Schuljahr 1965 - 66 Zeitraum April - Juni

 

Dienstag, 5. April 1966

Glückwünsche für die besten Turner

Rektor überreichte 83 Ehrenurkunden an Schüler

In einer kleinen Feierstunde, die durch eine Gavotte der Schulinstrumentalgruppe eingeleitet wurde, beglückwünschte Rektor Petzinna die besten Turner der Königin-Luise-Realschule und die Fachlehrkräfte zu ihren Erfolgen.

Rektor Petzinna verteilte 83 Ehrenurkunden, die bei den Winter-Bundesjugendspielen errungen worden waren. Er wies auf das Wechselspiel zwischen körperlichen und geistigen Kräften hin und dankte insbesondere den Sportlehrern für die Betonung dieser Zielsetzung in der Leibeserziehung.

Die besten Turner der Schule erhielten Buchprämien. Mit 95 Punkten erreichte Brigitte Pohl (10. Schuljahr) die weitaus höchste Punktzahl. Es folgten Klaus-Dieter Leppien (10. Schuljahr) mit 91,5 Punkten vor Gerrit Post (Klasse 6a) mit 91,5 und Dagmar Schneider (Klasse 6a) mit 90,5 Punkten.

Mit einem Niederdeutschen Volkstanz der Orff’schen Instrumentalgruppe unter der Leitung von Musiklehrer Süß schloß die Siegerehrung in der Aula der Schule.

Sieger in der Schulrunde im Hallenhandball der Jungen wurden die Klassen 10c, 9a, 8b, 7b, 6b. Bei den Mädchen siegten im Basketballturnier die Klassen 10a, 9b, 8a, 7c, 6a.

Der Rektor beglückwünschte auch die Hallenhandballer der Schule, die im Wettkampf der Realschulen Vizelandesmeister 1966 wurden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.4.1966

 

Sonnabend, 9. April 1966

Begegnung im Alltag

Begeisterter Turner

Zu den Männern, die als Neulinge in Oldesloes Stadtparlament eingezogen sind, gehört der 39jährige Realschullehrer Walter Busch. In seinem Wahlbezirk N (Anm.: Mittelschule) erhielt er als Kandidat der Wählergemeinschaft die Mehrheit der Stimmen. In Stormarn und weit darüber hinaus ist Walter Busch kein Unbekannter. Seit Jahren leitet er den VfL Oldesloe.

Die Leibeserziehung ist die große Leidenschaft des gebürtigen Neumünsteraners, und hier ganz besonders das Turnen. Neben dem Geräteturnen liebt er die Gymnastik, das Singen und das Wandern. Zu seinen Fächern an der Königin-Luise-Schule gehört selbstverständlich auch die Leibeserziehung.

Schon im Jahre 1946 begann Walter Busch mit einigen Getreuen, dem Turnbetrieb in Bad Oldesloe wieder neues Leben einzuhauchen. Man traf sich zunächst in der Turnhalle der Oberschule. Auf sein Konto kommt die Einrichtung von vier großen Zeltlagern am Lütjensee in den Jahren 1957 bis 1961. Damals war Walter Busch 2. Vorsitzender des VfL und Jugendwart des Vereins. Heute hat allein die Turnabteilung des Vereins für Leibesübungen 560 Mitglieder.

Walter Busch bildet die Vorturner aus und schult sie weiter. Ihm obliegt die Leistungsschulung für den begabten Nachwuchs, schließlich sind ihm die Leistungsförderung für Jungen und Mädchen und das Mädchenturnen eine Aufgabe.

Walter Busch ist ein vielbeschäftigter Mann. Aber er findet immer wieder inmitten seiner fünfköpfigen Familie in seinem Haus Am Hohenkamp Kraft für die vielen Aufgaben. Er ist ein Freund edlen Obstes, das er im Garten zieht. Manchmal ist das Haus von Musik erfüllt, denn der Hausherr ist ein meister auf dem Akkordeon. Und selbstverständlich zieht es ihn auch heute noch zu den Geräten. „Nur ein Tintenturner zu sein, das ist nichts für mich!“

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.4.1966

 

Donnerstag, 21. April 1966

Dr. Ursinus verstorben

Im 86. Lebensjahr verstarb Studiendirektor i.R. Dr. phil. Alfred Ursinus, der zahlreiche junge Menschen in 20jähriger Lehrtätigkeit an der Oldesloer Oberschule unterrichtet hatte und denen ein Vorbild treuer Pflichterfüllung gewesen war. Nach langjährigem Wirken als Seminarlehrer und -leiter in Uetersen kam er nach Auflösung der dortigen Lehrerbildungsstätte am 1. April 1927 als Oberstudienrat an das Oldesloer Gymnasium, wo er bis zum 31. Oktober 1947 in des Fächern Deutsch, Lateinisch und Religion unterrichtete und die Achtung seiner Kollegen und der Schüler genoß. Der Kirchengemeinde stellte er sich viele Jahre lang als Kirchenältester zur Verfügung.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.4.1966

 

Donnerstag, 21. April 1966

Nachruf

Am 15. April 1966 verstarb im hohen Alter von 85 Jahren Herr Studiendirektor Dr. Alfred Friedrich Ursinus.

Nach langjähriger Tätigkeit als Seminarlehrer und -leiter wirkte er vom 1. April 1927 bis zum 31. Oktober 1947 als Oberstudienrat an der hiesigen Theodor-Mommsen-Schule, wo es sich vor allem in den schweren Kriegs- und Nachkriegsjahren um den Unterricht und den Wiederaufbau der Schule verdient machte. In seiner unerschütterlichen Pflichttreue war ein Vorbild für seine Schüler und Kollegen.

Die Stadt Bad Oldesloe und die Theodor-Mommsen-Schule werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Für den Magistrat der Stadt Bad Oldesloe: Hermann Barth, Bürgermeister. Für die Theodor-Mommsen-Schule: Hans-Jürgen Siepermann, Oberstudiendirektor.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.4.1966

 

Donnerstag, 21. April 1966

Nachruf

Wenige Tage vor Vollendung seiner über 40jährigen Dienstzeit als Hausmeister verstarb Herr Heinrich Hormann im 66. Lebensjahr.

Der Stadt hat er an der Stadtschule und später an der Klaus-Groth-Schule treue Dienste geleistet. Die Lehrkräfte und Kollegen wußten besonders seine Hilfsbereitschaft und sein freundliches Wesen zu schätzen. Viele Schülerjahrgänge sind ihm zu Dank für seine ständige Fürsorge verpflichtet.

Wir werden dem Verstorbenen stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Der Magistrat: Hermann Barth, Bürgermeister. Der Personalrat: Rudi Behrend. Die Klaus-Groth-Schule: Johannes Volkmann, Rektor.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.4.1966

 

Freitag, 22. April 1966

Nachruf

Vesdoro. Wir trauern um unseren ehemaligen Lehrer, Herrn Studiendirektor Dr. Ursinus, der im Alter von 85 Jahren verstarb. Besonders Schüler der dreißiger und vierziger Jahre werden sich seiner gern erinnern. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Hans Werner Meyer, 1. Vorsitzender.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.4.1966

 

Sonnabend, 23. April 1966

Vesdoro denkt an Neuauflage des Bangert-Buches

Der Vesdoro macht sich Gedanken, wie dem Mangel an Heimatliteratur über Bad Oldesloe und seine Umgebung abgeholfen werden kann. Auf der letzten, gut besuchten Sitzung des Vereins in Wiggers Gasthof wurde in Erwägung gezogen, im Hinblick auf eine Neuauflegung des Buches des Geheimen Studienrates Dr. Friedrich Bangert Geschichte der Stadt und des Kirchspiels Oldesloe eine Subskriptionsliste herumgehen zu lassen. Da die Satz- und Druckkosten erheblich sein würden, wäre eine große Zahl von Vorbestellungen nötig. Außerdem bedarf das Buch einer Ergänzung, um auf den heutigen Stand der Heimatgeschichte gebracht zu werden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.4.1966

 

Freitag, 29. April 1966

Maiwanderung des Vesdoro

Zu einer Wanderung am 1. Mai lädt der Verein ehemaliger Schüler der Oberrealschule Oldesloe (Vesdoro) Mitglieder und Freunde ein. Die Teilnehmer treffen sich um 10.15 Uhr am Bahnhof bzw. um 10.30 Uhr am Hako-Gelände Berliner Ring. Es geht dann auf dem Travewanderweg nach dem Kneeden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.4.1966

 

Sonntag, 1. Mai 1966

Wanderung des Vesdoro

 

Mittwoch, 11. Mai 1966

Stadtschulturnhalle im Herbst fertig?

Nachdem die Fundamente für die Gymnastikhalle der Oldesloer Stadtschule geschüttet sind, können demnächst die Fertigteile für das Bauskelett in die Aussparungen eingelassen werden. Dann folgt das Hochziehen des Mauerwerks in den Zwischenräumen, daran schließen sich die Innenarbeiten. Bis zur Übergabe im Herbst soll auch der Vorplatz befestigt sein. Die Gesamtkosten mit Innenausstattung werden sich auf etwa 300.000 DM belaufen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.5.1966

 

Donnerstag, 12. Mai 1966

Oldesloes Gymnasium Dauerbaustelle

So sieht es an der Rückfront des Oldesloer Gymnasiums aus: Die Pausenhalle im Hintergrund, die das Schulgebäude (rechts) mit der alten Turnhalle (links) verbindet, soll in Kürze zusammen mit den darunterliegenden neuen sanitären Anlagen ihrer Bestimmung übergeben werden. Im Vordergrund das Gerüst der neuen Gymnastikhalle.

Die Maurer haben begonnen, zwischen dem Fertigbaugerippe das Mauerwerk hochzuziehen. Außerdem werden zur Zeit die Heizschächte gebaut. Wenn nicht das Wetter die Arbeiten weiterhin verzögert, ist, wie Stadtbaumeister Heinemann mitteilt, mit der Inbetriebnahme zum Herbst zu rechnen. Mit der Sanierung des Vorplatzes soll demnächst begonnen werden. Die seit langem andauernden Erweiterungsbauten in und an dem Gymnasium belasten den Schulbetrieb sehr. Durch mancherlei Mißgeschicke wurde der zügige Fortgang der Arbeiten immer wieder verzögert. Und noch ist kein Ende abzusehen, denn dem gegenwärtigen Bauabschnitt wird ein weiterer folgen. Es soll der letzte sein.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.5.1966

 

Montag, 23. Mai 1966

Keine Überforderung der Gymnasiasten

„Ewige Baustelle“ – Entwicklung überholte Bauplanung

„Das Bauleiden dieser Schule dauert nun schon seit Jahren an und hat Lehrern und Schülern viele Störungen bereitet. Man kann sagen, es war ein Weg des Leidens. Aber der Erweiterungsbau bringt für den gesamten Schulbetrieb große Vorteile. Das wollen wir als Eltern auch dankbar anerkennen.“

Dies betonte auf der Elternversammlung des Theodor-Mommsen-Gymnasiums der Vorsitzende Amtsgerichtsrat Dr. Clamann. Er wies darauf hin, daß bis nach den Ferien Pausenhalle, Toiletten und Gymnastikhalle fertiggestellt werden sollen. Weitere Wünsche der Eltern und Lehrer, wie eine Dunkelkammer mit Fotolabor sowie eine dringend notwendige Be- und Entlüftungsanlage vor allem für die alten Klassenräume hätten aus finanziellen Gründen keine Berücksichtigung finden können. Eine Klimaanlage würde allein 60.000 DM kosten. Auch fehlten immer noch Nebenräume.

In seinem „Lagebericht“ meinte Oberstudiendirektor Siepermann, die „ewige Baustelle“ werde noch eine ganze Zeit erhalten bleiben. „Seit 10 Jahren wird in unserer Schule gebaut. Lehrer und Schüler mußten den Baulärm ertragen. Dies mußte sich zwangsläufig auch auf die Qualität des Unterrichts auswirken, weil der Lärm auf die Nerven geht.“

Seit Ostern habe die Schule 22 Klassen. Das Raumprogramm nach der Erweiterung sieht 19 Klassen vor. Nur weil die Biologieräume als Klassen mitbenutzt werden, konnte dem Raummangel vorerst abgeholfen werden. Bei einer Zuwachsrate von zwei Klassen pro Jahr ist die Entwicklung der Schülerzahl längst über die Bauplanung für den Erweiterungsbau hinweggegangen“, betonte Direktor Siepermann.

Zu der Umstellung des Schulbeginns auf den Herbst mit zwei Kurzschuljahren, versicherte der Direktor den Eltern, daß dies nicht zu Lasten der Schüler gehen solle. „Ich werde darauf achten, daß die Kinder durch den strammeren und gestrafften Unterricht nicht überfordert werden. Auf Konferenzbeschluß müssen aber die Klassenfahrten und Wandertage ausfallen. Sonderurlaub für die Schüler gibt es nur in ganz besonderen Ausnahmen.“

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.5.1966

 

Freitag, 27. Mai 1966

Elternbeirat wiedergewählt

Zum Vorsitzenden des Elternbeirates der Theodor-Mommsen-Schule wurde wieder Amtsgerichtsrat Dr. Clamann gewählt Wiederwahl erfolgte auch für Schriftführer Horst Nelius und die Beisitzer Frau Irmgard Haarmann und Günther Heinze. Neu als Beisitzer hinzugewählt wurde Dr. Rosenberg. Aus Elternbeiträgen sind im vorigen Jahr, wie Schriftführer Nelius auf der Elternversammlung mitteilte, rund 3000 DM für die Schule aufgewendet worden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.5.1966

 

Sonnabend, 28. Mai 1966

Kindervogelschießen ohne Ständchen

Anregungen der Realschule berücksichtigt

Mit Rücksicht auf das Kurzschuljahr wird das Kindervogelschießen in der Kreisstadt diesmal mit einigen Einschränkungen durchgeführt werden. So entfallen die Ständchen vor den Häusern der Spender. Der Ausschuß für das Kindervogelschießen folgte damit Anregungen des Kollegiums der Realschule.

In einem schriftlichen Antrag, der dem Ausschuß vorlag, bekannte sich das Kollegium grundsätzlich zur Erhaltung des Vogelschießens, forderte aber eine Änderung und Modernisierung des Festes, u.a. den Fortfall der Ständchen, die Verlegung des Festes auf den letzten Schultag, Verzicht auf das Laubeinholen, eine Verkürzung des Umzuges, Vorverlegung der Schlußfeier mit Proklamation des Königspaares auf 13 Uhr und Ausfall des Kindertanzes.

Alle Punkte wurden von dem Ausschuß eingehend beraten, mit dem Ergebnis, daß eine Straffung des Programms erfolgen wird. Die Ständchen fallen fort und auf das Laubeinholen in der bisherigen Form wird verzichtet, womit ein Unterrichtstag gewonnen wird. Das Laub soll in anderer Weise in die Stadt gebracht werden.

Das Kindervogelschießen beginnt am 27. Juni um 8.30 Uhr mit dem Umzug und endet in gewohnter Weise mit der Abendfeier auf dem Marktplatz.

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.5.1966

 

Sonnabend, 28. Mai 1966

Rundherum im Kreise

… Wandelt sich das Kindervogelschießen?

Kein Fest in der Kreisstadt wird mit so großer innerer und äußerer Anteilnahme der Einwohner begangen wie das Kindervogelschießen. Das gilt für alt und jung. Und doch gibt es nicht nur vorbehaltlose Zustimmung zu dieser gemeinsamen Veranstaltung aller Schulen, die wie keine andere sonst in die Stadt hineinwirkt. Manche kritische Stimme zu der Art der Durchführung hat sich erhoben. Allerdings gehen die Meinungen darüber, ob und wieweit das Fest reformbedürftig sei, erheblich auseinander. Einheitliche und festumrissene Vorstellungen über Einschränkungen im Programmablauf, vor allem im Hinblick auf das Kurzschuljahr, entwickelte das Lehrerkollegium der Realschule.

Hinter den Kulissen, im Volksfestausschuß, hat inzwischen eine Auseinandersetzung zwischen den Verteidigern des bisherigen Festcharakters und seinen Kritikern stattgefunden, die erfreulicherweise ohne Sieger und Besiegte beendet worden ist. Das Kindervogelschießen findet auch in diesem Jahre, mit gewissen Änderungen, in der gewohnten Weise statt. Alle Schulen werden an der Durchführung mitwirken. Auch die Realschule will das Vogelschießen erhalten wissen. Vor allem diejenigen, die in ihrer eigenen Jugend im Festzug mitmarschiert sind und nun mit ihrem Herzen an der alljährlichen Wiederbelebung ihrer frohen Erinnerungen hängen, werden über diese Nachricht tiefbefriedigt sein.

Es bleibt die Frage nach der Zukunft des Kindervogelschießens in einer verwandelten und sich weiter wandelnden WeIt. Können auf die Dauer Traditionen aus einer Zeit, die kaum das Auto kannte, wirksam bleiben? Man wird nicht am Überkommenen starr festhalten können, man soll aber auch nichts radikal ändern. Den richtigen Weg hat wohl jener weise Mann gezeigt, der empfohlen hat, Tradition nicht zu leben, sondern zu schaffen. … Timm Tamm.

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.5.1966

 

Donnerstag, 9. Juni 1966

Mit den Ferien kommen die Handwerker in die Schulen

Alljährlich werden die großen Sommerferien für notwendige Reparaturen und Erneuerungen benutzt. Im alten Gebäude der Realschule sollen auf dem Flur des ersten Stockwerks Fliesen gelegt werden. Der Magistrat bewilligte hierfür 4300 DM. Für Malerarbeiten in der Klaus-Groth-Schule sind 2600 DM bewilligt worden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.6.1966

 

Donnerstag, 9. Juni 1966

Stadtschule schon im Kurparkstadion

Der Magistrat hat sich damit einverstanden erklärt, daß die Stadtschule für den Sportunterricht schon jetzt das noch nicht völlig ausgebaute Kurparkstadion benutzt. Die dortigen Anlagen erscheinen der Schule geeigneter als der Exer.

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.6.1966

 

Freitag, 10. Juni 1966

Nestroy in der Gymnasialaula

Schultheater brachte „Der Talismann“

Wim. – Johann Nestroy war vom Vater für die Juristerei bestimmt, entwich aber zum Theater. Er war erfolgreich als Sänger, Komiker und Direktor, und doch würde heute kaum jemand noch seinen Namen kennen, wäre er nicht auch ein Dichter gewesen, dessen Phantasie und Charakterisierungskunst die Posse über ihr sonstiges Niveau emporhob. Seine Stücke haben brillante Rollen für Komödianten wienerischen Geblüts, und die besten unter ihnen, so auch „Der Talismann“, sind voller Poesie, Witz und geistreicher Wortspiele.

Das Besondere an Nestroy ist aber nicht nur sein Einfallsreichtum, sondern auch die zeitlos gültige, treffende Gesellschaftskritik im scheinbar übermütigen Spiel. Im „Talisman“ verspottet er Vorurteile am Beispiel der Abneigung gegen Rothaarige. Wie von selbst fügt sich eine komische Situation an die andere, und fast ununterbrochen blitzen Pointen ironischer und satirischer Natur auf, von leichter Hand aufgereiht. Gerade wegen dieser Leichtigkeit ist das Stück, zumal bei uns in Norddeutschland, schwer zu spielen.

Das Schultheater des Oldesloer Gymnasiums stellte sich also bei der Einstudierung eine schwierige Aufgabe, mit der es nur bedingt fertig werden konnte. Es wollte die Absichten des Dichters erkennen lassen, und dies von vornherein begrenzte Ziel haben denn auch Spielleitung und Mitwirkende in erfreulich großem Umfange erreicht.

Die Hauptperson des Stückes ist Titus Feuerkopf, stets und ständig zurückgestoßen wegen seines brandroten Schopfes Er wehrt sich mit einer Mischung von Dreistigkeit und Unterwürfigkeit und ist in seinem Wunsche, vorwärtszukommen, in der Wahl seiner Mittel durchaus nicht wählerisch. Der Zufall bringt ihn in den Besitz von drei Perücken, und jedesmal, wenn er eine von ihnen aufsetzt und sich damit verwandelt, obschon er der gleiche bleibt, wird er umworben und begehrt, geschätzt und gefördert, wobei zwei heiratslustige Witwen, eine Schloßherrin und ein reicher Onkel seine Gegenspieler sind. Die Figur ist in der geistigen Nachbarschaft von Till Eulenspiegel angesiedelt – man denke nur an die literarischen Bemerkungen gegenüber der schriftstellernden Freifrau –‚ doch nicht nur keck; sondern auch ein bißchen servil. Heino Heiden traf recht gut den richtigen Ton für den stets zwischen den beiden Polen wechselnden Titus, zeigte sich auch in Mimik und Gestik beweglich, und damit war für die Aufführung schon viel, wenn nicht alles gewonnen.

Für die übtigen Darsteller kam es, dramaturgisch gesehen, in der Hauptsache darauf an, ihm das jeweilige Stichwort zu liefern, eine Funktion, die alle gewandt zum Besten der Aufführung ausübten: Barbara Nelius als schnippische Gärtnerin, Sieglinde Voigtmann als begehrliche Kammerfrau, Christel Brockmöller als schwärmerische Freifrau, Manfred Brembach als eifersüchtiger Friseur, Gerd Liebezeit als träger, Gärtnergehilfe, besonders aber Christine Scherdin als anmutige Gänsehüterin und Claus Cummerow als dümmlicher Onkel. Auch Dorit Schacht, Hildegard Josten, Monika Sabinarz, Helga Cordts, Kristine Volkmann, Friedrich Willfang, Jens Rottgart, Bernd Rüdiger Bahn und Eric Peters seien anerkennend genannt.

Das Bühnenbild, bewußt nur angedeutet, schuf Dorit Schacht. Die Musik des ehemaligen Stormarnschülers Gerd-Friedemann Schnackenberg arrangierte Manfred Brembach.

Der Spielleiter, Studienrat Ludwig Gerstenkorn, stellte das Wort in den Vordergrund. Er verzichtete verständlicherweise auf jegliche Ausstattung, obwohl ein leiser Anhauch von Theatralik solcher Art die Wirkung doch wohl etwas verstärkt hätte. Dies gilt vor allem für die Kostümierung von Titus. Spiel und Bewegung der Darsteller lassen, sicher nicht zu Unrecht, auf die hilfreiche Hand des Spielleiters schließen.

Dreimal mußten die Darsteller am Ende über die Bühne defilieren, stürmisch beklatscht und offensichtlich glücklich darüber, daß nichts schiefgegangen war. Der Spielleiter, der seit den Herbstferien wöchentlich einmal mit ihnen geprobt hatte, blieb im Hintergrund. Er fühlte sich gewiß belohnt genug durch die strahlenden Mienen seiner Schüler, die aus allen Klassen von der Untersekunda aufwärts kommen. Heute abend stehen sie in einer zweiten Aufführung des Stückes wieder auf der Bühne.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.6.1966

 

Mittwoch, 15. Juni 1966

Übergangsferien verlegt

Auf Antrag von Oberstudiendirektor Siepermann hat das Kultusministerium in Kiel für die Theodor-Mommsen-Schule eine Verlegung der sogenannten Übergangsferien zwischen den beiden Kurzschuljahren vom 1. bis 3. Dezember 1966 auf die Zeit vom 2. bis 5. Dezember 1966 zugestimmt. Diese Verlegung wurde wegen Terminschwierigkeiten bzw. des Theodor-Mommsen-Festes notwendig.

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.6.1966

 

Donnerstag, 16. Juni 1966

Silbernes Armband in der Realschule gestohlen

Gestern wurde aus einem Schreibpult der Mädchenklasse 6b der Königin-Luise-Schule ein silbernes Armband mit zwölf Anhängern entwendet. Das Armband hat einen Wert von etwa 40 DM.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.6.1966

 

Freitag, 24. Juni 1966

2300 Schulkinder freuen sich auf Montag

Ganz Oldesloe wird am Vogelschießen Anteil nehmen – Nach altbewährtem Programm

Die Ständchen der Schülerspielmannszüge künden seit heute laut und vernehmlich das schönste Sommerfest der Kinder; das Vogelschießen, an. Den Festauftakt am Montagmorgen bildet der Umzug der über 2300 Schulkinder, an dem eine Reihe von Ehrengästen des Kreises und der Stadt teilnehmen werden.

Nach Abholung des vorjährigen Königspaares von der Stadtschule und dem Gymnasium wird es vom Marktplatz aus an die Spitze des Zuges geleitet. Der Ausmarsch von den Schulen beginnt um 8.50 Uhr. Die Musikkapelle Kellmann, die Spielmannszüge der Schulen und der Sportvereine sowie die Kieler Sprotten“; das Schülerkorps des Ellerbeker Turnvereins, werden für die Marschmusik sorgen.

Kinder, die noch nicht schulpflichtig sind, dürfen nicht mitgehen, weil sich sonst das Marschtempo von gewissen Zugteilen nach diesen Kleinsten richten muß und der Zusammenhalt des gesamten Zuges dadurch gestört wird. Der Weg des Umzuges wurde im Einvernehmen mit der Polizei festgelegt. Zur Ableitung des Verkehrs bleiben die Große Salinenstraße, die Kurparkallee und die Mewesstraße unberührt.

Der Umzug wird sich durch folgende Straßen bewegen: Vom Gymnasium Hamburger Straße, Hindenburgstraße, Schleife um den Marktplatz, Lübecker Straße, Berliner Ring, Klaus-Groth-Straße, Bahnhofstraße, Besttorstraße, Hude, Mühlenstraße, Hagenstraße, Schützenstraße, Exer.

Um zehn Uhr werden dort die Spiele in 65 Gruppen beginnen. Der Platz wird das gewohnte schöne Bild bieten, das heißt wenn der Wettergott einsichtig ist. Die Zelte bieten für rund 1500 Personen Platz. Zu gleicher Zeit wird im Naturtheater um die Königswürde nach dem Vogel geschossen, während die Mädchen beim Vogelpicken ihre Königin ausspielen.

Die Schießgruppen der Jungen – in diesem Jahre sind es sieben mit über 140 Schülern – begeben sich nach dem Umzug zum Markt. Sie werden von dort aus mit bereitstehenden Bussen nach Sehmsdorf zur Schützenhalle gefahren. Mit dem Luftgewehr wird auf den Ständen der Bürgerschützengilde nach der Scheibe geschossen.

Folgende Sonderbusse werden gestellt: 9.30 Uhr zum Schießstand, 14.45 Uhr zur Schützenhalle, 15 Uhr nach Rethwischfeld „Mäcki“, 15.15 Uhr zum Forsthaus Kneeden, 16 Uhr zum Forsthaus Kneeden für die Eltern, 16.20 Uhr zur Schützenhalle und nach Rethwischfeld für die Eltern, 19 Uhr von Rethwischfeld „Mäcki“ mit Halt 19.10 Uhr an der Ecke Sehmsdorfer Straße/Ratzeburger Straße, 19.13 Uhr vom Forsthaus Kneeden.

Der Nachmittag bleibt dem Kindertanz vorbehalten. Es stehen hierfür 18 Tanzflächen in Zelten, Gaststätten der Innenstadt, ferner in der Schützenhalle, der Gaststätte „Mäcki“ in Rethwischfeld und im Forsthaus Kneeden zur Verfügung. Davon werden die Zelte die meisten Besucher aufnehmen müssen. Um die oft beklagte Überfüllung der Gaststätten zu vermeiden, sind zwei Zelte doppelt belegt worden. Bis 17 Uhr tanzen die Schulanfänger und die Kinder der zweiten Klassen, und dann kommen die größeren Schüler an die Reihe. Über die Beschränkung des Tanzes für die Kleinen besteht bei Lehrern und Eltern Einmütigkeit. Ob sich die doppelte Belegung von Zelten bewähren wird, ist weitgehend von dem Verständnis der Beteiligten und ihrem Bemühen um eine harmonische Gestaltung des Festes abhängig.

Den Abschluß des Tages bildet der Einmarsch durch die Lorentzenstraße, die Grabauer Straße, die Königstraße, vorbei am Ehrenplatz des Königspaares an der Stadtschule durch die Kurparkallee, die Brunnenstraße, Besttorstraße, Hude; Mühlenstraße, Hindenburgstraße, Marktplatz. Dort soll gegen 20.45 Uhr die Schlußkundgebung stattfinden, auf der Realschulrektor Petzinna die Ansprache halten wird.

Der Ausschuß für das Kindervogelschießen hofft auf ein gutes Gelingen des Festes. Er rechnet mit einer regen Anteilnahme der Bevölkerung, die ihren Ausdruck findet möge in der Ausschmückung der Stadt mit Grün und Fahnen und dem Zugegensein bei den Umzügen, den Spielen und beim Tanz. Es kann damit um so mehr gerechnet werden, als die Bereitschaft der Eltern, bei der Gestaltung des Festes als Sammler und Tanzordner mitzuwirken, und die Sammlung selbst ein eindeutiges Votum für das Kindervogelschießen ergeben haben. Auf das Laubeinholen mußte in diesem Jahre verzichtet werden, auch auf die frühzeitige Entlassung der Kinder aus dem Unterricht.

Der Zeitplan für Montag

  • 00 Uhr: Wecken durch den Spielmannszug des Gymnasiums
  • 30 Uhr: Abholen des Königspaares und des Vogels
  • 00 Uhr: Abholen der Ehrengäste vom Stadthaus
  • 30 Uhr bis 9.30 Uhr: Umzug
  • 00 Uhr bis 11.30 Uhr: Spiele, anschließend Ausgabe der Preise in den Schulen
  • 00 Uhr bis 17.00 Uhr: Kindertanz des ersten und zweiten Schuljahres
  • 00 Uhr: Übergabe der Königsgeschenke im „Oldesloer Hof“
  • 30 Uhr bis 19.30 Uhr: Kindertanz
  • 00 Uhr: Einmarsch
  • 45 Uhr: Schlußkundgebung

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.6.1966

 

Montag, 27. Juni 1966

Die Kleinsten feierten wieder am fröhlichsten

Die fröhlichsten Umzugsteilnehmer beim Kindervogelschießen waren heute morgen wie immer die Kleinsten, die, fähnchenschwenkend und hurra-rufend, eine lachende, plappernde Gesellschaft bildeten. An den Straßenrändern hatten sich wieder viele Oldesloer versammelt, um den farbenprächtigen Zug zu sehen, in dem auch die Repräsentanten der Stadt und die Mitglieder des Festausschusses mitmarschierten. Unter einem Baldachin gingen Gabriele Meißel (Stadtschule) und Karsten Elß (Theodor-Mommsen-Schule), die im vergangenen Jahr das Königspaar waren.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.6.1966

 

Montag, 27. Juni 1966

Königin: Gudrun Witt

Beim Vogelpicken errang heute vormittag Gudrun Witt von der Stadtschule die Würde der Königin des Vogelschießens 1966. Leider hatte kurz nach dem Umzug Regen eingesetzt. Heute ist übrigens Siebenschläfer, und der Regen dürfte ein schlechtes Omen für das Wetter während der morgen beginnenden Ferien sein.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.6.1966

 

Dienstag, 28. Juni 1966

Trotz Regens ein Festtag

Mit den Königsketten geschmückt, präsentierte sich gestern nachmittag das Königspaar des Vogelschießens 1966, die 15jährige Gudrun Witt von der Stadtschule und der 14jährige Thomas Sturtz von der Realschule, im „Oldesloer Hof“. Rektor Volkmann als Vorsitzender des Festausschusses überreichte den beiden je eine Armbanduhr.

Im Naturtheater ging es beim Schießen nach dem Vogel um die Würde des Hauptkönigs. Es erforderte Geschick und Glück, mit der schweren Armbrust Teile des hölzernen Vogels herunterzuholen. Stadtschul-Hausmeister Karl Nevermann gab den jungen Schützen Hilfestellung.

Wie immer war auch ehemaligen Lehrern Gelegenheit gegeben, am Festumzug teilzunehmen. Diesmal saßen Lehrerin i.R. Fräulein Föcker und Lehrer i.R. Robert Dahm mit seiner Frau in der von Ponys gezogenen Kutsche.

Beim Kindertanz in den drei Zelten auf dem Exer und in den Sälen der Stadt erreichte das gut organisierte Fest der 2300 Oldesloer Schulkinder seinen Höhepunkt. Mochte es draußen auch in Strömen regnen, drinnen herrschte fröhliches Treiben. Die kleinen Mädchen drehten sich graziös in ihren hübschen Sommerkleidern, hopsten oder twisteten, und die Jungen folgten nach Überwindung einer gewissen Scheu dem Beispiel ihrer Partnerinnen. Voller Stolz schauten die Eltern zu.

Leider mußte wegen des schlechten Wetters die traditionelle Abschlußkundgebung auf dem Marktplatz, bei der Realschulrektor Petzinna die Ansprache halten sollte, abgesagt werden. Lautsprecherwagen informierten die Festgesellschaften über die Programmänderung und gaben bekannt: „Morgen ist Frei-Tag!“ Damit war der Beginn der großen Ferien verkündet.

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.6.1966

 

Dienstag, 28. Juni 1966

Messerstecherei auf dem Exer

Einen unerfreulichen Ausklang gab es beim Vogelschießen. Heute früh gegen vier Uhr wurde die Polizei zum Exer gerufen, weil zwei junge Männer vor einem Tanzzelt in eine tätliche Auseinandersetzung geraten waren. Dabei zückte der 19jährige Siegfried B. plötzlich ein feststehendes Klappmesser und stach den 18jährigen Schüler Christian L. in den rechten Oberschenkel. Dieser erlitt eine stark blutende Schnittverletzung und mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Die Polizei stellte das Messer sicher. Sie hat gegen Siegried B. Anzeige wegen vorsätzlicher gefährlicher Körperverletzung erstattet.

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.6.1966

 

Dienstag, 29. Juni 1966

Königspaare der Realschule

Die Königin-Luise-Schule ermittelte beim Vogelschießen folgende Könige und Königinnen:

  • Spielgruppe 5. Klassen: M 5a: Peter von der Heyde und Ulrike Romahn; M 5b: Uwe Goden und Gisela Erdmann; M 5c: Detlef Giese und Renate Kaske.
  • Spielgruppe 6. Klassen: M 6a: Holger Rosenthal und Renate Brunk; M 6b: Joachim Nowak und Karin Sieden; M 6c: Volker Grundmann und Katrin Ellerbrock; M 6d: Gerd Schmalowski und Karin Weier.
  • Spielgruppe 7 und 8. Klassen: 7. Klassen: Ekkehard Krueger und Gudrun Brandt; 8. Klassen: Felix Scholz und Brigitte Timm.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.6.1966

 

Mittwoch, 29. Juni 1966

Die Meinung des Lesers

Vagelscheten blifft!

Dor bimmelt doch letzt Dags min Klöönkasten, un jüst as ick den Hörer in de Hand neem, dor meldt sick all min Nawer Fiete, so'n richtigen Klookschieter: „Häs schon gehört“, sä he; „die da vonne Vogelschießerreformpartei sind ja tüchtich aufm Bauch gefalln. Könnt ein ja meiß leid tun. Abers was die auch nich alles reformian wolltn, un voar alln Dingn mit sonne interessantn Begründungn: Die Die Ständchens von die Trommlers und Piepers störe zu doll bein Schularbeitn machn. Ja, ja, das leucht mia einglich ein; könnt mia voastelln, daß da son Töffel dreimal drei is elf rechnen tut, blots weil da son Spielmannszuch jümmers Musik machn tut. Ohne das Gepiepe hätt er bestimp richtig gerechnet (vielleich auchn Fernseher angeknipst). Nee, nee, wech mit die Ständchens, kann ein da bloß sagn.

Tscha, un denn der Umzuch an’n Vogelschießn, der ischa viel zu lang. Mal ebn an'n Mark voabei is doch vollauf genuch. Un denn dieser gräsige „Freitach“, du weischa, der Tach nachn Vogelschießn, wo laut Parragraph einglich noch Schule sein soll.

Da fällt doch glatt un schier 'n ganzn Schultach aus, un noch dazu so'n wichtign. Du ahnscha ganich, was grad an'n letztn Tach voa die Ferien die Kinner noch allns beigebogen wird. Un das fällt nu so einfach flach, ischa unerhört, sowas, un dazu noch in'n Kurzschuljahr!! Wie da die Schulmeisters noch mitn Stoff durchkomm solln, is mia schleierhaff. Da kommp ein in'n' Engelschunnerrich sonns bis Seite 17 un nu blots bis Seite 13, un das alles wegn die Ständchens un Vogelschießn un den „Freitach“. Was meins du, op ich maln Resolutschion an'n Minister schreip? Hätt dann bestimmp 'ne gute Nummer bei ihm, wegen „Einsatz für das Schulwesen“.

Dor reet mi den Geduld. Un ick sä langsom un dütlich: „Nu will ick di mal watt seggen, du negenkloke Dröhnbütel, vun mi ut kannst du Resolutschionen an den Kaiser von Schina schicken, un vun mi ut kann dat Scholjohr bloots noch dree Dag lang sien. Awer soveel steiht fast, min lewe Fiete, dat Vagelscheten för uns Kinner, versteihst du mi, uns Oschlöer Vagelscheten, dat blifft!!!“

Heinz Timmermann, Bad Oldesloe.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.6.1966

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