Schuljahr 1956 - 57 Zeitraum Juli - September

 

Montag, 2. Juli 1956

Oberstudiendirektor i.R. Dr. phil. Friedrich Michael gestorben.

 

Mittwoch, 4. Juli 1956

Strahlende Kinder unter Blumenbögen

Stadtväter marschierten mit einer Rose im Knopfloch mit

Ganz Oldesloe in Feststimmung – Heißer Kampf um Königswürden – Die Sonne lachte dazu

  1. – Aufgeregt schauten die 3000 Schulkinder unserer Stadt zuerst nach dem Himmel, als sie, geweckt vom schneidigen Spiel der Spielmannszüge, heute um 6 Uhr aufstanden. Die Sonne lachte und die Kinder waren glücklich.

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Feierlich wurde das vorjährige Königspaar, die blonde 14jährige Heike Lau (Mittelschule) und der 15jährige Manfed Alsdorf (Alte Stadtschule) sowie der hölzerne Vogel abgeholt. Vom Rathaus wurden mit klingendem Spiel die Stadtväter eingeholt, die fast vollzählig mit Bürgermeister Barth und Bürgerworthalter Rosch an der Spitze, alle mit einer roten Rose im Knopfloch mitmarschierten. Zum Zeichen der Verbundenheit zwischen einheimischer Bevölkerung und den Heimatvertriebenen reihten sich auch die Träger mit den Fahnen der ost- und mitteldeutschen Landsmannschaften ein.

Es war ein prachtvolles Bild, als sich gegen 8.30 Uhr der kilometerlange Festzug von der Großen Salinenstraße in Bewegung setzte – an der Spitze zwei Polizisten hoch zu Roß, der Festausschuß für das Kindervogelschießen und dann klassenweise die durchweg neueingekleidet und blumengeschmückten Jungen und Mädchen. Die vielen Blumenbögen, Kränze und Fähnchen und das frische Gras vereinigten sich im Glanz der Morgensonne zu einer Farben-Symphonie. Unter lauten Hurra-Rufen schwenkten die Jungen ihre Fahnen und Blumenbüsche. Zwei Blaskapellen und die Spielmannszüge sorgten für flotte Weisen, als sich der Umzug durch die im Festkleid prangenden Straßen der Innenstadt bewegte. Die Bürgersteige waren dicht umsäumt von Menschen. Ganz Oldesloe und viele auswärtige Besucher waren auf den Beinen. Überall sah man stolze Mütter und Väter, die sichtbaren Anteil nahmen an dem Fest ihrer Kinder.

Nach dem, anstrengenden Marsch löste sich der Festzug im Bürgerpark auf. Anschließend wurde nach einer kurzen Pause klassenweise bei Geschicklichkeitsspielen um die Königswürde gekämpft. Die älteren Jungen schossen mit der Armbrust auf den Vogel und mit Luftgewehren auf die Scheibe, während sich die Mädchen ihre Königin auf einer Zielscheibe auspickten.

Heute Nachmittag ist auf allen Sälen der Stadt Kindertanz. Im Triumphzug wird abends das neue Königspaar nach Hause gebracht und nach dem Einmarsch um 20 Uhr wird Frau Rektorin Mohr die traditionelle Festrede halten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.7.1956

 

Mittwoch, 4. Juli 1956

Oberstudiendirektor Dr. Michael gestorben

Dr. U. – Oberstudiendirektor Dr. Michael ist gestorben. Er wurde am 13. Mai 1879 in Meßdorf (Kreis Osterburg) als Sohn eines Ackergutsbesitzers geboren. Nach Erlangung der Reife und Studium der neueren Sprachen promovierte er 1904 an der Universität Greifswald zum Dr. phil. und bestand 1905 das Examen pro faccultate docendi (Fz. En. I Dt. II) mit „gut“. Nach seinem Probejahr 1906/07 an der Oberschule Suhl wurde er dort 1908 fest angestellt. Seine eigentliche Lebensaufgabe erfüllte er 1919 bis 1945 als Leiter der Oberschule in Bad Oldesloe, bis er die Altersgrenze erreichte und in den Ruhestand trat.

Die Oldesloer Oberschule erlebte unter seiner straffen Leitung in den zwanziger Jahren eine schöne Blütezeit, äußerlich gekennzeichnet durch die fröhlichen Schulfeste, die ein inniges Verhältnis von Eltern und Schule dokumentierten. Das Oberpräsidium erkannte die schulischen Leistungen jener Zeit dadurch an, daß es der Anstalt die Nichtschülerreifeprüfung übertrug, daß dem Direktor die ehrenden Aufgaben zufielen, die Königin-Luise-Schule nebenamtlich mit zu leiten, ja sogar die Rahlstedter, Ahrensburger und Bad Bramstedter Anstalten mit zu betreuen. Das kleine Oldesloe wurde wirklich ein Kulturzentrum der ganzen Stormarn’schen Landschaft und darüber hinaus. Requiescat in pace!

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.7.1956

 

Mittwoch, 4. Juli 1956

Nachruf

Am 2. Juli verstarb Oberstudiendirektor im Ruhestand Dr. phil. Friedrich Michael im 78. Lebensjahr.

Vom 1. April 1919 bis 31. Oktober 1945 war er als Direktor an der Oberschule der Stadt Bad Oldesloe tätig. Sein ganzes Leben gehörte der Schule und der ihm anvertrauten Jugend. Dem Kollegium war er ein Vorbild, den Schülern ein treuer Helfer.

Sein vornehmer, lauterer Charakter sichert ihm ein treues Gedenken über das Grab hinaus.

Das Kollegium der Theodor-Mommsen-Schule: Richard Staberock, Oberstudiendirektor; Stadt Bad Oldesloe, Der Magistrat: Hermann Barth, Bürgermeister.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.7.1956

 

Donnerstag, 5. Juli 1956

Königsschuß im Naturtheater

Kleine Berliner gleichberechtigt beim Vogelschießen

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  1. – Mit einem wohlgezielten Schuß mit der großen Armbrust holte der 14jährige Peter Meyer (Theodor-Mommsen-Gymnasium) aus der Bahnhofstraße 53 gestern nachmittag den Rumpf des Vogels aus luftiger Höhe herunter. Beifall brauste im Naturtheater auf, wo erstmalig das Schießen nach dem Vogel stattfand.

Zwei Mitschüler trugen Majestät Peter auf den Schultern nach dem „Oldesloer Hof". Dort hängte man ihm bei der feierlichen Proklamation die historische silberne Königskette um und stellte ihn der neuen Königin vor, der 14jährigen blonden Ingrid Schindler(Mittelschule 8c) von der Travenhöhe. Sie hatte unter den 122 Bewerberinnen als letzte mit sechs Würfen beim Vogelpicken 82 Ringe erzielt. Die beiden noch etwas schüchternen Majestäten erhielten je eine goldene Armbanduhr.

Nach einem schwungvollen Kindertanz in allen verfügbaren Sälen und Turnhallen, bei dem die Kleinen froh-beschwingt stundenlang aushielten, formierte sich dann um 20 Uhr noch einmal der bunte Festzug zum Einmarsch. Im Triumphzug wurden König Peter und seine Königin Ingrid unter dem hübschen Blumenhimmel zu ihren Schulen geleitet. Die Straßen waren schwarz voll Menschen, als sich der Umzug im Glanz der Abendsonne unter den Klängen der Spielmannszüge und Blaskapellen durch die Stadt zum Marktplatz bewegte.

Auf dem Marktplatz standen die Kinder und Erwachsenen dicht gedrängt, als Frau Rektorin Mohr auf dem vorbereiteten Podium, flankiert vom Königspaar, die traditionelle Schlußansprache hielt.

Im Namen der Kinder dankte sie allen Spendern, Alt- und Neubürgern, in gleicher Weise. Als besonders erfreulich bezeichnete es Frau Rektorin Mohr, daß beim diesjährigen Fest auch die Verbundenheit mit der Ostzone und Berlin symbolisch zum Ausdruck kam. Die Neue Stadtschule hatte 31 Berliner Kinder eingeladen, die gerade einen Aufenthalt auf Schloß Grabau verleben.

Es handelte sich um eine Schulklasse aus Berlin-Zehlendorf. Die 12- bis 13jährigen Jungen und Mädchen wurden morgens von einem OVB-Bus nach Bad Oldesloe geholt. Sie nahmen dann mit ihren Lehrkräften und ihrer Fahne am Festzug, ferner an den Wettspielen und dem Kindertanz teil. Sonderspenden von verschiedenen Seiten ermöglichten es, die kleinen Gäste zu bewirten und zu beschenken, wobei ihr Königspaar besonders gut abschnitt.

In ihren Ausführungen nannte die Rektorin das Vogelschießen eine der schönsten Jugenderinnerungen für alle Oldesloer. Fröhliches, beschwingtes Spiel sei die beste Vorbereitung zu ernstem Tun. „Wir sind verpflichtet, den schönen Brauch des Vogelschießens in Liebe und Treue fortzusetzen, weil gerade dieses Fest der beste Beweis echten Gemeinsinns ist.“

Auf den gemeinsamen Gesang des Liedes „Schleswig-Holstein meerumschlungen“ und die dritte Strophe des Deutschland-Liedes folgte noch eine wichtige Mitteilung: „Und morgen ist Frei-Tag!“

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.7.1956

 

Donnerstag, 5. Juli 1956

Nachruf

Vesdoro. Der Tod unseres ehemaligen Direktors, Herrn Dr. phil. Friedrich Michael hat uns tief beeindruckt.

Wir verlieren mit ihm ein Stück unserer Schule und Stadt und einen Freund unseres Vereins.

Zur Trauerfeier erwarte ich die Vereinskameraden am Freitag, dem 6. Juli, um 13.20 Uhr vor der Kirche.

Hans Werner Meyer, 1. Vorsitzender.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.7.1956

 

Freitag, 6. Juli 1956

Abschied von Dr. Michael

  1. – Unter großer Anteilnahme wurde Oberstudiendirektor i.R. Dr. Friedrich Michael feierlich zu Grabe getragen. In der Peter-Pauls-Kirche segnete Pastor Stoltenberg den Toten und würdigte sein Leben und Wirken. Chorgesang und Musik umrahmten die Trauerfeier. Dem reich mit Blumen geschmückten Sarg folgten viele Pädagogen der Kreisstadt und ehemalige Schüler auf dem letzten Weg des Verstorbenen durch die Stadt zum Neuen Friedhof.

An der offenen Familiengruft sprach Bürgermeister Barth, Oberstudiendirektor Staberock, Oberstudienrat Dr. Ursinus und als Vertreter der ehemaligen Schüler Rechtsanwalt Paul Krueger. Sie würdigten die Verdienste dieses hervorragenden Pädagogen, der eine der markantesten Persönlichkeiten von Bad Oldesloe war. Auch ein Vertreter der Burschenschaft nahm an dem feierlichen Begräbnis teil.

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.7.1956

 

Dienstag, 10. Juli 1956

Schülerstipendien

  1. – Zum Besuch von höheren Schulen hat der Kreisausschuß erstmalig drei Jugendlichen ein Stipendium bewilligt. Es handelt sich um einen Schüler aus Reinfeld, eine Sprachschülerin aus Rethwisch und um eine Oberschülerin aus Bad Oldesloe, die ich je 600 DM Beihilfe erhielten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.7.1956

 

Donnerstag, 12. Juli 1956

Schulreparaturen während der Ferien

  1. – Wie alljährlich während der Ferien, werden in allen städtischen Schulen notwenige Reparaturen und Verschönerungen vorgenommen. U.a. hat der Magistrat einen Betrag von 1300 DM für Malerarbeiten in der Neuen Stadtschule und 1100 DM für Linoleumverlegung in der Mittelschule bewilligt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.7.1956

 

Sonnabend, 21. Juli 1956

Klassenräume werden freundlicher

  1. – Die Maler benutzen die großen Ferien, um vier Klassenräume im Altbau der Königin-Luise-Schule neu herzurichten. Für die Verkleidung der Wände und neuen Anstrich hat der Magistrat rund 2000 DM bewilligt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.7.1956

 

Donnerstag, 26. Juli 1956

Umkleidemisere bald vorbei!

Arbeiten im Bürgerpark beginnen – Kosten: 35.000 DM

  1. – Endlich ist es soweit: Der Bau der Umkleideräume am Bürgerpark beginnt! Damit geht ein langgehegter Wunsch der Sport- und Schuljugend in Erfüllung, die sich auf den Spielplätzen und der Laufbahn des Exers tummelt.

Das eingeschossige Gebäude entsteht als dritter Bauabschnitt des Jugendheims und wird so angeordnet, daß später bei Bedarf Erweiterungen möglich sind. Es enthält sieben Umkleideräume und zwei Waschräume mit Kaltduschen. Dem Exer zugewendet ist eine 20 Meter lange offene Veranda. Insgesamt ist die Anlage 30 Meter breit.

Die Kosten sind auf 35.000 DM veranschlagt. Das Land gab einen Zuschuß von 9000 DM, der Kreis 1000 DM. Aus Toto-Mitteln stammt ein zinsloses Darlehen von 20.000 DM, das in zehn Jahren rückzahlbar ist.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.7.1956

 

Sonnabend, 4. August 1956

Größere Schäden festgestellt

  1. – Die für die Reparatur der Oberschulturnhalle bewilligten 19.000 DM werden nicht ausreichen. Bei den Arbeiten haben sich insbesondere am Fußboden größere Schäden herausgestellt, als bisher sichtbar waren. Eine erhebliche Nachforderung wird sich deshalb nicht vermeiden lassen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.8.1956

 

Donnerstag, 23. August 1956

Schulsportfest

  1. – Die Theodor-Mommsen-Schule veranstaltet morgen ihr bereits zweimal verschobenes Schulsportfest. Schauplatz ist der Exer.

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.8.1956

 

Montag, 3. September 1956

Bundesjugendspiele

  1. – In der kommenden Woche finden von Donnerstag bis Sonntag die Bundesjugendspiele statt. Der Kreis Stormarn ist in 20 Bezirke, die je drei bis sieben Schulen umfassen, eingeteilt. Ausgetragen werden Dreikämpfe, Lauf, Sprung und Wurf, als Mannschaftskämpfe Völkerballspiele und Pendelstafetten 10 mal 50 Meter. Einzelsieger im Dreikampf erhalten bei 40 Punkten Landesurkunden, bei 55 Punkten Urkunden vom Bundespräsidenten. Die besten Bezirksmannschaften messen ihre Kräfte späterhin in einem Kreiswettbewerb.

STORMARNER TAGEBLATT vom 3.9.1956

 

Mittwoch, 5. September 1956

Volksschulbau gesichert

  1. – Die Landesregierung hat, wie Bürgermeister Barth mitteilte, ihre Zustimmung zum Bau der dritten Volksschule auf dem Gelände hinter dem Pferdemarkt gegeben. Die Stadt wird nunmehr die Aufträge für die statischen Berechnungen und für die Heizungsgutachten erteilen. Man rechnet mit rund 500.000 DM Gesamtkosten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.9.1956

 

Freitag, 7. September 1956

Umkleideräume gerichtet

  1. – In Anwesenheit von Bürgermeister Barth wurde der dritte Bauabschnitt des Jugendheimes im Bürgerpark gerichtet. Mit einem Kostenaufwand von 35.000 Mark werden von der Stadt sieben Räume zum Umkleiden für die Sportgruppen und Schulklassen erstellt. Auch ein Waschraum mit Duschanlage wird eingebaut.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.9.1956

 

Montag, 10. September 1956

Schulsportfest in Seefeld

  1. – Glühwürmchen geisterten am Abend durch die Fluren des Schulbezirks Seefeld. Es waren die Kinder, die mit einem Laternenumzug die sportlichen Wettkämpfe im Rahmen der Bundesjugendspiele 1956 beendeten. Voller Stolz und Freude wies Schulleiter Hammer auf die guten sportlichen Leistungen hin und überreichte 65 Prozent der Teilnehmer eine Siegerurkunde. Die Ehrenurkunde des Bundespräsidenten erhielt der Schüler Egon Kahl, der 68 Punkte erreichte.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.9.1956

 

Mittwoch, 12. September 1956

Jedem Zweiten eine Urkunde

Breitenarbeit an der Mittelschule von sichtbarem Erfolg – Lehrer und Schüler waren Kampfrichter

  1. – Einen Spiegel der sportlichen Breitenarbeit an der Mittelschule bildeten die Bundesjugendspiele, die bei schönstem Sommerwetter im Stadion stattfanden.

Von 252 Jungen errangen 23 die Heuss-Urkunde und 102 die Landesurkunde. Von 315 Mädchen wurden 21 mit den Heuss-Urkunden und 143 mit den Landesurkunden ausgezeichnet. Im Vorjahr hatte rund ein Drittel der Teilnehmer Siegerurkunden errungen. In diesem Jahr war es über die Hälfte.

Wie der Sport die Zusammengehörigkeit vertieft, zeigte sich bei der organisatorischen Durchführung der Wettkämpfe. Während das Lehrerkollegium als Zeitnehmer tätig war und an den Wettkampfstätten die Aufsicht führte, fungierten ältere Schüler als Kampfrichter; sie gewannen so Einblicke in die technische Abwicklung eines Sportfestes. Noch während der Kämpfe wurden die Urkunden geschrieben, so daß Rektor Lüth gleich nach Schluß den Siegern ihren Preis aushändigen konnte.

Nach den Bundesjugendspielen wurden erstmalig Schulmeisterschaften ausgetragen, die einen Überblick über die Spitzenleistungen vermitteln sollen. Aus den Ergebnissen ragen die 100-Meter-Läufe von Dieter Gerke (11,9 Sekunden) und Inge Wilkerling (13,6 Sekunden) und der Kugelstoß von Horst-Rüdiger Prahl (11,77 Meter) hervor. Verbesserungsfähig erscheint die 1000-Meter-Zeit des Schülers Axel Hamann (2:57 Minuten) und vielversprechend sind die Lauf- und Sprungergebnisse in der Schülerklasse A und B.

Ergebnisse der Bundesjugendspiele

  • Mädchen:

Irmtraut Jürs 69 Punkte, Hannelore Wirth 67,5 und Gertraude Schwarz 66 Punkte; ferner mit mehr als 55 Punkten: Ulrike Hudemann, Sabine Rieken, Antje Freitag, Heidi Drews, Sigrid Eberhard, Sigrid Henze, Renate Schippmann, Heide Dührkop, Brigitte Rathje, Traute Eckmann, Monika Schumann, Waltraut Bliebenich, Gisela Kohse, Inge Wilkerling, Ute Sprotte; mit 55 Punkten: Elke Barkmann, Christel Koch, Heidemarie Schumann.

  • Jungen:

Horst-Rüdiger Prahl 67,5 Punkte, Wolf-Dieter Bliebenich, Heinz Stuhrmann, Dieter Bednarz alle 64 Punkte; ferner mit mehr als 55 Punkten: Teja Herzog, Gerd Büsing, Dieter Gerke, Joachim Ernst, Hugo Harro Brehmer, Dietmar Heitler, Detlef Ahlers, Axel Hamann, Gert Girschkowski, Martin Kößling, Rainer Bruhns, Ernst-Friedrich Schmidt, Reiner Arps, Horst Bieschke, Konrad Neumann, Dietrich Holst, Horst Ebel, Alfred Bretzlaff, Hugo Müller.

Meisterschaften der Mittelschule

  • Männliche Jugend A:

100 Meter: 1. Dieter Gerke 11,9 Sekunden, 2. Ernst Schmidt 12,4, 3. Erwin Steeg 12,6; Weitsprung: 1. Ernst Schmidt 5,23 Meter, 2. Erwin Steeg 5,21, 3. Dieter Gerke 4,77; Hochsprung: 1. Detlef Ahlers 1,50 Meter, 2. Ernst Schmidt 1,50; 1000 Meter: 1. Konrad Neumann.

  • Männliche Jugend B:

100 Meter: 1. Teja Herzog 12,2 Sekunden, 2. Dieter Bednarz 12,3, 3. Dieter NN 12,8; Weitsprung: 1. Dieter Bednarz 5,41 Meter, 2. Klaus Meißner 4,96, Wolfgang Mahlke 4,82; Hochsprung: Horst-Rüdiger Prahl 1,55 Meter, 2. Karl-Heinz Lüth 1,50, 3. Teja Herzog 1,35; Kugelstoßen: Horst-Rüdiger Prahl 11,77 Meter, 2. Horst Ebel 9,66, Martin Kößling 9,60; 1000 Meter: 1. Axel Hamann 2:47,0 Minuten, 2. Horst Ebel 3:08,1, 3. Harald Blunck 3:12,3.

  • Schüler A:

75 Meter: 1. Heinz Stuhrmann 9,7 Sekunden, 2. Jürgen Scherbath 10,0, Reiner Arps 11,0; Weitsprung: 1. Jürgen Scherbath 4,98 Meter, 2. Harald Blunck 4,68, 3. Heinz Stuhrmann 4,66.

  • Schüler B:

75 Meter: 1. Günter Geffe 11,3 Sekunden, 2. Manfred Leinius 11,4, 3. Gert Girschkowski 11,9; Weitsprung: 1. Gert Girschkowski 4,05 Meter, 2. Manfred Leinius 4,02, 3. Günter Geffe 3,80.

  • Weibliche Jugend B:

100 Meter: 1. Inge Wilkerling 13,6 Sekunden, 2. Waltraut Rietzke 13,9, 3. Hannelore Rieck 14,1; Weitsprung: 1. Ruth Marquardt 4,27 Meter, 2. Heidemarie Schumann 4,20, 3. Waltraut Rietzke 4,19; Hochsprung: 1. Irmtraut Jürs 1,32 Meter, 2. Ruth Marquardt 1,30; 1000 Meter: 1. Heidi Bour 3:41,3 Minuten, 2. Sonja Rose 3:41,5, 3. Gesche Jurgeleit 3:51,1.

  • Schülerinnen A:

75 Meter: 1. Renate Schippmann 11,0 Sekunden, 2. Christine Preiß 11,1, 3. Lore Vincentini 11,2; Weitsprung: 1. Renate Schippmann 4,10 Meter, 2. Waltraut Bliebenich 3,86, 3. Christine Preiß 3,76; Hochsprung: 1. Lore Vincentini 1,18 Meter, 2. Gerda Heitmann 1,16, 3. Monika Schumann und Silke Marwedel 1,10.

  • Schülerinnen B:

75 Meter: 1. Dörten Ohrt 11,5 Sekunden, 2. Hannelore Wirth 11,5, 3. Christel Poka 11,9; Weitsprung: 1. Dörten Ohrt 3,79 Meter, 2. Margret Martens 3,73, 3. Christel Poka und Gertrud Schwarz 3,63.

Die Jungen der Klasse 10c liefen die 4 mal 100 Meter in beachtlichen 48,4 Sekunden und waren damit schneller als alle anderen Klassen. Sie kamen aber nicht gegen die außer Konkurrenz antretende Staffel der Oberschule auf, die mit 46,3 Sekunden einen neuen Schulrekord aufstellte. Bei den Mädchen war die 10a am schnellsten, die 57,6 Sekunden benötigte.

STORMARNER TAGEBLATT vom 14./15.9.1956

 

Montag, 17. September 1956

Der Soziologe und die Halbstarken

  1. – Gegenwärtig wird viel über die Halbstarken gesprochen. In Ahrensburg gab ein Hamburger Soziologe auf Einladung des Ortsjugendringes und der Volkshochschule seine Auffassung von diesem neugeprägten Begriff. Seine Zuhörer waren in der Mehrzahl Jugendliche – nicht Halbstarke. Sie hatten sich in einem vorangegangenen Diskussionsabend ernsthaft Gedanken gemacht, wie sie Einfluß auf solche Altersgefährten gewinnen könnten, die als sogenannte Halbstarke unangenehm hervortrete. Sicherlich erwarteten sie von dem Soziologen, daß er ihnen ein Stück weiterhelfen würde.

Er gewann sie auch sofort für sich, als er das Halbstarkenproblem als ein Minderheiten- und Großstadtphänomen bezeichnete, das die Umwelt gegenwärtig stark dramatisiere. Doch dann brach die eben geschlagene Brücke zwischen dem Redner und seinen Zuhörern. Der Vortragende entglitt ins Reich der Wissenschaft. Wohl folgten ihm die jungen Menschen noch, als er feststellte, Jugend im sozialen Sinne als eine eigenständige soziale Einheit gäbe es nicht. Sie sei vielmehr eine Übergangsphase zwischen zwei verhältnismäßig festen bestimmten Rollen, nämlich zwischen der Kindheitsrolle und der Erwachsenenrolle. Aber dann folgten Worte wie Sozialraum, Erwachsenenumwelt, geistiger Prägepunkt, Kinderstubenisolation, moralischer Sachzwang, infantiles Abreagieren, kindlicher Kurzschluß, Massenkommunikationsmittel, Verbrauchsemphase, Wohlstandsprotest…

Ohne Zweifel sprach der Soziologe sehr klug und überlegt, und es liegt uns völlig fern, den geistigen Wert seiner Darlegungen in Zweifel zu ziehen. Aber wußten die jugendlichen Zuhörer mit dem wissenschaftlichen Vokabularium etwas anzufangen? Nicht nur die Tatsache, daß sich zur Aussprache kein einziger Jugendlicher meldete, gibt eine Antwort darauf; jeder unbefangene Zeuge konnte feststellen, daß die Hörer zusehends ermüdeten. Nur wenige folgten den Gedankengängen angespannt bis zum Schluß.

Bleibt die Hoffnung, daß die jungen Menschen, wie der Ortsjugendringvorsitzende versicherte, im eigenen Kreise sich noch mit dem Vortrag beschäftigen werden. Und eine Lehre: Mit Jugendlichen soll man in ihrer Sprache sprechen!

STORMARNER TAGEBLATT vom 17.9.1956

 

Donnerstag, 20. September 1956

Sieben Schulen im Vergleichskampf

  1. – Morgen Vormittag um 9 Uhr beginnt im Stadion ein leichtathletischer Vergleichskampf der Mittelschulen und Aufbauzüge des Kreises, an dem sieben Mannschaften teilnehmen werden. Jeder Mannschaft gehören drei Jungen und drei Mädchen der Jahrgänge 1939 bis 1945 an. Einzeldisziplinen für die Besten schließen sich an, ferner sind gymnastische Vorführungen der Mädchen, Volkstänze und Fußballspiele vorgesehen. Bei der abschließenden Siegerehrung erhält die beste Schule als Anerkennung ein von Landrat Claus von der Groeben gestiftetes Bild.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.9.1956

 

Donnerstag, 20. September 1956

Die Meinung des Lesers

Der Soziologe und die Halbstarken

Unter dieser Überschrift findet sich in Nr. 218 (Anm.: vom 17. September) des „Stormarner Tageblattes“ ein Pressebericht über einen in Ahrensburg vom Ortsjugendring und der Volkshochschule veranstalteten Vortragsabend, der ein zeitnahes Thema behandelte. Der Bericht ist leider geeignet, falsche Auffassungen über diese sehr gelungene Veranstaltung aufkommen zu lassen, besonders, bei Nichtbeteiligten, so daß ich mich als Teilnehmer an diesem Abend veranlaßt sehe, einiges dazu zu sagen.

Es war den Veranstaltern endlich gelungen, den tüchtigen jungen Soziologen Dr. Kluth, Hamburg, der kürzlich in der Universität seine stark beachtete Antrittsvorlesung abhielt für das Thema: „Die Rolle der Jugend in der heutigen Gesellschaft“ zu gewinnen. Kluth ist kein blasser Theoretiker, sondern ein Redner, der seine Hörer zu packen versteht. Mit einprägsamer Mimik, die seine klaren, oft sogar deftigen Beispiele und drastischen Schilderungen begleitete, behandelte er in Ahrensburg sein Thema, das seinen Eindruck zweifelsfrei nicht verfehlt hat. Am Schluß wurde ihm von Herrn Grützner, dem verdienstvollen Leiter der Ahrensburger Volkshochschule, ausdrücklich bescheinigt, daß er deutlich, verständlich und fast fremdwortfrei gesprochen hätte! Ich weiß wirklich nicht, wie man da behaupten kann, die jugendlichen Zuhörer – unter ihnen viele Oberschüler – hätten nichts mit dem „wissenschaftlichen Vokabularium“ anzufangen gewußt! Im übrigen sind Ausdrücke wie „Erwachsenenumwelt“, „kindlicher Kurzschluß“ und so fort wohl nicht so schwer verständlich, wie man annimmt. Die übrigen, angeblich schwer verständlichen Ausdrücke waren entweder nur in einer Nebenbemerkung hineingestreut oder sie waren in längeren Ausführungen gründlich erläutert worden. Ohne einige Fachwörter kommt keiner aus, sei er Arbeiter, Handwerker, Behördenangestellter oder – Wissenschaftler.

Daß man auf einen gut durchdachten Vortrag nicht gleich in eine Diskussion einzusteigen vermag, ist eine allbekannte Erscheinung und sagt nichts gegen die Qualität und Faßlichkeit des Gebotenen aus! Im Gegenteil, sie beweist vielleicht, daß alle wichtigen Gegenargumente schon vorgetragen waren. Denn Dr. Kluth baute seinen Vortrag so auf, daß er Fragen aufwarf, die von verschiedenen Seiten beleuchtet und sodann präzise beantwortet wurden.

Was er vorbrachte, war manchem sicherlich neu und wohl euch überraschend, – ist es dann ein Wunder, wenn man sich bescheiden zurückhält und zunächst nichts darauf zu sagen weiß? Geschwafelt wird in unserem öffentlichen Dasein heutzutage nachgerade genug! Wir haben es daher dringend nötig, uns bei Fachleuten, in diesem Falle bei einem anerkannten Soziologen aus der Schelsky-Schule, Rat zu holen. Gottlob „entglitt der Vortragende ins Reich der Wissenschaft“! Was sollte er denn als Dozent sonst tun? Wissenschaft, rechtverstanden, will unser Dasein durchleuchten und klären, sie vermag dadurch auch Lebenshilfen zu geben, allerdings nicht in der Form von Patentrezepten, wie man es sooft von ihr erwartet.

Kurt Schlichting, Bargteheide.

Diese „Ehrenrettung“ des Soziologen war eigentlich gar nicht nötig; denn wir hatten in unserer Betrachtung ja ausdrücklich festgestellt, daß der Vortrag klug und wertvoll war. Uns ging es darum: War der Vortrag bei den Jugendlichen angekommen? Denn für sie war er doch bestimmt und nicht für fachkundige Pädagogen unter den wenigen anwesenden Erwachsenen.

Da kamen wir dann allerdings zu einer negativen Feststellung. Junge Zuhörer (auch Oberschüler) gaben uns indirekt und direkt Veranlassung zu unserem Artikel. Wir sind übrigens der Meinung, daß der Vortragende durchaus die Spreche der Jugend zu sprechen imstande ist, unter Vermeidung von Fachausdrücken (von Fremdwörtern war in unserem Artikel sowieso nicht die Rede). Nichts würde uns mehr freuen, als wenn Herr Dr. Kluth Wert darauf legte, diese Meinung in einem zweiten Vortragsabend in Ahrensburg zu bestätigen. Die Redaktion.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.9.1956

 

Freitag, 21. September 1956

Jugend auf der Aschenbahn

Mittelschule Reinbek gewann den Preis des Landrats

  1. – Bei herrlichstem Sonnenwetter nahm der leichtathletische Vergleichskampf der Aufbauzüge und Mittelschulen des Kreises Stormarn im Oldesloer Stadion einen harmonischen Verlauf. Die Jungen und Mädel waren mit Feuereifer bei der Sache und zeigten, daß der Stormarner Schulsport eine beachtliche Breitenwirkung aufweist.

Den Preis des Landrats errang die Mittelschule Reinbek mit 1428 Punkten. Der Preis des Schulrats, ein Handball, fiel an die Mittelschule Bad Oldesloe, die 1393,5 Punkte erzielte. Dann folgte die Mittelschule Ahrensburg mit 1330,5 Punkten, der Aufbauzug Reinfeld mit 1321 und der Aufbauzug Bargteheide mit 1259,5 Punkten. Die besten Einzelleistungen boten bei den Jungen Bernd Frobeen (Reinbek) mit 71,5 Punkten, bei den Schülern Karl-Heinz Baumann (Reinbek) mit 64 Punkten und bei den Mädchen Sigrid Schröder (Reinfeld) mit 67 Punkten.

Der organisatorische Ablauf, für den Sportlehrer Nowak verantwortlich zeichnete, klappte vorzüglich. Bürgermeister Barth und der 1. Vorsitzende des Kreissportverbandes Ohrt hatte ihre Freude an den in dieser Form erstmalig durchgeführten Wettkämpfen, die auf eine Anregung des Kreisschulrats zurückgehen und hoffentlich künftig alljährlich wiederholt werden. Vorsitzender Ohrt hob in seiner Ansprache die gedeihliche Zusammenarbeit zwischen Schulen und Kreissportverband hervor.

O = Bad Oldesloe, A = Ahrensburg, Rf = Reinfeld, B = Bargteheide, Rb = Reinbek.

Jungen:

  • Jahrgang 1939: 1. Klaus Pönitz, Rb, 65,0; 2. Holger Jacobsen, Rb, 61,5; 3. Harry Krüger, Rb, 57,0.
  • Jahrgang 1940: 1. Bernd Frobeen, Rb, 71,5; 2. Horst-Rüdiger Prahl, O, 69,0; 3. Dietrich Splettstößer, B, 67,0.
  • Jahrgang 1941: 1. Werner Lindlein, B, 70,5; 2. Jürgen Zehran, B, 70,0; 3. Armin Seefeld, Rb, 68,0.
  • Jahrgang 1942: 1. Jürgen Bank, Rb, 68,0; 2. Horst Flathmann, Rb, 67,0; 3. Donald Koss, Rb, 67,0; 3. Klaus Bannert, Rb, 66,5.
  • Jahrgang 1943: 1. Jürgen Linow, A, 65,5; 2. Uwe Mildner, Rb, 64,0; 3. Benno Prieß, A, 55,5.
  • Jahrgang 1944: 1. Uwe Hasemann, Rb, und Horst Bieschke, O, beide 59,5; 2. Hugo Brehmer, O, 57,5; 3. Bernd Kaeding, A, 55,5.
  • Jahrgang 1945: 1. Karl Baumann, Rb, 64,,0; 2. Peter Storbek, A, 58,5; 3. Wolfgang Busch, O, 54,5.

Mädchen:

  • Jahrgang 1939: 1. Antje Vorwerk, Rb, 61,5; 2. Hannelore Rick, O, 53,5; 3. Hiltrud von Wachholz, Rb, 51,5.
  • Jahrgang 1940: 1. Irmtraut Jürs, O, 65,5; 2. Ursel Strübling, Rb, 61,5; 3. Sigrid Rohwer, Rf, 60,5.
  • Jahrgang 1941: 1. Sigrid Schröder, Rf, 67,5; 2. Christa Rapelius, A, 58,,5; 3. Elke Meyer, A, und Elke Lüdtke, Rf, beide 57,5.
  • Jahrgang 1942: 1. Christiane Götsch, A, 64,5; 2. Heide Dürkop, O, 63,5; 3. Marina Hövermann, A, 61,5.
  • Jahrgang 1943: 1. Liselotte Sohder, Rb, 53,0; 2. Doris Fischbuch, Rb, 63,0; 3. Annelie Graese, O, 59,5.
  • Jahrgang 1944: 1. Gertrude Schwarz, O, 64,5; 2. Heidrun Klukas, Rb, 56,5; 3. Beate Graf, A, 56,0.
  • Jahrgang 1945: 1. Hannelore Wirth, O, 66,5; 2. Marlies Zynitz, A, 60,0; 3. Christel Karpf, A, 56,6.

Die relativ beste Einzelleistung erzielte Dieter Bednarz (Bad Oldesloe), der bei der Jugend B 100 Meter in 11,6 Sekunden lief. Weiter ist erwähnenswert der Hochsprung von Detlef Ahlers (Bad Oldesloe) von 1,55 Meter.

In der 4 mal 100-Meter-Staffel der Jugend siegten die Reinbeker in 46,,6 Sekunden vor Oldesloe 47,4, Ahrensburg 48,3, Reinfeld 48,5 und Bargteheide 50,0 Sekunden. In der 4 mal 100-Meter-Staffel der Mädchen war Reinbek in 54,5 Sekunden siegreich vor Reinfeld 54,7, Ahrensburg 55,5, Oldesloe 56,0 und Bargteheide 56,0 Sekunden. Im Fußballspiel besiegte Bargteheide Oldesloe mit 2:1. Das Korbballspiel der Mädchen Reinbek gegen Reinfeld endete 3:0.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.9.1956

 

Dienstag, 25. September 1956

Mehr Leibesübungen in den Schulen

Leitgedanken veröffentlicht – Zusätzliche Turn- und Spielstunden vorgesehen

Die Jugend in allen Schulen der Bundesrepublik soll in Zukunft mehr Gelegenheit zur Leibeserziehung, Sport und Turnen haben. Die Kultusminister der Länder, die kommunalen Spitzenverbände und der Deutsche Sportbund haben am Montag gemeinsam Leitgedanken und Empfehlungen der Öffentlichkeit übergeben.

Es wird folgendes festgestellt:

  1. Tägliche Turn- und Spielzeit für das erste und zweite Schuljahr der Grundschule.
  2. Drei Wochenstunden Leibesübungen für alle allgemeinbildenden Schulen vom dritten Schuljahr an im Rahmen des geschlossenen Lehrplans. Zusätzlich zwei Wochenstunden Leibesübungen in der Form eines Sport- bzw. Spielnachmittags oder sportlicher Gemeinschaften. Der Spielnachmittag ist aufgabenfrei.
  3. Unterricht in Leibesübungen für Berufsfachschulen und Fachschulen, wobei die Stundenzahl allmählich derjenigen der allgemeinbildenden Schulen angepaßt werden soll.
  4. Die Jugend an den Berufsschulen soll ebenfalls zu Leibesübungen angehalten werden. Als Ziel wird eine tägliche Turn- oder Sportzeit für allgemeinbildende und berufsbildende Schulen angestrebt.

„Die Leibeserziehung gehört zur Gesamterziehung der Jugend“, heißt es in den Leitgedanken. „Bildung und Erziehung sind insgesamt in Frage gestellt, wenn sie nicht oder nur unzureichend gepflegt werden.“ Die Eltern müssen erkennen, daß die Schule sie nicht von der Pflicht entbindet, sich der Förderung der Leibeserziehung ihrer Kinder zusätzlich anzunehmen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.9.1956

 

Donnerstag, 27. September 1956

Zum Rektor befördert

  1. – Mit Wirkung vom 1. Oktober wurde Hauptlehrer Johannes Volkmann zum Rektor befördert. Er leitet seit dem Frühjahr die Neue Stadtschule.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.9.1956

 

Donnerstag, 27. September 1956

Mittelschule war siegreich

Sportfreudige Jugend im Oldesloer Stadion

  1. – Im Oldesloer Stadion wetteiferten Jungen und Mädchen der Alten und Neuen Stadtschule und der Mittelschule im Laufen, Springen und Werfen. Es galt, in der Mannschaft den Wanderpreis zu erringen, den die Neue Stadtschule zu verteidigen hatte.

Kreissportlehrer Nowak begrüßte die jungen Wettkämpfer der Jahrgänge 1941 bis 1945 auf dem grünen Rasen. Regen Anteil an der planmäßigen Durchführung der Zeitenfolge hatten die Lehrer Goldbeck und Busch. Fräulein Kerkau (Neue Stadtschule) streute mit 30 Mädchen eine vorzüglich zusammengestellte Keulengymnastik in das Programm. Man sollte überhaupt die rhythmische Gymnastik für Mädchen in größerem Umfange in die Schulsportarbeit einbauen.

Spannende Szenen boten die 1000-Meter-Läufe und die Staffeln. Die Siegerehrung nahm Herr Ohrt, Vorsitzender des Ortsausschusses für Leibesübungen, vor. Er lobte die Sportfreudigkeit der Oldesloer Jugend. Den Wanderpreis gewann die Mittelschule vor der Alten Stadtschule und der Neuen Stadtschule.

Die Ergebnisse – Mannschaftskämpfe: 1. Mittelschule 2065,5 Punkte, 2. Alte Stadtschule 1920,5, 3. Neue Stadtschule 1899,0.

Mädchen:

  • Jahrgang 1942: 1. Waltraut Bliebenich, Mittelschule, 2. Margret Dreyer, Neue Stadtschule, 3. Heide Dürkop, Mittelschule.
  • Jahrgang 1943: 1. Antje Freitag, Mittelschule, 2. Margret Martens, Mittelschule, 3. Marlies Spiel, Alte Stadtschule.
  • Jahrgang 1944: 1. Sabine Rieken, Mittelschule, 2. Sigrid Eberhard, Mittelschule, 3. Sabine Gehring, Neue Stadtschule.
  • Jahrgang 1945: 1. Hannelore Wick, Mittelschule, 2. Gitta Feddern, Alte Stadtschule, 3. Gisela Kohse, Mittelschule.

Jungen:

  • Jahrgang 1941: 1. Gerd Büsing, Mittelschule, 2. Martin Kößling, Mittelschule, 3. Norman Löding, Neue Stadtschule, 4. Hans-Jürgen Rusbüldt, Alte Stadtschule.
  • Jahrgang 1942: 1. Heinz Stuhrmann, Mittelschule, 2. Udo Wöhler, Neue Stadtschule, 3. Harald Blunck, Mittelschule.
  • Jahrgang 1943: 1. Reiner Arps, Mittelschule, 2. Reinhold Bobsin, Alte Stadtschule, 3. Dietmar Heidler, Mittelschule.
  • Jahrgang 1944: 1. Gert Girschkowski, Mittelschule, 2. Egon Brandenburger, Alte Stadtschule, 3. Hugo Harro Brehmer, Mittelschule.
  • Jahrgang 1945: 1. Wolfgang Höppner, Alte Stadtschule, 2. Work, Neue Stadtschule, 3. Rainer Bruhns, Mittelschule.

Einzelwettbewerbe:

  • 1000 Meter: 1. Alfred Bretzlaff, Mittelschule, 3:07,6 Minuten, 2. Martin Fröhlich, Mittelschule, 3:10,3, 3. Klaus Kamm, Neue Stadtschule, 3:12,0.
  • 600 Meter: 1. Harald Blunck, Mittelschule, 1:43,0 Minuten, 2. Siegfried Kruppke, Mittelschule, 1:46,0, 3. Reinhard Schütz, Neue Stadtschule, 1:46,3.

Staffeln:

4 mal 100-Meter Jungen: 1. Neue Stadtschule und Mittelschule, beide 52,0 Sekunden (totes Rennen); 4 mal 75-Meter Mädchen: 1. Mittelschule 41,9 Sekunden, 2. Stadtschule (vier Meter Vorsprung, gestürzt).

Fußball: Alte und Neue Stadtschule kombiniert gegen Mittelschule 3:3.

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.9.1956

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