SC Union Oldesloe

Die Spielzeit 1979/80 - Hinserie

 

NN August 1979

Union Oldesloe – TuS Hoisdorf 0:6

(Freundschaftsspiel)

… Wie gut die Hoisdorfer bereits in Form sind, mußten die Landesliga-Aufsteiger von Union Oldesloe erfahren. Sie verloren im heimischen Kurparkstadion glatt mit 0:6 Toren gegen die ehrgeizigen Hoisdorfer! …

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.8.1979

 

Sonnabend, 25. August 1979

SC Union: Remis wäre ein guter Anfang

Die Oldesloer Aufsteiger morgen beim spielstarken Heiligenstedten

(st) Nun beginnt auch für den SC Union Oldesloe das große Abenteuer. Die Mannschaft, die im letzten Jahr in der Bezirksliga Lübeck so großartig auftrumpfte und sich Meistertitel und Aufstieg sicherte, steht am Sonntag vor ihrer ersten Bewährungsprobe in der Landesliga Süd. Dabei haben es die Spielplangestalter so gewollt, daß die Oldesloer als erstes eine schwere Auswärtsaufgabe zu absolvieren haben. Am Sonntag um 15 Uhr müssen sie beim TSV Heiligenstedten antreten.

Die Itzehoer Vorstädter gehören seit langem zum Stamm der Landesliga und haben oft eine hervorragende Rolle In ihr gespielt. Inder letzten Saison allerdings konnte der TSV Heiligenstedten insbesondere in der Rückrunde nicht sonderlich überzeugen und mußte mit anderen Mannschaften zusammen lange um den Klassenerhalt bangen.

Für dieses Jahr nun haben sich die Steinburger vorgenommen, eine neue Zittersaison zu vermeiden. Sie stützen sich dabei auf so bewährte Kräfte wie Steinberg, Torjäger Ott und Torhüter Schenck. Ein Sieg über den Stormarner Aufsteiger würde ihnen natürlich Rückenwind für ihre Saisonziele geben und entsprechend ehrgeizig werden sie an die erste Aufgabe herangehen.

Der SC Union wird also gut daran tun, sich auf einen heißen Kampf einzurichten. Aber an kämpferischem Einsatzwillen hat es den Männern vom Oldesloer Kurparkstadion ja eigentlich noch nie gefehlt. Die Truppe ist bis auf Linksaußen La Porte, der zum SV Eichede gewechselt ist, komplett zusammengeblieben und ist zuversichtlich, an die guten Leistungen der letzten Serie anknüpfen zu können.

Da gerade im letzten Jahr die besten Leistungen eigentlich auf des Gegners Plätzen erreicht wurden, ist den Stormarnern vor dem Saisonstart nicht bange. Ziel des SC Union für de erste Landesliga-Saison ist eindeutig der Klassenerhalt. Ein Remis in Heiligenstedten, so meinen wir, wäre für die Erreichung dieses Ziels ein guter Anfang.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.8.1979

 

Sonntag, 26. August 1979

TSV Heiligenstedten – Union Oldesloe 1:1 (1:0)

(1. Punktspiel)

Union: Ein Punkt war redlich verdient

In Heiligenstedten waren die Oldesloer beim 1:1 sogar oft feldüberlegen

(fi) Unter der vorzüglichen Leitung von Schiedsrichter Glindemann (TuRa Meldorf) kamen die Oldesloer in ihrem ersten Spiel in der Landesliga Süd vor mehr als 180 Zuschauern zu einem verdienten Unentschieden beim TSV Heiligenstedten, obgleich die Oldesloer auf ihre Stammkräfte Metzing, Uwe Pophal und Spiwek verzichten mußten. Die Stormarner spielten in beiden Halbzeiten nicht nur stärker auf, sondern waren auch in technischer Hinsicht überlegen, obgleich die Konterangriffe der Heiligenstedter stets gefährlich waren.

TSV Heiligenstedten: Baufeld, Tiedemann, Jens, Grübner, Borze, Ott, Giedecke, Steinberg, Lüdemann, Peters, Koppen, Ohland, Thomölen.

SC Union Oldesloe: Spieler, Holger Brandt, Albrecht, Olufs, Borrek, Kürbis, Nossol, Thom, Kurt Stobbe, Gossow, Schulz, Witt, Petzold.

Schiedsrichter: Glindemann (TuRa Meldorf).

Tore: 1:0 Koppen (44.), 1:1 Kurt Stobbe (88.).

Zuschauer: Mehr als 180.

Ein Alleingang von Kürbis brachte in der 16. Minute nichts ein, weil Torwart Baufeld den Ball halten konnte. Aufgrund eines Abwehrfehlers von Kürbis kam der Heiligenstedter Jens in der 19. Minute zu einem gefährlichen Schuß aus 16 Metern Entfernung. Olufs rettete aber auf der Linie. Nach einer Kombination Koppen/Lüdemann konnte Torwart Spieler in der 24. Minute einen Schuß des Spielmachers Ott mit letzter Kraft halten.

Auf der anderen Seite ließ Gossow nach vorheriger Kombination Nossol/Schulz in der 28. Minute eine „Granate“ los, die Torwart Baufeld aber unter Kontrolle bringen konnte. Wenig später war es Kürbis, der den Torsteher der Heiligenstedter hart prüfte. Torwart Baufeld konnte aber auch dieses „Geschoß“ zur Ecke abwehren.

Gefährlich für Torwart Spieler wurde es in der 37. Minute, als Steinberg allein durch die Abwehr ging. Spieler konnte aber dessen Schuß noch aus dem Winkel fausten. In der 44. Minute schlug es dann aber doch bei den Oldesloern ein. Es war Linksaußen Koppen, der eine Vorlage von Ott zum 1:0 für die Heiligenstedter einschießen konnte.

Auch in der zweiten Halbzeit waren die Oldesloer die dominierende Mannschaft, wenn auch vorläufig keine Tore fallen wollten. Anfangs mußte Torwart Spieler aber einen Schuß von Ott unschädlich machen und wiederum Spieler konnte einen Schuß von Ott nach einer Vorlage von Lüdemann in der 56. Minute halten. Dann hatte Nossol den Ausgleich buchstäblich auf dem Fuß. Er traf aber aus kurzer Entfernung im Nachschuß nur die Latte. Einen Kopfball von Thom konnte Baufeld ebenfalls halten. In der 81. Minute brachte Borrek nach einer Ecke von links durch Schulz einen gewaltigen Kopfball an, den Torwart Baufeld mit letzter Kraft noch über die Latte fausten konnte. Dann kam die alles entscheidende 88. Minute. Nach guter Vorarbeit von Thom spielte Kurt Stobbe nacheinander drei Abwehrspieler der Heiligenstedter aus und überwand dazu auch noch Torwart Baufeld.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.8.1979

 

Sonnabend, 1. September 1979

Bei Union herrscht Optimismus vor

Am Sonntag ist der TSV Schlutup Gegner im ersten Heimspiel des Aufsteigers

(mth) Ausgezeichnet ist zur Zeit die Stimmung beim Landesliga-Aufsteiger SC Union Oldesloe. Der Punktgewinn zum Saisonauftakt in Heiligenstedten hat bei den Männern vom Kurparkstadion den Optimismus, daß man das gesteckte Saisonziel – Klassenererhalt – erreichen kann, gestärkt. Im ersten Heimspiel der Saison am Sonntag um 15 Uhr gegen den TSV Schlutup wollen die Oldesloer nun diese positiven Eindrücke bestätigen.

Man ist beim SC Union aber weit davon entfernt, nun etwa in Euphorie zu verfallen. Der TSV Schlutup, darüber ist man sich im Kurparkstadion im Klaren, wird einen Gegner abgeben, der von anderem Kaliber ist als es zuletzt die Heiligenstedter waren. Mit einem 2:0-Erfolg über den TSV Travemünde unterstrichen die Lübecker beim Saisonauftakt, daß sie gewillt sind, wie im letzten Jahr in der Spitzengruppe der Landesliga mitzumischen. Nur wenn die Stormarner in Bestform auflaufen, können sie sich gegen diesen Gegner eine Chance ausrechnen.

Zu besonderer Vorsicht gereicht dem Aufsteiger vor der morgigen Begegnung auch die Tatsache, daß er in der letzten Saison auf eigenem Platz nur selten so auftrumpfte wie in den Auswärtsspielen. Die Hauptlast wird auch in diesem Spiel wohl wieder die Union-Abwehr zu tragen haben, aber auf die Männer um den überragenden Torhüter Spieler ist ja eigentlich immer Verlaß.

Die Aufstellung der Oldesloer wird gegenüber dem letzten Wochenende kaum verändert werden. Ungewiß ist noch, ob von den zuletzt ausgefallenen Stammspielern Metzing, Uwe Pophal und Spiwek wieder der eine oder andere zum Kader stößt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.9.1979

 

Sonntag, 2. September 1979

Union Oldesloe – TSV Schlutup 0:1 (0:0)

(2. Punktspiel)

Union scheiterte am Torhüter Eckert

Der Schlutuper Schlußmann hatte großen Anteil am 1:0-Sieg seiner Elf

(fi) Mehr als 200 Zuschauer waren begeistert von dem schnellen und auch kampfbetonten Spiel, das unter der guten Leitung von Schiedsrichter Kerl (SV Ratzeburg) über 90 Minuten lang von 22 Akteuren geboten wurde. Beide Mannschaften operierten im ersten Durchgang aus der verstärkten Deckung heraus und wendeten damit das größtmögliche Maß an Sicherheit an. Beide Teams waren danach bestrebt, möglichst keine Treffer einzustecken, im zweiten Durchgang kamen die Gäste dann zu einem knappen Sieg.

SC Union Oldesloe: Spieler, Holger Brandt, Metzing, Olufs, Borrek, Kürbis, Nossol, Thom, Kurt Stobbe, Gossow, Schulz.

TSV Schlutup: Eckert, Dahmke, Schröder, Grube, Bruhns, Brüse, Heerdt, Trentow, Nekel, Wendtlandt, Tonn.

Schiedsrichter: Kerl (Ratzeburger SV).

Tor: 0:1 Heerdt (54.).

Zuschauer: Mehr als 200.

Bereits in der ersten Minute hätten die Unioner durch Kurt Stobbe auf Vorlage von Kürbis in Führung gehen können, doch Stobbes Geschoß ging knapp über die Querlatte. Wenig später blieb eine gutangelegte Kombination Thom/Kürbis/Gossow im Abwehrgetümmel stecken.

Die erste gefährliche Torchance durch Heerdt vollzog sich in der 30. Minute, aber der Ball von Trentow ging knapp am Pfosten vorbei. Auf Seiten der Oldesloer hatte dann Gossow in der 36. Minute nach guter Vorarbeit von Stobbe die Möglichkeit zur Führung, doch das „Geschoß“ von Gossow wurde vom Schlutuper Torwart Eckert vorzüglich gehalten. Kurz vor dem Halbzeitpfiff unternahmen dann die Schlutuper wieder einen gefährlichen Angriff. Einen Schuß von Wendlandt konnte Spieler aber ebenfalls unschädlich machen.

Die ersten 25 Minuten des zweiten Durchgangs gingen dann voll an die Gäste aus Schlutup, die nun mit allen Mitteln zu einer Entscheidung zu kommen versuchten. So war es in der 54. Minute der schnelle Linksaußen Heerdt, der drei Abwehrspieler der Oldesloer einfach stehen ließ und dann aus kürzester Entfernung ins untere rechte Eck zum 1:0 für die Schlutuper einschoß.

Nach diesem Erfolg der Gäste warfen die Oldesloer alles nach vorn, gaben dem Spiel eine nicht nur kämpferische, sondern auch eine technisch gute Note, aber letzten Endes war immer wieder Torwart Eckert Retter in höchster Not.

In den letzten 20 Minuten waren die Oldesloer sichtbar überlegen, wenn sie auch dabei den stürmischen Wind im Rücken hatten. Schüsse von Thom und Stobbe wurden von Torwart Eckert gehalten oder verpaßten knapp ihr Ziel. Auch Nossol köpfte den Ball über die Latte, und Schüsse von Libero Borrek wurden ebenfalls eine sichere Beute des Schlutuper Torwarts.

So scheiterten die Gastgeber letztlich an der ausgezeichneten Leistung des Schlutuper Torwarts. Sie hätten dem Spielverlauf nach durchaus ein Unentschieden verdient gehabt. Es darf aber nicht unerwähnt bleiben. daß die Gäste aus Schlutup in kritischen Situationen sich doch als abgeklärter erwiesen als der Aufsteiger.

STORMARNER TAGEBLATT vom 3.9.1979

 

Sonnabend, 8. September 1979

SC Union hat nichts zu verlieren

Bei Spitzenreiter SV Itzehoe II sind die Oldesloer nur krasser Außenseiter

(mth) Einen überaus schweren Gang hat am dritten Spieltag der Landesliga Süd der Aufsteiger SC Union Oldesloe anzutreten. Am Sonntag um 15 Uhr müssen die Männer aus dem Oldesloer Kurparkstadion ausgerechnet bei der zweiten Mannschaft des SV Itzehoe antreten, die nach dem Saisonstart zum erklärten Meisterschaftsfavoriten erhoben wurde und nach zwei Spieltagen auch prompt die Tabellenspitze erklommen hat.

Betrachtet man sich einmal die Mannschaftsaufstellung der Steinburger, so kommt ihr Höhenflug alles andere als überraschend. Mit Zielke, Bauer, Reich, KölIn und Herdramm stehen in dem Team nicht weniger als fünf Akteure, die in der letzten Saison noch munter in der Amateuroberliga-Mannschaft der Itzehoer mitmischten und allen Konkurrenten in der Landesliga an Routine und spielerischer Reife natürlich um Längen überlegen sind.

Erstes Opfer der Itzehoer war zum Saisonauftakt bekanntlich der SV Eichede. der gleich mit 0:8 unter die Räder kam. Beim 2:1-Auswärtserfolg beim gewiß nicht schwachen TSV Travemünde am letzten Wochenende zeigten sie dann, daß dieser Erfolg alles andere als eine Eintagsfliege gewesen ist.

Unter diesen Vorbedingungen erscheint die Aufgabe für den SC Union natürlich fast aussichtslos. Aber „Bangemachen“ gilt für die Truppe um Torhüter Spieler nicht. In den beiden ersten Bewährungsproben in der neuen Spielklasse hat sich die Mannschaft ausgezeichnet bewährt. Dem achtbaren 1:1-Unentschieden in Heiligenstedten folgte zwar eine 0:1-Heimniederlage gegen den TSV Schlutup. aber eine Niederlage gegen einen solchen Gegner ist für einen Aufsteiger keine Schande.

In Itzehoe können die Oldesloer eigentlich ohne jede Belastung aufspielen. Zu verlieren haben sie nämlich ohnehin nichts. Vielleicht sind sie mit einer so lockeren Einstellung ja sogar zu einer großen Überraschung fähig, zumal sie auswärts eigentlich immer ihre besten Leistungen vollbracht haben.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.9.1979

 

Sonntag, 9. September 1979

Itzehoer SV II – Union Oldesloe 7:2 (3:1)

(3. Punktspiel)

SV Itzehoe II war eine Nummer zu groß

Aufsteiger SC Union kämpfte tapfer, verlor aber klar mit 2:7

(fi) Über 300 Zuschauer umstellten den Itzehoer Sportplatz, als Schiedsrichter Borchardt, mit dessen Entscheidungen die 22 Akteure nicht immer einverstanden waren, das schnelle und kombinationsreiche Spiel anpfiff. Besonders in der zweiten Halbzeit zogen die Itzehoer mit den ehemaligen Spielern der Amateuroberliga-Mannschaft, Zielke, Bauer, Reich, KölIn und Herdramm, ihr gekonntes Spiel auf. Es ist daher wahrlich keine Schande, diesen echten Fußballkönnern zu unterliegen. Torwart Spieler verhütete durch seine gekonnten Paraden eine höhere Niederlage, und die Oldesloer Borrek, Kürbis und Thom waren die Stützen der Mannschaft.

SV Itzehoe II: Böttchers, Harders, Bolten, Hamdorf, Zielke, Harder, Herdramm, Bauer, Ohlsen, Reich, KölIn, Sturmbrief, Friese, Gerken.

SC Union Oldesloe: Spieler, Albrecht, Metzing, Olufs, Borrek, Kürbis, Nossol, Thom, Kurt Stobbe, Gossow, Witt, Schulz, Schmidt, Holger Brandt.

Schiedsrichter: Borchardt (Kellenhusen).

Tore: 0:1 Thom (4.), 1:1 Zielke (20.), 2:1 Harder (28.), 3:1 Harder, 4:1 Reich (65.), 5:1 Friese (68.), 6:1 Zielke (78., Foulelfmeter), 7:1 Friese (85.), 7:2 Holger Brandt (90.).

Zuschauer: Über 300.

Die Stormarner waren mit dem guten Vorsatz nach Itzehoe gefahren, um dort ein Unentschieden herauszuholen oder ehrenvoll zu unterliegen. Sie boten in den ersten zwanzig Minuten eine kämpferisch starke Leistung und hatten in dieser Zeit auch ohne Zweifel die größeren Spielanteile. Demzufolge ist es kaum verwunderlich, daß die Oldesloer bereits in der vierten Minute durch einen Kopfballtreffer von Thom nach einer Flanke von Gossow mit 1:0 in Führung gingen.

Ein 20-Meter-Schuß von Zielke, der von Olufs abgefälscht wurde, nahm dadurch eine völlig andere Richtung ein und landete in der 20. Minute zum 1:1 im Oldesloer Tor. Vorher wurde noch der Itzehoer Herdramm am Kopf verletzt. Für ihn kam Friese ins Spiel. Auch Kurt Stobbe mußte in der 25. Minute wegen einer Knöchelverletzung vorzeitig aufgeben und wurde durch Holger Brandt ersetzt.

Nach den ersten 20 Minuten kamen die Itzehoer dann besser ins Spiel, obgleich der Kampfgeist der Oldesloer zu bewundern war. Auf Vorlage von Linksaußen Kölln brachte Harder die Itzehoer in der 28. Minute mit 2:1 in Führung. Wenig später war der offensive Verteidiger Harder wiederum mit nach vorne geprescht und konnte nach Vorarbeit von Ohlsen die Führung auf 3:1 für die Gastgeber ausdehnen.

Im zweiten Durchgang spielten die die Itzehoer ihre große Erfahrung aus und hatten dabei auch die weitaus größeren Spielanteile. Zu allem Übel mußte noch Metzing wegen einer zugezogenen Fußverletzung in der 60. Minute ausscheiden. Für ihn kam Schmidt ins Spiel.

Vorher konnte Torwart Böttcher noch einen Schuß von Metzing halten, in der 65. Minute war es aber der alte Kämpe Reich, der aus einer Kombination heraus zum 4:1 für die Itzehoer einschoß. Drei Minuten später war es Rechtsaußen Friese, der nach guter Vorarbeit von Reich das 5:1 erzielte. Durch ein Foulspiel von Witt erhielten die Gastgeber in der 78. Minute einen Foulelfmeter zugesprochen, den Zielke zum 6:1 unhaltbar verwandelte. Etwas später war die Abwehrreihe der Oldesloer nicht auf dem Posten und wurde durch den schnellen Friese überlaufen, der die Führung in der 85. Minute auf 7:1 ausdehnte.

Zwischenzeitlich wurden die Schüsse von Reich, Kühn und Zielke eine sichere Beute des Oldesloer Torwarts Spieler. Bewundernswert war der Kampfgeist der Stormarner. Er sollte auch belohnt werden, denn in der 90. Minute konnte Holger Brandt einen Eckball von Kürbis mit dem Kopf zum 7:2 über die Linie bringen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.9.1979

 

Sonnabend, 15. September 1979

SC Union baut auf seine gute Moral

Im Heimspiel gegen SV Eichholz soll endlich der erste Sieg gelingen

(mth) Nach drei Spieltagen in der Landesliga Süd steht Aufsteiger SC Union Oldesloe dort, wo ihn die Pessimisten eigentlich von Saisonbeginn an erwartet haben. Mit 1:5 Punkten rangieren die Männer aus dem Kurparkstadion auf dem vorletzten Tabellenplatz, der am Saisonende sie zum Abstieg verurteilen würde.

Dabei ist den Männern um Torhüter Spieler eigentlich in allen Spielen bescheinigt worden, gut mit dem Gegner mitgehalten zu haben – eine Ausnahme war das Gastspiel am letzten Sonntag bei SV Itzehoe II, wo die Steinburger sich als eine Nummer zu groß erwiesen. Mit diesem Trost aber wollen sich die Oldesloer nicht weiter zufrieden geben.

Schon im Heimspiel gegen den SV Eichholz soll nun mit aller Macht der erste Sieg in der neuen Spielklasse angestrebt werden. Dabei wäre es der Truppe von Trainer Witt durchaus recht, wenn man ihr einmal eine weniger gute spielerische Leistung attestieren würde, unter dem Strich aber ein Punkt oder gar ein Sieg herauskäme.

Leicht aber wird die Aufgabe für die Oldesloer gegen den SV Eichholz ganz gewiß nicht werden. Der Lübecker Verbandsliga-Absteiger wird im Kurparkstadion – das Spiel wird um 15 Uhr angepfiffen – ganz sicher mit gesteigertem Ehrgeiz zur Sache gehen. Nach gutem Saisonstart haben die Eichholzer zuletzt im Heimspiel gegen den TSV Travemünde doch sehr enttäuscht und diese Scharte wollen sie nun unbedingt auswetzen, damit sie ihre Meisterschaftsambitionen nicht vorzeitig begraben müssen.

Ihre Niederlage gegen Travemünde hat den Oldesloern aber immerhin gezeigt, daß der SV Eichholz keineswegs unverwundbar ist. Gelingt es dem Oldesloer Angriff endlich, die herausgearbeiteten Torchancen besser auszunutzen trauen wir der kampfkräftigen Truppe durchaus eine Überraschung zu, zumal die Mannschaft in Itzehoe trotz der klaren Niederlage eine gute Moral bewies.

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.9.1979

 

Sonntag, 16. September 1979

Union Oldesloe – Eichholzer SV 0:3 (0:0)

(4. Punktspiel)

Ein umstrittener Elfmeter brachte die Wende

Union stürmte gegen Eichholz vergebens und verlor durch Konter mit 0:3

(fi) Mehr als 150 Zuschauer wollten die Oldesloer siegen sehen, oder rechneten sich zumindest eine Punkteteilung aus. Diese Wünsche fanden jedoch keine Bestätigung. denn die Stormarner mußten in dieser Begegnung auf ihren verletzten Spielmacher Kurt Stobbe verzichten, der ihnen an allen Ecken und Enden fehlte. Außerdem befindet sich Trainer Witt im Krankenhaus. Für ihn übernahm Nossol das Training. Man muß den Oldesloern jedoch bescheinigen, daß sie in dieser Begegnung voll auf Angriff spielten, ein kampfbetontes Spiel hinlegten und erst unterlagen, als sie im zweiten Durchgang alles auf eine Karte setzten und dabei durch Konterangriffe der Eichholzer überrollt wurden.

SC Union Oldesloe: Spieler, Petzold, Albrecht, Olufs, Borrek, Metzing, Kürbis, Thom, Gossow, Holger Brandt, Schulz (46. Tjarks).

SV Eichholz: Grell, Klettke, CIasen, Knop, Rehmann, Möller, Krüger, Jankowiak, Bornemann, Sieverts (60. Witt), Sänger.

Schiedsrichter Kröfke (TSV Lentförden) fand mit seinen Entscheidungen nicht immer die Zustimmung der 22 Akteure und des Publikums.

Tore: 0:1 Sänger (65., Handelfmeter), 0:2 Bornemann (75.), 0:3 Krüger (80.).

Zuschauer: Mehr als 150.

Obgleich die Platzherren ohne ihren Spielmacher Kurt Stobbe ins Spiel gingen und in der Vorbereitung auf ihren erkrankten Trainer Witt verzichten mußten, boten sie den Gästen aus Eichholz im ersten Durchgang ein kampfbetontes und ausgeglichenes Spiel. Ein Schuß von Krüger ging nach Vorlage von Möller in der 17. Minute knapp am Tor von Spieler vorbei. Eine Minute später jagte Holger Brandt auf Zuspiel von Thom einen Schuß über die Latte. In der 20. Minute konnte Torwart Spieler einen gezielten Kopfballstoß von Jankowiak nach einer Flanke von Sieverts halten.

Aus einer Kombination heraus kam Gossow in der 35. Minute zum Schuß, der jedoch von Torwart Grell gemeistert wurde. Kurz vor der Pause konnte der Eichholzer Bornemann noch einen gezielten Freistoß anbringen, der jedoch von Spieler unschädlich gemacht werden konnte.

Im zweiten Durchgang warfen die Oldesloer auf Kosten ihrer Deckung alles nach vorn, um so eine Wende des Spieles herbeizuführen. So kannte Holger Brandt in der 52. Minute auf Vorlage von Kürbis einen Schuß anbringen, der nur knapp das Ziel verfehlt. Zehn Minuten später war es wieder Holger Brandt, der eine Kombination Gossow/Thom abschließen konnte. Dieser Schuß wurde jedoch von Torwart Grell abermals gehalten.

Dieses offensive Spiel der Oldesloer brachte natürlich auch Gefahren mit sich, zumal die Deckung entblößt wurde. Die Wende des Spieles brachte die 65. Minute. als Borrek angeschossen wurde und Schiedsrichter Kröfke auf den Elfmeterpunkt zeigte. Diese sehr zweifelhafte Entscheidung löste bei den Spielern und Zuschauern heftige Empörung aus. Linksaußen Sänger verwandelte diesen Handelfmeter unhaltbar zum 1:0.

Durch diese zweifelhafte Entscheidung geschockt. spielten die Gastgeber nicht mehr in der gewohnten Weise auf. Auf Vorlage von Krüger konnte Mittelstürmer Bornemann in der 75. Minute das 2:0 für die Gäste aus Eichholz erzielen. Eine große Chance zum Ehrentreffer verpaßte Gossow vorher in der 74 Minute, als sein Schuß nur knapp das Ziel verfehlte.

Die Oldesloer gaben noch nicht auf, sondern kämpften weiter und griffen unentwegt an. In diese Deckungslücke hinein fand Rechtsaußen Krüger in einem Alleingang. wobei er Olufs und Albrecht stehen ließ, den Weg zum Tor und schoß in der 80. Minute zum 3:0 für die Eichholzer ein.

STORMARNER TAGEBLATT vom 17.9.1979

 

Sonnabend, 22. September 1979

Auch in Hansühn nur Außenseiter

Dem SC Union läuft das Pech zur Zeit förmlich hinterher

(mth) Nicht gerade in Hochstimmung befindet sah zur Zeit der Landesliga-Aufsteiger SC Union Oldesloe. Nach dem vielversprechenden Saisonauftakt der Kreisstädter mit dem Unentschieden beim TSV Heiligenstedten ist bei den Männern vom Kurparkstadion nicht mehr übermäßig viel zusammengelaufen.

Fast durchweg ist den Oldesloern in den folgenden drei Spielen großer Kampfgeist und redliches Bemühen bescheinigt worden, dennoch blieben sie stets zweiter Sieger. Und die Erfahrung, daß Mannschiften, die erst einmal am Tabellenende stehen, das Pech dann auch noch förmlich hinterherläuft, hat man auch beim Aufsteiger schon gemacht. Der Ausfall wichtiger Stammspieler – Pophal und Stobbe, um nur die wichtigsten zu nennen – gehört ebenso in diese Kategorie wie der Schicksalsschlag mit Trainer Witt, der wegen einer Erkrankung der Mannschaft nun vorübergehend nicht zur Verfügung steht.

Unter diesen Aspekten können natürlich nur Superoptimisten dem Gastspiel der Oldesloer am Sonntag um 15 Uhr beim SV Hansühn in der Erwartung eines Punktgewinnes oder gar eines Sieges entgegensehen. Gewiß, die Ostholsteiner, die nach ihrem Sensations-Pokalerfolg über den VfB Lübeck zu den größten Favoriten der Landesliga gerechnet werden, haben diesen Ansprüchen bislang noch nicht gerecht werden können, aber nach dem total verkorksten Start mit 0:4 Punkten hat die Mannschaft mit drei Punkten aus den letzten beiden Spielen eine deutliche Aufwärtstendenz aufzuweisen.

Diese wollen sie sieh nun ausgerechnet durch Schlußlicht Union natürlich nicht aus der Hand nehmen lassen. Mannschaftssenior Helmut Nossol, der ersatzweise für Trainer Witt die Betreuung der Oldesloer übernommen hat, wird gut daran tun, sein Team auf einen stürmisch angreifenden Gegner einzustellen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.9.1979

 

Sonntag, 23. September 1979

SV Hansühn – Union Oldesloe 1:2 (0:1)

(5. Punktspiel)

Kürbis machte kurz vor Schluß alles klar

Union Oldesloe kam zum ersten Saisonsieg

(fi) Vor mehr als 300 Zuschauern kamen die Oldesloer unter der vorzüglichen Leitung von Schiedsrichter Peplow (SV Ratzeburg) im neuen Stadion von Hansühn zu ihrem ersten doppelten Punktgewinn. Co-Trainer Helmut Nossol hatte seine Mannschaft auf diesen Sieg bestens eingestellt. Dieser Auswärtserfolg wird dem Aufsteiger natürlich das ins Wanken geratene Selbstvertrauen wieder zurückgeben und festigen und damit der Mannschaft für die kommenden Spiele den erforderlichen Rückhalt geben.

SV Hansühn: Speth, Both, Reife, Kahl, Kromme, Vollesen, Hagemeister, Dörmann, Pitzschel, Schulz, Steuck.

SC Union Oldesloe: Spieler, Holger Brandt, Petzold, Olufs, Borrek, Albrecht, Kürbis, Thom, Gossow, Metzing, Rohhäuser.

Schiedsrichter: Peplow (Ratzeburger SV).

Tore: 0:1 Metzing (19.), 1:1 Hagemeister (51.), 1:2 Kürbis (89.).

Zuschauer: Mehr als 300.

Die ersten zehn Minuten des ersten Durchgangs gingen klar an die Hansühner, da die Oldesloer vorsichtig aus einer verstärkten Abwehr heraus operierten. Dann aber warfen sie alles nach vorn, um auf der hervorragenden Platzanlage möglichst den Führungstreffer zu erzielen. Auf Vorlage von Albrecht ging ein Schuß von Gossow knapp am rechten Torpfosten vorbei, und ein „Geschoß“ von Kürbis wurde von Torwart Speth gehalten.

In der 14. Minute war es in der Hansühner Dörmann, der nach einem Abwehrfehler den Ball knapp über das Tor schoß. Eine Kombination Gossow/Thom/Kürbis konnte Metzing in der 19. Minute mit einem 25-Meter-Schuß in den oberen rechten Torwinkel mit dem 1:0 für die Oldesloer abschließen. Wenig später mußte Spieler einen Schuß von Kahl aus zwölf Meter Entfernung unschädlich machen.

Steuck war es auch, der wenig später nach guter Vorarbeit von Pitzschel das Tor der Oldesloer erneut in Gefahr brachte. Spieler konnte jedoch halten. In der 44. Minute setzte Steuck nach einer Vorlage von Schulz nochmals einen Kopfball aus acht Metern Entfernung auf das Tor, der aber knapp über die Latte strich.

Auch der zweite Durchgang begann mit einem ausgeglichenen Spiel. Dann jedoch kamen die Hansühner in der 51. Minute nach einem Flankenball von Steuck durch Hagemeister, der den Ball mit dem Kopf eindrückte, zu dem 1:1-Ausgleich.

Von der 65. Minute bis zur 88. Minute dominierten dann die Hansühner, die mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln unbedingt den Führungstreffer erzielen wollten. In dieser Zeit gingen Schüsse von Pitzschel, Schulz, Steuck, Dörmann und Vollesen auf das Tor der Oldesloer, die jedoch samt und sonders durch den sicheren Torhüter Spieler sicher gehalten wurden. Durch Konterangriffe waren auch die Unioner zwischenzeitlich zu gefährlichen Angriffen gestartet, die aber nichts einbrachten. In der 89. Minute war es dann Kürbis, der von Rohhäuser mit einer Vorlage auf die Reise geschickt wurde, drei Abwehrspieler der Hansühner stehen ließ und mit einem flachen Schuß ins lange linke Eck den Siegtreffer für die Oldesloer anbrachte. Großer Jubel herrschte bei den Oldesloern, denn wenig später war das Spiel aus.

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.9.1979

 

Sonnabend, 29. September 1979

Ein Kreisderby von besonderem Reiz

Union will ersten Heimsieg, der SV Eichede seine Siegesserie fortsetzen

(mth) Auf eine große Zuschauerkulisse hofft man am Sonntag im Oldesloer Kurparkstadion, wenn um 15 Uhr der Landesliga-Aufsteiger SC Union Oldesloe den Kreisrivalen SV Eichede erwartet. Diese Begegnung wird von den Stormarner Fußballfans ganz sicher mit großer Spannung erwartet, denn für dieses Spiel kann man keinen Favoriten ausmachen.

Für beide Mannschaften ist der Spielausgang von großer Bedeutung für ihren weiteren Weg in dieser Saison. Nach dem wenig guten Start haben der SC Union und der SV Eichede am letzten Wochenende deutlich gemacht, daß sie keineswegs gewillt sind, sich von vornherein als Abstiegskandidaten einstufen zu lassen, als die sie Pessimisten nach den ersten Schlappen schon sahen.

Insbesondere gilt diese Einschätzung für den Aufsteiger aus dem Kurparkstadion. Ihr Erfolg in Hansühn ist gar nicht hoch genug einzuschätzen und das gestärkte Selbstbewußtsein sollen nun auch die Eicheder zu spüren bekommen. Besonderen Ehrgeiz werden die Oldesloer schon allein deshalb entfalten, als sie ihrem Anhang noch immer den ersten Punktgewinn auf eigenem Platz schuldig sind.

Ohne Siege auf eigenem Gelände, darüber ist man sich im Union-Lager im Klaren, wird der Klassenerhalt nicht zu schaffen sein, auch wenn man auswärts weiterhin für positive Überraschungen sorgen kann.

Die Oldesloer, die auch in dieser Begegnung noch ohne ihren Trainer Horst Witt auskommen müssen, der von Helmut Nossol aber gut ersetzt wird, werden voraussichtlich die siegreiche Mannschaft vom letzten Wochenende nicht verändern. Fraglich ist noch, ob der eine oder andere Spieler von der Verletztenliste, auf der mit Pophal und Stobbe ausgesprochene Mannschaftsstützen stehen, wieder zum Aufgebot stößt.

Personalsorgen hat auch Eichedes Trainer Günther Rust. Die Verletzung von Torhüter Klose im letzten Spiel hat sich zwar gottlob nicht als Wadenbeinbruch, sondern „nur“ als schwere Prellung herausgestellt, sein Einsatz aber ist ebenso ungewiß, wie der von Klitzke, Wolfgang Pfeiffer und Rundshagen. Sollten alle vier Spieler ausfallen, wäre man beim SVE natürlich schon mit einem Remis zufrieden, ansonsten strebt man natürlich den dritten Sieg in Reihenfolge an.

Hoffen wir, daß die Zuschauer einen spannenden und fairen Kampf zu sehen bekommen. Lokalderbys haben ja bekanntlich immer ihre eigenen Gesetze, nur muß der besondere Reiz ja nicht unbedingt in Härte und Hektik liegen!

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.9.1979

 

Sonntag, 30. September 1979

Union Oldesloe – SV Eichede 2:2 (1:0)

(6. Punktspiel)

Bei Union reichte die Kraft nicht

Nach einem 0:2-Rückstand erkämpfte sich der SV Eichede noch ein Remis

(mth) Das erste Stormarner Kreisderby in der Landesliga Süd zwischen dem SC Union Oldesloe und dem SV Eichede endete vor gut 400 Zuschauern im Kurparkstadion mit einem insgesamt gesehen gerechten 2:2-Unentschieden. Beide Mannschaften hatten am Ende Grund, mit dem Ergebnis zufrieden und unzufrieden zu sein. Der gastgebende SC Union wird mit Recht dem 2:0-Vorsprung ein wenig nachweinen, konnte am Ende, als ein Teil seiner Spieler konditionell nichts mit Zusätzen hatte, sogar noch von Glück sagen, wenigstens einen Punkt behalten zu haben. Bei den Eichedern war die Situation natürlich genau umgekehrt. Sie waren glücklich, nach einem schon aussichtslos erscheinenden Rückstand noch ein Remis herausgeholt zu haben, mußten sich aber den Vorwurf machen, daß sie das Spiel leicht für sich hätten entscheiden können, wenn sie statt nur in den letzten zwanzig Minuten über die gesamte Distanz voll konzentriert zur Sache gegangen wären.

SC Union Oldesloe: Spieler, Brandt, Petzold, Olufs, Borrek, Alrecht, Kürbis, Thom, Rohhäuser, Gossow, Tjarks.

SV Eichede: Kohfeldt, Hans-Jürgen Pfeiffer, Wolfgang Pfeiffer, Dau, Müller (73. Kielhorn), Wagener, Klitzke, Kramp (54. Rundshagen), Niemeyer, Brockmöller, Uwe Pfeiffer.

Schiedsrichter: Redetzki (VfB Lübeck), der in seinen Entscheidungen nicht immer ganz unumstritten war, aber gewiß besser agierte, als es mancher Spieler und Zuschauer wahrhaben wollte. Beide Mannschaften machten ihm im übrigen die Aufgabe mit vielen offenen und versteckten Fouls nicht leicht.

Tore: 1:0 Kürbis (11.), der einen Fehlabschlag von Kohfeldt aufnahm, Dau aussteigen ließ und überlegt einschoß; 2:0 Gossow (62.) mit einem präzisen Kopfball nach einer Ecke von Kürbis; 2:1 Niemeyer (63.), der eine Ecke von Wagener verwandelte. Klitzke hatte die Union-Abwehr zuvor getäuscht, als er die auf ihn gezogene Ecke durchließ; 2:2 Niemeyer (84.). Der scharfe Schuß des SVE-Mittelstürmers wurde unhaltbar für Torhüter Spieler abgefälscht.

Zuschauer: Mindestens 400 bei herrlichstem Fußballwetter.

Nach nervösem Beginn beider Teams fanden sich die Oldesloer, die von Anfang an den größeren kämpferischen Einsatz zeigten, bald besser ins Spiel und ihre Führung aus der elften Minute war durchaus folgerichtig. Klose-Ersatz Kohfeldt im Eicheder Tor, der an diesem Gegentreffer mit seinem verunglückten Abschlag die Hauptschuld trug, war auch in den folgenden Minuten nicht gut im Bilde und hätte um ein Haar in der 16. Minute einen weiteren Treffer hinnehmen müssen. Zunächst traf Borrek mit einem kapitalen Freistoß nur das Lattenkreuz und als Kohfeldt dann hinter dem Abpraller hinterherirrte verpaßten Kürbis und Tjarks kläglich riesige Tormöglichkeiten. Letzterer traf dabei erneut das Torgestänge.

Für den Rest der ersten Halbzeit blieben weitere Höhepunkte dann aus. Die Gastgeber erspielten sich zwar eine optische Überlegenheit, aber vor dem SVE-Tor waren sie mit ihrem „Latein“ dann regelmäßig am Ende und die Eicheder enttäuschten gar auf der ganzen Linie.

In den ersten zehn Minuten nach dem Seitenwechsel hatten die Gäste dann zunächst bange Momente zu überstehen, denn durch eine Zehn-Minuten-Zeitstrafe, die sich Brockmöller vor der Pause wegen absichtlichen Handspiels eingehandelt hatte, waren sie zahlenmäßig in der Minderheit. Sie überstanden diese Periode aber unbeschadet und konnten von der 55. Minute an den Spieß umdrehen, denn nun mußte Tjarks wegen eines groben Fouls für zehn Minuten das Spiel von draußen ansehen. Aber auch dem SC Union machte zunächst die zahlenmäßige Unterlegenheit nichts aus. Im Gegenteil: Als Gossow in dieser Zeit das 2:0 erzielte, schien die Partie für den Aufsteiger endgültig gelaufen.

Einen Zwei-Tore-Vorsprung, so glaubte der Betrachter, würde diese konfuse Eicheder Elf niemals mehr aufholen können. Aber es kam anders als man dachte. Kaum 60 Sekunden nach dem 2:0 konnte Niemeyer endlich eine Gäste-Aktion erfolgreich abschließen und danach ging es wie ein Ruck durch das Eicheder Team. Die Mannschaft, die bis dahin in keiner Weise zu überzeugen wußte, besann sich nun auf ihre kämpferischen Qualitäten und fightete zurück.

Beim SC Union, der in der 74. Minute, als Gossow und Kürbis nacheinander die Latte trafen, noch einmal die Gelegenheit hatte, das Spiel für sich zu entscheiden, schwanden die Kräfte. Die Chancen der Gäste häuften sich nun, aber Niemeyer (Pfosten), Kielhorn und Wagener verpaßten kurz hintereinander große Möglichkeiten, ehe Niemeyer mit seinem zweiten Treffer das Blatt wendete.

In den Schlußminuten wäre es dann fast noch zu einem Eklat in diesem ohnehin schon wenig schönen Spiel – beide Mannschaften übertrieben oft den körperlichen Einsatz – gekommen. Als Niemeyer in wenig schöner Art und Weise die Ausführung eines Freistoßes verhindern wollte, verlor Borrek die Nerven und ließ sich zu einer klaren Tätlichkeit hinreißen. Zu seinem Glück aber hatten weder Schieds- noch Linienrichter davon etwas mitbekommen, so daß Union vollzählig das Remis über die Zeit retten konnte.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.10.1979

 

Sonnabend, 6. Oktober 1979

Union baut auf seine Auswärtsstärke

(mth) Für den Landesliga-Aufsteiger SC Union Oldesloe steht am Wochenende so etwas wie ein Schicksalsspiel ins Haus. Das Gastspiel der Männer vom Kurparkstadion beim augenblicklichen Tabellenletzten TSV Travemünde wird vermutlich Aufschluß darüber geben, wohin der Weg der Stormarn Kreisstädter in den nächsten Wochen und Monaten wohl führen wird.

Gewinnt der SC Union die Partie, oder holt er auch nur ein Unentschieden, sind die Aussichten, im Tabellenmittelfeld mitzuspielen, ausgesprochen günstig. Im Fall einer Niederlage, die man leider ja auch nicht ausschließen kann, werden sich die Mannen um Torhüter Peter Spieler wohl auf längere Zeit am Tabellenende festbeißen.

Hoffnungsfroh stimmt die Stormarner für die Partie, die am Sonntag um 15 Uhr angepfiffen wird, daß sie auswärts eigentlich immer zu besseren Leistungen fähig sind als vor eigenem Publikum. Nicht umsonst haben sie drei von ihren bisher vier errungenen Punkten auf fremdem Terrain gesammelt.

„Ersatztrainer“ Helmut Nossol, der auch weiterhin den erkrankten Horst Witt ersetzt, wird für dieses Spiel in Travemünde auch weiterhin auf seine Stammspieler Spiwek, Pophal, Stobbe und Metzing verzichten müssen, hofft aber, daß seine Mannschaft, die gegenüber dem letzten Wochenende kaum verändert werden wird, besser bei Kräften ist als gegen den SV Eichede, als wegen Konditionsmängeln ein schon sicher geglaubter Sieg noch „durch die Lappen“ ging.

Der TSV Travemünde gehört in dieser Saison bisher zu den großen Enttäuschungen in der Landesliga. Gegenüber den Vorjahren, als er spieltechnisch zu den besten Mannschaften der Klasse zählte, ist er mit seiner geradezu primitiven Spielweise kaum noch wiederzuerkennen. Hoffen wir mit dem SC Union, daß eine Wende zum Besseren bei den Travemündern nicht ausgerechnet schon an diesem Wochenende eintritt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.10.1979

 

Sonntag, 7. Oktober 1979

TSV Travemünde – Union Oldesloe 4:0 (1:0)

(7. Punktspiel)

Union hatte wieder nicht genug Luft

Lange Zelt hielten die Oldesloer in Travemünde mit, am Ende verloren sie mit 0:4

(fi) Vor knapp 100 Zuschauern gelang den Stormarnern gegen den Tabellenletzten aus Travemünde kein Sieg, weil einige Spieler in der letzten halben Stunde nicht mehr über die erforderliche Konditionen verfügten und die Oldesloer durch Schiedsrichter Lühmann (FC Ulzburg) nach Meinung der Oldesloer Aktiven und auch der Zuschauer in seinen Entscheidungen benachteiligt wurde. Pech für die Oldesloer war es auch, daß nun auch Co-Trainer Nossol erkrankt ist und auf längere Zeit der Mannschaft nicht zur Verfügung steht. Alle Hilferufe in diesem Zusammenhang gehen nun an „Oldtimer“ Uwe Pophal, sich der Mannschaft zur Verfügung zu stellen.

TSV Travemünde: Freitag, Studt, Gehlhaar, Rönigkeit, Klaus, Kohlwow, Schomburg, Knudsen, Paul, Wiens, Liedtke.

SC Union Oldesloe: Spieler, Brandt, Petzold, Olufs, Albrecht, Thom, Gossow, Metzing, Kürbis, Rohhäuser, Borrek.

Schiedsrichter: Lühmann (FC Ulzburg).

Tore: 1:0 Rönigkeit (15.), 2:0 Wiens (78.), 3:0 Liedtke (87.), 4:0 Wiens (89.).

Zuschauer: Knapp 100.

Die Travemünder hatten sich scheinbar sehr viel vorgenommen und spielten in den ersten 20 Minuten mit einer harten Gangart auf, wobei Kürbis bereits in der zehnten Minute durch Studt angeschlagen wurde. Ein Kopfball des Halbrechten Knudsen ging nach einer Vorlage von Schomburg in der achten Minute nur knapp über die Latte. Dann kamen die Travemünder durch ihren rechten Läufer Rönigkeit, der sich im Alleingang durchsetzen konnte, in der 15. Minute zu ihrer 1:0-Führung.

Nach Wiederanstoß wurde ein Schuß von Kürbis nach guter Vorarbeit von Rohhäuser durch Torwart Freitag gehalten. Das Spiel war dann bis zur Halbzeit ausgeglichen. In der 35. Minute ging ein Schuß von Kürbis nach einer Vorlage von Thom nur knapp am rechten Torpfosten vorbei. Aber auch die Travemünder hatten bis zur Halbzeit noch eine weitere echte Torchance, denn nach einer guten Vorarbeit von Wiens konnte Torwart Spieler einen Kopfball von Mittelstürmer Paul nur mit letzter Kraft unter Kontrolle bringen.

Auch die ersten zwanzig Minuten des zweiten Durchgangs waren völlig ausgeglichen. Danach übernahmen die Oldesloer für die nächsten zwanzig Minuten das Kommando, In der 50. Minute strich ein Schuß von Metzing nur knapp am Gehäuse vorbei. Aber auch Torwart Spieler mußte wenig später einen Schuß von Schomburg unschädlich machen.

Durch die Hineinstellung des Abwehrspielers Borrek wurde der Sturm der Oldesloer äußerst gefährlich. Aber letztlich erwies sich die taktische Maßnahme als ein Übel, denn durch Konterangriffe der Travemünder wurde die Niederlage der Oldesloer in den letzten zwölf Minuten dieses Spiels besiegelt.

Vorher haderten die Oldesloer mit dem Schiedsrichter Lühmann, der gegen Borrek und Kürbis je eine Zehn-Minuten-Zeitstrafe anordnete und fünf gelbe Karten an sie verteilte, während die Travemünder erhebliche Vergünstigungen erhielten. Trotz dieser Widerstände traf Metzing nach guter Vorarbeit von Kürbis in der 70. Minute nur die Latte. Nach einer Kombination erhöhten die Travemünder ihre Führung durch Wiens in der 78. Minute auf 2:0. Neun Minuten später gelang Liedtke in einem Alleingang das 3:0 für die Gastgeber, und in der 89. Minute stellte der Halblinke Wiens in einem Alleingang das SchIußergebnis her.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.10.1979

 

Sonnabend, 13. Oktober 1979

Viele Probleme bei Union Oldesloe

(mth) Ohne allzuviel Hoffnungen tritt in der Landesliga Süd Aufsteiger SC Union Oldesloe am Sonntag die Reise zum MTV Marne an. Die Truppe aus dem Oldesloer Kurparkstadion ist in den letzten Wochen in der Tat vom Glück nicht gerade begünstigt. Nachdem zunächst ihr etatmäßiger Trainer Horst Witt wegen Krankheit ausgefallen war, ist seit dem letzten Wochenende nun auch „Ersatztrainer“ Helmut Nossol nicht mehr verfügbar. Auch er fällt wegen einer Erkrankung aus.

Die „Führungslosigkeit“ außerhalb des Spielfelds ist aber nicht das einzige Problem, was den Stormarner Aufsteiger bedrückt. Auch die Form der Mannschaft läßt doch einige Wünsche offen. Insbesondere dem Angriffsspiel fehlt es an der nötigen Durchschlagskraft.

Der am letzten Sonntag gemachte Versuch, Libero Borrek in den Angriff zu beordern, um dort mehr Druck zu erzeugen, muß im wesentlichen als gescheitert angesehen werden. Borrek verstand es zwar in Travemünde, mehr Schwung in den Angriff der Stormarner zu bringen, Tore konnte der SC Union aber trotzdem nicht erzielen.

Nicht eben zum besten ist es bei den Union-Akteuren dazu mit der Kondition verschiedener Spieler bestellt. Anders ist der Verlust eines 2:0-Vorsprungs im Kreisderby gegen den SV Eichede und der Einbruch in der letzten Viertelstunde im Spiel gegen Travemünde nicht zu erklären. Hier gilt es für den Aufsteiger, umgehend für Abhilfe zu sorgen.

Trotz dieser mißlichen Voraussetzungen fahren die Oldesloer keineswegs mutlos nach Marne. Auch der MTV, das zeigte er am letzten Sonntag beim VfL Oldesloe, reißt zur Zeit keine Bäume aus. Wenn der SC Union zu seiner besten Form findet und obendrein ein wenig Glück entwickelt, könnte er bei den Dithmarschern durchaus für eine Überraschung sorgen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.10.1979

 

Sonntag, 14. Oktober 1979

MTV Marne – Union Oldesloe 3:1 (1:0)

(8. Punktspiel)

SC Union verschenkte einen Punkt

In Marne verloren die Oldesloer unglücklich 1:3. Platzverweise für Borrek und Gossow

(fi) Die Oldesloer mußten diese weite Reise ohne ihre Stammspieler Kürbis, Kurt Stobbe und Schüler antreten. Aber auch ohne diese genannten Mannschaftsstützen legten sie in Marne ein überlegenes und technisch gutes Spiel hin. Bester Spieler auf dem Patz war Verteidiger Petzold. Eines aber darf festgestellt werden: Die Stormarner haben dieses Spiel durch eigenes Verschulden verloren, das sie nach dem Ausgleich schon sicher in der Hand hatten. Grobe Fehler, die beispielsweise Gossow unterliefen, dürfen in dieser Spielklasse einfach nicht vorkommen. Darüber hinaus sollten die Aktiven des SC Union endlich einsehen, daß die Entscheidungen eines Schiedsrichters unbedingt zu respektieren sind. Letztlich haben sie in den letzten Spielminuten durch ihre unnötigen Proteste ihre Stammspieler Gossow und Borrek durch Feldverweis für einige Wochen verloren. Sie haben damit ihrem Verein und ebenso ihrem in der Kur befindlichen Fußballobmann Kurt Papstein keinen guten Dienst erwiesen.

MTV Marne: W. Ehlers, Müller, H. Ehlers, Tiedje, Hansen, Romahn, Zacharian, Lüttke, Heinkel, Hankel, Hamann.

SC Union Oldesloe: Spieler, Petzold, Metzing, Olufs, Borrek, Albrecht, Rohhäuser, Thom, Tjarks, Gossow, Witt.

Schiedsrichter: NN.

Tore: 1:0 Romahn (35.), 1:1 Metzing (57., Handelfmeter), 2:1 Lüttke (62.), 3:1 Romahn (86.)

Zuschauer: 150.

Auch ohne ihre Stammstürmer Kürbis und Kurt Stobbe lief das Spiel der Oldesloer auf dem Marner Platz sehr elanvoll, das von den 150 Zuschauern auch applaudiert wurde. Die Oldesloer hatten nicht nur die größeren Spielanteile, sondern bereits im ersten Durchgang auch echte Torchancen, die aber durch Gossow und Tjarks nicht in Treffer umgemünzt wurden.

Bei einem der wenigen Konterangriffe spielte sich Rechtsaußen Zacharian in der 35. Minute erfolgreich auf dem rechten Flügel durch, der linke Läufer Romahn nahm den Flankenball auf und schoß diesen aus 17 Metern zum 1:0 für die Marner ein.

Ein Handspiel des rechten Läufers Romahn brachte dann den Oldesloern in der 57. Minute einen Handelfmeter ein, den Metzing unhaltbar zum 1:1 verwandelte. Durch diesen Ausgleich angespornt, legten die Oldesloer ein noch zügigeres Spiel hin. Es war unverkennbar geworden, daß nach diesem Ausgleich nur noch eine Mannschaft stürmte, nämlich die Oldesloer.

Bei einem harmlosen Konterangriff der Marner in der 62. Minute brauchte Gossow den Ball aus kürzester Entfernung nur noch seinem Torwart Spieler zuzuschieben und die Gefahr wäre gebannt gewesen. Er schoß ihn aber dem Stürmer Lüttke vor die Füße und von dessen Schienbein prallte der Ball dann zum 2:1 für die Marner in Tor. Die Gäste ließen sich aber nicht irreführen und spielten weiterhin überlegen auf. In der 86. Minute zeigte der Linienrichter mit seiner Fahne klar auf Abseits. Alle Akteure warteten vergeblich auf den Pfiff des Schiedsrichters, der ausblieb. Letztlich nahm sich Romahn ein Herz und schob den Ball zum 3:1 für die Marner ins leere Union-Tor.

Der Schiedsrichter entschied sich für dieses Tor und zeigte auf die Mittellinie. Große Proteste der Oldesloer folgten, die zu nichts führten und keine Annullierung der Schiedsrichterentscheidung brachten, aber für die Stürmer Gossow und Borrek rote Karten und damit mindestens automatische Spielersperren einbrachten. Das hätte nicht nötig getan.

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.10.1979

 

Sonnabend, 20. Oktober 1979

SC Union hat nichts zu verlieren

Gegen den FC Burg ist der ersatzgeschwächte Aufsteiger nur krasser Außenseiter

(mth) Für den SC Union Oldesloe kommt es in der Landesliga Süd zur Zeit wirklich knüppeldick. Die Mannschaft steht immer noch ohne Führung da – Trainer Witt fehlt nach wie vor wegen Erkrankung, „Ersatztrainer“ Nossol fällt ebenfalls aus und zu allem Überfluß befindet sich auch noch Fußballobmann Papstein auf Kur –, die Verletztenliste will auch unter den Stammspielern nicht kleiner werden, und nun muß man zusätzlich noch auf Borrek und Gossow verzichten, die beim letzten Spiel in Marne mit Feldverweisen bestraft wurden und deshalb gesperrt sind.

Unter diesen Umständen kann man dem Heimspiel des Aufsteigers am Sonntag um 15 Uhr im Kurparkstadion gegen den FC Burg eigentlich nur pessimistisch entgegensehen. Immerhin gehören die Dithmarscher zu den stärksten Mannschaften der Landesliga überhaupt, die sich vom SC Union natürlich nicht ihre Meisterschaftschancen vermasseln lassen wollen.

Wie stark der FC Burg in dieser Saison wirklich ist, ist in Stormarn ja nicht unbekannt geblieben. Der Lokalrivale des SC Union, der VfL Oldesloe, bekam das schon im ersten Saisonspiel zu spüren, als er mit 0:1 seine bisher einzige Niederlage bezog, und auch beim SV Eichede weiß man über die Burger, die vor 14 Tagen bei den Rust-Schützlingen sogar mit 5:0 gewannen, nur Gutes zu berichten.

Der SC Union, soviel ist klar, hat gegen diesen übermächtig erscheinenden Gegner nichts zu verlieren. Alles andere als ein glatter Sieg der Gäste wäre eine riesige Überraschung. Aber vielleicht liegt gerade in dieser Ausgangsposition eine minimale Chance für den Stormarner Aufsteiger.

Die Mannschaft, die trotz all der Nackenschläge. die sie einstecken mußte, bislang sich eigentlich noch immer achtbar aus der Affäre gezogen hat, und nicht selten nur höchst unglücklich verlor, kann gänzlich unbelastet aufspielen. Gelingt ihr einmal ein frühes Tor, könnte auch ein Gegner vom Kaliber des FC Burg so nervös werden, daß er sich an dem eigentlich nie versagenden Kampfgeist der Oldesloer die Zähne ausbeißt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.10.1979

 

Sonntag, 21. Oktober 1979

Union Oldesloe – FC Burg 1:1 (0:0)

(9. Punktspiel)

Tolle Leistung des SC Union – 1:1!

Die ersatzgeschwächten Oldesloer konnten mit dem favorisierten FC Burg mithalten.

(fi) Auch ohne die gesperrten Spieler Borrek und Gossow, sowie ohne die verletzten Spiwek und Pophal trotzten die Oldesloer dem vorausgesagten Pessimismus und holten unter der vorzüglichen Leitung von Schiedsrichter Preuß (Olympia Schwartau) vor mehr als 250 Zuschauern im Kurparkstadion ein beachtliches 1:1-Unentschieden gegen den favorisierten FC Burg heraus. Den Oldesloern war klar, daß sie gegen den an der zweiten Stelle der Tabelle der Landesliga Süd liegenden FC Burg nichts gewinnen zu hatten, und deshalb frei und ohne Hemmnisse aufspielen konnten. Es zeugt aber andererseits von der guten Moral der Truppe, daß sie sich nach dem Debakel in Marne zu solchen ansehnlichen Leistungen aufschwingen konnte.

SC Union Oldesloe: Spieler, Petzold, Holger Brandt, Metzing, Olufs, Albrecht, Kürbis, Thom, Rohhäuser, Helmut Nossol (80. Kurt Stobbe), Fischer.

FC Burg: Horn, Oeser, Franzenburg, Kruse, Schneider, Witt, Vieth, Nagel, H. Vohs, Ellmann, Reimer (71. U. Vohs).

Schiedsrichter: Preuß (Olympia Schwartau).

Tore: 0:1 H. Vohs (81.), 1:1 Thom (87.).

Zuschauer: Mehr als 250.

Die mehr als 250 Zuschauer hatten von Beginn an elanvolle Angriffe der favorisierten Burger erwartet. Das Spielgeschehen war im ersten Durchgang jedoch völlig ausgeglichen. Zur Sicherung ihrer Abwehr operierten die Oldesloer nur mit zwei Angriffsspitzen, was durchaus ein guter Schachzug war.

Die ersten 45 Minuten verliefen dann auch ohne größere und wesentliche Höhepunkte, da das Spiel sich hauptsächlich im Mittelfeld abspielte. Dennoch blieben die Gastgeber auch im ersten Durchgang nicht ohne Chancen. So ging ein Schuß von Kürbis nach guter Vorarbeit von Nossol in der achten Minute nur knapp am Tor vorbei. Wenig später bestand Torwart Spieler eine Probe seines Könnens mit voller Befriedigung, als er einen Schuß von Witt nach einer Kombination Nagel/Ellmann unschädlich machen konnte. Ein weiterer Schuß von Witt ging in der 28. Minute knapp über das Tor.

Was niemand erwartet hatte, trat dann für die ersten 25 Minuten des zweiten Durchgangs ein. Die Oldesloer rafften sich zu elanvollen Angriffen auf und hatten nicht nur die größeren Spielanteile, sondern auch die besseren Torchancen zu verzeichnen.

So ging ein gezielter Schuß von Thom nach guter Vorarbeit von Rohhäuser in der 50. Minute nur knapp am Tor vorbei, Eine Minute später hätte ein Alleingang von Holger Brandt die 1:0-Führung der Gastgeber verdient gehabt, aber auch Torwart Horn war auf dem Posten. Horn machte auch einen gezielten Schuß von Kürbis in der 60. Minute nach guter Vorarbeit von Mittelstürmer Rohhäuser unschädlich.

Eine Minute später war es Nossol, der einen Eckball von Fischer mit dem Kopf gezielt auf das Tor setzte, aber auch dieser Ball wurde von Torwächter Horn gehalten. Nach einer Vorlage von Nossol setzte Kürbis in der 65. Minute einen Schuß an den Pfosten.

Dann aber kamen die Burger nach dieser Drangperiode wieder besser ins Spiel, und Torwart Spieler mußte seine ganze Kraft aufwenden, um einen Schuß von Reimer unschädlich zu machen. Aus einem Gewühl heraus konnten dann Mittelstürmer Vohs in der 81. Minute seine Burger mit 1:0 in Führung bringen. Die Oldesloer ließen sich durch diesen Erfolg aber nicht irre machen und setzten in den letzten Spielminuten nochmals alles auf eine Karte. Dieser beachtenswerte Einsatz wurde auch letztlich durch einen Erfolg gekrönt, denn in der 87. Minute war es Thom, der einen Flankenball von Kürbis mit dem Kopf zum verdienten 1:1-Ausgleich über die Linie drückte.

STORMARNEDR TAGEBLATT vom 22.10.1979

 

Sonnabend, 27. Oktober 1979

Bei Union herrscht wieder Zuversicht

Die Oldesloer dürfen die zweite Mannschaft des Heider SV aber nicht unterschätzen

(mth) Nach der erstaunlich guten Leistung am letzten Wochenende, als gegen den Mitfavoriten auf die Meisterschaft in der Landesliga Süd, FC Burg, ein überraschendes 1:1-Unentschieden herausgeholt wurde, fährt Aufsteiger SC Union Oldesloe nun auch zuversichtlich zu seinem Auswärtsspiel bei der zweiten Mannschaft des Heider SV.

Die Männer vom Oldesloer Kurparkstadion denken zwar nicht im Traum daran, ihren morgigen Gegner, nur weil er anders als die Burger nicht zu den Spitzenmannschaften der Klasse zählt, zu unterschätzen, aber sie sind zuversichtlich, in der Form des letzten Sonntags bei den Dithmarscher Kreisstädtern wenigstens einen Punkt entführen zu können.

Hervorstechendes Merkmal des SC Union beim Spiel gegen den FC Burg war der unermüdliche kämpferische Einsatz aller eingesetzten Spieler. So gelang es, den Verzicht so wichtiger Spieler wie Spiwek, Pophal (beide verletzt), Gossow und Borrek (beide gesperrt) zu überbrücken. Über den kämpferischen Einsatz fanden die Oldesloer dann auch zu einer besseren spielerischen Linie, was nicht zuletzt auf den Einsatz des wiedergenesenen Routiniers Helmut Nossol zurückzuführen war.

Gelingt es dem SC Union, der seine Aufstellung gegenüber dem letzten Wochenende kaum verändern wird – erfolgreiche Mannschaften krempelt man schließlich nicht ohne Grund um, und die oben genannten Spieler stehen auch weiterhin nicht zur Verfügung –‚ diese Eigenschaften erneut zu Tage treten zu lassen, ist ihnen ein weiterer Punktgewinn, ja sogar ein Sieg zuzutrauen.

Unterschätzen allerdings dürfen die Stormarner – wie gesagt – die zweite Mannschaft des Heider SV in keinem Fall. Sonst könnte es den Oldesloern leicht so ergehen wie kürzlich dem Kreisrivalen SV Eichede, der bei seinem Gastspiel in Heide auch an nichts Böses dachte, und plötzlich durch zwei Tore von HSV-Torjäger Adria ins Hintertreffen geriet. Das Spiel in Heide beginnt wie alle Landesliga-Spiele am Sonntag um 14.30 Uhr.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.10.1979

 

Sonntag, 28. Oktober 1979

Heider SV II – Union Oldesloe 1:0 (0:0)

(10. Punktspiel)

Union weiter vom Pech verfolgt

Ein umstrittener Foulelfmeter brach dem Aufsteiger in Heide das Genick

(fi) Die Oldesloer mußten auch dieses Spiel ohne die gesperrten Borrek und Gossow und ohne die verletzten Spieler Spiwek und Pophal durchstehen, waren aber trotzdem mit großen Hoffnungen nach Heide gefahren. Dem Spielverlauf nach hätten sie auch dieses für sie entscheidende Spiel durchaus gewinnen müssen, aber sie hatten wiederum Fortuna nicht auf ihrer Seite und verloren dieses Spiel durch eine sehr zweifelhafte Elfmeterentscheidung des sonst sehr umsichtig amtierenden Schiedsrichters Glindemann (TuRa Meldorf).

Heider SV II: Reimers, Weinrich, Quers, Knobbe, Sonnenberg, Schülke, Wieckhorst, Damaschke, Hinrichs, Anker, Adria, Rohde, Dau.

SC Union Oldesloe: Spieler, Petzold, Holger Brandt, Metzing, Olufs, Albrecht, Kürbis, Thom, Rohhäuser, Nossol, Fischer, Siegmar Brandt.

Schiedsrichter: Glindemann (TuRa Meldorf).

Tor: 1:0 Damaschke (Foulelfmeter).

Zuschauer: NN.

Die Oldesloer hatten in der ersten Halbzeit gegen den starken Wind zu spielen. Trotzdem erzwangen sie gegen die wohl technisch guten, aber weniger druckvollen Heider Spieler die weitaus größeren Spielanteile. Dem Spielverlauf nach hätten sie im ersten Durchgang bereits mit ein oder zwei Toren fuhren müssen,

Ein Schuß von Kürbis nach guter Vorarbeit von Thom konnte der Heider Torsteher Reimers in der zwölften Minute nur mit einer reflexartigen Bewegung abwehren. Auch eine Kombination Thom/Kürbis hätte in der 25. Minute einen Treffer verdient gehabt. Aber auch hier konnte der Heider Torsteher klären. Als sehr gefährlich erwies sich der Linksaußen Adria, der in den ersten 45 Minuten auf der linken Sturmseite mehrfach in gekonnter Art durchkam und mit dem linken Fuß seine gefährlichen Torschüsse abzog, die Torwart Spieler aber alle unter Kontrolle bringen konnte.

In den ersten zwölf Minuten des zweiten Durchgangs hatten die Heider zwar mehr vom Spiel, vermochten sich aber bei der gut gestaffelten Oldesloer Abwehr nicht erfolgreich durchzusetzen. Danach hatten die Gäste die Heider wieder voll im Griff.

In der 60. Minute hätte der Führungstreffer für die Oldesloer unbedingt fallen müssen, aber Nossol schlug den Ball aus nur sechs Metern Entfernung über das Tor. Als dann bei einem Konterangriff der agile Heider Linksaußen Adria an drei Oldesloer Deckungsspieler nicht vorbeikam, ließ er sich fallen. Der sonst so aufmerksame Schiedsrichter Glindemann sah dies als unfairen Einsatz der Oldesloer an und zeigte auf den Elfmeterpunkt. Damaschke verwandelte den Foulelfmeter für Torwart Spieler unhaltbar zum 1:0 für die Heider.

Danach begann ein pausenloser Sturmlauf der Oldesloer, die aus eigener Kraft zumindest noch ein Unentschieden herausholen wollten. Auch in dieser Drangperiode wurden die herausgespielten Chancen für die Oldesloer nicht genutzt. Nossol schoß in der 84. Minute wiederum nur aus kurzer Entfernung knapp neben den Pfosten. und Siegmar Brandt vergab zwei Minuten später eine ähnliche Chance.

Auch durch diesen unglücklichen Spielausgang sollten sich die Oldesloer nicht unterkriegen lassen, denn sie sind ohnehin in den bisher durchgeführten Spielen der Landesliga Süd sehr viel erfahrener geworden und können demnächst wieder in ihrer Stammbesetzung antreten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.10.19079

 

Sonnabend, 3. November 1979

Union: Endlich erster Heimsieg?

(mth) Auf ein Ende seiner schier endlosen Pechsträhne in der Landesliga Süd hofft Aufsteiger SC Union Oldesloe. Schon gegen Eintracht Segeberg am Sonntag um 14 Uhr im Kurparkstadion wollen die Oldesloer endlich den ersten Heimsieg in dieser Saison perfekt machen, was ihre Lage in der Tabelle erheblich verbessern würde.

Trotz der vielen Mißerfolge in den letzten Wochen ist der SC Union in der Tabelle noch keineswegs abgeschlagen. Der morgige Gegner aus Bad Segeberg liegt nur einen Pluspunkt günstiger im Rennen als die Stormarner Kreisstädter und selbst zum neunten Tabellenplatz, der zur Zeit vom FC Dornbreite besetzt wird, besteht nur ein Abstand von zwei Punkten. Man kann daraus ersehen, wie gut dem SC Union ein doppelter Punktgewinn zu Gesicht stehen würde.

Auf der anderen Seite ist aber auch ebenso deutlich, daß nun Siege für die Oldesloer unbedingt her müssen. Entschuldigungen, so berechtigt sie auch sein mögen, für unglückliche Niederlagen bringen auf die Dauer nichts ein. Die Männer vom Kurparkstadion, deren Personalsorgen zuletzt ein wenig kleiner geworden sind, müssen sich in der neuen Spielklasse nach einem Drittel der Saison nun so sehr eingelebt haben, daß sie auch einmal in der Lage sind, gute spielerische und kämpferische Leistungen, die ihnen fast durchweg bescheinigt wurden, auch in Siege und Tore umzumünzen. Geht dieses Vorhaben erneut in die Binsen, ist es leicht, dem SV Union schwere Zeiten für den Rest der Saison vorauszusagen.

Die Eintracht aus Segeberg ist, davon konnte man sich schon beim Gastspiel beim VfL Oldesloe überzeugen, ein Gegner, der zwar nicht zu unterschätzen, aber durchaus zu schlagen ist. Die Mannschaft aus dem Nachbarkreis verfügt zwar über eine recht stabile Deckung, hat aber im Angriff doch ganz entscheidende Schwächen, wie bislang nur sieben erzielte Treffer deutlich ausweisen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 3.11.1979

 

Sonntag, 4. November 1979

Union Oldesloe – Eintracht Segeberg 2:0 (2:0)

(11. Punktspiel)

Endlich ein Heimsieg für den SC Union

Zwei Tore von Nossol sicherten den 2:0-Erfolg über Eintracht Segeberg

(fi) In Folge des starken Dauerregens waren zu diesem für die Oldesloer so wichtigen Spiel nur knapp über 100 Zuschauer erschienen, als Schiedsrichter Kruse vom MTV Marne das Spiel im Kurparkstadion anpfiff. Der Angriff der Oldesloer – wieder mit Kurt Stobbe und Siegmar Brandt – sollte sich bald als sehr druckvoll erweisen, denn die Platzherren spielten im ersten Durchgang selbst gegen den Wind sehr stark auf und ließen den Segebergern kaum eine Chance. Sie wußten, was auf dem Spiel stand, und schalteten von vornherein mit aller Macht auf Angriff, aus dem letztlich auch zwei Tore resultierten! Dem Spielverlauf nach hätte das Ergebnis auch höher ausfallen können.

SC Union Oldesloe: Spieler, Petzold, Holger Brandt (82. Albrecht), Metzing, Olufs, Siegmar Brandt, Kürbis, Thom, Kurt Stobbe, Nossol.

Eintracht Segeberg: Müller, Masuhr, Röhr, Iwanowski, Kack, Röder, Hamrich, Heinze, Koht (46. Danger), Zylinski, Vogt.

Schiedsrichter: Kruse (MTV Marne).

Tore: 1:0 Nossol (19.), 2:0 Nossol (36.).

Zuschauer: Knapp über 100.

Die Oldesloer spielten von Beginn an mit allem Elan auf Angriff, denn sie wußten, welche Bedeutung der Ausgang dieses Spiels für sie hatte. Nach einer Vorlage von Brandt ging ein Schuß von Kurt Stobbe in der achten Minute knapp neben das Tor. Wenig später verfehlte ein Weitschuß von Petzold nur knapp das Ziel. Die Belastung für Torwart Spieler ereignete sich in der zwölften Minute, als der linke Läufer Röder nach einer Vorlage von Vogt zum Schuß kam, aber Spieler hielt dessen Schuß. In der 14. Minute fing Stobbe einen Schuß von Kürbis ab, verfing sich aber danach in der Abwehr der Segeberger.

Dann war es Helmut Nossol, der einen Eckball von Holger Brandt in der 19. Minute zum 1:0 für die Oldesloer einköpfen konnte. Durch diesen Führungstreffer wurde der Angriff der Oldesloer noch besser, aber auch die Abwehr der Segeberger war auf der Hut. Das 2:0 hätte dennoch in der 30. Minute durch Thom fallen können, wenn er aus vier Metern Entfernung nicht am Torwart Müller gescheitert wäre.

Dann nahm wieder Oldtimer Helmut Nossol in der 36. Minute einen Flankenball von Siegmar Brandt auf und zog aus 25 Metern Entfernung ab. Der Schuß landete im oberen rechten Eck zum 2:0 für die Oldesloer.

Auch die ersten 20 Minuten des zweiten Durchgangs gingen voll an die Oldesloer, wenn auch der Boden infolge des Dauerregens inzwischen sehr tief geworden war. So landete ein Schuß von Kürbis nach einem Alleingang in der 47. Minute nur knapp neben dem Tor. Der gleiche Vorgang wiederholte sich in der 61. Minute. Große Chancen zum 3:0 hatten die Oldesloer dann in der 65. Minute, als nach einem Freistoß von Kürbis Torwart Müller einen Kopfball von Nossol mit buchstäblich letzter Kraft aus dem rechten Torwinkel herausfausten konnte.

Ein Alleingang Kürbis' in der 72. Minute scheiterte an Torwart Müller. Dann kamen die Segeberger mit letztem Einsatz, der bisweilen sehr hart durchgeführt wurde, und ihren Spielern Kack und Zylinski je eine Zehn-Minuten-Zeitstrafe einbrachte, für den Rest der zweiten Halbzeit besser ins Spiel. Sie vermochten sich aber bei der gut gestaffelten Oldesloer Abwehr nicht durchzusetzen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.11.1979

 

Sonnabend, 10. November 1979

Bei Union herrscht Zuversicht vor

Beim SV Fehmarn rechnen sich die Oldesloer Chancen auf einen Punktgewinn aus

(mth) Mit einiger Zuversicht tritt Landesliga-Aufsteiger SC Union Oldesloe am Sonntag seine Reise zum SV Fehmarn an. Der 2:0-Erfolg am letzten Wochenende über Eintracht Segeberg – erster Heimsieg der Männer vom Kurparkstadion in dieser Saison – hat das Selbstvertrauen der Oldesloer doch erheblich gestärkt.

Die Mannschaft hat in diesem Spiel eindeutig bewiesen, daß sie nicht nur imstande ist, spielerisch und kämpferisch mit vielen Teams dieser Spielklasse mitzuhalten, sondern daß sie diese Gleichwertigkeit aus auszunützen versteht.

Positiv macht sich beim SC Union dabei bemerkbar, daß die Personalsituation bei weitem nicht mehr so angespannt ist wie noch vor einigen Wochen. Auf den verletzten Spi-wek muß zwar noch ebenso verzichtet werden, wie auf die gesperrten Spieler Borrek und Gossow – ihre Sperren vom Bezirksgericht sind inzwischen festgesetzt worden: Borrek muß wegen Schiedsrichterbedrohung sechs Punktspiele aussetzen, Gossow kam mit vier Spielen wegen Schiedsrichterbeleidigung ein wenig glimpflicher davon –‚ aber ansonsten ist der Kader wieder vollzählig.

Auch auf der Insel Fehmarn setzt der SC Union seine Hoffnungen in erster Linie wieder in seine zweifellos vorhandenen kämpferischen Fähigkeiten. Die werden, wenn es zu einem Punktgewinn oder gar einem Sieg reichen soll, auch unbedingt vonnöten sein, denn auch der Gastgeber gilt als kampfstarkes Team, das körperlichen Einsatz nicht scheut.

Eine Chance für die Oldesloer liegt sicherlich darin, daß die Insulaner in dieser Saison bislang nur selten die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen konnten. Mit 9:13 Punkten liegen die Fehmarner nur zwei Punkte günstiger als der SC Union im Rennen, und wenn man bedenkt, wie viele Punkte die Oldesloer unnötig verschenkten, kann man sich ausrechnen, daß es um die Spielstärke der Insulaner kaum besser bestellt ist als bei den Oldesloern.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.11.1979

 

Sonntag, 11. November 1979

SV Fehmarn – Union Oldesloe 4:0 (3:0)

(12. Punktspiel)

Union hätte noch klarer verlieren können

Beim SV Fehmarn war der Stormarner Aufsteiger ohne Chance und verlor mit 0:4

(fi) Vor mehr als 300 Zuschauern fand der SC Union Oldesloe unter der guten Leitung von Schiedsrichter Trilck (SV Siebeneichen) auf dem tiefen „Acker“ in Burgtiefe beim SV Fehmarn nicht zu seiner sonst gewohnten Form und verlor mit 0:4 (0:3). Vor allen Dingen war die Abwehr zeitweise nicht sattelfest, und auch Torwart Spieler hatte nicht seinen besten Tag erwischt. Hinzu kommt, daß den Oldesloern die gesperrten Spieler Borrek und Gossow doch sehr fehlen, denn mit einem Abwehrspieler Borrek hätten sich die Oldesloer in den ersten 13 Minuten mit Sicherheit nicht überrennen lassen.

SV Fehmarn: Studtfeld, Treimer, Mittelsdorf, Raßmussen, Wilken, Laue, Schlitt, R. Ehler (46. Kreil), Just, D. Ehler, Anders.

SC Union Oldesloe: Spieler, Petzold, Holger Brandt, Metzing, Olufs, Siegmar Brandt (70. Albrecht), Kürbis, Thom, Kurt Stobbe, Nossol (63. Rohhäuser), Fischer.

Schiedsrichter: Trilck (SV Siebeneichen).

Tore: 1:0 Just (5.), 2:0 Just (12.), 3:0 R. Ehler (47.), 4:0 Anders (62.).

Zuschauer: Mehr als 300.

In den ersten 30 Minuten dominierten die Fehmarner, die dann auch die Stormarner kalt erwischten. Nach einer Flanke von D. Ehler brachte Mittelstürmer Just die Fehmarner bereits in der fünften Minute mit 1:0 in Führung. Auf Vorlage von R. Ehler streifte ein Schuß von Just vier Minuten später nur knapp am Tor der Oldesloer vorbei. Dann war es wieder Mittelstürmer Just, der sich nach einem Fehler von Torwart Spieler die Chance nicht nehmen ließ und die Führung der Insulaner in der zwölften Minute auf 2:0 erhöhte. Kaum war der Wiederanstoß beendet, da erzielte nach einem Abwehrfehler von Thom R. Ehler die 3:0-Führung für die Fehmarner.

Danach erzwangen die Oldesloer bis zum Ende des ersten Durchgangs dann ein ausgeglichenes Spiel. Den ersten Angriff unternahmen die Oldesloer in der 21. Minute, doch ein gezielter Schuß von Kürbis nach einer guten Vorarbeit von Nossol wurde von Torwart Studtfeld zur Ecke abgewehrt. Weiter wurde bei einem Angriff ein Kopfball von Nossol auf Vorlage von Siegmar Brandt durch den Torwart Studtfeld gehalten.

Auch die zweite Halbzeit begann mit schnellen Angriffen der Fehmarner, die dann in der 62. Minute durch Linksaußen Anders auf Vorlage von Schlitt zu ihrer 4:0-Führung kamen. Vorher wurde ein Schuß von Siegmar Brandt durch den Torwart der Fehmarner gehalten.

Dann konnten die Oldesloer das Spielgeschehen wieder ausgeglichen gestalten. Aber letztlich fehlte den Stormarnern doch der Spielfluß. Chancen hatte noch Thomas Thom in der 73. Minute, der nach guter Vorarbeit von Metzing den Ball jedoch gegen den Pfosten jagte. Thomas Thom war es auch, der nach guter Vorarbeit von Kurt Stobbe den Ball in der 80. Minute knapp über die Querlatte hob.

Insgesamt gesehen hätten die Fehmarner noch recht und schlecht ein bis zwei Tore mehr schießen können, aber die glatte 0:4-Niederlage machte auch so deutlich, daß es um die Oldesloer an diesem Tage nicht allzugut bestellt war.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.11.1979

 

Sonnabend, 24. November 1979

Schlüsselspiel für den SC Union Oldesloe

Gegen den FC Dornbreite können sich die Oldesloer keine Heimniederlage erlauben

(mth) Nach einwöchiger Pause greift am Sonntag um 14 Uhr Aufsteiger SC Union Oldesloe wieder in das Punktspielgeschehen in der Landesliga Süd ein. Die Anhänger der Oldesloer hoffen, daß die Männer aus dem Kurparkstadion die Pause gut genutzt haben, denn ihre letzte Vorstellung vor 14 Tagen beim SV Fehmarn war alles andere als berauschend.

Die Stormarner hatten in dieser Begegnung bekanntlich mit 0:4 verloren, und anders als bei vielen Niederlagen zuvor war es nicht Pech, was die Mannen um Torwart Spieler zurückgeworfen hatte, sondern eine klare Unterlegenheit, die sogar noch zu einer höheren Niederlage hätte führen können.

Der Gegner am Sonntag, der FC Dornbreite, ist von ähnlichem Kaliber, wie es die Insulaner waren. Der Verbandsliga-Absteiger hatte sich zu Saisonbeginn in der für ihn neuen Spielklasse zwar ein wenig schwer getan, was nicht zuletzt auf eine erhebliche Umstrukturierung der Mannschaft zurückzuführen war, aber inzwischen haben sich die Lübecker Vorstädter doch wieder gemausert. An diesem Eindruck ändert auch die 0:2-Niederlage des FC Dornbreite am letzten Sonntag gegen SV Itzehoe II nichts, schließlich haben die Oldesloer ja am eigenen Leib erfahren, wie schlecht mit den Steinburgern Kirschen essen ist.

Der SC Union, der für diese Begegnung wieder auf den bislang gesperrten Gossow, der am letzten Wochenende in der zweiten Mannschaft wieder erste „Gehversuche“ machte und gleich zwei Tore schoß, zurückgreifen kann – Borrek ist dagegen noch weiter gesperrt –, wird gut daran tun, sich wieder voll und ganz auf seine kämpferischen Qualitäten zu besinnen. Auch diese traten auf der Insel Fehmarn ja nicht sonderlich auffällig zutage. Vor allem sollte sich der Aufsteiger hüten, das Spiel zu offensiv anzugehen. Sie könnten sonst den konterstarken Dornbreitern leicht ins offene Messer laufen.

Sollten sich die Spieler um Oldtimer Helmut Nossol auf alle diese Tugenden besinnen, ist uns um die Mannschaft nicht bange. Schließlich hat jeder einzelne Spieler begriffen, wie ernst die Lage schon ist, und dem Spiel gegen den FC Dornbreite kommt ganz gewiß eine Schlüsselrolle zu, denn eine neue Heimniederlage dürfen sich die Oldesloer in keinem Fall leisten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.11.1979

 

Sonntag, 25. November 1979

Union Oldesloe – FC Dornbreite 2:1 (1:0)

(13. Punktspiel)

Am Ende mußte Union noch zittern

Aber die Männer vom Kurparkstadion schafften einen 2:1-Erfolg über FC Dornbreite

(fi) Unter der vorzüglichen Leitung von Schiedsrichter Münch (SV Henstedt-Rhen) hatten sich trotz der kalten Witterung über 200 Zuschauer im Kurparkstadion eingefunden, um Zeuge eines bis zur letzten Minute spannenden Spieles zu sein. Die Oldesloer hatten in diesem Spiel endlich wieder den gesperrten Gossow und den von einer langen Krankheit genesenen Spiwek dabei, was sich sehr positiv auswirken sollte. Die Spieler um „Oldtimer“ Helmut Nossol waren einhellig der Meinung, daß dieses Heimspiel unter allen Umständen gewonnen werden mußte, wenn man auch weiterhin noch eine berechtigte Hoffnung auf den Klassenerhalt haben wollte. Deshalb begannen sie dieses kampfbetonte Spiel, das übrigens einen durchaus fairen Anstrich hatte, recht offensiv, denn im Angriff lag für sie die beste Verteidigung, was mit einem 2:1-(1:0)-Erfolg dann auch belohnt wurde.

SC Union Oldesloe: Spieler, Petzold, Holger Brandt, Metzing, Olufs, Gossow, Kürbis, Thom, Kurt Stobbe, Spiwek, Helmut Nossol.

FC Dornbreite Lübeck: Diestelow, Kummerow, Scharnowski, Huck, Wulf, Clasen, Grunow, Schörling, Stüber, Reise, Höfner.

Schiedsrichter: Münch (SV Henstedt-Rhen).

Tore: 1:0 Thom (7.), 2:0 Kürbis (70.), 2:1 Höfner (85.).

Zuschauer: Über 200.

Die Oldesloer begannen recht elanvoll und kamen in der siebenten Minute bereits zu ihrer 1:0-Führung. Einen Freistoß von Petzold leitete Nossol mit dem Kopf weiter zum freistehenden Thom, der aus acht Metern Entfernung einschießen konnte. Dieses frühe Führungstor setzte bei den Unionern weitere Kräfte frei. So hatte sich Kürbis in der neunten Minute im Alleingang freigespielt. Sein Schuß wurde aber von Torwart Diestelow gemeistert. Nach guter Vorarbeit von Grunow setzte anschließend Schörling den Ball knapp neben den rechten Pfosten.

Durch ein Foul an Spiwek erhielten die Oldesloer in der zwölften Minute einen Foulelfmeter zugesprochen. Metzimg knallte den Ball aber direkt auf den Torwart und vergab damit eine sichere Torchance. Die Angriffswelle der Oldesloer rollte aber weiter. Nach einer guten Kombination zwischen Thom und Kürbis schoß Kurt Stobbe den Ball knapp am linken Pfosten vorbei. Ähnlich erging es auf der Gegenseite Clasen in der 24. Minute nach guter Vorarbeit von Schörling. In der 37. Minute mußte Spieler dann erstmalig sein ganzes Können unter Beweis stellen, um einen Weitschuß von Reise unschädlich zu machen.

Im zweiten Durchgang entwickelte sich zunächst ein verteiltes Spiel, wobei die Konterangriffe der Dornbreiter nicht ungefährlich blieben. Aber auch die Oldesloer hatten ihre Chancen. So setzte Stobbe einen Kopfball nach einer Vorlage von Kürbis in der 56. Minute nur knapp über die Latte, und in der 67. Minute hätte ein Alleingang von Holger Brandt über fast das ganze Spielfeld schon einen Erfolg verdient gehabt, doch Kurt Stobbe schob die Vorlage am Tor vorbei.

In der 70. Minute fiel dann das vorentscheidende 2:0 für die Gastgeber. Verteidiger Kummerow fälschte einen Flankenball von Kürbis so unglücklich ab, daß er seinen Weg ins Tor fand. Danach wurde noch ein gezielter Schuß von Gossow von Torwart Diestelow gehalten. Dann aber gingen die Oldesloer zu einem defensiven Spiel über, um auf alle Fälle den Vorsprung zu halten. Sie wurden durch die jetzt aufkommenden Dornbreiter stark unter Druck gesetzt. In der 85. Minute war es dann Linksaußen Höfner, der einen von Grunow gegen die Latte gesetzten Ball im Nachschuß zum 2:1 einschob.

In den letzten Minuten bis zum Schlußpfiff gerieten die Oldesloer, bei denen die Kräfte merklich nachließen, dann noch gehörig ins Schwimmen. Die Mannschaft kämpfte zwar aufopferungsvoll, aber kaum ein Spieler behielt nun noch die Übersicht. Hätte nicht der Pfosten zwei Minuten vor dem Abpfiff für den schon geschlagenen Spieler bei einem Schuß von Reise gerettet, dann wäre den Oldesloern wohlmöglich doch noch ein Punkt „durch die Lappen“ gegangen. Um so größer war dann der Jubel, als Schiedsrichter Münch die Zitterpartie beendete. Zwei überaus wichtige Punkte waren im Kurparkstadion geblieben!

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.11.1979

 

Dienstag, 27. November 1979

Neuer Trainer bei Union

(mth) Als zweiter Stormarner Fußball-Landesligist hat seit dem gestrigen Abend der SC Union Oldesloe einen neuen Trainer für die Ligamannschaft verpflichtet. Für Horst Witt, der mit der Mannschaft den Aufstieg in die Landesliga schaffte, im Sommer dann aber erkrankte, der Mannschaft nicht zur Verfügung stand und deshalb schon vor geraumer Zeit um eine Entbindung von seinen Aufgaben gebeten hatte, verpflichtete der Verein vom Kurparkstadion gestern Hans-Otto Fahl als neuen Coach. Der 54jährige Fahl ist in Stormarner Fußballkreisen kein unbekannter Mann. Er war früher Trainer beim Post-SV Oldesloe, betreute dann schon einmal für geraume Zeit den SC Union, und coachte auch den TSV Bargteheide, den VfL Oldesloe und den SV Wahlstedt, ehe er sich vor rund vier Jahren aus dem Geschäft zurückzog. Fahl will seine Arbeit beim SC Union, wie er uns versicherte, ganz im Sinne seines Vorgängers Horst Witt fortführen. Oberstes Ziel ist auch für ihn der Klassenerhalt. Um dem neuen Trainer Gelegenheit zu geben, seine Mannschaft noch besser kennenzulernen, hat der SC Union für den heutigen Abend ein Freundschaftsspiel beim Bezirksklassen-Vertreter JuS Fischbek vereinbart. Dieses Spiel beginnt in Fischbek heute um 19 Uhr.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.11.1979

 

Dienstag, 27. November 1979

JuS Fischbek – Union Oldesloe NN

(Freundschaftsspiel)

 

Sonnabend, 1. Dezember 1979

Die Trauben werden sehr hoch hängen

Der SC Union Oldesloe ist bei Eutin 08 II nur krasser Außenseiter

(mth) Ohne Illusionen tritt der SC Union Oldesloe am Sonntag die Reise zur zweiten Mannschaft von Eutin 08 an. Auch die Tatsache, daß die Mannschaft seit Anfang der Woche wieder einen Trainer hat, Hans-Otto Fahl ist bekanntlich für den aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Horst Witt eingesprungen, ändert nichts an ihrer Außenseiterposition.

Schon mit dem Gewinn eines Punktes wäre der neue Coach, der im übrigen ganz in Sinne seines Vorgängers arbeiten will, sicherlich sehr zufrieden. Soll es dazu kommen, werden die Männer vom Kurparkstadion gewiß all ihre kämpferischen und spielerischen Fähigkeiten in die Waagschale werfen müssen, denn die Gastgeber aus der Rosenstadt sind eine technisch beschlagene Mannschaft, die sich in dieser Saison im Gegensatz zum Vorjahr, als man vorwiegend auswärts für Aufsehen sorgte, auch auf eigenem Platz die Butter nicht gerne vom Brot nehmen läßt.

Zu einem Spitzenplatz reicht es für die Eutiner in dieser Saison zwar nicht mehr, da sie im ersten Saisondrittel zu viele Punkte unnötig abgaben, aber zu den spielstärksten Teams in der Landesliga zählen sie allemal.

Aber auch wenn der SC Union gewiß nur Außenseiter für die Begegnung, die am Sonntag um 14 Uhr beginnt, ist, als williges Schlachtopfer will er seine Rolle keineswegs mißverstanden wissen. Der Sieg am letzten Sonntag gegen den FC Dornbreite hat der Mannschaft neuen Mut gemacht und zusätzlich beflügelt sie der Umstand, daß bis auf den noch immer gesperrten Libero Borrek, der erst zum Lokalderby gegen den VfL Oldesloe in 14 Tagen wieder spielberechtigt ist, nun wieder „alle Mann an Deck“ sind.

Wesentliche Umstellungen gegenüber dem letzten gewonnenen Spiel sind in der Aufstellung der Oldesloer nicht zu erwarten. Dazu besteht nach der – bis auf die letzten zehn Minuten – ausgezeichneten Leistung gegen Dornbreite auch kein Anlaß.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.12.1979

 

Sonntag, 2. Dezember 1979

Eutin 08 II – Union Oldesloe 1:5 (1:2)

(14. Punktspiel)

Union spielte wie im Rausch

Ein toller Einstand für Trainer Fahl: 5:1-Sieg bei der zweiten Mannschaft von Eutin

(fi) Das war für den neuen Trainer des SC Union Oldesloe, Hans-Otto Fahl, ein Auftakt nach Maß! Im ersten Spiel unter seiner Regie kam die Truppe um „Oldtimer“ Helmut Nossol zu einem Überraschenden und in der Höhe sogar sensationellen 5:1-(2:1)-Erfolg bei der zweiten Mannschaft von Eutin 08. Unter der Leitung des umsichtigen Schiedsrichters Krüger (Phönix Lübeck) waren die Oldesloer zunächst mit betonter Vorsicht vorgegangen, als sie mit zunehmender Spieldauer dann aber merkten, daß es mit der befürchteten Durchschlagskraft der Rosenstädter nicht weit her war, gingen sie selbst zum Angriff über und schossen einen überlegenen Sieg heraus. Besonders erfreulich für die Oldesloer war, daß sie auch in der zweiten Halbzeit voll mit dem Gegner Schritt halten konnten, was in den letzten Spielen ja weiß Gott nicht immer der Fall gewesen war.

Eutin 08 II: Hamer, Zaak, Kirschner, Baumann (46. Pries), Pomorion, Blödorn, Schulz (44. Horst), Wohlert, Burckhardt, Przystawik, Lehmann.

SC Union Oldesloe: Spieler, Petzold, Metzing, Olufs, Fischer, Gossow, Spiwek, Thom, Helmut Nossol, Kürbis, Kurt Stobbe.

Schiedsrichter: Krüger (Phönix Lübeck).

Tore: 0:1 Nossol (23.), 1:1 Baumann (31., Foulelfmeter), 1:2 Nossol (39.), 1:3 Thom (63.), 1:4 Thom (66.), 1:5 Gossow (73.).

Zuschauer: NN.

Das Spiel begann mit schnellen Kombinationen auf beiden Seiten, wobei die Oldesloer vorerst vorsichtig aus der verstärkten Deckung herraus operierten. Ein Schuß von Burckhardt auf Vorlage von Schulz ging in der neunten Minute nur knapp über das Tor von Peter Spieler. Sechs Minuten später köpfte Thom einen Eckball von Kürbis nur knapp am linken Pfosten vorbei.

Dann war es Helmut Nossol, der in der 23. Minute einen Flankenball von Gossow mit dem Kopf zum 1:0 für die Oldesloer über die Linie drückte. Acht Minuten später konnte Metzing den durchgehenden Burckhardt nur unfair am Einschuß behindern. Den fälligen Foulelfmeter verwandelte Baumann für Spieler unhaltbar zum 1:1.

Dieser Ausgleich löste bei den Eutinern vorübergehend ein kämpferisches Plus aus, aber Spieler kannte einen Schuß von Schulz in der 35. Minute unter Kontrolle bringen. Eine Minute später ging ein Schuß von Thom nach einer Vorlage vor Nossol nur knapp am rechten Pfosten vorbei. Dann kam die vorentscheidende 39. Minute. Nach einem Eckball von Spiwek köpfte Nossol den Ball zum 2:1 für die Oldesloer ein.

Auch in den ersten 30 Minuten des zweiten Durchgangs hatten die Oldesloer die weitaus größeren Spielanteile, wenn auch verschiedene Entlastungsangriffe der Eutiner nicht ungefährlich waren. So konnte Torwart Spieler in der 56. Minute einen Schuß von Blödorn sicher halten. Ein Alleingang von Kürbis hätte wenig später schon einen Treffer verdient gehabt, aber er setzte den Ball knapp neben das Tor.

Dann kam die stärkste und erfolgreichste Viertelstunde für die Stormarner. Glück hatte Thom mit einem Aufsetzer in der 63. Minute. Abwehrspieler und Torwart der Eutiner waren sich für eine Sekunde uneinig und der Ball lag zum 3:1 für die Gäste im Netz. Drei Minuten später ließ der wendige Thom bei einem Alleingang drei Eutiner Abwehrspieler stehen und schoß überlegt zum 4:1 ein. In der 73. Minute war es dann Gossow, der eine Kombination Nossol-Spiwek-Kürbis aus acht Metern Entfernung zum 5:1 einschoß.

Danach ließen es die Oldesloer etwas geruhsamer angehen, denn der imponierende Sieg war ihnen ja nicht mehr zu nehmen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 3.12.1979

 

Dienstag, 4. Dezember 1979

SC Union will sich fit halten

(fi) Der Landesligist SC Union Oldesloe, der zur Zeit glänzend in Schwung ist und zwei Siege hintereinander landete, bereitet sich schon jetzt intensiv auf das mit Spannung erwartete Lokalderby gegen den VfL Oldesloe am 16. Dezember vor. Da das nächste Wochenende für alle drei Stormarner Landesligisten punktspielfrei ist, nutzt der SC Union diese Zeit, um sich mit Freundschaftsspielen fit zu halten. Bereits heute steigt um 19.30 Uhr unter Flutlicht im Kurparkstadion ein Freundschaftsspiel gegen den Kreisligisten SV Westerau. Am Sonntag um 10 Uhr ist der Landesligist dann beim Bezirksklassenvertreter SV Tralau zu Gast. Die Oldesloer haben diese Freundschaftsspiele nicht zuletzt deshalb abgeschlossen, um ihrem Libero Borrek, der lange Zeit gesperrt war, vor dem Lokalderby wieder Spielpraxis zu geben.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.12.1979

 

Dienstag, 4. Dezember 1979

Union Oldesloe – SV Westerau 7:1

(Freundschaftsspiel)

SC Union siegte ohne große Mühe

(fi) Auch ohne sein stärkstes Aufgebot aufzubieten kam der SC Union Oldesloe in einem Freundschaftsspiel unter Flutlicht gegen den Kreisligisten SV Westerau zu einem glatten 7:1-Erfolg. Die Westerauer, die eine halbe Stunde gut mit dem Landesligisten mithalten konnten, waren, das sei zu ihrer Entschuldigung gesagt, allerdings im Kurparkstadion auch nicht durch ihre Bestformation vertreten. Thom (2), Pophal, Fischer, Spiwek, Kürbis und Rabener erzielten in diesem Treffen die Tore für die Oldesloer, W. Boje brachte den Ehrentreffer für die Westerauer an.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.12.1979

 

Sonntag, 9. Dezember 1979

Tralauer SV – Union Oldesloe NN

(Freundschaftsspiel)

 

Sonnabend, 15. Dezember 1979

Vor dem Oldesloer Lokalderby:

Die Favoritenrolle des VfL Oldesloe hat einen leichten „Sprung“ bekommen

Außenseiter Union Ist nicht zu unterschätzen

Zuschauerrekord im Kurparkstadion?

(mth) Oldesloes Fußballfreunde haben auf diesen Tag schon lange sehnsüchtig gewartet und morgen ist es endlich soweit: Im Stadion am Kurpark treffen die Lokalrivalen SC Union Oldesloe und VfL Oldesloe in einem Punktspiel aufeinander. Spielbeginn zu dieser mit Spannung erwarteten Auseinandersetzung ist um 14 Uhr.

Ein Blick auf die derzeitige Tabelle macht dabei deutlich, wem für die Begegnung die Favoritenrolle zukommt. Trotz des fehlenden Heimvorteils muß sich der VfL mit dieser ungeliebten Rolle abfinden. Mit 21:7 Punkten rangiert die Truppe von Trainer Paul Löper auf dem dritten Tabellenplatz und hat noch hautenge Kontakte zur Tabellenspitze. An einen Gewinn der Herbstmeisterschaft durch den VfL glauben zwar auch Optimisten im Lager des Oldesloer Großvereins nicht mehr – Spitzenreiter SV Itzehoe II hat nach Minuspunkten schließlich einen Vorsprung von drei Punkten und auch der FC Burg liegt noch günstiger als der VfL im Rennen –‚ aber den Nichtgewinn dieses ohnehin nur inoffiziellen Titels würde man bei den Mannen um Mannschaftskapitän Gerd Schmoliner sicher leicht verschmerzen, wenn man an der Konkurrenz „dran“ bleiben könnte. Und Voraussetzung dafür, darüber ist sich jedermann im klaren, ist ohne „wenn“ und „aber“ ein Sieg über den Lokalrivalen.

Beim SC Union sind die Voraussetzungen für dieses Spiel ganz anderer Natur. Der Aufsteiger hat sich in der neuen Spielklasse zunächst sehr schwer getan, und da bei ihm einiges Verletzungspech hinzukam, mußte man streckenweise schon befürchten, die Männer vom Kurparkstadion würden die Klasse nach einer Saison sang- und klanglos wieder verlassen müssen.

Aber wer so gerechnet hatte, hatte seine Rechnung ohne den Wirt gemacht. Unbeirrt von Mißerfolgen und widrigen Umständen hielt die Mannschaft an ihren Tugenden, die in erster Linie auf Kampfgeist und Einsatzbereitschaft beruhten, fest, und mit abnehmender Zahl der verletzten oder auch gesperrten Spieler – Borrek und Gossow fehlten für viele Wochen wegen unnötiger Platzverweise – nahm die Anzahl der gewonnenen Punkte stetig zu. Nach zwei Siegen hintereinander – 2:1 gegen den FC Dornbreite und 5:1 bei Eutin 08 – hat die Mannschaft um Senior Helmut Nossol mit 17:11 Punkten Anschluß an das Tabellenmittelfeld gefunden.

Insbesondere der sensationell hohe Sieg in Eutin, mit dem der neue Trainer Hans-Otto Fahl einen glänzenden Einstand feierte – er hatte kurz zuvor den aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Horst Witt abgelöst – ließ dabei aufhorchen, denn die Union-Spieler wußten nicht nur kämpferisch, sondern auch spielerisch glänzend zu gefallen.

Nicht zuletzt auf Grund der beiden letzten Siege des Aufsteigers ist die Favoritenrolle des VfL ein wenig ins Wanken geraten. Beim VfL nämlich ist zur gleichen Zeit, als es beim Lokalrivalen bergauf ging, die Formkurve deutlich nach unten abgefallen.

Die ernüchternde Niederlage im letzten Spiel auf eigenem Platz gegen den TSV Travemünde war dabei nur der sichtbarste Ausdruck dieser Entwicklung. Schon in den beiden Spielen zuvor wurde deutlich, daß sich die Truppe von Trainer Paul Löper einem Leistungstief näherte, denn auch beim 1:0-Sieg in Eichede und zuvor beim 1:1 gegen den SV Hansühn war schon reichlich Sand im VfL-Getriebe.

Als zusätzliches Handicap kommt auf den VfL zu, daß Trainer Löper seine bewährte Abwehrformation ändern muß, weil Vorstopper Dieter Heyck wegen seines Platzverweises im Spiel gegen die Travemünder nicht zur Verfügung steht.

All die geschilderten Voraussetzungen sind sicher geeignet, die Spannung vor diesem Lokalderby noch zu erhöhen, und wir sind sicher, daß das Kurparkstadion einen neuen Besucherrekord erleben wird, wenn das Wetter nicht zu tolle Kapriolen schlägt.

Zum Schluß noch unsere vor Kreis- und Lokalderbys schon fast obligatorische Bitte: Bei allem verständlichen Ehrgeiz, den alle Spieler sicherlich an den Tag legen werden, und bei aller Rivalität, die zwischen den Mannschaften besteht, sollten Fairneß und Anstand oberstes Gebot bleiben. Übergroße Härte schadet, das zeigt die Erfahrung, meist nicht nur dem Gegenspieler, sondern oft genug auch der eigenen Mannschaft und Hektik ist für den Siegeswillen, den wir beiden Mannschaften unterstellen, noch nie ein guter Bundesgenosse gewesen.

  • Das Aufgebot des SC Union: Spieler, Petzold, Metzing, Olufs, Fischer, Gossow, Spiwek, Thom, Nossol, Kürbis, Stobbe, Brandt, Borrek, Timm.
  • Das Aufgebot des VfL: Sakrzewski, Gerd Albrecht, Völzke, Klaus Albrecht, Timmermann, Scheel, Matzke, Hopp, Nossol, Petzold, Rohde, Gerken, Schmoliner, Rath.

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.12.1979

 

Sonntag, 16. Dezember 1979

Union Oldesloe – VfL Oldesloe ausgefallen

(Punktspiel)

 

Sonnabend, 29. Dezember 1979

Lokalderby neu angesetzt

VfL trägt die undankbare Favoritenrolle

(mth) Doppelt genäht hält besser! Frei nach diesem Motto ist das Oldesloer Lokalderby in der Landesliga Süd zwischen dem SC Union Oldesloe und dem VfL Oldesloe, das vor genau zwei Wochen den damals miserablen Witterungsverhältnissen zum Opfer gefallen war, für Sonntag um 14 Uhr zum zweiten Mal im Kurparkstadion angesetzt worden. Die Verantwortlichen beider Vereine hoffen natürlich, daß die Partie dieses Mal auch tatsächlich stattfinden kann, und der Wettergott nicht wieder einen Strich durch die Rechnung macht,

Die Voraussetzungen für diese Begegnung haben sich in den letzten 14 Tagen natürlich nicht wesentlich verschoben. Favorit, so unlieb ihm diese Rolle auch sein mag, ist und bleibt der VfL. Er muß ohne „wenn“ und „aber“ diese Partie gewinnen, wenn er seinen derzeit noch engen Kontakt zur Tabellenspitze auch zum Beginn der Rückrunde noch haben will.

Daß es der Truppe von Trainer Paul Löper nicht leichtfallen wird, diese Favoritenrolle auch in einen doppelten Punktgewinn umzumünzen, steht auf einem ganz anderen Blatt. Die Mannschaft hat in ihren letzten Spielen, die nun schon ein paar Wochen zurückliegen, eine abfallende Tendenz gehabt, und es ist zweifelhaft, ob sie diesen Trend in der Zwischenpause hat umdrehen können, denn an ein auch nur halbwegs normales Training war angesichts der schlechten Bodenverhältnisse auf dem Trainingsplatz nicht zu denken.

Hinzu kommt, daß der Coach der Oldesloer mit Sicherheit auf seinen Vorstopper Dieter Heyck wegen dessen Feldverweis im letzten Punktspiel verzichten, und somit seine eingespielte Deckungsreihe auseinanderreißen muß. Nicht zuletzt der besondere Reiz eines Lokalderbys, das bekanntlich seine besonderen Gesetze hat, relativiert die Favoritenrolle des VfL.

Womit wir dann auch endlich beim Gastgeber, dem SC Union, wären. Es ist klar und nur zu verständlich, daß sich die Truppe des Aufsteigers gerade in dieser Begegnung besonders ins Zeug legen wird. Zu lange hat die Mannschaft eindeutig im Schatten des übermächtig erscheinenden Nachbarn gestanden, als daß der Ehrgeiz, ihm nun, da man endlich von der Klassenzugehörigkeit auf einer Stufe steht, ein Bein zu stellen.

Und noch etwas anderes hebt den SC Union aus seiner Außenseiterrolle heraus. Im gleichen Maß, in dem es zuletzt mit dem Lokalrivalen bergab gegangen ist, hat sich die Mannschaft aus dem Kurparkstadion „gemausert“. Zwei Siege hintereinander ließen aufhorchen und auch der aus gesundheitlichen Gründen erfolgte Trainerwechsel von Hort Witt zu Hans-Otto Fahl hat ganz offensichtlich Aufwind gegeben.

Ferner spricht ein anderer Aspekt für eine Aufwärtstendenz beim SC Union. Wie bei kaum einer anderen Landesliga-Mannschaft sonst hatte die Mannschaft im Verlaufe der Hinrunde Verletzungspech zu beklagen. Da die Liste der Verletzten zuletzt merklich kleiner geworden war, häuften sich plötzlich die Erfolge und nun zum Lokalderby gar hat der SC Union „alle Mann an Bord“, was noch eine weitere spielerische Steigerung des ohnehin stets kampfstarken Teams verspricht.

Eine Steigerung erwarten wir auch beim Zuschauerzuspruch zu diesem Spiel. Sollte der Wettergott auch nur einigermaßen mitspielen, ist für den Sonntagnachmittag mit einem Zuschauerrekord im Kurparkstadion zu rechnen, zumal nach der vergleichsweise langen Pause und fehlender Konkurrenz anderer sportlicher Ereignisse das Interesse der Oldesloer Sportfreunde sicherlich besonders groß ist.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.12.1979

 

Sonntag, 30. Dezember 1979

Union Oldesloe – VfL Oldesloe 0:2 (0:0)

(15. Punktspiel)

Über 1000 Zuschauer beim Lokalderby

Der SC Union machte den finanziellen, der VfL den sportlichen „Reibach“.

Durch Tore von Nossol und Timmermann gewann der VfL das Ortsderby verdient mit 2:0.

(mth) Eigentlich hatten am Ende des Oldesloer Lokalderbys beide Vereine Grund zur Zufriedenheit. Beim Gastgeber SC Union konnte sich der Kassierer schon vor Spielbeginn die Hände reiben, denn mehr als 1000 Oldesloer Fußballanhänger hatten den Weg ins Kurparkstadion gefunden und bescherten dem Landesliga-Aufsteiger zum Abschluß des Jahres eine fette Einnahme, von der man sicher auch im neuen Jahr noch eine Weile zehren kann. Für den Rivalen VfL Oldesloe ging dagegen die sportliche Rechnung auf. Die Mannschaft, die allen Unkenrufen zum Trotz als Favorit in diese Begegnung gegangen war, wurde dieser Rolle eigentlich während der gesamten 90 Minuten gerecht und holte sich einen verdienten 2:0 (0:0)-Erfolg. Die Tore in diesem zwar nicht hochklassigen, angesichts der schwierigen Bodenverhältnisse aber doch befriedigenden Lokalderby erzielten Thomas Nossol und Holger Timmermann jeweils mit präzisen Kopfbällen.

SC Union Oldesloe: Spieler, Petzold, Metzing, Olufs, Borrek, Gossow, Pophal, Thom, Kürbis, Stobbe (63. Brandt), Helmut Nossol.

VfL Oldesloe: Sakrzewski, Gerd Albrecht, Scheel, Timmermann, Klaus Albrecht, Thomas Nossol, Matzke, Gerken, Hopp, Rohde, Schmoliner.

Tore: 0:1 Nossol (63.) mit einem präzisen Kopfball nach einer Flanke von Schmoliner; 0:2 Timmermann (89.) ebenfalls mit einem Kopfball nach einer Ecke von VfL-Mannschaftskapitän Schmoliner. Union-Torhüter Peter Spieler war an beiden Toren absolut machtlos.

Schiedsrichter: Woroniak (TuS Tensfeld) mit einer insgesamt befriedigenden Leistung. Petzold (Union) und Scheel (VfL) sahen von ihm die gelbe Karte.

Zuschauer: Rund 1200, von denen mehr als 1000 Eintritt zahlten.

Schon recht bald nach dem Anpfiff wurde deutlich. daß die Taktik in diesem Ortsderby eine nicht unwesentliche Rolle spielen würde. Die Trainer beider Seiten hatten konsequente Manndeckung angeordnet, so daß die 22 Akteure vorzugsweise paarweise über den Platz liefen.

Insbesondere der VfL bemühte sich dabei, den Gegner schon frühzeitig zu stören, und ihn damit in jeglicher Spielentwicklung zu hemmen. Dieses Konzept von Trainer Paul Löper ging dann auch voll auf, und es war schon in den ersten Minuten deutlich zu sehen, daß der Gast über die beweglichere und technisch bessere Mannschaft verfügte.

Bereits in der dritten Spielminute bot sich dem VfL dann auch schon die erste Torchance. als ein fulminanter Freistoß von Rohde an die Querlatte des Union-Tores prallte. Ansonsten aber blieben Torchancen in der ersten Spielhälfte bei durchweg überlegener Spielweise des VfL Mangelware. Nur Rohde und Matzke hatten für den Gast noch einmal den Führungstreffer „auf dem Pantoffel“.

Auf der Gegenseite dauerte es bis zur 34. Minute, ehe sich Helmut Nossol die erste Torchance für den SC Union herausspielte, aber sein Kopfball fand Sakrzewski auf dem Posten. Eine Minute später zwang Thom den VfL-Torhüter zu einer Glanzparade. diese Situation aber sah spektakulärer aus, als sie es war, denn der Unparteiische hatte das Spiel schon vorher unterbunden.

An der Verteilung der Spielanteile änderte sich auch in der zweiten Halbzeit kaum etwas. Immer noch war es der VfL, der die wesentlichen spielerischen Elemente setzte, ohne dabei allerdings zwingend überlegen zu sein, denn der SC Union wehrte sich tapfer seiner Haut. Der Führungstreffer durch Thomas Nossol nach 63 Spielminuten war dennoch verdient.

Union-Trainer Fahl reagierte auf diesen Rückstand prompt und wechselte Brandt für Stobbe ein, der gegen Klaus Albrecht bis dahin keine „Schnitte“ gesehen hatte. Brandt war in der Folgezeit auch maßgeblich an zwei „heißen“ Szenen vor dem VfL-Tor beteiligt, in denen Sakrzewski Kopf und Kragen riskieren mußte, um den Ausgleich zu verhindern.

Der VfL aber machte trotz dieser beiden brenzligen Situationen nicht den Fehler früherer Spiele, sich nun vom Gegner einschnüren zu lassen. Man spielte vielmehr das vorher erfolgreiche Konzept weiter, und als Timmermann eine Minute vor dem regulären Spielschluß – die Partie dauerte wegen einiger Unterbrechungen zwei Minuten länger – das 2:0 erzielte, war der verdiente Erfolg für die Gäste endgültig unter Dach und Fach.

Der SC Union hat seine Anhänger trotz der Niederlage keineswegs enttäuscht, Die Mannschaft hat gegeben, was sie konnte, und sie war letztlich einem spielerisch stärkeren Gegner unterlegen. Torhüter Spieler, der an beiden Gegentoren schuldlos war, Libero Borrek, der sein erstes Spiel nach langer Sperre erstaunlich gut durchstand, Olufs, Thom und der eingewechselte Brandt wußten in diesem Spiel am besten zu gefallen, ohne daß die anderen eingesetzten Akteure etwa enttäuscht hätten.

Beim VfL fällt es schwer, einzelne Spieler besonders hervorzuheben. Alle elf Akteure hielten sich konsequent an die ausgegebene Marschroute und waren stets bemüht, die vorhandenen spielerischen Vorteile bei allem kämpferischen Einsatz auszuspielen. Die Mannschaft hat deutlich gezeigt, daß sie ihr Tief aus den letzten Begegnungen überwunden hat, und darf zuversichtlich in die Rückrunde gehen. Auch der Ausfall von Vorstopper Heyck, der für insgesamt vier Spieltage gesperrt wurde, hat sich – wenigstens in dieser Partie nicht nachteilig in der Mannschaftsleistung bemerkbar gemacht.

Eines ist zu diesem Lokalderby in jedem Fall noch zu erwähnen: Das Spiel blieb von wenigen kleinen Ausnahmen abgesehen durchweg im Rahmen der Fairneß. Alle 23 eingesetzten Spieler waren zwar mit großem Einsatz dabei, aber sie sorgten mit ihrer Disziplin dafür, daß befürchtete Ausschreitungen ausblieben. Und das ist für ein Lokalderby, das doch einigen Zündstoff in sich barg, in jedem Fall ein positives Ergebnis.

Trainerstimmen zum Spiel:

  • Hans-Otto Fahl (SC Union Oldesloe): „Der Sieg für den VfL ist als gerecht anzusehen. Wir hätten dieses Spiel natürlich auch gerne gewonnen, waren aber in das Lokalderby nicht mit der Maßgabe gegangen, nun unbedingt gewinnen zu müssen. Unsere Punkte zum Klassenerhalt müssen wir gegen Mitbewerber aus dem unteren Tabellendrittel machen. Gegen Spitzenmannschaften, von denen der VfL ohne Zweifel eine ist, können wir Punkte dagegen kaum einkalkulieren. Mit der Leistung meiner Mannschaft bin ich weitestgehend zufrieden. Sie hat dem VfL vor allem in kämpferischer Hinsicht guten Widerstand geboten.“
  • Paul Löper (VfL Oldesloe): „Mit 23:7 Punkten hat meine Mannschaft aus der Hinrunde ein für sie optimales Ergebnis herausgeholt. Meine Truppe hat nun für die Rückrunde eine glänzende Ausgangsbasis, und besitzt durchaus das Zeug, noch weiter in der Tabelle nach vorne zu stoßen. Am heutigen Spiel hat mir bei meiner Mannschaft die taktische Disziplin besonders gefallen. Alle elf Spieler haben sich an die vorgegebene Marschroute gehalten. Für den schwierigen Boden war es eine ausgezeichnete Partie, an der mir dazu besonders noch die Fairneß beider Teams gefallen hat.“

STORMARNER TAGEBLATT vom 31.12.1979

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