Schuljahr 1966 - 67 Zeitraum Oktober - Dezember

 

Mittwoch, 5. Oktober 1966

Turngeräte für Stadtschüler

Wie Bürgermeister Barth mitteilte, hofft die Stadt, daß die Turnhalle der Stadtschule Mitte November fertiggestellt sein wird. Der Magistrat bewilligte bereits 10.700 DM für Turngeräte.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.10.1966

 

Donnerstag, 6. Oktober 1966

Ausschuß tagt in der Realschule

Der städtische Schul- und Kulturausschuß wird seine nächste Sitzung am kommenden Mittwoch in der Mittelschule abhalten und dabei die Wünsche des Elternbeirates besprechen. Inzwischen hat der Bauausschuß die Mittelschule bereits besichtigt und bestimmte Vorschläge erarbeitet. Auf Anordnung der Schulleitung wird der Klassenraum im zweiten Stockwerk des Altbaues, der keine Tür zum Flur besitzt, seit kurzem nicht mehr für den Unterricht benutzt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.10.1966

 

Mittwoch, 12. Oktober 1966

Sitzung des städtischen Schul- und Kulturausschusses in der Königin-Luise-Schule

 

Donnerstag, 20. Oktober 1966

Lehrer auf dem Verkehrsübungsplatz

Auf Einladung der Verkehrswacht besuchte der Ortsverein Harksheide der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft den ADAC-Verkehrsübungsplatz in Bad Oldesloe. Der Kreisfachberater für Verkehrserziehung, Realschullehrer Gerhard Fenner (Bad Oldesloe), demonstrierte für seine Kollegen aus dem Harksheider Raum mit einer Realschulklasse eine praktische Verkehrsübung und gab Hinweise für die Gewöhnung der Kinder an das richtige Verkehrsverhalten. Der Besuch des Platzes mit einer Schulklasse müsse vorher schon im Unterricht theoretisch vorbereitet werden. Mit einem Referat „Verkehrserziehung – ihre Verwirklichung in der Schule“ und einer lebhaften Diskussion schloß diese dritte Lehrerarbeitstagung der Verkehrswacht.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.10.1966

 

Donnerstag, 20. Oktober 1966

Sie bestanden die Reifprüfung

29 Theodor-Mommsen-Schüler atmeten erleichtert auf

Alle 29 Oberprimaner der Theodor-Mommsen-Schule haben die Reifeprüfung bestanden. Unter Vorsitz von Oberstudiendirektor Siepermann fand gestern und vorgestern die mündliche Prüfung statt. Heino Heiden (Reinfeld) aus der Ols war davon befreit.

Die feierliche Entlassung der nachstehend aufgeführten 29 Abiturienten findet am 29. Oktober um 10.30 Uhr in der Aula des Gymnasiums statt:

Klasse Ols:

Jutta Baedeker (Berufswunsch Volksschullehrerin), Manfred Böttcher (Regierungsinspektor), Christel Brockmöller (Zahnärztin), Wolfgang Engler (Biologe), Brigitte Fleischfresser (Volksschullehrerin), Cara Gebhardt (Diplom-Bibliothekarin), Peter Groß (Jurist), Anneliese Haarmann (Ärztin), Heino Heiden (Jurist), Renate Mayr (Fremdsprachensekretärin), Barbara Miesel (Journalistin), Heike Offen (Kirchenmusikerin), Evelyn Pöhlsen (Volksschullehrerin), Margot Pump (Volksschullehrerin), Jörg Rampelt (Diplom-Ingenieur), Brigitte Schröder (Diplom-Dolmetscherin), Sieglinde Voigtman (Sprachheil-Lehrerin).

Klasse Olm:

Joachim Brockhusen (Apotheker), Otto Dittmann (Diplom-Ingenieur), Carsten Dreckmann (Diplom-Landwirt), Hans-Jürgen Heinze (Marineoffizier), Claus Lüders (Jurist), Günter Matthiessen (Mathematiker), Gudrun Miesel (Architektin), Gerd Richter (Beamter), Kirsten Riebel (Volksschullehrerin), Christian Roes (unbestimmt), Christine Scherdin (Mittelschullehrerin), Rudolf Tyrell (Facharzt).

Ebenfalls' das Abitur bestanden drei ehemalige Schüler der Theodor-Mommsen-Schule an der Wirtschaftsoberschule in Lübeck: Brigitta Menk-Vorhaben, Hartmut Albrecht und Jürgen Leichsenring.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.10.1966

 

Sonnabend, 29. Oktober 1966

Abiturienten nahmen Abschied

„Seien Sie nicht nur Arbeits- und Erfolgsmenschen, sollerfüllende Gesellschaftsfunktionäre, sondern tun sie alles mit dem Herzen, vom Herzen her“, rief Oberstudiendirektor Siepermann den 29 Abiturienten zu, die vom Theodor-Mommsen-Gymnasium Abschied nahmen.

In der voll besetzten Aula hatten sich zu der Entlassungsfeier als Gäste zahlreiche Eltern, ferner die Spitzen von Kreis und Stadt und ehemalige Lehrkräfte versammelt. Sie alle erhoben sich, als die Abiturienten, geführt von ihren Klassenlehrerinnen Studienrätin Redöhl und Oberstudienrätin Schlett in die Aula einzogen.

Als Sprecher der scheidenden Oberprimaner dankte Heino Heiden den Lehrern. Gewand formulierend sprach er dann über Ideale, das Menschenbild der Antike und die Erfordernisse der modernen Zeit.

Die Abschiedsworte der Schülerschaft sprach erstmalig ein Sextaner, und zwar in Reimen. Sein Zukunftsbild von einer Schule, in der nicht mehr gebaut wird und die Lehrerinnen Miniröcke tragen, löste viel Lachen und Beifall aus.

Vor der Aushändigung der Reifezeugnisse verteilte Direktor Siepermann einige Buchprämien an die Besten. Die Theodor-Mommsen-Prämie, gestiftet vom Enkel des großen Gelehrten, erhielten Heino Heiden (Reinfeld) aus der OIs und Günter Matthiessen (Kayhude) aus der OIm, die Buchspende eines ehemaligen Schülers Christine Scherdin (Bad Oldesloe) aus der OIm und die Buchspende des Vesdoro (Verein ehemaliger Schüler der Oberrealschule Oldesloe), auf den der Direktor die Abiturienten besonders hinwies, Manfred Böttcher (Bad Oldesloe) aus der OIs.

„Kiekt mal wedder in“, lauteten die letzten Worte des Schulleiters, bevor der Chor unter Leitung von Studienrat Fritz Alshuth ein Lebewohl sang.

STORMARNER TAGEBLATT vom 31.10.1966

 

Sonnabend, 5. November 1966

Theodor-Mommsen-Fest am 30. November und 1. Dezember

Wie stets wird das Theodor-Mommsen-Fest des Gymnasiums mit einem Konzert eingeleitet. Es findet am 30. November statt. Auf dem Programm stehen das Schicksalslied von Johannes Brahms und Carmina burana von Carl Orff. Mitwirkende sind Käthe Möller-Siepermann (Bad Oldesloe), Erich Wenk (Leverkusen), Günther Pods (Eutin), der Schulchor, die Hamburger Symphoniker und Hildegard Nölting (Bad Oldesloe). Die Leitung hat Studienrat Fritz Alshuth. Am Vormittag des nächsten Tages findet in der Aula ein Festakt statt. Den Abschluß bildet am Abend ein Ball im „Oldesloer Hof“.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.11.1966

 

Sonnabend, 19. November 1966

Gymnastikhalle wird ihrer Bestimmung übergeben

Am kommenden Dienstag wird die neue Gymnastikhalle bei der Stadtschule an der Großen Salinenstraße ihrer Bestimmung übergeben. In einer kleinen Feier, die um 10 Uhr beginnt, werden die Kinder der Schule den geladenen Gästen eine kleine Folge von Darbietungen vorführen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.11.1966

 

Dienstag, 22. November 1966

„Räuber“ weihten Halle ein

Für Oldesloes Stadtschule schon wieder zu klein

In einer Feierstunde übergab Bürgermeister Hermann Barth die neue Gymnastikhalle der Stadtschule offiziell ihrer Bestimmung. Die Freude über den Neubau wird allerdings getrübt durch die Tatsache, daß die Halle für den Turnbetrieb mit 24 Klassen der Schule nicht ausreicht.

So wird es erforderlich, wie Rektor Karl-Heinz Goldenbaum in einer Ansprache ausführte, daß die oberen Klassen ihren Turnunterricht nachmittags erhalten. An einem Tage der Woche ist die Halle durch den Turnunterricht der Sonderschüler blockiert.

Rektor Goldenbaum hob hervor, daß die Spiele der Kinder einen zweifachen Sinn hätten: Allen zu zeigen, daß es sich bei der Gymnastikhalle um einen Neubeginn handelt, und allen zu danken, die an der Erstellung mitwirkten. Der besondere Gruß des Rektors galt seiner Vorgängerin, Fräulein Mohr, die bis zum Jahre 1965 die Stadtschule 20 Jahre lang geleitet hatte. Ein kurzer Blick in die Geschichte der Stadtschule, insbesondere in ihren früheren Turnbetrieb war recht interessant. Im Jahre 1910 wurden drei Pflichtturnstunden eingeführt, ab 1927 war Schwimmen Pflichtfach.

Bürgermeister Barth wies darauf hin, daß die Stadt zur Errichtung der Gymnastikhalle kein Darlehen aufzunehmen brauchte. Stadt und Kreis teilten sich die Kosten. Der Bürgermeister sagte weiter, daß eine neue Bestuhlung in der Gymnastikhalle im kommenden Nachtragshaushalt berücksichtigt werde.

Stadtrat Wilhelm Moog rief den Kindern zu, nach dem Motto des Turnvaters Jahn zu turnen: „Frisch, fromm, fröhlich, frei!“

Schulrat Heinrich Lüth überbrachte die Größe der Landesregierung und unterstrich die Notwendigkeit eines guten Turnunterrichts.

Fräulein Emma Mohr wünschte, daß die Gymnastikhalle drei Aufgaben zugänglich gemacht werden möge: der Körpererziehung, der musischen Ausbildung und der Kontaktpflege mit der Elternschaft.

Die Einweihungsfeier umrahmte der Chor der Stadtschule und eine große Anzahl von Schülern mit lustigen Darbietungen.

Den Bauarbeiten für die Gymnastikhalle war am 1. April dieses Jahres begonnen worden. Die Baukosten für die Halle betrugen 240.000 DM. Dazu kamen 49.000 DM für Schmutz- und Regenwassersiel, Blitzschutzanlagen, Turngeräte, Kleinmaterial und anderes. Die Halle ist innen 18,20 Meter lang und 10 Meter breit. Sie enthält auch eine 47 Quadratmeter große Bühne, die für musikalische Darbietungen, Laienspiele und ähnliches geeignet ist. Für die Jungen und Mädchen gibt es je einen Umkleide- und Waschraum. Auch für die Lehrkräfte steht ein Umkleide- und Waschraum zur Verfügung. Der Geräteraum ist 40 Quadratmeter groß. Der Fußboden wurde mit strapazierfähig Linoleum abgedeckt. Etwa 300 Kinder finden in der Halle eine Sitzgelegenheit.

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.11.1966

 

Sonnabend, 26. November 1966

Sie erlangten die mittlere Reife

105 Oldesloer Realschüler feierlich verabschiedet

Heute vormittag verabschiedete die Königin-Luise-Realschule in einer Feierstunde in der Aula 105 Mädchen und Jungen des zehnten Schuljahres.

Folgende Schülerinnen und Schüler erhielten wegen ihrer guten Leistungen Buchprämien: Franziska Grzechza und Karl-Heinz Vogel (Klasse 10a), Annelie Kabel und Rüdiger Hildebrandt (Klasse 10b) und Hannelore Spies und Gerhard Martens (Klasse 10c). Klassenlehrer waren: Dr. Gisela Stangenberg (10a), Gustav Hafemann (10b) und Heinz Timmermann (10c).

Die Namen der SchulentIassenen und ihre Berufswünsche:

Klasse 10a:

Jutta Berger, medizinisch-technische Assistentin; Ulrike Borchmann, Volksschullehrerin; Ute Claussen, Bürogehilfin; Hannelore Dörfler, Apothekenhelferin; Dorit Grantzau, Steuerberaterhelferin; Franziska Grzechza, Säuglingsschwester; Christa Kneis, Frauenfachschule; Elke Lindau, Auslandskorrespondentin; Ilse Riebel, Frauenfachschule; Telse Riedell, Krankenschwester; Gisela Schmalowski, medizinisch-technische Assistentin; Ingrid Schumann, technische Zeichnerin; Ingrid Wigger, Frauenfachschule.

Karl-Heinz Carstens, Höhere Handelsschule; Manfred Fandrey, Postbeamter; Siegfried Glimm, Maschinenbauingenieur; Fred Girschkowski; Wirtschaftsoberschule; Joachim Heyn, Wirtschaftsoberschule; Werner Kuhnt, Vermessungstechniker; Wolfgang Lange, Finanzbeamter; Harald Linke, Wolkenwehe, Nachrichten-Ingenieur; Helmuth Möller, Techniker; Gerd Nomack, Maschinenbauingenieur; Arnold Petersen, Maschinenbauingenieur; Horst Rickert, Industriekaufmann; Gerald Rüdiger, Finanzbeamter; Joachim Schneuer, Maschinenbauingenieur; Gernot Scholz, Bankkaufmann; Peter Stäcker, Bankkaufmann; Hans-Hermann Stoffers, Nachrichteningenieur; Dietrich Vogel, Höhere Handelsschule; Karl-Heinz Vogel, Höhere Handelsschule.

Klasse 10 b:

Petra Barthky, Funkerin; Gabriele Beyer, Auslandskorrespondentin; Christa Brandenburg, Grabau, Krankenschwester; Carmen Dobrowolski, Krankenschwester; Ruth Ebert, Nahe, Wirtschaftsoberschule; Monika Gerckens, Bargfeld, Bankkaufmann; Dagmar Gerner, Grabau, Rechtsanwaltsgehilfin; Sibylle Heinrich, Bankkaufmann; Annelie Kabel, Götzberg, Lehrerin; Helene Kalle, Todendorf, Höhe Handelsschule; Waltraut Kuschel, Glinde, Bankkaufmann; Renate Leinius, Auslandskorrespondentin; Mechthild Schmidt, Wirtschaftsoberschule; Maren Sievers, Steinfeld, Krankengymnastin; Barbara Wöller, Wirtschaftsoberschule.

Uwe Baumgart, Trittau, Chemielaborant; Eckhard Beecken, Henstedt-Wohld, Landwirt; Wulf Böttger, Rethwischdorf, Wirtschaftsoberschule; Horst Drews, Sühlen, Spar- und Darlehnskasse; Klaus Gerken, Todendorf, Maschinenbau; Walter Grube, Steuermann; Rüdiger Hildebrandt, Reinfeld, Fernmeldepraktikant; Hans-Friedrich Hoffmann, Groß Barnitz, Bauingenieur; Werner Isenberg, Trenthorst, Aufbaugymnasium; Hans Krohn, Sprenge, Groß- und Außenhandelskaufmann, Hinrich Krohn, Sprenge, Starkstromtechniker; Klaus Pabel, Maschinenschlosser; Joseph Poschmann, Wirtschaftsoberschule; Bernd Riedel, Post- und Telegrammdienst; UIrich Ruß, Industriekaufmann; Peter Schacht, Wirtschaftsoberschule; Hans-Hermann Schütt, Wakendorf II, Industriekaufmann; Rolf Wichern, Bundeswehr; Hans-Hinrich Wulf, Bankkaufmann; Michael Zettler, Sühlen, Kaufmann; Günther Zosel, Todendorf, Industriekaufmann.

Klasse 10c:

Rosemarie Boy, Bargfeld, Auslandskorrespondentin; Helga Damm, Wakendorf I, Apothekerin; Heidemarie Dencker, Siebenbäumen, Kindergärtnerin; Heidi Dombrowski, Sattenfelde, Arzthelferin; Regina Domke, Trittau, Sportlehrerin; Sabine Eggert, Gymnastiklehrerin; Erika Malige, Steuerberaterin; Rita Martens, Rethwischfeld, Bundesbahnbeamtin; Angela Marzischewski, Lehrerin; Sabine Maul, Nahe, Erzieherin; Eva Motzkus, Rethwischdorf, Kindergärtnerin; Karin Pophal, Reinfeld, Fremdsprachenkorrespondentin; Hannelore Spies, Steuerberaterin; Gisela Starck, Tremsbüttel, Zahntechnikerin; Helga Struppeck, Bad Oldesloe, Masseusin; Marlis Stürmer, Pölitz, Optikerin; Eva-Marie Tschage, Bürokaufmann; Veronika Valentin, Bargfeld, Postangestellte; Renate Wolff, Stubben, Industriekaufmann; Christel Wollenschläger, Steuerberaterin.

Eitel-Friedrich Besch, Fischbek, Abitur; Wolfgang Drews, Nienwohld, Speditionskaufmann; Manfred Fürstenberg, Groß-Boden, Maschinenschlosser; Horst Gercke, Rümpel, Steueranwärter; Bernhard Grage, Rethwischfeld, Industriekaufmann; Reinhard Lang, Nütschau, Industriekaufmann; Ulrich Mallien, Lokfeld, Feinmechaniker; Gerhard Martens, Rethwischfeld, Atomphysiker, Heinz Martin, Sülfeld, Industriekaufmann; August-Wilhelm Meyer, Siebenbäumen, Ingenieur; Georg Meyer, Pölitzfeld, Landwirt; Christian Mittelstaedt, Maschinenschlosser; Janos Sallai, Schulenburg, Groß- und Außenhandelskaufmann; Jürgen Schwarck, Mollhagen, Betriebswirt; Rüdiger Sluga, Reinfeld, Industriekaufmann; Hans-Joachim Steinfatt, Nütschau, Groß- und Außenhandelskaufmann; Hans-Joachim Zakrzewski, Rethwischdorf, Werkzeugmacher.

Alle Schüler bei denen der Wohnort nicht ausdrücklich genannt ist, wohnen in Bad Oldesloe.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.11.1966

 

Montag, 28. November 1966

Oldesloes Parlament überprüfte die Finanzen

Etat für 1966 um eine Million erhöht …

Das städtische Haushaltsvolumen vergrößert sich durch den vom Stadtparlament verabschiedeten Nachtragsetat 1966 um rund eine Million DM. Ausschlaggebend dafür war eine ganze Reihe von Mehreinnahmen. …

Im außerordentlichen Etat werden u.a. 467.000 DM für den Rohbau der Sporthalle und 300.000 DM für den Rohbau der Sonderschule ausgewiesen. Ferner stellt die Stadt 77.000 DM für die Gymnastikhalle der Oberschule und weitere 19.500 DM für die Verbesserungen im Travestadion bereit. …

Auf schnelle Bereitstellung von Mitteln für den Umbau einer Klasse drängten die Raumnot der Königin-Luise-Schule. Stadtrat Bernhard Nowak (Wählergemeinschaft) machte darauf aufmerksam, daß ab 12. Dezember 20 Klassen in der Schule unterzubringen sind, jedoch nur 19 Räume zur Verfügung stehen. Es besteht die Gefahr, daß für eine Klasse nachmittags Unterricht erteilt werden muß.

Bürgerworthalter Georg Koch: „Es muß doch möglich sein, für das vorhandene leerstehende Klassenzimmer in kurzer Zeit einen Ausgang zu schaffen, so daß es benutzbar ist. Das Bauamt hat sich doch an Ort und Stelle bereits informiert.“

Stadtverordneter Georg Schömer: „Der Finanzausschuß muß wissen, was der Umbau kostet.“

Stadtbaumeister Walter Heinemann sagte zu, die Kosten schnellstens ermitteln zu wollen. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.11.1966

 

Donnerstag, 1. Dezember 1966

Musik – Literatur – Tanz

Oldesloes Gymnasium feierte Theodor-Mommsen-Fest

Im Mittelpunkt der Schulfeier anläßlich des Theodor-Mommsen-Festes stand in der Aula des Gymnasiums ein Vortrag von Studiendirektor Dr. Brandstätter über Gestalt und Funktion des Thomas Becket im Drama der Gegenwart.

Mit Werken von Händel und Gluck leiteten Schulorchester und -chor die Feier ein. Oberstudiendirektor Siepermann wies auf die besonderen Umstände hin, unter denen das diesjährige Theodor-Mommsen-Fest infolge des Kurzschuljahres vorbereitet und veranstaltet werden mußte. Es fiel zum ersten Male mit dem Schuljahresende zusammen. Unter den Gästen begrüßte der Schulleiter Bürgerworthalter Koch, Bürgermeister Barth, Stellvertretenden Bürgerworthalter Busch, Stadtrat Moog, die Leiter der Oldesloer Schulen, Vertreter der Kirchen, den Vorsitzenden des Elternbeirats und der Schulpflegschaft, Dr. Clamann, im Ruhestand lebende Pädagogen und den Vorsitzenden des Vesdoro, Meyer.

Sein Dank galt allen denen, die zum Gelingen des Theodor-Mommsen-Festes beigetragen haben. Besondere Dankesworte richtete er an Studienrat Alshuth für die gute künstlerische Ausrichtung des Festes.

Dr. Brandstätter legte seinen Ausführungen drei Dramen von Thomas Stearns Eliot, Jean Anouilh und Christopher Fry zugrunde, die zugleich das Leben und Wirken des englischen Staatsmannes und katholischen Geistlichen aus dem zwölften Jahrhundert aus drei verschiedenen Perspektiven beleuchten.

In Eliots „Der Mord im Dom“ wird Becket als ein Heiliger in der Welt dargestellt. Für ihn gibt es nur die sittliche Entscheidung zwischen Gut und Böse.

Anouilh schildert in seinem Drama „Becket oder die Ehre Gottes“ eine durch und durch säkularisierte Welt voller Ungerechtigkeit und Brutalität. Der rücksichtslose und zugleich weichliche König sucht einen Freund, und er findet ihn in Becket, der unter dem Chaos leidet und den es nach einer geordneten Welt verlangt. Kühl und ohne spontane Begeisterung geht er seinen Zielen nach.

Bei Fry „König Kurzrock“ erscheint Becket als der Sucher nach Wahrheit für sich und eine überirdische Welt. Fry hält sich ziemlich stark an die historische Vorlage.

Bleibt die Frage, so Dr. Brandstätter, ob sich dramatische Darstellung und geschichtliche Erkenntnis ergänzen oder ausschließen. Lebhafter Beifall dankte dem Vortragenden für seine tiefschürfende Untersuchung.

Den Abschluß des Festes bildete ein gut besuchter Ball am Abend im Oldesloer Hof.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.12.1966

 

Freitag, 2. Dezember 1966

Konrektor Bahnsen verläßt die Realschule

Mit Wirkung vom 1. Dezember ist der Konrektor der Königin-Luise-Schule, Walter Bahnsen, als Rektor an die großzügig und modern ausgestattete Realschule in Kronshagen bei Kiel berufen worden. Er wird sein neues Amt am kommenden Montag antreten. Am Dienstagabend wird er in einer Parlamentssitzung den Stadtverordneten vorgestellt. Die zweizügige Schule hat zwölf Klassen. Der Pädagoge war 16 Jahre an der Oldesloer Realschule tätig. Ein Jahr lang leitete er sie. Er ist Fachlehrer für Deutsch und Geschichte. Sein besonderes Anliegen war und ist die Heranführung der Schüler und Schülerinnen der Oberstufe an die moderne Kunst.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.12.1966

 

Freitag, 2. Dezember 1966

3000 DM für Möbel

In der Theodor-Mommsen-Schule wird eine Bücherei für die Oberstufe neu eingerichtet. Für die notwendigen Möbel bewilligte der Magistrat einen Betrag von 3000 DM.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.12.1966

 

Montag, 12. Dezember 1966

Neues Gelände für zweite Mittelschule

Bad Oldesloe gibt reservierte Grundstücke frei

Eine zweite Realschule wird, wenn ihr Bau eines Tages spruchreif ist, nicht in dem bisher hierfür vorgesehenen Gebiet zwischen Hamburger und Lorentzenstraße errichtet werden. Die Stadtverordneten gaben nämlich das zwei Hektar große Gelände für die Bebauung mit Wohnungen und Gewerbebetrieben bestimmter Art frei.

Das Gelände ist in dem im März dieses Jahres in Kraft getretenen Bebauungsplan Nr. 23a, Sanierungsgebiet: Ring um die Innenstadt, für Gemeinbedarf zur Errichtung einer zweiten städtischen Realschule ausgewiesen worden. Die Grundeigentümer sind damit in ihrer bisherigen Nutzung beschränkt. Vor Inkrafttreten des Bebauungsplanes lagen ihre Grundstücke in einem Mischgebiet, das zum Wohnen und zur Unterbringung von Gewerbebetrieben, die nicht wesentlich stören, bestimmt ist.

Hierzu sagte der Vorsitzende des Planungsausschusses, Stadtrat Schmacka (CDU): „Wir können das Gelände nicht erwerben. Das würde zuviel Geld kosten.“ Wenn die Stadt jedoch ihre Pläne nicht in bestimmter Frist verwirkliche, werde sie entschädigungspflichtig. Sie habe sich deshalb, um den Wünschen der Grundbesitzer nachzukommen, nach einem Ersatzgelände umgesehen und dabei ihr Augenmerk auf das Grundstück hinter dem Berliner Ring zwischen evangelischem Pastorat und Trave gegenüber dem Hako-Werk gerichtet.

Stadtverordneter Schröder (SPD) hatte nichts gegen die Aufgabe des Geländes einzuwenden, wohl aber gegen das Ersatzgelände am Berliner Ring. „Dort eine Mittelschule zu bauen, halte ich für fehl am Platze.“ Abgesehen von dem starken Verkehr bestünde dort ein anderer Nachteil: Das Grundstück sei nicht groß genug für die Anlage eines Schulsportplatzes.

Bürgerworthalter Koch (CDU) versicherte, daß über das Ersatzgelände noch nicht das letzte Wort gesprochen sei. Bei einer Stimmenthaltung beschloß die Versammlung schließlich die, wie es in der Amtssprache heißt, Umwidmung des Bauplatzes für die Mittelschule in ein Mischgebiet und damit die 1. Änderung zum Bebauungsplan Nr. 23a. Wenn Kiel zu dieser Änderung ja sagt, wird sie vielleicht in neun Monaten, rechtskräftig.

STORMARNER TAGEBLATT vom 14.12.1966

 

Mittwoch, 28. Dezember 1966

Gestühl für die Gymnastikhalle

Da die Gymnastikhalle der Stadtschule auch eine Bühne besitzt und für Veranstaltungen der verschiedensten Art benutzt, werden kann, sollen 170 Stühle beschafft werden. Der Magistrat bewilligte hierfür einen Betrag von 5200 DM.

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.12.1966

 

Sonnabend, 31. Dezember 1966

Ein verdienter Mitbürger verläßt Oldesloe

Zu Beginn des neuen Jahres wird Studienrat a.D. Paul Läpple, der lange Jahre an der Theodor-Mommsen-Schule unterrichtet hat und seit 1911 in Oldesloe wohnt, nach Lübeck umziehen; Die Stadt verliert in ihm den Initiator der Buxtehude-Gedächtnistafel an der Peter-Pauls-Kirche, die besagt, daß dieser große Musiker ein Sohn Oldesloes war. Es ist das nicht geringe Verdienst des ehemaligen Pädagogen, durch beharrliches Studium des spärlichen und spröden Urkundenmaterials erst herausgebracht zu haben, daß Buxtehude einer alteingesessenen Oldesloer Bürger- und Ratsherrenfamilie angehörte, die unserem Volke mit ihm den größten Musiker vor Bach, nächst Heinrich Schütz, geschenkt hat.

STORMARNER TAGEBLATT vom 31.12.1966

 

 

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