Schuljahr 1966 - 67 Zeitraum Juli - September

 

Dienstag, 26. Juli 1966

431 Kinder besuchten Schwimmkurse

Morgen beginnen die letzten Oldesloer Lehrgänge

Auf Anregung des Schulamtes und mit Unterstützung des Kreises wurde auch in diesem Jahr das Ferienschwimmen in verschiedenen Orten des Kreises erfolgreich durchgeführt. In Bad Oldesloe fanden bisher fünf Lehrgänge statt, an denen sich 431 Schulkinder beteiligten.

Sie verteilen sich auf folgende Oldesloer Schulen: 97 Kinder der Stadtschule, 37 der Klaus-Groth-Schule, 11 der Sonderschule, 98 der Realschule und 13 des Gymnasiums. Hinzu kommen 18 kleinere Kinder und 156 schulpflichtige Jungen und Mädchen aus Meddewade, Rethwischdorf, Pölitz, Rümpel, Steinfeld, Tralau, Schlamersdorf, Grabau und Schleswig, die per Fahrrad, Bus oder Zug zu den Kursen kamen. Eine Oldesloer Firma gestattete sogar einem Lehrling, fünf Tage lang an der täglichen Schwimmstunde teilzunehmen, um das Schwimmen zu erlernen.

Für die Durchführung hatte sich Ilse Cors, Walter Busch, Bernhard Nowak als Lehrkräfte mit Schwimmlehrbefähigung zur Verfügung gestellt. Trotz kurzer Übungszeit erzielten sie ein befriedigendes Ergebnis: 15 Fahrtenschwimmer, 60 Freischwimmer, 143 Kinder schwammen bis zu 15 Minuten, 88 Schüler schafften 5 bis 50 Schwimmzüge, 78 beherrschten die Schwimmbewegungen mithilfe eines Kissens. Bei eifrigem Üben können sie noch in diesem Jahr zum Freischwimmen geführt werden. 32 blieben Nichtschwimmer, 39 brachen die Lehrgang vorzeitig ab, um ihre Ferienfahrt anzutreten.

Mit 283 Schülern wurde das von der Stadt Bad Oldesloe eingerichtete Lehrbecken bei der Realschule gut genutzt, während dieser Zeit hat der Ingenieur Möller vom Stadtbauamt die Reinigungs- und Umwälzanlage täglich daraufhin überprüft, ob das Wasser hygienisch einwandfrei ist.

Die nächsten Lehrgänge beginnen morgen um 9 Uhr bzw. um 14 Uhr im Lehrbecken an der Realschule, wo die Lehrkräfte Cors und Hans-Joachim Goldbeck die Anmeldung entgegennehmen. Der geplante Lehrgang am Poggensee muß infolge eines Unfalls des Schwimmlehrers Karl Röper ausfallen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.7.1966

 

Mittwoch, 10. August 1966

Schulhofplastik verdient mehr Beachtung

Zu üppiger Rahmen für schönes Werk Karlheinz Goedtkes

Die Ferien sind zu Ende. Seit heute gehen wieder viele Kinder tagein tagaus an dieser eindrucksvollen Plastik des Bildhauers Karlheinz Goedtke am Eingang der Klaus-Groth-Schule vorüber. Sie steht ein wenig zur Seite gerückt, etwas von Büschen verdeckt, und es drängt sich der Eindruck auf, daß der grüne Rahmen zu üppig geworden ist.

Zwar hatte das Modell für diese Bronzeplastik, als es vor etwa zwei Jahren dem Stadtparlament zum ersten Male gezeigt wurde, nicht ungeteilten Beifall gefunden, und ein Stadtvater hatte besorgt gefragt, ob das vorlesende Mädchen und der zuhörende Junge nackt dargestellt werden sollten, doch die Kritik ist längst vergessen. Das kleine Tonmodell hatte nur andeuten können, wie das fertige Werk aussehen werde. Und es ist seinem Schöpfer, einem der angesehensten Bildhauer unseres Landes, wohlgelungen. … Verdiente sie es nicht, etwas mehr in den Blickpunkt gerückt zu werden? Das wäre schon durch Beschneiden des Buschwerkes zu erreichen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.8.1966

 

Sonnabend, 20. August 1966

Kreisschulsportfest fällt aus

Turnunterricht an den Schulen läßt zu wünschen übrig

In diesem Herbst wird mit Rücksicht auf das Kurzschuljahr kein Kreisschulsportfest stattfinden! Dies beschlossen die für die Durchführung der Sommer-Bundesjugendspiele 1966 zuständigen Bezirksobleute auf einer Zusammenkunft. Die einzelnen Schul- und Bezirksfeste jedoch werden bis zu den Herbstferien veranstaltet.

Schulrat Heinrich Lüth dankte auf dieser Versammlung den Obleuten und Ausschußmitgliedern für ihre Mitwirkung bei den Schulsportfesten und überreichte Rektor Schwirz (Barsbüttel) Schulleiter Scharnofske (Neritz), Realschulkonrektor Look (Ahrensburg), Studienrat Hartwich (Bad Oldesloe), Rektor Berg (Hoisdorf), Hauptlehrerin Fräulein Gatz (Reinfeld) und Gewerbestudienrat Reichert (Kreisberufsschule) das Olympiabuch 1964 „Nippon und wir“.

Auch in diesem Jahr gehören zum Programm der Schul- und Bezirkssportfeste neben sportlichen Wettbewerben Gesang und Volkstanz. Einstimmig beschloß man folgende Zusammensetzung der Dreikämpfe:

  • Jungen: 1956/54: 50 Meter – Weit – Schlagball, 1953: 75 Meter – Weit – Schlagball, 1952: 75 Meter – Weit – Schlag- oder Schleuderball, 1951: 75 Meter – Weit – Schlag- oder Schleuderball oder 5 Kilogramm Kugel, 1950 und älter: 100 Meter – Weit – Schleuderball oder 5 Kilogramm Kugel.
  • Mädchen: 1956/54: 50 Meter – Weit – Schlagball, 1953 und älter: 75 Meter – Weit – Schlag- oder Schleuderball.

Als wenig befriedigend bezeichnete der Fachberater für Leibesübungen, Mittelschullehrer Bernhard Nowak, das Ergebnis der Winter-Bundesjugendspiele 1965/66 an den Schulen. Nachdem im Vergleich zu anderen Kreisen des Landes die Hallenfrage in Stormarn günstig gelöst worden ist, vermisse er die aktive Turnarbeit. Nach einer gewissen Anlaufzeit müßten die Schulen einen Leistungsstand erreicht haben, der ihnen die Teilnahme an den Winterspielen ermögliche, stattdessen zeige die statistische Kreisauswertung nicht nur eine geringe Beteiligung, sondern auch eine negative Einstellung zum Turnen. Man sollte bei der Hallenplanung die Schulen bevorzugen, an denen das Turnen gefördert werde.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.8.1966

 

Montag, 22. August 1966

Sportpionier Christian Ohrt gestorben

Christian Ohrt ist tot. Eine Trauerbotschaft, der seine Freunde nur widerstrebend Glauben schenken. Sie trauten dem drahtigen alten Herrn, der so gar nicht alt schien, ein weitaus längeres Leben zu als 81 Jahre, die ihm beschieden waren. Bis zuletzt hielt er sich, begegnete man ihm auf der Straße, straff und gerade, so wie er es von der Jugend als Leibeserzieher immer gefordert hatte.

Geboren war er auf dem Gut Muggesfelde (Kreis Segeberg). Als Sportlehrer mit Staatsexamen kam er Ostern 1914 an die Oberrealschule in Bad Oldesloe, wo er, auch noch nach seiner Pensionierung, bis Ostern 1950 neben Leibesübungen auch Deutsch, Erdkunde und Mathematik lehrte. Sein ganzes Herz gehörte der körperlichen Ertüchtigung der Jugend. Deshalb beschränkte er sich nicht auf seine Tätigkeit innerhalb der Schule, sondern dehnte sein Wirken sogleich auf den gesamten Sport im Heimatgebiet aus. Er übernahm den Vorsitz des Männerturnvereins von 1862, mit dem er die damals vorhandenen weiteren Sportvereine Teutonia und Ballspielklub unter dem Namen VfL Oldesloe von 1862 verschmolz. Damals stand der Jugend nur der grüne Exer als Sportstätte zur Verfügung. Unter Christian Ohrts Teilnahme legte sie sich selbst mühevoll die ersten Laufbahnen an. 1935 wurde dann seiner Initiative mit der Stadionanlage begonnen, die erst nach 1945 vollendet werden konnte. Auf Christian Ohrt sind auch die Sportwochen in den Jahren 1921 bis 1934 zurückzuführen, bei denen stets Wettkämpfe der verschiedensten Art unter großer Teilnahme von Aktiven und Zuschauern ausgetragen wurden.

Das in Bad Oldesloe verbreitete geflügelte Wort „Kein Sport ohne Ohrt“ charakterisiert treffend sein unermüdliches Wirken nicht nur auf dem grünen Rasen, in der Turnhalle und auf der Kampfbahn, sondern auch in den sportlichen Gremien, wobei sein persönliches Beispiel keine geringe Rolle spielte. Noch im hohen Alter erwarb er das goldene Sport- und Leistungsabzeichen. Der Kreissportverband ernannte 1958 seinen langjährigen Vorsitzenden, als dieser das Amt wegen einer Krankheit abgeben mußte, zum Ehrenvorsitzenden. Der Deutsche Leichtathletikverband verlieh ihm seine Goldene Nadel, das Land Schleswig-Holstein seine Sportplakette.

Erst in der jüngsten Zeit wurde es still um Christian Ohrt, nachdem er bis in die letzten Jahre noch als Kampfrichter und Organisator bei Veranstaltungen mitgewirkt hatte. Daß man ihn nun nie mehr bei sportlichen Anlässen wiedersehen soll, wird seinen alten Freunden und Mitkämpfern für die körperliche Ertüchtigung der Jugend und gute Sportstätten unfaßlich sein.

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.8.1966

 

Mittwoch, 24. August 1966

Nachruf

Am 22. August 1966 verschied plötzlich und unerwartet Herr Studienrat a. D. Christian Ohrt.

Abgesehen von zeitbedingten Unterbrechungen hat der Verstorbene von Ostern 1914 über seine Pensionierung hinaus bis Ostern 1950 an der Theodor-Mommsen-Schule gewirkt. Unermüdlich und mit großem Erfolg förderte er die körperliche Ertüchtigung der Jugend und erzog sie zu Disziplin und Charakterfestigkeit. Seine Schüler dankten es ihm mit Liebe und Anhänglichkeit. Seine Verdienste sind aus der Geschichte der Schule nicht wegzudenken.

Über die schulischen Belange hinaus hat sich der Verstorbene um die Förderung des Sports in Bad Oldesloe außerordentlich verdient gemacht. Christian Ohrt war lange Zeit die überragende Persönlichkeit im Sportleben unserer Stadt, die ihren Ruf als Sportstadt nicht zuletzt seinem unermüdlichen Wirken verdankt. Noch bis vor wenigen Jahren gehörte er dem Sportausschuß der Stadtvertretung an, wo man seinen Rat und seine große Erfahrung zu schätzen wußte. Die Stadt Bad Oldesloe, die Theodor-Mommsen-Schule und der Oldesloer Sport werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren.

Für die Stadt Bad Oldesloe: Hermann Barth, Bürgermeister. Für die Theodor-Mommsen-Schule: Hans-Jürgen Siepermann, Oberstudiendirektor.

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.8.1966

 

Donnerstag, 25. August 1966

Nachruf

Der Vesdoro bedauert zutiefst den plötzlichen Tod seines ehemaligen Lehrers Christian Ohrt. Stets nahm er rege cm Vereinsleben feil. Ein ehrendes Andenken ist ihm sicher.

Der Vorstand, In Vertretung Willi Wigger.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.8.1966

 

Sonnabend, 27. August 1966

Bundesjugendspiele der Klaus-Groth-Schule

Über 200 Jungen und Mädchen beteiligten sich heute vormittag an den Bundesjugendspielen der Klaus-Groth-Schule. Die Wettkämpfe fanden auf dem Exer und im Travestadion statt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.8.1966

 

Montag, 29. August 1966

Maren Riemke beste Sportlerin

Bei den Bundesjugendspielen der Klaus-Groth-Schule gab es zwei hervorragende Leistungen: Maren Riemke (Klasse 9) wurde mit 62,5 Punkten Schulbeste im Dreikampf (75 Meter 10,9 Sekunden, Weitsprung 4,40 Meter, Schlagballwurf 40 Meter), dicht gefolgt von Gesche Rickert (Klasse 6), die 61,5 Punkte erreichte. Folgende Jungen errangen ebenfalls Ehrenurkunden: Andreas Sternicki (Klasse 8), Eugen Kumelis (Klasse 8) und Gerhard Tetzlaff (Klasse 7).

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.8.1966

 

Donnerstag, 8. September 1966

Die Elternschaft erhebt schwere Vorwürfe

Realschulverein in Bad Oldesloe gegründet

Schulneubau gefordert

Eltern und Lehrer der Königin-Luise-Realschule gründeten zusammen mit Freunden und Förderern den „Schulverein der Königin-Luise-Schule“. Zum ersten Vorsitzenden wurde einstimmig Amtmann Richard Lieske gewählt. Als seine Hauptaufgabe bezeichnet der Verein, der Schule materiell und ideell zu helfen, vor allem aber, sie aus dem „gegenwärtigen Tiefstand“ herauszuführen.

Hans Schmalowski, Mitglied der Schulpflegschaft, verlas ein Schreiben der Elternschaft an den Kultusminister, den Schulleiter und die Landtagsabgeordneten Meyer (CDU), Gramcko (SPD) und Wolgast (FDP). In diesem Schreiben wird Beschwerde geführt über eine Anzahl von Punkten, die der Schule nach Ansicht der Elternschaft den Charakter einer unterentwickelten Institution geben. Der Inhalt im einzelnen:

  • Vor den Ferien versprach das Kultusministerium der Schule 27 Planstellen. Nachher wurden nur 24 bewilligt. Von diesen Lehrkräften fallen bereits drei aus, mit weiteren Ausfällen ist zu rechnen. Schon jetzt hat die Realschule mit durchschnittlich 35 Kindern pro Klasse die höchste Klassenstärke in Schleswig-Holstein. (Über 60 Prozent der schleswig-holsteinischen Realschulen haben 30 oder weniger Kinder pro Klasse.)
  • Viele Mädchen müssen während des Handarbeitsunterrichts auf dem Korridor sitzen. Hier sind sie, vor allem im Winter, durch Nässe, Kälte und Zugluft gesundheitlich stark gefährdet.
  • In manchen Klassenräumen sitzen Kinder nur wenige Zentimeter von den Heizkörpern entfernt, die im Winter eine Hitze bis zu 70 Grad Celsius abstrahlen. Dazu kommt die Zugluft von den darüber befindlichen Fenstern. Ein aufmerksames Mitarbeiten ist unter diesen Umständen unmöglich. In dem Schreiben wird gefragt, warum die Vorschriften, die die Mindestabstände von den Schülertischen zu den Heizkörpern, den Fenstern, zur Tafel usw. festlegen, nicht beachtet werden.
  • Im zweiten Stock des Altbaus sitzen die Kleinsten in zwei Klassenräumen, die nur eine gemeinsame, etwa 90 Zentimeter breite Tür zum Korridor haben. Im Gefahrenfalle, zum Beispiel bei Feuer, würde hier eine unvorstellbare Panik ausbrechen, wenn etwa 75 elfjährige Jungen und Mädchen sich durch diese eine Tür in Sicherheit bringen wollen. Wenn in diesen Räumen ein Fenster geöffnet werden soll, muß ein Schüler auf die Fensterbank steigen, und ein oder zwei andere leisten dabei Hilfestellung, um ein Abstürzen zu vermeiden. In einem dieser Räume regnet es seit Jahren durch. Anträge aller Art, Meldungen an die Baupolizei und so weiter sind seit Monaten erfolglos geblieben. Hier sind Kinder in Lebensgefahr, und niemand scheint zuständig zu sein! (Anmerkung zu Punkt 2 bis 4: Der § 223 des Strafgesetzbuches droht Gefängnisstrafe für Körperverletzung, das heißt auch für gesundheitliche Beeinträchtigung an. Diese ist laut Gesetz auch gegeben, wenn der Betroffene unmittelbar noch gar keine Wirkung spürt. § 330 c verlangt Hilfeleistung von jedem, der erkennt, daß sich jemand in einer Situation befindet, die gefährlich ist oder werden kann. Verweigerung der Hilfeleistung ist strafbar.)
  • Die Königin-Luise-Schule ist eine Realschule, das heißt also, daß den naturwissenschaftlichen Fächern eine besondere Bedeutung zukommt. Dennoch gibt es für Physik und Chemie nur einen gemeinsamen Raum. Ein Biologieraum ist überhaupt nicht vorhanden. Auch ein Zeichensaal fehlt.
  • Ein Lehrerzimmer ist nicht vorhanden Der Verbindungsflur zwischen Alt- und Neubau ist provisorisch als Lehreraufenthaltsraum hergerichtet worden. An kalten Wintertagen herrschten dort Temperaturen zwischen 10 und 13 Grad, im Sommer um 30 Grad.
  • Rektorzimmer und Schulbüro sind zusammengenommen so groß wie ein mittleres Wohnzimmer. Beide Räume entsprechen in keiner Weise den modernen Anforderungen.

Als Abhilfe kommt nur ein Schulneubau in Frage. Erklärungen, daß dies aus finanziellen Gründen nicht möglich sei, wirken angesichts des außerordentlichen wirtschaftlichen Wohlstandes unseres Staates unglaubwürdig. Als Zwischenlösung könnte man nach dänischem Vorbild einen Schulpavillon aufstellen, der für etwa 40.000 DM zwei bis vier vollwertige Schulräume bietet. Nach einem Neubau kann dieser Pavillon ohne wesentliche Wertminderung an einem anderen Ort wieder aufgebaut werden.

Der Referent appellierte an Eltern und Lehrer, nicht nur die zuständigen Behörden immer wieder auf die menschenunwürdigen Zustände an der Schule aufmerksam zu machen, sondern auch den Politikern aller Parteien klar zu machen, daß die Zeit des Hinhaltens und der leeren Versprechungen vorbei ist und daß eine Partei, die bei ihrem Einsatz für die Schule nicht mit deutlich greifbaren Erfolgen aufwarte, bei der nächsten Wahl nicht mit den Stimmen von Eltern und Lehrern rechnen könne.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.9.1966

 

Sonnabend, 10. September 1966

Die Meinung des Lesers

Schule mit menschenunwürdigen Zuständen?

Ich unterrichte seit Ostern 1951 an der Königin-Luisen-Schule in Bad Oldesloe, und ich bin ehrlich bestürzt über die Pressemeldung, wonach ich an einer Schule tätig sein muß, die (von einem zwei Tage bestehenden „Schulverein der Königin-Luise-Schule“) als „unterentwickelte Institution“ mit „menschenunwürdigen Zuständen“ aus dem „gegenwärtigen Tiefstand“ herausgeführt werden soll; denn so heißt es eindeutig (oder doch zweideutig?!) im „Stormarner Tageblatt“, Nr. 209, Seite 3!

„Die Elternschaft erhebt schwere Vorwürfe“ hat der Gewährsmann des „Stormarner Tagelblatt“ drucken lassen. Er darf meines Erachtens „einige Mitglieder“, aber nicht „Elternschaft“ sagen; denn die Elternschaft hat den Schulverein nicht gegründet, um angeblich unhaltbare Zustände zu beseitigen. Der Anlaß war ein ganz anderer!

Wie ich aus sicherer Quelle erfahren konnte, will der Schulverein „unterstützen“ oder „fördern“ oder „mitarbeiten“ oder „helfen“, aber keinesfalls reorganisieren oder in irgendeiner Form reformieren.

Ohne Zweifel sind bauliche Mängel nachzuweisen! Schließlich ist die Königin-Luise-Schule kein Neubau, und wenn sie ein Neubau wäre, dann würden – heutigen Gepflogenheiten entsprechend – unter Garantie „unverzeihliche“ Mängel festgestellt werden.

Dem Zeitungsartikel zufolge müssen Paragraphen aus dem Strafgesetzbuch (!) herangezogen werden, um Behörden, Parteien und sicherlich Lehrkräfte der Realschule zur Raison zu bringen! Solche Gedankengänge entstammen nicht den Kreisen des Vorstandes, sondern entsprechen offenbar den Vorstellungen des Gewährsmannes, der das „Stormarner Tageblatt“ dementsprechend informierte. Er möge künftig die Presse objektiv informieren, dabei jeden Superlativ vermeiden und den Positiv heranziehen!

Wenn nicht alles trügt: Die Elternschaft ist nach dem 6. September 1966 (dem Gründungstag des Vereins) nicht minder konziliant als vor dem 6. September 1966!

Allen provozierenden Meldungen zum Trotz werden – wie in den Vorjahren – viele Schüler(innen) für die Aufnahme in eine „Schule mit menschenunwürdigen Zuständen“ gemeldet werden.

Wo Schatten ist, da ist auch Licht, viel Licht! Gustav Hafemann, Realschullehrer.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.9.1966

 

Sonnabend, 10. September 1966

Reifeprüfungen haben schon begonnen

Wegen der Instandsetzungsarbeiten im Travestadion und des Fehlens von Umkleide-, Geräte- und Toilettenräumen in dem neuen Kurparkstadion mußte die Theodor-Mommsen-Schule das Sportabitur (Leichtathletik) für ihre Unter- und ihre Ober-Primen nach Reinfeld verlegen. Sie mietete für die beiden Prüfungstage einen Bus. Das schriftliche Abitur für die beiden Oberprimen findet in der Woche ab 19. September, das mündliche in der Woche ab 17. Oktober statt. Die Entlassungsfeier ist auf den 29. Oktober festgesetzt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.9.1966

 

Mittwoch, 14. September 1966

Die Meinung des Lesers

Um die Königin-Luise-Realschule

Der Bericht im „Stormarner Tageblatt“ vom 8. des Monats veranlaßt uns zu folgender Feststellung:

  • Es wäre richtiger gewesen, wenn der Korrespondent des Stormarner Tageblattes seine eigenen Ergänzungen (zum Beispiel: Hinweis auf das Strafgesetzbuch und die Formulierung „gegenwärtigen Tiefstand“) sowie seine eigenen Auslegungen zum Vortrag des Herrn Schmalowski, den dieser bewußt nach einem schriftlichen Konzept gehalten hat, auch als solche deklariert hätte.
  • Das Schreiben an den Herrn Kultusminister des Landes Schleswig-Holstein war keine Angelegenheit des Schulvereins sondern des Gesamtelternbeirates.
  • Die von Herrn Schmalowski gebrauchte Formulierung von „dem unterentwickelten Charakter der Schule“ bezog sich nur auf den augenblicklichen baulichen Zustand und den Mangel an Lehrkräften, nicht aber auf die Arbeit in der Schule.

Für den Gesamtelternbeirat der Königin-Luise-Realschule in Bad Oldesloe, Lieske, Vorsitzender.

STORMARNER TAGEBLATT vom 14.9.1966

 

Mittwoch, 14. September 1966

Die Meinung des Lesers

Um die Königin-Luise-Realschule

In den Ausgaben des „Stormarner Tageblattes“ vom 8. September und 10. September 1968 (Leserzuschrift) sind Meinungen über die Verhältnisse an der Königin-Luise-Schule geäußert worden, die sich widersprechen.

Das Lehrerkollegium legt Wert auf folgende Stellungnahme:

  • Dem Brief an den Herrn Kultusminister, in dem die Elternschaft sich zu personellen und baulichen Fragen geäußert hat, stimmen wir voll zu. Die damit verbundene Initiative der Eltern wird von uns begrüßt und unterstützt.
  • Die Form der Berichterstattung über die Elternversammlung vom 6. September 1966 findet nicht die Zustimmung des Kollegiums in den Punkten, in denen der Berichterstatter über die Ausführungen von Herrn Schmalowski hinausgegangen ist.
  • Bei der Leserzuschrift von Herrn Hafemann handelt es sich um eine rein persönliche Meinungsäußerung.

Das Kollegium der Königin-Luise-Schule, Bad Oldesloe, Petzinna.

Die vorstehenden Leserbriefe könnten den Eindruck erwecken, als ob die Redaktion des Stormarner Tageblattes von sich aus zu der Situation in der Königin-Luise-Schule Stellung genommen und sie nicht zutreffend oder grob übertrieben dargestellt hatte. Deshalb sei klargestellt, daß der in unserer Ausgabe vom 8. September erschienene Bericht über die Gründung des Schulvereins weder von der Redaktion veranlaßt noch von einem Redaktionsmitglied geschrieben worden ist. Er stellt somit keine Stellungnahme des Stormarner Tageblattes dar. Die eigene Berichterstattung war uns nicht möglich, weil wir zu der Gründungsversammlung nicht eingeladen worden waren. Aus den Umständen, unter denen uns der Bericht zuging, mußten wir schließen, daß Schulverein bzw. Gesamtelternbeirat den Verfasser zu der Abfassung des Artikels autorisiert hatten. Die Redaktion.

STORMARNER TAGEBLATT vom 14..9.1966

 

Freitag, 16. September 1966

Schulhöfe keine Kinderspielplätze

Kreisstadt folgt nicht der Empfehlung Kiels

Entgegen einer Empfehlung des schleswig-holsteinischen Kultusministers werden in der Kreisstadt die Schulhöfe nicht als Kinderspielplätze freigegeben. Diese bereits vor einiger Zeit getroffene Entscheidung ist jetzt in einer Verlautbarung des Magistrats bestätigt worden.

Die Stadt teilt dazu mit:

„In einem Zeitungsartikel ist hier kürzlich ein Erlaß des Kultusministers aus dem Jahre 1959 über die Benutzung von Schulhöfen als Kinderspielplätze in Erinnerung gebracht worden. Durch diese Notiz konnte der Eindruck erweckt werden, als seien durch den Erlaß generell alle Schulhöfe in der schulfreien Zeit für die Kinder zum Spielen freigegeben worden.

Der Magistrat sieht sich daher veranlaßt, darauf hinzuweisen, daß es sich hier nur um eine Empfehlung des Kultusministers handelt. Die Entscheidung liegt bei den Städten und Gemeinden, die als Schulträger hierfür zuständig sind. Es ist selbstverständlich, daß die sehr unterschiedlichen örtlichen Gegebenheiten hierbei berücksichtigt werden müssen. In Bad Oldesloe sind die zuständigen städtischen Gremien seinerzeit nach eingehender Prüfung der Sachlage und in Übereinstimmung mit den Schulleitern zu der Überzeugung gelangt, daß hier eine Notwendigkeit zur Freigabe der Schulhöfe als Kinderspielplätze nicht besteht, da gerade in der Nähe der Schulen genügend andere Möglichkeiten (Bürgerpark, Kurpark usw.) gegeben sind, sich außerdem durch das Spielen auf den Schulhöfen gewisse Schwierigkeiten ergeben können.

Auf den Schulhöfen der Oldesloer Schulen ist daher das Spielen und Herumtollen von Kindern in der unterrichtsfreien Zeit nach wie vor nicht gestattet.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.9.1966

 

Sonnabend, 24. September 1966

Sportgeräte für 8725 DM

Nach einem Beschluß des Magistrats werden jetzt für die neue Gymnastikhalle des Gymnasiums nicht fest eingebaute Turn- und Sportgeräte für 8725 DM bestellt. Sie wurden von der Schule nach fachlichen Gesichtspunkten sorgfältig ausgewählt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.9.1966

 

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