersönlichkeiten, die auch bei einem Rückstand durch ruhige, ordnende Mittelfeldarbeit den trotz aller Widrigkeiten immer noch vorhandenen unerhörten Kampfgeist der Mannschaft in die richtigen Bahnen lenkt. Ein Spielmacher, der das Team durch Siege aus der Abstiegszone herausführt. Bleibt diese Verstärkung der Truppe aus, wird man weiter um den Klassenerhalt bangen müssen, da gewonnene Spiele, wie am vergangenen Wochenende gegen Hansühn, selten bleiben werden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.11.1982

 

Sonnabend, 13. November 1982

Schlußlicht Fehmarn Gast im Kurparkstadion

(mth) Der Aufschwung, den Oldesloes Landesligist SC Union in den letzten Wochen verspürte, hat durch die glatte 0:3-Niederlage am letzten Wochenende im Kreisderby bei Aufsteiger TuS Hoisdorf sicherlich einen leichten Dämpfer erhalten.

Niederdrücken aber hat diese Schlappe, auch wenn sie unerwartet klar ausfiel und man sich insgeheim den ersten Auswärtspunkt in dieser Saison ausgerechnet hatte, das Selbstbewußtsein der Truppe um Mannschaftsführer Thom nicht können. Die Hoffnungen der Oldesloer ruhen in dieser Saison ohnehin mehr auf den Spielen im heimischen Kurparkstadion.

Natürlich würde man zu gerne auch auf fremden Plätzen den einen oder anderen Punkt einheimsen, aber man ist sich auch darüber im klaren, daß der Großteil der Punkte, die zum Klassenerhalt reichen sollen, im heimischen Kurparkstadion geholt werden müssen. Nach zuletzt zwei Heimsiegen hintereinander ist deshalb am Sonntag ein doppelter Punktgewinn für die Unioner gegen Schlußlicht SV Fehmarn einfach Pflicht.

Die Insulaner sind in dieser Saison bisher in der Landesliga die Enttäuschung schlechthin. Ganze vier Punkte haben sie in den bisherigen elf Spielen auf ihr Konto gebracht und das Torverhältnis von 10:39 spricht eine deutliche Sprache dafür, daß es bei ihnen zur Zeit weder hinten von vorne stimmt.

Die Oldesloer hoffen natürlich, daß diese Negativserie der Fehmarner auch am Sonntag um 14.30 Uhr nicht abreißt, werden sich aber davor hüten müssen, den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.11.1982

 

Sonntag, 14. November 1982

Union Oldesloe – SV Fehmarn 1:4 (1:1)

(12. Punktspiel)

Union fiel auf die Nase

Erst 1:0 geführt, aber dann wurden die Oldesloer vom Schlußlicht vorgeführt

(mth) Stormarns Landesligist SC Union Oldesloe geht wieder ganz schweren Zeiten entgegen. Der Auftrieb, den die Mannschaft nach den zuletzt recht guten und erfolgreichen Heimspielen – Siege über FC Burg und SV Hansühn – erlebt hatte, dürfte wieder verflogen sein. Gegen Schlußlicht SV Fehmarn boten die Schützlinge von Trainer Hans-Dieter Vernimb im Kurparkstadion eine streckenweise miserable Leistung und kassierten mit 1:4 (1:1) eine Niederlage, an der sie gewiß noch lange zu knabbern haben weden.

Dabei hatte das Spiel für die Unioner eigentlich ganz nach Wunsch begonnen. Die Mannschaft bot gut eine Viertelstunde lang erfrischenden Angriffsfußball und als dann Müller schon nach zehn Minuten zur 1:0-Führung einschoß, schienen die Weichen für den erhofften und erwarteten Heimsieg gestellt zu sein.

Aber es sollte ganz anders kommen. Statt nun noch mehr Ruhe und Übersicht ins Spiel zu bringen, verkrampfte die Mannschaft nach dem überflüssigen Ausgleichstor in der 16. Minute völlig und mehr und mehr gab man das Heft gegen einen nicht ungeschickten Gegner aus der Hand. War schon in der letzten halben Stunde der ersten Halbzeit kaum noch etwas zusammengelaufen, so blieb dann in den zweiten 45 Minuten selbst von dem Stückwerk kaum noch etwas übrig.

Die Oldesloer wirkten in Abwehr, Mittelfeld und Angriff nun regelrecht hilflos und so war es nicht verwunderlich, daß die Insulaner, bei denen mit fortschreitender Spieldauer die Spiellaune immer mehr wuchs, noch zu einem klaren Sieg kamen. Am Ende hätten sich die Oldesloer noch nicht einmal beschweren können, wenn der Erfolg der Gäste noch deutlicher ausgefallen wäre.

SC Union Oldesloe: Spieler, Michael Petzold, Gossow, Kotz (59. Metzing); Völzke, Ringel (59. Keuchel), Thom, Pophal, Reek, Stobbe, Müller.

SV Fehmarn: Schacht, Kuschel, Wilder, Herrmann, Orth, Grimm, R. Wellendorf, Wieske, F. Wellendorf, Lübke, Schwemmen.

Tore: 1:0 Müller (10.) nach herrlicher Vorarbeit von Pophal und klugem Paß von Stobbe; 1:1 Wieske (16.), der sich gegen drei Oldesloer Gegenspieler durchsetzte und Spieler aus spitzem Winkel überwand; 1:2 Lübke (51.) mit Kopfball nach Flanke von Grimm; 1:3 Lübke (57.), der wiederum völlig frei im Oldesloer Strafraum zum Kopfball kam; 1:4 Wieske (59.), der sich diesmal sogar gegen fünf Oldesloer Abwehrspieler erfolgreich durchsetzen konnte.

Schiedsrichter: Kuhr (Heide) mit einer befriedigenden Leistung. Wilder und Völzke bekamen von ihm die gelbe Karte zu sehen.

Zuschauer: Knapp 100.

Der SC Union war natürlich gegen das Schlußlicht mit dem festen Willen zu einem Sieg auf das Spielfeld gegangen. Ein frühes Tor hatte sich dafür Trainer Hans-Dieter Vernimb sehnlichst gewünscht, dann, so meinte er, könnte eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Die Mannschaft erfüllte ihrem Trainer diesen Wunsch dann auch prompt, als Müller in der zehnten Minute unhaltbar einschoß, nach dem zuvor Stobbe schon zweimal nur knapp Chancen verpaßt hatte. Aber die guten Vorsätze, die man gerade für diesen Fall gefaßt hatte, zerplatzten schon wenige Minuten später wie eine Seifenblase.

Nach dem überflüssigen Ausgleichstor, bei dem gleich drei Spieler dem Torschützen Wieske auf den Füßen standen, ohne ihn am Torschuß hindern zu können, war es ganz plötzlich aus mit jedweder spielerischen Linie bei den Oldesloern. Pässe, egal ob in Abwehr, Mittelfeld oder Angriff, erreichten nur noch in den seltensten Fällen den eigenen Mann, und mehr und mehr kippte das Spiel zugunsten der Fehmarner um. In der 37. Minute hatten die Oldesloer dann schon großes Glück nicht in Rückstand zu geraten, als ein Schuß von Lübke nur denkbar knapp an Spielers Gehäuse vorbeizischte.

Die Hoffnungen der wenigen Zuschauer, die Oldesloer würden nach der Halbzeit die Ärmel aufkrempeln und das Steuer noch einmal herumreißen, trogen. Das Niveau der Mannschaft sackte immer weiter ab und innerhalb von acht Minuten machten die Gäste mit drei Toren dann alles klar. In allen drei Fällen sah dabei die Union-Abwehr denkbar schlecht aus.

Zwischendurch brachte Mannschaftsführer Thomas Thom in der 58. Minute das Kunststück fertig, völlig unbedrängt aus fünf Metern den Ball über das Tor zu heben. Ein Anschlußtreffer zu diesem Zeitpunkt wäre vielleicht noch einmal eine Chance zu einer Wende gewesen, so aber war mit dem vierten Gegentor im Gegenzug alles verloren. Auch die dann folgende Maßnahme von Trainer Vernimb, mit Keuchel und Metzing für Kotz und Ringel zwei frische Kräfte zu bringen, erwies sich, so verständlich sie eigentlich war, als Bumerang.

Wenig später verletzte sich nämlich Gossow ohne Einwirkung eines Gegners und mußte mit Verdacht auf einen Zehenbruch ausscheiden, so daß der SC Union mit nur zehn Spielern die Partie zu Ende bringen mußte. Die Chance, das Blatt noch einmal zu wenden, war damit endgültig vertan und die Unioner konnten froh sein, am Ende gegen einen nun klar überlegenen Gegner nicht noch höher verloren zu haben.

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.11.1982

 

Sonnabend, 20. November 1982

SC Union nur Außenseiter in Sereetz

(mth) Daß man in dieser Saison gegen den Abstieg würde spielen müssen, war den Spielern und Verantwortlichen des Oldesloer Landesligisten SC Union eigentlich seit Beginn der Serie klar.

Der wenig geglückte Auftakt, der die Mannschaft sehr bald in die Nähe des Tabellenendes brachte, bestätigte diese Befürchtungen, aber als dann nacheinander die Heimspiele gegen den FC Burg und den SV Hansühn – zwei Mannschaften, die zu den stärksten der Klasse mitgezählt werden – gewonnen wurden, machte sich im Lager der Unioner doch wieder Zuversicht breit, zumal Trainer Hans-Dieter Vernimb endlich auch eine Stammformation gefunden zu haben schien und die Verletzungssorgen geringer wurden.

Zwei Niederlagen hintereinander nun haben den Optimismus schnell wieder verfliehen lassen. Dabei nahm man die 0:3-Niederlage vor zwei Wochen im Kreisderby bei TuS Hoisdorf noch nicht einmal so schwer, obwohl auch dort schon ein deutlicher Leistungsknick zu verspüren war, aber die 1:4-Niederlage am letzten Sonntag auf eigenem Platz gegen Schlußlicht SV Fehmarn hat die Oldesloer dann doch ins Mark getroffen.

Schier alles, was sich an positiven Entwicklungen zuvor abgezeichnet hatte, löste sich in dieser Partie in Wohlgefallen auf. Mit Leistungen wie gegen die Fehmarner, daran kann kein ernsthafter Zweifel bestehen, müssen die Oldesloer ganz klar zu den Abstiegskandidaten gerechnet werden, und nur wenn es gelingt, daß Ruder ganz schnell wieder herumzuwerfen, kann der Niedergang aufgehalten werden.

Ob dieses Vorhaben schon am Sonntag gelingt, muß sehr bezweifelt werden. Aufsteiger SV Sereetz, bei dem die Truppe um Mannschaftsführer Thomas Thom am Sonntag um 14 Uhr anzutreten hat, muß nämlich als eine der leistungsstärksten Teams der Klasse eingeordnet werden und da die Ostholsteiner als derzeitiger Tabellenzweiter sogar auf dem Sprung stehen, die Tabellenspitze zu erklimmen, wollen sie sich von den Oldesloern natürlich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Der SC Union, daran kann kein Zweifel bestehen, jedenfalls ist in Sereetz nur krasser Außenseiter und schon ein Remis wäre ein riesiger Erfolg.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.11.1982

 

Sonntag, 21. November 1982

SV Sereetz – Union Oldesloe 1:1 (1:0)

(13. Punktspiel)

Rückschlag gut überwunden

Union-Ansturm in der zweiten Hälfte wurde vier Minuten vor Schluß belohnt

(mth) Oldesloes Landesligist SC Union hat den derben Rückschlag vom letzten Wochenende mit der bitteren 1:4-Heimniederiage gegen Schlußlicht SV Fehmarn gut verdaut. Mit einem 1:1-Unentschieden beim SV Sereetz, der immerhin zur absoluten Spitzengruppe gehört, holten die Schützlinge von Trainer Hans-Dieter Vernimb endlich ihren Auswärtspunkt in dieser Saison.

Und erfreulich war für die Oldesloer nicht nur das nackte Resultat, erfreulich war auch die deutliche spielerische und kämpferische Steigerung gegenüber dem Vorsonntag. Nach dem Führungstreffer der Ostholsteiner drohten die Oldesloer zwar auch beim Aufsteiger unterzugehen, aber nach einer Schwächeperiode, die gottlob unbeschadet überstanden wurde, gingen sie in der zweiten Halbzeit dann voll aus sich heraus und mit ein wenig mehr Glück hätten die Oldesloer sogar noch einen Sieg herausholen können.

Aber auch so war man im Lager der Unioner am Ende mit dem Ergebnis natürlich hoch zufrieden. Mit einem Punktgewinn in Sereetz hatte vorher niemand wirklich gerechnet und dieser überraschende Zähler wird der Truppe für die kommenden schweren Aufgaben sicherlich viel Auftrieb geben.

SV Sereetz: Luther, Dahmke, Breginski, Ahrens, Clasen (86. Drenkhahn), Boye, Schwarz, Carstens (86. Mainussen), Evers, Lichtenstein, Jäckel.

SC Union Oldesloe: Spieler, Michael Petzold, Metzing, Gossow, Völzke (80. Ringel), Kotz, Stobbe (55. Borrek), Thom, Reek, Pophal, Müller.

Tore: 1:0 Evers (20.) mit unhaltbarem Schuß nach einem Schwarz-Freistoß; 1:1 Reek (86.) nach Vorarbeit von Müller. Reek scheiterte bei seinem ersten Versuch an Luther, „versenkte“ den Ball im zweiten Anlauf dann aber mit sehenswertem Fallrückzieher im Netz.

Schiedsrichter: Jensen (Hohenaspe) mit guter Leistung. Die Akteure machten ihm aber auch die Arbeit mit fairem Spiel sehr leicht. Lichtenstein wurde wegen Meckerns mit einer Zehn-Minuten-Zeitstrafe bedacht.

Zuschauer: Gut 200.

Nach zwanzig ausgeglichenen Minuten, in denen beide Mannschaften mehrfach die Chance hatten, in Führung zu gehen, brachte der Sereetzer Führungstreffer die Oldesloer gehörig durcheinander. Die vorher so sichere Oldesloer Abwehr geriet nun mehrfach ins Schwimmen und man konnte sich einmal mehr bei Torhüter Peter Spieler bedanken, daß der Vorsprung der Gastgeber nicht noch deutlicher wurde. Aber noch vor der Pause – etwa für die letzten fünf Minuten – finden sich die Unioner wieder und gestalteten das Spielgeschehen wieder ausgeglichen.

In der zweiten Halbzeit übernahmen die Oldesloer dann voll das Kommando. Angriff hieß nun die Devise der Schützlinge von Trainer Hans-Dieter Vernimb und erstaunlich leicht ließen sich die Platzherren das Heft aus der Hand nehmen. Schon nach fünf Minuten in der zweiten Hälfte war der Ausgleich eigentlich unvermeidbar, aber Reek trat freistehend nur in den Boden.

Als der Union dann in der Folgezeit wieder einmal Chance auf Chance vergab, schien er wieder einmal an seiner sattsam bekannten Schwäche im Ausnutzen von Torgelegenheiten zu scheitern. Aber die Stormarner steckten nie auf und ihre Bemühungen wurden schließlich vier Minuten vor dem Abpfiff belohnt. Mit zwei Auswechselungen versuchten die Gastgeber danach zwar noch einmal das Blatt zu wenden, aber der SC Union hatte keine Mühe, das verdiente Remis über die Runden zu bringen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.11.1982

 

Sonnabend, 27. November 1982

Gegen RW Moisling muß gewonnen werden

(mth) Für den Oldesloer Landesligisten SC Union steht am vorletzten Spieltag der Hinrunde der Saison 1982/83 am Sonntag noch einmal ein ausgesprochenes Schlüsselspiel auf dem Programm.

Gegner der Schützlinge von Trainer Hans-Dieter Vernimb ist um 14 Uhr im Kurparkstadion die Mannschaft von Rot-Weiß Moisling. Die Lübecker Vorstädter weisen mit 8:18 Punkten nach 13 Spielen die gleiche Bilanz wie die Oldesloer auf, wegen ihrer erheblich besseren Tordifferenz nehmen sie aber zur Zeit den 14. Platz ein, während die Oldesloer noch mit einem Abstiegsplatz vorliebnehmen müssen.

Schon allein aus dieser Tabellensituation wird klar, wie wichtig die morgige Aufgabe für die Unioner ist. Eine Heimniederlage, wie vor 14 Tagen gegen Schlußlicht SV Fehmarn, dürfen sich die Mannen um Mannschaftskapitän Thomas Thom in keinem Fall noch einmal leisten, denn Punktverluste, gerade auf eigenem Platz gegen Mitkonkurrenten im Abstiegskampf zählen doppelt und eine neuerliche Niederlage ließe die Zukunftschancen der Oldesloer in keinem rosigen Licht erscheinen.

Aber der SC Union zeigte sich ja am letzten Wochenende von der Heimschlappe gegen die Fehmarner gut erholt. Der erste Auswärtspunkt, den die Truppe am letzten Sonntag beim SV Sereetz – immerhin Tabellenzweiter – holte, wird der Moral der Mannschaft gut getan haben und mit einer ähnlich guten Leistung müßten auch die Moislinger in Schach zu halten sein.

Die Oldesloer werden aber gut daran tun, auch gegen den morgigen Gegner eine vorsichtige Taktik einzuschlagen. Anders als vor 14 Tagen gegen den SV Fehmarn, als man nach einer schnellen 1:0-Führung munter weiter stürmte und vom Gegner dann klassisch ausgekontert wurde, wird das Hauptaugenmerk auf einer stabilen Abwehr liegen müssen.

Mit schon 26 erzielten Treffern gegenüber nur zwölf, die den Unionern bisher gelangen, verfügen die Moislinger nämlich über einen gefährlichen Angriff und dieser darf von Peter Spieler und Co. niemals unterschätzt werden. Gehen die Oldesloer aber konzentriert zur Sache, trauen wir ihnen einen Heimsieg zu, der ihre Lage doch erheblich verbessern würde.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.11.1982

 

Sonntag, 28. November 1982

Union Oldesloe – Rot-Weiß Moisling 0:1 (0:0)

(14. Punktspiel)

SC Union enttäuschte seine Anhänger

Die 0:1-Heimniederlage gegen RW Moisling kann für die Oldesloer bittere Folgen haben

(mth) Eine schlimme Enttäuschung bereitete der Oldesloer Landesligist SC Union seinen Anhängern. Gegen den Tabellennachbarn Rot-Weiß Moisling boten die Schützlinge von Trainer Hans-Dieter Vernimb eine katastrophale Leistung und kassierten mit 0:1 (0:0) erneut eine völlig verdiente Niederlage.

Diese neuerliche Heimniederlage gegen einen Mitkonkurrenten im Abstiegskampf – vor 14 Tagen verloren sie im Kurparkstadion ja schon gegen Schlußlicht SV Fehmarn – wirft die Oldesloer in ihrem Bemühen um den Klassenerhalt weiter zurück. Nun muß langsam schon ein kleines Wunder geschehen, wenn man in dieser Saison sich noch einmal aus dem Abstiegstrubel befreien will.

Mit dem derzeitigen Leistungsniveau, das muß einmal ganz deutlich gesagt werden, hat der SC Union Oldesloe in der zweithöchsten Amateurklasse des Landes nicht viel verloren. Aber die Oldesloer haben ja noch ein zweites Gesicht. Beobachtern der beiden scheint es schier unglaublich, wie es die Mannschaft am Wochenende zuvor gelingen konnte, beim Tabellenzweiten SV Sereetz einen Punkt zu holen. Aber auch beim ostholsteinischen Aufsteiger war es ja schließlich nicht mit Hexerei zugegangen.

Wollen sich die Mannen um Mannschaftsführer Thomas Thom für diese Saison aber noch etwas ausrechnen, dürfen Leistungen, wie sie in Sereetz geboten wurden, nicht nur gelegentlich aufflackernde Strohfeuer bleiben. Nur wenn man konstant zu solchen Leistungen findet, auch und gerade auf eigenem Platz, braucht man die Flinte noch nicht ins Korn zu werfen.

SC Union Oldesloe: Spieler, Michael Petzold, Metzing (74. Ringel), Borrek, Rausch, Gossow, Thom, Pophal, Völzke (74. Keuchel), Reek, Müller,

Rot-Weiß Moisling: Soltau, Behling, Pinnenberg, Hangwitz, Tausendfreund, Denker, Damke, Kohlmann, Krabsch, Jauch, Westphal.

Tor: 0:1 Eigentor Borrek (69.). Einen Schuß von Westphal, den Torhüter Spieler sicher gehalten hätte, lenkte der Union-Libero unglücklich ins eigene Netz.

Schiedsrichter: Freese (Union Neumünster) mit einer im großen und ganzen guten Leistung. Reek, Gossow und Damke bekamen von ihm die gelbe Karte zu sehen, Damke bekam zusätzlich in der 85. Minute noch eine Zehn-Minuten-Zeitstrafe aufgebrummt.

Zuschauer: 150.

Auf dem schwer bespielbaren Grandplatz im Kurparkstadion – um das Landesliga-Spiel nicht zu gefährden, hatte man zuvor das A-Klassenspiel der zweiten Mannschaft des SC Union ausfallen lassen müssen – starteten die Oldesloer ohne jeden Elan und fanden nie zu einer spielerischen Linie.

Nicht nur Mittelfeld und Angriff der Oldesloer bekamen kein Bein an die Erde, wobei der Angriff sogar weitgehend entschuldigt war, weil er kaum Unterstützung aus den hinteren Reihen bekam und bestenfalls mit ungenauen Pässen und Zuspielen bedient wurde, auch in der Abwehrreihe herrschte viel Durcheinander.

Das wurde erst besser, als Borrek – zuvor Mittelstürmer –die Liberorolle des indisponierten Völzke übernahm. Bis zur 35. Minute, ehe dieses passierte, aber hätten die Gäste, die weit beweglicher und schneller agierten, schon leicht mit einem oder gar zwei Toren Vorsprung führen müssen.

Eigentlich war es nur Torhüter Peter Spieler zu verdanken, daß die Oldesloer zur Halbzeit nicht im Rückstand lagen. Er riskierte mehrfach Kopf und Kragen und machte mit tollen Paraden auch die bestgemeinten Schüsse zunichte.

Nach dem Seitenwechsel wurden die Unioner dann zwar feldüberlegen, aber ihre Aktionen blieben planlos und ungenau und das Tor der Moislinger geriet nur selten in wirkliche Gefahr. Die Angriffe der Gäste waren nun zwar seltener als vor dem Seitenwechsel, aber sie blieben stets durchdacht und gefährlich.

Das entscheidende Tor in der 69. Minute kam dann für die Oldesloer zwar außerordentlich unglücklich zustande, aber es konnte kein Zweifel daran bestehen, daß die Führung für die Moislinger und letztlich auch ihr Sieg in Ordnung ging und verdient war.

Eine Wende schließlich konnten auch die Spielerwechsel für die letzte Viertelstunde nicht mehr bewirken und auch die zahlenmäßige Überlegenheit in den letzten fünf Minuten reichte den Oldesloern, die zwar verzweifelt, aber auch ziemlich kopflos anrannten, nicht mehr zum Vorteil.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.11.1982

 

Sonnabend, 4. Dezember 1982

SC Union: Die Reise nach Wesselburen verheißt nicht viel Gutes

(mth) Beim Oldesloer Landesligisten ist bislang in dieser Saison fröhliche Stimmung nur selten aufgekommen. Die Mannschaft von Trainer Hans-Dieter Vernimb hat die sportlichen Ziele bislang noch nicht erreichen können. Kleine zwischenzeitliche Hochs sind schnell immer wieder von neuen Rückschlägen gebremst worden.

So auch in jüngster Vergangenheit. Der Auftrieb, den sich die Mannschaft nach der verheerenden Heimniederlage gegen Schlußlicht SV Fehmarn mit einem Remis in Sereetz holte, verflog am letzten Sonntag mit der 0:1-Niederlage auf eigenem Platz gegen den Mitkonkurrenten im Abstiegskampf, RW Moisling, schnell wieder.

Dabei war es nicht die Niederlage allein, die die Unioner bedrückt machte, vielmehr war die Leistung der gesamten Mannschaft derartig schlecht, daß man für ihre Zukunft wirklich schwarz sehen muß.

Mit einer Leistung wie am letzten Wochenende jedenfalls kann sich der SC Union für sein letztes Spiel in der Hinrunde am Sonntag um 14 Uhr bei Blau-Weiß Wesselburen nicht viel ausrechnen. Die Dithmarscher haben in dieser Serie die in sie gesetzten Erwartungen auch bei weitem nicht erfüllen können – sie rangieren mit 12:16 Punkten im unteren Tabellendrittel –‚ aber ohne eine erhebliche Steigerung wird es für die Oldesloer auch bei diesem Gegner nichts zu erben geben.

Es wird allerhöchste Zeit, daß die Unioner sich endlich wieder auf ihre alten Qualitäten besinnen. Kampfgeist darf die Mannschaft nicht nur dann zeigen, wenn sie erst einmal in Rückstand geraten ist, – in den letzten Spielen hatte man oft diesen Eindruck –‚ Kampfgeist muß sie von der ersten bis zur letzten Minute an den Tag legen, denn nur über erfolgreich bestandenen Kampf wird sie auch zu besserer, spielerischer Leistung finden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.12.1982

 

Sonntag, 5. Dezember 1982

Blau-Weiß Wesselburen – Union Oldesloe 1:0 (0:0)

(15. Punktspiel)

0:1 auch in Wesselburen

Der SC Union wird sich noch viel einfallen lassen müssen

(mth) Für den Oldesloer Landesligisten SC Union endete die Hinrunde der Saison 1982/83 so, wie sich eigentlich schon die ganze Halbserie gestaltete. Bei Blau-Weiß Wesselburen bezogen die Schützlinge von Trainer Hans-Dietrich Vernimb wieder einmal eine unglückliche 0:1 (0:0)-Niederlage.

Die Oldesloer, die fast die gesamte zweite Halbzeit das Spielgeschehen bestimmten, scheiterten wieder einmal an ihrer bekannten Schwäche im Ausnutzen von Torchancen. Ein erfolgreich abgeschlossener Konterangriff der Dithmarscher brachte in der 67. Minute die Entscheidung.

Die Oldesloer müssen sich in der nun beginnenden Winterpause – die Rückrunde in dieser Spielklasse beginnt erst am 23. Januar – langsam etwas einfallen lassen, wenn der angestrebte Klassenerhalt noch erreicht werden soll. Insbesondere die Effektivität des Angriffs muß wesentlich gesteigert werden, wenn in der Rückrunde noch die notwendigen Siege herausschauen sollen. Ein Dutzend Treffer in 15 Spielen sind nun wirklich eine magere Ausbeute.

Bleibt die Trefferquote der Unioner auch im neuen Jahr ähnlich katastrophal, wird man sich im Kurparkstadion wohl an den Gedanken gewöhnen müssen, in der nächsten Saison in der Bezirksliga spielen zu müssen. Aber noch ist natürlich nicht aller Tage Abend. Die Truppe hat mehrfach bewiesen, auch und gerade gegen die besseren Mannschaften der Klasse. daß sie besser spielen kann, als es ihr Tabellenstand zur Zeit ausdrückt. Außer einer spielerischen Steigerung wird die für die zweite Halbserie aber auch ein wenig mehr Glück als bisher benötigen, denn von diesem war man im letzten Halbjahr doch nicht gerade begünstigt.

Blau-Weiß Wesselburen: Michalsky, Jacobsen, Sasse, Wittmaak (75. Diekmann), Witt, Popp, Mohr, Nehmer, Willersen, Rathje, Jäger (75. Reimers).

SC Union Oldesloe: Spieler, Michael Petzold, Metzing (54. Kotz), Gossow, Völzke, Rausch, Ringel, Thom, Borrek, Pophal, Keuchel (46. Müller).

Tor: 1:0 Mohr (67.), dessen als Flanke gedachter Schuß vom Winde verweht wurde und unhaltbar für Spieler ins Toreck einschlug.

Schiedsrichter: Pohlmann (Rendsburg) mit einer schwachen Leistung. In der ersten Halbzeit benachteiligte er dabei ganz klar die Oldesloer, im zweiten Durchgang hatten dann die Wesselburener unter seinen Fehlentscheidungen zu leiden.

Zuschauer: Nur knapp 100.

Nach der ersten Viertelstunde, in der beide Mannschaften äußerst nervös agierten, übernahmen die Wesselburener ganz klar das Kommando und schnürten den SC Union in der eigenen Hälfte ein. Die Oldesloer Abwehr, von Völzke diesmal hervorragend organisiert, fing aber alle Angriffe erfolgreich ab, und überdies war auch Torhüter Peter Spieler wieder auf der Hut, um Gegentore zu verhindern.

Brenzlig wurde es für die Oldesloer eigentlich nur, als Metzing kurz vor dem Seitenwechsel mit einer unberechtigten Zehn-Minuten-Zeitstrafe bedacht wurde. Aber auch in Unterzahl ließen die Unioner nichts anbrennen.

Im Gegenteil: Mit Beginn der zweiten Halbzeit übernahmen die Stormarner eindeutig die Initiative und griffen vehement an. Die Wesselburener kamen nun nur noch gelegentlich zu Konterangriffen, die allerdings stets sehr gefährlich waren. In der 50, Minute konnte Spieler nur mit einer Glanzparade einen Rückstand verhindern, in der 67. Minute aber war er bei der verunglückten Mohr-Flanke dann auch machtlos.

Danach zog der SC Union ein reines Powerplay auf, aber der Ausgleich, der dem Spielverlauf durchaus entsprochen hätte, wollte und wollte einfach nicht fallen. Die größten Chancen für die Schützlinge von Trainer Hans-Dieter Vernimb vergaben dabei Gossow (72. Minute) und Thom (80. Minute).

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.12.1982

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok