Sportstätten in Bad Oldesloe
Das Jahr 1964


Donnerstag, 2. Januar 1964
Die Meinung des Lesers. Nicht nur die Füße … …

Samstag, 8. Februar 1964
410 ausländische Gäste.

Die Zahl der Gäste in der Jugendherberge war im letzten Jahr rückläufig. …

Donnerstag, 13. Februar 1964
Eine Schwimmhalle in Bad Oldesloe? …

Dienstag, 18. Februar 1964 Doch noch Sportplatz am Wendum. Nachdem es lange Zeit den Anschein hatte, als sei das Sportplatzprojekt am Wendum zugunsten der Anlage an der Papierfabrik aufgegeben worden, teilte Bürgermeister Hermann Barth jetzt mit, daß am Wendum doch ein Sportplatz geschaffen wird. Verhandlungen mit der Katholischen Kirche haben zu einer grundsätzlichen Übereinstimmung über die Überlassung des notwendigen Geländes an die Stadt geführt. Wann das Projekt verwirklicht wird, steht allerdings noch dahin. Zunächst nimmt die Stadt den Sportplatzbau an der Papierfabrik in Angriff.
ST

Donnerstag, 5. März 1964
Fußballspiel bleibt in den Hallen verboten.

Schul- und Kulturausschuß nahm Stellung zu den Vorwürfen des VfL.

Zu der in der Jahreshauptversammlung der VfL-Fußballabteilung am 24. Januar geäußerten Kritik an der Stadtverwaltung nahm der Vorsitzende des Schul- und Kulturausschusses, Georg Schömer, vor der Presse Stellung. Er betonte, daß das Fußballspielen in den Turnhallen auch weiterhin nicht gestattet werden könne.

"Unsere neuen Turnhallen sind dafür nicht gebaut. Wir haben den VfL-Fußballern für das Konditionstraining die alte Turnhalle der Stadtschule angeboten, dort wollen sie aber nicht trainieren", erklärte Schömer. Er wies darauf hin, daß in der Turnhalle der Klaus-Groth-Schule durch scharfe Schüsse mit dem Fußball immer wieder Platten der Decke beschädigt worden seien. "Obwohl das Fußballspiel verboten ist, haben sich die Spieler nicht daran gehalten. Sie stellten sogar einen Wachposten auf, um vom Rektor nicht beim Fußballspielen überrascht zu werden.

Der Ausschußvorsitzende wies auch die Behauptung der VfL-Fußballsparte zurück, daß das "Platz- und Hallendilemma in Bad Oldesloe zum Himmel schreie!" Der Stadt sei auch nicht bekannt, daß "auf mit Glasscherben und anderen Gegenständen bestückten Sandhügeln" gespielt werden müsse.

"Wir stellen unsere vier Turnhallen den Vereinen seit Jahren kostenlos zur Verfügung. Man kann uns daher nicht vorwerfen, daß wir sportfeindlich eingestellt sind. Unsere mit erheblichem Kostenaufwand erbauten Turnhallen müssen aber vor Beschädigung geschützt werden", hob Schömer noch hervor.
ST

Samstag, 7. März 1964
Die Meinung des Lesers.

Stellungnahme des VfL. Mit Interesse und Verwunderung erfuhr der Vorstand des VfL Oldesloe durch einen Bericht im "Stormarner Tageblatt", daß der Vorsitzende des Schul- und Kulturausschusses der Stadt Bad Oldesloe, Herr Schömer, in einer Pressekonferenz Stellung genommen hat zu Fragen, die ausschließlich unseren Verein betreffen.

Es liegt uns nicht daran, eine unnötige und unseres Erachtens überflüssige Schärfe in diese Auseinandersetzung hineinzutragen. Man wird uns jedoch zubilligen müssen, daß uns die Richtigstellung einiger Kernfragen erforderlich erscheint.

1. Vor Wochen (27. Januar 1964) hat der Sportleiter der Fußballabteilung, Rudi Herzog, einen Brief an Herrn Schömer gerichtet und ihn gebeten, zur Klärung einiger wichtiger Fragen am "runden Tisch" zusammenzukommen. Die Antwort steht bis heute noch aus!
2. Der Vorstand hat auf seiner Sitzung am 19. Feb. 1964 beschlossen, im Interesse der Leibeserziehung in der Kreisstadt mit den Vertretern der Stadt und denen der Presse einen geeigneten Termin zu einer Aussprache zu vereinbaren. Diese Absicht bestand bereits seit dem Herbst des vergangenen Jahres. Durch die Presseerklärung von Herrn Schömer erscheint dieser Ausspracheabend erforderlicher denn je zu sein.
3. Es stimmt, daß der ersten Mannschaft die Turnhalle der Stadtschule zum Balltraining angeboten wurde. Wahrlich, ein großzügiges Angebot! Man möge sich aber doch einmal die Mühe machen und dieses Gebäude - die Bezeichnung Turnhalle ist der reine Hohn - auf seine Verwendungsmöglichkeit hin überprüfen. Wie kann von sinnvoller Leibeserziehung gesprochen werden, wenn der Zustand dieses "Gebäudes" für die Ausübung eines Sportes als gesundheitsschädigend bezeichnet werden muß. Soll unsere erste Mannschaft ihren guten Tabellenplatz halten, dann kann man ihr nicht zumuten, sich auf kleinstem Raum und in staubiger Luft auf die Anforderungen vorbereiten, die Sonntag für Sonntag an sie gestellt werden.
4. Zur Platzfrage: Seit Jahren wird der Bau neuer Sportplätze versprochen. Wir leben inzwischen im Jahre 1964!
5. Im Bereich des Hamburger Fußballverbandes werden seit Jahren regelmäßig Hallenfußballturniere für Jugendmannschaften ausgetragen. Bedauerlicherweise läßt sich derartiges bei uns nicht ermöglichen. Wie sehr aber der Fußboden bei Handballspielen von Schule und Vereine abgenutzt wird, läßt sich bei einer Hallenbesichtigung deutlich feststellen.
6. Die Turnhallenbenutzung kostet den VfL jährlich ungefähr 1150 DM (in Worten: eintausendeinhundertfünfzig Deutsche Mark!). Anwesenheitsgelder, die an die Hausmeister der Schulen - den Hausmeister der Stadtschule ausgenommen - gezahlt werden müssen. Diese Hausmeistergebühren müssen seit dem 1. Okt. 1963 unmittelbar an die Stadt abgeführt werden.
7. Vorstandsmitglieder haben immer wieder die Bemühungen der Stadt für die Leibesübungen gewürdigt, so daß die Vokabel "sportfeindlich" nie von uns gebraucht wurde.
8. Wir hoffen sehr, daß anläßlich der von uns für erforderlich gehaltenen Aussprache ein - wie bisher - gutes Einvernehmen mit den Vertretern der Stadt zu erzielen ist und betrachten diese "öffentliche Aussprache" als abgeschlossen.

VfL Oldesloe von 1862 e.V. Der Vorstand.
ST

Donnerstag, 19. März 1964
Die Meinung des Lesers.

Die Stadt entgegnet dem VfL Oldesloe. Obwohl der VfL in seiner am 7. März veröffentlichten Stellungnahme von sich aus bestimmt hatte, daß die "öffentliche Aussprache" damit abgeschlossen sein sollte, hält es die Stadt doch für geboten, noch einige der Öffentlichkeit wahrscheinlich nicht bekannte Tatsachen nachzutragen:

1. Die vom VfL angeführte Summe von 1150 DM Hausmeistergebühren erscheint auf den ersten Blick recht hoch. Bedenkt man jedoch, daß dafür drei Turnhallen das ganze Jahr über fast jeden Werktag von 18 bis 22 Uhr benutzt werden, so dürfte der Betrag keineswegs übertrieben sein. Außerdem steht den Hausmeistern diese Bezahlung tariflich zu. Daß die Stadt ihrerseits auf jede Benutzungsgebühr verzichtet, ja nicht einmal ihre Eigenkosten für Heizung, Reinigung, Beleuchtung und Abnützung den Vereinen in Rechnung stellt, wird vom VfL mit keinem Wort erwähnt. Eine sorgfältige Schätzung hat ergeben, daß die Stadt auf diese Weise jährlich mindestens 10.000 DM zuschießt, was neuerdings als indirekte Sportförderung auch im städtischen Haushalt als Umbuchung erscheint. Allein die Reinigung erfordert erhebliche Kosten und ist mit Schwierigkeiten verbunden, da sie jeden Morgen vor Schulbeginn erfolgen muß und die Putzfrauen dafür eine Extrabezahlung verlangen können. Daß die Sportler in den beiden neuen, ölbeheizten Turnhallen außerdem die Duschanlagen kostenlos benutzen können, wobei leider auch schon Mißbräuche festgestellt wurden, sei nur am Rande erwähnt.

2. Fußballübungen sind nach der vom Magistrat beschlossenen Turnhallenbenutzungsordnung grundsätzlich nicht zugelassen. Bevor diese Ordnung erlassen wurde, hat die Stadt bei mehreren vergleichbaren Städten eine entsprechende Umfrage gehalten. Das Ergebnis war, daß in keinem Falle Fußballübungen in der Halle erlaubt sind. Auch in Hamburg dürfen diese "nur in solchen Hallen, die ihrer Beschaffenheit nach dazu geeignet sind" durchgeführt werden. Daß sich in einer Millionenstadt einige solche Hallen befinden, ist selbstverständlich. In Normalturnhallen, wie wir sie hier haben, darf auch in anderen Städten nicht mit dem Fußball gespielt oder geübt werden. Oldesloe ist also hier keineswegs besonders "fußballfeindlich".

3. Es ist uns bekannt, daß auch durch Handballspiele die Fußböden der Turnhallen in Mitleidenschaft gezogen werden. Es spricht für die sportliche Aufgeschlossenheit der Stadt, daß sie diese Sportart ungeachtet dieser Bedenken in einer Halle zugelassen hat. Der Grund dafür war der, daß Hallenhandball eine allgemein anerkannte besondere Sportart ist. Von Hallenfußball hat man derartiges bis jetzt noch nicht gehört.
4. Die gegen die Turnhalle der Stadtschule angeführten Bedenken erscheinen denn doch übertrieben. Immerhin muß dieses Gebäude, dessen Bezeichnung als Turnhalle der VfL als "reinen Hohn" bezeichnet, den rund 800 Kindern der Stadtschule einstweilen noch als Übungsstätte ausreichen.

5. Die Lösung der Sportplatzfrage wird von der Stadt für genau so dringlich gehalten wie vom VfL. Eine solche Lösung ist aber nicht von heute auf morgen zu finden. Sportplatzbau kostet nicht nur viel Geld, sondern erfordert auch eine sorgfältige Planung und sehr schwierige und langwierige Verhandlungen zur Grundstücksbeschaffung. Die Stadt ist enttäuscht, daß von den Sportvereinen ständig nur Kritik und Forderungen zu hören sind. Es wäre der Sache sicher dienlicher, wenn auch einmal konkrete Vorschläge für eine Mithilfe der Vereine - sei es in Form von freiwilligen Arbeitsleistungen der Vereinsmitglieder, sei es in Form eigener Bemühungen der Vereine um Zuschüsse etwa aus dem Sportförderungsfonds - gemacht würden. Nebenbei bemerkt wird auch kaum jeweils öffentlich erwähnt, daß die Stadt seit Jahren rund 4000 bis 5000 DM für die Verbesserungen und Reparaturen in dem vom VfL für zehn Mark jährlich gepachteten Stadion zugeschossen hat.

6. Der jetzt geplante Turnhallenneubau für die Stadtschule ist wahrscheinlich auf lange Sicht die letzte Chance eventuell eine größere Halle zu bekommen. Überlegungen in dieser Richtung werden von der Stadt angestellt. Da dieses Projekt schon seit Jahren, auch in der Presse, diskutiert wird, hätte man eigentlich erwarten können, daß die Sportvereine mit einem gemeinsamen Antrag an die Stadt herangetreten wären, in dem das Bedürfnis für eine größere Halle eingehend und die späteren Möglichkeiten der Ausnützung vom Standpunkt der Sportvereine her gesehen aufgezeigt würden. Ein solcher Antrag liegt bisher jedoch nicht vor.
Die Stadt Bad Oldesloe wird auch in Zukunft alles tun, um den Sport nach Kräften zu fördern. Allerdings sind auch ihre Möglichkeiten begrenzt, da zahlreiche große Aufgaben vor ihr liegen. Es würde daher begrüßt, wenn die Sportvereine nicht immer nur alles wie selbstverständlich von der Stadt verlangen, sondern auch mehr als bisher zu eigener Initiative und Selbsthilfe, die früher selbstverständlich waren, zurückkehren würden. Stadt Bad Oldesloe.
ST

Samstag, 4. April 1964
Schwimmbecken kostet 20.390 DM.

Die Kosten für das Lehrschwimmbecken neben der Mittelschule haben sich auf insgesamt 20.390 DM erhöht. Den Mehrbetrag hat das Stadtparlament nachbewilligt. Das Becken soll in diesem Sommer in Betrieb genommen werden.
ST

Freitag, 17. April 1964
Gespräch am runden Tisch.

Der 1. Vorsitzende des VfL, Walter Busch, hat den Bürgermeister und den Magistrat zu einem Gespräch am runden Tisch am 23. April eingeladen und als Themen die Turnhallenbenutzung, die Sportplätze und den Bau einer Sporthalle vorgeschlagen.
ST

Mittwoch, 22. April 1964
Die Meinung des Lesers:

Stadtschulturnhalle auf dem Exer?

Die Elternschaft der Stadtschule wehrt sich gegen Überlegungen, die Sportanlagen und Sportplätze auf dem Exer auszuweiten und dort ein Lehrschwimmbecken - vielleicht sogar eine Schwimmhalle - zu schaffen und eine Sporthalle zu errichten. In einem im "Stormarner Tageblatt" abgedruckten Leserbrief wird unter anderem festgestellt: "Der Stadtschule fehlt eine Turnhalle! Es besteht Einmütigkeit in allen Kreisen der Stadt und in den Gremien der Stadtvertretung darüber, daß der in der Salinenstraße vorhandene Bau nicht mehr als Turnhalle angesprochen und daß es nicht mehr verantwortet werden kann, die Kinder dort turnen zu lassen. Die neue Turnhalle gehört in die unmittelbare Nähe der Schule. Auf dem Gelände der Stadtschule ist nach Abbruch der alten Halle ausreichend Platz für einen Neubau." Die Eltern halten den Weg von der Schule zum Exer für zu zeitaufwendig und auch für zu gefährlich. ... Elternschaft der Stadtschule.
ST

Donnerstag, 23. April 1964
Sporthalle für Bad Oldesloe - nur eine Fata Morgana?

Magistrat und Sportvereine am runden Tisch.
Ist der Traum von einer Sporthalle in der Kreisstadt in weite Ferne gerückt? Schulrat Rudolf Heitmann hat dem Magistrat nahegelegt, sich der finanziellen Förderung einer solchen Halle durch die Landesregierung zu vergewissern. Kiel will mithelfen, jedem Kreis eine Turnhalle von doppelt so großen Ausmaßen wie üblich zu schaffen. Aus dem Gespräch am runden Tisch bei "Wigger" zwischen dem VfL und den Vertretern des Magistrats ergab sich aber, daß die Chance wahrscheinlich ungenutzt bleiben wird. Jedenfalls wurde kein Weg zur Überwindung der Schwierigkeiten, die sich dem Projekt entgegenstellen, sichtbar.

Die Einladung zu dem Gespräch war vom VfL ausgegangen. Zu der Diskussion waren nicht nur die Repräsentanten der Stadt, sondern auch die Vertreter der übrigen Sportvereine erschienen. VfL-Vorsitzender Walter Busch würdigte die Förderung der Leibesertüchtigung durch die Stadt in den vergangenen Jahren und sprach dann das Sporthallenprojekt an, das in einer sehr lebhaften Diskussion eingehend erörtert wurde.

Voraussetzung für die Bereitstellung der Mittel durch das Land ist die Benutzung durch zwei Schulen. Diese Möglichkeit wäre theoretisch gegeben, da die Stadtschule und die Sonderschule ohne Turnhallen sind. Ein sehr schwieriges Problem ist aber die Standortfrage. Für eine Mehrzweckhalle ist das Stadtschulgrundstück zu klein. Statt dessen kommen in Frage der Kurpark, der Sülzberg und der Exer. Der Exer wäre vom städtebaulichen Standpunkt aus sehr vorteilhaft, scheidet aber wegen des langen Anmarschweges der Schulen wohl aus. Am Sülzberg wären die Gründungskosten wegen des schlechten Untergrundes übermäßig hoch. So empfiehlt sich der Kurpark. Das in Frage kommende Grundstück unmittelbar an der Bestebrücke und Kurparkallee ist aber bis zum Jahre 1970 für gewerbliche Benutzung verpachtet. Außerdem wehrt sich die Stadtschule gegen ein solches Objekt wegen der notwendigen Überquerung der Durchfahrtsstraße.

Als Ausweg wurde vorgeschlagen, die alte Turnhalle der Stadtschule zu einer Gymnastikhalle für die jüngsten Jahrgänge umzugestalten, um so die Einwände gegen den gefährlichen Weg zu einer Halle im Kurpark zu entkräften.

Die Halle würde etwa 900.000 DM kosten, von denen die Stadt im günstigsten Falle etwa 40 Prozent aufbringen müßte. Eine Komplikation ergibt sich daraus, daß der Oldesloer Stadtschule und der Gemeinde Harksheide bereits Fördermittel zugesagt worden sind.

Zu einer Klärung kam es naturgemäß nicht. Völlige Einmütigkeit bestand darüber, falls ein Landeszuschuß für eine Mehrzweckhalle in Stormarn bewilligt würde, diese unbedingt in die Sportstadt Bad Oldesloe entstehen müsse. Aber wann?

In den nützlichen Gesprächen standen noch die Sportplatzfrage und die Turnhallenbenutzung im Vordergrund. An der Aussprache beteiligten sich Bürgermeister Hermann Barth, der Vorsitzende des Schul- und Kulturausschusses, Georg Schömer, Stadtbauinspektor Franz Wolff, der 2. VfL-Vorsitzende Heinz Peters, der Vorsitzende des Kreisschul- und Kulturausschusses, Stadtrat Willy Mahrdt, VfL-Fußballobmann Rudi Herzog, der Vorsitzende des THC Blau-Weiß, Dr. Walter Gelhausen, und VfL-Vorstandsmitglied Werner Kiesel.
ST

Freitag, 24. April 1964

Während der Bau einer Sporthalle für größere Veranstaltungen in weite Ferne gerückt scheint, soll das Schul- und Sportplatzprojekt, das durch ein in der Vorhalle des Stadthausneubaues ausgestelltes Modell veranschaulicht wird, in den nächsten Jahren Wirklichkeit werden. Es handelt sich um die Sonderschule, die auf dem Gelände der ehemaligen Papierfabrik zwischen Bahndamm und Kurpark entstehen wird. An den Gebäudekomplex schließt sich eine Sportanlage mit Schwimmbecken an. Vorerst wird die Straße zu dem an der Beste gelegenen Gelände ausgebaut.
ST

Samstag, 25. April 1964
Nordring im Bürgerpark auf Stützen.

Wie Stadtbauinspektor Franz Wolff vorgestern in dem Gespräch am runden Tisch zwischen dem Magistrat und VfL mitteilte, wird die Nordtangente den Sportbetrieb im Bürgerpark nicht beeinträchtigen. Nach Überquerung der Trave führt ein Damm noch weit auf den Exer. Die Straße steht dann anschließend auf Stützen. Nach Ansicht der Stadt werden zwei Fußballplätze erhalten bleiben. Die Sportvereine sind skeptisch und rechnen nur mit einem Spielfeld.
ST

Montag, 27. April 1964
Doch Fußball in der Turnhalle?

Der Fußballobmann des VfL, Rudi Herzog, hat den Magistrat eingeladen, an einer Lehrvorführung in einer Turnhalle teilzunehmen, mit der er beweisen will, daß Fußballspiel ohne Schädigung der Halle möglich ist. Allerdings soll dabei kein normaler Fußball benutzt werden, sondern ein kleinerer Gummiball, den der Deutsche Fußball-Bund eigens für diesen Zweck hat entwickeln lassen. Zwei in der Sportschule Malente ausgebildete Betreuer sollen bei der Vorführung mitwirken.

Rudi Herzog wies auf die Notwendigkeit des Hallentrainings für die Fußballer in den Wintermonaten hin, wenn die Witterung das Üben im Freien unmöglich macht. Auf das "Kicken" könne man nicht ganz verzichten. Das gelte vor allem für den Nachwuchs. Der kleine Gummiball genüge für diesen Zweck. Eine Vorführung werde sicher die Bedenken des Magistrats und der Schulleiter gegen Fußballer in der Halle zerstreuen. Der Fußballobmann regte an, Turnhallen künftig "robuster" zu bauen. "Warum muß der Fußboden aus so empfindlichem Holz sein, daß er nur barfuß betreten werden darf?"
ST

Samstag, 16. Mai 1964
Noch keine Badefreuden im Freibad.

Das Freibad wird voraussichtlich erst Anfang Juni geöffnet werden. Zur zeit lassen die niedrigen Wassertemperaturen noch keinen Badebetrieb zu. Gestern wurde 12 bis 13 Grad gemessen. Das dürfte selbst für den abgehärtesten Schwimmer zu kalt sein!
ST

Samstag, 23. Mai 1964
Strandbad öffnet am 30. Mai.

Das Strandbad Poggensee wird am 30. Mai für die Benutzung freigegeben werden. Gegenwärtig wird noch an der Plattform für die Sprungbretter gearbeitet. Der Magistrat hat für die Herrichtung einen Betrag von 6000 DM bewilligt.
ST

Samstag, 23. Mai 1964
Zaun um Lehrschwimmbecken.

Das auf dem Mittelschulhof abgelegte Lehrschwimmbecken soll mit einem Zaun umgeben werden. Nach seiner Fertigstellung kann die Einrichtung ihrer Bestimmung übergeben werden.
ST

Montag, 25. Mai 1964
Hallendebatte im Stadtparlament.

Turnhalle und Lehrschwimmbecken für Stadtschule. Sechs Stimmenthaltungen - ein Nein.

So sang- und klanglos, wie man ursprünglich angenommen hatte, ging im Stadtparlament die Abstimmung über den Bau einer Turnhalle mit Lehrschwimmbecken nicht über die Bühne. Zwar sprach sich die Mehrheit dafür aus, daß das Projekt an der Stadtschule nun Wirklichkeit werden soll, aber der Wunsch nach einer Großturnhalle und einer Schwimmhalle ist geblieben. Wie verschieden die Meinungen in den Fraktionen in der Hallenfrage überhaupt sind, trat in einer längeren Debatte zutage.

Zuvor hatte der Vorsitzende des Schul- und Kulturausschusses, Stadtverordneter Georg Schömer (SPD), den Antrag begründet. "Alle Beteiligten sind sich darüber einig, daß die Stadtschule eine Turnhalle benötigt. Unsere Beratungen wurden durch den Vorschlag des Kreises, eine überdimensionale Turnhalle zu bauen, beeinflußt. Wenngleich diese Anregung sehr attraktiv war, so scheiterte die Ausführung letztlich doch an der Standortfrage." Schömer ging darauf näher ein. Danach biete sich hierfür nur der Exer an. Für die Stadt- und Sonderschule sei der Weg aber zu weit und gefährlich. Gegen diesen Standort hätten sich auch die Eltern und die Schulleitung ausgesprochen. Bei der Frage der Vorrangigkeit habe man sich dann zugunsten der Stadtschule entschieden.

Das Projekt sieht ein zweistöckiges Gebäude vor: unten - mit Eingang Salinenstraße - das Lehrschwimmbecken und oben - vom Schulhof aus betretbar - die Turnhalle in einer Größe von 12 mal 24 Metern. Die Kosten werden für die Turnhalle 302.000 DM bei einem Stadtanteil von 196.300 DM, für das Lehrschwimmbecken 330.000 DM bei einem Stadtanteil von 189.750 DM betragen.

Stadtverordneter Johannes Ludwig (CDU) ergänzte die Ausführungen des Vorredners: "Wir haben es uns sehr sauer werden lassen. Aber eine Turnhalle, die nicht an der Schule steht, ist zwecklos. Endlich haben wir dann die Möglichkeit, den Kindern Schwimmunterricht zu geben. Eine Großturnhalle kommt später. Allein die Unterhaltungskosten würden minimal jährlich 70.000 DM betragen!"

Die Debatte brachte dann Stadtverordneter Krämer (GDP) erst richtig in Schwung. Er sagte: "Ich sehe nicht ein, daß das Lehrschwimmbecken gebaut werden muß. Das Geld sollte zurückgelegt und später für eine vernünftige Schwimmhalle verwendet werden. Wie hoch sind eigentlich die Unterhaltungskosten, und was kostet es uns pro Schüler?"

Stadtverordneter Schömer: "18.000 bis 20.000 DM hat die Stadtkämmerei veranschlagt. Pro Schüler etwa 100 DM!" Stadtverordneter Willi Wigger (CDU): "Diesen Betrag kann man nach meiner Ansicht nicht verantworten. Ich bin alter Oldesloer und habe auch schwimmen gelernt!" Stadtrat Willy Mahrdt (SPD): "Das Projekt ist außerordentlich dringend. 70 Prozent verlassen noch heute die Schule, ohne schwimmen zu können."
"Die Kosten sind zu hoch in Bezug auf den Nutzen", meinte Stadtrat Wilhelm Heik (FDP). "Eine Schwimmhalle käme der ganzen Bevölkerung zugute. Wir verzetteln uns und verlieren das Ziel aus den Augen." Stadtverordneter Ludwig: "Ich wundere mich sehr, daß die Zahl der Nichtschwimmer nur wenig beeindruckt. Im übrigen haben wir im Finanzausschuß genau gerechnet!" (Zuruf Stadtverordneter Krämer: "Das bezweifle ich!") Stadtverordneter Behrendt (GDP): "Ich bin nach wie vor für eine Schwimmhalle!" Stadtverordneter Gustav Bomann (SPD) zeigte sich enttäuscht, weil er angenommen hatte, daß es keiner Diskussion mehr bedurfte: "Jetzt müssen wir uns auf einmal das Projekt erkämpfen!" (Zuruf Stadtverordneter Krämer: "Da hatten Sie sich eben geirrt!")

Bürgerworthalter Georg Koch schloß den Diskussionsreigen, indem er auf die Wichtigkeit des Projektes hinwies. Schließlich ginge es doch darum, das ganze Jahr über Schwimmunterricht geben zu können. Die Abstimmung ergab Annahme des Antrages bei einer Ablehnung und sechs Enthaltungen.
ST

Montag, 25. Mai 1964
Warum so spät?

Warum müssen Oldesloes Schwimmbegeisterte noch bis zum 30. Mai auf die Eröffnung des Freibades Poggensee warten? …

Mittwoch, 27. Mai 1964
Am Samstag Freibad-Eröffnung.

Der Magistrat gibt die Eröffnung des Freibades Poggensee bekannt. Ab Samstag kann in der Zeit von 8 bis 21 Uhr gebadet werden. Die Eintrittspreise wurden nicht erhöht. Erwachsene zahlen 0,20 DM, Kinder 0,10 DM für eine Einzelkarte. Wer seine Sachen sicher unterbringen will, muß bei Benutzung der Schränke nach wie vor ein Vorhängeschloß mitbringen.
ST

Montag, 1. Juni 1964
Unterricht im Lehrschwimmbecken.

Zum ersten Mal sprangen Nichtschwimmer der Mittelschule in das neue Lehrbecken. Es hatte eine Wassertemperatur von 20 Grad. Der stellvertretende Schulleiter Konrektor Gehrke dankte allen Dienststellen, die an der Finanzierung und Errichtung der Schulschwimmstätte beteiligt waren. Nach den Vorschlagsplänen des Sportreferenten für das Volks- und Mittelschulwesen in Kiel und dem Antrag der Mittelschule wurde dieses Lehrschwimmbecken in Zusammenarbeit mit dem Sportausschuß, dem Magistrat und dem Bauamt der Stadt errichtet. Die Fachlehrer wollen den Wert des Beckens für den Schulschwimmunterricht, der von anderer Seite angezweifelt worden ist, unter Beweis stellen und den hohen Prozentsatz an Nichtschwimmern (84 Prozent des 6. Schuljahres der Mittelschule) in diesem Sommer stark reduzieren.

Montag, 1. Juni 1964
Guter Beginn der Badesaison.

Das Strandbad am Poggensee hatte am Samstag, dem Eröffnungstag, 529 jugendliche und 208 erwachsene Besucher. Gestern stieg die Besucherzahl auf 646 Jugendliche und auf 487 Erwachsene.
ST

Donnerstag, 4. Juni 1964
Stadionanlagen werden überholt.

Aufgrund einer gemeinsamen Überprüfung der Stadionanlagen durch den VfL als Pächter und das Stadtbauamt sind eine Reihe von Maßnahmen festgelegt worden, für die der Magistrat einen Betrag von rund 4000 DM bewilligte. U. a. sollen neue Stehtraversen eingerichtet und die Anlaufbahnen zu den Sprunggruben verbessert werden. Auch die Rasenfläche des Spielfeldes wird an einzelnen Stellen "repariert" werden.
ST

Dienstag, 9. Juni 1964
Hochbetrieb im neuen Lehrschwimmbecken.

Erst Beinschlag, dann Armzug - nach dieser Methode unterrichtet Kreissportlehrer Nowak seit gestern nachmittag im neuen Lehrschwimmbecken hinter der Oldesloer Mittelschule 21 Mädchen und 26 Jungen aus Bad Oldesloe. In einem Sonderlehrgang des Kreisschulamtes wollen sie in zehn Stunden das Schwimmen erlernen. Die Teilnehmer, hauptsächlich Schüler der Stadtschule, sind sechs bis 13 Jahre alt. Bei den kleineren sind die Mütter mitgekommen. Sie verfolgen gespannt und wachsam jede Bewegung ihrer Sprößlinge im Wasser, Das Lehrschwimmbecken ist nun täglich vormittags und nachmittags mit Schwimmschülern besetzt.
ST

Montag, 15. Juni 1964
Über 3000 Badegäste.

Im Strandbad Poggensee tummelten sich am Samstag über 1600 Menschen. Gestern zählte Schwimmeister Hommes, obwohl der Himmel zeitweise bezogen war, auch noch 1392 Besucher. Die Wassertemperatur beträgt 22 Grad Wärme.
ST

Sonntag, 28. Juni 1964
Stadtväter besichtigten Lehrschwimmbecken.

Die Mitglieder des Jugendpflege- und Sportausschusses besichtigten das neue Lehrschwimmbecken an der Mittelschule. Bürgerworthalter Koch dankte allen, die an der Herstellung beteiligt waren. Stadtrat Schröder lobte die eifrige Nutzung des Lehrbeckens. An Hand von Zahlenmaterial gabt Sportbeirat Nowak die Erfahrungen über die Arbeitsweise im Becken bekannt. In vier Wochen waren hier 2515 Kinder aller Oldesloer Schulen. Täglich 115 Besucher sind ein beweis für die Schwimmfreudigkeit der Kinder. Anschließend fand während einer Kaffeetafel im Lehrerzimmer ein reger Gedankenaustausch statt.
ST

Montag, 6. Juli 1964
Kreisstadt muß tief in die Tasche greifen.

Sanierungsprojekt erfordert vier Millionen DM. Neuer Sportplatz erst 1966. Etwa vier Millionen DM werden die städtebaulichen Maßnahmen für das Sanierungsgebiet "Rund um die Innenstadt" kosten. Der Entwurf hierfür wurde von den Stadtverordneten einstimmig beschlossen. Die interessante Tagesordnung erreichte, daß die Zuhörerbänke bis auf den letzten Platz gefüllt waren. Geschäftsleute und Anlieger, junge und ältere Bürger der Kreisstadt folgten aufmerksam den Ausführungen der Vortragenden.

Breiten Raum nahm das Sanierungsgebiet ein. Der 2. Bürgerworthalter-Stellvertreter Ernst Bollnow gab anhand von projektierten Farbbildern die Erläuterungen. Ausgewiesen ist eine Fläche von 60 Hektar, die von einer leistungsfähigen Tangentenstraße umschlossen wird. Der Bebauungsplan berücksichtigt eine Einwohnerzahl von 25.000. Zur Zeit hat Bad Oldesloe 16.400 Einwohner.

Stadtverordneter Bollnow nannte die geschätzten Kosten: 400.000 DM für 580 Meter Nordtangente, 380.000 DM für Entschädigung für drei Häuser und Landerwerb usw., 800.000 DM Travebrücke zum Bürgerpark, 110.000 DM für 360 Meter Erschließungsstraßen, 220.000 DM Travebrücke zur Innenstadt, 90.000 DM für 370 neue Parkplätze, 2.000.000 DM Straßenverbreiterungen einschließlich Landerwerb, Entschädigung.

… Das Turnhallenprojekt an der Stadtschule sprach Stadtrat Ernst Schröder in der Fragestunde an. "Wir müssen endlich mit dem Bauen anfangen und nicht erst 1966. Es sieht fast so aus, als ob wir die Turnhalle und das Lehrschwimmbecken glücklich 1968 in Betrieb nehmen können. Hier kann man nur schnell handeln, und wenn hierfür Vorfinanzierung nötig ist!"

Stadtrat Willy Mahrdt berichtigte seinen Fraktionskollegen, indem er sagte, daß mit dem Bau 1965 begonnen werden soll. Gleichzeitig erwähnte er die aufgetretenen Schwierigkeiten bei den Bodenuntersuchungen. "Die Ergebnisse sind nicht gut ausgefallen. Wir müssen weiterforschen, um einen günstigen Bauplatz zu finden!"

Eine Hiobsbotschaft für die Sportler: Der neue Sportplatz an der Papierfabrik ist frühestens 1966 fertig. Stadtrat Mahrdt gab dies auf eine Frage des Stadtverordneten Karl Gerlach bekannt, der sich über die schlechte Einstufung des Sportplatzbaues beim Kreis wunderte. Stadtrat Mahrdt glättete auch hier die Wogen: "Die Finanzierung von seiten des Kreises in Höhe von 40.000 DM ist gesichert. Es sind drei Stufen - 10.000 DM (1964), 15.000 DM (1965) und 15.000 DM (1966) - vorgesehen."
ST

Montag, 20. Juli 1964 Besucherrekord im Freibad Poggensee. …

Freitag, 7. August 1964 Erst neuer Sportplatz, dann Nordtangente. Der geplante Sportplatz im Gebiet der ehemaligen Papierfabrik soll so bald wie möglich verwirklicht werden, betonte der Erste Stadtrat Willy Mahrdt auf einer Pressebesprechung. Noch in diesem Jahr sollen die Vorarbeiten erledigt und die Ausschreibungen vorgenommen werden, damit im nächsten Jahr auf jeden Fall mit dem Sportplatzbau begonnen werden kann. Der Bau der Straße, die das Gebiet erschließt, ist bereits ausgeschrieben. Erst wenn der neue Sportplatz betriebsfertig ist, soll mit dem Bau der Nordtangente über den Exer begonnen werden. ST

Freitag, 7. August 1964 Bodenverhältnisse nicht entscheidend. Stadt nimmt kostspielige Gründungsarbeiten in Kauf.
Der genaue Standort für Turnhalle und Lehrschwimmbecken der Stadtschule auf dem Schulhof an der Salinenstraße steht noch nicht fest. Bodenuntersuchungen haben ergeben, daß auf einem Teil des Geländes schwierige Gründungsarbeiten erforderlich werden. Das Stadtbauamt sucht nun nach dem günstigsten Platz.
Dies teilte Stadtrat Willy Mahrdt in einer Pressebesprechung mit. Auf die Frage, warum man nicht zuerst die Bodenverhältnisse untersucht habe, bevor man die Pläne zum Beispiel für die Sonderschule und den Sportplatz auf dem ehemaligen Papierfabrikgelände oder für den Sportplatz am Wendum oder für die Turnhalle der Stadtschule aufstellte, entgegnete der Stadtrat: "Die Standortfrage hat Vorrang. Baugelände, noch dazu in günstiger Lage, ist heute zu wertvoll, als daß man vor kostenverteuernden Gründungsarbeiten zurückschrecken könnte." ST

Montag, 10. August 1964 Bolzplatz vergrößern! Stadtrat Ernst Schröder äußerte sich im Stadtparlament befriedigt über die Planierungsarbeiten auf dem sogenannten Bolzplatz hinter dem Kurpark, regte aber die Vergrößerung der Fläche durch weitere Auffüllung mit Erde an. Der Platz wäre dann für regelrechten Spielbetrieb geeeignet, was bei dem Mangel an Sportplätzen in der Kreisstadt von den Vereinen sehr begrüßt würde. ST

Montag, 24. August 1964 Lehrschwimmbecken musterhaft. Sportreferent Schlotfeldt (Kiel) besichtigte das Lehrschwimmbecken der Mittelschule, das als Beispielanlage für Schleswig-Holstein gilt. Er zeigte über die Nutzung durch die Schulen vollste Zufriedenheit. Seit Juni dieses Jahres wurden 7483 Besucher registriert, darunter waren 4603 Teilnehmer am Ferienschwimmen. Am Wochenende kam Oberriegerungsrat Roland, Saarbrücken. Tiefbauingenieur Möller vom Stadtbauamt erläuterte die Arbeitsweise der Anlage und Sportlehrer Nowak berichtete über die Erfahrungen.
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Freitag, 28. August 1964
Hochbetrieb im Freibad.

Einen Massenbesuch erlebte gestern das Freibad Poggensee. 1038 Kinder und 364 Erwachsene suchten hier eine Erfrischung. Heute beträgt die Wassertemperatur 21,5 Grad.
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Samstag, 29. August
1964 Badewetter hält an.

Gestern tummelten sich wieder viele Badelustige im Sommerband Poggensee. Die Besucherzahl betrug insgesamt 1199. Davon waren allein 946 Kinder. Heute beträgt die Wassertemperatur 21,5 Grad.
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Donnerstag, 3. September 1964
Aufträge für den Sportplatzbau.

Die Bauarbeiten für den neuen Sportplatz auf dem Gelände hinter der Papierfabrik sollen in Kürze vergeben werden. Es handelt sich um ein Projekt in Höhe von fast 400.000 DM. Der Straßenbau zu diesem Gelände ist gut vorangekommen. Es wird bereits die Teerdecke aufgetragen. Wie Bürgermeister Barth gestern erklärte, rechnet man mit einer Bauzeit für den neuen Sportplatz von etwa 250 Tagen.
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Freitag, 25. September 1964
Turnhalle für die Stadtschule.

Nachdem das Stadtparlament den Neubau einer Turnhalle mit Lehrschwimmbecken für die Stadtschule beschlossen hat, erhielt der städtische Hochbauingenieur Hans-Joachim Husung den Auftrag, einen Entwurf anzufertigen. Er liegt nunmehr vor und hat volle Anerkennung von Magistrat und Schul- und Kulturausschuß gefunden. Im Obergeschoß wird sich die 12 mal 24 Meter große Turnhalle befinden, im Erdgeschoß, teilweise unter der Erdoberfläche, das Lehrschwimmbecken im Ausmaß von 6 mal 12,5 Meter.
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Donnerstag, 8. Oktober 1964
Nordtangente im Kreuzfeuer der Meinungen.

Bürger- und Verkehrsverein stellte Stadtplanung zur Diskussion.

Der Plan "Ring um die Innenstadt", der die künftige Bebauung in dem Sanierungsgebiet rund um den alten Stadtkern Bad Oldesloes festlegt, stand im Mittelpunkt eines Ausspracheabends des Bürger- und Verkehrsvereins.
Die Aussicht, Näheres über die Planungen und deren Auswirkungen für den einzelnen Grundstücksbesitzer zu erfahren, hatte viele Einwohner in den "Oldesloer Hof" geführt. Stadtrat Willy Mahrdt und der städtische Planungsbeamte, Inspektor Franz Wolff, erläuterten den am 6. Juli von der Stadtverordnetenversammlung als Entwurf beschlossenen Plan. Er trägt die Nummer 23a und umfaßt zwölf Teilgebiete. da er in Kürze ausgelegt wird, benutzte Stadtrat Mahrdt, wie er betonte, gern die Gelegenheit, interessierte Bürger mit der trockenen und komplizierten Materie vertraut zu machen.

Als Vereinsvorsitzender Hans Guske am Ende des Vortrages zur Diskussion ermunterte, folgten die Zuhörer dieser Aufforderung jedoch zögernd. Was hätten sie auch der langen und sorgfältigen Arbeit der Planer so schnell hinzufügen oder entgegensetzen können?

Die Aussprache entwickelte sich schließlich, als Dr. Käselau die geplante Nordtangente ins Gespräch brachte. Er bedauerte, daß die Stadt um ihretwillen den Bürgerpark angreifen will. "Häuser kann man ersetzen, den Bürgerpark mit seinen schönen alten Bäumen nicht", sagte er und empfahl, dem Verkehr durch das Abreißen von Gebäuden in der Innenstadt Luft zu schaffen.

Ein anderer Diskussionsteilnehmer, Walter Jürs, empfand es als widersinnig, daß der neue Plan Wohngebiete ausweist, die von der Nordtangente berührt werden. Warum man die Hagenstraße nicht zu einer Durchgangsstraße verbreitere, wollte er wissen.

Stadtverordneter Georg Schömer antwortete hierauf: "Das würde sich über Jahrzehnte hinziehen!" Der Anregung, die Nordtangente auf das andere Traveufer zu verlegen, hielt der Stadtverordnete entgegen: "Dann müßten wir das Stadion angreifen." Er fügte beschwichtigend hinzu, daß bei der jetzt vorgeschlagenen Lösung kein Quadratmeter Grünfläche verlorengehe. Die Stadt schaffe eine Sportanlage an der Papierfabrik mit schönem Grüngürtel und eine Grünanlage im Talgrund hinter der Königswiese. Einwurf aus dem Hörerkreis: "Es geht nicht um Quadratmeter, es geht um den Verkehrslärm und den Gestank und den Verlust alter Bäume!"
Fürsprecher der Nordtangente war Hans Guske. Er habe sich, wie er sagte, zu dieser Lösung bekehren lassen. Architekt Dr. Siegfried Moll begrüßte die Planung, weil sie die einmalige Chance, das Zentrum zu einer Fußgängerstadt zu machen, nutzte.

Stadtrat Mahrdt machte kein Hehl daraus, daß er über die überwiegend negative Kritik an der Nordtangente enttäuscht war. Er sprach die Überzeugung aus, daß sich alle Bürger seiner Meinung anschließen würden, wenn sie sich eingehender mit den Oldesloer Verkehrsproblemen beschäftigten.

Viele Zuhörer fühlten sich von den Worten Stadtrat Mahrdts zurechtgewiesen. Einer von ihnen empfand sie, wie er sachlich feststellte, als unangebrachte Standpauke.
ST

Samstag, 10. Oktober 1964
Ein Grand-, kein Rasenplatz!

Das Spielfeld des geplanten Sportplatzes hinter der Papierfabrik soll keinen Rasen erhalten. Dieser müßte erst zwei Jahre lang geschont werden, ehe ein Spielbetrieb möglich wäre. Auch wäre die Unterhaltung nach Ansicht der Stadt zu kostspielig. Aus diesem Grunde hat man sich für einen Grandplatz entschieden.
ST

Montag, 12. Oktober 1964
Straße zum neuen Sportplatz schon fertig.

Ungewöhnlich schnell ist die Straße zum geplanten Sportplatz an der Papierfabrik fertiggestellt worden. Dem weiteren Ausbau stehen jetzt aber noch einige alte Gebäude im Wege. Wie Bürgermeister Hermann Barth erklärte, müssen dazu die Bewohner erst anderweitig untergebracht werden. Die Vergabe der Bauarbeiten für den neuen Sportplatz an der Beste ist inzwischen erfolgt.
ST

Donnerstag, 15. Oktober 1964
Jugend nutzte die Gelegenheit zum Fragen.

Mehrzweckhalle noch im Gespräch. Fruchtbare VHS-Diskussion.

Die Kreisstadt sei heute weder Kurort noch Industriestadt im landläufigen Sinne. Sie wolle und könne sich in Zukunft auch nicht für das eine oder gegen das andere entscheiden. Kurort könne Bad Oldesloe ohnehin nicht wieder werden; statt dessen eine regelrechte Industriestadt aufzubauen, lehne man ab. Diese Probleme sprach Stadtbaumeister Walter Heinemann auf einem Diskussionsabend an.

Zu diesem Abend hatten die Volkshochschule und der Ring Politischer Jugend gemeinsam eingeladen. Etwa 25 junge Menschen (darunter nur eine junge Frau) hatten sich hierzu in der Bücherei der Kreisberufsschule eingefunden, vom Gesamtleiter der Diskussionsreihe, dem Stadtverordneten Georg Schömer, willkommen geheißen. Das Thema des einleitenden Referats lautete: "Bad Oldesloe - Kurort oder Industriestadt?"
Eine lebhafte Debatte entspann sich über Sportstätten. Wie der Stadtbaumeister sagte, ist der Gedanke einer Mehrzweckhalle noch nicht aufgegeben worden. Vieles sei dabei zu bedenken, z.B. die Bereitstellung von Parkraum. Von seiten der sportlich besonders interessierten Zuhörer wurde kritisiert, daß die Turnhallen im allgemeinen zu klein gebaut würden.
ST

Samstag, 24. Oktober 1964
Bolzplatz wird noch verbessert.

12.000 DM bewilligte der Magistrat für den sogenannten Bolzplatz am Kurpark, dessen Ränder mit Erde aufgefüllt werden sollen.
ST

Montag, 2. November 1964
Kein Zuschuß vom Kultusminister.

Bürgermeister Barth erläuterte im Stadtparlament eine Eilvorlage. Es handelte sich um einen Mehrbedarf von 45.000 DM für den Sportplatzbau an der Papierfabrik. Bei der Gesamtveranschlagung von 400.000 DM war auch ein Zuschuß des Kultusministers angesetzt, aber statt der Zusage ist eine Absage aus Kiel gekommen. Um das Startzeichen für die Firmen zu geben, mußte der Bürgermeister einen Beschluß herbeiführen. Die Stadtverordneten stimmten zu.
ST

Montag, 2. November 1964
Sportplatz mit "Gummieinlage".

Stadtverordneter Johannes Ludwig (CDU) sprach sich auf der Stadtverordnetensitzung für einen baldigen Beginn der Arbeiten am Sportplatz hinter der Papierfabrik aus. Dieser Platz sei dringend notwendig. Dabei erwähnte er, daß man sich zur Zeit im Schul- und Kulturausschuß mit der Frage beschäftige, welche Bodendecke man wählen solle. Rasen käme leider wegen der damit verbundenen Pflege nicht in Frage. Etwas ganz Neues sei ein Bodenbelag mit einer sogenannten Gummieinlage. Durch diese federnde Unterlage könnten Verletzungen vermieden werden. Zum anderen brauche sie keine Unterhaltung. Welche Mehrkosten damit verbunden seien, könne er noch gar nicht sagen. Auf alle Fälle wolle man diese Möglichkeit prüfen.
ST

Montag, 16. November 1964
"Volksbegehren" gegen die Nordtangente. Neue Gemeinschaft will den Bürgerpark unversehrt erhalten.

Eine "Gemeinschaft zur Erhaltung des Bürgerparks" haben Oldesloer Bürger gegründet, denen diese "grüne Lunge" der Stormarner Kreisstadt besonders am Herzen liegt. Die neue Gemeinschaft, die nach ihren Angaben von den Sportvereinen, vom Haus- und Grundeigentümerverein sowie von anderen Vereinen und Verbänden unterstützt wird, will verhindern, daß der schöne Bürgerpark mit seinem alten Baumbestand durch den Bau der vom Stadtparlament beschlossenen nördlichen Tangentenstraße zerschnitten und dadurch zerstört wird. Sie hat die Oldesloer Einwohner daher zu einem "Volksbegehren" für die Erhaltung des Bürgerparks aufgerufen.

"Gegen den geplanten Bau einer Straße über den Bürgerpark (Exer) gemäß dem ausgelegten Bebauungsplan Nr. 23a erhebe ich Einspruch, da durch diese Maßnahme der Bürgerpark als Erholungs- und Sportstätte zerstört wird", heißt es auf den "Stimmzetteln", die heute an alle 5700 Haushalte der Kreisstadt verschickt werden. Sie sollen bis zum 20. November an die "Gemeinschaft zur Erhaltung des Bürgerparks" eingesandt werden, die dafür ein Postfach eingerichtet hat.

In dem Aufruf an die Oldesloer Bürger heißt es: "Der Bürgerpark ist in Gefahr! Der Bau einer breiten Straße auf einem Damm über den Bürgerpark steht bevor. Die Kreisstadt wird damit ihrer einmalig gelegenen "grünen Lunge", um die uns viele Städte beneiden, beraubt. Das darf nicht geschehen.

Über 2000 Schüler aller Oldesloer Schulen konnten bisher ohne allzu große Gefährdung durch den Straßenverkehr und ohne beträchtlichen Zeitverlust die Sportplatzanlagen erreichen, um dort Leibesübungen zu betreiben. Auch der Spielbetrieb der Oldesloer Sportvereine müßte stark eingeschränkt werden. Wir wollen auch nicht vergessen, daß diese schöne Anlage für die älteren Bürger unserer Stadt ein Erholungsgebiet darstellt, das durch den Bau der Straße mit ihrem Verkehrslärm verloren geht.

Wir wenden uns daher an alle Bürger der Stadt, gegen diese Pläne mit Entschiedenheit Einspruch einzulegen. Bekunden Sie uns bitte durch Ihre Unterschrift, daß auch Ihnen die Erhaltung des Bürgerparks in der jetzigen Form ein echtes Anliegen ist."

Die Gemeinschaft hofft, daß sich bei dieser Volksabstimmung die große Mehrheit der Oldesloer für die Erhaltung des Bürgerparks aussprechen wird. An einer solchen Forderung, die von der Mehrheit der Einwohnerschaft getragen wird, könne weder die Landesregierung, noch der Kreis und die Stadt vorbeigehen, erklärte ein Sprecher der Gemeinschaft.

Unverständlich ist es allerdings, daß die Aufforderung zur Teilnahme an dem "Volksbegehren" nicht die Namen der Gründer dieser Gemeinschaft trägt. Während die Bürger aufgefordert werden, namentlich Einspruch gegen das städtische Projekt zu erheben, bleiben die Beauftragten der Gemeinschaft anonym.
ST

Dienstag, 17. November 1964
Die Meinung des Lesers. Der Magistrat zum "Volksbegehren".


Die "Gemeinschaft zur Erhaltung des Bürgerparks" hat in einer Postwurfsendung die Oldesloer Bürger aufgerufen, gegen den Bau einer breiten Straße auf einem Damm über den Bürgerpark Einspruch zu erheben. Dieser wird damit begründet, daß die Kreisstadt ihrer einmalig gelegenen "grünen Lunge" beraubt wird und der Spielbetrieb der Oldesloer Sportvereine stark eingeschränkt werden müßte.

Die in dieser Postwurfsendung angeführten Begründungen sind irreführend. Es bleiben sowohl der Bürgerpark als auch die jetzt auf dem Exer vorhandenen Sport- und Spielplätze erhalten. Zum Bürgerpark gehören nämlich nicht nur der Exer, sondern insbesondere die nördlich dahinterliegenden Grünanlagen.

Der Straßenzug, über den die Stadtvertretung bereits bei Aufstellung des Flächennutzungsplanes eingehend beraten hat und der für die weitere Entwicklung unserer Stadt lebensnotwendig ist, verläuft am Nordrand des Exers. Der Exer hat zwischen den Baumreihen eine Breite von ca. 130 Metern. Nach Ausbau der Straße wird eine mittlere Breite von 95 Metern verbleiben. Dieser Teil bleibt weiter für Sport- und Spielplätze erhalten. Auf der ostwärtigen Hälfte soll nach der Planung ein Spielfeld mit Fußballfeld-Normalgröße angelegt werden, während der westliche Teil für Jahrmarkt- und Spielzwecke erhalten bleibt. Der Sportplatz wird den Schulen und dem Vereinssport zur Verfügung stehen. Hierüber ist bereits mit Vertretern des VfL Einigung erzielt worden.

Wie bekannt sein wird, sind die Aufträge für den Bau eines neuen Sportplatzes an der Papierfabrik schon vergeben. Dieser wird insbesondere dem Schulsport zur Verfügung stehen.

Im übrigen ist nach der Planung nicht eine Verkleinerung, sondern eine Erweiterung des Bürgerparks vorgesehen. Er soll über die Trave hinweg ausgedehnt werden. Als erste Maßnahme hierzu ist die Schaffung einer größeren Grünanlage am sogenannten "Königsteich" geplant. Der Auftrag zur Ausarbeitung des Landschaftsentwurfs durch einen Gartenarchitekten ist schon vorbereitet.

Der Fußgänger wird den Bürgerpark in Zukunft vom Exer aus durch eine Unterführung gefahrlos erreichen können. Es ist auch nicht so, daß die Straße wie eine Barriere den Blick in die dahinterliegenden Grünanlagen versperren wird. Die geplante Brücke über die Trave wird so gestaltet, daß ein freier Durchblick gewährleistet ist.

Weiter ist beabsichtigt, eine Fußgängerbrücke in der Glockenkuhle über die Trave zu bauen, so daß ein Rundgang vom Bürgerpark über die Anlagen zum Königsteich und zurück zum Exer möglich ist.
Im "Stormarner Tageblatt" ist mit Recht bemängelt worden, daß sich die "Gemeinschaft" anonym verhält. Wahrscheinlich läßt dieser Umstand die Vermutung zu, daß es sich im wesentlichen um Anlieger der Lorentzenstraße handelt, die weniger die Erhaltung des Exers, als vielmehr ihre eigenen Interessen im Auge haben. Stadt Bad Oldesloe, Der Magistrat - Barth, Bürgermeister.
ST

Donnerstag, 19. November 1964
Die Meinung des Lesers.

Gemeinschaft antwortet der Stadt. Der Leserbrief der Stadt Bad Oldesloe im "Stormarner Tageblatt" vom 17. Nov. 1964 versucht mit weiteren neuen Versprechungen und Zahlenspielereien den Bau der Nordtangente über den Bürgerpark der Bevölkerung schmackhaft zu machen. In den letzten Jahren haben wir des öfteren solche Erklärungen gehört, die nach kurzer Zeit dann nicht eingehalten wurden. Wir verweisen auf die Äußerung eines Stadtrats am 24. Mai 1961, wonach der Bau einer Straße über den Bürgerpark "auf Eis gelegt" sei und die Erklärung des Bürgermeisters im "Oldesloer Hof" vom 22. Jan. 1962, die im krassen Widerspruch zur jetzigen Planung der Nordtangente steht.

Es sind noch nicht drei Jahre her, als in der Oberschule der Planverfasser den Bau der Nordtangente damit begründete, daß sie lebensnotwendig für die Oldesloer Wirtschaft wäre. Über diese Straße müsse der Verkehr an die Innenstadt herangeführt werden. Die dafür notwendigen Parkflächen waren im Flächennutzungsplan im Ostteil des Bürgerparks und auf der Grünanlage an der Schützenstraße/Lorentzenstraße vorgesehen.

Im Gegensatz hierzu sieht der Bebauungsplan nur den Bau einer Straße über den Exer vor. Neue Parkflächen sind im Plan nicht ausgewiesen, das heißt, die neue Straße ist als Umgehungs- oder Durchgangsstraße gedacht. Ist dies wirklich die jetzige Absicht der Befürworter dieser Straße, wenn ja, dann entfällt doch die ursprüngliche Begründung für den Bau. Wenn die Straße aber der Wirtschaft der Innenstadt dienen soll, müssen zwangsläufig neue Parkplätze geschaffen werden. Nach dem Straßenbau werden weitere Flächen des Bürgerparks dem Sport verloren gehen, darüber können auch noch so viele Erklärungen des Magistrats nicht hinwegtäuschen.

Wir sind weiter der Meinung, daß die Straße mit mancherlei Unsicherheiten belastet ist. Was kann geschehen, wenn ein Ball die Windschutzscheibe eines Autos trifft, einen Fahrer erschrickt oder ablenkt? Die Folgen können unabsehbar sein. Die Sicherheit einer Straße ist ebenso wichtig wie die Leistungsfähigkeit. Bei dem geringen Abstand der Sportplätze von der Straße ist diese Sicherheit nicht gegeben.

Die Gemeinschaft zur Erhaltung des Bürgerparks ist über den Verdacht der Anonymität erhaben. Sie hat triftige Gründe für ihr Verhalten, zumal bereits 1962 einem Bürger dieser Stadt, dem es um sachliche Kritik an dem Bau der Nordtangente ging, von Seiten der Stadt erhebliche Schwierigkeiten in seinem Fortkommen gemacht wurden. Jeder Mensch, dem die Wahrung demokratischer Regeln ein aufrichtiges Bedürfnis ist, muß über diese Unfairneß empört sein. Trotzdem wird die Anonymität der Gemeinschaft zu gegebener Zeit aufgehoben. Dem Herrn Bürgermeister können wir allerdings versichern, daß selbstverständlich hinter der Gemeinschaft auch Anlieger der Lorentzenstraße stehen.

Wir bitten deshalb alle Bürger, denen an der Erhaltung des Bürgerparks gelegen ist, die zugestellte Karte umgehend abzusenden. Gemeinschaft zur Erhaltung des Bürgerparks.
ST

Donnerstag, 19. November 1964
Die Meinung des Lesers. Bürger- und Verkehrsverein distanziert sich. …

Donnerstag, 19. November 1964
Die Meinung des Lesers. Es wäre kein Bürgerpark mehr. …

Donnerstag, 19. November 1964
Die Meinung des Lesers. Kein Platz mehr für Volksfeste.

Freitag, 20. November 1964
Die Meinung des Lesers. "Meine Heimat wird mir verleidet." …

Samstag, 21. November 1964
Die Meinung des Lesers. Nicht eigene Interessen vor Augen.


Der Vorwurf, weniger die Erhaltung des Bürgerparks als vielmehr die eigenen Interessen im Auge zu haben, trifft mich nicht. In meinem Einspruch an die Stadt gegen den geplanten Nordring habe ich als ehemaliger Turnlehrer des Gymnasiums die schwersten Bedenken erhoben und u.a. geschrieben, daß der Bürgerpark durch diese Überquerung als Sportplatz völlig unmöglich gemacht werde.

Fast 40 Jahre, von 1907 bis 1947, bin ich als Sportlehrer täglich mit meinen Schulklassen durch die schöne Lorentzenstraße zum "Exer" marschiert, um dort die Sportstunden abzuhalten, und ebenso oft habe ich den Zauber dieser gesunden Sportanlage empfunden: sie lag so nahe bei den Schulen, nicht weit vom Mittelpunkt der Stadt entfernt, und dort der grüne Rasen, die schönen alten Bäume und ringsum die Trave, in der seit 1913 der Schwimmunterricht erteilt wurde; die meisten Schüler erwarben den Schwimmschein, besonders seit Schwimmen im Abiturium geprüft wurde. In der Badeanstalt waltete Herr Kahlke immer mit der gleichen unermüdlichen Hingabe und Strenge seines Amtes, von allen respektiert.

Und um unsere Turnklassen spielten die noch nicht schulpflichtigen Jungen und Mädchen der Innenstadt, hatten Augenweide an den Sportübungen ihrer größeren Kameraden und versuchten, es ihnen nachzutun. Vater und Mutter wußten ihre Kinder auf dem Exer, wo sie gut aufgehoben waren.

Zum 25jährigen Bestehen der Oberschule beglückte unserer früherer Schüler, der Ministerialdirektor Professor Dr. Krümmel, die Schule mit 15.000 RM vom Ministerium in Berlin, die zur Errichtung des Stadions dienen sollten. Dieses tat er, wie er in seinem Vortrag in der Aula sagte, aus Dankbarkeit für die unvergeßlich schönen Schuljahre, die er als Hamburger hier in Oldesloe und auf dem Exer verlebt hatte. Hier konnte er ungestört und in der reinen Luft trainieren für die Erfolge, die er errang: er wurde Norddeutscher Meister im 10000-Meter-Lauf. Nach dem Ersten Weltkrieg war es dann unser Schüler Peter Frandsen: jeder ältere Oldesloer sieht ihn wohl noch vor sich, wie er mit seinem gazellenleichten Lauf jeden Zuschauer entzückte und dann später den Titel des Deutschen Meisters im 5000-Meter-Lauf errang.

Viele Sportler kamen aus der Ferne zu uns. Hier wurden die Ausscheidungskämpfe für die "Preußenspiele" durchgeführt, zuerst innerhalb der Provinz, dann innerhalb der Sieger der vier Provinzen, die dann in Berlin den Preußensieger im Kampf mit den Siegern aus Ostpreußen, Schlesien und Sachsen ermittelten. Unser Exer galt als der schönste Sportplatz in Schleswig-Holstein, und mit Recht.

Gerade auf dem Sportplatz und beim Training wird besonders tief geatmet, und wir Sportlehrer sollen für reine staub- und benzinfreie Luft sorgen. Siehe Eingesandt von Herrn Dr. Greve.

Einen Umstand sollte die Stadtverwaltung auch noch berücksichtigen. Wenn Oldesloe weiter wächst, wie es dort auch erwünscht wird, wird die Badeanstalt am Poggensee bei weitem nicht ausreichen und der Mudd noch schneller an die Oberfläche kommen als jetzt. Dann wird man am jenseitigen Ufer der Trave ein großes schönes Freibad errichten können, das man von der Trave ableitet. Vielleicht findet sich dann auch einmal wieder ein früherer Schüler, der aus Dankbarkeit zu den Unkosten für einen großzügigen Ausbau solcher Freudenquellen für die Jugend beiträgt und wieder so schöne Schwimmfeste ermöglicht, wie die Oldesloer Schulen sie früher veranstalteten, und die eine besondere Freude für unseren verstorbenen Direktor Dr. Friedrich Michael waren.

Diese Aufzeichnungen mögen zeigen, wie der "Exer" und auch schon der Weg dorthin durch die schöne ruhige Lorentzenstraße zum Kreislauf der täglichen Arbeit an der sportlichen Ertüchtigung und am Nervensystem unserer heranwachsenden Jugend gehört und wie dieser Kreislauf auch zu dem meinigen und zu dem meiner Frau, die alle festlichen Sportveranstaltungen dort mit mir und unseren Söhnen erlebt hat, gehört.

Der anfangs erwähnte Vorwurf hat das, was der Bürgerpark für die Generationen unserer Jugend bedeutet hat, mir wieder ganz besonders lebendig vor Augen geführt. Studienrat i.R. Dr. Heinrich Vogler, Lorentzenstraße 17.
ST

Samstag, 21. November 1964
Die Meinung des Lesers. Planung noch einmal durchdenken! …

Montag, 23. November 1964
Kampf um Bürgerpark.

Bis gestern 1500 Stimmzettel für seine Erhaltung.
Zum Wochenende hatte die "Gemeinschaft zur Erhaltung des Bürgerparks" ihre Aktivität noch verstärkt. Auf allen Plätzen und in allen Straßen sieht man Tafeln mit gelben Plakaten: "Oldesloer Bürger und Naturfreunde! Der Bürgerpark ist in großer Gefahr. Wir erheben Einspruch! Geben Sie uns Ihre Stimme." Darunter sind Ausgabestellen für Stimmzettel des heute auslaufenden "Volksbegehrens" angegeben. Bis zum Wochenende lagen der Gemeinschaft 1500 zustimmende Karten vor, was nach Ansicht der Initiatoren mit der Zustimmung von rund 5000 Einwohnern gleichzusetzen ist.

70 bis 80 Oldesloer Bürger nutzten gestern vormittag die Möglichkeit, sich im Stadtbauamt über den Bebauungsplan "Ring um die Innenstadt" zu informieren. Somit waren am vorletzten Tag der Planauslegung fast so viele Besucher wie in den vorangegangenen vier Wochen insgesamt zu verzeichnen.

Wie man aus dem Rathaus hört, wird sich die Stadtvertretung noch einmal mit dem Problem befassen, doch wird schon jetzt geltend gemacht, daß die Stadt bereits Millionen für die ersten beiden Abschnitte der Nordtangente ausgegeben habe und man unter diesen Umständen nicht auf die Fortführung durch den Bürgerpark verzichten könne.

Die Gemeinschaft betont demgegenüber, daß am heutigen Montag zwar die Einspruchsfrist gegen den ausgelegten Bebauungsplan Nr. 23a ablaufe, daß aber die Bemühungen zur Erhaltung des Bürgerparks als grüne Lunge und Sportstätte für die Jugend weitergeführt würden. Die Gemeinschaft sei fest entschlossen, noch drastischere Kampfmaßnahmen als bisher zu ergreifen, weil durch den Bau einer Straße durch den Bürgerpark das Wohl der Allgemeinheit geschädigt werde. Viele prominente Bürger hätten sich inzwischen der Notgemeinschaft angeschlossen.
ST

Dienstag, 24. November 1964
2002 Einsprüche gegen Nordtangente.

Gestern bei der Stadtverwaltung eingereicht.

Als Sprecher der "Gemeinschaft zur Erhaltung des Bürgerparks" lieferte der Kreistagsabgeordnete Otto Harms gestern im Stadthaus 2002 Einsprüche aus Oldesloer Haushalten gegen den vom Stadtparlament beschlossenen Bau einer Tangentenstraße quer durch den Bürgerpark ab.

"Damit haben sich, rechnet man die Familienmitglieder hinzu, mehr als 6000 Einwohner ganz klar für die Erhaltung des Bürgerparks als grüner Lunge und Sport- und Erholungsstätte für die Jugend ausgesprochen", erklärte die Gemeinschaft, die dieses "Volksbegehren" organisiert hatte. Wie Otto Harms mitteilte, hat auch der Vorstand des Haus- und Grundeigentümervereins vorsorglich seine Bedenken gegen den Bau der Straße durch den Bürgerpark bei der Stadt angemeldet. Auf einer Generalversammlung sollen die Mitglieder in Kürze Gelegenheit bekommen, dazu Stellung zu nehmen.

Bei der Gemeinschaft gingen viele Briefe ein, deren Schreiber die Initiative zur "Rettung des Bürgerparks vor der Zerstörung" begrüßen.
Wie die Notgemeinschaft betont, wird sie ihre Bemühungen zur Erhaltung des Bürgerparks auch nach Ablauf der Einspruchsfrist gegen den Beb
auungsplan Nr. 23a fortsetzen.
ST

Mittwoch, 25. November 1964
Stadtverwaltung sagt genaue Prüfung zu.

Proteste gegen Nordtangente erst zum Bauamt, dann zum Planungsausschuß.

Bürgermeister Hermann Barth erklärte zu den von der "Gemeinschaft zur Erhaltung des Bürgerparks" bei der Stadtverwaltung eingereichten Einsprüchen, sie würden sehr genau geprüft werden. Neben den mehr als 2000 Karten mit dem von der Gemeinschaft formulierten Protest liegt auch eine Reihe von Schreiben mit detaillierten Einwendungen vor. Mit ihnen wird sich zunächst das Bauamt beschäftigen, um sie dann dem Planungsausschuß zuzuleiten.

Wie die Gemeinschaft mitteilt, konnte sie 108 Karten, die ihr bei rechtzeitiger Absendung verspätet zugestellt wurden, erst nachträglich der Stadtverwaltung übergeben. Die Zahl der Karten hat sich damit auf 2120 erhöht. Bei der Gemeinschaft gingen auch acht negative Stellungnahmen ein. Zwei Kölner, die sich längere Zeit zur Erholung in Bad Oldesloe aufgehalten hatten, und eine Reihe gebürtiger und jetzt auswärts wohnender Oldesloer bekundeten der Gemeinschaft ihre Sympathie.

Der zusammen mit den übrigen Einsprüchen eingereichte Protest der Gemeinschaft zur Erhaltung des Bürgerparks hat folgenden Wortlaut:

1. Die stärksten Bedenken bestehen nach wie vor gegen die Zerstörung der Grünanlagen des Bürgerparks/Exer, die auch in ihren verbleibenden Teilen durch den Bau der Nordtangente so gut wie wertlos werden. Siehe Artikel des Herrn Dr. Greve im "Stormarner Tageblatt" vom 19. Nov. 1964.

2. Die Nordtangente erfüllt in der Planung laut Bebauungsplan 23a nicht mehr den ihr zugedachten Zweck. Sie sollte laut den Ausführungen des Herrn Professor Worthmann den Autoverkehr zum Wohle der innerstädtischen Wirtschaft an die Innenstadt heranführen. Da jetzt keine Parkplätze vorgesehen sind, wird sie sinnlos, zumal die Bundesstraße 75 nach wie vor weiter durch die Stadt geleitet werden soll.

3. Die jetzt geplante Straßenführung schafft mit ihren Kreuzungen an der Grabauer, der Schützen- und der Segeberger Straße Gefahrenpunkte, die mit denen an der Bundesstraße 404 zu vergleichen sind. Offenbar hat man aus diesen Erfahrungen noch nichts gelernt.

4. Die Klage über Lärmbelästigungen in der Theodor-Mommsen-Schule, die weit von der Straße zurückliegt, war seit Jahren ein Ärgernis. Wie weit mehr werden die drei Berufsschulen betroffen, die dann fast unmittelbar an der Straße liegen.

5. Die geplanten Sportanlagen auf dem Exer werden nur eine kurze Lebensdauer haben, da sie unmittelbar an einer Verkehrsstraße sinnlos sind. Daß Autoabgase die Eigenschaft haben, zu stinken und auf dem Boden weiterzukriechen, ist bekannt. Es wäre für unsere Begriffe unverantwortlich, die Schulkinder und Jugend unter dem ständigen Lärm und der Verseuchung durch Abgase dort Sport treiben zu lassen. Siehe Artikel des Herrn Dr. Vogler im "Stormarner Tageblatt" vom 21. Nov. 1964. Nach Fertigstellung der Sportanlagen auf dem Gelände der Papierfabrik wird man den Sportbetrieb der schulen dorthin verlegen müssen, zumal auf dem Exer auch keine Laufbahn mehr vorhanden wäre. Das Gymnasium, die Mittelschule und die Klaus-Groth-Schule hätten Anmarschwege, die einen erheblichen Teil der Sportstunden in Anspruch nehmen, und das in einer Zeit, in der man sich bemüht, die sportliche Betätigung der Schuljugend aus den bekannten gesundheitlichen Gründen zu fördern. Liegt das im Sinn des "Goldenen Plans"?

Soweit uns bekannt ist, hat die Kommission unter Herrn Professor Worthmann nicht nur den jetzt zur Ausführung vorgesehenen Plan, sondern noch zwei weitere Vorschläge ausgearbeitet. Weshalb stellt man diese nicht einmal zur Diskussion, um gegebenenfalls eine bessere Lösung zu finden, die die vorstehenden Nachteile ausschaltet?

Wir sind der Meinung, daß es richtiger wäre, wenn man die Sanierung des kranken Teils, d.h. des inneren Stadtkerns zuerst in Angriff genommen hätte, um aus den daraus gewonnenen Erkenntnissen die weitere Planung zu entwickeln.

Der Bürgerpark diente bisher dem Wohle der Gesamtbevölkerung, wir halten es für nicht verantwortlich, wenn er dem Autoverkehr geopfert wird. Wir appellieren einmal an die verantwortlichen Mitglieder des Stadtparlaments, bei der schweren Entscheidung das Interesse aller Bevölkerungsschichten nicht aus den Augen zu lassen.
ST

Montag, 30. November 1964
Ring Politischer Jugend besichtigt Kleinstschwimmhalle. …

Freitag, 11. Dezember 1964
"Packt die Badehose ein!" -

Diese Empfehlung gibt der Vorsitzende des RPJ-Stadtausschusses, Diethart Reichardt, den Vertretern der …

Samstag, 12. Dezember 1964
Die Meinung des Lesers. Offener Brief an den Magistrat. …

Sonntag, 13. Dezember 1964
Kleinstschwimmhalle für die Kreisstadt?

Ring Politischer Jugend lud zu einer Besichtigungsfahrt. Stoff für Diskussion.

"Kann sich die Kreisstadt ein Hallenbad leisten?" - "Ist der Bau eines überdachten Lehrschwimmbeckens an der Stadtschule eine Fehlinvestition von Geldern?" - "Läßt sich hier durch zusätzliche Einrichtungen eine bessere Ausnutzung erreichen?" - Um diese Fragen ging es auf einer Studienfahrt des Ringes Politischer Jugend. Ziel war die Kleinstschwimmhalle in Ritterhude bei Bremen.

Die Idee zu dieser Besichtigung stammt von der Jungen Union. Sie hatte in ihrer Zweimonatsschrift "Stormarnspiegel" das Projekt einer Kleinstschwimmhalle angepriesen und dabei die Meinung vertreten, daß Lehrschwimmbecken allein zu kostspielig seien. Nach Ansicht der Jungen Union müßte, wenn schon kein Geld für ein Hallenbad in naher Zukunft zur Verfügung steht, auf alle Fälle eine Kombination wie in Ritterhude möglich sein.

Man entschloß sich dann, an Ort und Stelle nach den Erfahrungen mit diesem Schwimmhallentyp zu fragen. Neben Vertretern der Jungsozialisten, Jungdemokraten und Jungen Union fuhren Stadträtin Lisa Hayn, Bürgerworthalter-Stellvertreter Georg Schömer, Stadtverordneter Johannes Ludwig, Stadtverordnete Frau????? Lüders, Stadtbaumeister Walter Heinemann, Architekt Hans-Joachim Husung und Bademeister Jochen????? Arpe mit.

Bei einem Rundgang erläuterte Dr. Fabian (Bremen) vom Deutschen Schwimmstättenverband die Muster-Kleinstschwimmhalle. Das Bad steht vormittags den Schülern, nachmittags und abends der Bevölkerung und den Vereinen zur Verfügung.

Als Experte vertrat Dr. Fabian die Ansicht, daß Bad Oldesloe eine Schwimmhalle bauen sollte. Ein reines Lehrschwimmbecken, wie es vorgesehen sei, wäre eine Fehlinvestition. Er empfahl die Einholung eines Gutachtens vom Deutschen Schwimmstättenverband.
ST

Donnerstag, 17. Dezember 1964
Modell der Nordtangente. …

Samstag, 19. Dezember 1964
Die Meinung des Lesers. Eine Stimme für die Nordtangente.

Montag, 21. Dezember 1964
"Rathauspartei" in Bad Oldesloe? Erwägungen in der Interessengemeinschaft.


Namhafte Mitbürger aus der ganzen Stadt sind, wie die "Interessengemeinschaft zur Erhaltung des Bürgerparks" mitteilt, an sie herangetreten mit dem Wunsch, man solle eine parteipolitisch neutrale Institution, etwa eine sogenannte "Rathauspartei", gründen.

Sie solle den vielen fähigen und vor allem sachkundigen und willigen Kräften die Grundlage zur kommunalen Mitarbeit geben, ohne daß sie sich mit einer politischen Partei identifizieren müßten. Gewünscht werde der Verzicht auf Fraktionszwang.

Die Nordtangente soll, wie betont wird, nicht ihre einzige Aufgabe sein. Es gäbe so viele Dinge im Leben von Bad Oldesloe, die ungehindert von den - wie man sagt - "gegenwärtigen diktatorischen Gepflogenheiten" sachlich zum Wohl von Stadt und Bevölkerung zu regeln wären.

Die Interessengemeinschaft glaubt, daß eine fraktionsungebundene Gruppe von Fachkundigen im Stadtparlament sich als notwendig erwiesen hat. Allein schon deshalb, weil man habe feststellen müssen, daß zahlreiche Eingaben, Entwürfe und Vorschläge auf den verschiedensten gebieten der städtischen Bauplanung wie des Bauwesens selbst den Stadtverordneten nicht zur Kenntnis gebracht würden. Auch die Informationen, die das Stadtparlament über die gegenwärtig anhängigen Bebauungspläne erhalten habe, seien so unzureichend gewesen, daß Stadtverordnete Entschlüsse darüber gefaßt hätten, ohne über die Tragweite der Pläne völligen Überblick gehabt zu haben.

Über den Fragenkomplex Bürgerpark/Nordtangente, Verkehrsentlastung der Innenstadt unter dem besonderen Blickpunkt des großen Ausbaues im Bereich zwischen Segeberger und Lübecker Straße lägen, wie man erklärt, zahlreiche Gutachten und Entwürfe vor, die teilweise noch ganz unbekannt seien.
ST

Dienstag, 22. Dezember 1964
Umkleideräume und Duschanlage nicht vergessen!

Stadtverordneter Karl Gerlach (SPD) setzte sich im Stadtparlament für Umkleideräume und eine Duschanlage beim neuen Sportplatz an der Papierfabrik ein. Nach seiner Ansicht müßten diese wichtigen Einrichtungen zur gleichen Zeit mit dem Platz fertig werden. Bürgerworthalter Georg Koch unterstützte diese Forderung.
ST

Dienstag, 22. Dezember 1964
Die Meinung des Lesers. Interessengemeinschaft antwortet. …

Donnerstag, 24. Dezember 1964
Die Meinung des Lesers. Heißumstrittene Bürgerpark-Spaltung. …

Donnerstag, 31. Dezember 1964
Schwimmhallen-Experte kommt!

Donnerstag, 31. Dezember 1964
Die Meinung des Lesers. Fragen an die Stadtverordneten. …

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