Die Spielzeit 1940/41

Quellen:

Oldesloer Landbote (OL)
Stormarnsche Zeitung (STZ)

 

Willi Schweim, Wilhelm Stäcker, Arthur Jantz und Willi Neumann

Spielserie 1940 - 41
Teil 1

Dienstag, 2. Juli 1940

Spielbetrieb am 14. Juli auf dem Exer

Dem VfL ist die Abwicklung der Bezirksmeisterschaften im Faustball und Korbball übertragen worden. Dazu kommen an dem Tag Vertreter folgender Mannschaften nach Oldesloe: Lübeck-Stadt mit je zwei Männer- und Frauenmannschaften, Schwartau, Kücknitz, Lauenburg, Mölln, Mollhagen und der VfL Oldesloe mit je einer Männer- und Frauenmannschaft. Zum ersten Male wird hier auch die Bezirksmeisterschaft im Korbball zwischen LSV Gut Heil I und II, sowie der Möllner Turnerschaft ausgetragen. Phönix kommt an dem Tag mit einer Jugend-A1 und B1 zum Gesellschaftsspiel im Fußball. Der Hamburger Sportverein wird am Nachmittag mit seiner zweiten Mannschaft der Gegner für unsere erste Herrenmannschaft sein, so daß von früh bis spät Hochbetrieb auf dem Exer sein wird.

OLDESLOER LANDBOTE vom 2.7.1940

 

Donnerstag, 4. Juli 1940

Nachruf

Den Soldatentod für Führer und Volk starb unser Mitglied Dr. Kurt Folkens. Uns allen war er stets ein fröhlicher, arbeitsfreudiger Kamerad. Die Tennisabteilung verliert ihren umsichtigen Leiter. VfL Oldesloe

Ohrt, Vereinsführer

OLDESLOER LANDBOTE vom 4.7.1940

 

Sonnabend, 6. Juli 1940

VfL Oldesloe

Am Sonntag spielt um 10 Uhr die A-Jugend vom 1. September 1921 bis 30. Dezember 1923 geboren. Spielführer Wiek, gegen die B-Jugend, 1. Januar 1924 bis 30. Juni 1926 geboren, Spielführer Dwenger, ein Trainingsspiel. In der kommenden Serie nehmen beide Mannschaften an den Punktspielen im Bezirk Lübeck teil. Am 14. Juli treten beide Mannschaften hier auf dem Exer gegen die gleichen Mannschaften von Phönix Lübeck an.

OLDESLOER LANDBOTE vom 6.7.1940

 

Sonnabend, 6. Juli 1940

Das Bann- und Untergausportfest in Bad Oldesloe fällt aus!

STORMARNSCHE ZEITUNG vom 6.7.1940

 

Montag, 8. Juli 1940

VfL Oldesloe

Dem Vernehmen nach wird – wenn die neue Serie nicht schon wieder den normalen Spielbetrieb ermöglicht – der jetzige Bezirk im Spätsommer eine Doppelserie mit folgenden Mannschaften durchführen: Polizei, LBV Phönix, LSV Gut Heil, VfL Oldesloe, LSV Travemünde, Jahn Kücknitz und BLM (Berlin-Lübecker-Maschinenfabrik). Da eine Sommerpause nicht vorgesehen ist, können die Spiele in Kürze beginnen. – Kommt zum Training am Mittwoch.

OLDESLOER LANDBOTE vom 8.7.1940

 

Dienstag, 9. Juli 1940

Im Dienste des Gemeinnutzes

Wohltätige Stiftungen der Oldesloer Sparkasse von 1824 bis heute. Der Gründer der Oldesloer Sparkasse hatten in die Verfassungsurkunde des Vereins vom 25. März 1824 folgende Bestimmung aufgenommen:

„Da nach der Einrichtung eines solchen Instituts und nach der Erfahrung die Sparcassen einen Ueberschuß geben, der ohne bestimmten Zweck sich zwecklos zu einem Capital häufen würde, die Unternehmer aber nicht auf eigenen Vortheil sehen können, so muß es ihnen jedoch verstattet seyn, diesen Ueberschuß von Zeit zu Zeit zu gemeinnützigen und wohltätigen Zwecken nach Bestimmung der Generalversammlung zu verwenden.“

Der vor mehr als 100 Jahren geprägte Grundsatz der Gemeinnützigkeit hat auch heute noch für die Sparkasse volle Gültigkeit. ... Als sich der Stadt die Möglichkeit bietet, das der Travebadeanstalt gegenüberliegende Gelände in einer Größe von fast vier Hektar zu erwerben, beschließt der Sparkassenverein am 11. April 1935, den Kaufpreis von 11.000 RM zur Verfügung zu stellen. Auf dem Gelände wird jetzt ein vorbildlicher Sportplatz hergerichtet. In den beiden folgenden Jahren übernahm der Sparkassenverein für die Stadt die Kosten zum Kauf eines weiteren dort angrenzenden Grundstücks. Hier soll einmal die Oldesloer Jugendherberge entstehen. ...

STORMARNSCHE ZEITUNG vom 9.7.1940

 

Mittwoch, 10. Juli 1940

VfL Oldesloe

Die für Sonntag in Aussicht gestellten Wettkämpfe im Faustball fallen aus. Dafür tritt der Fußball wieder in den Vordergrund. Am Sonnabend spielt in einem Abendspiel unsere erste Herrenmannschaft gegen die spielstarke erste Mannschaft Post Lübeck auf dem Exer. Am Sonntag kommt der Phönix mit seinen stärksten Jugendmannschaften nach hier. Um 10.30 Uhr spielt die Jugend B Phönix gegen die gleiche Vertretung des VfL; am Nachmittag 3 Uhr trifft die Jugend A auf dieselbe Vertretung der Hiesigen. Für den nächsten Sonntag haben wir voraussichtlich die Post Lübeck als Gegner mit folgenden drei Mannschaften: Jugend A und Jugend B und freie Sportgemeinschaft. – Kommt zum Training am Mittwoch um 20 Uhr oder Donnerstag 17 Uhr.

OLDESLOER LANDBOTE vom 10.7.1940

 

Sonnabend, 13. Juli 1940

Heute auf dem Exer: VfL gegen Postsportverein Lübeck

Der VfL hat sich zum Wochenende die erste Mannschaft des Postsportvereins Lübeck eingeladen. Die Gäste können augenblicklich eine recht spielstarke Mannschaft stellen. In den Spielen um die Zugehörigkeit zur Bezirksliga sind die Postsportler nur knapp unterlegen. Es ist somit ein interessantes Treffen zu erwarten, da der VfL dieselbe Mannschaft stellen kann, die in dem letzten Spiel hier sich von der besten Seite zeigte. Das Spiel beginnt um 19.30 Uhr. Aufstellung: Brandt; Schweim III, Busch; Klueß, Eggers, Meins; Meinke, Wolherr, Hahn, Pump, Harms.

OLDESLOER LANDBOTE vom 13.7.1940

 

Sonnabend, 13. Juli 1940

VfL Oldesloe – Post Lübeck 4:1 (1:1)

(Gesellschaftsspiel)

Der hohe Sieg gibt kein richtiges Spiegelbild von dem Spielverlauf. Wohl hatten die Hiesigen im Durchschnitt mehr vom Spiel, aber sie gestalteten das Spiel trotzdem nicht so überlegen, daß die Gäste sich das Spiel der Hiesigen aufdrängen ließen. Ihre Verteidigung war gut. Der Torwart zeigte gute Veranlagung. Die rechte Seite wußte sehr zu gefallen; die Mitte gefiel gar nicht und auch die linke Seite zeigte starke Lücken. Wenn die Hiesigen auch glatt gewannen, so zeigte das Zusammenspiel manche Lücke. Das Kombinationsspiel sah ab und zu gefällig aus, war aber fünf Meter vor dem Tor nicht angebracht, es fehlte der krönende Schuß. Der Sturm versuchte unnötigerweise die Bälle von hinten zu holen, denn die Verteidigung war gut. Wenn Busch seinem Nebenmann auch überlegen war, so wird Schweim von Spiel zu Spiel besser. Brandt spielte fast fehlerfrei. Eggers, der in allen Spielen ausgezeichnet gleichmäßig zu gefallen wußte, spielte wegen seiner Einberufung zum letzten Male; die besten Wünsche seiner Sportkameraden begleiten ihn; er wird schwer zu ersetzen sein. Der Innensturm war sehr angriffsfreudig. Die Außen müssen mehr eingesetzt werden – hoffentlich werden sie durch fleißiges Training die Ausdauer und Schnelligkeit steigern können. Klueß und Meins waren in der Aufbauarbeit sehr brauchbar. Weinand (Phönix Lübeck) leitete das Spiel mit gewohnter Umsicht.

Das Spiel gegen Schwarz-Weiß gewannen wir durch die auf Grund des Trainings erworbene Ausdauer; das Spiel zeigte ebenfalls Früchte des Trainings. In diesen Tagen geht die Meldung für die neue Serie – wir spielen in der Lübecker Bezirksliga – ab. Bis die neue Serie beginnt, wird nach Möglichkeit pausenlos trainiert und neue Freundschaftsspiele stehen vor dem Abschluß.

Auch die Jugend, wovon die B-Jugend knapp gegen Phönix 1:0 verlor, und die A-Jugend gegen Phönix verlor 1:5, beteiligt sich ebenfalls wieder an den Spielen im Bezirk Lübeck. Am 28. Juli kommen drei Mannschaften des Postsportvereins nach hier – kommt zum Training.

OLDESLOER LANDBOTE vom 15.7.1940

VfL Oldesloe (Ankündigung): Brandt – Schweim III, Busch – Klueß, Eggers, Meins – Meinke, Wolherr, Hahn, Pump, Harms.

 

Freitag, 26. Juli 1940

Lübecker Vereine wieder unter sich

Die Fußballvereine des Sportgaues Schleswig-Holstein treffen sich am 1. September in Malente zu einer Arbeitstagung unter dem Vorsitz von Ernst Föge (Kiel). Es soll dort über eine neue Einteilung der früheren Bezirksklassen beraten werden. Vor allen Dingen wird angestrebt, mit Beginn der neuen Meisterschaftsserie die Lübecker Mannschaften (Phönix, LSV, Oldesloe und Travemünde) wieder unter sich zu lassen. In Schleswig-Holstein wird die erste Fußballklasse ihre Meisterschaft dann in zwei Staffeln austragen.

OLDESLOER LANDBOTE vom 26.7.1940

 

Sonnabend, 27. Juli 1940

VfL Oldesloe

Der Sonntagvormittag wird ausgefüllt von folgenden Jugendspielen des VfL. 9 Uhr: Sportgemeinschaft VfL gegen Post Lübeck und Jugend B VfL gegen Post Lübeck; 10.15 Uhr: Jugend A VfL gegen Post Lübeck.

OLDESLOER LANDBOTE vom 27.7.1940

 

Sonntag, 28. Juli 1940

VfL-Jugendspiele

Die drei Jugendspiele gegen die Post Lübeck zeigten den Vertretern des VfL, was noch alles durch fleißiges Training nachgeholt werden muß, wenn man gegen spielstarke Gegner gewinnen will. Die Kleinsten, Sportgemeinschaft, verloren nach gleichwertigem Spiel in der letzten Minute 2:1. Von der B-Jugend hatten alle Eingeweihten ein besseres Spiel erwartet. Die Verteidigung arbeitete nicht fehlerfrei, der Sturm zeigte keine einheitlichen Handlungen. Die Gäste arbeiteten weitaus zielbewußter und gewannen 4:1. Bei der Jugend A sahen wir teilweise einen rassigen Kampf. Das Spiel endete 4:4. Vom 1. August an beginnt das Training am Donnerstag um 17.30 Uhr.

OLDESLOER LANDBOTE vom 29.7.1940

 

Mittwoch, 7. August 1940

Nachruf

Im Einsatz für Volk und Führer starb am 28. Juli in Belgien unser Mitglied Wilhelm Schulze. 15 Jahre hindurch war er uns stets ein eifriges Mitglied und ein lieber Kamerad. VfL Oldesloe – Ohrt, Vereinsführer

OLDESLOER LANDBOTE vom 7.8.1940

 

Sonnabend, 10. August 1940

VfL Sportabzeichenprüfung

Prüflinge, die 25 Kilometer marschieren wollen, treten heute um 18.15 Uhr auf dem Exer vor der Schützenhalle an; 18.30 Uhr Abmarsch.

OLDESLOER LANDBOTE vom 10.8.1940

 

Sonnabend, 10. August 1940

VfL gegen Luftwaffen SV Travemünde

Am morgigen Sonntag fährt der VfL nach Travemünde und trägt dort eines der rückständigen Spiele um die Lübecker Stadtmeisterschaft gegen den Luftwaffensportverein aus. Über den Ausgang des Spiels eine Voraussage zu geben, ist nicht möglich; wenn die Flieger ihre beste Mannschaft zur Stelle haben, werden die Oldesloer einen schweren Stand haben. Der VfL kann für dieses Spiel zwei „Verstärker“ einsetzen, die beiden Urlauber Stäcker und Lindemeier sind mit dabei. Abfahrt 19.17 Uhr mit der Bahn.

OLDESLOER LANDBOTE vom 10.8.1940

 

Sonntag, 11. August 1940

Luftwaffe Travemünde – VfL Oldesloe 2:3 (2:2)

(Stadtmeisterschaft)

Leider fielen zwei Faktoren, die ein schönes Spiel bedingen, von vornherein aus: Die Gastgeber hatten den brauchbaren Sportplatz der Gemeinde nicht für das Spiel frei bekommen, so daß auf einer Fläche gespielt werden mußte, die jede Berechnung für einen aufspringenden Ball unmöglich machte. Außerdem zeigt er nur die geringsten Ausmaße. Es ist zu hoffen, daß für die beginnenden Pflichtspiele ein brauchbares Spielfeld zur Verfügung steht. Hinzu kam, daß eine Regenschauer mit Windstärke 5 bis 6 die andere jagte, so daß große Anforderungen an die Spieler gestellt werden mußten. Die Gastgeber, die in dem letzten halben Jahr bereits achtbare Ergebnisse erzielt haben, stellten eine gut durchtrainierte Mannschaft, die von der ersten bis zur letzten Minute das Spiel gut durchhielt.

Die Verteidigung arbeitete sehr sicher. Die beiden Außen waren auf ihrem gut eingespielten Posten, der Mittelläufer beherrschte das Spielfeld und der Mittelstürmer verstand es ausgezeichnet, den gefährlichsten Gegner abzudecken. Erfreulicherweise hatten die beiden Urlauber Stäcker und Lindemeier sich den Hiesigen zur Verfügung gestellt, sonst hätte es bestimmt nicht zu dem Siege gereicht. Brandt hielt mehrere gefährliche Schüsse ausgezeichnet. Während Busch mit altbewährter Sicherheit arbeitete, hatte Schweim bei dem wendigen Gegner öfters das Nachsehen. Wenn es auch seltsam anmutet, daß der Sieg der Hiesigen – bei einem Eckenverhältnis von 14:4 für Travemünde – noch hätte höher ausfallen können, so stellt das 3:2 unseren Torschützen das beste Zeugnis aus.

In 14 Tagen kommen die Gegner aus Travemünde zum letzten Spiel dieser Serie zu uns; dann beginnen im Anschluß daran die Spiele der Serien 1940/41.

OLDESLOER LANDBOTE vom 12.8.1940

 

Mittwoch, 21. August 1940

Nordmark-Bereichsliga in einer Staffel

Die Bereichsliga der Nordmark tritt mit Beginn der neuen Serie in einer breiten Front zu den Meisterschaftsspielen 1940/41 an. An Stelle der früheren Zweiteilung tritt nunmehr eine Staffel, die alle zwölf Mannschaften umfaßt. Es sind dies Eimsbütteler TV, Hamburger SV, Victoria Hamburg, Altona 93, Barmbecker SG, Holstein Kiel, Borussia Harburg, Concordia Hamburg, St. Georg/Sperber, Polizei Lübeck, Fortuna Glückstadt und Wilhelmsburg 09.

Um Terminschwierigkeiten aus dem Wege zu gehen, erfolgt die Ansetzung der Spitzenkämpfe bereits im Januar und Februar 1941. Dann wird der Meister ohne Schwierigkeiten rechtzeitig Berlin gemeldet werden können. Ende der Serie 1941 steigen diesmal vier Mannschaften ab, zwei Meister der ersten Klasse der Nordmark steigen auf, so daß 1941/42 zehn Vereine in der Bereichsliga beisammen sein werden.

STORMARNSCHE ZEITUNG vom 21.8.1940

 

Donnerstag, 22. August 1940

Neues vom Schleswig-Holstein-Fußball

Am Sonntag, dem 1. September, beginnen in ganz Schleswig-Holstein die neuen Meisterschaftsspiele der ersten Klasse. Die drei Staffeln haben nunmehr endgültig folgende Einteilung erfahren:

  • Nordstaffel: Kilia Kiel, Union Teutonia Kiel, Borussia Kiel, TSV Gaarden, Friedrichsort, Post Kiel, Schleswig 06, LSV Schleswig, Flensburg 08 und Husum 18.
  • Weststaffel: VfB Kiel, Ellerbek, Comet, LSV Holtenau, Eintracht Kiel, Reichsbahn Neumünster, Olympia Neumünster, Rasensport Neumünster, Preußen Itzehoe, VfL Kellinghusen oder Land und See Neumünster.
  • Oststaffel: Phönix Lübeck, BLM Lübeck, Lübecker SV Gut Heil, Jahn Kücknitz, LSV Travemünde und VfL Oldesloe.

Die Nord- und Weststaffel umfassen also je zehn Mannschaften mit Post und Eintracht Kiel als Aufsteigenden der Bezirksklasse, ferner ist Olympia Neumünster wieder mit dabei. In der Weststaffel wird der zehnte Platz noch durch ein Aufstiegsspiel zwischen dem VfL Kellinghusen und der BSG Land und See Neumünster ausgemacht.

Die Staffelmeister ermitteln in einem Hin- und Rückspiel die zwei Vertreter zu den Aufstiegsspielen zur Bereichsliga.

STORMARNSCHE ZEITUNG vom 22.8.1940

 

Sonnabend, 24. August 1940

VfL gegen Luftwaffen SV Travemünde

Das letzte noch rückständige Spiel um die Stadtmeisterschaft trägt der VfL am morgigen Sonntag hier auf dem Exer gegen den Luftwaffensportverein Travemünde aus. Erst vor 14 Tagen standen sich beide Mannschaften in Travemünde gegenüber. Der VfL konnte mit 3:2 einen bemerkenswerten Erfolg erzielen. Die Flieger werden im Kreis Lübeck in Bezug auf Spielstärke hoch eingeschätzt. Die Gäste werden morgen alles daransetzen, um sich zu revanchieren. Die bessere Tagesform wird ausschlaggebend sein, um das Spiel für sich zu entscheiden.

Beginn 15 Uhr. Vorher um 14.30 Uhr spielen (Platz 2): VfL Jugend A gegen Holstein Segeberg Jugend A. Außerdem treten vor dem Ligaspiel zwei Auswahlmannschaften des jüngsten Jahrganges gegeneinander an.

OLDESLOER LANDBOTE vom 24.8.1940

 

Sonntag, 25. August 1940

VfL Oldesloe – Luftwaffe Travemünde 3:5 (1:3)

(Stadtmeisterschaft)

Das letzte Spiel um die Stadtmeisterschaft brachte den Hiesigen eine Niederlage. Zwei Faktoren waren für den Sieg der Gäste ausschlaggebend. Fast die ganze erste Halbzeit, als der Gegner mit dem Wind spielte, mußten die Hiesigen mit nur zehn Spielern durchhalten. Hinzu kam, daß die Entscheidungen des Schiedsrichters bei zwei Toren nicht als glücklich anzusprechen waren. Die Gäste stellten eine gut ausgeglichene Mannschaft; die VfLer haben mit Schwierigkeiten hinsichtlich des Spielermaterials zu rechnen. Nach dem letzten Spiel fehlten Stäcker und Lindemeier. Zuchold, welcher auf Urlaub hier war, hatte sich in echt sportlicher Kameradschaft zur Verfügung gestellt, und Hafemann, der vom Reichsarbeitsdienst zurückgekehrt ist, füllte den zweiten Posten aus. Bei dieser Neuaufstellung müssen die Spieler sich immer wieder neu zusammenfinden. Aus den vorerwähnten Gründen hatten die Hiesigen bis Halbzeit schwer zu kämpfen.

Die schnellen Gegner führten nach 45 Minuten 3:1. Nach Halbzeit hatten die Hiesigen die bessere Seite und traten mit elf Mann wieder an. Sie hatten weitaus mehr vom Spiel. Drews brachte gute Vorlagen in die Mitte und Wolherr, der mit Hahn getauscht hatte, brachte seine Mannschaft auf 3:2 heran. Durch ein Mißverständnis der gegnerischen Verteidigung glich VfL nach 25 Minuten Spielzeit aus. Durch einen zweifelhaften Elfmeter gingen die Gäste in Führung. Beide Mannschaften erzwangen Ecken. Eben vor Schluß des Spiels erhöhten die Gäste dann das Torverhältnis auf 5:3.

Die A-Jugend hatte Segeberg als Gast und verlor unnötig 3:2. Die B-Jugend und freie Sportgemeinschaft spielten ebenfalls. Dieses gewannen die Oldesloer 5:3.

OLDESLOER LANDBOTE vom 26.8.1940

 

Sonnabend, 31. August 1940

VfL gegen TuS Jahn Kücknitz

Am morgigen Sonntag startet der Fußball in ganz Deutschland zur neuen Serie der Kriegsmeisterschaften 1940/41. Der VfL Oldesloe nimmt, trotz der enormen Schwierigkeiten, weiter an den Spielen teil. Da eine Beteiligung an den Spielen der Kieler vorläufig nicht durchzuführen ist, hat der Gau in Schleswig-Holstein drei Staffeln der Bereichsliga aufgestellt. Die Lübecker Vereine mit LBV Phönix, LSV, BML, LSV Travemünde und VfL Oldesloe bilden nunmehr die Oststaffel.

Morgen empfängt der VfL hier auf dem Exer die Kücknitzer. Da sich alle Vereine dieser Staffel ungefähr die Waage halten, ist mit spannenden Kämpfen zu rechnen. Jeder Punkt ist kostbar, und mit dem letzten Spiel ist erst entschieden, wer an den Ausscheidungen der Aufstiegsspiele teilnimmt oder absteigen muß. Aber die Hauptsache ist ja, daß überhaupt gespielt wird, und es wäre zu wünschen, daß die Oldesloer Bevölkerung durch ihr Erscheinen auf dem Exer der Mannschaft den nötigen Rückhalt gibt. Das Spiel beginnt um 15 Uhr.

OLDESLOER LANDBOTE vom 31.8.1940

 

Sonntag, 1. September 1940

VfL Oldesloe – Jahn Kücknitz 2:2 (0:2)

(1. Punktspiel)

Das vorgenannte Ergebnis ist außerordentlich schmeichelhaft für die Gastgeber; denn die Kücknitzer stellte eine schnelle, technisch und taktisch gut eingespielte Mannschaft, die im Durchschnitt weitaus mehr am Ball war als die Blau-Weißen. Alle Posten waren gut besetzt. Der Innensturm spielte sich oft vorbildlich durch; aber vor dem Tor fehlte der sichere Schuß. Während die Kücknitzer neun Ecken herausarbeiteten, brachten die Oldesloer es nur auf zwei. Trotzdem erkämpften die Gäste den einen Punkt nur durch einen Elfmeter, denn die gegnerische Verteidigung leistete hervorragende Arbeit und ließ, wenn es auch manchmal bedrohlich genug aussah, keinen weiteren Treffer zu.

Bis auf kleine Fangfehler arbeitete Brandt gut. Busch und Hahn waren vorbildlich in der Abwehr. Zwischen dem Rest der Läuferreihe und dem Sturm waren während des ganzen Spiels selten einheitliche Kampfhandlungen festzustellen. Daß ein gut gepflegtes Zusammenspiel leicht zu Erfolgen führen konnte, bewiesen die beiden erzielten Tore. Wenn in Zukunft Siege errungen werden sollen, müssen die Spieler mit mehr Einsatzfreudigkeit das Spiel durchhalten.

Es wäre wünschenswert, wenn der Schiedsrichter in Zukunft energischer durchgreifen würde, dann würden manche Unebenheiten vermieden. Die Rot-Weißen spielten in der ersten Halbzeit mit der Sonne und mit starkem Wind, der das Spiel einseitig begünstigte. Da bei ihnen auch das Zusammenspiel klappte, hatten sie weitaus mehr vom Spiel. Die Durchbrüche der Hiesigen hätten in der 45. Minute zum Tor geführt, wenn Pump nicht auf den Mann geschossen hätte. Als zwei Minuten später der Gegner zu spät angegriffen wurde, hatte Brandt das Nachsehen. Die Kücknitzer drängten und erzwangen kurz hintereinander vier Ecken. Bei den Blau-Weißen war das Zuspiel zu ungenau und es fehlte die erforderliche Einsatzfreudigkeit. Kücknitz erhöhte das Eckenverhältnis und hatte weitaus mehr vom Spiel. Sie schossen aber das zweite Tor nur als Elfmeter. Bis Halbzeit blieb es bei dem einseitigen Ergebnis.

Auch nach Halbzeit, als die Gastgeber die bessere Seite hatten, konnten sie den Gegner nicht überwinden; der Drang nach vorne fehlte. Als Ströh aber in der 20. Minute nach Halbzeit rechtzeitig den Ball zugespielt bekam, schoß er vorbildlich flach in die Ecke zum Tor für die Blau-Weißen ein. Als fünf Minuten später Hafemann Pump vorbildlich den Ball hinschob, war der Ausgleich erzielt. Das Glück stand den Hiesigen zur Seite, denn die Gäste drängten bis zum Schluß. Das siegbringende Tor lag oftmals in der Luft, aber es blieb beim Unentschieden.

Beim nächsten Spiel ist Busch auch nicht mehr dabei; die besten Wünsche begleiten ihn und Zuchold und Klueß, die ebenfalls dann den grauen Rock tragen. Wir hoffen, dass dann aber Urlauber, welche bereits unterwegs sind, einspringen können.

OLDESLOER LANDBOTE vom 2.9.1940

VfL Oldesloe: Brandt – Zuchold, Busch – Meinke, Hahn, Meins – Ströh, Hafemann, Wolherr, Pump, Drews.

 

Montag, 2. September 1940

VfL Oldesloe

Von Dienstag, 3. September, 20 Uhr, an turnen die Mitglieder der Frauenabteilung in der Turnhalle der Horst-Wessel-Schule. Der Beginn des Hallenturnens für die Männer- und Jugendabteilung wird im Laufe der Woche bekanntgegeben.

OLDESLOER LANDBOTE vom 2.9.1940

 

Montag, 2. September 1940

Vorstandssitzung des VfL

Im Hotel „Harmonie“ tagte der Vorstand des VfL. Der Vereinsführer machte Ausführungen über die Organisation der ersten Straßensammlung für das Winterhilfswerk 1940/41. Sie steht unter der Losung: „Der deutsche Sport sammelt für das WHW“. Die näheren Ausführungen über die Sammlungstätigkeit werden auf der nächsten Mitgliederversammlung, die vor dem 18. September stattfindet, gemacht.

Anschließend erläuterte der Vereinsführer die NSRL-Unfallversicherung, die am 1. September bereits ein Jahr besteht. Das Frauenturnen beginnt am 3. September in der Turnhalle der Horst-Wessel-Schule. Sobald die Luftschutzvorrichtungen überprüft sind, wird ein zweiter Abend für das Turnen der Männer- und Jugendabteilung angesetzt.

Die weiteren Ausführungen bezogen sich auf die Überprüfung des Mitgliederbestandes. Es wurde begrüßt, daß der Vereinsführer für jeden Kameraden im grauen Rock ein Los der zweiten Geld-Lotterie des NSRL beschafft hat. Auf der Rückseite der Lose wurden die Namen der Kameraden vermerkt und daran die Hoffnung auf möglichst viele Gewinne verknüpft.

OLDESLOER LANDBOTE vom 5.9.1940

 

Sonnabend, 7. September 1940

LSV Gut Heil Lübeck gegen VfL

Am morgigen Sonntag muß der VfL nach Lübeck und dort den LSV Gut Heil aufsuchen. Beide Mannschaften haben sich schon manchen Kampf geliefert, abwechselnd stellten sich die Erfolge ein. Wie nun morgen die Partie auslaufen wird, ist wirklich schwer zu sagen. Die Oldesloer sind in der wenig beneidenswerten Lage, ihre Mannschaft wieder einmal mehr umbauen zu müssen. Die Leistungen am vorigen Sonntag gegen Kücknitz waren gerade nicht so begeisternd. Das muß anders kommen, sonst sind die Aussichten nicht sehr erhebend.

Aus dem LSV wird man zur Zeit auch nicht schlau. Vor drei Wochen wurde Polizei Lübeck auf dem Karlshof mit 4:1 eindeutig geschlagen – eine Sensation. Acht Tage später ließ sich derselbe LSV von den Travemünder Fliegern mit sage und schreibe 6:0 schwer aufs Haupt schlagen – ebenfalls eine Sensation. Also warten wir ab.

Der VfL hofft, sich auf folgende Elf stützen zu können: Brandt; Drews, Wolherr; Möller, Hahn, Meins; Wienke, Hafemann, Schweim, Pump, Düllmann.

OLDESLOER LANDBOTE vom 7.9.1940

 

Sonntag, 8. September 1940

Lübecker SV Gut Heil – VfL Oldesloe 1:1 (0:0)

(2. Punktspiel)

Selbst wenn durch die bereits ausgetragenen Spiele offensichtlich ein Vorteil für eine Mannschaft festzustellen war, blieben alle Spiele gegen den Lübecker Gegner immer offen; so war es auch bei dem jetzigen Spiel.

Beide Mannschaften waren in der Aufstellung unbeschriebene Blätter. Die Gastgeber hatten im Vergleich zu den letzten Spielen drei neue Spieler aufgestellt. Das Zusammenspiel klappte anfangs besser als bei den Hiesigen. Die Mannschaft war bis in die zweite Halbzeit äußerst schnell, aber erlag dann unserem Tempo. Die wuchtig vorgetragenen Angriffe zerschellten an der vorbildlichen Verteidigung Brandt, Paul Drews, Wolherr. Während die Läuferreihe fehlerfrei arbeitete, fehlte im Sturm der Zusammenhang und das Verstehen bei dem Gegner. Beides Mängel, welche durch die Neuaufstellung bedingt waren. Leider wurde das Schießen selbst in aussichtsreicher Stellung vergessen. Erfreulicherweise hatten sich Helmut Schweim und Möller, zwei Fronturlauber, in echt kameradschaftlichem Sinne zur Verfügung gestellt. Beide haben trotz der Zeitspanne nichts verlernt; Schweim war wie in den besten Zeiten mehr als einmal „der Turm in der Schlacht“. Außerdem führten Düllmann und Wienke als Neulinge sich ganz ansprechend ein. Es blieb bis zur Pause bei dem 0:0.

Als gleich nach dem Wiederanpfiff unser Mittelläufer rücksichtslos angegangen wurde und er zehn Minuten ausschied, erzielten die Lübecker das erste Tor. Als Drews fünf Minuten vor Schluß eine Musterecke vors Tor gab, stand Schweim so günstig, daß er ein unhaltbares Prachttor genau in die Ecke köpfte; der eine wertvolle Punkt wurde mit nach Haus genommen.

Das Durchstehen der Mannschaft rechtfertigt das angesetzte Training; am Mittwoch darf keiner fehlen.

OLDESLOER LANDBOTE vom 9.9.1940

VfL Oldesloe (Ankündigung): Brandt – Drews, Wolherr – Möller, Hahn, Meins – Wienke, Hafemann, Schweim, Pump, Düllmann.

 

Montag, 9. September 1940

VfL Oldesloe

Die Frauenabteilung beginnt mit Rücksicht auf die Dunkelheit schon um 19.30 Uhr mit dem Training.

OLDESLOER LANDBOTE vom 9.9.1940

 

Dienstag, 10. September 1940

Die Sportler sammeln für das WHW

Den deutschen Sportgemeinschaften ist ein außergewöhnlicher Auftrag erteilt worden. Die Durchführung der ersten Reichsstraßensammlung für das Winterhilfswerk 1940/41 am 21. und 22. September. Die Federführung ist vom Reichsbeauftragten für das WHW dem NS-Reichsbund für Leibesübungen übertragen worden, der die Aktion gemeinsam mit dem Sportamt der NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ durchführt. Der Jugendführer des Deutschen Reiches hat zugestimmt, daß die Angehörigen der freiwilligen Sportdienstgruppen des Deutschen Jungvolks beziehungsweise der Jungmädel und die Jugendlichen der NSRL-Gemeinschaften bei der Sammelaktion und bei den sportlichen Veranstaltungen und Vorführungen eingesetzt werden.

Die Sammelaktion wird durch Sportveranstaltungen und Vorführungen aus den verschiedensten Sportgebieten unterstützt. Als Sammler sind tätig alle sich sportlich betätigenden Männer und Frauen, im besonderen alle Amtsträger des NSRL und des Sportamtes der NSV „Kraft durch Freude“, alle Angehörigen der NSRL-Gemeinschaften, alle Angehörigen der Betriebssportgemeinschaften, die Teilnehmer an der Sportkursen der NSV „Kraft durch Freude“. Die bekanntesten Turner und Sportler werden auf belebten Straßen und Plätzen als Sammler besonders eingesetzt. Die Unterstützung des Sammelwerks durch den Sport wird besonders wirksam werden durch den Grundsatz, den Turn- und Sportbetrieb aus der Halle und vom Sportplatz auf die Straße zu verlegen. Außer Vorführungen auf Straßen und Plätzen organisieren die Sportbereichsführer und Sportbezirksführer Wettkampfveranstaltungen aller Fachgebiete in großem Ausmaß.

STORMARNSCHE ZEITUNG vom 10.9.1940

 

Sonnabend, 14. September 1940

VfL gegen Luftwaffen SV Travemünde

Zum drittenmal innerhalb fünf Wochen tritt VfL morgen hier auf dem Exer gegen die Flieger aus Travemünde an. Auf Grund der Ergebnisse der letzten beiden Spiele ist der Kampf morgen vollständig offen. Die Oldesloer konnten in Travemünde 3:2 gewinnen, in Oldesloe drehten die Gäste den Spieß um und gewannen 5:3. Wie schon in der vorigen Woche erwähnt, konnten die Flieger den LSV glatt 6:0 schlagen; danach scheint man sich ja allerhand vorgenommen zu haben. Der VfL hat für morgen noch die Urlauber Schweim und Möller zur Verfügung, unter diesen Umständen können die Oldesloer die Dinge ruhig an sich herankommen lassen. Das Spiel beginnt um 15 Uhr. Der Exer ist gesperrt.

Aufstellung: Brandt; Möller, Düllmann; Hafemann, Schweim I, Meins; Meinke, Wolherr, Pump, Drews,

Vorher, um 13.45 Uhr, spielt die hiesige B-Jugend gegen die Jugend Bargteheide.

OLDESLOER LANDBOTE vom 14.9.1940

 

Sonntag, 15. September 1940

VfL Oldesloe – Luftwaffe Travemünde 4:6 (2:3)

(3. Punktspiel)

Obwohl der VfL durch die Urlauber Helmut Schweim, Ernst Schweim und Möller eine wesentlich verstärkte Mannschaft ins Feld schicken konnte und zeitweise ein gefälliges Spiel zeigte, mußte die Mannschaft sich dem besseren Gegner, der unter weitaus günstigeren Verhältnissen eine Mannschaft aufstellen kann, mit dem vorgenannten Resultat beugen. Die Gäste waren auf allen Posten gut besetzt; im Sturm überragten die beiden Flügel, halbrechts und der Mittelstürmer. Der Sturm zeigte vor dem Tor ein vielversprechendes Stellungsspiel. Bei dem kleinsten Fehler der gegnerischen Verteidigung hatte der Torwart das Nachsehen. Leider wurde die eben eingespielte Mannschaft der Blau-Weißen zweimal durch das Ausscheiden von verletzten Spielern benachteiligt. Brandt zeigte vorübergehend ausgezeichnete Torwartarbeit, leider unterliefen ihm einige Stellungsfehler. Zwei Tore durften nicht fallen.

Das Spiel begann vielversprechend für die Hiesigen. Nach ausgeglichenem Spiel schoß Drews auf eine Vorlage von Pump das Führungstor. Beide Torwarte bekamen Arbeit. Das Spiel war sehr schnell. Als in der 15. Minute der Gegner von links eine schöne Flanke vor das Tor trat, konnte sein Nebenmann, da er ungedeckt stand, zum Ausgleich einschießen. Der Ball hätte gehalten werden können. Wenige Minuten später mußte der linke Verteidiger der Hiesigen für 20 Minuten ausscheiden. Kurz hintereinander konnten die Gäste zwei Tore vorlegen. Beide Mannschaften erzwangen mehrere Ecken. Pump schoß ein sehr schönes Tor. Bis zur Halbzeit hatten die Hiesigen vorübergehend mehr vom Spiel. Helmut Schweim warf den Sturm immer mit raumgreifenden Vorlagen nach vorne. Zum Ausgleich langte es bis zur Halbzeit aber nicht.

Obwohl die Gäste drängten, erzielten die Blau-Weißen nach zehn Minuten Spielzeit den Ausgleich durch Hafemann. Drews gab eine gute Vorlage zu Wolherr, der sie zu Hafemann leitete. Die Oldesloer hatten mehr vom Spiel. Als Drews wieder eine Vorlage zu Hafemann schob, konnte er zum Führungstor einschießen. Kurz darauf schoß Wolherr vielversprechend auf das Tor. Der Torwart meisterte den Schuß durch schnelles Hinwerfen. Nach drei Minuten erzielten die Gäste bereits das Ausgleichstor. Leider mußte kurz darauf der Halblinke der Blau-Weißen ausscheiden. Manche Härten, welche von beiden Seiten ins Spiel getragen wurden, unterband der Schiedsrichter nur durch sein Pfeifen, so daß sie sich am Schluß des Spiels leider häuften. Die Gäste hatten jetzt mehr vom Spiel, hielten das Tempo gleichmäßig durch und erzwangen mehrere Ecken. Obwohl Brandt jetzt glänzend aufgelegt war, konnte er in der 20. Minute nach Halbzeit das Führungstor der Gäste nicht verhüten. Sie gestalteten das Spiel bis zum Schluß überlegen und die Hiesigen mußten sich noch das sechste Tor gefallen lassen.

Im Vorspiel trat die Jugend A aus Bargteheide gegen eine kombinierte Mannschaft aus Jugend A und B des VfL an. Anfangs war das Spiel ausgeglichen. Zum Schluß wurden die Hiesigen überlegen. Nach einer 2:1-Führung der Gäste gewannen die Blau-Weißen 3:2.

OLDESLOER LANDBOTE vom 16.9.1940

VfL Oldesloe: Brandt – Ernst Schweim, Düllmann – Möller, Helmut Schweim, Meins – Meinke, Hafemann, Wolherr, Pump, Drews.

 

Montag, 16. September 1940

Zusammenkunft der Fußballschiedsrichter

Die zweite Zusammenkunft der Schiedsrichter der Sportbezirks Lübeck findet am Mittwoch, dem 18. September, im Amtshaus (Bohnsack), Lübeck, Fünfhausen 30, pünktlich 20 Uhr statt.

Tagesordnung: 1. Amtliches, 2. Regelbesprechungen, 3. Verschiedenes.

STORMARNSCHE ZEITUNG vom 16.9.1940

 

Freitag, 20. September 1940

Einen Schlag gegen WC – eine Spende fürs WHW

Am kommenden Sonntag werden alle Kräfte zusammengefaßt, um durch die Sammlung für das zweite Kriegswinterhilfswerk des Deutschen Volkes mit dazu beizutragen, daß das Sammelergebnis sich nicht nur würdig anschließt an die vorhergehenden, sondern richtunggebend für die folgenden sein wird. Alle Mitglieder des NS-Reichsbundes für Leibesübungen – Schützen Kegler, Mitglieder des Postsportvereins, alle Vertreter aus den Abteilungen des VfL vom 14jährigen bis in das höchste Alter – alle tun ihre Pflicht!

STORMARNSCHE ZEITUNG vom 20.9.1940

 

Sonntag, 22. September 1940

VfL Oldesloe Jugend A – Rümpeler SV 1:4

Die Gäste waren den Hiesigen nicht nur körperlich überlegen, sondern sie waren vor dem Tor schießfreudiger und durchschlagskräftiger. Auf beiden Seiten wurde ein Elfmeter verschossen. Die Rümpeler unterstrichen ihre Überlegenheit durch einen glatten 4:1-Sieg.

OLDESLOER LANDBOTE vom 23.9.1940

 

Montag, 23. September 1940

VfL Oldesloe

Es wird an dieser Stelle nochmals darauf hingewiesen, daß das Turnen der Frauenabteilung jeden Dienstag bereits um 19 Uhr in der Turnhalle der Horst-Wessel-Schule beginnt.

OLDESLOER LANDBOTE vom 23.9.1940

 

Sonnabend, 28. September 1940

Dr. Goebbels spricht zur Jugend

Morgen, Sonntag, wird die neue Spielzeit der Jugendfilmstunden durch den Reichsjugendführer Axmann eröffnet. Im Rahmen dieser festlichen Vorstellung spricht Reichsminister Dr. Goebbels zur Jugend. Die Veranstaltung im Berliner Ufa-Palast am Zoo beginnt nicht, wie ursprünglich bekannt gegeben, um 9.30 Uhr, sondern um 10.30 Uhr. Die Übertragung der Rede Dr. Goebbels ist ebenfalls auf 10.30 Uhr festgesetzt worden.

OLDESLOER LANDBOTE vom 28.9.1940

 

Sonntag, 29. September 1940

Jugend soll im Krieg ihr Bestes geben

Zwölf Kernsätze zur Jugenderziehung aus der Rede von Dr. Goebbels

Im festlich geschmückten Ufa-Palast am Zoo eröffnete Reichsminister Dr. Goebbels mit einer Ansprache an die deutsche Jugend die Spielzeit 1940/41 der Jugendfilmstunde. Seinen grundsätzlichen Ausführungen zur Jugendfrage im Kriege entnehmen wir folgende zwölf Kernsätze:

„Der Krieg stellt seine harten Anforderungen auch an die Jugend. Sie muß durch besondere Haltung und stärkstens ausgeprägten Persönlichkeitscharakter versuchen, der Schwierigkeiten Herr zu werden.

Die HJ und der BDM haben die doppelte Verpflichtung, helfend einzuspringen und dem Elternhaus nach Möglichkeit Lasten abzunehmen, die es nach Lage der Dinge nur schwer oder gar nicht tragen kann.

Der Krieg ist nicht nur ein großer Gleichmacher, er ist auch ein großer Erzieher. Er macht alle Phrasen und Schlagworte hinfällig. Vor seinem harten Gesetz hat auf Dauer nur die reale Wirklichkeit Bestand.

Die deutsche Staatsführung hat beizeiten dafür gesorgt, daß die englische Blockade zur Wirkungslosigkeit verurteilt wurde. Trotzdem aber richtet sich der Krieg in seinem letzten Sinn weiter gegen die heranwachsende deutsche Generation.

Die Zahlen der gefallenen und verwundeten Mitglieder, wie vor allem aber der Führer der HJ, stellen einen beredten Beweis dar für die Tatsache, daß die Jugend diesen Krieg in weitestem Umfange zu ihrer Sache gemacht hat.

Die nachwachsende Jugend muß den Krieg in der Heimat mitführen. Sie muß ihm mit starkem Charakter und mit aufrechter Haltung entgegentreten.

Gerade im Kriege muß die Jugend wieder lernen, Achtung vor der Opfer bereiten Männlichkeit zu haben und in der Frau und Mutter die weibliche Kämpferin für den ewigen Fortbestand des Volkes zu ehren. Sie selbst aber soll sich in Gehorsam und Bescheidenheit üben.

Die Zeit, die wir heute durchleben, ist einmalig. Sie bringt für jedermann, auch für unsere Jugend, erhöhte Pflichten und Anforderungen mit sich.

Die deutsche Jugend tut gut daran, diese große Zeit mit wachen Sinnen zu erleben. Sie soll ihr Bestes hergeben für den Krieg und seine Aufgaben: ihre Kraft, ihren Mut, ihren Idealismus und ihre stärkste Glaubensfähigkeit.

Wir lehren unsere deutsche Jugend nicht wie die englischen Plutokraken ihre Kinder, in jungen Jahren Frack und Zylinder zu tragen. Wir lehren unserer Jugend etwas, was sie im späteren Leben nur sehr schwer noch nachholen kann, nämlich Haltung und Charakter.

Wir huldigen in unserer Jugenderziehung einem neuen Ideal, so wie der Führer es uns lehrte. Nach ihm hat die Hitlerjugend ihren Namen erhalten. Das gibt ihr die Verpflichtung, ihm nachzuleben.

Der Führer ist das leuchtendste Beispiel für die deutsche Jugend. Er verlangt von ihr in der harten Zeit des Krieges Haltung, Charakter, Gehorsam und Disziplin.

OLDESLOER LANDBOTE vom 30.9.1940

 

Sonntag, 29. September 1940

Fähnlein 1 – Fähnlein 2 (Oldesloe-Land) 14:0!

Auf dem Exer fand nicht nur Jahrmarkt, sondern auch „Schützenfest“ statt. Die Mannschaft des Fähnlein 1 spielte gegen Fähnlein 2 (Oldesloe-Land) um die Ausscheidung zur Bannmeisterschaft. Die Oldesloer zeigten sich denen aus der Umgegend haushoch überlegen und überspielten ihren Gegner. Bei nur zweimal 25 Minuten Spielzeit 14 Tore zu treten, stellt dem Sturm der Oldesloer ein gutes Zeugnis aus. An der Niederlage ist der kleine Torwart, der einige Sachen gut meisterte, in dieser Höhe nicht schuld.

OLDESLOER LANDBOTE vom 30.9.1940

 

 

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