Die Spielzeit 1950/51
Teil 3

Freitag, 12. Jan. 1951
"Stormarnhalle" statt Lythallprojekt!
Auf einer Sitzung des Vorstandes des Verkehrsvereins und der Oldesloer Kaufmannschaft wurde über die Pläne, die von der Firma Lythall erstellte 750 Quadratmeter große Halle für Versammlungszwecke nutzbar zu machen, beraten. Um die im Rohbau fertiggestellte Halle auf dem Gelände der Firma Lythall in der Mommsenstraße als Versammlungsraum zu verwenden, müßten jedoch noch erhebliche Mittel für die Innenausstattung investiert werden. Von der Firma wurde ein Fünfjahresvertrag angeboten, nach dem zwei Veranstaltungen pro Jahr garantiert werden müssen. Die Versammlung war jedoch der Auffassung, daß die Mittel, die für dieses Projekt aufgebracht werden müßten, besser für die "Stormarnhalle" auf dem Exer verwendet werden sollten. Man will daher den Bau der "Stormarnhalle" dem Lythallprojekt vorziehen. Schon rein lagemäßig ist der Exer für Großveranstaltungen weit besser geeignet. Auf der noch Ende Januar stattfindenden Generalversammlung des Verkehrsvereins soll daher versucht werden, für den Bau der "Stormarnhalle" trotz aller Schwierigkeiten die Finanzierung sicherzustellen, zumal jetzt auch die Kaufmannschaft hinter diesem Vorhaben steht. Die beiden Vorstände waren sich darüber klar, daß so rasch wie möglich ein großer Versammlungsraum für die Kreisstadt geschaffen werden muß, um die heimische Wirtschaft zu beleben und größere Veranstaltungen nach Bad Oldesloe zu ziehen.
OL

Montag, 15. Jan. 1951
Nach einer Anweisung des Deutschen Fußball-Bundes können Vereinsangestellte nicht als Amateure in ihrem Verein spielen. Spielertrainer verlieren bei Annahme einer Vergütung ihre Amateureigenschaft.
SMP

Dienstag, 16. Jan. 1951
Wo bleibt das Toto-Geld?
Angesichts der starken Beteiligung am Fußball-Toto dürfte allgemein die Frage interessieren: Wie werden die Toto-Einnahmen verwandt? Veranlaßt durch eine zur Fragestunde der letzten Landtagssitzung gestellte kleine Anfrage hat Landesminister Dr. Pagel eine ausführliche Auskunft darüber gegeben.

50 Prozent der Wetteinsätze sind nach den Bedingungen der am 8. März 1949 aufgestellten Zulassungsurkunde von der Schleswig-Holsteinischen Sportwette GmbH an die Wetter auszuschütten. Der Landesanteil beträgt 20 Prozent. Der Rest verteilt sich auf die nicht unbeträchtliche Wettsteuer (16 2/3 Prozent) sowie auf die Verwaltungskosten (6 Prozent) und die Vergütung an die Wettannahmestellen (7 1/3 Prozent).

Die Hälfte des Landesanteils, also zehn Prozent des Gesamtaufkommens, wird gemäß einer Vereinbarung mit dem Schleswig-Holsteinischen Fußballverband für Zwecke des Sports an einen Sportförderungsausschuß überwiesen. Dieser Ausschuß ist gemeinsam vom Fußballverband und dem Landessportverband gebildet worden. Er entscheidet über die Anträgen auf Gewährung einer Beihilfe aus den überwiesenen Toto-Geldern. Der dem Fußballverband zustehende Anteil wird diesem nach Abschluß eines Wettsonntages unmittelbar durch die Landesbank in Kiel ausgezahlt.

Im Rechnungsjahr 1949 (1. April 1949 bis 31. März 1950) betrug die Bruttoeinnahme des schleswig-holsteinischen Fußball-Totos rund 8,8 Millionen DM. Der Landesanteil belief sich danach auf etwa 1,6 Millionen DM. Davon erhielt der Fußballverband knapp 845.000 DM. Für die ordnungsgemäße Verwendung dieser Beihilfemittel ist der gesamte Sportförderungsausschuß allein verantwortlich. Landesminister Pagel betonte in seiner Antwort ausdrücklich, daß die Landesregierung sich nicht für berechtigt oder verpflichtet hält, die Verwendung dieser Gelder irgendwie zu überprüfen.

Weitere fünf Prozent des Landesanteils werden von der Regierung gleichfalls für Zwecke des Sports verwendet. Im Rechnungsjahr 1949 waren dies rund 422.000 DM. Davon wurden gezahlt 338.250 DM an Turn- und Sportvereine zum Bau von Sportplatzanlagen und Turnhallen sowie zur Beschaffung von Turn- und Sportgeräten, 16.650 DM zur Förderung von Sportveranstaltungen auf der Landes- und Kreisebene, 25.000 DM für Sporterholung und Sportjugendheime, 9.850 DM für Schulsport und ähnliche Einrichtungen der öffentlichen Hand, 20.000 DM als Mietzuschuß für die Landessportschule Flensburg-Mürwik und 12.250 DM für die Kreissportverbände. Die Bewilligung von Beihilfen aus diesem Haushaltsansatz obliegt dem Volksbildungsministerium (Landesjugendamt), wobei Vorschläge des Sportförderungsausschusses berücksichtigt werden.

Die restlichen fünf Prozent des Landesanteils an den Toto-Geldern werden von der Regierung für allgemeine Haushaltszwecke vereinnahmt.
OL

Donnerstag, 18. Jan. 1951
Wieder Maskerade im VfL.
Der Vorstand des VfL Oldesloe beschloß in seiner letzten Sitzung, daß auch in diesem Jahr eine Maskerade abgehalten werden soll. Sie wird am 3. Feb. in den Räumen des "Central-Café" stattfinden.
OL

Freitag, 26. Jan. 1951
Stormarnhalle kommt doch.
Der Vorstand und Aufsichtsrat der Stormarnhalle eGmbH beschloß auf einer Sitzung, das Projekt unbedingt im Frühjahr zu verwirklichen. Architekt Weber erhielt den Auftrag, sofort mit den Vorarbeiten zu beginnen, so daß in etwa vier Wochen der Gerüstbau bei den Mannesmann-Röhrenwerken bestellt werden kann. Bis spätestens Mai soll mit dem Aufstellen des Gerüstes auf dem Bürgerpark begonnen werden.

Im ersten Bauabschnitt soll zumindest die Hallenkonstruktion mit Dach und, wenn die Mittel reichen, auch noch ein massiver Umbau erstellt werden. Es ist also damit zu rechnen, daß für die geplanten Sommerveranstaltungen in der Kreisstadt die "Stormarnhalle" bereits zur Verfügung steht. Weitere Bauabschnitte sollen dann nach und nach folgen.

Von sämtlichen Wirtschaftskreisen der Kreisstadt wird dem Projekt jetzt größtes Verständnis entgegengebracht und man hofft, daß es endlich gelingt, mit der Verwirklichung dieses Projektes der Stormarner Kreisstadt eine Räumlichkeit zu geben, die geeignet ist, alle Großveranstaltungen in Bad Oldesloe abhalten zu können.
OL

Samstag, 27. Jan. 1951
Anzeige: VfL-Maskerade am Samstag, dem 3. Feb. 1951, in den Räumen des "Central-Café". Einlaß ab 20.00 Uhr. Preis: 1,50 DM inkl. Steuer. Kartenvorverkauf: Toto-Annahmestelle Fritz Dubslaff, Hindenburgstraße.
OL

Montag, 29. Jan. 1951
Zusatzwette beim Schleswig-Holstein-Toto.
Im schleswig-holsteinischen Fußball-Toto soll in vier Wochen eine Zusatzwette eingeführt werden, teilte der Schatzmeister des Deutschen Fußball-Bundes und Vorsitzender des Sportförderungsausschusses, Carl Arpe, auf dem Kreistag des Fußballverbandes Neumünster mit. In dieser Zusatzwette werden nur Spiele der schleswig-holsteinischen Landesliga- und Bezirksliga-Vereine getippt.
SMP

Freitag, 2. Feb. 1951
Anzeige: Morgen, Samstag, 3. Feb. 1951: VfL-Maskerade im "Central-Café", Bad Oldesloe. Karten noch zu haben in der Toto-Annahmestelle Dubslaff, Hindenburgstraße.
OL

Mittwoch, 7. Feb. 1951
Neuer Standort für die Stormarnhalle?
Der Standort für die geplante "Stormarnhalle" wurde anläßlich eines Lokaltermins auf dem Exer neu festgelegt. Da von den Krankenhäusern Einspruch dagegen erhoben wurde, daß die Halle an der Kopfseite des Exers - vor dem Unfallkrankenhaus - errichtet wird, kam man jetzt auf den Platz zwischen der Bürgermeisterinsel und der jetzigen Baracke des Stadtbauamtes. Die technische Seite für den neuen Standort soll jetzt noch einmal durchgeprüft werden.
OL

Samstag, 3. März 1951
Die diesjährige Versammlung der Fußballsparte des VfL Oldesloe findet am Montag, um 20 Uhr, in "Wiggers Gasthof" statt. Außer den Jahresberichten der Herren-Fußball-, Jugend-Fußball-, Box- sowie Leichtathletikabteilungen sieht Punkt 4 der Tagesordnung "Neuwahlen" vor.
OL

Montag, 5. März 1951
Die Fußballsparte des VfL nahm auf der Hauptversammlung in "Wiggers Gasthof" Neuwahlen vor, die folgende Ergebnisse hatten:

  • Spartenleiter Dr. Erwin Lüders
  • stellvertretender Spartenleiter Knickrehm
  • Jugendobmann Karl-Heinz Schmidt
  • Kassenführer Wilhelm Hoppe
  • Schriftführer Wegener
  • Boxabteilung Heinrich Steinen
  • Leichtathletikabteilung Peter Frandsen
  • Finanzausschuß Martin Münster, Hans Petersen, Hans Fokuhl und Otto Rathmann
  • Stadionausschuß Adolf Kröger, Carl Hoffmann, Ernst Kindt, Wilhelm Düllmann und Otto Schmidt
  • Schiedsrichterobmann Otto Drews.


OL

Mittwoch, 21. März 1951
Verkehrsverein.
Auf seiner diesjährigen Generalversammlung wählte der Verkehrsverein im "Hotel Stadt Hamburg" den bisherigen Vorsitzenden Alwin Thies einstimmig wieder. Ingenieur Carl Hoffmann teilte zu dem Projekt "Stormarnhalle" mit, daß man noch einmal versuchen wolle, die erforderlichen 150 Anteile zu je 300 DM durch eine neue Werbung zusammenzubekommen. Man war sich darin einig, daß Bad Oldesloe eine solche Halle unbedingt haben müsse.

OL

Donnerstag, 29. März 1951
Falls die Stormarnhalle auf dem Bürgerpark tatsächlich gebaut werden sollte, wollen die regelmäßigen Beschicker des Wochenmarktes am Kurpark künftig die neue Halle nutzen. Unverbindliche Besprechungen über diesen Plan haben bereits stattgefunden. Auch die Stadt wäre unter Umständen bereit, zuzustimmen. Die bisher an die Stadtverwaltung gezahlten Standgelder in Höhe von etwa 2000 bis 3000 Mark im Jahr würden dann der "Stormarnhalle" zugute kommen.

OL

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